Adressaten der Bilanzanalyse
Ziel- und Analyseebene
Bilanzanalyse- Kennzahlen
Absolute Zahlen
Gliederungszahlen
Beziehungsgrößem
Bilnanzanalyse- Vergleichsmaßstab
Zeitvergleich
Betriebsvergleich
Soll-Ist-Vergleich
Vergleichbarkeitskriterium erfordert Aufbereitungsmaßnahmen bzgl. Basisgrößen (Gewinn- und Kapitalgrößen) und Bilanzpolitik
Bilanzanalyse
Bilanzpolitik
Einfluss auf Jahresabschluss innerhalb der gesetzlichen Grenzen
Ziel: Urteil der Informationsempfänger/ Rechtsfolge zu beeinflussen
Erwartungen müssen antizipiert werden
Spielräume erkennen
Kennzahlenanalyse
Analyse der veröffentlichten Daten
Ziel: Urteil über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Unternehmens
Bilanzpolitik muss entschlüsselt werden
Methoden anwenden
Ziele der Bilanzpolitik
Informationspolitische Ziele
Beeinflussen Verhaltensweisen des Bilanzadressaten zugunsten des UN
Finanzpolitische Ziele
Beeinflussung der Ausschüttung an die Anteilseigener
Verringerung der Steuerbelastung (Steueraufschub/-vermeidung)
Instrumente der Bilanzpolitik
Ausgewählte Instrumente der formellen Bilanzpolitik
Materielle Bilanzpolitik
Ausgewählte Ermessensspielräume und faktische Wahlrechte
Wichtigsten Bilanzansatzrechte
Formen der Sachverhaltsgestaltung
Bestandserhöhung kurz vor dem Bilanzstichtag
Minderung des JÜ durch zusätzliche Abschreibungen
Veränderung von Bilanzkennzahlen
(unechte) Pensionsgeschäfte
Auflösung stiller Reserven
Bei Rückkauf höhere AK
Umgehung des AK-Prinzips
Sale and Lease Back
Erhöhung der Liquidität
Nutzung des Vermögensgegenstandes ohne Bilanzierung
Schmälerung des JÜ durch Leasing-Raten
Factoring (echtes)
Bilanzverkürzung bei Aufrechnung mit Verbindlichkeiten
Umwandlung von SachAV in FinanzAV
Bsp.: Veräußerung an eine Beteiligungsgesellschaft:
Wegfall der planmäßigen Abschreibung
Falls Vermögensgegenstand weiter genutzt wird, Liquiditätsbelastung durch Mietzahlung
Ausgliederung von F&E Aktivitäten
Bsp.: auf eine Beteiligungsgesellschaft:
Bilanzierung selbsterstellter immaterieller Werte
Verrechnung von Zinsen über ein erhöhtes Disagio
Disagio kann sofort JÜ mindernd verbucht werden
In den Folgejahren besteht niedrigere Zinsbelastung
Beschränkungen der Bilanzpolitik
Bewertungsstetigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB)
Gliederungsstetigkeit (§ 265 Abs. 1 HGB)
Anhangangaben (§ 284 ff. HGB)
Bilanzpolitische Möglichkeiten in den IFRS
Indikatoren einer ergebnisverbessernden Bilanzpolitik
Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände nach § 248 Abs. 2 HGB
Verzicht auf die Passivierung von Pensionsrückstellungen (Altzusagen)
Bemessung der Herstellungskosten zur handelsrechtlichen bzw. steuerlichen Wertobergrenze
Festlegung ungewöhnlich langer Nutzungsdauern (im zeitlichen und/oder zwischenbetrieblichen Vergleich)
Vornahme von Sale-and-Leaseback-Transaktionen
Bemessung der Herstellungskosten zur handelsrechtlichen bzw. steuerlichen Wertuntergrenze (ohne Verwaltungskosten)
Möglichst hohe Bemessung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen
Anwendung der Lifo-Methode zur Vorratsbewertung bei gleichzeitigem Preisanstieg in der Periode
Möglichst kurze Nutzungsdauern von Anlagegegenständen
Anpassung zur Kompensation von Bilanzpolitik
Folgebewertung von Sachanlagevermögen
Statt HGB (Niederstwert für Anschaffungskosten als Wertobergrenze) IFRS (IAS 16 Wahlrecht Neubewertungsmodell)
Verzerrung der Gesamtkapitalzahlen und zeitgleich konsistente Anpassung des GK-Ausweises erforderlich
Wahlrecht Aktivierung selbst erstellter immaterieller VG´s
Betriebsvergleich erfordert konsistente Wahlrechtsanpassung
Anpassungen zur Verbesserung der Aussagekraft der
Bilanzinformationen
Richtung der Anpassung
Anpassungen insofern problematisch, als dabei im Ergebnis die geltenden Rechnungslegungsregeln als unzulänglich und eigene als „besser“ erklärt werden.
Richtung der Anpassung ist abhängig vom erklärten Analyseziel.
