§1 stvo
(1) Die Teilnhahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht
(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach dem umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
Der Vertrauensgrundsatz
Jeder Verkehrsteilnehmer, der sich selbst verkehrsgemäß verhält, in einer normalen Verkehrssituation darauf vertrauen kann, dass sich andere VT regelrecht verhalten.
Dieses Vertrauen gilt jedoch nicht bei unklarer Verkehrslage, regelwidrigem Verhalten gegenüber Kindern, älteren Menschen und Betrunkenen gewährt werden. In diesen Situationen ist eine erhöhte Sorgfaltspflicht anzuwenden.
Grundsatz der Doppelten Sicherung
Wenn bei anderen ein Fehlverhalten erkannt wird, oder man Anlass erhält, ein Fehlverhalten zu erwarten, muss durch eigenes Handeln dazu beigetragen werden, Unfälle zu vermeiden
Grundsatz der ständigen Sorgfalt
Die ständige sorgfaltsplicht aller Verkehrsteilnehmer verlangt eine permanente Analyse des Geschehens (Verkehrsbeobachtung) und entsprechend vorausschauendes Fahren.
Dies bedeutet nicht, dass immer mit dem schlimmsten zu rechnen sein muss, aber man sollte dem sogennnten erwartbaren Fehlverhalten anderer gewahr sein.
Typische Situationen die erhöhte Sorgfallte:
spielende Kinder am Straßenrand
Motorradfahrer - der sich an anderen vorbeischlängelt
Eisglätte
Bus-/Bahnhaltestellen
mehrspurige Kreisverkehre
Für was sind Regeln im Straßenverkehr Sinnvoll?
Regeln für ein bestimmtes Verhalten im Straßenverkehr dienen vor allem dem Schutz der Verkehrsteilnehmer sowie der Aufrechterhaltung eines stetigen Verkehrsflusses
Bei der einhaltung von Regeln können 3 wesentliche Faktoren in den Fokus rücken.
Die Regel
Die Regel selbst muss in der Realität umsetzbar sein, dass bedeutet sie muss ein konkretes Verhalten fordern.
Regeln sollte der betroffenen Zielgruppe bekannt sein.
Die Situation
In Situationen, in denen man sich unsicher fühlt, bspw. auf engen Straßen oder fremden stadt, wird meist umsichtiger gefahren.
In bekanntem Terrain, abgelegenen straßen, in Eile ist die Bereitschaft zur Geschwindigkeitsübertretung möglicherweise höher.
Die Person
Erwartungshaltung, das geforderte Verhalten zu zeigen
Regeln und Handlungen müssen bekannt sein
Gleichzeitig muss der Wille vorhanden sein, die Handlung durchzuführen
Dabei hat die persönlich Akzeptanz der betreffenden Regel eine besondere Bedeutung.
Das soziale Umfeld
Wie die persönliche Akzeptanz einer Regel, ist auch die gesellschaftliche Akzeptanz entscheidend.
Oft will man dem sozialen Umfeld gefallen und passt daher sein Verhalten an
Wenn Fehlverhalten garnicht schlimm oder möglicherweise sogar erwünscht erscheint, kann dies negative Folgen für die persönliche Akzeptanz und damit den Willen zur Regelkonformität herbeiführen.
Deviantes / Delinquentes Verhalten im Straßenverkehr
Unter deviantem (abweichendem) Verhalten im Straßenverkehr versteht man das wiederholte oder bewusste Missachten von Verkehrsregeln und Normen. Dazu zählen riskante Manöver wie zu schnelles Fahren, Rotlichtverstöße, riskantes Überholen oder die Handynutzung am Steuer, welche die Verkehrssicherheit massiv gefährden.
Beispiele
Regelverstöße aus Eile oder Ablenkung
Geschwindigkeitsüberschreitung: Bewusstes Missachten von Tempolimits.
Handynutzung: Tippen oder Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung.
Rotlichtverstieße: Durchfahren bei roter Ampel.
Aggressives Fahrverhalten
Dichtauffahren: Unterschreiten des Sicherheitsabstands (Drängeln).
Lichthupe: Missbrauch als Nötigungsinstrument auf Autobahnen.
Rechtsüberholen: Gefährliches Überholen auf der falschen Seite.
Rücksichtslosigkeit und Alkohol
Rauschfahrten: Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.
Illegale Autorennnen: Spontane oder organisierte Geschwindigkeitsrennen.
Parkverstöße: Blockieren von Rettungswegen oder Behindertenparkplätzen.
Prävention
Um deviantes Verhalten nachhaltig zu reduzieren, reicht die Androhung von Bußgeldern oft nicht aus. Wichtig sind stattdessen die Einsicht und eine gezielte Verhaltensänderung der betroffenen Personen
Verkehrspsychologische Therapie:
Bei wiederholten Verstößen, die zum Führerscheinentzug führen, ist die verkehrspsychologische Therapie ein etabliertes Mittel, um Einstellungen zu reflektieren und sichere Verhaltensmuster zu trainieren.
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