Elemente der Biochemie
Grundelemente (96% H, C, N, O)
Mengenelemente (3% Na, Mg, K, Ca, P, S, Cl)
Spurenelemente (0,01% B, F, Fe, Br, I, Zn, Cu…)
Mangelerscheinung durch Spurenelemente - Eisen
Hämoglobin ist Sauerstofftransportprotein im Körper
beeinhaltet 4 Eisenkationen (Fe 2+)
etwa 200 Milliarden rote Blutkörperchen mit Hämoglobin gefüllt
Eisen wird aus gealterten Zellen wiederverwendet
Eisen essentiell, sonst Blutarmut/Anämie
Urey-Miller-Versuch
abiotische Synthese einfacher org. Moleküle aus anorganischen (bspw. Wasser, Stcikstoff, Kohlenstoffdioxid, Methan)
Substitution an Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen
häufig N oder O
führt zu reaktiveren Molekülen
Elektronegativität bestimmt Polarität (oben rechts am stärksten)
Konstitutionsisomere/Strukturisomere
Konnektivität unterschiedlich
gleiche Summenformel
Stereoisomere
gleiche Konnektivität
unterschiedliche räumliche Ausrichtung
Bsp.: cis-trans-Isomerie (Ausrichtung der Alkylgruppen um eine Doppel- oder Dreifachbindung -> beide nach oben/ unten oder eins hoch eins runter)
Chiralität
C als chirales Zentrum (vier unterschiedliche Liganden)
Bild und Spiegelbild
Enantiomere
durch Drehung nicht ineinander überführbar
Biomolekülklassen
Nukleinsäuren
Kohlenhydrate
Lipide
Proteine
Aminosäuren
besitzen Carboxyl-, Aminogruppe und H
unterscheiden sich in Seitenkette (sind chiral bis auf Glycin)
durch Kondensation entstehen Peptide (verbunden mit Peptidbindungen)
ab ca. 100 Aminosäuren spricht man von Proteinen
Biosynthese vom N- zu C-Terminus und Schreibrichtung
sehr viele Klassen
meist amphiphil
gesättigte und ungesättigte fettsäuren sind Bestandteile von Membranen
hydrophober Effekt im Wasser: lagern sich zusammen, hydrophober Kern und außen hydrophil -> semipermeabele Membran
ab C=3 Namen: Triosen, Tetrosen, Pentosen, Hexosen -> Polysaccharide
Hexosen und Pentosen dominieren
Gleichgewicht zwischen linearer und ringförmiger Anordnung
ringförmig stabiler
Purinbasen (Adenin, Guanin)
Pyrimidinbasen (Cytosin, Thymin, Uracil)
Nukleosid: Nukleinbase + Zucker
Nukleotid: Nukleinbasen + Zucker + Phosphat
Nukleinsäuren: Polymere der Nukleotide -> Ribonukleinsäure (RNA) und Desoxyribunukleinsäure (DNA)
immer 5’ -> 3’ -Ende
nichtkovalente Wechselwirkungen
Grundlage für Proteinstrukturen, Zusammenlagerung von Lipiden, DNA-Doppelhelix
elektrostatisch (Anziehung unterschiedlicher Ladungen)
anziehene WW -> neg. Vorzeichen
Salzbrücken
Anziehungskraft wird durch das Coulomb‘sche Gesetzt definiert
Kraft ist proportional zum Produkt der beiden Ladungen (d.h. sie ist größer bei größerer Ladung) und antiproportional zum Radius (d.h. sie ist größer bei kleinerem Radius)
Wasserstoffbrücken
Mischung kovalenter und nicht kovalenter Bindung
Wasserstoffdonor: elektronegatives Element und Wasserstoff mit positiver Partialladung
Wasserstoffakzeptor: Atom mit freien Elektronenpaaren
linear stärker als gewinkelt
Van der Waals Kräfte
London-Kräfte: induzierte Dipole (Kontaktfläche)
