Welche drei Haupteinsatzgebiete haben Lokalanästhetika?
1. Oberflächenanästhesie:
• Topisches auftragen auf Wundflächen und Schleimhäute
• Wirkstoffe diffundieren durch die Haut und blockieren sensible und nozizeptive Sensoren
2. Infiltrationsanästhesie
• Injektion in das Gewebe
3. Leitungsanästhesie
▪ Umspritzen bestimmter Nerven/Ganglien für die Unterbrechung der Erregungsweiterleitung
▪ Sonderformen:
− Spinalanästhesie (Injektion in Subarachnoidalraum und damit einhergehende Betäubung des Rückenmarks und der Nervenfasern im Spinalkanal)
− Peridualanästhesie (Nur Nerven im Peridualraum werden betäubt -> keine Betäubung des Rückenmarks)
Wie wirken Lokalanästhetika?
Lokalanästhetika blockieren reversibel die Na+ Kanäle und verhindern so die Depolarisation. Fortleitung der Nervenimpulse werden unterbrochen.
In supratherapeutischen Dosen werden auch andere Ionenkanäle (z.B. Kaliumkanäle) gehemmt.
Lokalanästhetika -Struktur
▪ Strukturell bestehen die meisten Lokalanästhetika aus einem aromatischen (lipophilen) Rest, einer Zwischenkette und einer Aminogruppte (hydrophil)
▪ Lokalanästhetika werden in zwei Gruppen unterschieden:
Wie verhalten sich Lokalanästhetika vom Estertyp und nenne ein Beispiel?
▪ Enthalten Ester
▪ Erstes Lokalanästhetikum war das Cocain (Esteralkaloid)
▪ Können Allergien auslösen
▪ Werden schnell im Blutplasma durch die Butyrylcholinesterase (Pseudocholinesterase) abgebaut
Beispiel Benzocain
Wie verhalten sich Lokalanästhetika vom Amidtyp und nenne ein Beispiel?
▪ Enthalten (Säure-)amide
▪ Wichtigste Lokalanästhetikagruppe da gut verträglich mit einem geringen Risiko auf Allergien
▪ Amid wird durch Substituenten am Benzol vor der Hydrolyse geschützt
▪ Amid ist deutlich stabiler als Ester, dadurch eine deutlich längere Wirkung
▪ Werden vorwiegend in der Leber metabolisiert (CYP-Enzyme)
Beispiel Lidocain
Lokalanästhetika – Struktur-Aktivitäts-Beziehung
pKs:
• Wichtig für die Geschwindigkeit des Wirkungseintritts
• Je weiter der pKs Wert des Lokalanästhetikum über dem pH-Wert des applizierten Gewebes liegt, desto langsamer tritt die Wirkung ein
• In entzündetem Gewebe (saurer pH) nimmt der Anteil an nicht-ionisierten Molekülen ab -> Wirkung deutlich schwächer
Lipophilie (logP):
• Je lipophiler das Lokalanästhetikum desto höher ist die Wirkstärke
• Höhere Lipophilie führt zu einer längeren Verweildauer im Gewebe -> längere Wirkungdauer
• Lipophile Substanzen führen zu einer stärkeren Proteinbindung -> längere Wirkdauer
• Lipophile Substanzen haben einen schnelleren Eintritt da sie schneller die Membran passieren
Welche Eigenschaften haben Procain und Bupivacain?
Procain:
• Geringe Lipophilie -> kurze Wirkdauer
• Gute Wasserlöslichkeit -> schnelle Verteilung
• Schneller Wirkungseintritt
• Sehr schnell abgebaut
• Durch geringe Lipophilie, geringe relative Potenz
Bupivacain:
• Hohe Lipophilie -> Hohe relative Potenz + lange Wirkdauer
• Hoher pKs -> langsamerer Wirkungseintritt
• Problem: Reichert sich durch hohe Lipophilie im Myokard an und wirkt dort kardiotoxisch
Wie wirken Inhalationsanästhetika?
