Herzfrequenz aus RR Intervallen errechnen
HF = 60 / Zykluslänge
zB:
bei 50mm/s: 1 cm = 0,2s
bei 3,1 cm = 3,1 x 0,2 = 0,62 s
HF = 60 / 0,62 = 97
generell bei 50 mm/s
1 cm = 300 /min
5 cm = 60 /min
ODER ein Blatt = 30cm, also sechs Sekunden Herzaktion = 1/10 Minute, d.h. einfach auszählen und x10 ist ungefähr die HF
bei 25 mm/s x 5, weil insgesamt 12 Sekunden abgebildet
P-Welle
<110 ms, <0,25 mV, überall positiv (außer aVR und manchmal V1)
AV-Block allgemein
Wichtige Zusammenhänge
PQ Dauer: Vorhoferregung (P-Welle), oberer/unterer Teil des AV-Knoten, His-Bündel, Tawara Schenkel, Purkinje-Fasern
Inferiorer MI + AV-Block
RCA versorgt AV-Knoten in 90% → inferiorer MI → AV-Block häufig. Meist reversibel wenn Reperfusion gelingt. Grad I/II Typ I → beobachten. Grad III → temporärer Schrittmacher.
Typ I vs. Typ II
Typ I (Wenckebach) = AV-Knoten betroffen → warnt vor sich → gutartiger.
Typ II (Mobitz) = His-Bündel betroffen → kein Vorzeichen → gefährlicher → Schrittmacher fast immer.
Ursachen
Kategorie
Kardial
Myokardinfarkt (inferiorer MI → RCA → AV-Knoten-Ischämie) · Myokarditis · Kardiomyopathie · Endokarditis · nach Herzchirurgie
Medikamente
Betablocker · Kalziumantagonisten (Verapamil, Diltiazem) · Digitalis · Antiarrhythmika (Amiodaron) · Cholinesterasehemmer
Elektrolyte
Hyperkaliämie · Hypokalzämie
Vagotonie
Sportler (Grad I häufig Normvariante) · Valsalva · Karotissinusmassage
Degenerativ
Lev-/Lenegre-Krankheit · Alter
Infektiös
Lyme-Borreliose (klassisch!) · Chagas · Diphtherie
AV Block I°
1:1 Überleitung
PQ >210 ms
AV Block II°
nicht zu jeder P-Welle ein QRS
Typ Mobitz I (Wenckebach)
immer längere PQ-Dauer, ab kritischen Punkt einmalig keine Überleitung
Typ Mobitz II
PQ Dauer konstant, aber ohne Vorzeichen kommt es zur Blockierung
Typ Mobitz I = Blockierung im oberen Teil AV-Knoten, ein Ersatzrhythmus kann im unteren AV-Knoten oder His generiert werden, höhere Frequenzen sind möglich
Typ Mobitz II = Blockierung im unteren Teil AV-Knoten. Nur noch tieferliegende Zentren können Ersatzrhythmus machen —> sind zu niedrig, meist breit
Indikation für SM daher ab Typ Mobitz II
AV Block III°
totaler AV-Block (Vorhof / Ventrikel funktional komplett getrennt)
Ersatzzentren übernehmen (wenn erst in Tawara Schenkelm, dann breite Komplexe)
(pathologische) Q-Zacke
norm: <30 ms, <1/4 der R-Amplitude
Entstehung: ventrikuläre Erreegung von Septum, von links nach rechts (Richtung V1)
Q-Zacken in V2-V4 pathologisch
pathologische Q-Zacken entweder bei Infarknarbe oder als Hinweis auf Sagittaltyp (SIQIII)
path Q in aVF = Infarknarbe der Hintwerwand
path Q in V2 (vor allem immer wenn QS (also kein R)) bis V5 = Infarktnarbe der Vorderwand
Infarkt der Seitenwand = keine path Q
bei SIQIII
Q-Zacke in III: nach dorsal gedreht, Herzspitze näher am Sternum, Septum horizontaler
zB durch Vergrößerung rechter Ventrikel (chronische Lungenerkrankung, akute LAE) oder physiologisch bei Trichterbrust
