Gesundheit und Krankheit
Beschreiben Sie, was der Begriff Global Burden of Disease beinhaltet.
Der Begriff Global Burden of Disease (GBD) beinhaltet für bestimmte Krankheiten die Summe der Gesundheitseinschränkungen und die Todesursachen als „Krankheitslast“ im Hinblick auf einen regionalen Bezug (Land oder Region).
Nennen Sie drei vorrangige chronische Krankheiten, die in Deutschland sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten.
Koronare Herzkrankheiten, Rückenschmerzen, COPD.
Erläutern Sie mit Beispielen wesentliche Parameter, die das Gesundheitsverhalten von Menschen beeinflussen.
Unterschiede zeigen sich im Gesundheitsverhalten in Bezug auf Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Erwerbsstatus und Familienform. Grundsätzlich haben Frauen ein förderlicheres Gesundheitsverhalten als Männer. Dies zeigt sich statistisch ganz wesentlich hinsichtlich der Ernährungsweise und im Genussmittelgebrauch sowie im Risikoverhalten. In Bezug auf den Bildungsstand existiert ein erheblicher sozialer Gradient, der sich bei Krankheiten und in Bezug auf die Lebenserwartung niederschlägt. Ähnlich liegen die Unterschiede auch bei der Betrachtung bezüglich des Erwerbsstatus.
Beschreiben Sie Einflussgrößen, die in Deutschland den kontinuierlichen Kostenanstieg der Gesundheitsversorgung begründen.
Die wesentliche Ursache für Ausgabensteigerungen ist der sukzessive Anstieg chronischer Erkrankungen in Deutschland. Die Hälfte der direkten Krankheitsausgaben resultiert aus Krankheiten des Kreislauf-, Verdauungs- und Muskel- und Skelettsystems sowie aus psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Die vorrangigen Gründe für diese Erkrankungen sind ein schlechtes Gesundheitsverhalten (z. B. Fehlernährung, Bewegungsmangel) sowie das kontinuierliche Wachstum der Lebenserwartung.
Gesundheitsbildung und -erziehung
Benennen Sie die Kompetenzen, die den Begriff Health Literacy beinhalten.
Die Fähigkeiten, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für gesundheitsbezogene Entscheidungen anzuwenden, wird als Health Literacy bezeichnet.
Nennen Sie Maßnahmen der Gesundheitsbildung, die aus Ihrer Sicht geeignet sind, um die kindliche Entwicklung in den ersten Lebensjahren zu fördern.
Junge Familien benötigen ein frühzeitiges Angebot der Gesundheitsbildung für die Elternschaft. Auf Basis der Entwicklungsschritte des Kindes sollten Eltern mit den dazu parallelen Förderungsaufgaben für die Mutter und den Vater des Kindes vertraut gemacht werden. Bildungsmaßnahmen sind vielfältig zu sehen: Einzelangebote für Familien als Hausbesuche, Gruppentermine für Eltern, digitale Angebote der Information und Kommunikation. Angebote und Maßnahmen sollten im Sozialraum der Familien angesiedelt sein.
Erläutern Sie Aspekte von Gesundheitskompetenz am Beispiel der Corona-Pandemie.
Am Beispiel der Corona-Pandemie lassen sich die beiden wesentlichen Zielbereiche der Gesundheitsbildung sehr gut darlegen. Auf der einen Seite ist eine individuelle Gesundheitskompetenz sehr wesentlich, um die persönliche Gesundheit hinsichtlich des Infektionsgeschehens zu schützen: also beispielsweise das Lernen von Hygiene-Regeln. Auf der anderen Seite spielt eine umfassende, transparente und verständliche Gesundheitskommunikation für den Erfolg der Begrenzung der Ausbreitung der Infektion in der Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Eine erfolgversprechende Gesundheitskommunikation auf gesellschaftlicher Ebene müsste virologische, statistische und epidemiologische Gesetzmäßigkeiten in einfacher Sprache und anschaulicher Darstellungsform vermitteln.
Prävention und Gesundheitsförderung
Stellen Sie den wesentlichen Unterschied von Prävention und Gesundheitsförderung dar.
Prävention hat die Vermeidung bzw. die Verminderung von Risiken zum Ziel, während bei der Gesundheitsförderung die Stärkung von Ressourcen beabsichtigt ist.
Erläutern Sie an einem Beispiel die Konzeption für eine Präventionsmaßnahme.
Bei Infektionskrankheiten mit erheblicher Gesundheitsgefahr stellt die Teilnahme an einer Impfung individuell und aus Sicht des Gesundheitssystems eine Prävention dar.
Nennen Sie Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung, die aus Ihrer Sicht geeignet sind, um die frühkindliche Entwicklung zu fördern.
In der Schwangerschaft geht es im Rahmen individueller Prävention um Maßnahmen der Gesundheitsbildung, beispielsweise hinsichtlich des Alkohol- und Nikotinkonsums, Stressbelastungen, Medikamenteneinnahme, Auswahl von Nahrungsmitteln. Da Eltern als erste Bezugspersonen eine Schlüsselrolle für die gesundheitliche Entwicklung in der frühen Kindheit haben, ist die Förderung von Gesundheitskompetenzen im familialen Setting in den Blick zu nehmen. Die Familie ist in den ersten Lebensjahren eines Kindes die wesentliche Sozialisationsinstanz, in der auch das Gesundheitsverhalten von Kindern geformt wird. So werden in der Familie prägende Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit kommuniziert und subjektive Konzepte von Gesundheit in der Bildung und Erziehung von Kindern vermittelt. Die Stärkung der Gesundheitskompetenzen von Eltern beinhaltet ganz wesentlich das Aufzeigen von Verhaltensweisen bei der Entwicklungsförderung des Säuglings und des Kleinkindes im Hinblick auf Bindung und Bildung.
Nennen Sie wesentliche Dimensionen des Gesundheitsverhaltens im Alltag.
Nichtrauchen, risikoarmer Alkoholkonsum, Ausdaueraktivität, Einhalten des Normalgewichts und täglicher Verzehr von Obst und Gemüse.
Benennen Sie wesentliche Fragestellungen im Rahmen der Konzeptentwicklung für Evaluationsmaßnahmen im Bereich von Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekten.
War die Interventionsmaßnahme wirksam?
Wie sind die Wirkungen zustande gekommen?
Welche Effekte sind das Ergebnis der Intervention?
Sind die erzielten Effekte nachhaltig?
Wie kann die Interventionsmaßnahme verbessert werden?
War die Intervention wirtschaftlich effizient?
Sollen weitere Maßnahmen initiiert werden?
Gesundheitshandeln im Alltag
Beschreiben Sie, wo Sie im Alltag Barrieren für die Umsetzung von Gesundheitswissen in Gesundheitshandeln sehen.
Gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie die Lebensbereiche der Arbeit und der Familie schränken häufig für sehr viele Menschen ein gesundheitsförderliches Verhalten ein. Insofern ist es schwierig, gesundheitsförderliche Lebensweisen regelmäßig im Alltag zu realisieren. Ein realistisches Modell für Gesundheitshandeln ist insofern sicherlich nicht das Rational-Choice-Modell – im Bereich von Public Health ist demgegenüber das Modell eingeschränkter Wahlmöglichkeiten entwickelt worden (Constraint-Choice-Modell).
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