▪ Narkosemittel welche in Gas- und Dampfform eingesetzt werden
▪ Wichtige Rolle für Narkosen – eingesetzt in der allgemeinen Anästhesie
Wirkmechanismus:
▪ Nicht eindeutig geklärt
▪ Lipophilie spielt eine entscheidende Rolle: Überwindung der Blut-Hirn-Schranke, Einlagerung in die Zellmembran und der hydrophoben Domain von Ionenkanälen
▪ Wahrscheinlich spielen Interaktionen mit unterschiedlichen Ionenkanälen/Rezeptoren eine Rolle:
− NA+ und K+ Kanäle
− Glutamaterge AMPA-, NMDA-, oder Kainat Rezeptoren
− 5-HT 3-Rezeptoren
− Nikotinerge ACh-Rezeptoren
− Glycin- und GABA-A-Rezeptoren
Inhalationsanästhetika – Struktur
▪ Häufig abgeleitet vom Diethylether
▪ H-Atome durch Fluor ersetzt
− Erhöhte Lipophilie
− Senkt den Siedepunkt
− Entflammbarkeit/Toxizität gesenkt
− Erhöhte Stabilität
− Wichtig: Ein Wasserstoffatom muss erhalten bleiben, sonst Verlust der anästhetischen Wirkung
Inhalationsanästhetika die heute nichtmehr genutzt werden:
Diethylether
—> starke Nebenwirkungen, Explosionsgefahr
Chloroform
—> hohe Lebertoxizität
Was sind Flurane und wie wirken sie?
• Ausgeprägte Amnesie
• Tiefe Bewusstlosigkeit
• Mäßig starke Muskelrelaxation
• Keine analgetische Wirkung -> Früher Zusatz von Lachgas, heute Zusatz von Opioiden
Was sind Injektionsnarkotika und wie wirken sie?
▪ Für die Narkoseeinleitung genutzt da sie einen schnellen Wirkungseintritt besitzen
▪ Anwendung bei kurzen diagnostischen/chirurgischen Eingriffen
▪ Injektionsanalgetika sind eine heterogene Strukturklasse
▪ Führen zu tiefer Bewusstlosigkeit und Amnesie
▪ KEINE analgetische Wirkung -> werden mit Opioiden der Fentanlyklasse verabreicht
▪ Nach Injektion kann die Wirkung nichtmehr beeinflusst werden
▪ Binden an unterschiedlichen Stellen am GABAA-Rezeptor
➔Erhöhter Cl- - Ionen Einstrom
➔ Hyperpolarisation der Nervenzellen
Ausnahme:
▪ Ketamin/Esketamin: Blockade des NMDA-Rezeptors
Wie wirken Barbiturate?
• Bindung an die β Untereinheit das GABAA Rezeptors
• Bei therapeutischer Dosierung allosterische Verstärkung von GABA, bei hohen Dosen jedoch direkte Wirkung als Agonist am Rezeptor - sehr starke hypnotische Wirkung welche bei Intoxikation zum Herzstillstand und Atemdepression führt
• Ultra kurzwirksam da schnelle Umverteilung im Körper
➔ Erst Verteilung im ZNS dann in der Muskulatur
Was sind Benzodiazepine und wie wirken sie?
• Kurz wirksames Benzodiazepin (HWZ = 1,5-2,5h)
• Spielen eher eine Rolle für die Prämedikation bei Operationen und auf der Intensivstation für die kontinuierliche Sedierung von beatmeten Patienten
• Hauptmetabolit Hydroxy-Midazolam noch wirksam
• Vorteil: Wirkung kann durch den kompetitiven Antagonisten Flumazenil aufgehoben werden -> Sedierung gut steuerbar ABER HWZ von Flumazenil ist kürzer als die von Midazolam -> Rebound-Effekt möglich
Was ist Ketamin/Esketamin?
• Nichtkompetitive Antagonisten am NMDA-Rezeptor, Bindet an die Phencyclidin-(PCP)Bindestelle dissoziative Amnesie
• Keine Reaktion auf Umweltreize -> Induzieren jedoch keinen Schlaf
• Durch geringe amnestische Wirkung Kombination mit Benzodiazepinen
• Geringe Beeinträchtigung des Atemzentrums
• Wirken stark analgetisch
• (S)-(+)-Ketamin (Esketamin) blockiert 3-4 mal stärker den NMDA-Rezeptor
• Erstes schnell wirksames Antidepressivum, zugelassen für schwere, therapieresistente Depression in Kombination mit SSRI
Wann werden Anxiolytika und Hypnotika eingesetzt?
➢ Eingesetzt bei Unruhe, Angst- und Spannungszuständen
➢ Auch bei psychosomatischen Beschwerden
➢ Früher auch Tranquillanzien/Ataraktika genannt
➢ Meistens schlafanstoßend, antikonvulsiv und muskelrelaxierend
➢ Bedeutendste Klasse: Benzodiazepine
Was sind die Benzodiazepine?
