Welche Wirkungen hat Insulin auf die verschiedenen Stoffwechsel und den Elektrlythaushalt?
Kohlenhydratstoffwechsel: Antiglykämischer Effekt
Lipidstoffwechsel: Antilipotischer bzw. antiketogener Effekt
Proteinstoffwechsel: Stimulation der Proteinsynthese
Elektrolythaushalt: Verschiebung von Kalium in den Intrazellulärraum
Pathogenese des Typ I Diabetes
Antigenpräsentierende Zellen (beladen mit β-Zell-Protein als Antigen) wandern in Lymphknoten des Pankreas → Interaktion mit autoreaktiven CD4+-T-Zellen
→ Aktivierung von autoreaktiven CD8+-T-Zellen → Zerstörung von β-Zellen in Langerhans-Inseln → (Absoluter) Insulinmangel
→ Aktivierung von B-Lymphozyten → Bildung von Autoantikörpern gegen β-Zellen → Zerstörung von β Zellen in Langerhans-Inseln → (Absoluter) Insulinmangel
Ggf. sog „Honeymoon-Phase“
Ätiologie
Genetik
erhöhtes fam. Risiko
Starke Assoziation mit HLA-DR(-3/-4) und -DQ(-2/-8)
Herkunft
weitere Einflussfaktoren:
Infektionen
GI-Mikrobiom
Ernährung im Säuglingsalter
Psychosoziale Belastung
Typische Symptome (im Kindesalter)
Polyurie
Polydypsie
Gewichtsverlust
gesteigerter Appetit
Müdigkeit
Leistungsminderung
ggf. Sehstörung
vulvovaginale Candidose
Zeichen einer Ketoazidose
Kussmaul-Atmung
Bauchschmerzen (Pseudoperitonisis diabetica)
Dehydratation (bzw. Gewichtsverlust)
Übelkeit und Erbrechen
(Fruchtiger) Aceton-Geruch im Atem
Verlängertes QT-Intervall
Lethargie bzw. Koma, kognitive Einschränkungen
Welche diagnostischen Maßnahmen ergreifen Sie, um die Einstellung des Diabetes mellitus zu überprüfen? Nennen Sie Zielwerte, die Sie mit Ihrer Therapie anstreben werden!
Bestimmung des HbA1c , um Informationen über die Blutzuckereinstellung in den letzten 3 Monaten zu gewinnen. Eine gute Blutzuckereinstellung beim Typ I Diabetes ergibt HbA1c-Werte < 6,5.
Blutzuckertagesprofil, um die aktuelle Blutzuckereinstellung zu überprüfen:
Nüchternwert: Information über den (Langzeit-)Insulinbedarf in der Nacht. Bei guter Blutzuckereinstellung ergeben sich Nüchternwerte von 80–110 mg/dl.
höchster postprandialer Wert: Information über den Bedarf an Normalinsulin zu den Mahlzeiten; Zielwert < 140 mg/dl
Blutzuckerwert am Abend (22.00 Uhr): Information über den Bedarf an Langzeitinsulin am Morgen; Zielwert 110–135 mg/dl
das Blutzuckertagesprofil zeigt ebenso, ob Hypoglykämien auftreten (diese sollten vermieden werden)
Welche weiteren diagnostischen Maßnahmen führen Sie bei einem Patienten mit Diabetes durch?
RR-Messung an beiden Armen und 24h-RR-Messung z.A. einer art. Hypertonie (häufige Begleiterkrankung bei Diab. mellitus)
Bestimmung des LDL-Cholesterins: Zielwert <70mg/dl
Nenne die wichtigsten Folgekomplikationen des Diabetes mellitus!
diabetische Nephropathie
diabetische Neuropathie
diabtische Retinopathie
diabetische Makroangiopathie
diabetisches Fußsyndrom
Welche Untersuchung muss zur Feststellung einer diabetischen Nephropathie durchgeführt werden?
Bestimmung des Albumins im Urin und der Nierenretentionswerte
In welche zwei Unterformen wird die diabetische Neuropathie eingeteilt?
symmetrisch-distale sensomotorische Neuropathie
autonome Neuropathie
Welche Untersuchungen erfolgen hinsichtlich der symmetrisch-distal sensomotorischen Neuropathie?
Prüfung von
Vibrations-,
Temperatur-,
Schmerzempfinden
Muskeleigenreflexen
Welche Ergebnisse und Untersuchungen erfolgen hinsichtlich einer autonomen Neuropathie?
eingeschränkte Herzfrequenzviarbilität
Magenentleerungsverzögerung (Prüfung mittels Szintigrafie nach Testmahlzeit)
Blasenatonie (sonografische Restharnbestimmung nach Miktion)
erektile Dysfunktion (Anamnese)
verminderte Hypoglykämiewahrnehmung (Anamnese)
Welche Untersuchungen erfolgen hinsichtlich der diabtischen Retinopathie?
Fundusuntersuchung
Bestimmung der Sehschärfe
Welche zwei wesentlichen Unterformen sind bei der diabtischen Makroangiopathie relevant?
koronare Herzkrankheit
pAVK
Welche Untersuchungen erfolgen hinsichtlich der KHK?
Belastungs-EKG,
Echokardiografie
ggf. Koronarangiografie
Welche Untersuchungen erfolgen hinsichtlich der pAVK?
Pulsstatus,
Doppler- und Farbduplexsonografie
ggf. Angiografie
Welche Untersuchungen erfolgen hinsichtlich eienr zerebrovaskulären Insuffizienz?
