APGAR-Score
erhoben 1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt
Appearance (Aussehen)
Pulse (Herzfrequenz)
Grimace (Grimassieren, Schreien, ggf. als Reaktion auf Stimulation)
Activity (Muskeltonus)
Respiration (Atmung)
0-10 Punkte, 5-8 grenzwertig gestört, 0-4 vital bedrohlich gestört
Babys Terminologie
Neugeboren: Tag 1-29
Säugling: Tag 29- 1 Jahr
ab 1 Jahr Kleinkinder
Gestationsalter
Dauer der Schwangerschaft, vom 1. Tag der letzten Regelblutung an gerechnet
Kleinwuchs - Definition
Kinder < 3. Perzentile ihres Alterkollektivs
Adrenogenitales Syndrom
Gruppe autosomal-rezessiver Stoffwechselstörungen, die durch unterschiedliche Enzymdefekte in der Nebennierenrinde zu verminderter Cortisolsynthese führen
meist 21-Hydroxylase-Mangel
Pathomechanismus: Mangel an Cortisol -> vermehrte ACTH-Ausschüttung -> Nebennierenrindenhyperplasie -> vemehrte Androgenproduktion -> bei XX bereits intrauterine Virilisierung (z.B. Klitorishypertrophie)
häufig auch Aldosteronsynthese eingeschränkt -> bei Neugeborenen lebensbedrohliche Salzverlustkrise (Erbrechen + schockähnliche Symptomatik)
TH: Lebenslange Substitution GC (in Stresssituationen erhöhen!), Neugeborene kriegen Mineralcorticoid-Therapie
Wichtigste diaplazentare Infektionen mit teratogenem Risiko
Toxoplasmose
Röteln
Zytomegalie
Herpes simplex
andere, z. B. Lues
(Akronym: TORCH)
Gregg-Trias
bei Rötelnembryopathie (tritt nur bei Erstinfektion der Schwangeren auf)
Katarakt, Innenohrschwerhörigkeit, Herzfehler
häufigste Herzfehler: Pulmonalisstenose, persistierender Ductus Botalli, VSD
Fehlbildungsausmaß nimmt im Verlauf der Schwangerschaft ab -> im 4. SSMonat nur noch 10%
CMV
häufigste angeborene Virusinfektion
viszerale Symptome: Ikterus, Hepatosplenomegalie, Thrombozytopenie
Chorioretinitis
häufig ZNS Beteiligung (psychomotorische Retardierung, Mikrozephalie, Taubheit, Krampfanfälle)
TH: Ganciclovir-Behanlung bei florider Pneumonie oder Hepatitis
ähnliche Symptome wie CMV
Hydrozephalus, Chorioretinitis, intrakranielle Verkalkungen
Infektionsrisiko steigt von Trimenon zu Trimenon!
Stoffwechselentgleisungen bei Diabetischer Fetopathie
Hypoglykämie
Hypokalzämie
Metabolische Alkalose
Hyperbilirubinämie
Persistierender Ductus Arteriosus (PDA)
häufiges Problem des Frühgeborenen
Kurzschlussverbindung zwischen Aorta und A. pulmonalis
Mangelnder Verschluss bei Hypoxämie und verzögerter Abfall von Prostaglandinen
Ausbilung eines Links-Rechts-Shunts -> Volumenbelastung des Pulmonalkreislaufs und des linken Ventrikels
TH: nur bei hämodynamisch bedeutsamem PDA; Prostaglandinsynthesehemmer, z.B. Indometacin (KI: Thrombozytopenie, Nierenversagen), ggf. operativer Eingriff
Perinatale Asphyxie
häufigste Ursache zerebraler Schädigungen bei NG
Unterversorgung lebenswichtiger Organe mit Sauerstoff und Substraten vor, während oder unmittelbar nach der Geburt
-> Atmung setzt unmittelbar nach Geburt nicht ein
Hypoxämie, Hyperkapnie, Azidose
Nabelschnur-pH <7 = Warnhinweis für Asphyxie
Hydrops fetalis
generalisierte Flüssigkeitsansammlung beim ungeborenen Kind, die die serösen Höhlen (Pleura, Perikard, Peritoneum) sowie die Haut betreffen kann
Die Ursachen können immunologisch (Morbus haemolyticus fetalis/neonatorum) oder nicht-immunologisch sein (Infektionen, Chromosomenaberrationen, Herzvitien)
Pathophysiologisch liegt dem Hydrops eine Hypoxie zugrunde, wodurch die Zellpermeabilität erhöht ist
Es handelt sich insgesamt um einen potenziell lebensbedrohlichen Zustand.
