Lewis M. Terman (1877-1956)
Terman untersuchte 1500 hochbegabte Kinder in einer Längsschnittstudie und zeigte, dass sie intellektuell überlegen, vielseitig interessiert und sozial stabil waren.
Er widerlegte die Divergenzhypothese, die Hochbegabung mit Instabilität oder sozialen Defiziten verband, und prägte das Verständnis von Hochbegabung als komplexes, vielschichtiges Phänomen.
Clara & William Stern (1907)
Die Sterns entwickelten die Theorie, dass Kindersprache eine eigenständige Entwicklungsphase mit eigenen Regeln ist und durch Anlage und Umwelt beeinflusst wird.
William Stern prägte die Intelligenzforschung durch die Einführung des IQ und gilt als Pionier der Differenziellen Pädagogischen Psychologie mit seinem Personalismus-Konzept.
Karl Bühler
Bühler beschrieb die kognitive Entwicklung von Kindern in drei Stufen:
Instinkt (angeborene Verhaltensweisen),
Dressur (Lernen durch Erfahrung und Übung) und
Intellekt (Einsicht und Antizipation von Handlungsfolgen).
Diese Stufen zeigen, wie Instinkt, Erfahrung und intellektuelle Einsicht zusammenwirken.
Charlotte Bühler (1893-1974)
Charlotte Bühler betonte die lebenslange Entwicklung des Menschen, von Wachstum in Kindheit und Jugend über Stabilisierung (25–45 Jahre) bis zu Rückbildung ab 45.
Ihre Theorie wurde von Nickels (1972) als schwer überprüfbar kritisiert.
Als Mitbegründerin der humanistischen Psychologie sah sie Selbstverwirklichung und Potenzialentfaltung als zentrale Ziele des Menschen.
Gemeinsam mit Abraham Maslow und Carl Rogers gründete Charlotte Bühler die Gesellschaft für Humanistische Psychologie.
Sie vertrat die Auffassung, dass der Mensch nach Selbstverwirklichung strebt und unter den richtigen Bedingungen sein Potenzial auf sozial verantwortliche Weise entfalten kann.
Hildegard Hetzer (1899-1991)
Hildegard Hetzer (1899–1991) prägte als Assistentin Charlotte Bühlers die Wiener Schule der Entwicklungspsychologie mit einem starken Fokus auf den Einfluss der Umwelt auf die kindliche Entwicklung.
Sie leistete wichtige Beiträge zur Entwicklungsdiagnostik, insbesondere durch die Mitentwicklung des Entwicklungsquotienten, der Entwicklungsverläufe messbar machte.
Darüber hinaus war Hetzer in der Erziehungsberatung aktiv und führte bedeutende Studien an Wiener Schulen durch, um die praktische Anwendung ihrer Forschung zu fördern.
Zudem untersuchte sie den Einfluss sozialer und wirtschaftlicher Verhältnisse auf die kindliche Entwicklung und hob hervor, dass das soziale Milieu entscheidend für die Förderung oder Hemmung von Fähigkeiten ist.
Erik Erikson (1902-1994)
Erik Eriksons Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung beschreibt acht psychosoziale Entwicklungsphasen, jede geprägt von spezifischen Herausforderungen, die bewältigt werden müssen (z. B. Urvertrauen vs. Urmisstrauen, Identität vs. Rollenkonfusion).
Der Ansatz betont die Wechselwirkung von individuellen und sozialen Einflüssen sowie kulturellen Unterschieden und hebt die Bedeutung lebenslanger Entwicklung hervor.
Paul Baltes (1939-2006)
Baltes betonte lebenslange Entwicklung als Prozess von Gewinnen und Verlusten, geprägt durch Plastizität.
Seine SOC-Theorie (Selektiven Optimierung mit Kompensation) beschreibt Strategien zur Kompensation von Verlusten, um erfolgreiche Entwicklung sicherzustellen.
Urie Bronfenbrenner (1917-2005)
Bronfenbrenners ökologisches Modell beschreibt Entwicklung als Interaktion zwischen Individuum und Umwelt, beeinflusst durch fünf Systeme:
Mikrosystem (direkte Umgebung),
Mesosystem (Interaktionen zwischen Mikrosystemen),
Exosystem (indirekte Einflüsse),
Makrosystem (kulturelle Normen) und
Chronosystem (zeitliche Dimension).
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