Das Supply Chain Management entwickelte sich weiter auf Basis technischer sowie logistischer Fähigkeiten in Unternehmen. Nennen Sie je drei typische Merkmale für die Logistik und das SCM. Was sind die Unterschiede?
Logistik ➔ TULIK (Transportieren + Umschlagen + Lagern + Identifizieren + Kommissionieren) allgemeine Fähigkeiten ➔ Aufgaben unternehmensintern bzw. ggü. Kunde und Lieferant ➔ Querschnittsfunktion innerhalb des Unternehmens Supply Chain Management ➔ Aufgaben sind unternehmensübergreifend (vernetzt) ➔ Denken in Flüssen ➔ Denken in Prozessen
In Unternehmen bestehen regelmäßig Zielkonflikte zwischen den verantwortlichen Akteuren. Beschreiben Sie drei Zielkonflikte und nutzen Sie hierzu ggf. eine Skizze für den generellen Zusammenhang. Wie lassen sich diese Zielkonflikte auflösen?
Zielkonflikt 1:
Einkauf bestellt in großen Mengen, um Rabattaktionen auszunutzen und um den Transportraum optimal zu füllen versus Lagerhaltung (Bestandsmanagement), es müssen Flächen bereitgestellt und die Waren eingelagert werden. Der Aufwand im Handling steigt.
Zielkonflikt 2:
Vertrieb legt die Varianten nicht fest versus Engineering/Produktion
Zielkonflikt 3:
Große Fertigungslose in der Produktion versus Versand/Distribution mit höheren Lieferzeiten bei bestimmten Produkten Lösung der Zielkonflikte: Ausrichtung am Kundennutzen (Qualität, Menge, Bedarfsprognosen und Weitergabe der Daten) + ständige Steigerung der Prozessqualität (Reserven).
In den Phasen der Entscheidungsfindung hat die Supply Chain Gestaltung eine untergeordnete Rolle, da die Planungsphase der Prognosen keinen Einfluss auf das Supply Chain Controlling hat?
Falsch, Planung der Prognosen gehört zum SC Planning
Ein Prozess besteht aus mindestens zwei Aktivitäten und einer logisch-zeitlichen Verknüpfung. Ein Ausgangs- sowie ein Endzustand müssen nicht definiert sein?
Falsch, In einer Prozessbeschreibung müssen alle Vorgänge eindeutig und vollständig beschrieben sein.
Während der Umsetzung zur Erreichung von Logistikzielen kann es zwischen verschiedenen Bereichen zu Konflikten kommen, bspw. Zwischen Einkauf und Lagerhaltung oder Einkauf und Qualitätsmanagement?
Wahr
Logistikkosten bestehen aus Bestandskosten + Lagerkosten + Transportkosten + Out of Stock bei Fehlmengen?
Falsch, Bestands-/Lager-/Handlings-/Transport-/Steuerungs-/ Systemkosten
Bei der Durchführung und Steuerung einer Supply Chain ist zuerst die Effektivität der unternehmerischen Prozesse von Bedeutung, danach die Effizienz! Es ist hierbei wichtig, die potenziellen Zielkonflikte zu kennen und zu vermeiden?
Ein höherer Bestand kann zu einem höheren Servicegrad führen. Dadurch steigt jedoch der Aufwand im Vertrieb?
Falsch, Der Vertriebsaufwand wird reduziert.
In einer sequentiellen Wertschöpfungskette über 4 Stufen ist mit dem Endkunden ein Servicelevel von 94% vereinbart. Die beteiligten Lieferanten legen eine interne Mindestleistung von je 98,5% fest. Die vertragliche Forderung des Endkunden kann nicht erfüllt werden?
Falsch, Der IST-Servicelevel liegt bei 94,13% und somit passend (0,985^4)
Die Höhe des Sicherheitsbestands kann in Abhängigkeit der WBZ dimensioniert werden. Der Sicherheitsbestand ist umso höher, je länger die WBZ?
Wahr (WBZ=Wiederbeschaffungszeit)
Der Peitschenschlageffekt tritt hauptsächlich bei Produkten mit stark schwankender Nachfrage auf, wenn keine Transparenz zum Point of Sale besteht?
Falsch, Peitschenschlageffekt auch bei konstanter Nachfrage möglich
Der Lagerprozess besteht aus: Warenanlieferung -> Sammeln -> Kommissionieren -> Puffern -> Verteilen?
Falsch, Nach der Kommissionierung erfolgt unmittelbar die Auslieferung
Der Geschäftsführer von NLumA Martin Feldmann hat sich zu den Beratungsergebnissen der studentischen Arbeitsgruppe positiv geäußert. Er bittet Sie nun, diese Ergebnisse als systematische Vorschläge zur Ausrichtung der Supply Chain darzustellen.