Phenylketonurie
autosomal-rezessive hereditäre Aminosäurenstoffwechselstörung
durch Defekt der Phenylalaninhydroxylase -> gestörte Umwandlung von Phenylalanin in Tyrosin
K: v.a. Neurologische Symptome (Mikrozephalie, Entwicklungsstörung, epileptische Anfälle), Muffiger Geruch, Ekzeme, Hypopigmentierungen
TH: Phenylalaninarme Diät, Enzymersatztherapie (Pegvaliase)
Homocystinurie
ar hereditäre Aminosäurenstoffwechselerkrankung
Bei Umwandlung von Methionin zu Cystein vermehrte Anhäufung Homocystein
K: Marfan-ähnliche Klinik, Linsenluxation, Arachnodaktylie und Hochwuchs, thrombembolische Komplikationen, Oligophrenie, Skelettdeformitäten, ausgeprägte Osteoporose
TH: Methioninarme Diät, Vit. B6
Fanconi-Syndrom
Definition: Angeborene oder erworbene unspezifische Tubulopathie des proximalen Tubulus
Ätiologie
Angeboren: Autosomal-rezessiver Erbgang
Erworben nach Nierenschädigung
Nephrotoxische Substanzen
Stoffwechselerkrankungen, z.B. Zystinose
Folgen
Gestörte Tubulusfunktion: Wasserverlust, gestörte Rückresorption von Aminosäuren, Elektrolyten (Kalium, Phosphat und Bicarbonat) und Glucose
Polydipsie, Polyurie, Azidose, Hypokaliämie, Vitamin-D-resistente Rachitis (im Kindesalter, durch den Phosphatverlust)
Unterschied Cystinurie und Cystinose
• Zystinurie: Störung der tubulären Rückresorption von Cystin → Nephrolithiasis
• Zystinose: Transportdefekt in den Lysosomen → Akkumulation von Cystin in den Lysosomen → Schädigung von proximalem Tubulus, Glomeruli u. a.
Galaktosämie
Mangel des Enzyms Galaktose-1-Phosphat-Uridyltransferase
keine Umwandlung von Galaktose und Galaktose-1-Phosphat in Glucose-1-Phosphat -> Akkumulation schadet Leber, Gehirn, Augenlinse und Nierentubuli
K: langfristig klassische Trias aus Leberzirrhose, Katarakt + Hirnschaden
meist auftreten einige Tage nach erster Muttermilchfütterung mit sepsisartigem Krankheitsbild: Nahrungsverweigerung, Erbrechen, Durchfälle, Ikterus + Hepatosplenomegalie
TH: Lebenslange Lactosefreie und Galaktosearme Ernährung
Teil des NG-Screenings
Rachitis
Prädilektionsalter Vit-D-Mangel Rachitis 3.-9.LJ
K: Allgemeinsymptome, Knochenverbiegungen, rachitischer Rosenkranz, Hyperplasie des nicht-verkalkten Osteoids, Symptome der Hypokalzämie (Tetanie, muskuläre Hypotonie, epileptische Anfälle)
D: Labor Ca runter, Ph n/runter, PTH hoch (2ndHPT), AP hoch, radiologische Zeichen im Röntgen
Verbreiterung Wachstumsfugen
Verbreiterte Metaphysen
Unscharfe Knochengrenzen
Looser-Umbauzonen
TH: Vit. D3 und Calcium-Substitution
KAWASAKI - Akronym
Konjunktivitis
Ausschlag
Wärme
(Lymph)-Adenopathie
Stomatitis
ASS
Kortikoide
Immunglobuline
Symptome Hypotonie beim NG