▪ Bedeutendsten Anxiolytika
▪ Wirkprofil und Nebenwirkungen sind bei Benzodiazepinen sehr ähnlich da alle an der gleichen Bindestelle des GABAA-Rezeptors mit ähnlicher Affinität/intrinsischer Aktivität binden
▪ Werden eingesetzt für:
• Anxiolyse
• Sedativ – hypnotisch
• Antikonvulsiv
• Muskelrelaxierend
▪ Vorsicht: Weisen extrem hohes psychisches und körperliches Abhängigkeitsrisiko auf
▪ Da die maximale Wirkung der des endogenen GABA (letale Atemdepression) kommen entspricht kann es bei oraler Gabe zu keiner letalen Atemdepression kommen –> In Kombination mit Ethanol/Barbituraten addieren sich die Effekte jedoch und es kann zu schweren Intoxikationen
Welche zwei Klassen von membrangebundenen Rezeptoren bindet GABA?
1. Ionotrope GABAA-Rezeptoren (ligandengesteuerte Cl- Ionenkanäle)
2. Metabotrope GABAB -Rezeptoren (G-Protein-gekoppelte Rezeptoren)
Wo genau wirken Benzodiazepine?
Benzodiazepine wirken am GABAA-Rezeptor
▪ Wird der GABAA -Rezeptor aktiviert kommt es zu einem Cl- Einstrom und zu der Hyperpolarisation der Zellmembran
▪ GABAA -Rezeptoren bestehen aus 5 Untereinheiten (8 verschiedene Klassen an Untereinheiten)
▪ Stimulation von GABAA -Rezeptoren senkt die neuronale Aktivität und führt so zur Dämpfung des ZNS
▪ Benzodiazepine sind positiv allosterische Modulatoren -> verstärken die Wirkung von endogenem GABA
Die Zusammensetzung des Rezeptors und die Bindung an unterschiedliche Untereinheiten führen zu verschiedenen Wirkungen:
• Sedierung (⍺ 1-Untereinheit-vermittelt)
• Anxiolyse (⍺ 2-Untereinheit-vermittelt)
• Muskelrelaxierung (⍺2-Untereinheit-vermittelt)
• Antikonvulsion (β3-Untereinheit-vermittelt)
• Aggressionshemmung
In welche Klassen werden Benzodiazepine unterteilt?
Lang wirksam:
▪ Als Sedativa, Anxiolytika, Muskelrelaxanz und Antiepileptika eingesetzt
Mittellang wirksam:
▪ Bei Durchschlafstörungen und als Anxiolytika
Kurz wirksam:
▪ Bei Einschlafstörungen und Narkoseeinleitung (Midazolam)
Welche 4 Grundstrukturen weisen Benzodiazepine auf?
Welche Eigenschaften haben Benzodiazepine?
▪ Charakteristische Strukturen: Azomethin- und Lactamgruppe
▪ Azomethin an Position 4 weißt schwach basische Eigenschaften (pKs um 3,3) auf
▪ Substituenten beeinflussen die Hydrophilie/Lipophilie und somit die pharmakokinetischen Eigenschaften
▪ Unterschiedliche Substituenten beeinflussen die Verteilung im Körper und die Geschwindigkeit des Übertritts in das ZNS über die Blut-Hirn-Schranke
▪ Die Azomethin- und Lactamstruktur weisen eine hohe hydrolyseempfindlichkeit und dadurch fotolabilität auf, daher Lichtgeschützt lagern
Benzodiazepine – Struktur-Wirkungs-Beziehung
Welche Typen von Hypnotika gibt es?
Es gibt drei Hypnotikatypen
− Benzodiazepine
− Nichtbenzodiazepine (Z-Substanzen)
− Substanzen mit unterschiedlichen Grundstrukturen (z.B. Antihistaminika 1.Gen)
Wie wirken Benzodiazepine als Hypnotika?
▪ Wirken Schlafanstoßend beschleunigen das Einschlafen und verlängern die Gesamtschlafdauer
▪ Für kurzzeitige Therapie geeignet (max. 3-4 Wochen)
▪ Reduktion des REM-Schlafs, Stadien 2 und 3 werden verlängert REM-Rebound (lange und unangenehme Traumphasen nach dem Absetzen)
▪ Bei Einschlafstörungen: kurzwirksame Benzodiazepine (Triazolam, Brotizolam)
▪ Bei Durchschlafstörungen: Benzodiazepine mit mittlerer Wirkdauer (Temazepam, Lormetazepam)
▪ Lang wirksame Benzodiazepine nur in Ausnahmefällen einsetzen wenn eine Sedierung am nächsten Tag erwünscht ist (Nitrazepam, Flunitrazepam, Flurazepam)
Wie wirken Z-Substanzen (Nichtbenzodiazepine)?
