Was ist die koronare Herzkrankheit (KHK)?
Manifestation der Atherosklerose an den Koronararterien mit resultierender Koronarinsuffizienz und Myokardischämie.
Was versteht man unter einer Koronarinsuffizienz?
Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf des Myokards.
Welche klinischen Folgen kann eine Myokardischämie haben?
Angina pectoris
Herzrhythmusstörungen
Myokardinfarkt
Herzinsuffizienz
Plötzlicher Herztod
Welche Gefäße versorgen das Herz mit Blut?
A. coronaria dextra (RCA)
A. coronaria sinistra (LCA)
In welche Hauptäste teilt sich die linke Koronararterie auf?
Ramus interventricularis anterior (RIVA/LAD)
Ramus circumflexus (RCX)
Wo entspringen die Koronararterien?
Direkt oberhalb der Aortenklappe aus der Aorta ascendens.
Wo verläuft die rechte Koronararterie?
Im Sulcus coronarius dexter zur Hinterwand des Herzens.
Wo verläuft der RIVA?
Im Sulcus interventricularis anterior.
Wo verläuft der RCX?
Im Sulcus coronarius sinister.
Welche Versorgungstypen der Koronararterien gibt es?
Normalversorgungstyp
Rechtsversorgungstyp
Linksversorgungstyp
Welcher Versorgungstyp ist am häufigsten?
Der Normalversorgungstyp.
Wie häufig kommt der Normalversorgungstyp vor?
Bei etwa 70 % der Menschen.
Welche Koronararterie versorgt beim Normalversorgungstyp Sinus- und AV-Knoten?
Die A. coronaria dextra.
Warum kann ein Verschluss der RCA Rhythmusstörungen verursachen?
Weil Sinus- und AV-Knoten häufig über die RCA versorgt werden.
Wann werden die Koronararterien hauptsächlich durchblutet?
Während der Diastole.
Warum erfolgt die Koronardurchblutung vor allem in der Diastole?
Während der Systole werden die Koronargefäße durch die Myokardkontraktion komprimiert.
In welche zwei klinischen Hauptformen wird die KHK eingeteilt?
Chronisches Koronarsyndrom (CCS)
Akutes Koronarsyndrom (ACS)
Welche Erkrankungen gehören zum akuten Koronarsyndrom?
Instabile Angina pectoris
NSTEMI
STEMI
Was bedeutet NSTEMI?
Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt.
Was bedeutet STEMI?
ST-Hebungs-Myokardinfarkt.
Warum wurde der Begriff „chronisches Koronarsyndrom“ eingeführt?
Um den dynamischen Verlauf der Erkrankung zu betonen.
Wie wird die KHK strukturell eingeteilt?
1-Gefäß-Erkrankung
2-Gefäß-Erkrankung
3-Gefäß-Erkrankung
Hauptstammstenose
Was versteht man unter einer Hauptstammstenose?
Signifikante Verengung des linken Koronarhauptstamms vor Aufzweigung in RIVA und RCX.
Wie häufig ist die KHK als Todesursache?
Häufigste Todesursache in Industrieländern.
Wie hoch ist die Lebenszeitprävalenz der KHK?
Männer: ca. 30 %
Frauen: ca. 15 %
Warum erkranken Frauen meist später an KHK?
Aufgrund der protektiven Wirkung von Östrogenen vor der Menopause.
Was ist die pathogenetische Grundlage der KHK?
Atherosklerose der Koronararterien.
Welche Gefäße sind primär betroffen?
Große Koronargefäße (Makroangiopathie).
Ab welcher Lumeneinengung treten typischerweise Symptome auf?
Bei einer Stenose von über 70 %.
Welche Symptome treten zunächst auf?
Belastungsabhängige Ischämiesymptome (z.B. Angina pectoris).
Wann treten Ischämiesymptome später auf?
Auch in Ruhe.
Was versteht man unter der Koronarreserve?
Verhältnis der Koronardurchblutung in Ruhe zur maximal möglichen Durchblutung.
Wie verändert sich die Koronarreserve bei KHK?
Sie ist deutlich reduziert.
Welche Rolle spielen Kollateralgefäße?