Icterus prolongatus, Trinkfaulheit, Bewegungsarmut, Makroglossie, struppiges Haar und ein ausladendes Abdomen durch Obstipation
Wachstumsrückstand, Sprachstörungen und geistige Retardierung
Bradykardie, Hypothermie
Trockene Haut, heisere Stimme
Teil des NG-Screenings (zumindest TSH, ⚡️fällt nur bei primärer Hypothyreose auf)
Spätfolgen des Hypoparathyreoidismus
Die Haut wird trocken, spröde und rissig. Es entwickeln sich häufig Ekzeme und Dermatitiden. Die Nägel an Händen und Füßen zeichnen sich durch besondere Brüchigkeit und die Ausbildung von quer verlaufenden Rillen aus. Außerdem bestehen häufig Haarausfall, Schmelzhypoplasien der Zähne, Linsentrübungen und eine symmetrische Verkalkung der Stammganglien. Die Kinder zeigen häufig eine psychomotorische Retardierung.
DiGeorge-Syndrom
Mikrodeletion auf Chromosom 22 (22q11.2), die zu Entwicklungsstörung der Schlundbögen führt
CATCH-22:
Cardiac Anomalies = Herzfehler
Anomalous Face = Gesichtsdysmorphie
Thymusaplasie/Hypoplasie
Cleft Palate = Gaumenspalte
Hypocalcaemia = Hypokalzämie aufgrund eines Hypoparathyreoidismus
Chromosom 22 ursächlich betroffen
Fieber - Definition
bei NG ≥ 38°C, außerhalb der NG-Phase ≥ 38,5°C
Fieber entsteht als vom Körper aktiv herbeigeführte Temperaturerhöhung meistens als Antwort auf eine Infektion, die zur Ausschüttung verschiedener pyretisch wirksamer Entzündungsmediatoren führt.
Bei ansteigendem Fieber ist die zentrale Zieltemperatur hochgestellt (z. B. 40,5 °C). Der Körper reagiert durch eine Zentralisierung des Blutes, sodass Frieren, Schüttelfrost und kalte Hände den Anstieg des Fiebers signalisieren. Ist die erhöhte Zieltemperatur erreicht, führen diverse antipyretische Mechanismen zum Wärmeabfluss: Hände und Füße werden wieder warm, das Kind „glüht“ oder schwitzt und die Wärme fließt wieder ab.
Reye-Syndrom
ASS-assoziierte akute Enzephalopathie und Leberfunktionsstörung
Tödlicher Verlauf in 50% der Fälle
⚡️Bei Kindern unter 15 Jahren darf wegen der Gefahr eines Reye-Syndroms im Rahmen eines fieberhaften Infekts kein ASS gegeben werden!
Herpes-Simplex-Virusinfektion
Typ 1: vorwiegend im Kopf- und Gesichtsbereich, typischerweise Stomatitis aphthosa
Typ 2: Genitalbereich, eher bei Erwachsenen durch Geschlechtsverkehr, selten kongenital -> dann generalisierte Infektion oder Meningoenzephalitis + bullöses Exanthem
Stomatitis aphthosa: Schmerzhafte Bläschen, fauliger Fötor, regionale Lymphadenopathie; CAVE: Herpesenzephalitis (hämorrhagisch-nekrotisierende Enzephalitis); DD: Herpangina (Coxsackie A)
analog zu Varizella Primär- und Sekundärinfektion (Reaktivierung)
D Herpes-Enzephalitis: Neurolog. Untersuchung, EEG, LP; AK-Anstieg im Liquor, gf. über PCR direkter HSV-Erregernachweis
TH: schon bei Verdacht! Aciclovir i.v.
