Q: (Folie 7) Was ist Personen-Wahrnehmung und welche zentrale Frage steht dahinter?
• Personen-Wahrnehmung = → Prozess der Sammlung und Integration von Informationen über eine Person
• Zentrale Fragestellung: → Wie bilden wir uns einen Eindruck von anderen Personen?
Q: (Folie 7) Welche Faktoren beeinflussen die Personen-Wahrnehmung besonders?
• Art und Reihenfolge von Informationen
→ z. B. zentrale Persönlichkeitsmerkmale
→ z. B. Primacy- & Recency-Effekt
• Non-verbale Informationen
→ z. B. Stimme
• Wechselseitigkeit sozialer Interaktionen
→ z. B. selbsterfüllende Prophezeiung
Q: (Folie 8) Was sind zentrale Persönlichkeitsmerkmale?
• Dispositionale Merkmale, die den Eindruck einer Person → besonders stark beeinflussen
• Beispiele (Folie): → intelligent, fleißig, entschlossen → warm/kalt oder freundlich/unfreundlich
Details merken (Mitschrift): • Zentrale Merkmale „ziehen“ andere Merkmale mit → beeinflussen Interpretation peripherer Eigenschaften
Q: (Folie 8) Was sind die „Big Two“ der Personenwahrnehmung?
• Wärme (communion) → Wie sozial/moralisch ist eine Person? → z. B. Sympathie, Wohlwollen
• Kompetenz (agency) → Wie gut kann eine Person ihre Intentionen umsetzen? → z. B. Intelligenz, Fleiß
Details merken (Mitschrift): • Werden oft als erstes bewertet • Wichtig für Stereotype
Q: (Folie 9) Was beschreibt der Primacy-Effekt in der Personenwahrnehmung?
• Frühe Informationen werden: → besser erinnert → stärker gewichtet
• In der Personenwahrnehmung: → Erste Eindrücke beeinflussen das Urteil am stärksten
Q: (Folie 9) Was beschreibt der Recency-Effekt in der Personenwahrnehmung?
• Späte Informationen werden:
→ besser erinnert
→ stärker gewichtet
• In der Personenwahrnehmung:
→ letzte Eindrücke beeinflussen das Urteil am stärksten
Q: (Folie 10) Was sind implizite Persönlichkeitstheorien?
• Naive Annahmen darüber,
→ wie Persönlichkeitsmerkmale zusammenhängen
• Dienen dazu:
→ Eindrücke über Personen zu bilden
Q: (Folie 10) Wie funktioniert das Summationsmodell der Eindrucksbildung?
• Persönlichkeitsmerkmale werden:
→ einfach addiert
• Neue Infos:
→ ergänzen den bestehenden Eindruck
Details merken (Mitschrift):
• Modell ist zu einfach
→ widerspricht Primacy, Recency & zentralen Merkmalen
Q: (Folie 10) Was beschreibt das Konfigurationsmodell?
• Ganzheitlicher Ansatz
→ Merkmale werden als Muster interpretiert
• Eindruck entsteht durch:
→ Interpretation der Kombination von Eigenschaften
• Neue Infos werden im Kontext des bestehenden Musters verarbeitet
Q: (Folie 10) Was ist die Durchschnittsbildung bei Eindrucksbildung?
• Eindruck = Mittelwert der Merkmale
• Aber:
→ wichtige Merkmale werden stärker gewichtet
• Gewichtung hängt vom Kontext ab
→ z. B. Freund vs. Geschäftspartner
Q: (Folie 11) Warum sind non-verbale Informationen wichtig für die Personenwahrnehmung?
• Sie liefern Hinweise auf Eigenschaften einer Person
Beispiele:
• Gesicht (Babyface) → warm, naiv
• Stimme (hoch & laut) → extrovertiert
• Dialekt → weniger kompetent
• Bewegung → energiegeladen
Q: (Folie 12) Was ist eine selbsterfüllende Prophezeiung?
