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1/3 Wissenschaftshistorischer Einfluss auf die psych. Methodik

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by Anna-Selina R.

Thomas Hobbes (1588-1679)

  • Thomas Hobbes, ein bedeutender Vertreter des Empirismus und Materialismus, betonte, dass alle komplexen Gedanken aus Sinneseindrücken entstehen, die durch Wahrnehmung der Außenwelt vermittelt werden.

  • Er sah den Menschen als egoistisch und von Selbsterhaltung sowie Machtstreben getrieben.

  • Menschliches Verhalten wird laut Hobbes durch Begierde (desire) und Aversion (aversion) gesteuert, die auf das Streben nach Freude und die Vermeidung von Schmerz abzielen.

  • Hobbes beschrieb den Naturzustand als einen Zustand völliger Freiheit, der von Misstrauen und Konflikten geprägt ist.

    • Die Vernunft befähigt Menschen jedoch, Regeln und Verträge zu schaffen, um Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.

    • Im Naturzustand gibt es keine objektive Moral, sondern nur das Recht des Stärkeren. Erst durch Gesetze und Gesellschaft entsteht Gerechtigkeit.

    • Hobbes betonte die zentrale Rolle der Sprache und Vernunft, die den Übergang vom Naturzustand zur Gesellschaft ermöglichen.

  • In der politischen Philosophie sieht Hobbes den Leviathan, eine absolute, souveräne Autorität, als notwendig, um Anarchie und Gewalt zu verhindern.

    • Der Leviathan garantiert Frieden und Sicherheit, während die Menschen im Gegenzug einen Teil ihrer Freiheit aufgeben. Widerstand gegen den Souverän lehnt Hobbes ab, solange dieser den Schutz der Bürger gewährleistet.

    • Demokratie und Mischregierungen kritisiert er als instabil und konfliktanfällig.

  • Hobbes war Materialist und argumentierte, dass geistige Phänomene auf körperliche Prozesse zurückzuführen sind.

    • Der Geist ist für ihn ein Produkt der Materie, und mentale Prozesse entstehen aus der Bewegung von Materie im Gehirn.

    • Seine Ideen legten den Grundstein der Assoziationspsychologie, da er erklärte, dass Gedanken durch vorhergehende Sinneserfahrungen assoziativ miteinander verbunden sind.

  • Hobbes’ Ansichten zur Selbsterhaltung und Angst vor dem Tod beeinflussten zudem die Sozialpsychologie und Psychoanalyse.


John Locke (1632-1704)

  • John Locke, ein zentraler Vertreter des Empirismus, sah den menschlichen Geist als „tabula rasa“, eine leere Tafel, auf die Erfahrungen geschrieben werden.

    • Wissen stammt ausschließlich aus Sinneseindrücken (Sensation) und innerer Beobachtung (Reflexion).

  • Er unterschied einfache Ideen, die direkt aus der Erfahrung stammen, und komplexe Ideen, die durch Kombination und Abstraktion entstehen.

    • Primäre Qualitäten wie Größe oder Bewegung existieren unabhängig vom Wahrnehmenden, während sekundäre Qualitäten wie Farbe oder Geschmack nur in der Wahrnehmung bestehen.

  • Locke betrachtete Wissen als abgestuft: intuitives Wissen ist unmittelbar, demonstratives Wissen basiert auf Logik, und sinnliches Wissen ist die schwächste Form.

    • Erfahrung liefert den Rohstoff, den die Vernunft verarbeitet.

    • Locke glaubte an die Existenz der Außenwelt und die Zuverlässigkeit der Sinne, wenngleich er die Grenzen menschlicher Erkenntnis betonte.

  • In seiner Anthropologie sah Locke den Menschen als von Natur aus frei, vernunftbegabt und moralisch.

    • Im Naturzustand herrschen Freiheit, Gleichheit und die natürlichen Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum.

    • Konflikte entstehen jedoch mangels durchsetzbarer Autorität. Daher tritt der Mensch in einen Gesellschaftsvertrag ein, der die Rechte durch eine Regierung schützt.

    • Freiheit bedeutet für Locke, rational zu handeln und die Rechte anderer zu respektieren.

    • Bildung und Erziehung sind essenziell, um den Menschen zu formen und ein kooperatives Zusammenleben zu ermöglichen.


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Anna-Selina R.

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