Wann wird das Platzieren einer SGA als schwierig bezeichnet?
Wenn mehr als zwei Versuchen zur korrekten Platzierung notwendig sind
Wann wird die Oxygenierung als schwierig bezeichnet?
Wenn aufgrund eines oder mehrerer Probleme das Ausgangsniveau des Sauerstoffsättigung nicht erreicht werden kann
Wann spricht man von einer unmöglichen Laryngoskopie?
Wenn die Glottis nicht visualisiert werden kann
-> entspricht einem Laryngoskopiebefund gemäß C/L III oder IV
Wann liegt eine schwierige endotracheale Intubation vor?
Wenn mehr als zwei Intubationsversuche notwendig sind
Wann liegt eine cannot ventilate, cannot oxygenate - Situation vor?
Wenn weder eine Ventilation noch eine Oxygenierung möglich ist
Wie hoch ist die Inzidenz der erschwerten Maskenbeatmung?
Wie hoch ist die Inzidenz der unmöglichen Maskenbeatmung?
erschwert: ca. 6%
unmöglich: ca. 0,04 - 0,15%
Wie hoch ist die Inzidenz der schwierigen direkten Laryngoskopie?
Ca. 1,5 - 8%
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für eine unerwartete cannot intubate, cannot oxygenate - Situation?
Ca. 0,004 - 0,008 %
Was sind Pradiktoren für eine schwierige/unmögliche Maskenbeatmung?
Bestrahlung oder Tumor im Halsbereich
BMI > 30
Desolater Zahnstatus, Zahnlosigkeit
Deutlich eingeschränkte Protrusion des Unterkiefers
Makroglossie und sonst. path. Zungenveränderungen
Mallampati Grad III oder IV
Narben, Tumore, Entzündungen, Verletzungen von Lippe und Gesicht
Path. Veränderungen von Pharynx, Larynx und Trachea
Schnarchanamnese bzw. OSAS
Unzureichende Narkosetiefe
Verringerter thyreomentaler Abstand (< 6-7cm)
Vollbartträger
Was sind Prädiktoren für eine schwierige oder direkte unmögliche Laryngoskopie?
Eingeschränkte Mundöffnung (< 3,5 cm)
Eingeschränkte Reklination
Inspiratorischer Stridor
Kurzer oder umfangreicher Hals
Makroglossie
Mallampatie Grad III oder IV
Mandibulo- und maxillofaziale Dysostose
OSAS
Path. upper lip bite Test
Progenie, Dysgnathie
Raumfordende Struma
Schwangerschaft
Schwierige Intubation in der Anamnese
Subglottische Stenose, Trachealstenose, Trachealverlagerung
Tumore, Abszesse im Kopf-, Hals- oder Mediastinalbereich
Unzureichende Narkosetiefe, fehlende muskuläre Blockade
Verringerter thyromentaler Abstand (> 6-7 cm)
Zustand nach Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich
Zustand nach Operationen am Larynx/Pharynx
Was Punkte berücksichtigt der El-Ganzouri Risk Index (EGRI)?
Mundöffnung
Thyromentalabstand
Mallampati-Score
Halsbeweglichkeit
Protrusion (Unterkiefervorschub)
Körpergewicht
Schwierige Intubation (Anamnese)
Was ist alles Teil des Risikoindex nach Arne?
Path. Veränderungen bzgl. einer schwierigen Intubation
Thyromentaler Abstand
Klinische Symptome path. Atemwegsveränderungen
Mundöffnung (Schneide-Kante-Distanz (SKD)/Alveolar-Kanten-Distanz (AKD))
Max. mögliche Kopf- u. Halsbeweglichkeit
Welche Punkte berücksichtigt der Wilson-Score?
Gewicht
Kopf- und Halsbewegung
Kieferbeweglichkeit
Mikrognathie
Vorstehende Schneidezähne
Was ist der thyromentale Abstand nach Patil und ab wann ist der pathologisch?
Was sind Prädiktoren für eine schwierige oder unmögliche Videolaryngoskopie und Intubation?
Hochgradig eingeschränkte HWS-Beweglichkeit
Hochgradig eingeschränkte Mundöffnung
Pathologien im Bereich des Halses; kurzer dicker Hals
Sekrete wie Blut oder Mageninhalt
Unerfahrener Anwender, magelnder Ausbildung
Ungünstige Umgebungsbedingungen für Displays
Verringerter thyromentaler Abstand (< 6-7 cm)
Vorbestehende schwierige indirekte Laryngoskopie
Was sind Prädiktoren für eine schwierige Platzierung einer SGA?
Geringe HWS-Beweglichkeit
Geringe Mundöffnung
Halsumpfang > 44 cm
Mallampati III oder IV
Morbide Adipostias
Zahnlosigkeit oder schlechter Zahnstatus
Wie sollte eine Präoxygenierung durchgeführt werden?