▪ Ähnliche Aktivität und Wirkungsweise wie Benzodiazepine aber nicht strukturell verwandt
▪ Bekanntesten Vertreter Zopiclon und Zolpidem
▪ Wirken wie Benzodiazepine als allosterische Modulatoren des GABAA-Rezeptors an der ⍺1 und der 𝝲 Einheit Daher wahrscheinlich unterschiedliche Wirkung zu Benzodiazepinen da diese zusätzlich an den ⍺2, ⍺3 und ⍺5 Isoformen binden
▪ Wirken sedativ-hypnotisch wie Benzodiazepine, weisen aber kaum anxiolytische, antikonvulsive und muskelrelaxierende Wirkungen auf
▪ Nebenwirkungsprofil ähnlich wie bei Benzodiazepinen
Nenne ein Beispiel für Hypnotika?
Melatonin
• Endogen gebildet
• Wirkt über MR1 und MT2 Rezeptoren (G-Proteingekoppelte Rezeptoren)
• Soll schlafanstoßend wirkend da im zirkadianen System involviert
• Wirkung jedoch fraglich
Welche Arten von psychischen Störungen gibt es und was sind mögliche Ursachen?
▪ Psychose: verschiedene psychische Störungen mit veränderter Wahrnehmung oder Verarbeitung der Realität
▪ Endogene Psychosen zB Schizophrenie
▪ Schizophrenie: komplexe und vielschichtige Persönlichkeitsstörung, Positiv- vs. Negativsymptomatik
Ursache:
➢ Dopamin-Hypothese:
▪ Klinische Wirksamkeit von D2-Antagonisten
▪ Symptome einer Schizophrenie durch Dopamin-Agonisten und Amfetamin
➢ Serotonin-Hypothese
▪ Blockade dieser Rezeptoren durch atypische Antipsychotika
Wie werden Antipsychotika (=Neuroleptika) unterteilt?
➢ Klassische Antipsychotika (typische Antipsychotika, 1. Generation): Phenothiazine, Thioxanthene, Butyrphenone
➢ Atypische Antipsychotika (2. Generation): trizyklische atypische Antipsychotika, Arylpiperidine und Arylpiperazine, Benzamide
Was sind Gemeinsame Strukturmerkmale der Antipsychotika?
➢ Basisches Amin -> Salzbrücke mit konseviertem Asp in Helix 3
▪ Ungeladene Form: Überbrückung der Blut-Hirn Schranke
▪ Geladene Form: Bindung an Rezeptor
➢ Über Kohlenstoffkette mit Ringsystem verknüpft
Wie wirken die Phenothiazine?
▪ Wirkmechanismus nicht vollständig aufgeklärt
▪ D2-Rezeptor Antagonismus
▪ Auch extrapyramidal motorische Symptome
➢ Manche Antagonisten am 5-HT2A-Rezeptor
➢ H1-Rezeptor Antagonisten -> sedative Wirkung
➢ antagonistische Effekte an α1- und M1-
Rezeptoren: Hypotonie, Mundtrockenheit, Obstipation, Harnretention und Tachykardien
▪ Fotosensibilisatoren
Wie sieht eine Depot-Form von Phenothiazinen aus?
Struktur-Aktivitätsbeziehung Phenothiazine and Thioxanthene
Wie wirken Butyrphenone?
▪ (anti-emetische Wirkung, extrapyramidal-motorischen Störungen)
▪ Nur geringe H1-antihistaminerge, serotonerge, noradrenerge und cholinerge Effekte
Struktur-Wirkungsbeziehung der Butyrphenone?
Nenne zwei Beispiele für Butyrphenone
Was sind Atypische Antipsychotika - trizyklische atypische Antipsychotika?
▪ Zentraler 7er-Ring im Vergleich zu klassischen Antipsychotika
▪ Verschiedene Trizyklen innerhalb der Gruppe
▪ Wirkmechanismus ebenfalls über Dopamin-D2-Rezeptorblockade
▪ weniger extrapyramidal-motorische Störungen
▪ Unterschiedliche unerwünschte Wirkungen für unterschiedliche atypische Antipsychotika, aber zB: Gewichtszunahme (Olanzapin > Clozapin und Quetiapin)
▪ Agranulozytose (Clozapin) -> reaktiver Metabolit
Was sind Arylpiperidine und Arylpiperazine?
