erkennen die Bedeutung von Essen und Trinken im Pflegealltag und reflektieren – unter Berücksichtigung emotionaler, sozialer und kultureller Aspekte
Essen und Trinken haben im Pflegealltag eine zentrale Bedeutung, da sie nicht nur der Nahrungsaufnahme dienen, sondern auch wichtige emotionale, soziale und kulturelle Funktionen erfüllen.
Gefühle (emotional):
Essen kann glücklich machen. Lieblingsessen gibt Trost und erinnert an früher.
Gemeinschaft (sozial):
Zusammen essen ist schön. Man fühlt sich weniger allein und hat Kontakt zu anderen.
Kultur:
Jeder Mensch hat eigene Gewohnheiten beim Essen. Zum Beispiel wegen Religion oder Herkunft. Das muss man respektieren.
Wichtig für die Pflege:
Wünsche der Person beachten
Beim Essen helfen, aber Selbstständigkeit fördern
Für eine ruhige und angenehme Atmosphäre sorgen
Genug Essen und Trinken anbieten
beschreiben die Begriffe Hunger, Appetit, Kalorien, Makro- und Mikronährstoffe, Dehydratation, Exsikkose, Hyperhydration.
Wichtige Begriffe zu Essen und Trinken
Hunger:
Der Körper braucht Energie. Der Magen ist leer → man muss essen.
Appetit:
Lust auf Essen, auch wenn man keinen echten Hunger hat (z. B. Lust auf Süßes).
Kalorien:
Maßeinheit für Energie im Essen. Der Körper braucht Kalorien zum Leben.
Makronährstoffe: Nährstoffe, die Energie liefern.
z. B. Kohlenhydrate,Fette,Eiweiß
Mikronährstoffe:
Liefern keine Energie, sind aber lebensnotwendig,
z. B.Vitamine,Mineralstoffe,Spurenelemente
Flüssigkeit im Körper:
Dehydratation:Der Körper hat zu wenig Flüssigkeit.
Exsikkose:Starke Dehydratation (gefährlicher Flüssigkeitsmangel).
Hyperhydration:Zu viel Flüssigkeit im Körper (z. B. bei Herz- oder Nierenproblemen).
beschreiben Symptome einer Dehydratation.
Maßnahmen zur Dehydratationsprohylaxe.
SYMPTOME:
Durst
Trockene Haut und Mund
Wenig ,dunkel Urin
Schwindel ,Schwäche
Müdigkeit
Blutdruckabfall,Tachykardie
Kopfschmerzen
Verwirrtheit bei älteren Menschen
Maßnahmen zur Dehydratation Prophylaxen
Regelmäßig Getränke anbieten
Auf ausreichende Trinkmenge achten
Lieblingsgetränke anbieten
Beim Trinken unterstützen
Trinkplan oder Trinkprotokoll führen
Flüssigkeitsreiche Nahrung anbieten (z. B. Suppe, Obst)
Auf Zeichen von Flüssigkeitsmangel achten
Patienten zum Trinken motivieren
Patienten und Angehörigen motivieren
Trinkmenge dokumentieren
zählen mögliche Ziele/Inhalte einer Ernährungsanamnese überblicksmäßig auf.
Ziele einer Ernährungsanamnese
Herausfinden, wie sich eine Person ernährt
Erkennen, ob jemand zu wenig, zu viel oder falsch isst
Gesundheitsprobleme durch Ernährung feststellen
Passende Ernährungstipps geben
Inhalte einer Ernährungsanamnese
Was und wann gegessen wird
Wie viel getrunken wird
Lieblingsessen und Abneigungen
Allergien oder Unverträglichkeiten
Gewicht und Größe
Krankheiten oder Beschwerden
Medikamente
Bewegung im Alltag
Gewichtsveränderungen
erklären Assessmentinstrumente zum Ernährungsscreening (NRS, MNA, MUST).
NRS (Nutritional Risk Screening) : für Patienten im Krankenhaus
MNA (Mini Nutritional Assessment): für alte Menschen
MUST (Malnutrition Universal Screening Tool) : für alle Erwachsenen
NRS, MNA und MUST sind Screening-Tests.
Sie helfen, Mangelernährung früh zu erkennen.
Sie werden in der Pflege bei verschiedenen Personen eingesetzt.
NRS: Test im Krankenhaus → schaut, ob jemand zu wenig Nahrung bekommt.
MNA: Test für ältere Menschen → prüft, ob sie gut ernährt sind.
MUST: Allgemeiner Test für Erwachsene → erkennt Risiko für Mangelernährung.
beschreiben die Bestimmung der Körpergröße und des Körpergewichts mit unterschiedlichen Arten des Wiegens (Grundlagen und Interventionen - Kapitel 18.2.3 Bestimmung des Körpergewichtes und der Körpergröße).