Schritte zur Optimierung der Supply Chain bei NLumA: 1. Im Vertrieb ist eine breitere Positionierung in unterschiedlichen Märkten mit einem breiteren Produktsortiment und einer deutlich höheren Individualisierung der Produkte notwendig. Dies kann durch weitere Marken und Vertriebswegen der innovativen Lampen gegenüber neuen Kunden bspw. Möbelhäuser, Messeausstattung, Automobilzulieferer oder Campingbedarfe erfolgen. Hierbei ist die jeweilige „interne WBZ gegenüber der vom Kunden tolerierte Bereitstellungszeit“ zu überprüfen und die Logistikstrategie abzuleiten (siehe Abbildung x-Achse). 2. Im Variantenmanagement ist die Überprüfung unter wirtschaftlichen (ab wann lohnt sich eine bestimmte Variante?) und technischen Maßstäben notwendig. Es ist notwendig, dass Prognosen auf Basis des jeweiligen Endprodukts je Markt erstellt werden. Die Schwankungsintensität (Variationskoeffizient) einer Variante bestimmt auch die Lagerstrategie des Endprodukts (siehe Abbildung y-Achse). 3. Eine Konsolidierung der Prognosen sowie die regelmäßige rollierende Aktualisierung stellt eine gute Eingangsgröße dar für die Steuerung der integrierten Geschäftsprozesse. Mit mathematischen Methoden kann die Prognosegüte je nach Nachfrageverlauf überprüft und für zukünftige Planungen verbessert werden. 4. Verlässliche Prognosen (kleine Abweichungen werden toleriert!) führen zu einem stabilen Produktionsprogramm und einer kostengünstigen Beschaffung (weil durch Bedarf gedeckt). 5. Die Lagerhaltungsstrategien (Make-to-Order, Assembly-to-Order oder Make-toStock) der jeweiligen Produkte können somit gemeinsam aus den Daten des Vertriebs, der Produktion, der Logistik und des Einkaufs bestimmt werden. Dann ziehen alle an einem Strang und die Kennzahlen (Kosten sinken, Kundenorientierung steigt, Wettbewerbsfähigkeit steigt) werden sich allgemein verbessern.
Für die wirtschaftliche Bewertung der geplanten zukünftigen Maßnahmen sollen Berechnungen zum ROI durchgeführt werden. Nutzen Sie hierzu das beigefügte Schema. Es stehen Ihnen folgende Daten zur Verfügung:
Umsatz 3,1 Mio. €
Gesamtkosten 3,6 Mio. €
Anlagevermögen 2,1 Mio. €
Vorräte 0,9 Mio. €
Übriges Umlaufvermögen 0,6 Mio. €
Verlust vor Steuern = 3,1 Mio.-3,6 Mio.=-0,5 Mio. Umsatzrendite = -0,5 Mio. / 3,1 Mio. = -0,161 (→-16,1%) Bilanzsumme = AV + UV = 2,1 Mio. + 1,5 Mio. = 3,6 Mio. Kapitalumschlag = 3,1 Mio. / 3,6 Mio. = 0,86 ROI = UR * KU = -0,161 * 0,86 = -0,139 (→-13,9%)
Nennen Sie acht Kostenblöcke, denen die Kosten im SCM zugeordnet werden können.
Transport, Lager, Bestand, Handling, Verwaltung, Material, Produktion, Steurung und System
Welche Ziele können in einer Gesamt-Supply Chain festgelegt werden und wie können diese jeweils operationalisiert werden? Geben Sie einen Überblick
Wesentliche Abschnitte einer Supply Chain
Die Supply Chain umfasst die Phasen Beschaffung, Produktion und Distribution.
Warum wird bei der Betrachtung der Supply Chain beim Kunden begonnen?
Die gesamte Kette muss auf den zusammengefassten Bedarf der Kunden ausgerichtet werden. Supply Chains entstehen nur, wenn Kunden einen Bedarf an einem Produkt oder einer Dienstleistung haben, weshalb die Kette „rückwärts“ vom Übergabeort am Kunden geplant werden muss. Zudem steht im modernen Verständnis die Nachfragebefriedigung im Vordergrund.
Typischer Zielkonflikt im SCM
Ein häufiger Konflikt besteht zwischen der Qualität und den Kosten: Eine bessere Produktqualität erfordert oft teureres Material, was die Kosten erhöht (konkurrierende Ziele). Ein weiteres Beispiel ist der Trade-off zwischen der Anzahl der Lager und den Kosten: Mehr Standorte erhöhen die Lieferfähigkeit (Servicegrad), führen aber zu höheren Lager- und Bestandskosten.
