Zweck der ZPO
Schutz und Durchsetzung subjektiver Rechte
-> friedensstiftende Wirkung, Sicherung der Rechtseinheit
Verhältnis zum materiellen Recht: soll zur Verwirklichung des materiellen Rechts beitragen
Hintergrund:
Selbsthilfe ist generell verboten, weshalb der Staat als Ausgleich eine Möglichkeit zur Durchsetzung der Rechte des Bürgers anbieten (Staatliches Gewaltmonopol)
Wann ist eine Klage Anhällig?
…wenn die Klage beim Gericht eingegangen ist
Wann ist eine Klage Rechtshänig?
…wenn sie beim Angeklagten eingegangen ist
Kann man sich vor dem Gericht selbst vertreten? (Klageschriften etc.)
Bis vors Amtsgericht ja, danach nicht mehr.
Erstellen sie ein Fließschema zum Ablauf eines gerichtlichen Verfahrens einer Klage und der Verhandlung
Wie viele Richter gibt es auf welcher Ebene? (AG, LG, OLG, BGH)
AG: 1 Richter
LG 1-3 Richter (Kammer)
OLG: 3 Richter (Senat)
BGH: 5 Richter (Senat)
-> Schöffen nur bei StR, außer bei Handelssachen
Welche Möglichkeit hat man bei einem Befangenen Richter?
-> Unterbrechung der Sitzung zum stellen eines unaufschiebbaren Antrag
Befangenheitsantrag
Entschieden vom Gericht, bei dem geklagt wird (AG hat nur einen Richter, weshalb gem. §55 II ZPO bei Ablehnung ein anderes AG entscheidet)
Was ist der Unterschied zwischen einer Einrede und einer Einwendung
Vor Gericht:
Einrede muss berufen werden, um berücksichtigt werden
Einwendung wird von Amts wegen berücksichtigt
In welchem Verhältnis stehen die Geschäftsstelle und die Richter zueinander?
Beide sind per se unabhängig, die Geschäftsstelle ist nicht weisungsgebunden von den Richtern.
Geschäftsstelle (§153 GVG)
Warum ist die Zuständigkeit bestimmt?
präventiv Befangenheit zu verhindern
Grundsatz des gesetzlichen Richters Art. 101 I S. 2 GG
“Niemand darf seinem gesetzlichen Richer entzogen werden“ - muss abstrakt vorbestimmt sein
Wie prüft man die Zuständigkeit?
Was gibt es zu der Deutschen Gerichtsbarkeit zu wissen?
Deutsche Gerichtsbarkeit:
❌ nicht anwendbar nach §§18,19,20 GVG bei; Diplomaten, Konsularen
❌ Staat wenn er hoheitlich handelt
✅ Staat, wenn er Privatrechtlich handelt
Wann wird die Internationale Zuständigkeit relevant und was sind die relevanten Normen?
Internationale Zuständigkeit
relevant, soweit Auslandsbezug
§4ff EuGVVO: EU-Land Wohnsitz
Brüssel 1A Verordnung: anwendbar bei Wohnsitz in Hoheitsgebiet eines Landes-> Klageort
Art. 18 II Brüs1AV: Verbraucher
§12 ff. ZPO: örtliche und internationale Zuständigkeit
Wer kann eine Gerichtsstandsvereinbarung eingehen?
✅Unternehmer ja, diesem wird kein großes Schutzinteresse zugeschrieben
❌ Verbraucher nicht (zumindest vor Klage), da großes Schutzinteresse und Möglichkeit der Eingehung ohne sich den Auswirkungen bekannt zu sein
-> §38 ZPO
Nach welcher Norm richtet sich die Rechtswegszuständigkeit?
§13 GVG
Entscheidungszuständigkeit im Hinblick auf die 5 Gerichtsbarkeiten
Was macht ein Gericht, bei einer Klage, für die sie nicht zuständig ist?
Verweist an das zuständige Gericht
Wie bestimmt man die Sachliche Zuständigkeit?
Verteilung erstinstanzliche Zuständigkeit
§1 ZPO iVm. §§23, 71 GVG
Der Streitwert wurde erhöht, da durch Inflation immer höhere Streitwerte zustande kamen und das AG immer weniger Fälle hatte.
Zum Ausgleich wurde der Wert auf 10 K erhöht
-> bei uneindeutigen Streitwert: §2ff ZPO
Wie bestimmt man die örtliche Zuständigkeit eines Gerichts?