Beispiele
Anpassung Off-Balance-Geschäfte (insbesondere operate leases)
Zeitwertbilanzierung
Goodwill und Goodwillabschreibung
Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände
Erfolgsspaltungskonzept
Zweck:
Aufbereitung der Jahresabschlussdaten und -kennzahlen zur Prognose des nachhaltigen Gewinns
Vorstufe zur Prognose erwarteter Gewinne und Bewertung eines Unternehmens
Prinzip:
Abgrenzung prognosefähiger Erfolgsbestandteile von nicht nachhaltigen Erfolgskomponenten
Mögliche Abgrenzungskriterien: z.B. Regelmäßigkeit, Betriebszugehörigkeit, Bewertungs- und Liquidationserfolge
Unterschiedlicher Detaillierungsgrad der Erfolgsspaltungskriterien in Abhängigkeit des Rechnungslegungssystems
→ z.B. Erfolgsspaltungskonzept nach IFRS umfassender als nach HGB
Umlaufvermögen
Betriebsnotwendiges Vermögen
Bilanzielles Eigenkapital
Gesamtes Fremdkapital
Effektivverschuldung und Netto-Finanzschulden
Netto-Finanzverschuldung: Finanzschulden, die nciht durch liquide Mittel gedeckt werden können
Effektivverschuldung: Tatsächliche Verschuldung
Mit der Einführung von IFRS 16 wurden Leasingverbindlichkeiten direkt in der Bilanz ausgewiesen. Dadurch verringerte sich der Unterschied zwischen Netto-Finanzschulden und Effektivverschuldung, da ein wesentlicher Teil zuvor außerbilanzieller Verpflichtungen nun bereits in den Finanzschulden enthalten ist.
Net Assets
Verdichtung bilanzanalytischer Kennzahlen
fundierte Bewertungsmöglichkeiten
Gesamtaussage
Gesamtindikatoren als Indiz für Gefährdung
Verdichtung bilanzanalytischer Kennzahlen - Ansätze
Theoretische Verfahren: mathematisch-statistischer Ansatz, z. B. Diskriminanzanalyse, neuronale Netze
Praktische Verfahren: basierend auf Plausibilitätsüberlegungen, Erfahrungswerten, Ursache-Wirkungs-Beziehungen, z. B. Du Pont-Kennzahlensystem, Ratingverfahren
Univariate und multivariate Diskriminanzanalyse
Univeriat
Trennung nach Cashflow oder Verschuldungsgrad
Fehlklassifikation
Isolierte Betrachtung, keine Zusammenhänge
Multivariat
Diskriminanzfunktion
weniger Fehlklassifikationen
höhere Prognosegenauigkeit
bessere Insolvenzprognosen
realistischere Unternehmensbewertung
Logisch-deduktive Kennzahlensysteme
Erklärung einer Ausgangs- bzw. Spitzenkennzahl, die betriebliches Oberziel präsentiert
Hierarchische Auffächerung der Spitzenkennzahl in Unterkennzahlen, wobei sich hierarchisch übergeordnete Kennzahlen durch Rechenoperationen hierarchisch untergeordneter Kennzahlen/Größen ergeben,
mit der Folge:
Vermeidung von Informationsverlusten
Darstellung eines Ursachen-Wirkungszusammenhangs
Du Pont-Kennzahlensystem
Schritte der Bilanzanalyse
Unternehmensziele, Unternehmens- und Bilanzanalyse
Kennzahlanalyse
Finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse
Vermögensstruktur
Umsatzrelationen
Investitionsanalyse
Investitionsanalyse - Vermögensstruktur
Kapitalstruktur
Kennzahlen der Kapitalstruktur
Rentabilität
Leverage-Effekt
Je mehr Fremdkapital aufgenommen wird, desto stärker sinkt die Eigenkapitalrentabilität.
GKR > Fremdkapitalzins → positiver Leverage-Effekt
GKR = Fremdkapitalzins → kein Leverage-Effekt
GKR < Fremdkapitalzins → negativer Leverage-Effekt
Der Leverage-Effekt erklärt, warum stark fremdfinanzierte Unternehmen bei guten Geschäften sehr hohe Eigenkapitalrenditen erzielen können – gleichzeitig steigt aber auch das Insolvenz- und Verlustrisiko erheblich.
Finanzierungsanalyse
Statische Liquiditätsanalyse
Deckungsgrad A und B
Grade der Liquidität
Ansätze der Liquiditätsanalyse
Dynamische Liquiditätsanalyse auf Grundlage der Kapitalflussrechnung
Finanzierungsrechnung mit Fondsausgliederung in Staffelform nach dem Aktivitätsformat
Kapitalflussrechnung
entscheidungsrelevante Informationen über Ein- und Auszahlungen in der vergangenen Periode
werden Einzahlungsüberschüsse erwirtschaftet
seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen,
zu investieren,
Dividenden zu zahlen,
Höhe des künftigen Außenfinanzierungsbedarfs
wie Unterschiede zwischen dem Jahresergebnis (net income) und den diesen zugrundeliegenden Zahlungen (associated cash receipts and payments) zustande
kommen
wie sich finanzwirksame und nicht-finanzwirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge der abgelaufenen Periode auf die Finanzlage der Unternehmung ausgewirkt haben
Cashlow-Ermittlung
Prinzip der indirekten Ermittlung des Cashflow
Cash Earnings nach DVFA/SG
EBIT und EBITDA
Cashflow from Operations (direkte Darstellung)
Kennzahlen der Liquiditätsanalyse aufgrund von Stromgrößen
Kennzahlen der dynamischen Liquiditäts- und Investitionsanalyse
Innenfinanzierungskraft, Wachstum und Portfolioposition
Segment-Investitionsgrad des Cashflow und Segment-Wachstumsquote
Vertiefung: Finanzwirtschaftliche Kennzahlenanalyse
Umschlagskoeffizienten
Umschlagshäufigkeiten
Umschlagsdauer
Cash conversion cycle (CCC)
Durchschnittliche Dauer, um die für den Einkauf eingesetzten liquiden Mittel durch den Umsatzprozess zurückzugewinnen.
Indikator für kurzfristige Liquiditätssituation.
Unternehmensvergleich: Je kürzer der CCC, desto effizienter ist das net working capital (NWC)-Management des Unternehmens.
Zeitvergleich: Verlängerung des CCC kann auf einen Liquiditätsengpass hindeuten bzw. steigende Finanzierungskosten.
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