Optimierungsansätze und Wirkungsweisen
Typische Ansätze sind der Wegfall von Aktivitäten (Zeitersparnis), die Automatisierung (neue Arbeitsteilung Mensch/Maschine), die Parallelisierung (Verkürzung der Gesamtzeit) oder die Verlagerung von Aktivitäten. Ziel ist stets die Verbesserung von Effizienz (die Dinge richtig tun) und Effektivität (die richtigen Dinge tun).
Zusammensetzung des Servicegrads
Lieferfähigkeit: Fähigkeit, Bestellungen sofort aus dem Lager zu bedienen.
Lieferzuverlässigkeit: Einhaltung zugesagter Termine.
Lieferqualität: Vollständigkeit und Unversehrtheit der Lieferung.
Lieferflexibilität: Bewältigung von Änderungen (Menge, Modalitäten). Die Lieferzeit rundet das Bild ab, wird aber nicht in Prozent in den Servicegrad eingerechnet.
Probleme der „letzten Meile“
Die Herausforderungen liegen in den steigenden Kundenanforderungen (z. B. Same-Day-Delivery) und dem geänderten Konsumentenverhalten im E-Commerce. Spezifische Probleme sind die hohe Wahrscheinlichkeit, Kunden nicht anzutreffen (Zweit- oder Drittzustellung nötig), was die Kosten erhöht, während Unternehmen eigentlich Sendungen zur Kostensenkung bündeln wollen.
Kriterien zur Bildung von Warengruppen (logistisch)
äußere Form und Aggregatzustand (Schüttgüter, Flüssigkeiten / Gase, Stückgüter),
Abmessungen (Länge, Breite, Höhe, Durchmesser, Fläche, Volumen, Raumbedarf)
Masse des Einzelstücks bzw. der Sendung, (Gewicht, Dichte, Schwerpunktlage)
Empfindlichkeit (unempfindlich oder empfindlich gegenüber Nässe, hoher / niedriger Temperatur, Erschütterung)
Haltbarkeit (leicht verderblich oder lange lagerfähig)
Gefährlichkeit (explosiv, selbstentzündlich, giftig, ätzend, radioaktiv)
Belastbarkeit / Robustheit (Stapelfähigkeit, Fallhöhe, Krafteinbringungen, Anschlag)
Was sind Logistikdienstleister? Wie können diese bezogen auf das Spektrum der Fähigkeiten unterschieden werden?
Sie stellen die Verbindung zwischen den Akteuren (Lieferanten, Hersteller, Kunden) her. Sie können nach ihrem Leistungsspektrum unterschieden werden (z. B. 2PL, 3PL, 4PL).
Erläutern Sie den Lagernutzungsgrad. Welche Probleme ergeben sich bei deutlicher Über- bzw. Unterschreitung?
Eine deutliche Unterschreitung führt zu Unwirtschaftlichkeit durch hohe Fixkosten pro gelagertem Teil. Eine Überschreitung führt zu Engpässen, bei denen der Materialfluss ins Stocken gerät („Rückstau“), was zusätzliche Suchzeiten oder Umlagerungsaufwand verursacht.
Unterscheiden Sie das PUSH- vom PULL-Prinzip.
Beim Push-Prinzip erfolgt die Produktion oft auf Basis von Prognosen (auf Lager). Beim Pull-Prinzip (z. B. Kanban) löst der konkrete Bedarf des Kunden den Materialfluss aus. Ein klassisches Beispiel ist das „Siemens-U“, bei dem die Auftragserteilung den Prozess startet.
Erklären Sie das Konzept Total Cost of Ownership.
Dieses Konzept betrachtet nicht nur den Einstandspreis, sondern alle anfallenden Kosten über die gesamte Lebensdauer eines Objekts (Anschaffung, Betrieb, Instandhaltung, Entsorgung).
Was trägt Controlling zum Supply Chain Management bei?
Das Controlling bewertet und begleitet alle Phasen (Gestaltung, Planung, Umsetzung, Durchführung) mittels Key Performance Indicators (KPIs). Es dient der Frühaufklärung, Steuerung und Kontrolle der Zielerreichung.
Nennen Sie fünf priorisierte Trends, denen sich Unternehmen hinsichtlich des Supply Chain Managements stellen müssen.