Eczema herpeticatum: Superinfektion bestehendes Ekzem (z.B. bei atopischer Dermatitis) durch HSV; oft m. hohem Fieber und schlechtem Allgemeinzustand begleitet
Herpesviren
• Herpes-simplex-Virus Typ 1 und 2
• Humanes Herpes-Virus Typ 6 (Exanthema subitum)
• Epstein-Barr-Virus (Mononukleose)
• Zytomegalievirus
• Varicella-Zoster-Virus
VZV
Erstmanifestation mit klassischem “Sternenhimmel”, insbes. Mund- und Genitalschleimhaut + behaarte Kopfhaut
1-2 Tage vor und bis 7 Tage nach Exanthembeginn Infektiosität
TH: meist symptomatisch (Antihistaminika, Antipyretika, CAVE: KEIN ASS und KEIN Ibu ⚡️Risiko für schwere Verläufe), bei konnatal Aciclovir i.v. wegen schlechter Prognose!
Klinische Unterscheidung verschiedener Tonsillopharyngitis-Formen
Mononukleose: Rötung und Schwellung der Tonsillen mit flächenhaften grau-weißen Belägen; Petechien an Gaumen und Uvula.
Follikuläre Tonsillopharyngitis: Rötung und Schwellung der Tonsillen mit punktförmigen Stippchen auf den Tonsillen (kann viral oder bakteriellen Ursprungs sein).
Streptokokkenangina: Rötung und Schwellung der Tonsillen mit und ohne Eiterbeläge, charakteristisch ist das hochrote Enanthem im Bereich des weichen Gaumens / Uvula (Blickdiagnose!).
Scharlach: Streptokokkenangina (s. o.) mit typischem Hautausschlag, Himbeerzunge usw.
Exanthema subitum
Durch humane Herpesviren Typ 6
Dreitagesfieber -> dann Exanthem
in 5-10% der Infizierten tritt ein Fieberkrampf auf
Masern
durch Morbilli-Virus
Zeitlicher Verlauf: Inkubationszeit von 10–14 Tagen -> Prodromalstadium, das ca. 3–4 Tage lang anhält. Schon einige Tage vor Auftreten der Prodromi sind die Kinder infektiös. Durchschnittlich am 15. Tag der Erkrankung beginnt mit erneutem Fieberschub das Masernexanthem, das schließlich nach 4–7 Tagen zurückgeht. Mit Abblassen des Exanthems sinkt auch das Fieber, und die Infektiosität lässt nach
D: über AK (IgM)-Sicherung in Serologie
TH: symptomatisch
Komplikationen: Masernpneumonie, Otitis media, Masernkrupp sowie Masernenzephalitis und -appendizitis
⚡️Subakute sklerosierende Panenzephalitis kann als Spätkomplikationen auftreten -> schwere ZNS-Erkrankung mit infauster Prognose
Mumps
Schwellung der Glandula parotis mit Schmerzen beim Kauen und regionaler Lymphadenopathie
auch Hoden, Pankreas und ZNS können betroffen sein -> Mumpsorchitis, Innenohrschwerhörigkeit
Übersicht über Infektiosität der klassischen Kinderkrankheiten
Erkrankung
Beginn der Infektiosität
Ende der Infektiosität
Varizellen
2 Tage vor Exanthemausbruch
7 Tage nach Beginn der Effloreszenzen
1 Tag vor Beginn des Prodromalstadiums
Mit Abblassen des Exanthems
1 Woche vor Exanthemausbruch
1 Woche nach Exanthemausbruch
Pertussis
Stadium 1 und Stadium 2
21 Tage nach Beginn der typischen Hustensymptomatik
6 Tage vor Parotisschwellung
Bis 9 Tage nach Parotisschwellung
Scharlach
Mit Beginn der Beschwerden
24h nach Beginn der AB-Therapie
Stadien: Prodromalstadium, Stadium convulsivum, Stadium decrementi
insbes. in Stadien 1+2 sehr ansteckend
Ösophagusatresie
Polyhydramnion, schaumiger Speichel, Zysnoseattacken + Aspirationspneumonien
Kann mit anderen Defekten einhergehen:
V = Vertebral Defects (z. B. Halswirbel)
A = Anal Atresia
C = Cardiac Anomalies (besonders Ventrikelseptumdefekt)
TE = Trachea-esophageale Fistula (meist Vogt Typ IIIb)
R = Renal Anomalies
L = Limb Anomalies (besonders des Daumens und des Radius)
Die Diagnose kann gestellt werden, wenn mindestens 3 der genannten Pathologien vorhanden sind.
