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Übungsfragen EGG SB 1

KM
by Klaudia M.

Soziale und gesundheitliche Ungleichheit)

In Deutschland stehen die Lebensverhältnisse der Menschen in einer engen Beziehung zur gesundheitlichen Ungleichheit in der Gesellschaft. Benennen Sie die wesentlichen Ursachen dafür.

Eine wesentliche Ursache für gesundheitliche Ungleichheit ist die soziale Ungleichheit, die sich in Haushalten und Familien durch unterschiedliche Einkommenssituation, Schichtzugehörigkeit und Arbeitsverhältnisse widerspiegelt. Damit verknüpft sind mit den Wohnverhältnissen, den Freizeitmöglichkeiten und der Gesundheitsversorgung ungleiche Lebensbedingungen und Teilhabechancen. Die soziale Ungleichheit ist der wesentliche Bestimmungsfaktor für das Gesundheitsverhalten und für die Ressourcenausstattung der Erwachsenen bzw. die Ressourcenentwicklung von Kindern. Insofern stehen die Bestimmungsfaktoren der sozialen Ungleichheit in einem ursächlichen Verhältnis zu den Wirkungen der gesundheitlichen Ungleichheit.

Merksatz:

„Soziale Ungleichheit ist die Ursache, gesundheitliche Ungleichheit die Wirkung – vermittelt über ESA (Einkommen, Schicht, Arbeit) und WFG (Wohnen, Freizeit, Gesundheit).“

Eselsbrücke (Die Kettenreaktion: Status → Lebenswelt → Ressourcen & Gesundheit):

1. Status (ESA): Einkommen, Schicht, Arbeit

2. Lebenswelt (WFG): Wohnen, Freizeit, Gesundheitsversorgung

3. Folge: Bestimmt Verhalten & Ressourcen (Erwachsene/Kinder) und führt direkt zu ungleicher Gesundheit.

Kernpunkte:

1. Ursache-Wirkungs-Prinzip: Soziale Ungleichheit steht in einem ursächlichen Verhältnis zu den Wirkungen gesundheitlicher Ungleichheit.

2. Merkmale der sozialen Lage (ESA): Einkommen, Schichtzugehörigkeit, Arbeitsverhältnisse.

3. Lebensbedingungen & Teilhabe (WFG): Verknüpft mit Wohnverhältnissen, Freizeitmöglichkeiten und Gesundheitsversorgung.

4. Einfluss: Wesentlicher Bestimmungsfaktor für das Gesundheitsverhalten sowie die Ressourcenausstattung der Erwachsenen und die Ressourcenentwicklung der Kinder.

Migrationsforschung & Healthy-Migrant-Effect)

Beschreiben Sie, welche Erklärungen für den healthy-migrant-effect erörtert werden.

Es zeigt sich in epidemiologischen Untersuchungen zur Migration häufig, dass Migrantinnen und Migranten eine geringere Sterblichkeit aufweisen als die Mehrheitsbevölkerung des Ziellandes. Dieses Ergebnis bedeutet sozialepidemiologisch betrachtet ein Paradox, da Migrantinnen und Migranten sozioökonomisch gegenüber der Mehrheitsbevölkerung schlechter gestellt sind und insofern höhere Risiken für Erkrankungen und eine höhere Mortalität haben müssten. Als Erklärung für den healthy-migrant-effect wird häufig angegebenen, dass die Menschen immigrieren, die über eine überdurchschnittlich gute Gesundheit verfügen.

Merksatz:

„Trotz sozioökonomischer Nachteile haben Migranten eine geringere Sterblichkeit, weil vor allem überdurchschnittlich gesunde Menschen migrieren (Healthy-Migrant-Effect).“

Eselsbrücke (Das Fitte-Wanderer-Paradox):

„Nur wer fit und gesund ist, schafft die lange Reise: Das Paradoxon erklärt sich dadurch, dass die Gesündesten starten.“

Kernpunkte:

1. Phänomen / Befund: Migrantinnen und Migranten weisen oft eine geringere Mortalität (Sterblichkeit) auf als die Mehrheitsbevölkerung des Ziellandes.

2. Sozialepidemiologisches Paradoxon: Eigentlich müssten sie durch die schlechtere sozioökonomische Lage ein höheres Erkrankungs- und Sterberisiko haben.

3. Erklärung (Healthy-Migrant-Effect): Es wandern primär jene Personen ein, die bereits über eine überdurchschnittlich gute Gesundheit verfügen (positive Selektion).

Sozial-kognitive Lerntheorie & Modelllernen)

Erläutern Sie den methodischen Ansatz der sozial-kognitiven Lerntheorie für Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung.

Im Rahmen der sozial-kognitiven Lerntheorie hat das Modelllernen eine wesentliche Funktion. In der Schrittfolge von Beobachtung, Nachahmung und Verknüpfung von Wissen werden bei den Lernenden interne Ressourcen entwickelt, die das Verhalten und Handeln regulieren. Modelllernen hat im Rahmen der Gesundheitserziehung einen großen Stellenwert bei verhaltensbezogenen Maßnahmen in Bereichen setting-orientierter Gesundheitsförderung erlangt.