-> große Summe der schwachen Kräfte
Dipol-Dipol-Kräfte: permanent
Kontaktdistanz
pi-pi- und Kationen-pi-WW
pi-Elektronensysteme über- und unterhalb von Ring stoßen sich ab
Anziehung nur wenn Ringe versetzt
Anziehung mit Kationen
Metall-Komplexierung
Zentralatom oder -ion
Liganden drumherum
koordinative Bindungen, Lücken in Elektronenkonfiguration
-> Hämoglobin & Chlorophyll
Zusammenlagerung durch Komplementarität
Basen in DNA
3 oder 2 H-Brücken-Bildung
spezifisch
Wasser als Medium (Hydrophober Effekt)
Dipole, die H-Brücken bilden
flüssig: 1/4 der Brücken gelöst
Eis: 100%gebildet
um unpolare Moleküle sortieren sich Wassermoleküle -> Entrophie sinkt
2. HS TD: unpolare Moleküle lagern sich zusammen ´, Oberfläche kleiner -> Entrophie steigt
Puffer
schwache Säure/Base mit konjugiertem
allmähliche Änderung des pH-Werts
Blut: 7,4 +- 0,03
minimale Schwankungen: Azidose (<7,37), Alkalose (>7,43)
Drei Domänen des Lebens
Bakterien
Einzeller ohne Zellkern
ganz unterschiedlich
Endosymbiontentheorie
Eukaryoten durch Aufnahme eines Prokaryoten entstanden
Archaeen
Hohe Salzkonzentrationen
Niedriger Sauerstoffanteil
Hohe Temperaturen
Hohe Drücke
ringförmige DNA
ATP
ADP durch Phosphorylierung “aufladen” -> ATP (Energie steckt in Phosphordiesterverbindung)
Energie durch Hydrolyse freigeben (stark exergon)
ATP -> ADP + P
α-Aminosäuren
Aminogruppe, Carboxylgruppe, Wasserstoff gleich
Unterschied immer nur in Seitenkette
fast nur L-Proteine (L fast immer in S-Konfiguration)
20 proteinogene Aminosäuren
sind Zwitterionen und Ampholyte
unpolare Aminosäuren
aliphatische Rest: Glycin, Alanin, Valin, Leucin, Isoleucin, Mathionin, Prolin
aromatische Reste: Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan
UV-Absorptionsspektren aromatischer Aminosäuren (Tyr, Trp und Phe)
polare Aminosäuren
Alkohole: Serin, Threonin
Thiole: Cystein
Carboxyamide: Asparagin, Glutamin
Cysteine bilden unter Oxidation Disulfidbrücke
geladene Aminosäuren
saure Reste: Asparaginsäure, Glutaminsäure
basische Reste: Lysin, Arginin, Histidin
Histidin kann bei neutralem pH-Wert Protonen aufnehmen/abgeben
Modifizierung der Aminosäuren
Serin & Threonin: Phosphorylierung, Glykosylierung
Tyrosin: Phosphorylierung
Lysin: Methylierung, Acetylierung, Ubiquitinierung
Cystein: Disulfid, Lipidierung
Aspargin: Gykolisierung
Arginin: Methylierung
essentielle und nicht essentielle Aminosäuren
essentielle müssen mit Nahrung aufgenommen werden
Körper produzeirt sie nicht eigenständig, weil zu viele Sytheseschritte, zu energieaufwendig
Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin
nicht essentielle werden selbst prudziert: 1-3 Sytheseschritte (außer Arginin 10)
Alanin, Arginin, Asparagin, Aspartat, Cystein, Glutamat, Glutamin, Glycin, Prolin, Serin, Tyrosin
Aminosäure-Code
nicht-proteinogene Aminosäuren + Funktionen
beta-Alanin: Coenzym A
D-Alanin: bakt. Zellwand
gamma-Aminobuttersäure (GABA): Neurotransmitter
L-Homoserin: Argininsythese
Citrullin: Harnstoffzyklus
