kennt und beschreibt die medizinisch- pflegerischen Diagnostikmöglichkeiten bei Menschen mit Erkrankungen der Nieren und harnableitenden Systeme
1. Medizinisch-pflegerische Diagnostikmöglichkeiten
Anamnese (Patientengespräch: Beschwerden, Trinkverhalten, Schmerzen)
Körperliche Beobachtung (Ödeme, Hautfarbe, Urinmenge)
Laboruntersuchungen (Urin, Blut – z. B. Kreatinin, Harnstoff)
Bildgebung (Ultraschall, CT, MRT)
Endoskopie (z. B. Blasenspiegelung)
Die medizinische Diagnostik macht der Arzt.
Dazu gehören Blut- und Urinuntersuchungen.
Im Blut schaut man zum Beispiel auf Kreatinin, um die Nierenfunktion zu beurteilen.
Im Urin achtet man auf Eiweiß, Blut oder Bakterien.
Außerdem gibt es bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT, um die Nieren anzuschauen.
Weitere Untersuchungen sind zum Beispiel die Blasenspiegelung oder eine Nierenbiopsie.
Die pflegerische Diagnostik macht die Pflege.
Dabei beobachten wir den Patienten genau.
Wir achten auf die Urinmenge, die Farbe und den Geruch des Urins sowie auf Schmerzen oder Schwellungen.
Wichtig ist auch die Flüssigkeitsbilanz, das Gewicht und der Blutdruck.
Außerdem führen wir Gespräche mit dem Patienten und helfen bei Untersuchungen.
Zusammengefasst:
Der Arzt untersucht mit Geräten und Labor, und die Pflege beobachtet, misst und erkennt Veränderungen früh.“
Kennt und beschreibt die Leitbeschwerden der Anamnese und Patientenbeobachtung
Typische Beschwerden:
Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
Häufiges Wasserlassen (Pollakisurie)
Blut im Urin (Hämaturie)
Inkontinenz
Verminderte Urinmenge (Oligurie)
Ödeme (z. B. Beine)
Müdigkeit (bei Niereninsuffizienz)
„Typische Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen, Blut im Urin, Inkontinenz, wenig Urin, Ödeme und Müdigkeit.“
Schmerzen beim Wasserlassen, das nennt man Dysurie.
Häufiges Wasserlassen, also Pollakisurie.
Blut im Urin, das nennt man Hämaturie.
Außerdem kann es zu Inkontinenz kommen, also ungewolltem Urinverlust.
Eine verminderte Urinmenge nennt man Oligurie.
Auch Ödeme, zum Beispiel an den Beinen, können auftreten.
Und bei einer Niereninsuffizienz fühlen sich die Patienten oft müde.“
Die Lernenden sind in der Lage, eine Mittelstrahlharnprobe unter Einhaltung der hygienischen Richtlinien fachgerecht zu gewinnen sowie Patientinnen verständlich, strukturiert und situationsgerecht zur korrekten Durchführung anzuleiten, um eine kontaminationsfreie und diagnostisch verwertbare Urinprobe sicherzustellen + kann die Indikationen fachlich begründen
Mittelstrahlharnprobe – Durchführung, Anleitung & Indikationen
1. Ziel der Mittelstrahlharnprobe
Gewinnung einer keimarmen Urinprobe
Vermeidung von Verunreinigung (Kontamination) durch Hautkeime
👉 Wichtig für eine zuverlässige Diagnostik
2. Hygienische Durchführung (fachgerecht)
Vorbereitung:Händedesinfektion,Handschuhe anziehen,Steriles Uringefäß vorbereiten,Patient informieren
Durchführung:Intimbereich reinigen (vor allem bei Frauen wichtig: von vorne nach hinten)
Erste Urinportion in die Toilette lassen
Mittelstrahl in steriles Gefäß auffangen (ohne Rand zu berühren!)
Rest wieder in die Toilette
Nachbereitung:
Gefäß verschließen
Beschriften (Name, Datum, Uhrzeit)
Rasch ins Labor bringen
3. Anleitung der Patientin (verständlich & strukturiert)
👉 Wichtig: einfach erklären und ggf. vormachen
Beispiel-Anleitung:
„Waschen Sie bitte zuerst den Intimbereich.“
„Lassen Sie den ersten Urin in die Toilette laufen.“
„Dann fangen Sie den mittleren Teil im Becher auf.“
„Achten Sie darauf, den Becher innen nicht zu berühren.“
👉 Bei Bedarf:
Unterstützung anbieten (z. B. bei älteren oder eingeschränkten Patientinnen)
Intimsphäre wahren!
