Was versteht man unter Arzneistoffen?
Wirkstoffe, die zur Vorbeugung, Linderung, Heilung oder Diagnose von Erkrankungen dienen
Bsp.: Ibuprofen oder Paracetamol
Was versteht man unter Arzneimitteln?
Zubereitungsformen von Arzneistoffen, die zur Anwendung an Menschen der Tieren geeignet sind
Enthalten meistens Kombinationen von Arzneistoff(en) und Hilfsstoffen
Bsp.: Ibu-Ratiopharm 400mg
Welche Eigenschaften muss ein Arzneimittel haben?
Qualität (Identität, Reinheit, Gehalt, Stabilität)
Wirksamkeit (nachweisbare Wirkung)
Unbedenklichkeit (Nutzen-Risiko-Verhältnis muss positiv sein)
Was sind Zielstrukturen für Arzneistoffe?
Membranlipide
Nukleinsäuren (DNA, RNA)
Proteine (Enzyme, Rezeptoren, Ionenkanäle, Transporter)
Erklären sie das Schlüssel-Schloss-Prinzip und die
Änderung dieses Modell zur neuen Zeit
Schlüssel-Schloss:
Dieses Modell geht von einer starren Komplementarität aus. Damit eine biologische Reaktion stattfindet, müssen die Moleküle geometrisch exakt zusammenpassen
(Dieses Modell ist sehr statisch. Es erklärt nicht, warum ein Protein seine Form ändern kann oder warum manche Schlüssel zwar passen, aber das Schloss nicht "umdrehen" (blockieren))
Induced-Fit:
In der "neuen Zeit" betrachten wir Proteine nicht mehr als starre Gebilde aus Stein, sondern als flexible, dynamische Strukturen. Das heute anerkannte Modell ist die induzierte Anpassung (Induced Fit)
(Sobald sich der Arzneistoff dem Protein nähert, treten zwischenmolekulare Kräfte (z. B. Wasserstoffbrücken) in Aktion. Diese Kräfte führen dazu, dass sich die Form des Proteins verändert, um den Wirkstoff fest zu umschließen)
Was versteht man unter Apo- und Holoenzym?
Apoenzym:
ist ein “nacktes” Protein und inaktiv
es bindet den Co-Faktor/Enzym und es bildet sich ein Komplex (Holoenzym)
Holoenzym:
ist der komplette, biologisch aktive Komplex
Apoenzym + Cofaktor = Holoenzym
Aktivierung intrazellulärer Homonrezeptoren + Bsp. eines
Liganden
Invasion
Bindung
Konformationsänderung
Dimerisierung
Translokation & Genexpression
Im Gegensatz zu Ionenkanälen (ein paar ms) dauert die Wirkung hier Stunden bis Tage
z.B.: Cortisol, Testosteron, Vitamin D
Membranbeständige Rezeptoren + Beispiele
G-Protein gekoppelte Rezeptoren
Serotonin-Rezeptor, Dopamin-Rezeptor, Opioid-Rezeptoren
Rezeptor-Tyrosinkinasen
Insulin-Rezeptor, Wachstumsfaktoren
Ligand-gesteuerte Ionenkanäle
GABA-Rezeptor, NMDA-Rezeptor
Was bedeutet ADME?
Absorption
Distribution
Matbolism
Excretion
Optimierung von und Mittel zur Optimierung eines Arzneistoffes?
Optimierung von:
Wirkstärke
Spezifität
Wirkdauer
ADME-Eigenschaften
Mittel zur Optimierung:
Austausch von Toxophoren
Pro-Drug
Lipinski’s Rule of Five (Ro5)
Austausch metabolisch labiler Gruppen
Mit welchen Maßnahmen kann die Selektivität eines Arzneistoffes erhöht werden?
Rigidisierung (Bindungen können sich weniger drehen, Molekül weniger flexibel, durch Einbau von Doppelbindungen, Ringen usw.)
Einführung optisch aktiver Zentren (Chiralität, gezielte Nutzung eines Enantiomers, und nicht Racemat)
Erhöhung der molaren Masse (Molekülvergrößerung, sterische Hinderung)
Was ist Pharmakokinetik und was ist Pharmakodynamik?
Pharmakokinetik:
Die Wirkung des Organismus auf die Substanz
Pharmakodynamik:
Die Wirkung der Substanz auf den Organimus
Was ist Molecular Modelling?
ist ein Sammelbegriff für theoretische und computergestützte Methoden, mit denen man die Struktur, Eigenschaften und das Verhalten von Molekülen simuliert
Structure-based Drug Design (SBDD)
Ligand-based Drug Design (LBDD)
Leitstruktursuche
Leitstruktur
Chemische Verbindung, die eine gewünschte pharmakologische Wirkung aufweist und die als Basis zur Entwicklung des eigentlichen Wirkstoffs dient
Suche durch
Zufallsbeobachtungen, „passive Suche“ (z.B. Penicillin)
Aktive Suche
Screening
Rationales Design
Leitstrukturen Vorraussetzungen (Was eine echte Leitstruktur von einem Hit unterscheidet)
Pharmakodynamische Eigenschaften (wirkt er?)
Wirksamkeit, Selektivität
Physikochemische Eigenschaften (Ist er löslich und stabil?)
Wasserlöslichkeit, chemische Stabilität, „Lipinski´s Rule“
Pharmakokinetische Eigenschaften (Überlebt er die Leber?)
ADME, T (Toxizität)
Potential für chemische Variationen (Kann ich ihn verändern?)
