Was ist eine Allergie?
Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe (Allergene).
Was versteht man unter Proteinfamilien in der Allergiediagnostik?
Gruppen von strukturell ähnlichen Proteinen, die in verschiedenen Allergenen vorkommen und ähnliche IgE-Reaktionen hervorrufen können.
arum sind Proteinfamilien wichtig für die Allergiediagnostik?
Sie helfen, echte Allergien von Kreuzreaktionen zu unterscheiden
Sie ermöglichen eine präzisere Risikoabschätzung
Nenne einige häufige Proteinfamilien, die in Allergien relevant sind.
PR-10-Proteine (z. B. Bet v 1 in Birkenpollen)
Profiline (panallergene Strukturproteine)
Lipid-Transfer-Proteine (LTP) (stabile Proteine, hitze- und verdauungsresistent)
Tropomyosine (z. B. in Schalentieren)
: Welche Eigenschaften haben PR-10-Proteine?
Empfindlich gegen Hitze und Verdauung
Häufig Ursache von milden oralen Allergiesymptomen (OAS)
Typisches Beispiel: Bet v 1 in Birkenpollen
Welche Rolle spielen Profiline in der Diagnostik?
Panallergene, die in vielen Pflanzen vorkommen
Meist nur leichte Symptome, selten systemische Reaktionen
Wichtig zur Erkennung von Kreuzreaktionen
Warum sind LTPs klinisch relevant?
Sehr stabil gegenüber Hitze und Verdauung
Können schwere systemische Reaktionen auslösen
Typisch in Obst, Gemüse, Getreide
Frage: Welche Bedeutung haben Tropomyosine?
Stabil, häufig in Schalentieren und Hausstaubmilben
Ursache von Kreuzallergien zwischen Meeresfrüchten und Insekten
Wie beeinflussen Proteinfamilien die Allergiediagnostik?
Spezifisches IgE gegen ein Protein zeigt, welches Allergen tatsächlich relevant ist
Vermeidet Fehldiagnosen durch kreuzreaktive Proteine
Hilft, klinisches Risiko einzuschätzen (mild vs. schwer)
Was ist der Vorteil der komponentenbasierten Diagnostik?
Analyse einzelner Allergenkomponenten statt Ganzextrakt
Erkennt, ob Sensibilisierung durch stabile Proteine (LTP, Tropomyosin) oder labile Proteine (PR-10) verursacht wird
Hilft, therapeutische Entscheidungen zu treffen
n Patient hat IgE gegen Bet v 1 und LTP. Was sagt das über die Reaktion aus?
Bet v 1 → wahrscheinlich milde orale Symptome
LTP → Risiko für schwere systemische Reaktionen
Differenzierung ermöglicht angepasste Beratung und Therapie
Messprinzip IgE-Antikköper Diagnostik
Allergen an Festphase gebunden
Spezifische IgE-Antikörper des Patieten binden an das Allergen
Floureszenz-makrtiete Anti-IgE-Antikörper binden
Material IgE-Antikörper Diagnostik
Serum oder Plasma (EDTA oder Heparin) Ergebnis in der Regel 24 Stunden nach Proben ingang wenn das Allergen vorätig ist.
Bewertung Gesamt-IgE
Ein normales Gesamt-IgE schließt eine Allergie nicht aus.
Was versteht man unter Gesamt-IgE?
Gesamt-IgE bezeichnet die Summe aller IgE-Antikörper im Blut, unabhängig davon, gegen welches Allergen sie gerichtet sind.
Welche Normalwerte gelten für Gesamt-IgE im Serum?
Erwachsene: ca. 0–100 kU/L
Kinder: Werte können altersabhängig höher sein
Hinweis: Referenzwerte variieren je nach Labor.
Wie wird Gesamt-IgE gemessen?
Meist mittels Immunoassay (z. B. ELISA, ImmunoCAP)
Quantitativer Nachweis in kU/L
Was sagt ein erhöhter Gesamt-IgE-Wert aus?
Hinweis auf allergische Sensibilisierung, aber nicht spezifisch
Kann auch bei Parasitenbefall, bestimmten Immunerkrankungen oder atopischer Veranlagung erhöht sein
Niedrige Werte schließen Allergie nicht vollständig aus
Was ist spezifisches IgE?
IgE-Antikörper, die gezielt gegen ein bestimmtes Allergen gerichtet sind (z. B. Birkenpollen, Hausstaubmilben, Nüsse).
Wie wird spezifisches IgE gemessen?
Immunoassay (z. B. ImmunoCAP)
Möglichkeit: Komponentenbasierte Diagnostik (Analyse einzelner Allergenbestandteile)
Wie werden spezifische IgE-Werte interpretiert?
Klassische Skala (kU/L):
0 = <0,35 → negativ
1 = 0,35–0,7 → niedrig positiv
2 = 0,7–3,5 → mäßig positiv
3 = 3,5–17,5 → deutlich positiv
4 = 17,5–50 → hoch positiv
5 = 50–100 → sehr hoch
6 = >100 → extrem hoch
Wichtig: klinische Symptome immer berücksichtigen
Wann wird spezifisches IgE gemessen?
Bei Verdacht auf Allergie (Heuschnupfen, Asthma, Nahrungsmittelallergien)
Bei unklaren Symptomen trotz normalem Gesamt-IgE
Zur Risikoabschätzung bei bekannten Allergien
as ist der Unterschied zwischen Gesamt-IgE und spezifischem IgE?
