1.Was könnten Arbeitsfelder und Problemstellungen während der Corona-Pandemie sein, bei denen insbesondere ein gesundheitswissenschaftlicher Ansatz benötigt wird?
Public Health
.Wieso stößt eine naturwissenschaftlich-biomedizinische Forschung und Versorgung seit den
1980ern zunehmend an ihre Grenzen?
Die naturwissenschaftlich-biomedizinische Forschung stößt seit den 1980er Jahren an ihre Grenzen, weil unser rein biologisches Krankheitsmodell der Komplexität moderner, chronischer Erkrankungen oft nicht mehr gerecht wird. Zudem verlangsamt sich der wissenschaftliche Fortschritt bei der Generierung bahnbrechender neuer Erkenntnisse, während gleichzeitig die Kosten für Entwicklung und Versorgung explodieren
Was sind Neuerungen und Kennzeichen durch/der Sozialhygiene (ab ca 1900)?
Definition & Kernkonzept
Wandel: Weg von reiner Bakteriologie (nur Erreger), hin zur sozialen Gesundheitspflege.
Fokus: Nicht das Individuum zählt, sondern das Kollektiv (Bevölkerung / Arbeiterschaft).
Grundthese: Krankheiten entstehen durch die Wechselwirkung mit Lebens-, Arbeits- und Wohnbedingungen.
Schlüsselfigur: Alfred Grotjahn (begründete das Fach; 1920 erster Lehrstuhl an der Charité).
🔍 3 Zentrale Kennzeichen
Soziale Determiniertheit: Armut, schlechter Lohn und Überarbeitung machen krank.
Prävention vor Kuration: Vorbeugen und Aufklären statt nur im Krankenhaus heilen.
Statistische Methode: Systematische Verknüpfung von Krankheitsdaten mit sozialen Faktoren.
🚀 Die 5 wichtigsten Neuerungen (Praxis)
Fürsorgestellen (Dispensaires): Ambulante Beratungsstellen in Stadtvierteln für „Volkskrankheiten“ (Tuberkulose, Alkoholismus, Geschlechtskrankheiten).
Mutter- & Säuglingsschutz: Mütterberatungsstellen und Milchverteilung zur Senkung der Säuglingssterblichkeit.
Gewerbehygiene: Erforschung von Berufskrankheiten und Einführung von Arbeitsschutz in Fabriken.
Wohnungshygiene: Kampf gegen das „Mietskasernen-Elend“ (Forderung nach Licht, Luft, sauberem Wasser).
Neue Berufe: Entstehung der professionellen sozialen Arbeit (Fürsorgerinnen).
1.Nennen Sie Errungenschaften Hippokrates
-Diagnose und Therapie systematisch erarbeiten
-Berücksichtigung der Lebensumstände und der Vorgeschichte (Anamnese) sowie der
seelische Zustand des Patienten
-Durchführung von Impfungen
-Meldung von Infektionskrankheiten an ein staatl. Register
Diagnose und Therapie systematisch erarbeiten
1.Was zählt zu den Aufgaben der „Medicinischen Polizey“ im Zeitalter des Absolutismus
-Sicherung der inneren und äußeren Macht
-für öffentliche Sicherheit und Ordnung sorgen
-Bevölkerungsvermehrung sichern
-Evidenzbasierung durch Forschung und Ärztefortbildung
-Geburtsgeschehen verbessern
-zum Überleben der Stadt als „soziale Einheit“ beitragen
-die Eigenständigkeit des medizinischen Handels von Stadtärzten durch finanzielle Mittel
fördern
1,3,5
1.Das Verhalten des heutigen Menschen, als „denkendes“ und damit besonders hoch
entwickeltes „Tier“ wurde im Zuge der Entwicklung zunehmend durch kulturelle Evolution
bestimmt.
Ja
3.Inwiefern stehen Gefühle bzw. die Psyche und Körperfunktionen, wie z.B. das Immunsystem,
in Wechselwirkung?
Folie „Psychoneuroimmunologie
Aktivierung der HPA-Achse, Zusammenhang mit Stresserlebnissen
Hans Seidel (Hat Zusammenhänge untersucht)
Stress wird hormonell durch das Gehirn vermittelt (Gedächtnis, Bewertung, Lebenserfahrungen
prägen Stresserleben)
Zusammenhang NS-Immunsystem
3.Das gesundheitspolitische Leitbild ist geprägt durch die Zielvorgaben der WHO. Nenne
wichtige und allgemein akzeptierte Merkmale der Gesundheits-Definition der WHO
Definition existiert seit 1948
Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen
Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen
Wohlbefindens-Paradoxon: oft geringen Wohlbefinden bei höheren Klassen (gegenteilig bei
niedrigeren Klassen)
3.Versuche, Dich an Bedingungen und zentrale Konstrukte der sozialkognitiven Theorie nach
Bandura zu erinnern!
