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Übungsaufgaben EGG SB 4

KM
by Klaudia M.

Gesundheit und Krankheit

Beschreiben Sie, was der Begriff Global Burden of Disease beinhaltet.

Der Begriff Global Burden of Disease (GBD) beinhaltet für bestimmte Krankheiten die Summe der Gesundheitseinschränkungen und die Todesursachen als „Krankheitslast“ im Hinblick auf einen regionalen Bezug (Land oder Region).

Übungsaufgaben EGG SB 4 (Seite 1/13)

Aufgabe:

Gesundheit und Krankheit

Beschreiben Sie, was der Begriff Global Burden of Disease beinhaltet.

Originale Musterlösung (1:1):

Der Begriff Global Burden of Disease (GBD) beinhaltet für bestimmte Krankheiten die Summe der Gesundheitseinschränkungen und die Todesursachen als „Krankheitslast“ im Hinblick auf einen regionalen Bezug (Land oder Region).

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Kernaussage in eigenen Worten:

Der Begriff Global Burden of Disease (GBD) – die globale Krankheitslast – erfasst die gesamte Belastung durch Krankheiten in einem Land oder einer Region. Er rechnet zwei Dinge zusammen: wie viele Menschen an einer Krankheit sterben und wie stark Menschen durch diese Krankheit im Alltag mit Einschränkungen leben müssen.

Die 3 Bausteine der Krankheitslast:

• Gesundheitseinschränkungen: Das Ausmaß, in dem Menschen durch Krankheiten mit Beeinträchtigungen und verminderter Lebensqualität leben müssen.

• Todesursachen: Die Zahl der Sterbefälle, die direkt auf bestimmte Krankheiten zurückgehen.

• Regionaler Bezug: Die Zusammenfassung und Zuordnung dieser Gesamtsumme („Krankheitslast“) zu einem konkreten Land oder einer bestimmten Region.

Formel zum Merken:

Krankheitslast (GBD) = Einschränkungen + Todesfälle (bezogen auf eine Region)

Eselsbrücke: E-T-R (Merkwort: Echte Tragweite der Region)

• E – Einschränkungen der Gesundheit (Leben mit Krankheit)

• T – Todesursachen (Sterbefälle)

• R – Regionaler Bezug (Land oder Gebiet)

Merksatz:

„Global Burden of Disease misst die gesamte Krankheitslast einer Region aus der Summe von Leiden im Leben und Tod.“

Gesundheit und Krankheit

Beschreiben Sie Einflussgrößen, die in Deutschland den kontinuierlichen Kostenanstieg der Gesundheitsversorgung begründen.

Die wesentliche Ursache für Ausgabensteigerungen ist der sukzessive Anstieg chronischer Erkrankungen in Deutschland. Die Hälfte der direkten Krankheitsausgaben resultiert aus Krankheiten des Kreislauf-, Verdauungs- und Muskel- und Skelettsystems sowie aus psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Die vorrangigen Gründe für diese Erkrankungen sind ein schlechtes Gesundheitsverhalten (z. B. Fehlernährung, Bewegungsmangel) sowie das kontinuierliche Wachstum der Lebenserwartung.

In eigenen Worten (Lernfassung)

• Hauptursache für Kosten: Immer mehr Menschen in Deutschland entwickeln chronische Krankheiten.

• Die teuerste Hälfte: 50 % der direkten Krankheitsausgaben entstehen durch vier Krankheitsgruppen:

- Kreislauf (Herz-Kreislauf-System)

- Verdauung (Magen-Darm-Trakt)

- Muskel-Skelett-System (Knochen, Gelenke, Rücken)

- Psyche (psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen)

• Die Ursachen dahinter: Ungesunder Lebensstil (schlechte Ernährung, wenig Bewegung) und eine stetig steigende Lebenserwartung (höheres Alter bringt mehr chronische Beschwerden).

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Eselsbrücke (für die 4 Kostentreiber-Krankheiten K-V-M-P)

„Kein Vitaler Mensch Pennt“

• Kein = Kreislauf

• Vitaler = Verdauung

• Mensch = Muskel-Skelett-System

• Pennt = Psyche

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Merksatz

„Chronisch krank durch Couch und Fastfood, immer älter – das macht die Versorgung teuer.“

Gesundheitsbildung und -erziehung

Nennen Sie Maßnahmen der Gesundheitsbildung, die aus Ihrer Sicht geeignet sind, um die kindliche Entwicklung in den ersten Lebensjahren zu fördern.

Junge Familien benötigen ein frühzeitiges Angebot der Gesundheitsbildung für die Elternschaft. Auf Basis der Entwicklungsschritte des Kindes sollten Eltern mit den dazu parallelen Förderungsaufgaben für die Mutter und den Vater des Kindes vertraut gemacht werden. Bildungsmaßnahmen sind vielfältig zu sehen: Einzelangebote für Familien als Hausbesuche, Gruppentermine für Eltern, digitale Angebote der Information und Kommunikation. Angebote und Maßnahmen sollten im Sozialraum der Familien angesiedelt sein.

