Wie hoch ist die Behaltenswahrscheinlichkeit je nach Darbietungsform?
Angaben dazu, wie viel Prozent einer Information je nach Lern- und Wahrnehmungskanal tatsächlich im Gedächtnis bleiben:
Lesen: 10 % (Hierauf bezieht sich die 10 %-Regel)
Hören: 20 %
Sehen: 30 %
Sehen & Hören: 50 %
Praktische Erfahrungen: 90 %.
Warum kommt beim Empfänger nicht an, was der Sender denkt?
Ver- / Entschlüsselung und Rauschen: Ein Gedanke muss vom Sender zunächst in Signale (z. B. Worte oder Gesten) "codiert" und vom Empfänger wieder "decodiert" werden. Auf dem Übertragungsweg durch den Kommunikationskanal können auch Störungen auftreten, die das Signal verfälschen.
Subjektive Wahrnehmung: Der Empfänger nimmt nicht objektiv wahr, sondern interpretiert die Signale durch seine eigenen psychologischen Filter. Faktoren wie die aktuelle Motivation, Erwartungen und Erfahrungen verändern die Bedeutung des Gehörten.
Mehrdeutigkeit der Nachricht: Nach dem Modell von Schulz von Thun hat jede Botschaft vier Ebenen (Sache, Beziehung, Appell, Selbstoffenbarung). Konflikte entstehen oft, weil der Empfänger die Nachricht auf einer anderen Ebene bewertet, als sie vom Sender gemeint war.
Was versteht man unter dem Begriff Kommunikation?
Informationsübertragung: Kommunikation ist grundlegend eine Form der Informationsübertragung von einem Sender zu einem Empfänger.
Gegenseitiger Vorteil: Ein wesentliches Kriterium für Kommunikation ist, dass sowohl der Sender als auch der Empfänger einen Vorteil aus diesem Prozess ziehen.
Worin besteht der Unterschied von Kommunikation und Information? Grenze diese beiden Begriffe voneinander ab.
Kommunikation und Information lässt sich anhand des sogenannten „Sender-Empfänger-Vorteils“ wie folgt abgrenzen:
Information (Informationsübertragung):
Hierbei werden lediglich Signale von einem „Sender“ zu einem „Empfänger“ übertragen.
Oft zieht nur der Empfänger einen Nutzen aus dieser Übertragung, während sie für den Sender von großem Nachteil sein kann.
Kommunikation:
Kommunikation ist eine spezielle, weiterentwickelte Form der Informationsübertragung.
Das entscheidende Kriterium: Sowohl der Sender als auch der Empfänger haben einen Vorteil aus dem Prozess (sie ist unter einem für beide Teile positiven Selektionsdruck entstanden).
Beschreibe die Gewichtung der Kommunikation.
7 % Inhalt („Was“ man sagt): Die reinen Worte und Sachinformationen.
38 % Vokale Information („Wie“ man etwas sagt): Die Stimme, z. B. Tonhöhe, Tonfall und Sprechgeschwindigkeit. (<- Klassifikation)
55 % Nichtsprachliches Verhalten: Die Körpersprache, insbesondere Mimik, Gestik und Körperbewegungen.
Zusammenfassend machen also 93 % der Informationsübertragung das „Wie“ aus (Stimme und Körpersprache), während der reine Wortinhalt nur 7 % ausmacht.
Wie verändert sich die Wahrnehmung bei Abweichung von Tonhöhe und Sprechgeschwindigkeit?
Erheblich, da vokale Informationen 38% der Kommunikation ausmachen.
Beste Wahrnehmung in der Interferenztonlage (wenn Brust mitschwingt)
Was ist das besondere an der menschlichen Kommunikation im Vergleich zur tierischen?
Sprachlicher (verbaler) Kanal zusätzlich zu den nichtsprachlichen (nonverbalen) Kanälen
Aufrechter Gang:
Entwicklung des Vokal-Organs: Durch den aufrechten Gang wurde der Mund von der Funktion der „tierischen Schnauze“ entlastet und konnte sich zu einem Organ für die Informationsabgabe (Sprache) bilden.
Befreiung der Hände: Die Extremitäten wurden frei und konnten neue Aufgaben übernehmen, wie etwa die Benutzung von Werkzeugen und Gesten.
Wie ist die menschliche Sprache entstanden?
Aufrechter Gang
Entlastung des Mundes -> Entwicklung zum Vokal-Organ: Durch den aufrechten Gang musste der menschliche Mund nicht mehr als Greifwerkzeug (wie die „tierische Schnauze“) dienen.
Positiver Selektionsdruck
Wie Kommunikation generell, entstand auch die Sprache als weiterentwickelte Form des Informationsaustauschs, weil sie sowohl für den Sender als auch für den Empfänger einen klaren evolutionären Vorteil bot.
Wie ist der aufrechte Gang entstanden?
Transport von Nahrung: Um Nahrungsmittelüberschüsse besser transportieren zu können.
Informationsbedürfnis: Um in der Natur einen besseren Überblick zu haben. Dadurch konnten sie über das hohe Gras der Savanne hinwegsehen und sowohl Beutetiere als auch Fressfeinde frühzeitig erspähen.
