▪ Verschlüsse
sind (bewegliche) Stahlbauteile, die durchströmbare Öffnungen im
Wasserbauwerk versperren, teilweise oder ganz verschließen
– halten den Wasserstand auf gewünschter Höhe
– regulieren den Abfluss
Ein Verschluss besteht in der Regel aus den Baugruppen
– Verschlusskörper (auch als Schütz, bei Schleusen als Tor bezeichnet) mit
seinen Dichtungs- und Lagerkomponenten
– Antrieb einschließlich elektrischer Ausrüstung
– Verbindungsglied(er) zwischen Verschlusskörper und Antrieb
– feste, mit dem Massivbau verbundene Teile.
Anforderung an einen Verschluss
– gute Dichtigkeit in Verschlusslage
– die auftretenden Einwirkungen müssen unter Berücksichtigung der
Vorgaben in DIN 19704 aufgenommen und abgetragen werden
– geringe Betriebskosten
– Betriebssicherheit durch einfache und zuverlässige Bedienung
– möglichste geringe Beeinflussung des Landschaftsbilds
Übersicht
Freispiegelverschlüsse
Stollenverschlüsse (unterhalb der Oberfläche)
Einschwimmverschlüsse
Verschlusstypen
für Schleusen
▪ Drehbewegung um lotrechte Achsen:
– Stemmtor
▪ Drehbewegung um eine waagerechte Achse
– Klapptor/ Drehtor
– Segmentdrehtor
▪ Hub‐Senk‐ oder Hub‐Senk‐Bewegung
– Hubtor/ Senktor/ Hub‐Senk‐Tor
▪ Waagerechte Bewegung
– Schiebetor
Draufsicht Schleuse mit Stemmtor
Schachtschleuse
Stemmtor
Stemmtor Teil 2
▪ Stemmtor
Vorteile
Nachteile
– Vorteil
• günstige Beanspruchung im geschlossenen Zustand
(Dreigelenktragwerk, ggf. Bogentragwirkung)
– Nachteil
• empfindlich gegen Setzungen
• Tornischen erfordern lange Schleusenhäupter
• nicht zum Hochwasserabfluss geeignet, da schwingungsempfindlich
• Reparaturen aufwändig, da die Tore sich ständig im Wasser befinden
→ Herausheben oder Notverschluss
• zwei Antriebe notwendig
• Tornischen müssen von Treibgut und Eis frei gehalten werden
→ künstliche Wasserbewegung durch Luftsprudelanlage
• Vollständiger Ausgleich der Wasserstände vor Öffnung
• langsames zeitaufwändiges Bewegen der Torflügel
→ Optimierung des Nischendesigns für schnelle Wasserverdrängung
Schleusentore wie öffnen sie
Klapptore
• schnelles Öffnen und Schließen
• Reibungswiderstände sind in den Drehlagern gering
• keine hohen Aufbauten erforderlich, da die Schiffe über das Tor fahren
• Alle Lagerteile und Dichtungen befinden sich unter Wasser
• im Winterbetrieb Oberwasser Freieisen notwendig
▪ Segmentdrehtore
Segmentdrehtore
• einfache Reparaturmöglichkeiten, da bewegliche Teile aus
dem Wasser herausgedreht werden können
• keine hohen Aufbauten
• geringe Antriebskräfte aus Wasserdruck
• Drempeldichtung muss durch entsprechende Vorrichtungen
angepresst werden
Hub- bzw. Senktor
• kurzes Schleusenhaupt
• unempfindlich gegen Setzungen
• leichte Instandsetzung
• hohe Aufbauten am Hubtor → großer Materialverbrauch
• aufwändiger Tiefbau beim Senktor
• Senktor immer im Wasser
→ aufwändige Reparaturen
▪ Schiebetore
– werden für im Allgemeinen für Häfen im Küstenbereich eingesetzt
– werden horizontal in eine Torkammer verschoben
– werden häufig mit Schwimmkästen ausgerüstet, um
Eigengewichtslasten zu reduzieren
Schiebetore - Lagerung
Schiebetore
• unempfindlich gegen Wellenschlag, daher vor allem im Küstenbereich
eingesetzt
• für große Breiten geeignet
• aufwändige Führung
• zusätzlicher Platzbedarf für Torkammer
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