Ninhydrin-Nachweis von Aminosäuren
Nachweis von Ammoniak und primären Aminen → Aminosäuren
Reaktion mit Aminogruppe der Aminosäure, es bildet sich eine Schiff‘sche Base, durch Abspaltung von CO2 und dem Aminosäurerest bildet sich Amino-Ninhydrin, welches mit einem zweiten Molekül zu Ruhemans-Violet dimerisiert
-> Kriminalistik: Fingerabdrücke
Entstehung Peptide
Kondensation von Aminosäuren
2 Aminosäuren -> Dipeptid, Tripeptid, …, Oligopeptid
ab ca. 100 Aminosäuren spricht man von Protein
Proteinmasse in Dalten (1 Da = 1 g/mol)
Rückgrat von Proteinen
Sich wiederholende Einheiten bilden das Rückgrat, variable Seitenketten (R)
Rückgrat bildet H-Brücken (NH-Gruppe → Donor, CO-Gruppe → Akzeptor)
Drehung um C-alpha ist möglich: trans-Konfiguration bevorzugt, weil bei cis größere Abstoßung/sterische Hinderung
außer bei Prolin, da ist es egal
Leserichtung Proteine
-> N-Terminus (aminoterminaler Rest) -> C-Terminus (carboxylterminaler Rest)
physiologische Funktionen von Peptiden
Peptidhormone: chemische Signalstoffe, die von Hormondrüsen ausgeschüttet werden und über das Blut transportiert werden
Neuropeptide: Botenstoffe im Nervensystem (Neurotransmitter, Neurohormone)
Antimikrobielle Peptide: antimikrobielle Wirkung, d.h. Abwehr gegen Mikroorganismen
Peptid-Antibiotika: ähnlich antimikrobielle Peptide
Peptid-Arzneistoffe: ringförmige Peptide (Antibiotika)
Toxine: z.B. von Schlangen, Kegelschnecken oder Amphibien
Hormon Insulin
Aminosäuresequenz 1953 ermittelt
genau Abfolge von Aminosäuren (Primärstruktur; keine Raumstruktur, nur Reihenfolge)
Nur L-Aminosäuren, die über alpha-Aminogruppen und alpha-Carboxygruppen verknüpft sind
Verknüpfung der zwei Ketten und Stabilisierung durch Disulfidbrücke
vom Vorläuferprotein zum Hormon
Präprohormon (besitzt ER-Signalpeptid)
-> Spaltung der Signalpeptides (ER)
Prohormon (inaktiv)
-> Freisetzung des Hormons meist durch protolytische Spaltung
Hormon
Antimikrobielle Peptide zur Abwehr gegen Mikroorganismen
viele Spezies & Strukturen
amphiphil -> Interaktionen mit Membranen
zB.: lagern sich in Membran ein, lagern sich zusammen und bilden so Kanal durch Membran
macht Mikroorganismus mit dieser Membran angreifbar
Peptid-Antibiotika
Antibiotikum: von Pilzen oder Bakterien gebildetes niedermolekulares Stoffwechselprodukt, was Wachstum anderer Organismen hemmt/abtötet
schwer Abbaubar durch: Häufig zyklisch, ungewöhnliche Bindungen, D-Aminosäuren oder nichtproteinogene Aminosäuren (also generell keine körpereigenen), häufig amphiphil (bilden Poren in Membranen -> Zelltod)
Peptid-Arzneistoff
Natürlich vorkommende Substanzen (z.B. Hormone, Neurotransmitter, Rezeptorliganden)
Synthetische Peptide (oder modifizierte Peptide)
können linear oder zyklisch sei
zyklisch: stabiler -> schwerer und langsamer abbaubar -> längere Wirkung
Toxine
Häufig Cys-reich
Häufig modifizierte Aminosäuren (schwer abbaubar)
Inhibieren z.B. Rezeptoren (Neurotoxine)
Häufig „starre“ Moleküle
Wie werden Peptide synthetisiert?
