Was ist ein Zervixkarzinom?
Ein maligner Tumor, der vom Epithel der Cervix uteri ausgeht.
Welche Stellung hat das Zervixkarzinom unter den gynäkologischen Malignomen?
Dritt häufigste Krebserkrankung des weiblichen Genitaltrakts (nach Endometrium- und Ovarialkarzinom).
Wie hoch ist die Inzidenz des Zervixkarzinoms in Deutschland?
Ca. 9 pro 100.000 Frauen/Jahr.
In welchem Alter tritt das Zervixkarzinom typischerweise auf?
Mittleres Erkrankungsalter ca. 53 Jahre;
Häufigkeitsgipfel 35–55 Jahre und >65 Jahre.
Was gilt als unabdingbare Voraussetzung für die Entstehung eines Zervixkarzinoms?
Eine persistierende Infektion mit High-Risk-HPV.
Welche HPV-Typen sind besonders stark kanzerogen?
HPV 16 und HPV 18.
Auf welchem Boden entsteht ein Zervixkarzinom immer?
Auf dem Boden einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN).
Welche Risikofaktoren begünstigen eine HPV-Infektion und damit ein Zervixkarzinom?
Frühe Kohabitarche,
häufig wechselnde Sexualpartner,
mangelnde Sexualhygiene,
andere genitale Infektionen.
Weitere Risikofaktoren für das Zervixkarzinom?
Rauchen,
Adipositas,
Immunsuppression,
niedriger sozioökonomischer Status,
fehlende HPV-Impfung,
Multiparität.
Wie wird HPV hauptsächlich übertragen?
Durch sexuellen Kontakt.
Was passiert bei persistierender HPV-Infektion?
Virale Proteine hemmen Tumorsuppressorgene (z.B. p53) und fördern die Entwicklung von CIN und Karzinom.
Wie verläuft die Karzinomentwicklung?
Normales Epithel → CIN → invasives Zervixkarzinom.
Wie metastasiert das Zervixkarzinom?
Per continuitatem,
lymphogen und
hämatogen.
Wohin erfolgt die lymphogene Metastasierung?
Zunächst pelvine und paraaortale Lymphknoten, später supraklavikuläre Lymphknoten.
Wohin metastasiert das Zervixkarzinom hämatogen bevorzugt?
Lunge und Leber.
Warum ist das Screening beim Zervixkarzinom so wichtig?
Frühstadien und CIN sind meist asymptomatisch.
Was sind typische Symptome eines fortgeschrittenen Zervixkarzinoms?
Kontaktblutungen,
Zwischenblutungen,
postmenopausale Blutungen,
blutiger oder übelriechender Fluor.
Was bedeutet „Kontaktblutung“?
Blutung z.B. nach Geschlechtsverkehr oder gynäkologischer Untersuchung.
Welche Harnwegskomplikation kann ein fortgeschrittenes Zervixkarzinom verursachen?
Ureterstenose mit Hydronephrose.
Welche Fisteln können entstehen?
Vesikovaginale und rektovaginale Fisteln.
Welche lebensbedrohliche Komplikation kann durch Gefäßarrosion entstehen?
Massive Blutungen.
Wie erfolgt die Vorsorge bei Frauen von 20–34 Jahren?
Jährliche klinische Untersuchung mit Pap-Abstrich.
Wie erfolgt die Vorsorge ab 35 Jahren?
Alle 3 Jahre Co-Test aus Pap-Abstrich und HPV-Test.
Was ist bei PAP III empfohlen?
HPV-Test nach 6 Monaten.
Wann ist eine Kolposkopie angezeigt?
Bei positivem HPV-Test nach PAP III oder bei höhergradigen Auffälligkeiten.
Wie zeigt sich ein fortgeschrittenes Zervixkarzinom in der Spekulumeinstellung?
Polypöser Tumor,
höckrige Oberfläche oder
kraterförmige Ulzeration.
Welche Präkanzerose kann makroskopisch auffallen?
Leukoplakie
Was zeigt die Essigprobe bei dysplastischem Gewebe?
Essigweiße Areale.
Was zeigt die Schiller-Jodprobe bei dysplastischem Gewebe?
Fehlende oder verminderte Anfärbung (jodnegativ).
Welche weiteren kolposkopischen Zeichen sprechen für Dysplasie?
Mosaikmuster,
Punktierungen,
atypische Gefäße.
Wozu dient die Kolposkopie außerdem?
Zur gezielten Biopsieentnahme.
Wie wird die Diagnose gesichert?
Histologisch durch Knipsbiopsie.
Wann ist eine endozervikale Kürettage indiziert?
Bei nicht sichtbarer Transformationszone oder Verdacht auf endozervikale Prozesse.
Welche Untersuchungen gehören zum Staging?
Sonografie,
CT/MRT,
Zystoskopie,
Rektoskopie,
Röntgen-Thorax,
Laparoskopie.
Welche Methode gilt als präziseste Staging-Methode?
Laparoskopisches Staging.
Welcher histologische Typ macht etwa 80 % aller Zervixkarzinome aus?
Plattenepithelkarzinom.
Welcher zweite wichtige Typ existiert?
Adenokarzinom (ca. 20 %).
Wie erscheinen Zervixkarzinome makroskopisch?
Unscharf begrenzte, erosive Tumoren.
Wovon hängt die Therapieentscheidung ab?
Tumorstadium,
Tumorgröße,
Alter,
Allgemeinzustand und Kinderwunsch.
Was ist die Standardtherapie früher Stadien?
Operative Therapie.
Welche Operation erhält die Fertilität?
Radikale Trachelektomie.
Was wird bei der radikalen Trachelektomie entfernt?
Großteil der Zervix,
Parametrien und
oberer Vaginalanteil.
Was ist eine einfache Hysterektomie?
Entfernung des Uterus unter Belassung der Parametrien.
Was wird bei der radikalen Hysterektomie nach Wertheim-Meigs entfernt?
Uterus,
Parametrien,
parakolpisches Gewebe,
Vaginalmanschette und
pelvine Lymphknoten.
Was bedeutet Exenteration?
Entfernung von Uterus und Vagina sowie ggf. Harnblase und/oder Rektum.
Wann wird meist eine Radiochemotherapie eingesetzt?
In fortgeschrittenen Tumorstadien.
Woraus besteht die Standard-Radiochemotherapie?
Cisplatin + Teletherapie + Brachytherapie.
Wie wird FIGO IIB typischerweise behandelt?
Primäre kombinierte Radiochemotherapie.
Wie häufig erfolgen Nachsorgeuntersuchungen in den ersten 2–3 Jahren?
Vierteljährlich.
Wie häufig erfolgen Nachsorgeuntersuchungen im 4. und 5. Jahr?
Halbjährlich
Welche Untersuchungen gehören zur Nachsorge?
Spekulumeinstellung,
vaginale und
rektovaginale Tastuntersuchung,
transvaginaler Ultraschall.
Was ist die wichtigste prophylaktische Maßnahme gegen das Zervixkarzinom?
HPV-Impfung.
Für wen empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung?
Für alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.
Welche weiteren Maßnahmen schützen vor einem Zervixkarzinom?
Kondome und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.
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