Merksatz:

„Beim Modelllernen der sozial-kognitiven Lerntheorie entstehen über BNW (Beobachtung, Nachahmung, Wissensverknüpfung) interne Ressourcen zur Handlungsregulation für verhaltensbezogene Settings.“

Eselsbrücke (Die BNW-Formel für gesundes Verhalten):

1. B = Beobachten (Vorbild sehen)

2. N = Nachahmen (selbst ausprobieren)

3. W = Wissen verknüpfen (verstehen & verinnerlichen)

-> Baut innere Ressourcen auf, um das Verhalten im eigenen Setting gesund zu steuern.

Kernpunkte:

1. Funktion des Modelllernens: Zentraler Baustein der sozial-kognitiven Lerntheorie.

2. Schrittfolge (BNW): Beobachtung -> Nachahmung -> Verknüpfung von Wissen.

3. Wirkung: Entwicklung interner Ressourcen bei Lernenden, die deren Verhalten und Handeln regulieren.

4. Anwendungsbereich: Hoher Stellenwert in der傘Gesundheitserziehung bei verhaltensbezogenen Maßnahmen innerhalb setting-orientierter Gesundheitsförderung.

Datenbasis Vierfeldertafel

Tabelle

Wie lauten die hypothetischen Daten der Vierfeldertafel aus Tabelle, auf die sich die Berechnung der Odds-Ratio bezieht?

Merksatz:

„Die Odds Ratio (OR) ist das Chancenverhältnis zweier Gruppen: Sie teilt die Quote der Exponierten (Raucher) durch die Quote der Nicht-Exponierten (Nichtraucher), um zu zeigen, um das Wievielfache der Faktor das Erkrankungsrisiko verändert.“

Eselsbrücke (Die 1er-Waage für das Risiko):

- OR = 1: Waage im Gleichgewicht (Chancengleichheit, kein Einfluss).

- OR > 1 (z. B. 1,7): Waage kippt nach oben (Risikofaktor, 1,7-fach höhere Quote).

- OR < 1 (z. B. 0,6): Waage kippt nach unten (Schutzfaktor).

Kernpunkte:

1. Definition: Verhältnis (Ratio) zweier Quoten/Chancen (Odds) zueinander.

2. Berechnung: (Kranke Raucher : Gesunde Raucher) geteilt durch (Kranke Nichtraucher : Gesunde Nichtraucher).

3. Interpretation: Zeigt an, ob und um welchen Faktor ein Merkmal das Erkrankungsgeschehen begünstigt (> 1) oder hemmt (< 1).

Berechnung der Odds Ratio (Kreuzprodukt-Methode):

1. Vierfeldertafel aufbauen:

------------------------------------------------------

| Erkrankt | Nicht erkrankt

------------------------------------------------------

Raucher | a = 100 | b = 1.900

Nicht-Raucher | c = 150 | d = 4.850

------------------------------------------------------

2. Formel über Kreuz:

a * d 100 * 4.850 485.000

OR = ----------- = --------------- = ----------- = 1,70

b * c 1.900 * 150 285.000

Ergebnis:

Die Chance zu erkranken ist bei den Rauchern um das 1,7-Fache höher als bei den Nicht-Rauchern.

Die originale tabellarische Datenbasis lautet:

Institutionen der Gesundheitsberichterstattung

Nennen Sie wesentliche Institutionen mit Aufgabenstellungen der GBE (Gesundheitsberichterstattung).

Für die GBE des Bundes ist das RKI in Verbindung mit dem Statistischen Bundesamt zuständig. Inhaltlich werden Krankheitsdaten sowie Informationen zur Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung zur Verfügung gestellt. Die GBE in den 16 Bundesländern wird unter der Aufsicht der jeweiligen Gesundheitsministerien nach einem einheitlichen Schema erstellt. Die gesetzlichen Krankenkassen erstellen regelmäßig thematisch unterschiedliche Gesundheitsberichte.

Merksatz:

„Die GBE beruht auf drei Ebenen: Bund (RKI & Destatis liefern Daten zu Krankheit, Versorgung, Prävention und Förderung), 16 Länder (Gesundheitsministerien nach einheitlichem Schema) und Krankenkassen (regelmäßige Themenberichte).“

Eselsbrücke (Die 3-Ebenen-Pyramide der GBE: Bund -> Länder -> Kassen):

1. Bund: RKI + Statistisches Bundesamt (Zahlen & Fakten zu Krankheit, Versorgung, Prävention, Förderung)

2. 16 Länder: Ministerien leiten nach einheitlichem Schema an

3. Kassen: Gesetzliche Krankenkassen ergänzen eigene Themenberichte

Kernpunkte:

1. GBE des Bundes: Zuständig sind das Robert Koch-Institut (RKI) und das Statistische Bundesamt (Destatis). Inhalte: Krankheitsdaten sowie Daten zu Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung.

2. GBE der 16 Bundesländer: Erstellung nach einheitlichem Schema unter Aufsicht der jeweiligen Landesgesundheitsministerien.

3. Gesetzliche Krankenkassen: Regelmäßige Veröffentlichung thematisch unterschiedlicher Gesundheitsberichte.

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Klaudia M.

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