Da nicht alle möglichen Prüfkriterien berücksichtigt werden können, müssen die relevanten Kriterien abhängig von Projektsituation, Wichtigkeit der Anforderungen, verfügbaren Ressourcen und Zeit ausgewählt werden.
2. Warum müssen Anforderungen vor der weiteren Verarbeitung geprüft werden?
Fehler in Anforderungen wirken sich auf Spezifikation, Architektur und Programmcode aus. Eine frühe Fehlerbehebung ist kostengünstiger und reduziert rechtliche Risiken wie Vertragsstrafen oder Verstöße gegen Datenschutzvorgaben.
3. Welche vier Schritte umfasst das Prüfen und Abstimmen von Anforderungen?
Prüfkriterien festlegen, Prüfprinzipien und Prüftechniken auswählen, Prüfung durchführen und Ergebnisse dokumentieren sowie Anforderungen abstimmen bzw. Konflikte lösen.
4. Welche organisatorischen Aufgaben gehören zur Durchführung einer Anforderungsprüfung?
Organisation der Infrastruktur, Terminplanung der Beteiligten, Koordination externer Gutachter und Dokumentation der Prüfungsergebnisse.
5. Welche Prüfkriterien zur Dokumentation gibt es?
Konformität zur Dokumentenstruktur, Verständlichkeit, Eindeutigkeit, Konformität zu Dokumentationsregeln und Konformität zum Dokumentationsformat.
6. Was wird bei den Prüfkriterien Verständlichkeit und Eindeutigkeit geprüft?
Verständlichkeit prüft, ob Anforderungen nachvollziehbar formuliert sind. Eindeutigkeit prüft, ob Anforderungen ohne Interpretationsspielraum verstanden werden können.
7. Was wird bei den Prüfkriterien Dokumentenstruktur, Dokumentationsregeln und Dokumentationsformat geprüft?
Ob Anforderungen an der richtigen Stelle dokumentiert sind, vorgegebene Regeln eingehalten werden und das vorgeschriebene Format verwendet wird.
8. Welche Prüfkriterien zur Abgestimmtheit gibt es?
Abgestimmtheit jeder Anforderung, erneute Abstimmung nach Änderungen, Konflikte aufgelöst und Freigabe erteilt.
9. Was ist der Unterschied zwischen fachlicher Abstimmung und Freigabe?
Die Abstimmung bestätigt die fachliche Korrektheit. Die Freigabe erlaubt offiziell den Beginn der Umsetzung.
10. Welche Prüfkriterien zum Inhalt gibt es?
Vollständigkeit, Verfolgbarkeit, Korrektheit, Widerspruchsfreiheit, keine vorzeitigen Entwurfsentscheidungen, Dokumentation des fachlichen Problems, Überprüfbarkeit und Notwendigkeit bezüglich des Zielbeitrags.
11. Was bedeutet Vollständigkeit bei Anforderungen?
Sowohl die Gesamtheit der Anforderungen als auch jede einzelne Anforderung müssen vollständig dokumentiert sein.
12. Was bedeuten Verfolgbarkeit und Korrektheit von Anforderungen?
Verfolgbarkeit ermöglicht die Nachverfolgung einer Anforderung. Korrektheit stellt sicher, dass die dokumentierte Anforderung den Wünschen der Stakeholder entspricht.
13. Was bedeutet Widerspruchsfreiheit von Anforderungen?
Die Anforderungen enthalten keine Konflikte oder Inkonsistenzen.
14. Warum sollten Anforderungen keine vorzeitigen Entwurfsentscheidungen enthalten?
Anforderungen sollen beschreiben, was benötigt wird, nicht wie die Lösung technisch umgesetzt wird.
15. Was bedeuten Überprüfbarkeit und Zielbeitrag einer Anforderung?
Überprüfbarkeit ermöglicht die Ableitung von Testfällen. Der Zielbeitrag beschreibt die Relevanz der Anforderung für das Erreichen des Projektziels.
16. Nennen Sie die sechs Prüfprinzipien im Requirements Engineering.
Beteiligung der richtigen Stakeholder, Trennung von Fehlersuche und Fehlerkorrektur, Prüfung aus unterschiedlichen Sichten, Wechsel der Dokumentationsform, Konstruktion von Entwicklungsartefakten und wiederholte Prüfung.
17. Warum ist die Beteiligung der richtigen Stakeholder wichtig?
Unabhängige und fachlich geeignete Prüfer erkennen Fehler besser und vermeiden Interessenkonflikte. Bei kritischen Themen können externe Reviewer sinnvoll sein.
18. Was versteht man unter dem Wechsel der Dokumentationsform?
Anforderungen werden in eine andere Darstellungsform übertragen, um Fehler, Lücken oder Inkonsistenzen leichter zu erkennen.
19. Welcher Vorteil ergibt sich aus dem Wechsel der Dokumentationsform?
Fehlerfälle oder fehlende Ablaufschritte werden häufig sichtbar, beispielsweise beim Überführen von Texten in Prozessmodelle.
20. Welche Prüftechniken gibt es im Requirements Engineering?
Stellungnahme, Walkthrough, perspektivenbasiertes Lesen, Einsatz von Checklisten und Prüfung durch Prototypen.
21. Was ist perspektivenbasiertes Lesen?
Reviewer prüfen Anforderungen aus festgelegten Perspektiven, um verschiedene Aspekte parallel und systematisch zu bewerten.
22. Welche Funktion haben Checklisten?
Sie dienen als Leitfaden und stellen sicher, dass alle relevanten Prüfkriterien berücksichtigt werden.
23. Woraus werden Checklisten typischerweise erstellt?
Aus Richtlinien, Prüfkriterien, Prüfprinzipien und Erfahrungen aus früheren Projekten.
24. Warum lassen sich Checklisten gut mit perspektivenbasiertem Lesen kombinieren?
Für jede Perspektive können spezifische Prüffragen formuliert werden.
25. Was ist die Grundidee der Prüfung durch Prototypen?
Anforderungen werden mithilfe eines Prototyps überprüft, der den Stakeholdern das Verständnis der Anforderungen veranschaulicht.
26. Worin unterscheiden sich Prüfung durch Prototypen und Stellungnahme?
Bei der Prototypenprüfung wird ein Prototyp erstellt und genutzt. Bei der Stellungnahme bewertet eine unabhängige Person ausschließlich die Dokumentation.
Abstimmen von Anforderungen
27. Welche vier Aktivitäten umfasst die Abstimmung von Anforderungen?
Konfliktidentifikation, Bestimmung des Konflikttyps, Konfliktauflösung und Dokumentation der Konfliktlösung.
28. Welche fünf Konflikttypen gibt es?
Sachkonflikt, Interessenkonflikt, Wertekonflikt, Beziehungskonflikt und Strukturkonflikt.
29. Wodurch unterscheiden sich die Konflikttypen?
Sachkonflikte beruhen auf Informationen, Interessenkonflikte auf unterschiedlichen Zielen, Wertekonflikte auf unterschiedlichen Wertvorstellungen, Beziehungskonflikte auf persönlichen Problemen und Strukturkonflikte auf Macht- oder Entscheidungsunterschieden.
30. Warum ist die Dokumentation der Konfliktlösung wichtig?
Sie verhindert die erneute Bearbeitung desselben Konflikts und ermöglicht die spätere Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen.
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