Buffl

Herzchirurgie

MK
by Max K.

CABG Steckbrief

Indikationen

  • 3-Gefäß-KHK, v.a. mit SYNTAX-Score >22

  • Hauptstammstenose (>50%)

  • 3-Gefäß-KHK + Diabetes mellitus → CABG klar überlegen

  • Kombination mit anderen Eingriffen (Klappenersatz, Aortenchirurgie)

  • Schlechte LV-Funktion (EF <35%) + KHK

  • Technisch nicht PCI-bare Läsionen

Operationstechnik

On-pump (Standard)

  • HLM übernimmt Herz- + Lungenfunktion

  • Herz wird mit Kardioplegie stillgelegt

  • Anastomosen am blutleeren, stillgelegten Herzen

  • Vorteil: Ruhiges OP-Feld, gute Übersicht

Off-pump (OPCAB)

  • Am schlagenden Herzen ohne HLM

  • Stabilisatorsystem hält Anastomosenbereich ruhig

  • Vorteil: Kein HLM-SIRS, weniger Hämodilution, weniger neurologische Komplikationen

  • Nachteil: Technisch anspruchsvoller, schlechtere Anastomosenqualität bei Unerfahrenen

  • Indikation: Kalzifizierte Aorta, schlechte Lungenfunktion, hohes SIRS-Risiko

Minimal-invasiv (MIDCAB / TECAB)

  • Kleiner linksseitiger Schnitt oder roboterassistiert

  • Meist nur LIMA auf LAD (1-Gefäß)

  • Zunehmend bei geeigneten Patienten

Anastomosen

Proximal: Conduit wird an Aorta ascendens angenäht (Seit-zu-End) → Ausnahme: LIMA entspringt direkt aus A. subclavia (kein proximaler Anschluss nötig)

Distal: Conduit wird distal der Stenose ans Koronargefäß genäht (End-zu-Seit)

Sequenzielle Bypässe: Ein Conduit versorgt mehrere Koronargefäße hintereinander → spart Conduit-Material

Wichtige perioperative Aspekte

  • ASS perioperativ fortführen (Schutz vor Bypassverschluss)

  • Statine perioperativ fortführen

  • DAPT präoperativ: P2Y12-Hemmer absetzen (Clopidogrel 5d, Prasugrel 7d, Ticagrelor 5d)

  • Postoperativ: ASS lebenslang; bei ACS zusätzlich P2Y12-Hemmer für 12 Monate


CABG-Techniken – Wann welche?

Technik

Zugang

HLM

Indikation

Vorteile

Nachteile / Cave

On-pump CABG (Standard)

Sternotomie

Ja

Mehrgefäß-KHK, komplexe Anatomie, Kombination mit Klappeneingriff, eingeschränkte LV-Funktion

Ruhiges OP-Feld, beste Anastomosenqualität, vollständige Revaskularisation möglich

HLM-SIRS, Hämodilution, neurologische Komplikationen, Hämolyse

Off-pump CABG (OPCAB)

Sternotomie

Nein

Kalzifizierte Aorta (kein Klemmen möglich), schlechte Lungenfunktion, hohes SIRS-Risiko, Niereninsuffizienz

Kein HLM → weniger SIRS, weniger Hämodilution, weniger Nierenschaden, weniger Schlaganfall

Technisch anspruchsvoll, schlechtere Anastomosenqualität bei Unerfahrenen, unvollständige Revaskularisation möglich

MIDCAB (minimal-invasiv direkt)

Kleine linksseitige Thorakotomie

Nein

1-Gefäß-KHK (LIMA auf LAD), junger Patient, elektiv, isolierte LAD-Stenose

Kleiner Schnitt, schnelle Erholung, kein Sternum durchtrennt

Nur 1–2 Gefäße versorgbar, eingeschränkte Sicht, technisch schwierig

TECAB (roboter-assistiert)

3–4 kleine Ports

Nein (oder Ja)

Isolierte LAD-Stenose, elektiv, geeignete Anatomie, erfahrenes Zentrum

Minimalstes Trauma, beste Kosmetik, schnellste Erholung

Sehr teuer, nur wenige Zentren, langer Lerneffekt, nur 1–2 Gefäße, strenge Patientenselektion

Hybrid-Revaskularisation

MIDCAB + PCI kombiniert

Nein

Mehrgefäß-KHK + nicht-LAD-Stenosen PCI-geeignet, hohe Komorbidität, Patient lehnt Sternotomie ab

LIMA auf LAD (bester Langzeitbypass) + PCI der Nicht-LAD-Gefäße → beste Kombination

Zwei Eingriffe, DAPT-Management komplex, nicht überall verfügbar


Author

Max K.

Information

Last changed