5 Axiome der Kommunikation nach Watzlawick
Ein Modell zur verdeutlichung zwischenmenschlicher Kommunikation
Ein Axiom ist der Grundsatz einer Theorie und wird als Wahrheit angesehen und bedarf keinem Beweis.
Hierbei geht es nicht nur um den Informationsaustausch sondern vielmehr um die zwischenmenschliche Beziehung.
Man kann nicht nicht kommunizieren
Verbale Kommunikation (Gesprochene Wort/Schrift)
Nonverbale Kommunikation (Kommunikation ohne Worte)
Sie kann absichtlich oder unabsichtlich eingesetzt werden z.B. durch Mimik, Gestik, Körperbau, Körperhaltung, Körperkontakt.
Beispiel: Ein Fahrschüler würgt an der Ampel dreimal hintereinander den Motor ab. Er starrt danach stumm und mit rotem Kopf auf das Lenkrad.
Erklärung: Obwohl der Fahrschüler kein Wort sagt, kommuniziert sein Verhalten dem Fahrlehrer sofort: "Ich bin gerade extrem gestresst und mir ist die Situation peinlich."
Kommunikation hat einen Inhalts und einen Beziehungsaspekt
Inhalt
Vermittlung von Sachinformationen (erklärt worum es geht)
Beziehung
Beziehung zum Gesprächspartner, häufig auf nonverbaler Ebene durch Tonfall, Mimik und Gestik, Körperkontakt. Mit einer Person die einem Sympathisch ist, tauscht man sich eher aus, als mit jemandem, den man nicht mag.
Beispiel: Der Fahrlehrer sagt beim Einparken: "Du stehst zu weit rechts."
Inhaltsaspekt: Die sachliche Information über die Position des Autos.
Beziehungsaspekt: Je nach Tonfall nimmt der Fahrschüler dies unterschiedlich auf. Klingt der Fahrlehrer ruhig, versteht der Schüler es als Hilfestellung. Klingt der Fahrlehrer genervt, versteht der Schüler es als Kritik an seinen Fähigkeiten ("Du kannst es einfach nicht").
Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung
Jeder Teilnehmer einer Interaktion ist verantwortlich
Eine Aussage hat immer eine Wirkung
Beispiel: Ein Fahrlehrer greift bei der Fahrt ständig korrigierend ins Lenkrad. Der Fahrschüler wird dadurch immer nervöser und macht noch mehr Fehler.
Erklärung: Ein Teufelskreis entsteht. Der Fahrlehrer denkt: "Ich muss eingreifen, weil der Schüler so unsicher fährt." Der Fahrschüler denkt: "Ich fahre so unsicher, weil der Fahrlehrer mir keine Freiheit lässt und ständig eingreift." Beide sehen ihr eigenes Verhalten nur als Reaktion auf den anderen.
Menschliche Kommunikation ist Analog und Digital
Digital —> verbale Kommunikation
Informationen lassen sich gut ableiten
Analog —> Nonnverbale Kommunikation
Basiert auf Vermutungen (Freudentränen/Tränen der Trauer)?
Beispiel: Der Fahrlehrer fragt vor der Autobahnfahrt: "Bist du bereit dafür?" Der Schüler antwortet mit zittriger Stimme und weit aufgerissenen Augen: "Ja, klar."
Erklärung: Die digitale Ebene (das gesprochene Wort "Ja") passt nicht zur analogen Ebene (Zittern, Angstblick). Der Fahrlehrer erkennt sofort die Diskrepanz und weiß, dass der Schüler eigentlich Angst hat.
Kommunikation isr Symmetrisch oder Komplementär
Symmetrisch —> Gleichgewicht
ungleichheiten werden minimiert
auf einer Ebene
Komplementär —> unterschiedlichkeit
Nicht wertend
wechselseitiges Verhältnis zwischen Gesprächspartnern
ergänzen sich
nicht selten unterorndung (Lehrer/Schüler)
Beispiel (Komplementär): Während der Fahrstunde gibt der Fahrlehrer klare Anweisungen ("Hier rechts abbiegen, in den zweiten Gang schalten"), und der Schüler setzt diese um. Die Beziehung ist hierarchisch (Lehrer = Experte, Schüler = Lernender).
Beispiel (Symmetrisch): Nach bestandener Prüfung stehen Fahrlehrer und der ehemalige Schüler am Auto, trinken einen Kaffee und unterhalten sich locker als zwei gleichberechtigte Autofahrer über die aktuellen Spritpreise.
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