M. Hirschsprung
Agangliose im Plexus myentericus + Plexus submucosus des Darms
D: Sono, Röntgen, Rektummanometrie, Schleimhautbiopsie
TH: Resektion des aganglionären, also funktionsuntüchtigen Darmabschnitts, zunächst Anlage eines Anus praeter zur Entlastung, konsekutiv Anastomosierung
Pathogenese Appendizitis
Ein wichtiger Faktor bei der Entstehung der Appendizitis ist eine lokale Behinderung des Stuhltransports. Diese kann durch eine Hyperplasie des lymphatischen Gewebes im Rahmen einer Enteritis, durch Kotsteine oder durch Fremdkörper verursacht sein. Durch die Druckerhöhung im Darmlumen kommt es zur Ischämie der Schleimhaut und durch Ulzera zur Invasion von Keimen der Kolonflora in die Appendixwand. Durch eine Perforation der Appendix, die durch Darmschlingen abgedeckt ist, entsteht der perityphlitische Abszess, sonst kommt es zur diffusen Peritonitis.
Körperliche Untersuchung bei Durchfall und Fieber
Zunächst sollte man den Allgemeinzustand des Kindes beurteilen. Während der allgemeinen internistischen Untersuchung gilt natürlich dem Abdomen das ganz besondere Interesse. Palpatorisch achtet man auf Weichheit, Abwehrspannung, Resistenzen, Druckschmerz oder eventuelle Narben. Auskultatorisch erwartet man bei der Gastroenteritis eine lebhafte plätschernde oder „quatschende“ Peristaltik. Das Ausmaß der Dehydratation und damit des Flüssigkeitsverlusts lässt sich anhand von Exsikkosezeichen abschätzen: Beginnend am Kopf streicht man über die große Fontanelle, um so ein evtl. eingesunkenes Niveau festzustellen. Außerdem achtet man auf halonierte Augen. Bei bereits beeinträchtigter Vigilanz beobachtet man einen seltenen Lidschlag. Ein Blick in den Mund zeigt trockene Schleimhäute und häufig eine belegte Zunge. Besonders wichtig ist die Beurteilung des Hautturgors. Dazu nimmt man eine Hautfalte der Bauchdecke und beobachtet ihr Verstreichen, nachdem man sie losgelassen hat. Bei extremer Dehydratation zeigt sich das Bild „stehender Hautfalten“. Letztlich geben Herzfrequenz, Blutdruck und auch das Pulsniveau weitere wichtige diagnostische Hinweise.
Auch auf Meningitiszeichen sollte bei jedem Kind mit Fieber geachtet werden.
Typischer Verlauf der Hepatitis A
Nach einer Inkubationszeit von 15–45 Tagen kommt es zu uncharakteristischen Beschwerden wie Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö oder Fieber. Arthralgien sowie ein flüchtiges Exanthem können auftreten. Dieses Prodromalstadium dauert ca. 1 Woche. Mit Beginn des Ikterus nehmen die Beschwerden ab und es beginnt die Krankheitsphase mit acholischem Stuhl und dunklem Urin. Manchmal besteht eine Hepatomegalie.