Sie können die Beschwerden trotz Stenosen vermindern.
Welche Erkrankungen können eine Mikroangiopathie der Koronargefäße verursachen?
Arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus
Vaskulitiden
Welche nicht-atherosklerotischen Ursachen einer Myokardischämie gibt es?
Koronarspasmen
Koronarembolien
Koronardissektionen
Koronaranomalien
AV-Fisteln
Welche Erkrankung ist typisch für Koronarspasmen?
Prinzmetal-Angina.
Welche extrakardialen Faktoren können das Sauerstoffangebot vermindern?
Anämie
Pulmonale Erkrankungen
CO-Vergiftung
Aufenthalt in großer Höhe
Welche Faktoren erhöhen den Sauerstoffbedarf des Herzens?
Fieber
Hyperthyreose
Was ist der erste Schritt der Atheroskleroseentstehung?
Endothelschädigung.
Welche Risikofaktoren verursachen ganz besonders eine Endothelschädigung?
Vor allem arterielle Hypertonie.
Was sind „Fatty Streaks“?
Frühformen atherosklerotischer Läsionen aus Schaumzellen, Makrophagen und T-Lymphozyten.
Wie entstehen Schaumzellen?
Durch LDL-Aufnahme in Makrophagen.
Was sind stabile Plaques?
Durch Proliferation glatter Muskelzellen entstandene atherosklerotische Plaques.
Was sind „Complex Lesions“?
Fortgeschrittene atherosklerotische Plaques mit Gefäßverengung.
Welche Komplikation kann durch Plaqueruptur entstehen?
Akuter Koronarverschluss mit Myokardinfarkt.
Wie werden Koronarstenosen nach Gefäßdurchmesserverlust eingeteilt?
Grad I: 25–49 %
Grad II: 50–74 %
Grad III: 75–99 %
Ab welchem Grad spricht man von einer signifikanten Stenose?
Grad II (≥ 50 %).
Welche Stenose gilt als kritisch?
Grad III (75–99 %).
Was sind die Hauptrisikofaktoren der KHK?
Dyslipidämie
Abdominelle Adipositas
Rauchen
Familiäre Belastung
Höheres Alter
Männliches Geschlecht
Welche Erkrankungen bilden zusammen das metabolische Syndrom?
Hypertonie
Welche weiteren Risikofaktoren gibt es?
Bewegungsmangel
Stress
Depression
Lipoprotein(a)-Erhöhung
Erhöhtes hs-CRP
Hyperhomocysteinämie
Erhöhtes Fibrinogen
Mikroalbuminurie
Wozu dient SCORE2?
Abschätzung des individuellen 10-Jahres-Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse.
Welche Blutdruckwerte werden in der Primärprävention angestrebt?
< 140/90 mmHg.
Welcher HbA1c-Zielwert wird bei Diabetes empfohlen?
< 7,0 %.
Welche Lebensstilmaßnahmen reduzieren das KHK-Risiko?
Mediterrane Ernährung
Regelmäßige Bewegung
Gewichtsreduktion
Rauchstopp
Blutdruckkontrolle
Diabeteskontrolle
Lipidsenkung
Welche Lipidveränderungen erhöhen das KHK-Risiko?
LDL ↑
Gesamtcholesterin ↑
Triglyzeride ↑
HDL ↓
Welcher HDL-Wert spricht für ein niedriges Risiko?
Frauen: > 45 mg/dl
Männer: > 40 mg/dl
Welcher Triglyzeridwert spricht für ein niedriges Risiko?
< 150 mg/dl.
Welche BMI-Zielwerte werden empfohlen?
20–25 kg/m².
Welche Symptome begleiten häufig eine Angina pectoris?
Dyspnoe
Übelkeit
Kaltschweißigkeit
Blässe
Palpitationen
Angstgefühl
Welche Merkmale sprechen für eine typische Angina pectoris?
retrosternaler Schmerz, Druck- oder Engegefühl
Ausstrahlung in linken Arm, Hals oder Unterkiefer
Auftreten bei körperlicher oder psychischer Belastung
Besserung in Ruhe
rasches Ansprechen auf Nitroglycerin
Welche CCS-Klassifikation gibt es für die stabile Angina pectoris?