Vorgehen bei Q in III
path Q in aVF —> Narbe Hinterwand
tiefes S in I —> Sagittaltyp
isoliert in III —> Linkstyp
(pathologische) S-Zacke
Sagittaltyp physiologische bei Adipositas oder Trichterbrust
ansonsten Hinweis auf Rechtsherzbelastungszeichen, weil sich dann der rechte Ventrikel hypertophiert und in Richtung dorsal, kranial verschoben wird
normalerweise nimmt S in den Brustwandableitungen stetig ab, dann dominiert R = R/S Umschlag (normal zwischen V3 und V4)
breite, tiefe S-Zacke in V6:
Rechtsherzbelastung, meist normale R-Progression oder frühe hohe R-Zacke in V2
LAHB, wenn gleichzeitig überdrehter Linkstyp
RSB bei breitem QRS Komplex
R/S Umschlag
normalerweise zwischen V3/V4
wenn in V4 R>S, dann verzögert
Hauptvektor verschiebt sich also eher nach links, aufgrund von:
Linksherzhypertrophie (“mehr” Masse links)
Infarknarbe mit R-Verlust in V2 (also eher “weniger” Masse im Septum)
Linksschenkelblock mit verbreiterten QRS
vorzeitiger R/S Umschlag: R>S in V3 (Myokardmasse rechts dominant):
Rechtsherzbelastung (Rechtssherzhypertrophie) (zusätzlich S in V6)
RSB (linker Ventrikel schon “schnell erregt” und rechter verlangsamt)
R - Verlust
wenn in V2 bis V5 kein R = R-Verlust
u.U. Vorderwandinfarktnarbe
CAVE: u.U. akuter Vorderwandinfarkt! (weitere Hinweise beachten (ST-Hebung oder Trop))
Links - / Rechtsverspätung
Hinweis auf Myokardschaden (Hypertrophie) oder Störung der Reizleitung
Normalerweise letzter oberer Umschlagspunkt bis 30ms!
Linksverpätung:
zB bei Linksschenkelblock verlängerter letzter Umschlagpunkt in V6 (uU > 60ms), wegen Blockierung linker Tawara Schenkel
Rechtsverspätung:
in V1/2, meist sogar als zweite R-Zacke, besonders stark bei Block auf der rechten Seite (RSB)
Hypertrophie im EKG
Besonders durch 3 Merkmale:
Zunahme der Amplitude des QRS Komplexes (besonders in der jeweiligen Brustwandableitung)
breitere QRS-Komplexe mit verspäteten oberen Umschlagspunkt
uU Veränderung der ST-Strecke (eher Endstadium)
bzgl Amplituden: Sokolow Lyon Index
Linksherzhypertrophie:
größte Amplitude in V1 (S-Zacke)
größte Amplitude in V5 oder V6 (R-Zacke)
—> Addition beider Werte > 3,5 mV (35mm bei 10mm/mV) ist pathologisch
—> S (V1) + R (V5/6) > 3,5 mV => Linksherzhypertrrophie
Rechtsherzhypertrophie:
R in V1
S in V5/6
—> R (V1) + S (V5/6) > 1,05 mV => Rechtsherzhypertrophie
weitere Kriterien für Linksherzhypertrophie:
irgendeine Amplitude > 4,5 mV
R in aVL > 1,1mV
R in I > 1,2mV
R in aVF > 2mV
Rechtsherzhypertrrophie:
vorzeitiger R/SUmschlag (meist vor V3)
Verlängerte QRS Dauer
ab 120 ms (Grenzfall zwischen 110 - 120ms)
(z.B. Blockbilder, Dilatation beider Ventrikel oder auch Präexzitationssyndrom)
ST Streckenhebung
Immer Messung 60 ms HINTER J-Punkt
Falls J-Punkt nicht klar, dann in anderer Ableitung suchen und auf die aktuelle Ableitung übertragen —> dann bei +60 ms ablesen und bewerten, erst ab 0,1 mV in den Extremitätenableitungen signifikant!!
