Was ist die Kernidee des Studienbriefs 5 zum Thema Lebenslanges Lernen?
In diesem Studienbrief geht es um die Idee, dass Lernen nicht mit der Schule endet, sondern den gesamten Lebenslauf umfasst. Für die Prüfung ist es wichtig, die historischen Wurzeln, die politischen Programme und die wissenschaftliche Kritik zu kennen.
Wie wird die (begriffs-)geschichtliche Entwicklung des Lebenslangen Lernens grundsätzlich eingeordnet?
Das Konzept des Lebenslangen Lernens ist nicht neu, sondern hat verschiedene Vorläufer.
Volksbildung (19. Jahrhundert): Richtete sich an das „Volk“ als Kollektiv (vor allem niedere Schichten). Sie hatte einen emanzipatorischen Charakter (Aufklärung), diente aber auch der Anpassung an die Industrialisierung.
Erwachsenenbildung (EB – Erwachsenenbildung) (nach 1945): Stellte das Subjekt und seine Lernbedürfnisse in den Mittelpunkt. Sie löste den (durch den Nationalsozialismus belasteten) Begriff der Volksbildung ab.
Weiterbildung (WB – Weiterbildung) (ab 1970): Wurde durch den Strukturplan 1970 als „vierte Säule“ des Bildungswesens etabliert. Sie umfasst Fortbildung, Umschulung und allgemeine Erwachsenenbildung (EB – Erwachsenenbildung) nach der ersten Bildungsphase.
Was charakterisiert die Volksbildung im 19. Jahrhundert?
Die Volksbildung richtete sich an das „Volk“ als Kollektiv (vor allem niedere Schichten). Sie hatte einen emanzipatorischen Charakter (Aufklärung), diente aber auch der Anpassung an die Industrialisierung.
Was zeichnet die Erwachsenenbildung (EB) nach 1945 aus?
Die Erwachsenenbildung (EB) stellte das Subjekt und seine Lernbedürfnisse in den Mittelpunkt. Sie löste den (durch den Nationalsozialismus belasteten) Begriff der Volksbildung ab.
Wie wurde die Weiterbildung (WB) ab 1970 etabliert?
Die Weiterbildung (WB) wurde durch den Strukturplan 1970 als „vierte Säule“ des Bildungswesens etabliert. Sie umfasst Fortbildung, Umschulung und allgemeine Erwachsenenbildung (EB) nach der ersten Bildungsphase.
Prüfungstipp: Welche Begriffe müssen laut Tabelle auf Seite 14 unterschieden werden können?
Du musst folgende Begriffe unterscheiden können:
Volksbildung: Fokus auf Volksaufklärung.
Erwachsenenbildung (EB): Fokus auf Institutionalisierung.
Weiterbildung (WB): Fokus auf einen eigenständigen Teil des Bildungswesens.
Lebenslanges Lernen: Fokus auf den Sozialmodus.
Welche zwei gegensätzlichen Aspekte prallen im bildungspolitischen Programm des Lebenslangen Lernens aufeinander?
Hier prallen zwei Welten aufeinander: die Emanzipation des Einzelnen und die ökonomische Verwertbarkeit.
Wie sieht die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) das Lebenslange Lernen?
Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) vertritt eine emanzipatorische Sichtweise. Sie sieht Lebenslanges Lernen als Mittel zur aktiven Teilhabe an der Gesellschaft.
Nenne die 4 Säulen des Delors-Berichts der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization).
Die 4 Säulen sind:
Lernen, Wissen zu erwerben.
Lernen, zu handeln.
Lernen, zusammenzuleben.
Lernen für das Leben.
Worauf liegt der Fokus der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) beim Lebenslangen Lernen?
Die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) hat eine ökonomische Ausrichtung. Ihr Fokus liegt auf der Beschäftigungsfähigkeit und dem wirtschaftlichen Wachstum.
Was sind die Ziele der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) und welches Lernprinzip ist wichtig?
Die Ziele sind persönliche Entwicklung, soziale Kohäsion und Wirtschaftswachstum. Wichtig ist hier das selbstgesteuerte Lernen.
Wie definiert die BLK-Strategie (Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung) das Lernen in Deutschland?
Lernen wird als konstruktives Verarbeiten von Informationen zu Kompetenzen definiert. Dabei trägt der Einzelne die Verantwortung für seinen Bildungsweg (Willen, Wissen, Können).
Warum wird Lebenslanges Lernen kritisch gesehen?
Es geht um die „Ökonomisierung“ des Menschen.
Erläutere die theoretischen Modelle des Lebenslangen Lernens nach der Tabelle auf Seite 23.
Bildungsökonomisches Modell: Ziel ist Funktionalität / Arbeitsmarkt; Adressaten sind Arbeitnehmer.
Bildungstheoretisches Modell: Ziel ist Mündigkeit / Identität; Adressaten sind Alle.
Emanzipatorisches Modell: Ziel ist Gesellschaftliche Veränderung; Adressaten sind Alle.
Was versteht man unter der Institutionenkritik am Lebenslangen Lernen?
Die Institutionenkritik warnt vor der „Verschulung“ des gesamten Lebens.
Was beinhaltet die pädagogisch-politische Kritik am Lebenslangen Lernen?
Sie sieht die Gefahr, dass der Mensch nur noch als „Instrument“ für den Arbeitsmarkt dient (Entfremdung).
Was beschreibt die Kulturkritik im Kontext des Lebenslangen Lernens?
Die Kulturkritik beschreibt die „Kolonialisierung der Lebenswelt“ – jeder Bereich des Lebens (auch Freizeit) wird zum Lernzwang.
Welcher Schlüsselbegriff ist für die professionelle pädagogische Praxis beim Lebenslangen Lernen wichtig?
Ein Schlüsselbegriff ist die Biographiearbeit.
Was wird unter einer professionellen Haltung von Pädagogen verstanden?
Pädagogen müssen Begriffe wie Lebenslanges Lernen kritisch reflektieren und eine eigene Position entwickeln.
Was bedeutet der Begriff Biographizität?
Biographizität ist die Kompetenz, modernes Wissen mit lebensgeschichtlichen Erfahrungen zu verknüpfen.
Inwiefern wird Lernen als aktiver Prozess gesehen?
Lernen kann von außen angeregt, aber nicht direkt gesteuert werden. Es ist immer an die Biographie des Individuums gebunden.
Erläutere den Unterschied zwischen vertikalem und horizontalem Lernen im Kontext des Lebenslangen Lernens.
Vertikales Lernen: Bezieht sich auf die Zeitspanne (durch den gesamten Lebenslauf).
Horizontales Lernen: Meint die Breite (alle Lebensbereiche, formales und informelles Lernen).
Was versteht man unter dem „unternehmerischen Selbst“ im Lebenslangen Lernen?
Es beschreibt die Selbststilisierung und Selbstoptimierung des Menschen, der sich permanent weiterbildet, um seine „Marktfähigkeit“ zu erhalten – sowohl im Beruf als auch privat.
Nenne die drei Lernformen und gib je ein Beispiel.
Formales Lernen: Organisiert, führt zu Zertifikaten (zum Beispiel Schule, Studium).
Non-formales Lernen: Geplant, aber außerhalb des Regelsystems (zum Beispiel Volkshochschul-Kurs (VHS-Kurs), betriebliche Weiterbildung (WB)).
Informelles Lernen: Beiläufig, im Alltag (zum Beispiel Lernen im Ehrenamt oder am Arbeitsplatz).
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