was bedeutet vielfalt im Straßenverkehr?
Unter Vielfalt im Straßenverkehr versteht man im Wesentlichen zwei verschiedene Aspekte: die zunehmende Vielfalt der Fortbewegungsmittel (Verkehrsmittel-Mix) und die gesellschaftliche Vielfalt der Menschen, die am Verkehr teilnehmen (Diversität in der Verkehrsplanung)
Was meint Vielfalt der Verkehrsmittel und wo liegen die Risiken?
Dieser Aspekt beschreibt die wachsende Zahl unterschiedlicher Fahrzeugtypen, die sich denselben Verkehrsraum teilen müssen.
Traditionelle Teilnehmer: Fußgänger, klassische Fahrräder, Motorräder, PKW und LKW.
Neue Teilnehmer: E-Scooter (E-Roller), Pedelecs, Lastenräder, Segways und andere Elektrokleinstfahrzeuge.
Die Herausforderung: Da sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten und Schutzbedürfnisse aufeinandertreffen, erfordert diese Vielfalt von allen Beteiligten deutlich mehr Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit
Die Vielfalt der Gesellschaft und deren Risiken?
Hierbei geht es darum, dass die Nutzer des Straßenverkehrs unterschiedliche körperliche, soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen mitbringen. Die moderne Verkehrsplanung versucht, die Bedürfnisse aller Gruppen einzubeziehen, anstatt den Fokus rein auf den Autoverkehr zu legen.
Demografischer Wandel & Alter: Kinder und ältere Menschen haben andere Reaktionszeiten, Sehfähigkeiten und Sicherheitsbedürfnisse.
—> Verkehrsschwache verkehrsteilnehmer
Barrierefreiheit: Menschen mit Kinderwagen, Rollstühlen, Rollatoren oder Sehbehinderungen benötigen eine Infrastruktur ohne Hindernisse (z. B. abgesenkte Bordsteine, taktile Leitsysteme).
KINDER (Verkehrsschwache Personen)
Kinder werden als Verkehrsschwache Personen bezeichnet. Bis zum vollendeten 14. Lebensjahr gelten Personen im SV als Kinder
aufgrund der Körpergröße haben sie eine andere Perspektive und können weniger sehen, auch werden sie leichter übersehen
Kleine Kinder glauben: Wenn ich das Auto sehe, sieht mich der Autofahrer auch.
Erst im 8. Lebensjahr ist bei Kindern das Gesichtsfeld richtig ausgeprägt
Das Richtungshören ist kleinen Kindern nicht möglich. Sie müssen die Geräuschquelle sehen.
Entfernung und Anhalteweg von FZ können nur schlecht eingeschätzt werden. Auch Geschwindigkeiten werden schlecht eingeschätzt.
Brauchen länger zum Überqueren der Fahrbahn (kurze Bahn,fallen leichter hin)
Wenn Kinder von Situationen überrascht werden, brauchen sie länger zum reagieren.
Häufige Verhaltensweisen ?
Raufen an Haltestellen
In Wohngebieten wir die Fahrbahn oft mit dem Fahrrad als Spielfläche genutzt.
Verhalten als KFZ bei Kindern
Mit Kindern muss man rechnen
bei VZ 136
An Schulen
Haltestellen von Schulbussen
andereN Haltestellen von öffentl. Verkehrsmitteln
Kitas, Spielplätzen, Freibädern,
Wohngebieten
Großveranstaltungen
Der Vertrauensgrundsatz gilt hier nicht
§3 Abs.2a StVO
Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern…insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser VT ausgeschlossen ist.
Bremsbereitschaft meint dass der linke Fuß über der Kupplung und der rechte Fuß über dem Bremspedal.
Ältere Menschen
Ab 65 Jahren
Gesichtsfeld mit zunehmendem Alter eingeschränkt
Hell-Dunkel Anpassung (Adaptionsfähigkeit) verlangsamt
Sehschärfe (Visus) nimmt mit zunehmendem Alter ab (Tagessehschärfe)
Hörfähigkeit lässt nach
nachlassende körperliche Beweglichkeit kann Möglichkeit bei der Verkehrsbeobachtung einschränken (Schulterblick)
reagieren langsamer
Beim Radfahren schwierigkeiten beim Gleichgewicht halten.