Hepatitis B
Chronizitätsrate hat eine Altersabhängigkeit -> bei Säuglingen 90%
Bakterielle Tonsillopharyngitis (vs virale)
meist durch ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A
plötzlich mit hohem Fieber, starken Schluckschmerzen mit Nahrungsverweigerung und Vergrößerung der im Kieferwinkelbereich liegenden Lymphknoten
deutlich reduzierter AZ, bei Racheninspektion stark gerötete Mandeln
TH Streptokokkenangina: 7- bis 10-tägige Penicillintherapieangezeigt. Man therapiert oral drei- bis viermal täglich mit einer Gesamtmenge von 70.000–100.000 IE / kg / d -> nur, wenn Kinder wirklich krank sind! Heilt auch von selbst ab
Polypen
Hyperplasie des lymphatischen Gewebes im Nasen-Rachen-Raum: Gaumenmandel (tonsilla palatinae) und Rachenmandel (tonsilla pharyngea) -> Wucherung der Rachenmandel = adenoide Vegetationen, häufig Ausdruck eines aktiven Immunsystems, z.B. nach rez. Infekten
Pathogenese: Adenoide → Tubenbelüftungsstörung → seröser Erguss im Mittelohr → chronische Entzündungsreaktion → muköser Erguss im Mittelohr → Schallleitungsschwerhörigkeit
TH: Adenotomie, oft mit Parazentese/Einlage von Paukenröhrchen
Akute Otitis media
häufigste Erreger: Pneumokokken, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis und besonders bei jungen Säuglingen die Staphylokokken
K: starke Ohrenschmerzen, Fieber, Tragusdruckschmerz
Diagnose: 3 Kriterien - akuter Beginn der Krankheit, Nachweis der Mittelohrentzündung durch den auffälligen Trommelfellbefund und Nachweis eines Paukenergusses
TH: Watch and wait - ggf. nur Analgesie vor AB Therapie (Selbstheilungsrate von 70-90%) außer bei bestimmten Patientengruppen (Säuglinge, beidseitiger Befall, Trommelfellruptur, andere RF)
Klinische Zeichen einer RSV-Bronchiolitis
Eine RSV-Infektion kann das Symptomspektrum von einer einfachen Atemwegsinfektion bis zu einer schweren beatmungspflichtigen Erkrankung der unteren Atemwege zeigen. Beginnend mit den Symptomen einer Erkrankung der oberen Atemwege (Schnupfen, nichtproduktiver Husten, evtl. Pharyngitis) kommt es innerhalb der ersten 1–3 Tage zur Progredienz: der Husten wird stärker, produktiver, die Atemfrequenz steigt und es entwickelt sich eine hochgradige obstruktive Ventilationsstörung.
Man spricht von einer RSV-Bronchiolitis, wenn sich der Allgemeinzustand zunehmend verschlechtert mit Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme (Trinkverweigerung, Erbrechen), Tachydyspnoe (Einziehungen, Nasenflügeln) und einem exspiratorischen Stridor. Liegt bereits eine ausgeprägte Überblähung vor, ist das Atemgeräusch leise, abgeschwächt („silent chest“). Gelegentlich hört man feinblasige Rasselgeräusche und exspiratorisches Giemen.
Zyanosen und Apnoeanfälle sind Alarmzeichen und erfordern meist eine Intubation und maschinelle Beatmung.
Pierre-Robin-Sequenz
K: besteht aus medianer Gaumenspalte, retroponiertem hypoplastischem Unterkiefer und Glossoptose, dem Zurückfallen der Zunge. Die Zunge gleitet in die Gaumenspalte und verlegt den Nasen-Rachen-Raum. Es kommt zur Atembehinderung und zu lebensbedrohlichen Zyanoseattacken.