Gesamt-IgE: Summe aller IgE-Antikörper, unspezifisch
Spezifisches IgE: IgE gegen ein bestimmtes Allergen, klinisch relevanter
Warum reicht Gesamt-IgE allein nicht für die Diagnose einer Allergie?
Sensibilisierung kann vorhanden sein, ohne Symptome
Bestätigung eines Allergens durch spezifisches IgE notwendig
Kombination von Anamnese, klinischem Bild und Laborwerten ist entscheidend
Was ist der Unterschied zwischen Sensibilisierung und klinischer Allergie?
Sensibilisierung: Nachweis von spezifischem IgE im Labor
Klinische Allergie: Auftreten von Symptomen beim Kontakt mit dem Allergen
Laborbefunde müssen immer im klinischen Kontext bewertet werden
Welche Stoffe können Allergene sein?
Zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel wie Nüsse.
Welche Organe sind häufig von Allergien betroffen?
Antwort: Haut, Atemwege und Magen-Darm-Trakt.
Was passiert bei der Sensibilisierung?
Beim ersten Kontakt mit dem Allergen bildet der Körper Antikörper (oft IgE), ohne dass Symptome auftreten.
Frage: Was passiert beim Zweitkontakt mit dem Allergen?
Das Allergen bindet an Antikörper → Immunreaktion wird ausgelöst → Symptome treten auf.
Wie werden Allergien nach Coombs und Gell eingeteilt?
In vier Typen: Typ I, Typ II, Typ III und Typ IV.
Was kennzeichnet den Typ I (Soforttyp)?
gE-vermittelte Reaktion mit Histaminfreisetzung aus Mastzellen, die innerhalb von Sekunden bis Minuten auftritt.
Nenne Beispiele für Typ I Reaktionen.
Heuschnupfen, Asthma bronchiale und Anaphylaxie.
Was kennzeichnet den Typ II (zytotoxischer Typ)?
Antikörper (IgG/IgM) richten sich gegen Zelloberflächen und führen zur Zerstörung von Zellen.
Nenne Beispiele für Typ II Reaktionen.
Blutgruppenunverträglichkeit und Autoimmunhämolyse.
as kennzeichnet den Typ III (Immunkomplex-Typ)?
Antigen-Antikörper-Komplexe lagern sich im Gewebe ab und verursachen Entzündungen.
Frage: Nenne Beispiele für Typ III Reaktionen.
Serumkrankheit und Lupus erythematodes.
Was kennzeichnet den Typ IV (Spättyp)?
T-Zell-vermittelte Reaktion ohne Antikörper, die verzögert (24–72 Stunden) auftritt.
Nenne Beispiele für Typ IV Reaktionen.
Antwort: Kontaktdermatitis (z. B. Nickelallergie) und Tuberkulinreaktion.
Welche Merkhilfe gibt es für die vier Typen?
Antwort:
„ACID“:A = Typ I (Allergy)
,C = Typ II (Cytotoxic),I = Typ II
I (Immune complex)
,D = Typ IV (Delayed).
Was ist das Ziel der Allergiediagnostik im Labor?
Der Nachweis einer Sensibilisierung gegenüber bestimmten Allergenen und die Unterstützung der klinischen Diagnose.
Welche zwei Hauptarten der Allergiediagnostik gibt es?
In-vivo-Tests (am Patienten, z. B. Hauttests) und In-vitro-Tests (im Labor, z. B. Blutuntersuchungen).
Frage: Was wird bei In-vitro-Allergietests im Blut gemessen?
pezifische Antikörper, vor allem IgE gegen bestimmte Allergene.
Was bedeutet „spezifisches IgE“?
IgE-Antikörper, die gezielt gegen ein bestimmtes Allergen gerichtet sind.
Was ist Gesamt-IgE und welche Aussage hat es?
Die Gesamtmenge an IgE im Blut; erhöht bei Allergien, aber unspezifisch.
Was ist der Unterschied zwischen Gesamt-IgE und spezifischem IgE?
Gesamt-IgE zeigt nur die allgemeine IgE-Menge, spezifisches IgE zeigt die Reaktion auf ein bestimmtes Allergen.
Frage: Was ist der RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test)?
Antwort: Ein älteres Laborverfahren zum Nachweis von spezifischem IgE gegen Allergene.
Frage: Welche modernen Alternativen gibt es zum RAST-Test?
Antwort: Immunoassays wie ELISA oder andere automatisierte IgE-Testverfahren.
Was ist ein Immunoassay in der Allergiediagnostik?
Ein Labortest, bei dem Antigen-Antikörper-Reaktionen genutzt werden, um spezifisches IgE nachzuweisen.
Was bedeutet Sensibilisierung im Laborbefund?
Nachweis von spezifischem IgE ohne zwingend vorhandene klinische Symptome.
Warum ist der Laborbefund allein nicht ausreichend für die Diagnose einer Allergie?
Weil eine Sensibilisierung nicht immer mit einer klinischen Allergie gleichzusetzen ist.
Was sind typische zusätzliche Parameter in der Allergiediagnostik?
Eosinophile Granulozyten und Entzündungsmarker.
Welche Rolle spielen Eosinophile bei Allergien?
Sie sind häufig bei allergischen Reaktionen erhöht und weisen auf eine allergische Entzündung hin.
Frage: Was ist die komponentenbasierte Diagnostik?
: Ein Verfahren, bei dem spezifische Einzelbestandteile eines Allergens analysiert werden.
Welchen Vorteil hat die komponentenbasierte Diagnostik?
Genauere Risikoabschätzung und Unterscheidung zwischen echten Allergien und Kreuzreaktionen.
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