-> Zunahme globaler Produktionsnetzwerke
-> Steigender Kostendruck
-> Die Digitalisierung (z. B. Echtzeit-Tracking, digitaler Zwilling)
-> steigende Kundenanforderungen (z. B. Individualisierung)
-> Transparenz in der Wertschöpfungskette
-> Nachfrageschwankungen
-> ökologische Aspekte wie den Umweltschutz
Ziele von SCM
SCM strebt ein Optimum an Arbeitsteilung und Koordination durch ausreichende Informationsversorgung im Supply-Chain-Netzwerk an, um Angebot und Nachfrage möglichst zu synchronisieren.
Zielkategorien
Kostenziele
• Minimale Material- und Prozesskosten
• Minimale Kapitalbindung (Lager, Ware in Arbeit, Debitoren)
• Keine/minimale Verluste entlang der Prozesskette
Terminziele
• Geschwindigkeit = kurze Durchlaufzeiten = weniger Kapitalbindung
• Reaktionsfähigkeit und Flexibilität = Kundenzufriedenheit
• Termintreue entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Qualitätsziele
• Auftragserfüllung (Inhalt, Vollständigkeit, Pünktlichkeit, etc.)
• Erhaltung der Produktqualität (Schutz vor Beschädigung etc.)
Ökoziele
• Minimaler CO2 –Fußabdruck der Wertschöpfungskette
• Maximaler Einsatz erneuerbarer Energien in den Logistikprozessen
• Kompensation unvermeidbarer Treibhausgasemissionen
-> Ziele können in “Konflikt” mitaneinder stehen manchmal
Bullwhip Effekt
Herausforderungen des CRM (Customer Relationship Management)
Persönlicher Kontakt verlagert sich zunehmend von der Ladenfläche an die Haustür der Kunden
u.U. entfällt dieser Kontakt ganz aufgrund von Packstationen bzw. Paketschränken und -boxen
Kunden bewerten Verlässlichkeit der Aussagen über die Lieferung und die Qualität der Waren
Anforderungen der Kunden bzgl. Lieferung können nur berücksichtigt werden, wenn sie zuvor erfasst wurden
-> Aufbau einer auf die Kunden ausgerichteten Prozessstruktur
Logsitikservice Merkmale
Prognosen
Trends - Arten
XYZ-RSU-Analyse
Die RSU-Analyse klassifiziert Produkte nach ihrem Verbrauchsverhalten.
ABC-XYZ Analyse
ABC = Kunde
A-Güter stellen, bezogen auf die beschafften Positionen, einen hohen Wertanteil dar.
B-Güter stellen, bezogen auf die beschafften Positionen, einen mittleren Wertanteil dar.
C-Güter stellen, bezogen auf die beschafften Positionen, einen geringen Wertanteil dar.
X-Gut : gleichartige Verbrauchsstruktur, geringe/gut vorhersehbare Schwankungen , gute Vorhersagbarkeit Abweichung Plan/Ist-Verbrauch
Y-Gut:unregelmäßiger Verbrauch, nicht vorhersehbare Schwankungsimpulse, mittlere Vorhersagbarkeit Abweichung Plan/Ist-Verbrauch
Z-Gut: chaotischer Verbrauch, starke und unregelmäßige Schwankungen, schlechte Vorhersagbarkeit Kombination
ABC-und XYZ-Analyse Anhand der Kombination der Merkmale A, B, C und X, Y, Z können bessere Handlungs-empfehlungen, z. B. bezüglich der Lagerhaltung, abgeleitet werden, als es nur unter Kenntnis eines der Merkmale möglich wäre. So ist bei einem AZ-Gut z. B. auf eine schnelle Lieferbarkeit zu achten, während ein CZ-Gut, so nicht verderblich und mit großem Volumen, mit großem Sicherheitsbestand auf Lager gelegt werden sollte.
Handlungsempfehlungen anhand der ABC-XYZ-Analyse
1) AX-Gut (hoher Wertanteil/gut planbar): geringer Lagerbestand durch genaue Bedarfsplanung. 2) CX-Gut: (geringer Wertanteil/gut planbar): Lager mit geringer Sicherheitsreserve, größerer Lagerbestand i. d. R. nicht schädlich, soweit nicht verderblich oder voluminös.
3) AZ-Gut (hoher Wertanteil/schlecht planbar): ausreichende Sicherheitsreserve unter Inkaufnahme der Opportunitätskosten bilden oder schnelle Nachlieferbarkeit sichern, so dass nur ein geringerer Lagerbestand von Nöten ist.
4) CZ-Gut (geringer Wertanteil/schlecht planbar): hohen Sicherheitsbestand bilden, um unvorhersehbare Schwankungen auszugleichen.