§§12ff ZPO
Zuständigkeit §12 ZPO
Zuständigkeit des allg. Gerichtsstands, wenn kein ausschließlicher
a. Allgemeiner Gerichtsstand
= wird durch den Wohnsitz bestimmt §12,13 ZPO iVm. §7 I BGB bzw durch dessen Sitz (§12, 17 I ZPO)
“Kläger muss zum beklagten“
b. besonderer Gerichtsstand (Kläger kann wählen)
§32 ZPO unerlaubte Handlungen
§29 ZPO Erfüllungsort bei Verträgen (269 BGB)
Wie wird mit mehreren Ansprüchen umgegangen?
➡️ der Wert wird addiert
❗️ §5 GVG
Welche 3 örtlichen Zuständigkeiten gibt es?
Allgemeiner Gerichtsstand:
§12,13,17 ZPO
= Wohnsitz des Beklagten
Ausschließlicher Gerichtsstand
insbesondere §§24 ZPO: dingliche Klage, 29a ZPO Mieträume
Nur dieser Gerichtsstand! Keine Wahlmöglichkeit
Besonderer Gerichtstsand
insbesondere
§ 21 ZPO Niederlassung
§23 ZPO Vermögen
§27 ZPO Erbschaft
§29 ZPO Erfüllungsort
§32 ZPO unerlaubte Handlung
Wahlrecht zwischen diesem und dem allgemeinen Gerichtsstand
Wie prüft man die Zuständigkeiten eines Gerichts?
I. Sachliche Zuständigkeit §23 Nr. 1, §71 GVG
welches Gericht ist zuständig?
Streitwert über 10K Landesgericht, darunter Amtsgericht
§23 Nr. 2a GVG
Ausnahme: Wohnraummietverhältnis -
II. Örtliche Zuständigkeit
Allgemeiner Gerichtsstand §12,13 ZPO
Wohnsitz des Beklagten zum Zeitpunkt der Klageerhebung
§29a ZPO: Ort des Wohnraums
Was ist die Parteifähigkeit?
…Fähigkeit einer Person, im Prozess Kläger oder Beklagter zu sein
§ 50 ZPO (generell)
§56 ZPO: Parteifähigkeit wird von Amtswegen ermittelt
Sachurteils- und Prozesshandlungsvoraussetzung
Beispiel:
Kinder (+)
Gesellschaften Bürgerlichen Rechts (+)
Erbgesellschaften (-) ➡️ müssten einzeln Klagen
Was ist die Prozessfähigkeit?
…Fähigkeit einer Partei, vor Gericht zu stehen
§ 51 ZPO: Vetretung nach BGB (1626,1629 BGB)
§ 52 ZPO Prozessfähigkeit = wer durch Verträge binden kann (geschäftsfähig)
Was ist die Prozessführungsbefugnis?
….Befugnis einer Partei, über ein Recht im eigenen Namen einen Rechtsstreit zu führen
(probl. bei Prozessstandschaft = Geltendmachung eines fremden Rechts im eigenen Namen)
Sachurteilsvoraussetzung (in Zulässigkeit prüfen)
Postulationsfähigkeit
…Fähigkeit, Prozesshandlungen wirksam vorzunehmen (ab Landgericht: Anwaltszwang)
§§ 78 f. ZPO
§79 S. 2 ZPO: Vertretung nur durch bestimmte
§§80,91,92 ZPO: Vollmacht, Umfang
• Prozesshandlungsvoraussetzung - ansonsten Unfähig und Verhalten ist unwirksam
AG: Parteienprozess
LG: Anwaltsprozess
BGH: BGH Anwalt
spezielle Zulassung - Singularzulassung (nur sie dürfen Revisionen zum BGH erheben)
Welche Prozesstandschaften gibt es?
Was besagt der “Dispositionsgrundsatz“?
Dispositionsgrundsatz:
Gericht darf nur über das entscheiden, was von den Parteien vorgetragen wird (§398 ZPO)
-> Parteien “verfügen“ über den Streitgegenstand und die Verfahrensweise + Umfang (durch Klage/ Klageerwiderung)
Was besagt der “Verhandlungsgrundsatz/ Vorbringungsgrundsatz”?