Körpergröße messen
Die Person steht aufrecht an einer Wand oder Messlate
Ohne Schuhe
Fersen, Rücken und Kopf an der Wand
Mit einem Maßband oder Messgerät messen
Die Größe wird in Zentimeter gemessen
👉 Wichtig: gerade stehen, Kopf nach vorne
Körpergewicht messen
Das Gewicht wird mit einer Waage gemessen.
👉 Wichtig dabei:
Immer zur gleichen Zeit wiegen (z. B. morgens)
Möglichst wenig Kleidung
Vor dem Essen wiegen
Gleiche Waage benutzen
Verschiedene Arten des Wiegens
Stehwaage:Für Personen, die stehen können
Sitzwaage:Für Personen, die nicht gut stehen können
Rollstuhlwaage:Person bleibt im Rollstuhl (Gewicht vom Rollstuhl wird abgezogen)
Bettwaage:Für bettlägerige Personen
Interventionen (was Pflege macht)
Regelmäßig wiegen (z. B. 1× pro Woche)
Gewicht dokumentieren
Auf Veränderungen achten (Zu- oder Abnahme)
Bei Problemen Arzt informieren
Ernährung anpassen
Ganz kurz für die Prüfung:
Körpergröße wird im Stehen gemessen.
Körpergewicht wird mit verschiedenen Waagen bestimmt (Steh-, Sitz-, Bettwaage).
Wichtig sind gleiche Bedingungen beim Wiegen.
Pflege beobachtet und dokumentiert Veränderungen.
erläutern Stellenwert und Anwendung vom BMI.
Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine Zahl, mit der man beurteilen kann, ob das Körpergewicht normal, zu niedrig oder hoch ist.
=> Der BMI zeigt also, ob jemand Untergewicht, Normalgewicht oder Übergewicht hat.
Formel
BMI = Körpergewicht (kg) : (Körpergröße in Meter)²
z. B.: Eine Person wiegt 70 kg & 1,70 m groß
BMI = 70 : (1,70 × 1,70)²
BMI = 70 : 2,89
BMI = 24,2
Einordnung
Untergewicht: unter 18,5
Normalgewicht: 18,5 – 24,9
Übergewicht: ab 25
Anwendung in der Pflege
Gewicht und Größe messen
BMI berechnen
Ergebnis beurteilen
Maßnahmen planen, z. B.:
Ernährung verbessern
mehr/ weniger Essen
Regelmäßig kontrollieren
nennen Symptome, Ursachen und Folgen von Mangelernährung bzw. Kachexie.
👉 Kachexie = sehr starke Form der Mangelernährung (starker Gewichtsverlust, oft bei schweren Krankheiten)
Symptome (Anzeichen)
Gewichtsverlust
Schwäche, Müdigkeit
Muskeln werden weniger
Appetitlosigkeit
Blasse, trockene Haut
Häufig krank (schwaches Immunsystem)
Ursachen
Zu wenig Essen oder Trinken
Krankheiten (z. B. Krebs)
Schluckstörungen
Schmerzen oder Übelkeit
Depression oder Einsamkeit
Probleme beim Kauen (z. B. schlechte Zähne)
Folgen
Schwäche
Höheres Sturzrisiko
Schlechte Wundheilung
Mehr Infektionen
Weniger Kraft und Bewegung
Schlechtere Lebensqualität
nennen Symptome, Ursachen und Folgen von Überernährung bzw. Adipositas.
Symptome: Übergewicht, Atemnot, Müdigkeit, Gelenkschmerzen
Ursachen: falsche Ernährung, wenig Bewegung, psychische & genetische Faktoren
Folgen: Herzkrankheiten, Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkprobleme
erläutern pflegerische Maßnahmen beim Anreichen des Essens.
Mundpflege machen / Prothese einsetzen→ damit der Patient gut essen kann
Richtige Position→ Oberkörper hoch lagern (aufrecht sitzen)
Hilfsmittel verwenden→ z. B. spezielles Besteck oder Becher
Ressourcen nutzen→ Patient soll so viel wie möglich selbst machen
Genug Zeit lassen→ Patient bestimmt Tempo beim Essen
Richtige Temperatur→ Essen nicht zu heiß oder zu kalt
Reize setzen→ Essen zeigen, riechen lassen, erklären was es gibt
Richtig sitzen als Pflegekraft→ neben dem Patienten sitzen, nicht stehen
Richtig füttern→ kleine Bissen geben→ Besteck nicht zu tief in den Mund (kein Würgereiz)
erklären verschiedene Kostformen.