▪ Piperidin- oder N-alkylsubstituierten Piperazin-N-Atome -> für basische Effekte verantwortlich
▪ Stickstoffheterozyklus mit aromatischem Substituenten
▪ Lactamring oder eine zyklische Harnstoffgruppe
▪ Antagonismus an D2- und 5-HT2A-Rezeptor
▪ Niedrigere Affinität zu H1-Rezeptor
▪ Keine Bindung an M1-Rezeptor
▪ Unterschiedliche Affinitäten an α1-Rezeptoren
▪ Aripiprazol und Cariprazin: partielle Agonisten am D2-Rezeptor
Welche Targets haben Antidepressiva?
Targets:
➢ die Rückaufnahme-Transporter für Noradrenalin (NET) und/oder Serotonin (SERT)
➢ die präsynaptischen α2-Rezeptoren
➢ die Monoaminoxidase A (MAO-A).
Wie werden Antidepressiva unterteilt?
▪ trizyklische Antidepressiva (nichtselektive Monoamin-Rückaufnahme-Inhibitoren)
▪ selektive Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSRI)
▪ selektive Serotonin-/Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSNRI)
▪ Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitoren (NRI)
▪ tetrazyklische Antidepressiva (α2-Antagonisten)
▪ Inhibitoren der Monoaminoxidase (MAO-Inhibitoren)
Wie wirken Trizyklische Antidepressiva?
▪ Hemmung neuronaler Rückaufnnahme-Prozesse mit unterschiedliche Selektivität:
Tertiäre Amine (Imipramin-Typ)
▪ stärkeren Blockade der Serotonin-Rückaufnahme,
vorwiegend stimmungsaufhellend
Sekundäre Amine (Desimipramin-Typ)
▪ Höhere Rückaufnahme von Noradrenalin, antriebssteigernde
Wirkung im Vordergrund
Struktur-Aktivitätsbeziehung von Trizyklische Antidepressiva
Wie wirken Selektive Serotonin-Rü ckaufnahme-Inhibitoren?
▪ hemmen überwiegend den Serotonin-Transporter, verminderte Affinität an Noradrenalin Transporter
▪ verminderte Affinität der Wirkstoffe zu anderen Rezeptoren -> Vermeidung unerwünschter antihistaminerger, anticholinerger und antiadrenerger Nebenwirkungen
▪ Unterschied zu Trizyklen: mittlerer Ring wurde entfernt
▪ heterogene Gruppe von Phenylalkylaminen
Strukturmerkmale der Selektive Serotonin-Rü ckaufnahme-Inhibitoren
▪ 3-Phenoxypropanamin- oder 4-Phenylbutanamin-Gerüst (bioisosterer Austausch des O- gegen ein C-Atom)
▪ sekundäre oder tertiäre Aminogruppe
▪ plus ein weiterer Aromat
▪ Substituenten in 2-Position der Aromaten: Selektivität und hohe Affinität gegenüber NET
▪ Substituenten in 4-Position der Aromaten: Selektivität und hohe Affinität zum SERT
Nenne zwei Beispiele der Selektive Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitoren
Was sind SelektiveSerotonin-/Noradrenalin- Rü ckaufnahme-Inhibitoren?
▪ ausgewogene Aktivität an den Serotonin- und Noradrenalin-Transportern
▪ geringe Affinität zu anderen Rezeptoren
Wie wirken Tetrazyklische Antidepressiva (α2-Antagonisten) und was sind Strukturmerkmale?
▪ zentraler Dihydroazepin- plus tertiäre Aminogruppe
-> Vergleich Trizyklische Antidepressiva
▪ Aber: basische Seitenkette in Piperazin-Ring integriert
-> Veränderte Winkelung und Abstand der Teilstrukturen
➢ Hemmung präsynaptischer α2-Adrenozeptoren = hemmende Auto- und Heterorezeptoren an noradrenergen bzw. serotonergen Synapsen -> Erhöhte Freisetzung von Noradrenalin und Serotonin und Verfügbarkeit an postsynaptischen Rezeptoren
➢ Kaum Affinität zu SERT und NET
Was sind Inhibitoren der Monoaminoxidase (MAO)?
▪ blockieren oxidativen Abbau verschiedener Monoamine
▪ Erhöhte Konzentration Neurotransmitter in den Speichervesikeln
▪ Erhöhtes Angebot Neurotransmitter im synaptischen Spalt
▪ MAO-A (Abbau von Serotonin, Noradrenalin,
▪ Adrenalin und Dopamin) vs. MAO-B (Abbau von Dopamin)
▪ möglichst selektive Inhibitoren der MAO-A
Last changed11 days ago