Ottawa-Charta & Gesundheitsförderung)
Beschreiben Sie die wesentlichen Impulse für Public Health, die von der Ottawa-Charta ausgehen.
Auf der einen Seite beschreibt die Ottawa-Charta die politischen Strategien für eine wirksame Gesundheitsförderung in den Lebenswelten der Menschen. Auf der anderen Seite werden die Handlungskompetenzen für eine individuelle Stärkung der gesundheitlichen Lage der Menschen herausgestellt: Interesse vertreten, Befähigen, Vernetzen.
Laiinnen- und Laien-Konzepte von Gesundheit)
Erläutern Sie die Aspekte der Laiinnen- und Laien-Konzepte von Gesundheit.
Laiinnen- und Laien-Konzepte von Gesundheit umfassen körperliche, psychische und soziale Aspekte. Insofern zeigt sich in den subjektiven Gesundheitskonzepten eine Parallelität mit dem bio-psycho-sozialen Gesundheitsmodell wissenschaftlicher Public-Health-Konzepte.
Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum)
Stellen Sie dar, was das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum als Gesundheitskonzept besagt.
Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum beschreibt mit einer Ortsbestimmung die gesundheitliche Lage eines Menschen zwischen den zwei Polen Gesundheit und Krankheit. Gesundheit und Krankheit sind insofern nicht als binäre Beschreibungen zu verstehen. Zu verschiedenen Zeitpunkten kann die gesundheitliche Lage sich in diesem Kontinuum nach links (in Richtung Gesundheit) bzw. nach rechts (in Richtung Krankheit) verschieben. Die gesundheitliche Lage kann sowohl subjektiv als auch objektiv im Gesundheits-Krankheits-Kontinuum verortet werden.
Soziale und gesundheitliche Ungleichheit)
In Deutschland stehen die Lebensverhältnisse der Menschen in einer engen Beziehung zur gesundheitlichen Ungleichheit in der Gesellschaft. Benennen Sie die wesentlichen Ursachen dafür.
Eine wesentliche Ursache für gesundheitliche Ungleichheit ist die soziale Ungleichheit, die sich in Haushalten und Familien durch unterschiedliche Einkommenssituation, Schichtzugehörigkeit und Arbeitsverhältnisse widerspiegelt. Damit verknüpft sind mit den Wohnverhältnissen, den Freizeitmöglichkeiten und der Gesundheitsversorgung ungleiche Lebensbedingungen und Teilhabechancen. Die soziale Ungleichheit ist der wesentliche Bestimmungsfaktor für das Gesundheitsverhalten und für die Ressourcenausstattung der Erwachsenen bzw. die Ressourcenentwicklung von Kindern. Insofern stehen die Bestimmungsfaktoren der sozialen Ungleichheit in einem ursächlichen Verhältnis zu den Wirkungen der gesundheitlichen Ungleichheit.
Migrationsforschung & Healthy-Migrant-Effect)
Beschreiben Sie, welche Erklärungen für den healthy-migrant-effect erörtert werden.
Es zeigt sich in epidemiologischen Untersuchungen zur Migration häufig, dass Migrantinnen und Migranten eine geringere Sterblichkeit aufweisen als die Mehrheitsbevölkerung des Ziellandes. Dieses Ergebnis bedeutet sozialepidemiologisch betrachtet ein Paradox, da Migrantinnen und Migranten sozioökonomisch gegenüber der Mehrheitsbevölkerung schlechter gestellt sind und insofern höhere Risiken für Erkrankungen und eine höhere Mortalität haben müssten. Als Erklärung für den healthy-migrant-effect wird häufig angegebenen, dass die Menschen immigrieren, die über eine überdurchschnittlich gute Gesundheit verfügen.
Corona-Pandemie & Impfstoffentwicklung)
Beschreiben Sie wesentliche Gründe, die bei der Corona-Pandemie zu einer schnellen Impfstoffentwicklung geführt haben.
Zwei Aspekte im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung gegen die Corona-Pandemie sind besonders hervorzuheben: Zum einen konnte durch eine Forschungskooperation zwischen den USA und Europa als Folge einer langjährigen Zusammenarbeit im Bereich der mRNA-Technik sehr schnell ein Impfstoff entwickelt werden und zum anderen ermöglichten globale Lieferketten im Pharmabereich kurzfristig eine sehr hohe Produktionskapazität.