TCO KAtegorien
-> Berücksichtigung von direkten und indirekten Kostenfaktoren
zu erstem Ksten: Transport- und Logistikkosten
2: Aufwendungen zur Organisation der Abnehmer -Lieferanten-Beziehung
3: Abschreibungen und Kapitalkosten
4: Risikokosten
-> Summe aller genannten Kostenelemente = TOTAL COST OF OWNERSHIP
Schlüsselrolle der Lieferanten in der Wertschöpfungskette
Lieferantenmanagement
Kriterien zur Lieferantenbewertung
Was ist die Aufgabe der Distributionslogistik
• Bindeglied zwischen Produktion und Absatz
• Vernetzt zwei oder mehrere Unternehmen
• Berücksichtigung von Material- und Informationsflüssen
• Sicherstellung der optimalen Belieferungsstrategie
• Reduzierung von Bestands- und Prozesskosten in der Supply Chain
• Einhaltung von Service-Zielen
• Unterscheidung in strategische, taktische und operative Planung
Entscheidungsphasen - strategische Gestaltung
strategisch „Gestaltung“
• Standortwahl
• Anzahl / Kapazität Lager
• IT-technische Einbindung von Logistikdienstleistern
Entscheidungsphasen - taktische Planung
Definition Serviceniveau
Festlegung Eigenoder Fremdtransport
Größe des eigenen Fuhrparks
Entscheidungsphasen - operative Durchführung
Auftrags-, Bestell-, Orderabwicklung
Kommissionierung
Verpackung, Versand
Tourenplanung
Letzte Meile
Großhandel (B2B) vs. Einzelhandel (B2C)
Lebensmittel
Möbel
Kosmetik
Sportartikel
Spielzeug
Elektronik
Stationär vs. Versandhandel
Direktvertrieb (E-Commerce)
Hub and Spoke System
Point to Point System
Anzahlproblem
Standortproblem - 3 Bsp je kennen
(Standortfaktoren)
Anforderungsprofil für Standort
Nutzwertanalyse
Was ist Tourenplanung?
Unter Tourenplanung versteht man
Die bestmögliche Zuordnung von Verkehrsmitteln zu den Aufträgen
Die optimale Reihung der Abladestellen der Empfänger
Ziele der Tourenplanung
Kostenoptimierung
Kundenzufriedenheit
Bestandteile der Tourenplanung
Zuordnung der Aufträge zu den Touren
Planung der Route(n)
Verfahren zur Tourenplanung
Nearest Neighbour
Savings Heuristik
Tabu Search
Simulated Annealing
Sweep-Algorithmus
Nearest Neighbour können
Immer kürzeste Entfernung jeder Zeile.
Nächste Zeile dann Spalte mit kürzester Entfernung.
Angeschaute Zeilen bei den Spalten wegstreichen
Sogenannte Milkran-Route
Milkran-Konzept:
Festlegung von Sammeltransport-Rundtouren
Sendungs-Abholung von mehreren Lieferanten und Transport
Anzahl Lieferanten in Abhängigkeit von Liefermenge und Entfernung der Lieferanten
Berücksichtigung von Ladungsvorgängen und Wartezeiten
Auslastungsorientierte Konsolidierungsplanung
Möglichkeiten der Sendungsverfolgung
Scannen an bestimmten Punkten (Verladen / Ausladen / Übergabe)
Abfragebereite Begleittechnologie (RFID-Basis)
Fahrzeug-Tracking
Sensoren plus Internet-Verbindung (IoT-Basis)
Ursachen und Maßnahmen des Bullwhip Effekts
Der Bullwhip-Effekt beschreibt ein Phänomen, bei dem sich kleine Schwankungen in der Endverbrauchernachfrage wie ein Peitschenhieb entlang der Lieferkette nach oben schaukeln. Je weiter ein Glied vom Endkunden entfernt ist (z. B. der Rohstofflieferant), desto extremer und unvorhersehbarer werden die Bestellmengen und Lagerbestände.
Verarbeitung von Nachfragesignalen (Demand Signal Processing): Wenn die Nachfrage beim Einzelhändler leicht steigt, interpretiert dieser das als Trend. Er passt seine Prognose nach oben an und bestellt beim Großhändler mehr als eigentlich nötig. Der Großhändler tut daraufhin genau dasselbe – die Fehlinterpretation multipliziert sich nach oben.
Bündelung von Bestellungen (Order Batching): Um Transportkosten zu sparen oder Mengenrabatte zu nutzen, bestellen Unternehmen nicht kontinuierlich, sondern sammeln Aufträge (z. B. einmal im Monat). Das führt beim Lieferanten zu extremen Bestellspitzen, gefolgt von Phasen völliger Inaktivität.