Patentsituation
Erkläre: Structure-based-design + Bsp. eines Arzneistoffes dafür
Eine aktive Leitstruktursuche, bei der man genaue Kentniss über das biologische Target (z.B Enzym) benötigt und damit dann den passenden “Schlüssel” am Computer baut
Genaue Analyse der Bindungsmöglichkeiten im Target
De novo design (Man baut das Molekül Atom für Atom neu)
Beispiel: HIV-Protease Inhibitoren
Die HIV-Protease ist das Target für Arzneistoffe gegen AIDS
Anforderung an ein ideales Pro-Drug + Bsp. nennen
Ein ideales Pro-Drug ist eine pharmokologisch inaktive Substanz die erst im Körper durch eine chemische oder enzymatische Reaktion in den eigentlichen Wirkstoff umgewandelt wird
Gute Resorption (ausreichende Lipophile)
Sollbruchstelle
Liganden für spaltende (oder auch verbindende) Enzymsysteme
Beispiele:
Heroin (Prodrug des Morphins)
Enalapril (Prodrug von Enalaprilat, ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck)
Lipinski-Rule of Five + in welcher Phase der Arzneistoffentwicklung sie von besonderer Bedeutung ist
Filterregeln, um Substanzen mit für die orale Applikation günstigen ADME-Eigenschaften zu identifizieren
Molekülmasse ≤ 500 Da
Lipophilie (logP-Wert) ≤ 5
Anzahl H-Brücken-Donatoren ≤ 5
Anzahl H-Brücken-Akzeptoren ≤ 10
In der Phase der Leitstrukturoptimierung von Bedeutung
Tollkirsche: Wirkstoff, typischer Vertreter, Wirkort und Mechanismus
Hauptwirkstoff ist das Alkaloid Atropin
typischer Vertreter der Stoffklasse: Anticholinergikum (Parasympatholytikum)
Wirkort: Atropin wirkt an den muskarinischen Acetylcholin-Rezeptoren
Mechanismus ist ein kompetetiver Antagonismus (Atropin setzt sich auf Rezeptor, ohne ihn zu aktivieren; Acetylcholin kann dort nicht mehr binden)
Hormone def. + Einteilung
Stoffe, die sezerniert werden um bestimmte Prozesse in entfernteren Zielzellen zu starten, meist größer
Proteine (Insulin)
Steroide (Estrogen, Cortison), Tyrosinderivate (Thyroxin)
Neurotransmitter def.+ Einteilung
Stoffe, die meist von Nervenenden freigesetzt werden und zu Rezeptoren wandern, kurzlebig, meist klein
Aminosäuren (GABA)
Biogene Amine (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Histamin, Serotonin)
Quartäre Ammoniumverbindungen, Ester (Acetylcholin)
Unterschied Hormon + Neurotransmitter
Neurotransmitter wirken lokal über extrem kurze Distanzen und innerhalb von Millisekunden
Hormone werden an einem Ort hergestellt und müssen zum entfernteren Zielort transportiert werden
Was sind Ligand-basierte Ionenkanäle (ionotrope Rezeptoren)
Der Kanal ist im Ruhezustand geschlossen.
Ein Ligand bindet an die extrazelluläre Seite.
Das Protein ändert seine Form (Konformationsänderung).
Die Pore öffnet sich für Millisekunden, Ionen strömen entlang ihres Konzentrationsgefälles.
GABA-Rezeptor, NMDA-Rezeptor, Glycin-Rezeptor
Sehr schnelle Reaktionszeit, Ideal für Signalweitergabe bei Nerven
Carbonsäure: ionische und Wasserstoffbrückenbindung (nicht kovalente Bindung)
Carbonsäuren sind in der pharmazeutischen Chemie extrem vielseitig, weil sie gleich zwei arten von starken nicht-kovalenten Bindungen eingehen können
Ionische Bindung
Wasserstoffbrückenbindungen
Warum nicht-kovalent?
Reversibilität: Der Arzneistoff bindet an den Rezeptor, löst sich aber nahc einiger Zeit wieder ab
Dynamik: nicht-kovalente Bindungen erlauben es dem Körper, das Signal wieder abzuschalten
(Im Körper liegt die Carbonsäure aufgrund des pH-Wertes als Carboxylat-Ion vor, dieses kann ionische Bindungen eingehen)
Was ist ein Co-Enzym?
Kleine organischen Moleküle die an der spezifischen Reaktion mit beteiligt sind
Unterstützen Enzyme bei ihrer Tätigkeit
Was ist ein Co-Faktor?
unterteilt sich in organische Co-Enzyme und anorganische Metall-Ionen
Alkylierende Zytostatika: was ist die Zielstruktur?
Sie übertragen Alkylgruppen auf lebenswichtige Moleküle in der Zelle
Zielstruktur: DNA
meist bei Krebszellen genutzt
Beschreiben sie mit Stichworten die Komponenten des GPCR-Systems
(G-Protein-Coupled Receptor)
Der Rezeptor ist ein einzelnes Protein welches 7-mal die Zellmembran durchspannt (7-Transmembran-Rezeptor)
Außen bindet der Ligand (z.B. Adrenalin); innen verändert der Rezeptor seine Form
Er besitzt also keine eigene Enzymaktivität, sondern leitet das Signal nur nach innen weiter
Das G-Protein besteht aus drei Untreinheiten
Bei Signalempfang tauscht die alpha-Einheit GDP gegen GTP aus und trennt sich vom Komplex
wandert an der Membran zum nächsten Bauteil
Das Effektorprotein ist meist ein membrangebundenes Enzym oder ein Ionenkanal
Wird durch das G-Protein ein- oder ausgeschaltet
erzeugt second messenger, die die eigentliche Antwort in der Zelle auslösen
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