Biosynthese •
durch Ribosomen (ribosomale Peptidsynthese), analog Proteinbiosynthese
oder durch Enzyme (nicht-ribosomal), in Bakterien und Pilzen (selten)
chemische Peptidsynthese
durch Verknüpfen einzelner Aminosäuren
Anwedung sythehischer Peptide
Forschungszwecke (Struktur, Bindungsmotive usw.)
Herstellung von Antikörpern (für die Forschung oder auch als Impfstoffe)
Herstellung von Medikamente
Festphasenpeptidsynthese nach Merrifield
richtige Reihefolge wichtig und ohne Nebenreaktion der Seitenketten
Aufbau synthetischer Peptide vom C- zum N-Terminus (Natur: andersrum) unter Verwendung spaltbarer Schutzgruppen
Synthese erfolgt an einem polymeren Träger → Entfernen von Nebenprodukten
auch Seitenketten müssen geschützt sein, reagieren sonst auch bei Lys, Arg, His, Glu, Asp, Ser, Thr, Tyr, Cys
N-terminale Schutzgruppe und Seitenkettenschutzgruppen müssen orthogonal „entschützbar“ sein (wenn Synthese abgeschlossen, dann erst entschützen)
Festphasenpeptidsynthese – Vor- und Nachteile
Vorteile:
Schneller und weniger Nebenprodukte als in flüssiger Phase
Hohe Reinheit und Ausbeute
Leichte Abtrennung der Reagenzien
Automatisierbar
Produktmenge (Milligramm- bis Gramm maßstab)
Nachteile:
•Kupplung und „Entschützungen“ nicht immer vollständig
Nebenprodukte möglich (müssen abgetrennt werden)
Teilweise harsche Bedingungen (Abtrennen vom Harz durch Flusssäure)
Chromatographie (Peptidanalytik)
Probenmoleküle in der mobilen Phase wechselwirken mit der stationären Phase
Trennung aufgrund der Stärke der Wechselwirkung
Normalphasenchromatographie
staionäre Phase häufig Silica
unpolares Lösungsmittel entsprechend der Hydrophilie
Umkehrphasenchromatographie
bevorzugt bei Trennung Peptiden
Unpolare stationäre Phase → häufig C18 Materialien
polares Lösungsmittel
Sequenzierung von Peptiden: Edman-Abbau
-> Abfolge von Proteinen bestimmen
Zyklischer Prozess in 3 Schritten:
1. Kupplung
2. Spaltung
3. Konvertierung
Identifizierung einer Aminosäuren (pro Zyklus) mittels UV-Absorption und Chromatographie
Edman-Abbau – Vor- und Nachteile
Vorteile: •
Erste zuverlässige Sequenzierungsmethode
Sequenz von 30-60 Aminosäuren
Kaum Nebenprodukte
Automatisierung (Sequenator)
Relativ zeitaufwendig, mehrere Reaktionsschritte
Nur 30-60 Aminosäure
Nicht alle Aminosäuren gut nachweisbar/ quantifizierbar
Nebenprodukte schlecht abtrennbar
Kontaminationen (Detergenzien, Salze, Aminosäuren)
Repetitive Ausbeute (pro Schritt summieren sich Nebenprudukte)
Massenspektrometrie zur Identifizierung von Peptiden
Fragmentierung an Peptidbindungen (hier: von links nach rechts)
jeweils genau einmal fragmentiert per Zufall
Ionenmischung entsteht mit Ladung auf C-Terminaler Stelle
Massenunterschiede der Fragmente können im Massenspektrum abgelesen werden
Resonanzformen der Peptidbindung
Peptidbindung (C-N) oszilliert zwischen Einfach- und Doppelbindung
Doppelbindungscharakter → Rotation um die Peptidbindung wird verhindert
Peptidbindung ist planar
Rotation innerhalb eines Polypeptids
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