TH: Übergangsweise nasogastrale Ernährung + individuell angepasste Gaumenplatte (Tübinger-Platte), um Zurückgleiten der Zung zu verhindern, im Verlauf operativer Verschluss
Pseudokrupp (=Infektkrupp)
bellender Husten, Heiserkeit und Stridor
subglottische Larnygotracheitis: meist durch Viren ausgelöste, akute Schleimhautschwellung des subglottischen Raums
insbes. Kinder im Alter von 1-3 Jahren betroffen
Stadium
1
Bellender Husten
2
Stridor, Einziehungen im Jugulum und Epigastrium
3
Atemnot, Tachykardie, Hautblässe, Unruhe, Angst
4
Stridor, maximale Einziehungen, höchste Atemnot, flacher und rascher Puls, Zyanose, Sopor
TH: angefeuchtete Atemluft, notfallärztlich Prednisolon-Suppositorium (100mg) od. Dexamethasonsaft, klinisch Inhalation mit Adrenalin oder Epinephrin-Racemat, ggf. i.v. Zugang mit system. Kortikoiden + Maskenbeatmung/Intubation notwendig
Obstruktive Bronchitis
Hyperreaktion des Bronchialsystems mit einer Verengung der Bronchien durch Schleimhautödem, vermehrte Schleimbildung und Bronchospasmus
insbesondere durch RS- und Adenoviren
TH: bei V.a. bakterielle Superinfektion - Amoxi/Clav
regelmäßige InhalationsTH mit Betamimetika (Salbutamol) oder Parasympatholytika (Ipratropiumbromid) -> über Pari-Boy oder Dosieraerosole; bei schweren Verläufen auch GC parenteral
Asthma bronchiale - Definition
Das Asthma bronchiale ist definiert als eine durch exogene und endogene Reize ausgelöste, anfallsweise auftretende obstruktive Ventilationsstörung auf dem Boden eines hyperreaktiven Bronchialsystems. Beteiligt an der Bronchuskonstriktion sind Bronchospasmus, ödematöse Schwellung der Schleimhaut und vermehrte Produktion von viskösem Schleim, die Schleimdyskrinie.
Neben dem allergischen Asthma bronchiale (früher extrinsisches Asthma) gibt es das nichtallergische Asthma (früher intrinsisches Asthma). Hierzu gehören das Anstrengungsasthma und das infektgetriggerte Asthma, das besonders bei Kindern auftritt.
Gradeinteilung in kontrolliertes, teilweise kontrolliertes und unkontrolliertes, je nach Symptomlast und Exazerbationen
Therapie Diabetes insipidus
Renalis:
Urs.: fehlendes Ansprechen der Niere auf ADH
Therapeutisch entscheidend ist reichliche Flüssigkeitszufuhr. Die Ernährung sollte salzarm sein.
Thiaziddiuretika reduzieren das extrazelluläre Flüssigkeitsvolumen, wodurch eine Reduktion des glomerulären Filtrats und eine erhöhte Natriumrückresorption erreicht werden (paradoxe antidiuretische Wirkung).
Prostaglandinsynthesehemmer wie Indometacin sind eine weitere Option, da erhöhte renale Prostaglandinkonzentrationen pathophysiologisch an der Entstehung beteiligt sind.
Centralis:
Urs.: zentraler ADH-Mangel
regelmäßige intranasale ADH-Applikation (Minirin®).
Prehnzeichen
Das Prehn-Zeichen ist ein klassisches pädiatrisches Untersuchungszeichen und sollte unbedingt beherrscht werden. Der Untersucher hebt den betroffenen Hoden an.
Prehn positiv: Schmerzen nehmen ab (Orchitis oder Epididymitis).
Prehn negativ: Schmerzen nehmen zu (Hodentorsion).