CCS I: Beschwerden nur bei starker körperlicher Belastung
CCS II: Beschwerden bei stärkerer Alltagsbelastung
CCS III: Beschwerden bereits bei leichter körperlicher Belastung
CCS IV: Beschwerden in Ruhe
Was versteht man unter einer instabilen Angina pectoris?
Form des akuten Koronarsyndroms
neu aufgetretene oder zunehmende Beschwerden
Beschwerden bereits bei geringer Belastung oder in Ruhe
erhöhtes Risiko für einen Myokardinfarkt
Was ist die Prinzmetal-Angina?
vasospastische Angina pectoris
ausgelöst durch Koronarspasmen
tritt typischerweise in Ruhe auf
reversible ST-Hebungen im EKG
keine Erhöhung kardialer Biomarker
Was ist eine Ruheangina?
Angina-pectoris-Beschwerden in Ruhe
häufig nachts auftretend (Angina nocturna)
Was ist eine Kälteangina?
durch Kälte ausgelöste Angina pectoris
Sympathikusaktivierung führt zu Vasokonstriktion
dadurch verminderte Koronardurchblutung
Was versteht man unter einer Postinfarktangina?
Angina pectoris innerhalb von 2 Wochen nach einem Myokardinfarkt
Was ist eine atypische Angina?
linksthorakale Schmerzen
belastungsunabhängig
spontane Rückbildung
Was versteht man unter einer Walking-through-Angina?
Beschwerden treten zu Beginn einer Belastung auf
Symptome lassen trotz gleichbleibender Belastung wieder nach
Ursache: Freisetzung vasodilatierender Substanzen
Was ist eine stumme Myokardischämie?
Myokardischämie ohne typische Angina-pectoris-Beschwerden
besonders häufig bei:
Frauen
älteren Patienten
Patienten mit Diabetes mellitus
Welche Symptome können bei einer stummen Myokardischämie im Vordergrund stehen?
Unwohlsein
Verwirrtheit
Synkopen
Zeichen eines Lungenödems
Welche Fragen sind in der Anamnese bei Verdacht auf KHK wichtig?
Art der Beschwerden
Zeitpunkt des Auftretens
Belastungsabhängigkeit
Zusammenhang mit Kälte oder Mahlzeiten
Besserung durch Nitroglycerin
frühere kardiale Ereignisse
kardiovaskuläre Risikofaktoren
relevante Begleiterkrankungen
Welche Befunde können in der körperlichen Untersuchung auf eine KHK hinweisen?
arterielle Hypertonie
Übergewicht
Xanthelasmen (gelbliche Plaques an den Augen)
Herzinsuffizienzzeichen
Herzklappenfehler
pulmonale Stauungszeichen
Lungenödem
Welche Basisuntersuchungen gehören zur KHK-Diagnostik?
Laboruntersuchungen
Ruhe-EKG
ggf. Langzeit-EKG
Ruhe-Echokardiografie
ggf. Röntgen-Thorax
Welche kardialen Biomarker werden bestimmt, um einen Myokardinfarkt auszuschließen?
Troponin T
Troponin I
CK
CK-MB
Warum steigen kardiale Biomarker bei stabiler Angina pectoris nicht an?
es liegt lediglich eine reversible Ischämie vor
keine irreversible Myozytenschädigung
Welche Laborparameter gehören zusätzlich zur KHK-Diagnostik?
Blutbild
Kreatinin
Lipidprofil
LDL
HDL
Gesamtcholesterin
Triglyzeride
Nüchternblutzucker
HbA1c
TSH
Warum ist das Ruhe-EKG zur KHK-Diagnostik nur eingeschränkt geeignet?
bei etwa 50 % der Patienten mit Myokardischämie unauffällig
Welche Veränderungen können im Ruhe-EKG bei KHK auftreten?
Zeichen einer linksventrikulären Hypertrophie
Hinweise auf einen alten Myokardinfarkt
Was sind die Ziele des Belastungs-EKGs?
