3 Stadien der pränatalen Entwicklung
1. Stadium: Zygote
von der Befruchtung bis zur Einnistung (2 Wochen)
Schnelle Zellteilung: tägliche Verdopplung der Anzahl der Zellen
2. Stadium: Embryo 3. Bis 8. Woche
Entwicklung von Organen und Systemen
größte Gefährdung für organische Defekte
rasche Gehirnentwicklung
Spontanbewegungen
3. Stadium: Fetus ab 9. Woche
9 Wochen: alle inneren Organe ausgebildet, Geschlechtsdifferenzierung hat begonnen.
11-12 Wochen: Arme, Beine, Finger Geschlechtsorgane, einige Reflexe (Greifen, Schlucken, Saugen) sichtbar
Beobachtungen beim Fetus
Sensorisches Erleben
Hören: Ab 6. Monat Reaktion auf Geräusche, Änderungen in Bewegung und Pulsfrequenz z.B. auf Stimme der Mutter.
Sehen: Hinweise auf fetale Reaktion, wenn helles Licht direkt auf die Haut des mütterlichen Bauchs scheint.
Ansätze von Lernen und Gedächtnis
kurzfristiges Wiedererkennen von akustischen Reizen bereits im dritten Schwangerschaftsdrittel
Wahrnehmen -> Speichern -> unbewusstes Wahrnehmen
Risikofaktoren der vorgeburtlichen Entwicklung
Solche schädigende Einflussfaktoren, die bereits pränatal die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen können, nennt man Teratogene. Dazu zählen u.a.:
Alkohol und Drogen,
Rauchen,
spezifische Medikamente,
Umweltgifte und Strahlenschäden,
Infektionskrankheiten der Mutter.
Auswirkungen der Risikofaktoren hängen ab von:
Dauer und Stärke der Einwirkung von Teratogenen
Alter des Embryos / Fötus zur Zeit der Einwirkung
Anzahl gleichzeitig wirkender Risikofaktoren
Sensible Phasen der pränatalen Entwicklung
Auswirkungen einiger Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft
Nikotin und Schwangerschaft
Verlangsamtes Wachstum des Fötus, niedrigeres Geburtsgewicht,erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten, verändert die DNA von Kindern im Mutterleib, Atemprobleme
Fatale Alkoholspektrum - Störungen FASD
Alle Formen von Schäden an Kindern, die durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft verursacht wurden.
FASD Störungsformen
Fetales Alkohol-Syndrom (FAS)
Klinisches Vollbild der FASD
Fetale Alkohol Effekte (FAE)
Alcohol Related Neurodevelopmental Disorders (ARND)
Nur zentrales Nervensystem bzw Funktionen beeinträchtigt
Von viel zu wenig
FASD Auffälligkeiten
Wachstumsauffälligkeiten
Faciale Auffälligkeiten
ZNS Auffälligkeiten
Bestätigte oder nicht bestätigte intrauterine Alkohol-Exposition
Diagnose Merkmale
Übersicht FASD - Ausprägungen
Sekundäre Störungen bei FAS und FAE
Fazit für die Praxis
Alkohol und Nikotin in der Schwangerschaft haben dramatische Konsequenzen mit irreversiblen Schäden.
Nur der Verzicht auf Alkohol und Rauchen gibt Sicherheit für das Ausbleiben alkohol- und nikotinbedingter Effekte.
Präventivmaßnahmen sind die einzige Chance zur Verhinderung des Auftretens dieser Schädigungen.
Risikopatientinnen sollten frühzeitig erkannt und unterstützt werden.
Kinder mit entsprechenden Störungen (insbes. FASD) sollten frühzeitig erkannt und gefördert werden
Allgemeine Risikofaktoren der Entwicklung
Wustmann
kindbezogene Faktoren
prä-, peri, postnatale Faktoren
genetische Faktoren
chronische Erkrankungen
neuropsychologische Defizite
schwieriges Temperament
unsichere Bindung
Geringe kognitive Fertigkeiten
geringe Selbstregulation
familiäre / soziale Faktoren
Armut, geringer SÖS
aversives Wohnumfeld
familiäre Disharmonie
Alkohol-/Drogenkonsum der E.
psychische Erkrankung der E.
Delinquenz/Kriminalität der E.
niedriges Bildungsniveau der E.
alleinerziehender Elternteil
Erziehungsdefizite
frühe Elternschaft (vor 18. Lj)
Wann beeinflussen Risikofaktoren die Entwicklung?
erhöhte Vulnerabilität des Kindes in besonderen Lebensphasen
Häufung von Risikofaktoren (Kumulation)
Dauer und Kontinuität der Risikofaktoren
eigene Bewertung der Risikofaktoren
Risikomildernde Faktoren im Kindes- und Jugendalter
Einflussfaktoren auf die Entstehung von Störungen
Nicht die Anzahl an Risikofaktoren ist der entscheidende Faktor in der Vorhersage des Entwicklungsverlaufs, sondern die Relation von risikoerhöhenden und risikomildernden Bedingungen.
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