Wärmehaushalt: Der aufrechte Gang entfernt den Körper vom heißen Erdboden, sodass kühlende Brisen besser genutzt werden können.
Was versteht man unter einem Mehrkanalsystem? Welche Vor- und Nachteile bringt das mit sich?
Menschliche Kommunikation ist ein Mehrkanalsystem, weil sie gleichzeitig über einen sprachlichen (verbalen) und mehrere nichtsprachliche (nonverbale) Kanäle wie den visuellen, akustischen, taktilen und olfaktorischen Kanal abläuft.
Vorteile:
Präzisere Wahrnehmung: ermöglicht eine genauere Wahrnehmung unserer Umwelt (z. B. kann man einen Gegenstand gleichzeitig sehen und fühlen).
Interner Abgleich: Informationen können verglichen werden, sodass sich die wahrgenommene Wirklichkeit verlässlich im Schnittpunkt dieser Sinne abbildet.
Nachteile:
Gefahr von Widersprüchen: Sprachliche und nichtsprachliche Aussagen können im Widerspruch zueinander stehen (inkongruente Botschaften).
Glaubwürdigkeitskonflikt: Stehen die Kanäle im Widerspruch, wird dem nichtsprachlichen Verhalten (Körpersprache, Tonfall) eher geglaubt als dem gesprochenen Wort, da es schwerer bewusst zu kontrollieren ist. Die eigentliche Bewertung der Worte findet somit auf dem nonverbalen Kanal statt, ganz nach der Volksweisheit: „Ich glaube nur, was ich sehe“.
Welchen Einfluss hat die Stimmlage bei der Mann-Frau-Kommunikation?
Tiefe Männerstimmen: Eine tiefere Stimme bei Männern korreliert biologisch häufig mit einem höheren Testosteronspiegel, einem größeren Körperbau und physischer Stärke. In der intergeschlechtlichen Kommunikation wird eine tiefe, resonante Männerstimme von Frauen oft als Indikator für Dominanz, Beschützerinstinkt und genetische Fitness wahrgenommen. Studien zeigen, dass Männer mit tiefen Stimmen in der Regel als attraktiver eingestuft werden.
Höhere Frauenstimmen: Bei Frauen wird eine etwas höhere (aber nicht piepsige) Stimme evolutionär mit Jugendlichkeit, einem höheren Östrogenspiegel und Fruchtbarkeit assoziiert. Männer nehmen diese Stimmlagen häufig als femininer, sympathischer und attraktiver wahr.
Beschreiben Sie den Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Zuhörerverhalten.
Weibliches Zuhörerverhalten:
Aktives Zuhören: Frauen leisten aktive „Zuhörerarbeit“ und demonstrieren dabei begeistert Interesse, Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Fortlaufendes Feedback: Sie geben kontinuierlich bestätigende Signale (wie „mhm“ oder „ja“), um zu zeigen, dass sie dem Gespräch folgen („Ich bin bei dir“).
Beziehungsorientierung: Zuhören ist für Frauen ein wichtiger Ausdruck von Anteilnahme und Verbundenheit. Wenn ein Zuhörer (z. B. ein Mann) nur schweigend dasitzt, interpretieren sie dies oft so, als würde er gar nicht zuhören.
Männliches Zuhörerverhalten:
Ruhiges Zuhören: Männer zeigen insgesamt weniger Reaktionen und verhalten sich beim Zuhören eher still und abwartend.
Weniger fortlaufendes Feedback: Sie nutzen bestätigende Worte seltener. Ein „Ja“ sagen Männer in der Regel nur dann, wenn sie dem Sprecher inhaltlich wirklich zustimmen, und nicht als reines Feedback.
Andere Erwartungshaltung: Männer erwarten, dass man ihnen ruhig und aufmerksam zuhört. Wenn Frauen ihr typisches, andauerndes Feedback geben, empfinden Männer dies oft fälschlicherweise als geschwätzig.
Was ist der "Brustton der Überzeugung"?
Sprechen in der Inteferenztonlage (wenn Brust mitschwingt) sorgt für die höchste Aufmerksamkeit.
Wie beeinflusst die Sprechgeschwindigkeit die Aufmerksamkeit?
Hohes Tempo: Schnelles Sprechen vermittelt Dynamik, Dringlichkeit und Begeisterung. Es kann die Aufmerksamkeit kurzfristig stark anheben, führt bei zu langer Dauer aber zu kognitiver Überlastung der Zuhörer.
Langsames Tempo: Ein gedrosseltes Tempo verleiht dem Gesagten mehr Gewicht und Ernsthaftigkeit. Es gibt dem Empfänger Zeit, wichtige oder komplexe Kernbotschaften zu verarbeiten.
Charaktisieren SIe den Zusammenhang zwischen Sender und Empfänger.
Sender und Empfänger stehen in einer dynamischen Interaktion. Der Sender enkodiert eine Nachricht, die der Empfänger dekodiert. Das gesendete Verhalten bewirkt beim Empfänger eine Veränderung (z. B. im Wissen oder Verhalten), damit wird dieser wiederum zum Sender.