Schwirren in Herzauskultation
Schwirren im 2. ICR rechts und im Jugulum: nahezu pathognomonisch für eine Aortenklappenstenose
Schwirren im 3. ICR links: beim VSD häufig
Herzspitzenstoß
<4 J 4. ICR MCL links
>4 J 5. ICR MCL links
Fallot-Tetralogie
häufigster zyanotischer Herzfehler
rechtsventrikuläre Hypertrophie
Ventrikelseptumdefekt
subvalvuläre Pulmonalstenose
nach rechts verlagerte, über dem Ventrikelseptumdefekt „reitende“ Aorta
TH: Zunächst Lungenperfusion über Prostaglandin E1 erhalten (offenhalten d. Ductus arteriosus), dann operative TH
Komplizierter Fieberkrampf
• Anfälle vor dem 6. LM und nach dem 5. LJ
• Mehr als 2 Anfälle innerhalb 24 h
• Dauer > 15 min
• Fokaler Krampfanfall
• Auffälliges EEG im Intervall (nach Infektausheilung)
Ablauf bilateral tonisch-klonischer Anfall (veraltet: Grand-mal-Anfall)
Der bilateral tonisch-klonische Anfall wird oft durch den sog. Initialschrei eingeleitet. Nach einem plötzlichen Sturz beginnt die tonische Phase mit dem Strecken von Armen und Beinen und gelegentlichem Opisthotonus. Die Patienten zeigen eine Apnoe, sind zyanotisch und haben lichtstarre weite Pupillen. Es folgt die klonische Phase mit rhythmischen Zuckungen der Extremitäten. An den Krampfanfall schließt sich ein sog. postiktaler Nachschlaf an. Typischerweise besteht Amnesie für die Zeit des Anfalls. Postiktale Zeichen eines stattgehabten Krampfanfalls sind Verletzungsmarken durch Zungenbiss, Enuresis (Einnässen) oder seltener Enkopresis (Einkoten).
Impetigo contagiosa
Honiggelbe Krusten
Ohne Blasenbildung: Meist duch ß-hämolysierende Streptokokken Gruppe A, lokale TH mit antibakteriell wirksamen Externa oft ausreichend
Bullöse Impetigo contagiosa: Immer durch S. aureus (-> sondert epidermolytisches Toxin ab); falls systemisch notwendig: Flucloxacillin
Therapiesäulen bei Verbrennungen
Erstmaßnahmen am Unfallort: Patienten aus der Gefahrenzone entfernen, Atemwege sichern, Kreislaufstabilität überprüfen, Kleidung entfernen; kleinere Verbrennungen über 20–30 min lokal kühlen (handwarmes Wasser), bei großflächigen Verbrennungen (>15 % KOF), Säuglingen und Kleinkindern ist auf eine Kühlung wegen der Gefahr der Hypothermie ganz zu verzichten, großlumigen Zugang legen.
Rasche effektive Schmerzbehandlung: Ketamin / Ketamin S oder Morphin / Morphinderivate plus Benzodiazepin.
Intravenöse Flüssigkeitszufuhr zur Schockprophylaxe: 10 ml / kg KG / h Vollelektrolytlösung auf dem Transport, später je nach klinischem Zustand, Elektrolytsituation und Bilanz.
Wundversorgung: Zunächst sterile Abdeckung, in der Klinik Entfernung von Blasenresten, z. B. unter Verwendung von Kompressen, die mit Betaisodona®, 1 : 10 verdünnt, getränkt sind. Geschlossene Blasen an Händen und Füßen werden nicht primär eröffnet. Hautareale mit tiefgradigen Verbrennungen 2(b). und Verbrennungen 3. Grades werden frühzeitig exzidiert und transplantiert.
Intubation: Erfolgt bei allen Patienten mit Inhalationstrauma, sonst großzügig bei allen Patienten mit Vigilanzstörungen.
Antibiotische Therapie (immer an Sepsis denken!): Bei Nachweis einer Infektion, mikrobiologisches Monitoring wichtig.
Tetanusschutz nicht vergessen!
Zunächst parenterale Ernährung, enterale Ernährung frühzeitig wieder beginnen.
Intensive physiotherapeutische Maßnahmen.
Rehabilitationsmaßnahmen.
SIDS - relevante RF
Frühgeburtlichkeit, bronchopulmonale Dysplasie
Pränatale Dystrophie
Rauchen in der (Schlaf-)Umgebung und auch während der Schwangerschaft
Männliches Geschlecht
Verzicht auf den Schnuller
Niedriges Alter und niedriger sozialer Status der Mutter
Geschwister von Kindern mit SIDS
Schlafen in Bauchlage, im Elternbett, mit Kopfkissen oder Deckbett
Überwärmung
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