Engpass-Lieferung und Rationierung (Rationing and Gaming): Vermutet ein Einkäufer, dass ein Produkt bald knapp wird (z. B. wegen Halbleitermangel oder Rohstoffknappheit), bestellt er bewusst das Doppelte oder Dreifache seines tatsächlichen Bedarfs ("Phantombestellungen"), um bei einer anteiligen Zuteilung genug zu bekommen. Sobald sich die Lage beruhigt, folgen massive Stornierungen.
Preisschwankungen und Werbeaktionen (Price Fluctuations / Forward Buying): Sonderangebote, Rabattaktionen oder angekündigte Preiserhöhungen verleiten Kunden dazu, große Mengen auf Vorrat zu kaufen. Die tatsächliche Nachfrage wird dadurch künstlich verzerrt, was die Produktion an den Rand der Kapazitäten treibt, obwohl der reale Konsum gleich bleibt.
Datenaustausch in Echtzeit: Durch den Einsatz von EDI (Electronic Data Interchange) oder Cloud-Plattformen erhalten alle Stufen der Lieferkette direkten Zugriff auf die tatsächlichen Abverkaufsdaten am Point of Sale (POS-Daten). Der Hersteller sieht sofort, was der Endkunde kauft, und verlässt sich nicht auf verzerrte Großhändler-Bestellungen.
VMI (Vendor Managed Inventory): Der Lieferant übernimmt die Lagerverwaltung für seinen Kunden. Er bestimmt selbst, wann er nachliefert, basierend auf den vereinbarten Mindest- und Höchstbeständen. Das verhindert unvorhersehbares Bestellverhalten der Einkäufer.
CPFR (Collaborative Planning, Forecasting, and Replenishment): Hersteller, Distributoren und Händler planen Absätze und Werbeaktionen gemeinsam und gleichen ihre Prognosen laufend ab.
Reduzierung von Durchlaufzeiten (Lead Times): Je schneller ein Lieferant auf eine Bestellung reagieren kann, desto weniger Sicherheitsbestand müssen die nachgelagerten Glieder vorhalten. Kurze Transportwege und schlanke Prozesse dämmen das Aufschaukeln massiv ein.
Stornogebühren und faire Zuteilung im Engpassfall: Um das "Gaming" (Überbestellen bei Knappheit) zu verhindern, können Verträge so gestaltet werden, dass Stornierungen teuer sind. Im Ernstfall sollte die Zuteilung auf Basis historischer Verkaufsdaten erfolgen, nicht anhand der aktuellen, aufgeblähten Bestellmenge.
Servicelevel bei sequentieller und paralleler Bearbeitung
Parallel:
│ │
──> [Split] ──> [Teilschritt B] ──> [Join / Synchronisation] ──> Ziel
└──> [Teilschritt C] ──┘
Sequentiell:
[Schritt A] ──> [Schritt B] ──> [Schritt C] ──> Ziel erreicht
Kriterium
Sequentielle Bearbeitung
Parallele Bearbeitung
Erreichbare Lieferzeit
Ceteris paribus länger, da additiv.
Deutlich kürzer, da simultan.
Vorhersagbarkeit (Varianz)
Fehler/Verzögerungen addieren sich linear, sind aber oft lokal gut isolierbar.
Der langsamste Pfad dominiert. Hohe Varianz auf einem Pfad zieht das Gesamtergebnis runter.
Ressourceneffizienz
Sehr hoch. Ressourcen werden nacheinander und gleichmäßig ausgelastet.
Geringer. Es entstehen oft Wartezeiten (Liegezeiten) am Synchronisationspunkt.
Komplexität
Niedrig. Einfache Steuerung und Nachverfolgung im System.
Hoch. Splits und Joins erfordern präzise Koordination und IT-Unterstützung.
KANBAN
Pull System
-> Prozess Optimierung
-> Karte mit Bestellnummer in Box
-> Mindestmenge pro Jahr, sonst unrentabel
Ein funktionierendes Kanban-System optimiert die wichtigsten Key Performance Indicators (KPIs) der Logistik:
Durchlaufzeit (Lead Time): Sinkt, da Material ohne Liegezeiten direkt dorthin fließt, wo es gebraucht wird.
Bestandsgenauigkeit: Steigt, da Buchungen durch das Scannen von Behältern fehlerfreier und synchron zur physischen Bewegung ablaufen.
Flächennutzung: Die Logistikflächen in der Produktion schrumpfen, da statt großer Paletten nur noch bedarfsgerechte Kleinbehälter (KLT) direkt am Band bereitstehen.