Sozial-kognitive Lerntheorie & Modelllernen)
Erläutern Sie den methodischen Ansatz der sozial-kognitiven Lerntheorie für Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung.
Im Rahmen der sozial-kognitiven Lerntheorie hat das Modelllernen eine wesentliche Funktion. In der Schrittfolge von Beobachtung, Nachahmung und Verknüpfung von Wissen werden bei den Lernenden interne Ressourcen entwickelt, die das Verhalten und Handeln regulieren. Modelllernen hat im Rahmen der Gesundheitserziehung einen großen Stellenwert bei verhaltensbezogenen Maßnahmen in Bereichen setting-orientierter Gesundheitsförderung erlangt.
Systemisches Anforderungs-Ressourcen-Modell nach Becker)
Erklären Sie, welche psychologischen Theorien dem Systemischen Anforderungs-Ressourcen-Modell von Becker zugrunde liegen.
Die Gesundheitstheorie von Becker basiert im Hinblick auf die internen Anforderungen und die internen psychischen Ressourcen ganz wesentlich auf der Integrativen Persönlichkeitstheorie von Epstein sowie auf der sozial-kognitiven Lerntheorie von Bandura.
Foetale Programmierung & Barker-Hypothese)
Beschreiben Sie die Barker-Hypothese.
Die Barker-Hypothese bezieht sich auf das Prinzip der foetalen Programmierung und besagt, dass eine bestimmte Entwicklung des Foetus zu späteren Krankheiten im Erwachsenenalter führen kann – beispielsweise kann eine Fehlernährung im Mutterleib beim Ungeborenen zu Diabetes oder zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Erwachsener führen.
Übergewicht & Chronische Erkrankungen)
Beschreiben Sie die Zusammenhänge zwischen Übergewicht und nicht-übertragbaren Krankheiten.
Je größer das Übergewicht, desto höher ist auch das Risiko für Folgeerkrankungen, wie z. B. Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. Diese Erkrankungen sind wiederum Risikofaktoren für Herzkreislaufkrankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Epidemiologische Studientypen – Kohortenstudie)
Erklären Sie das Vorgehen bei einer Kohortenstudie.
In einer Kohortenstudie wird eine bestimmte Bevölkerungsgruppe ausgewählt und über eine Zeitspanne zu einem bestimmten Untersuchungsthema begleitet und in Zeitabständen mit bestimmten Datenerhebungen befragt oder medizinisch untersucht. Die Kohortenstudie ist eine Variante innerhalb epidemiologischer Studientypen. Eine Kohortenstudie findet immer im Längsschnitt über eine bestimmte Zeit statt.
Datenbasis Vierfeldertafel
Tabelle
Wie lauten die hypothetischen Daten der Vierfeldertafel aus Tabelle, auf die sich die Berechnung der Odds-Ratio bezieht?
Die originale tabellarische Datenbasis lautet:
Berechnung der Odds-Ratio
Berechnen Sie mit den Daten aus der Vierfeldertafel der Tabelle die OR.
Institutionen der Gesundheitsberichterstattung
Nennen Sie wesentliche Institutionen mit Aufgabenstellungen der GBE (Gesundheitsberichterstattung).
Für die GBE des Bundes ist das RKI in Verbindung mit dem Statistischen Bundesamt zuständig. Inhaltlich werden Krankheitsdaten sowie Informationen zur Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung zur Verfügung gestellt. Die GBE in den 16 Bundesländern wird unter der Aufsicht der jeweiligen Gesundheitsministerien nach einem einheitlichen Schema erstellt. Die gesetzlichen Krankenkassen erstellen regelmäßig thematisch unterschiedliche Gesundheitsberichte.
Interventionskategorisierung – HPV-Impfung
Erläutern Sie, wie Sie die Maßnahme der HPV-Impfung als Intervention kategorisieren würden.
Die HPV-Impfung ist als primäre Prävention einzustufen.
Diagnostische Instrumente – SF-36 Fragebogen
Erläutern Sie, für welche Bereiche der SF-36 eingesetzt wird.
Der SF-36 ist das am häufigsten eingesetzte Instrument zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im deutschsprachigen Raum. Der Einsatz reicht von der Gesundheitsberichterstattung über Präventionsmaßnahmen bis hin zur klinischen Forschung.
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