Provokation einer Myokardischämie
Nachweis typischer ST-Strecken-Veränderungen
Beurteilung der Belastbarkeit
Erfassung von Rhythmusstörungen
Beurteilung des Blutdruckverhaltens
Risikoeinschätzung
Welche typischen Befunde zeigt das Belastungs-EKG bei KHK?
horizontale ST-Senkungen
deszendierende ST-Senkungen
reversible ST-Veränderungen unter Belastung
träge aszendierende ST-Strecke
Welche ST-Senkungen gelten im Belastungs-EKG als typisch für eine KHK?
> 0,1 mV in den Extremitätenableitungen
> 0,2 mV in den Brustwandableitungen
Welches charakteristische EKG-Zeichen spricht für eine KHK?
belastungsinduzierte deszendierende ST-Streckensenkungen
Wozu dient ein Langzeit-EKG bei KHK?
Nachweis ischämiebedingter ST-Senkungen
Nachweis von Herzrhythmusstörungen im Alltag
Welche Informationen liefert die Echokardiografie bei KHK?
linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF)
regionale Wandbewegungsstörungen
Hinweise auf abgelaufene Infarkte
Was wird bei der Stressechokardiografie untersucht?
belastungsinduzierte Wandbewegungsstörungen
Nachweis einer belastungsabhängigen Ischämie
Welcher diagnostische Goldstandard dient zur Darstellung der Koronararterien?
Koronarangiografie
Welche Informationen liefert die Koronarangiografie?
Lokalisation von Stenosen
Schweregrad der Stenosen
Beurteilung der Koronaranatomie
Möglichkeit einer direkten Intervention
Über welche Gefäße erfolgt der Zugang zur Koronarangiografie?
bevorzugt A. radialis
alternativ A. femoralis
alternativ A. brachialis
Wann kann statt einer Koronarangiografie ein Kardio-CT eingesetzt werden?
bei niedriger bis mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit einer KHK
zur nichtinvasiven Darstellung der Koronararterien
Was kann mit einem Kardio-CT beurteilt werden?
Koronarmorphologie
verkalkte Plaques
nicht verkalkte Plaques
Welche Informationen liefert das Kardio-MRT?
Myokardfunktion
Perfusion
Vitalität des Myokards
Ischämien unter Belastung
Welche Befunde zeigt die Myokardszintigrafie?
Ischämien = reversible Speicherdefekte
Infarktnarben = irreversible Speicherdefekte
Wie unterscheiden sich Ischämie und Infarktnarbe in der Myokardszintigrafie?
Ischämie:
Minderanreicherung unter Belastung
normale Speicherung in Ruhe
Infarktnarbe:
Minderanreicherung sowohl in Ruhe als auch unter Belastung
An welche „Big Five“ muss bei starken Thoraxschmerzen immer gedacht werden?
Lungenembolie
Aortendissektion
akutes Koronarsyndrom
Spannungspneumothorax
Boerhaave-Syndrom (Ösophagusruptur)
Was sind die 5 Hauptziele der KHK-Therapie?
Verbesserung der Lebensqualität
Reduktion von Angina-pectoris-Beschwerden
Verlangsamung der Krankheitsprogression
Verhinderung von Komplikationen (v.a. Myokardinfarkt)
Verbesserung der Prognose
Welche Lebensstilmaßnahmen gehören zur Sekundärprävention der KHK?
Gesunde Ernährung
Gewichtsnormalisierung
Alkoholrestriktion
Regelmäßige körperliche Aktivität
Stressreduktion
Vermeidung kardiovaskulär ungünstiger Medikamente
Welche Ernährungsempfehlungen gelten bei KHK?
Reduktion gesättigter Fettsäuren
Ersatz durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Kochsalz < 5 g/Tag
30–45 g Ballaststoffe/Tag
≥ 200 g Obst/Tag
≥ 200 g Gemüse/Tag
Fisch 1–2× pro Woche
Welche Empfehlungen gelten für körperliche Aktivität bei KHK?
Mindestens 3× pro Woche
Jeweils mindestens 20 Minuten
Bevorzugt Ausdauertraining
Welche Alkoholgrenzen werden bei KHK empfohlen?