In eigenen Worten (Lernfassung)

• Wann & Was: Junge Familien frühzeitig schulen, passend zu den Entwicklungsschritten des Kindes (Förderaufgaben für Mutter und Vater).

• Die 3 Angebotsformen:

- Einzelangebote: Hausbesuche direkt bei der Familie.

- Gruppenangebote: Kurse und Gruppentreffen für Eltern.

- Digitale Angebote: Infos und Beratung über digitale Medien.

• Zentraler Ort: Alle Angebote gehören direkt in das vertraute Wohn- und Lebensumfeld („Sozialraum“) der Familie.

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Eselsbrücke (für die 3 Formate E-G-D)

„Eltern Gewinnen Durchblick“

• Eltern = Einzelangebote (Hausbesuche)

• Gewinnen = Gruppenangebote (Gruppentermine)

• Durchblick = Digitale Angebote (digitale Medien)

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Merksatz

„Früh fördern nach Entwicklungsschritt – mit Hausbesuch, Gruppe oder Klick, direkt vor Ort im Sozialraum.“

Gesundheitsbildung und -erziehung

Erläutern Sie Aspekte von Gesundheitskompetenz am Beispiel der Corona-Pandemie.

Am Beispiel der Corona-Pandemie lassen sich die beiden wesentlichen Zielbereiche der Gesundheitsbildung sehr gut darlegen. Auf der einen Seite ist eine individuelle Gesundheitskompetenz sehr wesentlich, um die persönliche Gesundheit hinsichtlich des Infektionsgeschehens zu schützen: also beispielsweise das Lernen von Hygiene-Regeln. Auf der anderen Seite spielt eine umfassende, transparente und verständliche Gesundheitskommunikation für den Erfolg der Begrenzung der Ausbreitung der Infektion in der Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Eine erfolgversprechende Gesundheitskommunikation auf gesellschaftlicher Ebene müsste virologische, statistische und epidemiologische Gesetzmäßigkeiten in einfacher Sprache und anschaulicher Darstellungsform vermitteln.

In eigenen Worten (Lernfassung)

Am Beispiel der Corona-Pandemie zeigen sich zwei Ebenen der Gesundheitskompetenz bzw. Gesundheitsbildung:

1. Individuelle Ebene (Gesundheitskompetenz):

• Jeder Einzelne muss Hygieneregeln (z. B. Maske, Abstand, Händewaschen) erlernen, verstehen und im Alltag umsetzen, um sich selbst vor Infektionen zu schützen.

2. Gesellschaftliche Ebene (Gesundheitskommunikation):

• Um die Ausbreitung in der Bevölkerung zu stoppen, braucht es verständliche, transparente und klare Kommunikation.

• Komplexe Fachdaten (Virologie, Epidemiologie, Statistiken) müssen in einfacher Alltagssprache und mit anschaulichen Grafiken vermittelt werden.

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Eselsbrücke (für die 2 Ebenen: Einer & Alle / K-K)

„Kluges Kind – Klare Kunde“

• Kluges Kind = Kompetenz des Einzelnen (Hygiene lernen)

• Klare Kunde = Kommunikation für die Gesellschaft (einfache Fachsprache)

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Merksatz

„Ich lerne Hygiene, der Staat erklärt es einfach – so brechen wir die Welle.“

Prävention und Gesundheitsförderung

Nennen Sie Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung, die aus Ihrer Sicht geeignet sind, um die frühkindliche Entwicklung zu fördern.

In der Schwangerschaft geht es im Rahmen individueller Prävention um Maßnahmen der Gesundheitsbildung, beispielsweise hinsichtlich des Alkohol- und Nikotinkonsums, Stressbelastungen, Medikamenteneinnahme, Auswahl von Nahrungsmitteln. Da Eltern als erste Bezugspersonen eine Schlüsselrolle für die gesundheitliche Entwicklung in der frühen Kindheit haben, ist die Förderung von Gesundheitskompetenzen im familialen Setting in den Blick zu nehmen. Die Familie ist in den ersten Lebensjahren eines Kindes die wesentliche Sozialisationsinstanz, in der auch das Gesundheitsverhalten von Kindern geformt wird. So werden in der Familie prägende Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit kommuniziert und subjektive Konzepte von Gesundheit in der Bildung und Erziehung von Kindern vermittelt. Die Stärkung der Gesundheitskompetenzen von Eltern beinhaltet ganz wesentlich das Aufzeigen von Verhaltensweisen bei der Entwicklungsförderung des Säuglings und des Kleinkindes im Hinblick auf Bindung und Bildung.

In eigenen Worten (Lernfassung)

1. Schwangerschaft (Individuelle Prävention):

• Gezielte Aufklärung und Verhaltensanpassung: Verzicht auf Alkohol und Nikotin, Stress reduzieren, vorsichtiger Umgang mit Medikamenten und gesunde Ernährungsauswahl.

2. Frühe Kindheit (Gesundheitsförderung im Setting Familie):

• Familie als wichtigster Lernort: Eltern prägen das Gesundheitsverhalten und Krankheitsverständnis der Kinder von Beginn an.