Vorkommen von ST-Hebungen:
Akuter MI
Hypertrophie (V1-V4 aus tiefer S-Zacke heraus)
Linksschenkelblock (V1-V4 aus tiefer S-Zacke und breite QRS)
—> bei LSB keine Verwertung bzgl MI möglich (bei RSB schon)
Sagittaltyp
Zwei Arten:
SISIISIII oder SIQIII
Rotation des Herzens aus der Frontalebene in die Sagittalebene
S
LAHB
NUR anteriorer Faszikel des linken Tawara Schenkels blockiert
häufigste
anteriorer Faszikel läuft zur Herzspitze und versorgt Vorderwand
—> bei Block Innervation von Zelle zu Zelle, also von II, III, aVF weg -> dort negativ
—> in I überwiegend positiv
—> am Schluss erst basaler, anteriorer Teil —> S Zacke in V6
QRS < 120ms, keine unmittelbaren Auswirkungen
EKG Zeichen:
üLT (II und III negativ)
S in V6 (R/S normal)
QRS <120ms
linksposteriorer Hemiblock
RT, SIQIII
Brustwand unverändert
selten
LSB
kompletter linker Tawara Schenkel blockiert oder bisfaszikulär, immer pathologisch (ursächlich: KHK, Myokarditis, Hypertrophie, angeboren), ST-Streckenverändeerungen können nicht gewertet werden (sgarbossa)
Erregung von viel Masse Zelle zu Zelle, also breiter, plumper QRS Komplex auf V5/V6 zulaufend (dort positiv)
Extremitäten bilden linken Ventrikel in I und aVL ab. Dort auch breiter positiver QRS
Herzrhythmus und Frequenz werden nicht verändert
QRS > 120ms
positiver monophasischer QRS in V5, V6, I und aVL
negativ in V1-V3 (häufig QS)
Linksverspätung in V6
RSB
keine Leitung rechter Tawara. Aber weil links noch “normal” über schnell innerviert wird, kann der Anfang des QRS vor allem in den linken Ableitungen noch normal aussehen!
Besonders bei I und aVL oder V5 und V6 zunächst “normale” ausbreitung und DANACH (nach ca 70ms, sieht man dort die Erregung des rechten Ventrikels. dann negativ und muldenförmig)
Daher auch in V1 und V2 “zwei” R-Zacken rSR’ Konfiguration (R’ dann verzögerte rechtsventrikuläre Erregung)
Unterscheidung LSB und RSB anhand von V2:
QRS > 120ms und V2 positiv -> RSB
QRS > 120ms und V2 negativ -> LSB
wenn zudem breites S in I und aVL, dann eher diffuse QRS Verbreiterung bei E’lytstörung
STEMI Lokalisation
Vorderwand LAD:
STEMI V1-V4
später: Q in V2-V5, R-Verlust in den Brusstwandableitungen, terminale T-Negativierung
Seitenwand (lateral) CFX:
STEMI in I, aVL, V5-V6
später eher keine Q-Zacken, in lateralen Ableitung uU T-Negativierung
Hinterwandinfarrkt - RCA:
STEMI in II, III, aVF
path Q, R-Verlust, terminale T-Negativierung in II, III, aVF
—> öfter AV-Block! CAVE mit ß-Blockern!
SA Block
Überleitung von Sinusknoten auf Vorhofmyokard ist gestört.
NICHT aber Vorhof auf AV Knoten
SA-Block I° nicht erkennbar im EKG
SA-Block II° Typ Mobitz:
P-Wellen regelmäßig, intermittierender Ausfall einer P-Welle und QRS, PQ normal (weil Problem ja noch VOR der Vorhoferregung), Pause exakt 2 PP Intervalle
SA-Block II° Typ Wenckebach:
P-Wellen regelmäßig, intermettierender Ausfall P und QRS, Pause < 2 PP Intervalle
SA-Block III°
keine oder retrograde P Welle
STEMI Stadien im EKG
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