Wie wirken Opioide?
Wirkmechanismus
Aktivierung von Opioid Rezeptoren
▪ G-Protein gekoppelte Rezeptoren
▪ μ-Opioid Rezeptor, κ-Opioid Rezeptor, δ-Opioid Rezeptor, Nociceptin-Rezeptor (opioid receptor like, ORL-1)
Signaltransduktion über inhibitorische Gαi/o Proteine Hemmung der Adenylatzyklase Produktion von cAMP gesenkt
sowohl im zentralen als auch im peripheren Nervensystem, prä- und postsynaptisch
protektive Funktion – Schutz vor schädigenden Einflüssen
Struktur-Aktivitätsbeziehung von Dihydromorphin-Derivaten
= Verbindungen ohne Doppelbindung im C-Ring des Morphins
Wie wirkt Pethidin?
▪ wesentlich flexibler als Morphin – nur Morphin-Partialstruktur
(4-Phenylpiperidin-Derivat)
▪ Phenylgruppe in äquatorialer Stellung
▪ vermutlich Bindung am μ-OR unterschiedlich zu Morphin
▪ hoher First-Pass-Effekt 50% bioverfügbar
▪ Hauptmetabolismus: N-Demethylierung, Esterhydrolyse
▪ Einsatz bei Geburtsschmerzen aufgrund des schnellen
Wirkeintritts und der kurzen Wirkdauer (t1/2 = 3h)
Wie wirken die Methadon-Derivate?
= Verbindungen mit einem 3-Phenylpropan-1-amin-Strukturelement
Levomethadon
- R-Enantiomer von Methadon
- 10x stärker wirksam als S-Enantiomer
- doppelt so stark wie Morphin
- auch peroral 99% bioverfügbar
- als Analgetikum & zur Substitutionstherapie
- t1/2 = 20-60
Wie wirkt die Fentanylgruppe?
= 4-Anilidopiperidin
durch Modifizierung der Phenylpiperidinstruktur von Pethidin
Fentanyl
- nur der basischer Piperidinstickstoff interagiert wie bei Morphin mit Rezeptor
- 100x stärker wirksam als Morphin
- chronische Schmerzen über längeren Zeitraum angewendet
- transdermal, sublingual, buccal, nasal
- t1/2 = 30-60min
Wie wirken Arylalkylamine?
= Phenylring & tertiäre Aminogruppe
keine große strukturelle Verwandtschaft zu Morphin
Tramadol
- 2 stereogene Zentren
- cis-Enantiomerenpaar wird therapeutische eingesetzt
- zusätzliche analgetische Wirkung durch Hemmung der Serotoninwiederaufnahme
- 10% der analgetische Wirkung im Vgl. zu Morphin, geringeres Suchtpotential
- t1/2 = 5-7h
Wie wirken Opioid-Antagonisten?
▪ hohe Rezeptoraffinität, verdrängen kompetitiv Opioid-Agonisten
▪ heben somit Wirkung von Opioid-Analgetika auf
▪ v.a. Einsatz bei Opioid-Vergiftungen Antidot!
▪ Verlängerung der N-Alkylkette (Propyl, Allyl, Cyclopropylmethyl)
▪ Einsatz bei Opioid induzierter Obstipation
Wie werden Atitussiva unterschieden?
Opioide Antitussiva
▪ Analgetisch wirksame Opioide haben auch antitussive Eigenschaften
▪ μ- Rezeptor ist involviert, aber Wirkung nicht ausschließlich darüber erklärbar
▪ Codein und Dihydrocodein
Nicht-opioide Antitussiva
▪ Noscapin kommt im Opiumextrakt vor
▪ Keine Affinität zu Opioidrezeptoren
▪ Binden an zentrale Sigma- und Neurokinin Rezeptoren
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