Vollkost
👉 Normale Ernährung ohne Einschränkungen
Beispiel: Brot, Fleisch, Gemüse
Leichte Vollkost
👉 Gut verträglich, wenig Fett, nichts Blähendes
Beispiel: Suppe, Reis, gedünstetes Gemüse
Reduktionskost
👉 Kalorienarm zum Abnehmen
Beispiel: Salat, mageres Fleisch
Diabetikerkost
👉 Zuckerarm, gleichmäßige Kohlenhydrate
Beispiel: Vollkornprodukte, Gemüse
Pürierte Kost
👉 Breiig bei Schluck-/Kauproblemen
Beispiel: Kartoffelbrei, püriertes Gemüse
Flüssigkost
👉 Nur flüssig
Beispiel: Suppe, Tee, Trinknahrung
Vollkost: normales, gesundes Essen
Leichte Kost: leicht verdauliches Essen
Diabetikerkost: wenig Zucker
Vegetarisch: ohne Fleisch
Vegan: ohne tierische Produkte
Reduktionskost: zum Abnehmen
Salzarme Kost: wenig Salz
Flüssig- oder Breikost: bei Kau- oder Schluckproblemen
nennen körperlichen Veränderungen mit Auswirkung auf die Nahrungsaufnahme bei alten Menschen
Typische Veränderungen:
Weniger Hunger und Durst: ältere Menschen essen und trinken oft zu wenig
Weniger Appetit / schneller satt: sie hören früher auf zu essen
Schlechter schmecken und riechen:Essen macht weniger Freude
Schlechter sehen: Essen wird schlechter erkannt
Wenig Speichel / trockener Mund: Schlucken und Kauen ist schwieriger
Langsamer Stoffwechsel:Körper braucht weniger Energie
Bedeutung für die Pflege:
Auf genug Essen und Trinken achten
Essen schmackhaft machen
Kleine Portionen anbieten
Beim Essen unterstützen
erklären Schluckstörung/Dysphagie und pflegerische Maßnahmen.
👉 Dysphagie bedeutet:
Eine Person hat Probleme beim Schlucken.
Das Essen oder Trinken geht nicht richtig vom Mund in den Magen.
Anzeichen (Symptome)
Husten oder Verschlucken beim Essen
Räuspern
Essen bleibt im Mund
„gurgelnde“ Stimme
Angst vor dem Essen
Pflegerische Maßnahmen
Aufrechte Position:Patient sitzt gerade (Oberkörper hoch)
Langsam essen lassen: kleine Bissen, kleine Schlucke
Konsistenz anpassen:weiche oder pürierte Kost _Getränke evtl. andicken
Beim Essen dabeibleiben: beobachten, ob sich der Patient verschluckt
Nach dem Essen aufrecht bleiben:ca. 20–30 Minuten
Mund kontrollieren:schauen, ob Essensreste im Mund sind
Dysphagie ist eine Schluckstörung.
Betroffene haben Probleme beim Schlucken und können sich verschlucken.
Wichtig sind aufrechte Position, kleine Bissen und angepasste Kost, um Komplikationen zu vermeiden.
Dehydratationsprophylaxe:
Aspirationsprophylaxe:
Soor- und Parotitisprophylaxe
Dehydratationsprophylaxe
👉 Ziel: genug Flüssigkeit im Körper
1.Patient und Angehörige informieren
2.Auf ausreichend trinken achten
3.Fieber senken (bei Fieber verliert man viel Flüssigkeit)
4.Auf Symptome achten:Schwindel, Schwäche,trockene Haut,wenig Urin,Durst
5.Trinkprotokoll führen (Ein- und Ausfuhr)
Aspirationsprophylaxe
👉 Ziel: Essen/Trinken kommt nicht in die Lunge
1.Oberkörper hoch lagern
2.Mundpflege und Mund befeuchten
3.Schluckreflex prüfen
4.Langsam essen lassen / Zeit geben
5.Getränke evtl. andicken
6.Nach dem Essen 30 Minuten aufrecht bleiben
7.Absaugmaterial bereitstellen
Soorprophylaxe
Soor = Pilzinfektion im Mund
Maßnahmen
Regelmäßige Mundpflege
Mund feucht halten
Prothesen reinigen
Ausreichend trinken
Mundschleimhaut beobachten
Parotitisprophylaxe
Parotitis = Entzündung der Ohrspeicheldrüse
Gute Mundpflege
Viel trinken
Kaugummi oder saure Bonbons zur Speichelbildung
Mundtrockenheit vermeiden
Regelmäßige Zahnpflege durchführen
→ verhindert, dass der Körper zu wenig Flüssigkeit hat
→ man achtet darauf, dass genug getrunken wird
→ verhindert Verschlucken
→ richtige Sitzposition und langsam essen
Soor- und Parotitisprophylaxe:
→ verhindert Krankheiten im Mund
→ gute Mundpflege und genug trinken
Last changed3 days ago