4. Indikationen (Begründung)
Eine Mittelstrahlharnprobe wird benötigt bei:
Verdacht auf Harnwegsinfektion
Kontrolle von Nieren- oder Blasenerkrankungen
Nachweis von Bakterien im Urin (Urinkultur)
Auffälligem Harnstreifentest
Symptomen wie:
Brennen beim Wasserlassen
Häufiger Harndrang
Trüber oder übelriechender Urin
👉 Begründung:
Nur eine saubere, nicht kontaminierte Probe liefert verlässliche Ergebnisse → richtige Therapie möglich
5. Häufige Fehler vermeiden
Kein vorheriges Reinigen
Erste Urinportion wird nicht verworfen
Gefäß innen berühren
Probe steht zu lange (Keimvermehrung!)
Beschreiben Sie die verschiedenen Möglichkeiten der Harnuntersuchung (z. B. Harnstreifentest und Uricult), einschließlich der Vorbereitung, der korrekten Durchführung und der Nachsorge, und erklären Sie, wofür diese Untersuchungen verwendet werden.“
1. Harnstreifentest (Urinteststreifen)
Zweck:
Schnelle Orientierung über den Gesundheitszustand
Nachweis von:
Eiweiß → Hinweis auf Nierenschädigung
Blut → z. B. Infektion oder Steine
Glukose → Diabetes
Leukozyten/Nitrit → Infektion
Vorbereitung:
Frische Urinprobe (idealerweise Mittelstrahlharn)
Handschuhe anziehen
Teststreifen bereitlegen
Durchführung:
Teststreifen kurz in den Urin eintauchen
Überschüssigen Urin abstreifen
Reaktionszeit abwarten (je nach Test)
Farben mit Skala vergleichen
Nachsorge:
Ergebnis dokumentieren
Auffälligkeiten weiterleiten
Material fachgerecht entsorgen
„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Urin zu untersuchen, zum Beispiel den Harnstreifentest und den Uricult.
Der Harnstreifentest ist ein schneller Teststreifen.
Er wird in den Urin gehalten und zeigt zum Beispiel Eiweiß, Blut, Zucker oder Bakterien an.
Der Uricult wird verwendet, um Bakterien genauer nachzuweisen.
Dabei wird ein Nährboden in den Urin getaucht und anschließend im Brutschrank gelagert.
So kann man sehen, welche Bakterien wachsen.“
⚙️ Vorbereitung
Patient informieren
Sterilen Becher bereitstellen
Intimbereich reinigen (Hygiene!)
Mittelstrahlurin gewinnen
🧪 Durchführung
Harnstreifentest:
Teststreifen kurz in Urin tauchen
Herausnehmen und warten
Uricult:
Nährboden in Urin tauchen
Überschüssigen Urin abtropfen lassen
In Behälter geben und inkubieren
🧼 Nachsorge
Probe beschriften
Hygienisch entsorgen
Hände desinfizieren
🎯 Wozu wird das gemacht?
Harnwegsinfektion erkennen
Nierenprobleme feststellen
Zucker im Urin (z. B. Diabetes)
Blut im Urin erkennen
„Was gehört alles zur Ein- und Ausfuhr bei einer 24-Stunden-Bilanz und warum ist sie wichtig?“
„Eine 24-Stunden-Flüssigkeitsbilanz bedeutet, dass ich alles aufschreibe, was der Patient innerhalb von 24 Stunden zu sich nimmt und ausscheidet.
Zur Einfuhr gehören zum Beispiel Getränke, Suppe oder Infusionen.
Zur Ausfuhr gehören Urin, Erbrechen oder Durchfall.
Ich sammle alle Mengen über 24 Stunden und schreibe sie auf.
Auch nicht messbare Verluste berücksichtige ich, zum Beispiel Schwitzen oder Atmung.
Am Ende vergleiche ich Einfuhr und Ausfuhr.
So kann ich sehen, ob der Patient zu viel oder zu wenig Flüssigkeit hat.“
Kennt und beschreibt die diversen bildgebenden Diagnostikmöglichkeiten inklusive der Endoskopien
„Bildgebung sind Ultraschall, CT und MRT.
Damit sieht man die Nieren.
Bei der Endoskopie schaut man mit einer Kamera direkt in die Blase.“
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