Was ist eine Extrauteringravidität (EUG)?
Die Einnistung einer befruchteten Eizelle außerhalb der Gebärmutterhöhle (Cavum uteri).
Wie häufig ist eine EUG?
Etwa 1 % aller Schwangerschaften.
In wie vielen Fällen handelt es sich um eine Tubargravidität?
In 95–97 % der Fälle.
Wo liegt die Tubargravidität am häufigsten?
In der Ampulla der Tube, seltener im Isthmus und noch seltener intramural.
Welche seltenen Lokalisationen einer EUG gibt es?
Ovar,
Peritoneum,
Zervix,
Vagina sowie im Bereich einer alten Sectio-Narbe.
Warum hat die Häufigkeit der EUG in den letzten Jahrzehnten zugenommen?
Durch höheres mütterliches Alter, mehr Urogenitalinfektionen und einen höheren Anteil an IUP-Trägerinnen.
Was ist die häufigste Ursache einer Tubargravidität?
Eine Transportstörung der befruchteten Eizelle bzw. eine Beeinträchtigung des Auffangmechanismus der Tube.
Welche Funktion hat das Flimmerepithel der Tube?
Es transportiert Eizelle bzw. Zygote aktiv in Richtung Gebärmutterhöhle.
Warum kann eine Schädigung des Flimmerepithels zu einer EUG führen?
Die Blastozyste nistet sich ein, bevor sie das Cavum uteri erreicht.
Welche vorausgegangenen Infektionen erhöhen das Risiko einer EUG?
Vor allem Adnexitiden, z.B. durch Chlamydien.
Welche Entzündungserkrankung begünstigt eine EUG?
Endometriose.
Welche operativen Eingriffe erhöhen das Risiko einer EUG?
Kürettage,
inkomplette Tubensterilisation und
abdominelle Operationen.
Welcher anamnestische Faktor erhöht das Risiko einer erneuten EUG besonders?
Eine vorausgegangene Tubargravidität.
Weitere Risikofaktoren für eine EUG?
Rauchen,
liegendes IUP,
Alter >30 Jahre und
reproduktionsmedizinische Maßnahmen.
Was geschieht am Ort der ektopen Implantation?
Der Trophoblast dringt in das umliegende Gewebe ein, löst Gewebestrukturen auf und eröffnet Gefäße.
Warum kann eine Tubargravidität schwere Blutungen verursachen?
Das Tubengewebe ist für die trophoblastäre Invasion nicht geeignet.
Welche schwerwiegenden Folgen können daraus entstehen?
Blutungen und Tubenruptur.
Was passiert mit dem Endometrium bei einer EUG?
Es kommt dennoch zu einer dezidualen Transformation.
Wie lange kann sich ein Embryo außerhalb des Cavum uteri normalerweise entwickeln?
Nur wenige Wochen, anschließend stirbt er ab.
Wie kann sich eine EUG klinisch präsentieren?
Von asymptomatisch bis zum akuten Abdomen mit hämorrhagischem Schock.
Was passiert bei einem frühen Absterben der ektopen Schwangerschaft?
Sie wird über Tube und Cavum uteri ausgestoßen und oft als Menstruation fehlgedeutet.
Welche klassische Symptomtrias spricht für eine EUG?
6–8 Wochen sekundäre Amenorrhö, vaginale Schmierblutung und Unterbauchschmerzen.
Welche Schwangerschaftszeichen können zusätzlich auftreten?
Übelkeit und Spannungsgefühl der Brüste.
Wie entstehen die Schmierblutungen bei EUG?
Als Hormonentzugsblutung durch inadäquate Hormonproduktion der Trophoblastanlage.
Wie sind die Unterbauchschmerzen typischerweise?
Krampfartig, meist einseitig und anfangs oft nur gering ausgeprägt.
Wo tritt eine Tubenruptur besonders häufig auf?
Bei einer EUG im Tubenisthmus.
Welche Gefäße können bei Tubenruptur verletzt werden?
A. uterina und A. ovarica.
Welche Symptome sprechen für eine Tubenruptur?
Plötzlich starke Schmerzen,
akutes Abdomen,
Abwehrspannung,
Übelkeit und Erbrechen.
Welche lebensbedrohliche Komplikation kann sich innerhalb weniger Minuten entwickeln?
Ein hämorrhagischer Schock.
Was versteht man unter einem Tubarabort?
Ausstoßung des Schwangerschaftsprodukts über den Fimbrientrichter in die Bauchhöhle.
Welche Gefahr besteht bei einer Zervixgravidität?
Lebensbedrohliche Blutungen aus den zervikalen Gefäßen.
Welche anamnestischen Hinweise sprechen für eine EUG?
Ausbleiben der Menstruation,
fehlende Kontrazeption und
Schwangerschaftszeichen.
Welche Befunde können sich in der Spekulumeinstellung zeigen?
Leichte vaginale Blutung und Uteruslüftungsschmerz.
Wie sind Muttermund und Zervix bei EUG typischerweise?
Muttermund geschlossen, Zervix erhalten.
Welcher typische Tastbefund findet sich häufig?
Portioschiebeschmerz.
Wie präsentiert sich der Uterus bei EUG?