Senioren nehmen mehr Medikamente ein, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können.
reagieren oft falsch bei komplexen Verkehrssituationen
fahren AGO meist langsamer
Als Fußgänger bewegen sie sich langsamer
Verhalten als Kraftfahrer
§3 StVG (2)a StVO
Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber älteren Menschen, insbesondere durch vermindernug der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser VT ausgeschlossen ist.
Wichtig: Geduldig sein und nicht über die Langsamkeit oder das Fehlverhalten ärgern.
MENSCHEN MIT BEHINDERUNG
FeV §2 Eingeschränkte Zulassung
Wer sich infolge körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen…
Körperliche Behinderte können ihre Behinderung durch gelbe Armbinden an beiden Armen oder andere geeignete, deutlich sichtbare Abzeichen mit 3 schwarzen Punkten kenntlich machen.
Die Abzeichen dürfen nicht am Fahrzeug angebracht werden.
Sehbehinderte Fußgänger können ihre Behinderung durch einen weißen Blindenstock, die Begleitung durch einen Blindenhund im weißen Führgeschirr und gelbe Abzeichen nach satz 1 kenntlich machen.
§3 Abs. 2a STVO
Behinderte können individuell sehr unterschiedlich sein. Darum ist es kau möglich, pauschal “typische” Verhaltensweisen zu benennen.
FUßGÄNGER
Fußgänger sind eine sehr heterogene Gruppe von VT, die sich in ihren Verhaltensweisen stark unterscheiden
Jeder Mensch ist als Fußgänger zur Teilnahme am Straßenverkehr, auch ohne besondere qualifikation zugelassen.
Häufige Verhaltensweisen
Durch nebentätigkeiten, wie Bedienung des Smartphones, Beachtung anderer Eindrücke die nichts mit dem Sv zutun haben wie z.B. Geschäfte oder Schaufenster sind Fußgänger oft abgelenkt.
Im Bereich von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel überqueren oft ohne ausreichende VB die Fahrbahn, um das verkehrsmittel noch zu erreichen.
Radfahrer
Das Fahrrad ist ein Balance Fahrzeug, beim Fahren kann es zu Schlingerbewegungen können.
Radfahrer haben eine schmale Sillhouette, so dass sie leicht übersehen werden kann.
Da Radfahrer keine besondere Zulassung zur Teilnahme am Straßenverkehr benötigen, mangelt es häufig an der nötigen Regelkenntnis
Da Radfahrer ihre Muskelkraft benutzt, fahren sie häufig nach dem Prinzip, sich möglichst wenig anstrengen zu müssen.
Benutzen oft falsche Straßenseite oder schlängeln sich durch
Es wird auf der Fahrbahn gefahren obwohl ein Radweg ausgeschildert ist, der dann auch benutzt werden müsste.
Falls durch Verkehrszeichen nichts anderes angeordnet wird, gilt auch für Fahrradfahrer das Rechtsfahrgebot
Häufig wird regelwidrig nebeneinander gefahren, was nur in Ausnahmefällen erlaubt ist.
Fahrtrichtungsänderung werden teilweise nicht angezeigt.
Bei Dunkelheit oft ohne Licht unterwegs
Verhalten als KFZ
großer, insbesondere seitlicher Sicherheitsabstand einzuhalten (mind. 1,5)
Kraftfahrer müssen Radfahrer immer genu beobachten, um das mögliche Verhalten und auch das Fehlverhalten frühzeitig zu erkennen.
Zum Beispiel ist damit zu rechnen, dass ein Radfahrer abbiegt, wenn er aufhört zu treten und sich umschaut.
Es muss immer damit gerechnet werden, dass der Fahrradfahrer den rückwärtigen Verkehr nicht wahrnimmt, da er keine indirkete Sicht nach hinten durch Spiegel hat.
Wenn er nach hinten umschaut, kommt er leicht aus der Spur
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