Welche Kommunikationsmodelle bzw -theorien gibt es?
Fertigungsmodell nach Michael Argyle
Kommunikationsmodell von Shannon und Weaver
Investitionsmodell
Aus welchen drei Teilgebieten besteht die Semiotik? Erklären Sie diese.
Syntaktik: Dies ist die Lehre über die Beziehung der Zeichen untereinander.
Semantik: Hierbei handelt es sich um die Lehre über die Beziehung zwischen den Zeichen und ihrem jeweiligen Bedeutungsgehalt. Sie befasst sich mit der konkreten Bedeutung eines Zeichens, wie etwa der Tatsache, dass ein Hufeisen als Glückssymbol verstanden wird.
Pragmatik: Dies ist die Lehre über die Beziehung zwischen den Zeichen und den Zeichenbenutzern. Sie stellt die Verbindung zwischen dem Zeichen und seinen Herstellern beziehungsweise Nutzern her.
Was versteht man unter Semiotik?
Unter Semiotik versteht man die Lehre der Zeichen, welche Kommunikationsprozesse hinsichtlich ihres Bedeutungsgehalts beschreibt.
Welche Kommunikationskanäle gibt es?
Visueller Kanal: (z. B. Mimik, Gestik, Augenkontakt).
Akustischer (auditiver) Kanal: (z. B. gesprochenes Wort, Tonfall, Sprechgeschwindigkeit).
Taktiler Kanal: (z. B. Händedruck, Streicheln, Berührungen).
Olfaktorischer Kanal: (z. B. Pheromone, Körpergeruch).
Können Diskussionen im Internet reale Diskussionen ersetzen?
Nein, da Kommunikation ein Mehrkanalsystem ist und der reine Wortinhalt nur 7% ausmacht.
In welche drei Hauptbereiche gliedert sich der Wahrnehmungsverlauf? Beschreiben Sie die einzelnen Abschnitte.
Physik: Dieser Bereich verfolgt das Signal von der Reizquelle bis zum Sinnesorgan.
Physiologie: Hierbei wird der körperliche Wahrnehmungsapparat vom Sinnesorgan bis zum jeweiligen Verarbeitungszentrum im Gehirn untersucht.
Psychologie: Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der eigentlichen Entstehung des Wahrnehmungsbildes im Gehirn. (Im Mittelpunkt stehen dabei fünf Kontrollfunktionen der sogenannten Musterbewertung, die den Wahrnehmungsprozess filtern und beeinflussen.)
Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Gehen und gesellschaftlichem Status.
Gehgeschwindigkeit und Einkommen (Männer): Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Männern ein Zusammenhang zwischen dem Gehtempo und dem Gehalt besteht. Je schneller ein Mann eine Strecke zurücklegt, desto höher ist im Durchschnitt sein monatliches Einkommen. Ursache ungeklärt.
Zeremonielle Anlässe: Ranghohe Personen bewegen sich oft bewusst schneller fort,
Erkläre, warum attraktive Menschen bessere Sender sind als weniger gutsaussehende.
Attraktive Menschen werden unbewusst sofort als intelligenter, gesünder und erfolgsversprechender Wahrgenommen. (“Halo-Effekt”)
-> gesteigerte Wirkung: Da der Empfänger dem attraktiven Sender von vornherein mehr Vertrauen, Kompetenz und Glaubhaftigkeit entgegenbringt, werden dessen Botschaften leichter akzeptiert, was ihn insgesamt zu einem "besseren" bzw. wirkungsvolleren Sender macht.
Wie kann ein weniger attraktiver Mensch die gleiche Sendegüte erreichen wie ein besonders gutaussehender?
Optimierung von Körpersprache und Stimme
künstlich vebessertes Aussehen (gezielte Kleidung, Pflege)
Fokus auf soziale Werte: Unnatraktiveren Menschen werden unterbewusst oft höhere soziale Werte zugeschrieben. Mit betonter Empathie und sozialer Kompetenz lässt sich dieser Bonus aktiv nutzen.
Was wäre ein Beispiel für einen schlechten Sender?
z.B. Ein unattraktiver Mensch
z.B. Jemand, der das Mehrkanal nicht nutzt
Inwiefern ist der Empfänger bei einer Kommunikation benachteiligt?
Der Sender hat eine wesentlich höhere Kontrolle über die Erzeugung von Signalen als der Empfänger über deren Wahrnehmung.
Welche Kommunikationstypen gibt es? Welche Möglichkeiten der Analyse gibt es?
Empathiker
Logiker
Beharrer
Träumer
Macher
Rebell
Analyse durch Modelle wie:
PCM
Riemann-Thomann-Modell
Myers-Briggs-Typen-Indikator (MBTI)
Schulz von Thun-Modell
Was ist Ironie?
Ironie ist eine Form der Metakommunikation.
Der Sender signalisiert dem Empfänger (z. B. durch einen bestimmten Gesichtsausdruck oder eine extrem übertriebene Betonung/Akzentuierung), dass der verbal ausgedrückte Inhalt nicht ernst gemeint ist, sondern zumeist das genaue Gegenteil bedeutet.
Last changed9 days ago