Handlungsergebniserwartung
Einschätzung der Gefährdung
Kontrolle des Selbst
Handlungsantriebskontrolle
Beobachtung von Vorbildern Beobachtungslernen (Roger Bannister),
1,5
3.Zentrale Prozesse der Schutzmotivation sind:
Spannungsreduktion
Bedrohungseinschätzung
Instinktverhalten
Triebsteuerung
Bewältigungseinschätzung
2,5
3.Warum sind Motivationstheorien alleinig nicht in der Lage, ausreichend sichere
Vorhersagen für menschliches Verhalten zu machen?
Umsetzung, Volition, „Motor und Kraftstoff“
„knowing-doing-gap“
Muss oft gegen Motivation (auf dem Sofa zu liegen) gehen
Möglichst konkrete Vorsätze machen
3.Was sind Merkmale sogenannter "Stadienmodelle"?
Das höchste Stadium stellt dabei das Ziel einer Verhaltensänderungsprozesses dar
Personen im gleichen Stadium ähneln sich stark, z.B. nehmen sie die gleichen
Schwierigkeiten wahr
Personen lassen sich in verschiedene Stadien einteilen und es gibt eine eindeutige
Anordnung der Stadien
Jedes Stadium weist charakteristischen Denk- und Erlebensmuster auf, in den Personen
ähneln
Die Stadien werden zyklisch durchlaufen
Das transtheoretische Modell nach Prochaska und Di Clemente ist ein solches
Stadienmodell
Das sozial-kognitive Prozessmodell gesundheitlichen Handelns (HAPA- Health Action
Pcocess Approach, Schwarzer 1992; 2001)...
...ist ein dynamisches Modell zur Erklärung und Vorhersage gesundheitsrelevanter
...unterscheidet in einen präintentionalen Motivationsprozess und einem postintentionalen
Volitionsprozess
...unterscheidet in verschiedene Stufen einer lineares Motivationszuwaches
...berücksichtigt eine postaktional vorgenommene Bewertung der erfolgten Handlung
...hat mit Motivation nichts zu tun, da es gesundheitspolitisches und -ökonomisches Modell
der Verhältnisprävention ist
...sieht vor, dass die volitionale Phase erst erreicht wird, nach die motivationale Phase
abgeschlossen wurde
1,2,4,6
Welche Aussagen treffen auf die Sozialepidemiologie zu? Folie 5
1Entstammt der medizinischen Epidemiologie
2Entstammt der Rassenhygiene
3Sucht nach Zusammenhängen zw. Gesellschaft, KH und GH
4Versucht, biomedizinische Krankheitsursachen zu ergänzen
5Besitzt als zentrale Intervention den Anspruch, Armut zu verringern
6Schafft ein Verständnis der Bedeutung von kulturellen Rahmenbedingungen der Verbreitung von Krankheiten und riskanten Verhaltensweisen
1,3,4,6
An welchen Stellen schafft eine soziale Differenzierung von Gesundheitsproblemen ein tieferes
KH-/GH-Verständnis? Folie 6
Verteilung der Gesundheitsprobleme spiegelt die Unterschiedlichkeit der Lebensläufe (indiv. Handeln, soziale Chancen u. Ressourcen) wider
Nachweis von Keimen
Unterschiedliche Sensibilität für gesundheitsprotektive und -schädigende Einflüsse von außen in unterschiedlichen Phasen des Lebensverlaufs*
Lebenslauf, Lebensweise, Lebensstil und epochaler Kontext bestimmen differenziert die Art und Weise des individuellen und des gesellschaftlichen Umgangs mit Gesundheitsproblemen
Die Prävalenz von Übergewicht ist weltweit gesehen von Kultur und Epoche unabhängig
1,3,4
Welche Aussagen zur "Frauen- und Männergesundheit" treffen zu? ab Folie 8
Die Lebenserwartung von in Deutschland geborenen Mädchen liegt ca. 5 Jahre über der der Jungen
In den ersten Lebensjahren ist die Gesundheit der Mädchen als "robuster" zu bezeichnen
Während der Pubertät weisen weibliche Jugendliche häufiger psychosomatische Befindlichkeitsstörungen auf
Im Alter 15-20 J erscheinen Jungen psychisch stabiler
20-50 Jahre: Frauen zeigen eine frühere und schnellere Gewöhnung an den Umgang mit Zigaretten/Alkohol
20-50 Jahre: Frauen lassen sich einem charakteristischem einheitlichen Körperkonzept zuordnen
Männer ab 50 J sind besonders anfällig ggü. Herz-Kreislauf-EK
20-50 Jahre: Alleinstehende haben ein geringeres Erkrankungsrisiko
1,2,3,4,7
Der "Policy Rainbow" von Dahlgren und Whitehead (1991) ... Folie 14