Männer: < 20 g/Tag
Frauen: < 10 g/Tag
Welche Medikamente sollten KHK-Patienten möglichst meiden?
COX-2-Hemmer (Coxibe)
Beispiel: Celecoxib
Welche Blutdruckzielwerte gelten bei KHK?
Generell: < 140/90 mmHg
Diabetes mellitus: < 140/85 mmHg
Nierenerkrankungen: < 130/85 mmHg
Welcher LDL-Zielwert wird bei manifester KHK angestrebt?
LDL < 55 mg/dl
Zusätzlich Senkung um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert
Welcher LDL-Zielwert gilt nach erneutem kardiovaskulären Ereignis innerhalb von 2 Jahren?
LDL < 40 mg/dl
Welche Medikamente sind Mittel der Wahl zur LDL-Senkung bei KHK?
Statine (z.B. Atorvastatin, Simvastatin)
Welche Lipidsenker kommen bei unzureichender Statinwirkung zusätzlich infrage?
Ezetimib
PCSK9-Hemmer
Welcher HbA1c-Zielwert wird bei KHK angestrebt?
< 7,0 %
Bei jüngeren Patienten < 6,5 %
Was ist laut Leitlinien das wichtigste Therapieziel bei KHK?
Konsequente Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren
Welche Medikamente werden im akuten Angina-pectoris-Anfall eingesetzt?
Kurz wirksame Nitrate
Vor allem Nitroglycerin
Wie wirkt Nitroglycerin bei Angina pectoris?
Vasodilatation
Verbesserung der Koronardurchblutung
Senkung der Vorlast
Geringe Senkung der Nachlast
Reduktion des myokardialen Sauerstoffverbrauchs
Wie schnell wirkt Nitroglycerin-Spray oder die Zerbeißkapsel?
Innerhalb von 1–2 Minuten
Verbessern Nitrate Morbidität und Mortalität bei KHK?
Nein. Sie dienen ausschließlich der Symptomkontrolle
Warum dürfen Nitrate nicht mit Sildenafil kombiniert werden?
Gefahr schwerster arterieller Hypotonien
Wie lange nach Einnahme eines PDE-5-Hemmers dürfen keine Nitrate gegeben werden?
Mindestens 24–48 Stunden
Welche Kontraindikationen bestehen für Nitrate?
PDE-5-Hemmer-Einnahme
Arterielle Hypotonie
HOCM
Aortenklappenstenose
Welche vier Medikamentengruppen bilden die Basistherapie der KHK?
Thrombozytenaggregationshemmer
β-Blocker
Statine
ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptor-Antagonisten
Welche Wirkung hat ASS bei KHK?
Irreversible COX-1-Hemmung
Verminderte Thrombozytenaggregation
Reduktion der Thrombenbildung
Wie hoch ist die Standarddosis von ASS bei KHK?
75–100 mg täglich
Wann wird Clopidogrel eingesetzt?
ASS-Unverträglichkeit
Duale Plättchenhemmung nach Stentimplantation
Sehr hohes Ischämierisiko
Welchen prognostischen Effekt hat die Thrombozytenaggregationshemmung?
Deutliche Mortalitätsreduktion
Besonders nach Myokardinfarkt
Welche β-Blocker werden bei KHK bevorzugt?
β1-selektive Substanzen
Metoprolol
Bisoprolol
Welche Vorteile haben β-Blocker bei KHK?
Senkung des Sauerstoffverbrauchs
Antianginöse Wirkung
Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse
Mortalitätssenkung
Wann sind ACE-Hemmer oder AT1-Blocker besonders prognostisch günstig?
Welche Wirkungen haben ACE-Hemmer bei KHK?
Blutdrucksenkung
Plaquestabilisierung
Verminderung des kardialen Remodelings
Reduktion des Reinfarktrisikos
Senkung von Morbidität und Mortalität
Welche Medikamentengruppen werden zur antianginösen Dauertherapie eingesetzt?
Calciumkanalblocker
Langzeitnitrate
Warum verbessern β-Blocker die Koronardurchblutung?
Verlängerung der Diastole
Koronararterien werden überwiegend in der Diastole durchblutet
Welche Kontraindikationen bestehen für β-Blocker?