Aufgelockert und kleiner als dem Gestationsalter entsprechend.
Welcher Adnexbefund spricht für eine Tubargravidität?
Druckdolente, teigig aufgetriebene Adnexregion.
Welche Befunde sprechen für eine Blutung in die Bauchhöhle?
Abwehrspannung und druckschmerzhafte Vorwölbung im Douglas-Raum.
Worauf müssen die Vitalparameter untersucht werden?
Hinweise auf einen hämorrhagischen Schock.
Welcher Schwangerschaftsmarker ist bei EUG nachweisbar?
β-hCG.
Wie verhält sich β-hCG bei EUG?
Es steigt geringer an als für das Schwangerschaftsalter zu erwarten wäre.
Warum reicht ein einzelner β-hCG-Wert nicht aus?
Entscheidend ist der Verlauf.
Wann sollte β-hCG erneut bestimmt werden?
Nach 48 Stunden.
Wie verhält sich β-hCG bei einer normalen Frühschwangerschaft?
Etwa Verdopplung innerhalb von 48 Stunden.
Welcher β-hCG-Verlauf spricht für eine EUG?
Geringer oder ausbleibender Anstieg.
Welcher Laborwert dient der Abschätzung einer Blutung?
Hämoglobin (Hb).
Welcher sonografische Befund findet sich im Uterus bei EUG?
Dezidual transformiertes Endometrium ohne intrauterine Schwangerschaftsanlage.
Was ist ein Pseudogestationssack?
Eine fruchtblasenähnliche Flüssigkeitsansammlung im Uterus.
Wodurch unterscheidet sich ein Pseudogestationssack von einer echten Chorionhöhle?
Er besitzt keinen echoreichen Randsaum und liegt meist zentral im Uterus.
Wie erscheint eine EUG typischerweise im Ultraschall?
Als zystische, hyperechogene Ringstruktur außerhalb des Cavum uteri („Bagel-Zeichen“).
Wie kann die Tube bei Tubargravidität erscheinen?
Verdickt.
Worauf weist freie Flüssigkeit im Douglas-Raum hin?
Auf eine intraabdominelle Blutung bzw. Tubenruptur.
Welcher sonografische Befund beweist eine EUG?
Nachweis eines Embryos mit Herzaktion außerhalb des Cavum uteri.
Wann gilt eine EUG als sehr wahrscheinlich?
Leeres Cavum uteri bei β-hCG >1000 U/l.
Wie kann die Diagnose sicher bestätigt werden?
Durch Laparoskopie.
Welche drei wichtigsten Differenzialdiagnosen müssen bedacht werden?
Intakte intrauterine Frühschwangerschaft,
Abort und
andere Ursachen des akuten Abdomens.
Welche Erkrankungen gehören zu den wichtigen Ursachen eines akuten Abdomens als DD?
Appendizitis,
Adnexitis,
Divertikulitis,
Ovarialtorsion,
rupturierte Ovarialzyste und
Nierenkolik.
Kann eine ektope Schwangerschaft erhalten werden?
Nein, auch bei nachweisbarer Herzaktion ist sie nicht zu retten.
In wie vielen Fällen ist eine Operation erforderlich?
In über 90 % der Fälle.
Was ist die Therapie der Wahl bei EUG?
Laparoskopische Entfernung der Schwangerschaftsanlage.
Welches Prinzip gilt insbesondere bei Kinderwunsch?
Möglichst organerhaltendes Vorgehen.
Was ist eine Salpingotomie?
Eröffnung der Tube,
Entfernung der Schwangerschaftsanlage und
anschließender Verschluss der Tube.
Wann kann das Schwangerschaftsprodukt „ausgemolken“ werden?
Bei fimbriennahem Sitz.
Wann wird eine Laparotomie durchgeführt?
Heute nur noch selten.
Wann kommt Methotrexat infrage?
Bei sehr früher, asymptomatischer EUG.
Wie wirkt Methotrexat bei EUG?
Es führt zum Absterben der Frucht, die anschließend resorbiert wird.
Was muss nach der Therapie kontrolliert werden?
Der Abfall des β-hCG-Spiegels bis unter die Nachweisgrenze.
Warum wird der β-hCG-Verlauf kontrolliert?
Um verbliebenes Trophoblastgewebe auszuschließen.
Wie hoch ist das Wiederholungsrisiko nach einer EUG?
10–20 %.
Wie hoch ist das Wiederholungsrisiko nach mehrfachen EUGs?
Bis zu 50 %.
Was ist die häufigste Lokalisation einer EUG?
Die Tube (95–97 %), insbesondere die Ampulla.
Welche klassische Symptomkonstellation sollte immer an eine EUG denken lassen?
6–8 Wochen Amenorrhö +
positiver Schwangerschaftstest +
Schmierblutung +
einseitige Unterbauchschmerzen.
Welcher Ultraschallbefund ist beweisend für eine EUG?
Embryo mit Herzaktion außerhalb des Cavum uteri.
Was ist die wichtigste lebensbedrohliche Komplikation einer Tubargravidität?
Tubenruptur mit intraabdomineller Blutung und hämorrhagischem Schock.
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