• Falsche Erwartung führt zu Verhalten, das die Erwartung bestätigt
• Ablauf:
Erwartung („Person ist freundlich“)
Eigenes Verhalten wird freundlich
Andere Person reagiert freundlich
Details merken (Mitschrift): •
So entstehen stabile Eindrücke, auch wenn sie ursprünglich falsch waren
Q: (Folie 14) Was bedeutet Attribution?
• Attribution = Ursachenzuschreibung
• Genauer:
→ Prozess, durch den eine beobachtende Person eine Ursache für Verhalten einer handelnden Person erschließt
Q: (Folie 14) Was meint Heider mit dem Menschen als naive Wissenschaftler:in?
• Menschen haben ein Bedürfnis, Verhalten zu erklären
• Dabei besteht eine Tendenz zur Attribution auf Dispositionen
→ also zeitstabile Merkmale einer Person
• Ziel: Informationen sollen „Sinn machen“
• Attribution hilft bei Vorhersage und Kontrolle
Q: (Folie 14) Warum attribuieren Menschen laut Heider?
• Zur Integration von Informationen zu einem Ganzen
• Zur Vorhersage und Kontrolle von Verhalten
Q: (Folie 15) Was ist eine korrespondierende Schlussfolgerung?
• Aus beobachtetem absichtlichem Verhalten wird auf eine Disposition geschlossen
• Die erschlossene Disposition soll mit dem Verhalten korrespondieren
Q: (Folie 15) Was wird bei der Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerung berücksichtigt?
• Alle verfügbaren potenziellen Handlungsmöglichkeiten
• Vergleich zwischen:
ausgeführter Handlung
nicht ausgeführten Alternativen
Q: (Folie 15–16) Was bedeutet Analyse nicht gemeinsamer Auswirkungen?
• Man fragt: → Was unterscheidet die gewählte Handlung von den nicht gewählten Alternativen?
• Daraus wird geschlossen: → Welche Disposition könnte hinter der Entscheidung stehen?
Q: (Folie 16) Warum führt die Entscheidung für L-Stadt zur Schlussfolgerung „Stadtmensch“?
• Beide Unis haben gemeinsam:
→ gute Wohnungen
→ gute Sportanlagen
• Nicht gemeinsam bei L-Stadt:
→ Großstadt
→ aber schlechter Ruf
• Schlussfolgerung:
→ Person nimmt schlechten Ruf in Kauf, weil Großstadt wichtig ist
→ Person ist ein „Stadtmensch“
Q: (Folie 17) Welche Grundfrage stellt die Kovariationstheorie?
• Welche Verhaltensursache kovariiert mit dem Auftreten einer Handlung?
• Mögliche Ursachen:
Person
Entität / Objekt
Situation
Q: (Folie 17) Was ist das Ziel der Kovariationstheorie?
• Durch Beobachtung vergleichbarer Fälle soll herausgefunden werden:
→ welche Faktoren konsistent mit Verhalten auftreten
• Daraus wird eine Ursache erschlossen
Q: (Folie 18–19) Welche drei Informationen nutzt die Kovariationstheorie?
Distinktheit
Konsistenz
Konsensus
• Klausurrelevant: Kombinationen dieser drei Informationen können auf unterschiedliche Attributionen hinweisen.
Q: (Folie 19) Was bedeutet Distinktheit?
• Frage:
→ Zeigt die Person dasselbe Verhalten auch gegenüber anderen Entitäten / Objekten?
• Hohe Distinktheit:
→ Hermine findet nur Attribution langweilig, nicht andere Themen
Q: (Folie 19) Was bedeutet Konsistenz?
→ Zeigt die Person dasselbe Verhalten auch in anderen Situationen und Zeitpunkten?
• Hohe Konsistenz:
→ Hermine sagt auch vor anderen Personen, dass Attribution langweilig ist
Q: (Folie 19) Was bedeutet Konsensus?
• Frage: → Zeigen andere Personen dasselbe Verhalten?
• Hoher Konsensus: → Alle anderen sagen auch, dass Attribution langweilig ist
Q: (Folie 21) Was ist das Abwertungsprinzip?