Im Gegensatz zu traditionellen Systemen, bei denen „reingedrückt“ wird (Push-Prinzip), funktioniert Kanban nach dem Pull-Prinzip (ziehen), wenn eine Box leer.
Was ist ABC-XYZ Analyse?
Material unterscheiden nach
- Wertverbrauch (A-B-C-Güter)
Wo steckt das Geld: A = hoch, B = mittel, C = gering
- Bedarfsverlauf (X-Y-Z-Gut)
Wie planbar ist der Bedarf: X = konstant, Y = schwankend, Z = unregelmäßig
ABC-XYZ erleichtert das Anwenden von Strategien, weil ich Wert und Planbarkeit gleichzeitig berücksichtige. Merksatz: „Wert = Steuerungsintensität, Verlauf = Bestell-/Absicherungslösung.“
Entscheidungen mithilfe der ABC-XYZ Analyse treffen
•AX: genau planen → geringer Bestand möglich
•CX: Prozess einfach halten → Bestellpunkt/verbrauchsgesteuert, Bestand ok
•AZ: absichern! → Reserve oder schnelle Nachlieferbarkeit
•CZ: Schwankungen puffern → hoher Sicherheitsbestand vertretbar
Definition Push System
Beim Push-System wird produziert, bevor die tatsächliche Kundennachfrage bekannt ist. Produktion basiert auf Prognosen (Forecasts).
Die Ware wird also durch die Lieferkette „geschoben“. „Push-systeme, bei denen die Auftragsfreigabe zentral gesteuert und unabhängig von vor oder nachgelagerten Prozessen erteilt wird“
Vorteile:
- Hohe Auslastung der Maschinen
- Mengenrabatte durch Massenproduktion
- Schnelle Lieferfähigkeit
- Gut planbar
Nachteile:
- Hohe Lagerkosten
- Risiko vor Überproduktion
- Gefahr vor Abschreibungen
- Kapital ist im Lager gebunden
Definition Pull System
Beim Pull-System wird erst produziert, wenn eine konkrete Kundennachfrage vorliegt.
Die Ware wird also durch den Kunden „gezogen“.
„Das Pull-Prinzip sorgt dafür, dass nur die Güter in der Menge hergestellt werden, die der Nachfrage der Kunden entsprechen“
- Geringe Lagerkosten
- Kaum Überproduktion
- Weniger Kapitalbindung
- Hohe Flexibilität
- Lieferzeit für Kunden oft länger
- Störungen wirken sich sofort aus
- Hohe Abhängigkeit von Lieferranten
Push and Pull im Vergleich
- Push = produzieren für den Markt
- Pull = produzieren für den Kunden
- Push ist effizient bei stabiler Nachfrage.
- Pull ist flexibel und reduziert Lagerkosten.
Liefernatenmanagment 3 Säulen
Management der Lieferantenbasis
Lieferantenentwicklung
Lieferantenintegration
Kriterein zur Lieferantenauswahl
Auswahlkritereien bspw.: Flexibilität, Termintreue, Umweltschutz, Preis, Qualitätsfähigkeit
K.O. Kritereien bspw.: Nachhaltigkeitsnachweis, Felxibilität, Finanzielle stabilität, Qualitätsssicherung (! Greifen vor dem Scoring)
Forecast
Vorgehensmodell
• Daten prüfen (Ist-Wert, Zeitraum, Ausreißer, Nullwerte)
• Forecast Fehler (MAE=Fehler in Stück/€ & MAPE = Fehler in %)
• Schwankung messen (Nachfrage Vola CV < 0,5 = niedriger Störpegel, CV >= 0,5 = hoher Störpegel, volatil)
• Zeitreihe kategorisieren (Konstant (stabil um Mittelwert), Trend (langfristig hoch/runter), Saisonal(periodisch wiederkehrend), Sporadisch (seltene „Peaks))
Forecast nur eingeschränkt verlässlich bei hohem CV
Bsp. & Konsequenz
• MAE/MAPE zeigt: „Forecastgüte“
(gut/mittel/schlecht)
• CV/Störpegel-Index zeigt: „Ruhe/Volatilität“
(Grenze 0,5)
• Kategorie: passende Methode/Planungslogik
(zB. saisonal-> Konsequenz Saisonmodell sinnvoll / Sicherheitsbestand höher bei hoher Volatilität)
Beschaffung & Beschaffungsstrategie Bedeutung
Versorgung des Unternehmens mit notwendigen Gütern
Enge Zusammenarbeit mit Lieferanten
Teil des strategischen Einkaufs
Vorbereitung als erster Schritt im Beschaffungsprozess
Beschaffungsstrategie:
Konkretisierung der Beschaffungsziele
Ableitung aus der Unternehmensstrategie, Gesamtziel des Unternehmens
Einteilung der Beschaffungsobjekte in Klassen
Bottom-Up-Vorgehen
Warum sind versch. Beschaffungsstrategien nötig?