• Stärkung der elterlichen Kompetenzen: Eltern lernen konkretes Förderverhalten für Säuglinge und Kleinkinder – mit Fokus auf sichere Bindung und Bildung.

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Eselsbrücke (für die 5 Schwangerschaftsthemen A-N-S-M-E)

„Alle Neugeborenen Starten Mit Energie“

• Alle = Alkohol-Verzicht

• Neugeborenen = Nikotin-Verzicht

• Starten = Stressbelastung senken

• Mit = Medikamenteneinnahme prüfen

• Energie = Ernährungsauswahl (gesund)

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Merksatz

„Erst schützt die Mutter im Bauch vor Gift und Stress, dann prägt die Familie durch Bindung und Vorbild fürs Leben.“

Prävention und Gesundheitsförderung

Benennen Sie wesentliche Fragestellungen im Rahmen der Konzeptentwicklung für Evaluationsmaßnahmen im Bereich von Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekten.

War die Interventionsmaßnahme wirksam?

Wie sind die Wirkungen zustande gekommen?

Welche Effekte sind das Ergebnis der Intervention?

Sind die erzielten Effekte nachhaltig?

Wie kann die Interventionsmaßnahme verbessert werden?

War die Intervention wirtschaftlich effizient?

Sollen weitere Maßnahmen initiiert werden?

In eigenen Worten (Lernfassung)

Bei der Evaluation von Projekten zur Prävention und Gesundheitsförderung werden 7 zentrale Leitfragen beantwortet:

1. Wirksamkeit: Hat die Maßnahme überhaupt gewirkt?

2. Wirkmechanismus: Wie genau sind die Veränderungen zustande gekommen?

3. Effekte: Welche konkreten Ergebnisse/Effekte wurden erzielt?

4. Nachhaltigkeit: Halten die positiven Effekte auch langfristig an?

5. Optimierung: Was kann an der Maßnahme noch verbessert werden?

6. Wirtschaftlichkeit: Hat sich der finanzielle und personelle Aufwand gelohnt (Kosten-Nutzen)?

7. Zukunft: Sollen darauf aufbauend weitere Maßnahmen gestartet werden?

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Eselsbrücke (für die 7 Kernbegriffe: Wirksamkeit, Mechanismus, Effekte, Nachhaltigkeit, Optimierung, Wirtschaftlichkeit, Zukunft/weitere Maßnahmen -> W-M-E-N-O-W-Z)

„Wir Machen Echte Nachhaltigkeit Ohne Wirtschaftliche Zweifel“

• Wir = Wirksamkeit

• Machen = Mechanismus (Wie entstanden?)

• Echte = Effekte / Ergebnisse

• Nachhaltigkeit = Nachhaltigkeit der Effekte

• Ohne = Optimierung (Verbesserung)

• Wirtschaftliche= Wirtschaftliche Effizienz

• Zweifel = Zukunft (weitere Maßnahmen?)

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Merksatz

„Wirkt es, wie wirkt es, hält es an, lohnt es sich und was kommt danach?“

Gesundheitshandeln im Alltag

Beschreiben Sie, wo Sie im Alltag Barrieren für die Umsetzung von Gesundheitswissen in Gesundheitshandeln sehen.

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie die Lebensbereiche der Arbeit und der Familie schränken häufig für sehr viele Menschen ein gesundheitsförderliches Verhalten ein. Insofern ist es schwierig, gesundheitsförderliche Lebensweisen regelmäßig im Alltag zu realisieren. Ein realistisches Modell für Gesundheitshandeln ist insofern sicherlich nicht das Rational-Choice-Modell – im Bereich von Public Health ist demgegenüber das Modell eingeschränkter Wahlmöglichkeiten entwickelt worden (Constraint-Choice-Modell).

In eigenen Worten (Lernfassung)

• Das Problem: Gesunde Entscheidungen scheitern im Alltag oft nicht am Wissen oder Willen, sondern an äußeren Einschränkungen.

• Die 3 Barriere-Bereiche:

- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen (z. B. Infrastruktur, Kosten, Zeitdruck)

- Lebensbereich Arbeit (z. B. Schichtdienst, Stress, Bewegungsmangel am Arbeitsplatz)

- Lebensbereich Familie (z. B. Betreuungspflichten, zeitliche Belastungen)

• Modellvergleich:

- Rational-Choice-Modell (unrealistisch): Geht davon aus, dass Menschen rein vernünftig und völlig frei über ihre Gesundheit entscheiden.

- Constrained-Choice-Modell (realistisch): Beschreibt, dass persönliche Entscheidungen durch gesellschaftliche, berufliche und familiäre Barrieren stark eingeschränkt sind.

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Eselsbrücke (für die 3 Barrieren G-A-F)

„Grenzen Am Feierabend“

• Grenzen = Gesellschaftliche Bedingungen

• Am = Arbeit

• Feierabend = Familie

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Merksatz

„Nicht völlig frei nach Rational Choice – Job, Familie und Gesellschaft setzen dem gesunden Handeln enge Grenzen (Constrained Choice).“

Author

Klaudia M.

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