• Alternative Erklärungen werden ausgeschlossen
• Grund: →
bekannte andere Faktoren können den beobachteten Effekt bereits erklären
• Beispiel: Frau fährt schnell bergab
→ offensichtliche Erklärung: Gefälle
→ Fähigkeit der Frau wird abgewertet
Q: (Folie 21) Was ist das Aufwertungsprinzip?
• Wenn bekannte Faktoren dem Effekt entgegenwirken, wird angenommen:
→ ein Kausalfaktor muss besonders stark sein
• Beispiel: alte Frau fährt schnell bergauf
→ Verhalten wirkt ungewöhnlich
→ Ursache wird stärker gewichtet
Q: (Folie 21) Was ist der Kernunterschied zwischen Abwertungs- und Aufwertungsprinzip?
• Abwertungsprinzip:
→ andere Erklärungen werden weniger wichtig, weil eine Erklärung bereits ausreicht
• Aufwertungsprinzip:
→ eine Ursache wird wichtiger, weil der beobachtete Effekt eigentlich unwahrscheinlich wirkt
Q: (Folie 22) Welche Einschränkung hat die Kovariationstheorie bezüglich Vorannahmen?
• Menschen durchlaufen nicht immer den kompletten Datenerhebungsprozess
• Stattdessen nutzen sie häufig:
→ vorhandene Erwartungen als Bezugspunkt
Q: (Folie 22) Welche Rolle spielen kognitive Skripte bei Attributionen?
• Menschen vergleichen beobachtetes Verhalten mit erwartetem Verhalten
• Fokus liegt auf dem Unterschied zwischen: → beobachtetem Ereignis → erwartetem Ereignis
• Skripte = „Drehbücher“, wie Dinge in bestimmten Kontexten normalerweise ablaufen
Q: (Folie 23) Warum gilt: Kovariation ≠ Kausalität?
• Kovariation bedeutet nur: → Dinge treten gemeinsam auf
• Daraus folgt nicht automatisch: → dass eines die Ursache des anderen ist
Q: (Folie 23) Was ergänzt Chengs Sichtweise zur Kovariationstheorie?
• Menschen haben implizites Vorwissen über die kausale Kraft bestimmter Objekte
• Attribution entsteht durch Abgleich:
→ Effekt-Häufigkeit bei vorhandener Ursache vs.
→ Effekt-Häufigkeit bei nicht vorhandener Ursache
Q: (Folie 25) Wovon hängt laut Zweikomponententheorie der emotionale Zustand ab?
• Emotion entsteht aus zwei Komponenten:
Physiologische Erregung → bestimmt die Intensität
Kognitive Einschätzung der Situation → bestimmt die Qualität der Emotion
Q: (Folie 25) Welche Rolle spielt die kognitive Einschätzung bei Emotionen?
• Sie entscheidet, welche Emotion erlebt wird
• Gleiche Erregung kann → unterschiedliche Emotionen auslösen → je nach Interpretation der Situation
Q: (Folie 26) Was passiert in der Placebo-Bedingung des Experiments?
• Injektion eines Placebos
→ Ergebnis:
• keine Emotion
→ da keine physiologische Erregung vorliegt
Q: (Folie 26) Was passiert bei Adrenalin + korrekter Symptominformation?
• Physiologische Erregung vorhanden
• Aber: → wird auf die Injektion zurückgeführt
→ Ergebnis: • keine emotionale Reaktion
Q: (Folie 26) Was passiert bei Adrenalin + falscher Information + Euphorie-Hinweisen?
• Erregung vorhanden, aber keine passende Erklärung
• Situation liefert Hinweis auf Euphorie
→ Ergebnis: • Euphorie → Erregung wird auf Situation attribuiert
Q: (Folie 26) Was passiert bei Adrenalin + falscher Information + Ärger-Hinweisen?
• Situation liefert Hinweis auf Ärger
• Ärger
→ Erregung wird auf Situation attribuiert
Q: (Folie 26) Was ist die zentrale Schlussfolgerung des Experiments?
• Wenn keine klare Ursache für Erregung vorhanden ist: → suchen Menschen eine Erklärung in der Situation
• Folge: → gleiche Erregung → unterschiedliche Emotionen möglich
Q: (Folie 27) Was zeigt das Brückenexperiment zur Fehlattribution?