Unterschiedliche Güter – unterschiedliche Anforderungen
Hoher Umsatz einzelner Güter
Komplexität der Beschaffungssituation
Mehrere typische Strategiemuster möglich
Auswahl der Besachaffungsquellen
Teil der Beschaffungsstrategie
Entscheidung für Alternativen pro Kategorie
Kombination verschiedener strategischer Merkmale
Ergebnis: Profil der Beschaffungsstrategie
Beschaffungsareal
Geografischer Aktionsradius der Beschaffung
Local Sourcing
Pro: Hohe Versorgungssicherheit & Kurze Transportwege
Domestic Sourcing
International Sourcing
Pro: Häufig Kostenvorteile, Con: Höherer logistischer Aufwand
Global Sourcing
Zusammenführung der Strategien:
Einzelstrategien werden kombiniert
Anpassung bei hoher Komplexität
Pauschale Zuordnung zu Strategietypen
Abstriche bei Genauigkeit möglich
Logistikkosten
Kosten in Logistik reduzieren und ROI berechnen
Welchen Einfluss hat die Beschaffung auf die Materialkosten eines Unternehmens?
Mehr Umsatz = mehr Gewinn, % bleibt Gewinn aber gleich (Umsatzrendite)
Beschaffungskosten senken wirkt direkt.
Option entweder Umsatz verdoppeln (+100%) um doppelten Gewinn zu haben (bei 5% = 500€ Gewinn also danach 5% = 1000€) oder Kosten senken um -5% für selben Effekt
Was ist der TCO?
Der Total Cost of Ownership (TCO) bezeichnet die Gesamtkosten eines Produkts oder einer Investition über die gesamte Nutzungsdauer.
Er umfasst nicht nur den Kaufpreis, sondern auch laufende Betriebs-, Wartungs- und Folgekosten. Kurz gesagt: TCO betrachtet alle Kosten von der Anschaffung bis zur Entsorgung.
Damit verdeutlicht der TCO-Ansatz, dass wirtschaftliche Entscheidungen nicht nur auf Basis des Kaufpreises, sondern auf Grundlage der Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus getroffen werden sollten.
TCO Pro und Con
Herausforderungen beim TCO
Datenverfügbarkeit
Nicht alle Kosten sind transparent und Verfügbar
Fehlende Erfahrungswerte bei neuen Investitionen
Prognoseunsicherheit
Energiepreise können schwanken
Reparaturkosten sind schwer planbar
Nutzungsdauer von Nachfrage abhängig
Versteckte Kosten
Ausfallzeiten schwer kalkulierbar
Produktivitätsverluste schwer messbar
Was ist VMI und wie funktioniert es?
VMI steht für Vendor Managed Inventory
Es ist ein logistisches Verfahren zur Optimierung der Lieferkette, bei dem der Lieferant (Vendor) die Verantwortung für die Bestände des Kunden übernimmt.
Anstatt dass der Kunde aktiv Bestellungen aufgibt, überwacht der Lieferant die Lagerbestände des Kunden eigenverantwortlich und sorgt selbstständig für Nachschub.
1.Datenübertragung: Der Kunde übermittelt dem Lieferanten täglich (oder in Echtzeit) seine aktuellen Lagerbestände sowie die Verkaufs- oder Verbrauchsdaten (Point-of-Sale-Daten).
2.Bedarfsanalyse: Der Lieferant analysiert die Daten. Er sieht, dass der Bestand eines Artikels beim Kunden ein definiertes Minimum unterschritten hat oder die Nachfrage steigt.
3.Dispositionsentscheidung: Der Lieferant entscheidet selbstständig über die optimale Liefermenge und den Lieferzeitpunkt – basierend auf den vorab vereinbarten Min/Max-Beständen im Vertrag (SLA).
4.Lieferung & Einlagerung: Der Lieferant schickt die Ware los. Der Kunde nimmt sie entgegen und lagert sie ein, ohne vorher einen klassischen, manuellen Bestellprozess durchlaufen zu haben.
Geringerer administrativer Aufwand
Höhere Lieferbereitschaft (Service Level)
Reduzierung des Sicherheitsbestands
Bessere Produktionsplanung
Eindämmung des Bullwhip-Effekts
Kundenbindung
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