...verdeutlicht, dass Gesundheit und Krankheit neben den individuellen genetischen Bedingungen und der Qualität der medizinischen Versorgung vor allem von den im weitesten Sinn psychosozialen und ökologischen Bedingungen abhängt
Zu den psychosozialen und ökologischen Bedingungen gehören u.a.: der sozioökonomische Status, die emotionale und kommunikative Qualität der Familie, die Umweltsituation des Wohnumfeldes und auch die Settings Schule/Arbeit und samt den dort vorrätigen Noxen
...weist dem individuellen Gesundheits-Krankheitskontinuum jeweils eine Regenbogenfarbe zu
...benennt Felder (=Interventionsebenen) potenzieller politischer Interventionen
...betrachtet individuelle Lebensstilfaktoren als alle anderen Bereiche übergreifende Dimension
1,2,4
Was versteht man unter gesundheitlicher Ungleichheit? Folie 15
Unterschiede in der Gesundheit von Männern und Frauen
Unterschiede im Gesundheitszustand von eineiigen Zwillingen
Unterschiede in der Gesundheit von zwei, gleichaltrigen im gleichen sozialen Setting lebenden Personen
Unterschiede im Gesundheitszustand, die mit dem sozialen Status zusammenhängen
Unterschiede im Gesundheitszustand von KassenpatientenInnen und Privatversicherten
4
Soziale Ungleichheit...
...ist ein Synonym für gesundheitliche Ungleichheit
... kann in ihrer vertikalen, horizontalen und orthogonalen Ausprägung unterschieden werden
...besitzt eine vertikale Dimension, hiermit wird der hierarchische Charakter der sozialen Ungleichheit angedeuteT
...kommt u.a durch eine vertikale Dimension zum Ausdruck, als Indikator wird häufig das
Einkommen herangezogen
3,4
Sozialschicht und Armut - Welche Aussagen treffen zu?
die soziale Schicht wird üblicherweise als Index ausgedrückt, d.h. man ermittelt Punktewerte zur beruflichen Stellung etc. und bildet einen Summenwert
Die Sozialschicht-Index nach Helmert und Winkler berücksichtigen Angaben zur Bildung, beruflichen Stellung und dem Einkommen
Zur Ermittlung von Armut bezieht man sich häufig auf das "Äquivalenz-Einkommen"
In Deutschland ist eine Zunahme von Armut zu verzeichnen Traditionell ist die empirische Armutsforschung dominiert von objektiven Indikatoren.
Mehr und mehr gewinnt aber die Erkenntnis an Gewicht, dass auch subjektive Indikatoren relevante Größen darstellen*.
Gesundheitliche Ungleichheit ist ein typisches Phänomen des digitalen Zeitalters und wurde vor der Industrialisierung nicht von Sozialepidemiologen beschrieben *subjektiv fühlt man sich arm (im Vgl. zur Referenzgruppe)
1 bis 5
Welche empirischen Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Sozialstatus und
Gesundheitszustand treffen zu?
Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status weisen zumeist eine besonders hohe Morbidität auf.
Einzige Ausnahme: Für Kinder und Jugendliche lassen sich NICHT ähnliche Zusammenhänge wie für EW nachweisen, Sie scheinen recht "robust" ggü. den typischen Belastungen Ihrer Schicht zu sein.
Allergien und Hauterkrankungen lassen sich vor allem in Gruppen mit niedrigem sozialem Status finden *
Trotz aller sozialer Unterschiede in den Morbiditätsraten lassen sich keine vergleichbaren Zusammenhänge zwischen Sozialstatus und Lebenserwartung ermitteln
Die subjektive Gesundheitseinschätzung von Ki u. Jug. ist stark von der Schichtzugehörigkeit der Eltern abhängig.
*oft bei Personen, die in der Stadt lebe
Zum Äquivalenz-Einkommen:
Das Äquivalenzeinkommen ist ein Wert, der sich aus dem Gesamteinkommen eines Haushalts und der Anzahl und dem Alter der von diesem Einkommen lebenden Personen ergibt
Die Ermittlung der von Armut betroffenen Bevölkerungsanteilen gemäß Äquivalenzeinkommen führt zu doppelt so hohen Armutsraten im Vergleich zur Anzahl der Sozialhilfeempfänger
In der EU: Personen mit einem verfügbaren Einkommen von 30 % oder weniger des Nettoäquivalenzeinkommens gelten in Relation zur Bevölkerung als armutsgefährdet
Die OECD-Skala bietet Gewichtungsfaktoren zur internationalen Vergleichbarkeit von Einkommensberechnunge
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