• Auf einer gefährlichen Brücke: → stärkere physiologische Erregung
• Diese wird fehlattribuiert als: → Attraktion gegenüber der Versuchsleiterin
Details merken (Mitschrift): • Angst wird fälschlich als Anziehung interpretiert
Q: (Folie 29) Was ist die Korrespondenzverzerrung?
• Tendenz, von Verhalten direkt auf Dispositionen zu schließen
• Dabei wird: → der Kontext vernachlässigt
Q: (Folie 29) Wann tritt die Korrespondenzverzerrung auf?
• Auch dann, wenn Verhalten eigentlich durch die Situation bestimmt ist
Details merken (Mitschrift): • Menschen greifen schneller auf Personenattribution zurück als auf Situations- oder Objektattribution
Q: (Folie 29) Wovon hängt dispositionale Attribution laut Folie zusätzlich ab?
• Von der Salienz der Informationen über die handelnde Person
→ also wie auffällig/bedeutsam diese sind
Q: (Folie 29) Welche kulturellen Unterschiede gibt es bei Attributionen?
• Unterschied zwischen:
→ Individualismus
→ Kollektivismus
→ Stärke der Verzerrung kann variieren
• In nicht-westlichen Kulturen oft schwächer ausgeprägt
Q: (Folie 30) Was beschreibt die Actor-Observer-Difference?
• Eigenes Verhalten: → eher situativ erklärt
• Verhalten anderer: → eher durch Dispositionen erklärt
Q: (Folie 30) Welche Gründe gibt es für die Actor-Observer-Difference?
• Mehr Informationen über das eigene Verhalten
• Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf:
→ die handelnde Person als auf die Situation
Q: (Folie 30) Wie kann die Actor-Observer-Difference reduziert werden?
• Durch Veränderung der Perspektive
→ z. B. Einsatz von Videokameras
Q: (Folie 31) Was sind selbstwertdienliche Attributionsverzerrungen?
• Erfolg wird auf die eigene Person attribuiert
• Misserfolg wird auf die Situation attribuiert
Q: (Folie 32) Was ist der ultimative Attributionsfehler?
• Betrifft Intergruppenverhalten
Outgroup:
• negatives Verhalten
→ Dispositionen
• positives Verhalten
→ Kontext
Ingroup:
Q: (Folie 29–32) Was ist die zentrale Problematik von Attributionsverzerrungen?
• Menschen nutzen vereinfachte Informationsverarbeitung
→ führt zu systematischen Fehlurteilen über Ursachen von Verhalten
• Kombination vieler Informationsquellen überfordert
→ führt zu Fehlern
• Tendenz: zu schnelle dispositionale Attribution
Q: (Folie 33) Wie nehmen wir laut Zusammenfassung andere Personen wahr?
• Wir sammeln und integrieren soziale Informationen
• Dieser Prozess ist nicht vollständig objektiv
→ beeinflusst durch:
• Reihenfolge der Informationen (Primacy oder Recency-Effekt)
• Art der Informationen (zentrale Persönlichkeitsmerkmale)
Q: (Folie 33) Welche Rolle spielt die selbsterfüllende Prophezeiung bei der Wahrnehmung?
• Erwartungen beeinflussen Verhalten
→ führen dazu, dass sich die ursprüngliche Annahme bestätigt
Q: (Folie 33) Wie erklären wir laut Zusammenfassung das Verhalten anderer Personen?
• Durch Attribution
→ Erklärung basiert auf verschiedenen Theorien:
• Korrespondierende Schlussfolgerung
• Kovariationstheorie
(Folie 33) Wann wird laut Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerung auf Dispositionen geschlossen?
• Wenn eine Handlung: → andere Ergebnisse liefert als nicht gewählte Alternativen
Q: (Folie 33) Wie erklärt die Kovariationstheorie Verhalten?
• Es wird geprüft, ob eine Wirkung zusammenhängt mit:
→ Person
→ Entität (Objekt)
→ Situation
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