Über eine dicht sitzende Gesichtsmaske mit 100% Sauerstoff und 10 l Frischgasfluss über min. 3-4 Minuten
Alternativ: 8 tiefe Atemzüge innerhalb von 60 s
Was sind Kontraindikationen für die Anwendungen von SGA bei elektiven Eingriffen?
Entzündungen, Tumore oder Blutungen in den oberen Atemwege
Mundöffnung < 2 cm
Erwartete Beatmungsdrücke oberhalb des individuellen Leckagedrucks
Notwendigkeit des regelmäßigen trachealen Zuganges
Ein-Lungen-Ventilation
Persistierender symptomatisches Reflux, symptomatische Hiatus- oder Zwerchfellhernie
Ileus
Interferenz mit chirurgischen Eingriff
Was sind erweiterte Indikation für die Verwendung einer SGA der zweiten Generation?
Anwendung bei geplanter längerer OP-Dauer bis 8 h
Laparoskopische Operationen
Adipöse Patienten
Operationen, die nicht in Rückenlage durchgeführt werden
Welche 4 Ebenen der Atemwegssicherung werden unterschieden?
Ebene 1: Spontanatmung, unterstütze oder kontrollierte Beatmung mit einer Gesichtsmaske
Ebene 2: Verwenden einer supraglottischen Atemwegshilfe
Ebene 3: Platzieren eines Endotrachealtubus
Ebene 4: Translaryngealer / transtrachealer Zugang
Welche 4 Fragen können bei bestehenden Prädiktoren für einen schwierigen Atemweg helfen, die Indikation für eine Intubation unter Spontanatmung zu prüfen?
Ist die Intubation mit einem Videolaryngoskop möglich?
Bestehen keine Prädiktoren für eine schwierige Maskenbeatmung und Platzierung einer SGA?
Ist der Patient kardiopulmonal kompensiert?
Bestehen ungünstige Umgebungsbedingungen?
Welche Patientengruppen gelten als aspirationsgefährdet?
Akutes Abdomen
Erbrechen
Notfall (Nüchterheitsstatus unklar, Magenentleerung verzögert infolge “Stress”)
Symptomatische ösophageale Refluxerkrankung
Ösophagusfistel oder -divertikel
Pylorospasmus
Z.n. bariatrischen Engriff oder sonstigen Operationen am Magen
Wie häufig ist eine erschwerte Intubation beim kritisch kranken Patienten?
Ca. 4,6%
Wie häufig ist eine ösophageale Fehlintubation beim kritisch kranken Patienten?
Bei wie viel dieser Patienten kommt es während der Intubation zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung?
Ca. 5,6%
Bei bis zu 70%
Wie häufig sind Equipment- und Ressourcen-Mängel für eine schwierige Atemwegssicherung auf der Intensivstation verantwortlich?
In ca. 36% der Fälle
Welche Lagerung empfiehlt die Leitlinie bei der Atemwegssicherung des kritisch kranken Patienten?
Eine Oberkörperhochlagerung (ca. 20°)
Welche Art der Laryngoskopie wird bei der Atemwegssicherung des kritisch kranken Patienten empfohlen?
Ein VIdeolaryngoskop mit einem Macintosh-ähnlichem Spatel
Bei wie viel Prozent der kritisch kranken Patienten auf der ITS treten Komplikationen mit dem einliegenden Tubus oder der Trachealkanüle auf?
Bei bis zu 80%
Wie soll eine Umintubation auf der ITS erfolgen?
Es sollte eine videolaryngoskopische Glottisvisualisierung erfolgen
Der Atemweg sollte durch eine Tubus-Wechselhilfe geschient werden
Wie häufig tritt ein Extubationsversgen bei allen operativen und intensivmedizinischen Patienten auf?
In ca. 6 bis 25% der Fälle
Was sind Risikofaktoren für ein Extubationsversagen im intensivmedizinischen Setting?
Akzidentelle Extubation
Alter > 70 Jahre
Beatmungsdauer > 11 Tage
Notwendigkeit der Sedierung nach der Extubation
Schwellung oder Ödeme der perilaryngealen Strukturen
Schwere der vorliegenden Erkrankung (APACHE II-Score > 12)
Z.n. chirurgische Manipulation
Was sind häufige Ursachen für Atemwegsprobleme nach Extubation?
Blutungen
Bronchospasmus
Emphysembildung (aufgrund Pneumothorax oder Perforation)
Ödem- oder Sekretbildung
Respiratorische Insuffizienz
Überhang von Narkotika und/oder Muskelrelaxanzien
Wie wird ein Nebenlufttest durchgeführt und wie wird dieser interpretiert?
Hierzu wird der Cuff entblockt und bei den ersten 6 Atemzüge die Differenz aus in- und expiratorischen Tidalvolumen bestimmt
Bei einem Volumen von > 110ml besteht ein geringes Risiko für ein klinisch relevantes Larynxödem
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