Parteien selbst für die Darlegung und Beweisführung ihrer Ansprüche und Einwendungen verantwortlich sind
-> Gericht hat keine Amtsermittlungspflicht (§128 I ZPO)
Was besagt der Mündlichkeitsgrundsatz?
Verhandlung vor dem erkennenden Richter müssen mündlich stattfinden (§ 128 II ZPO)
Schrifsätze etc können schriftlich vorgelegt werden, müssen aber mündlich besprochen werden
was besagt der “Unmittelbarkeitsgrundsatz”
Gericht seine Entscheidung auf Grundlage der unmittelbar vor ihm durchgeführten Beweisaufnahme treffen muss (§ 355 ZPO)
was besagt der “Öffentlichkeitsgrundsatz”
Verhandlung und die Verkündung der Entscheidung grundsätzlich öffentlich sind (§§ 169, 173 GVG)
Ausnahmen möglich:
Zum Schutz der Privatsphäre
öffentliche Sicherheit und Ordnung (§ 174 GVG)
-> Öffentlichkeit ermöglicht die Kontrolle der Justiz durch die Bürger und stärkt das Vertrauen in die Rechtsprechung
was besagt der Grundsatz des “Rechtlichen Gehörs”?
jede Partei muss Möglichkeit haben, sich zu Äußern
Das Gericht muss diese zur Kenntnis nehmen und berücksichtigen
(zu für Entscheidung maßgeblichen Sachverhalten und rechtlichen Gesichtspunkten)
Verfahrensrecht aus Art. 103 Abs. 1 GG abgeleitet
Was besagt der “Beschleunigungsgrundsatz”?
Verfahrensbeteiligte (besonders das Gericht) muss alles tun, um rasche und effiziente Durchführung des Verfahrens zu gewährleisten
-> zügige Terminierung von Verhandlungen, Verfahrensverzögerungen verhindern
Was sind die Grenzen der Hinweispflicht? Was ist erlaubt, was nicht?
§139 ZPO
erlaubt:
auf eine prozessuale Pflicht hinweisen
unerlaubt:
neue Prozessziele nie
Hinweise auf eine Einrede bspl. Verjährung (Einwendungen werden eh berücksichtigt)
Gibt es Möglichkeiten eine Zuständigkeit abzuändern?
Gerichtsstandsvereinbarung §§38, 40 ZPO
= Prorogation
Parteien vereinbaren einen Gerichtsstand
Vorraussetzungen:
„Prorogationsfähiger“ Personenkreis
= Kaufleute, juristische Personen des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliche Sondervermögen sind
“bestimmten Rechtsverhältnisses”
Keine Unzulässigkeit nach § 40 Abs. 2 ZPO
Rügelose Einlassung §39 ZPO
erlangen Zuständigkeit durch nicht Rügen der Unzuständigkeit
P! Hotelzimmer als Wohnraum?
Enthält Schwerpunktmäßig Elemente eines Mietvertrags
Wohnraum= gewisse Dauer, Lebensmittelpunkt (549 BGB)
Hotelzimmer vorübergehend vermietet
Was sind doppelrelevante Tatsachen und wie geht man mit ihnen um?
doppelrelevante Tatsachen:
sowohl für Zulässigkeit und Begründetheit relevant
-> für Zulässigkeit wird Klägerischer Vortrag zugrunde gelegt
P! doppelrelevante Tatsache stellt sich in Begründetheit als nicht gegeben heraus. Wie fortfahren?
Problem: Gericht ist eigentlich nur als “deliktisches Gericht“ zuständig geworden, kann es nun auch vertragliche Ansprüche prüfen?
Alte Rechtsprechung:
(-) Klage muss konsequent abgewiesen werden
kein Gerichtsstand kraft Sachzusammenhangs
sonst würde man durch die Behauptung (die in Zulässigkeit genügt) einen Gerichtstsand erschleichen
neue Rechtssprechung:
(+)
Gericht prüft nach System der ZPO nicht einen einzelnen materiellrechtlichen Anspruch, sondern den Sachverhalt unter allen rechtlichen Gesichtspunkten
sonst Aufspaltung des materiellen Rechts durch unterschiedliche Gerichtstände
2 Prozesse- nicht ökonomisch
Erst-recht- Schluss aus 17 II S.1GVG
Gericht darf hier über rechtswegsfremde Ansprüche entscheiden
entsprechend muss es doch auch solche prüfen, die nur außerhalb der örtlichen Zuständigkeit liegen
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