Doppler-Sono der A. carotis
In welche zwei Unterformen wird das diabetische Fußsyndrom eingeteilt?
neuropathischer Fuß
ischämischer Fuß
Anamnese, Inspektion, Palpation und Basisdiagnostik hinsichtlich des neuropathischen Fußes
A: evtl. nächtliche Schmerzen, Pelzigkeitsgefühl
I: rosige Haut, Hyperkeratosen und schmerzlose Drucknekrosen oder -ulzera an druckbelasteten Stellen
P: warme, trockene Haut, vorhandene Fußpulse
B: reduziertes Vibrationsempfinden, Doppler-Verschlussdruck >60mmHg
Anamnese, Inspektion, Palpation und Basisdiagnostik hinsichtlich des ischämischen Fußes
A: Belastungs-, später Ruheschmerz
I: atrophisch-livide Haut, schmerzhaffte Ulzera
P: kühler Vorfuß/Zehen, fehlende Fußpulse
B: unauffälliges Vibrationsempfinden, Doppler-Verschlussdruck <60mmHg
Nenne zwei Therapieschemata, nach denen man einen Typ I Diabetes behandeln kann!
Intensivierte Insulintherapie nach dem Basis-Bolus-Konzept
alternativ: Insulinpumpentherapie
Wie funktioniert (so ganz grob) das Basis-Bolus-Konzept?
Versuch die natürliche Insulinsekretion zu imitieren
1x täglich Injektion eines lang wirksamen Verzögerungsinsulins als Basis und mahlzeitbezogene Injektion von schnell wirksamem Normalinsulin je nach geplanter Nahrungsaufnahme (BE-Faktor) und nach dem aktuellen BZ-Wert vor Injektion
Wieviel Gramm entspricht 1 KE?
1 KE = 10g Kohlenhydrate
Wie hoch ist der Insulintagesbedarf in der Initialphase der Manifestation?
0,5 - 1,5 IE/kgKG/d
Wie hoch ist der Insulintagesbedarf in der Remissionsphase?
< 0,5 IE/kgKG/d
Wie hoch ist der präpubertäre Insulintagesbedarf?
0,7 - 1,0 IE/kgKG/d
Wie hoch ist der pubertäre Insulintagesbedarf?
1,0 - 2,0 IE/kgKG/d
Wie hoch ist der Insulinbedarf eines Erwachsenen?
0,6 - 0,7 IE/kgKG/d
Wie erfolgt die tägliche Deckungsverteilung durch die beiden Insulinarten?
Basal: ca. 30 (-50%) des Insulintagesbedarfs
Prandialinsulin: ca. (50-)70% des Insulinbedarfs
Mahlzeitenfaktor: Menge an Insulin (in IE) zum Ausgleich der BZ-Steigerung durch 1KE
Tagesabhängigkeit:
Morgens: Mahlzeitenfaktor x2
Mittags: Mahlzeitenfaktor x1
Abends: Mahlzeitenfaktor x1,5
Was kann eine Komplikation nach Beginn der antidiabetischen Therapie sein?
Hypoglykämien
In welche drei Stadien teilt man die Hypoglykämie im Kinder- und Jugendalter ein und welches Vorgehen ist jeweils nötig?
Stufe 1: <70mg/dL
Beobachten
ggf. Behandlung
Stufe 2: <54mg/dL
sofortige Behandlung
ggf. Fremdhilfe erforderlich
Stufe 3: mit Bewusstseinsstörung
sofortige Behandlung mit Fremdhilfe
In welche Kategorien erfolgt die Einteilung der Symptome einer Hypoglykämie?
vegetativ
neuroglucopenisch
verhaltensspezifisch
unspezifisch
Nenne die vegetativen Symptome einer Hpyoglykämie
Zittern,
Schwitzen
Palpationen
Blässe
Nenne die neuroglocopenischen Symptome einer Hpyoglykämie
Konzentrationsstörung,
Verwirrtheit,
Benommenheit,
Störungen des Kurzzeitgedächtnis
Seh-, Sprach- & Hörstörungen
Kraftlosigkeit
Schwindel- bzw. Gangstörung
Bewusstseinsstörung, epileptischer Anfall (Grad 3)
Nenne die verhaltensspezifischen Symptome einer Hpyoglykämie
Reizbarkeit bzw. Agitation,
unerklärliches Weinen
Albträume
Nenne die unspezifischen Symptome einer Hpyoglykämie
Kopfschmerz
Übelkeit
Hunger
Die Hypoglykämie in Rahmen eines Typ I hat welche Definition?
Whipple Trias
Hpyoglykämische Symptomatik
BZ-Wert ↓ <45-50 mg/dL
Milderung der Symptomatik bei Anhebung des Glucosespiegels
Wie erfolgt die Therapie einer Hypoglykämie bei erhaltenem Bewusstsein?
ca. 0,3g/kgKG oral Glucose
Wie erfolgt die Therapie einer Hypoglykämie bei gestörtem Bewusstsein für Menschen >25kg?
Glucagon 0,5 mg i.m. oder s.c
Glucagon nasal
Alternativ : Glucose 10% i.v.
Welche Medikamente können den Insulinbedarf steigern?
β-Sympathomimetika,
Glukokortikoide,
orale Kontrazeptiva,
Diuretika,
Phenothiazine,
Schilddrüsenhormone
Welche Medikamente können den Insulinbedarf senken?
β-Blocker,
ASS,
MAO-Hemmer,
Reserpin
Welche weiteren Faktoren sorgen dafür, dass der Insulinbedarf steigt?
Fieber,
Stress,
Hyperthyreose,
Wachstum,
Cushing-Syndrom,
anaerober Sport,
Postaggressionsstoffwechsel
Welche weiteren Faktoren sorgen dafür, dass der Insulinbedarf sinkt?
Alkohol,
aerober Sport,
HVL-Insuffizienz,
abnorme Nierenfunktion,
Leberinsuffizienz,
Hypothyreose,
NNR-Insuffizienz
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