Akute schwere Herzinsuffizienz
Drohender Schock
Asthma bronchiale
Warum dürfen β-Blocker nicht mit Verapamil oder Diltiazem kombiniert werden?
Erhöhtes Risiko für Bradykardien
Gefahr einer AV-Blockierung
Welche Calciumkanalblocker sind Mittel der Wahl bei vasospastischer Angina?
Nifedipin
Amlodipin
Wie wirken Dihydropyridine (Nifedipin, Amlodipin)?
Vasodilatation der Arterien
Nachlastsenkung
Erweiterung der Koronararterien
Welche typischen Nebenwirkungen haben Nifedipin und Amlodipin?
Kopfschmerzen
Flush
Beinödeme
Warum kann Nifedipin paradoxerweise Angina pectoris auslösen?
Reflektorische Tachykardie
Erhöhter Sauerstoffverbrauch des Myokards
Wann sind Nifedipin und Amlodipin kontraindiziert?
In den ersten 4 Wochen nach akutem Koronarsyndrom
Welche zusätzlichen Wirkungen haben Verapamil und Diltiazem?
Negativ chronotrop (HF ↓)
Negativ dromotrop (Erregungsleitung ↓)
Negativ inotrop (Kontrktionskraft ↓)
Welche wichtige Arzneimittelinteraktion besitzt Verapamil?
Erhöhung des Digoxinspiegels um bis zu 75 %
Bei welcher Erkrankung sind Verapamil und Diltiazem kontraindiziert?
Wann werden Langzeitnitrate eingesetzt?
Bei unzureichender Wirkung von β-Blockern oder Calciumkanalblockern
Was ist die wichtigste Problematik der Langzeitnitrattherapie?
Tachyphylaxie (Nitrattoleranz)
Wann entwickelt sich eine Nitrattoleranz?
Bereits innerhalb von 24 Stunden
Wie wird einer Nitrattoleranz vorgebeugt?
Nitratfreies Intervall von etwa 8 Stunden täglich
Welche häufige Nebenwirkung verursachen Nitrate?
Welche Reservewirkstoffe können bei stabiler Angina pectoris eingesetzt werden?
Nicorandil
Ivabradin
Trimetazidin
Ranolazin
Wie wirkt Ivabradin?
Blockade der If-Kanäle im Sinusknoten
Frequenzsenkung
Wann ist Ivabradin indiziert?
Stabiler Sinusrhythmus
Unverträglichkeit oder unzureichende Wirkung von β-Blockern, Calciumkanalblockern oder Nitraten
Was sind die Ziele einer Revaskularisation?
Verbesserung der myokardialen Perfusion
Reduktion der Beschwerden
Senkung des Infarktrisikos
Verbesserung der Belastbarkeit
Wann ist eine Revaskularisation grundsätzlich indiziert?
Stenose > 50 %
Klinisch relevante Symptomatik
Welche Revaskularisationsverfahren stehen zur Verfügung?
Perkutane Koronarintervention (PCI/PTCA)
Aortokoronarer Bypass
Wann wird eher eine PCI durchgeführt?
1- bis 2-Gefäß-Erkrankung
Distale Stenosen
Wann wird eher eine Bypass-Operation bevorzugt?
2- oder 3-Gefäß-Erkrankung
Wovon hängt die Prognose einer KHK hauptsächlich ab?
Anzahl der betroffenen Gefäße
Lokalisation der Stenosen
Ausmaß der Ischämie
Linksventrikuläre Funktion
Vorhandensein von Risikofaktoren
Wie hoch ist die jährliche Letalität bei einer 1-Gefäß-Erkrankung?
Etwa 3 %
Wie hoch kann die jährliche Letalität bei einer Hauptstammstenose sein?
Über 30 %
Wie viele Patienten profitieren symptomatisch von einer Bypass-Operation?
Etwa 90 %
Wie hoch ist die Mortalität im ersten Monat nach Bypass-Operation?
Um wie viel reduziert ein aortokoronarer Bypass die Sterberate bei 3-Gefäß-Erkrankung mit Hauptstammstenose im Vergleich zur rein medikamentösen Therapie?
Um etwa 30 %
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