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Logistik

CA
by Crypto A.

Der Geschäftsführer von NLumA Martin Feldmann hat sich zu den Beratungsergebnissen der studentischen Arbeitsgruppe positiv geäußert. Er bittet Sie nun, diese Ergebnisse als systematische Vorschläge zur Ausrichtung der Supply Chain darzustellen.

Schritte zur Optimierung der Supply Chain bei NLumA: 1. Im Vertrieb ist eine breitere Positionierung in unterschiedlichen Märkten mit einem breiteren Produktsortiment und einer deutlich höheren Individualisierung der Produkte notwendig. Dies kann durch weitere Marken und Vertriebswegen der innovativen Lampen gegenüber neuen Kunden bspw. Möbelhäuser, Messeausstattung, Automobilzulieferer oder Campingbedarfe erfolgen. Hierbei ist die jeweilige „interne WBZ gegenüber der vom Kunden tolerierte Bereitstellungszeit“ zu überprüfen und die Logistikstrategie abzuleiten (siehe Abbildung x-Achse). 2. Im Variantenmanagement ist die Überprüfung unter wirtschaftlichen (ab wann lohnt sich eine bestimmte Variante?) und technischen Maßstäben notwendig. Es ist notwendig, dass Prognosen auf Basis des jeweiligen Endprodukts je Markt erstellt werden. Die Schwankungsintensität (Variationskoeffizient) einer Variante bestimmt auch die Lagerstrategie des Endprodukts (siehe Abbildung y-Achse). 3. Eine Konsolidierung der Prognosen sowie die regelmäßige rollierende Aktualisierung stellt eine gute Eingangsgröße dar für die Steuerung der integrierten Geschäftsprozesse. Mit mathematischen Methoden kann die Prognosegüte je nach Nachfrageverlauf überprüft und für zukünftige Planungen verbessert werden. 4. Verlässliche Prognosen (kleine Abweichungen werden toleriert!) führen zu einem stabilen Produktionsprogramm und einer kostengünstigen Beschaffung (weil durch Bedarf gedeckt). 5. Die Lagerhaltungsstrategien (Make-to-Order, Assembly-to-Order oder Make-toStock) der jeweiligen Produkte können somit gemeinsam aus den Daten des Vertriebs, der Produktion, der Logistik und des Einkaufs bestimmt werden. Dann ziehen alle an einem Strang und die Kennzahlen (Kosten sinken, Kundenorientierung steigt, Wettbewerbsfähigkeit steigt) werden sich allgemein verbessern.



Ursachen und Maßnahmen des Bullwhip Effekts

Der Bullwhip-Effekt beschreibt ein Phänomen, bei dem sich kleine Schwankungen in der Endverbrauchernachfrage wie ein Peitschenhieb entlang der Lieferkette nach oben schaukeln. Je weiter ein Glied vom Endkunden entfernt ist (z. B. der Rohstofflieferant), desto extremer und unvorhersehbarer werden die Bestellmengen und Lagerbestände.

1. Ursachen

  • Verarbeitung von Nachfragesignalen (Demand Signal Processing): Wenn die Nachfrage beim Einzelhändler leicht steigt, interpretiert dieser das als Trend. Er passt seine Prognose nach oben an und bestellt beim Großhändler mehr als eigentlich nötig. Der Großhändler tut daraufhin genau dasselbe – die Fehlinterpretation multipliziert sich nach oben.

  • Bündelung von Bestellungen (Order Batching): Um Transportkosten zu sparen oder Mengenrabatte zu nutzen, bestellen Unternehmen nicht kontinuierlich, sondern sammeln Aufträge (z. B. einmal im Monat). Das führt beim Lieferanten zu extremen Bestellspitzen, gefolgt von Phasen völliger Inaktivität.

  • Engpass-Lieferung und Rationierung (Rationing and Gaming): Vermutet ein Einkäufer, dass ein Produkt bald knapp wird (z. B. wegen Halbleitermangel oder Rohstoffknappheit), bestellt er bewusst das Doppelte oder Dreifache seines tatsächlichen Bedarfs ("Phantombestellungen"), um bei einer anteiligen Zuteilung genug zu bekommen. Sobald sich die Lage beruhigt, folgen massive Stornierungen.

  • Preisschwankungen und Werbeaktionen (Price Fluctuations / Forward Buying): Sonderangebote, Rabattaktionen oder angekündigte Preiserhöhungen verleiten Kunden dazu, große Mengen auf Vorrat zu kaufen. Die tatsächliche Nachfrage wird dadurch künstlich verzerrt, was die Produktion an den Rand der Kapazitäten treibt, obwohl der reale Konsum gleich bleibt.

2. Gegenmaßnahmen (Maßnahmen zur Eindämmung)

  • Datenaustausch in Echtzeit: Durch den Einsatz von EDI (Electronic Data Interchange) oder Cloud-Plattformen erhalten alle Stufen der Lieferkette direkten Zugriff auf die tatsächlichen Abverkaufsdaten am Point of Sale (POS-Daten). Der Hersteller sieht sofort, was der Endkunde kauft, und verlässt sich nicht auf verzerrte Großhändler-Bestellungen.

  • VMI (Vendor Managed Inventory): Der Lieferant übernimmt die Lagerverwaltung für seinen Kunden. Er bestimmt selbst, wann er nachliefert, basierend auf den vereinbarten Mindest- und Höchstbeständen. Das verhindert unvorhersehbares Bestellverhalten der Einkäufer.

  • CPFR (Collaborative Planning, Forecasting, and Replenishment): Hersteller, Distributoren und Händler planen Absätze und Werbeaktionen gemeinsam und gleichen ihre Prognosen laufend ab.

  • Reduzierung von Durchlaufzeiten (Lead Times): Je schneller ein Lieferant auf eine Bestellung reagieren kann, desto weniger Sicherheitsbestand müssen die nachgelagerten Glieder vorhalten. Kurze Transportwege und schlanke Prozesse dämmen das Aufschaukeln massiv ein.

  • Stornogebühren und faire Zuteilung im Engpassfall: Um das "Gaming" (Überbestellen bei Knappheit) zu verhindern, können Verträge so gestaltet werden, dass Stornierungen teuer sind. Im Ernstfall sollte die Zuteilung auf Basis historischer Verkaufsdaten erfolgen, nicht anhand der aktuellen, aufgeblähten Bestellmenge.


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Crypto A.

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