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by Fölix H.

Angenommen, Sie haben ein Auto besichtigt und ausdrücklich mit der Vereinbarung gekauft, dass es Ihnen am 15.1.26 übergeben werden muss, weil Sie am 16.1.26 damit auf eine wichtige Geschäftsrundreise fahren möchten.

Welche Ansprüche haben Sie möglicherweise, wenn der Verkäufer ihnen aufgrund seiner Schusseligkeit das Fahrzeug weder am 15.1. noch am 16.1.26 übergeben kann? Bennen Sie die Anspruchsgrundlagen.

Wer will was von wem woraus?

Ich möchte das Auto vom Verkäufer geliefert bekommen weil ich es gekauft habe

  • Anspruchsgrundlage:

    • Wir haben gemäß §433 einen Kaufvertrag geschlossen. Gemäß § 433 Abs. 1 BGB habe ich Anspruch auf vertragsgemäße Übergabe.

  • Tatbestandsvoraussetzung:

    • Der Verkäufer hat das Auto nicht übergeben, was er gemäß § 433 Abs. 1 BGB hätte tun müssen.

-> Ich habe Anspruch auf die Übergabe des Autos frei von Sach- und Rechtsmängeln



Wer will was von wem woraus?

Ich möchte Schadensersatz vom Verkäufer wegen Lieferungsverzug

  • Fälliger Anspruch:

    • Wir haben gemäß §433 einen Kaufvertrag geschlossen. Gemäß § 433 Abs. 1 BGB habe ich Anspruch auf vertragsgemäße Übergabe.

  • Liegt ein Verzug vor?:

    • Ja

    • Gemäß §286 Abs.2 Satz 1 ist keine Mahnung fällig, da für die Leistung ein fixer Termin bestimmt wurde.

  • Vertreten müssen?:

    • Ja

    • Gemäß §276 Abs. 1 Satz 2 hat der Verkäufer mit seiner “Schusseligkeit” fahrlässig gehandelt.

  • Schaden entstanden?:

    • Ja, da eine Mietauto o.Ä. als ersatz benötigt wurde. -> Kosten für den Mietwagen

  • Kausalität? (Hängt Schaden mit Pflichtverletzung zusammen?):

    • Ja

-> Ich habe Anspruch auf Schadensersatz wegen Verzug.

Bearbeiten Sie folgenden Fall:

Antiquitätenhändler Anton und Lottomillionärin Beate schließen einen Kaufvertrag über eine antike Skulptur.

Leider hatte der Verkäufer Anton vergessen Beate darauf hinzuweisen, dass man diese Skulptur nicht mit scharfen Putzmitteln putzen darf, obwohl Beate danach gefragt hatte, wie sie dieses Kunstwerk pflegen kann. Er meinte nur, es ist nichts besonderes zu beachten. Er ging davon aus, dass jeder weiß, dass antike Kunstwerke nicht mit scharfen Putzmitteln gereinigt werden dürfen.

Nun löst sich die Oberfläche der Skulptur langsam auf. Ist Anton für den nun entstandenen Schaden rechtlich verantwortlich?

Prüfen Sie diese Frage anhand der einschlägigen Anspruchsgrundlage. Gehen Sie auf alle 4 Voraussetzungen ein und begründen Sie dann ihr Ergebnis.

Beate möchte Schadensersatz von Anton wegen Plichtverletzung.

Prüfung der vier Voraussetzungen für Schadensersatz wegen Pflichtverletzung (§ 280 BGB):

  1. Schuldverhältnis: Liegt durch den Kaufvertrag gemäß §433 BGB vor.

  2. Pflichtverletzung: Anton hat durch seine fehlerhafte Auskunft auf Beates direkte Frage seine allgemeine Sorgfalts- und Informationspflicht gem. § 241 BGB verletzt.

  3. Vertretenmüssen (§ 276 BGB): Anton hat zumindest fahrlässig gehandelt, da er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen hat.

  4. Schaden und Ursächlichkeit: Durch das Fehlen der Warnung wurde die Skulptur mit falschem Mittel geputzt und unwiederbringlich beschädigt (Kausalität gegeben).

-> Anton muss Schadensersatz leisten


Lösen Sie bitte folgenden Fall:

Der Hersteller von Rasenmäherrobotern Robert ist durch einen Werkvertrag mit dem Unternehmer Fritz verbunden. Dieser soll die Gebrauchsanweisung für das neueste Modell „Supermax3000“ erstellen.

Fritz möchte nun die vertraglich geschuldeten Leistungen erbringen. Aus unerfindlichen Gründen hat ihm aber Robert verboten, selbständig mit der Entwicklungsabteilung Kontakt aufzunehmen. Um nun aber eine korrekte Gebrauchsanweisung fertigen zu können, ist es für Fritz erforderlich, die technischen Details von „Supermax3000“ einzusehen und kennenzulernen. Daher fordert Fritz den Robert auf, ihm unverzüglich und dauerhaft Zugang zu den internen technischen Daten und Beschreibungen des „Supermax3000“ zu gewähren, andernfalls droht er mit Verzugsschadensersatz oder Kündigung gem. § 643B.

Frage1: Hat hier der Robert seine Mitwirkungspflicht aus § 642 BGB verletzt?

Frage 2: Kann Fritz wirksam Schadensersatz wegen Verzugs verlangen?

Frage 3: Wann könnte Fritz theoretisch frühestens kündigen?

  1. Mitwirkungspflicht verletzt? Ja, Robert verletzt seine Pflichten aus § 642 BGB. Das Vorlegen von technischen Details und der Zugang für den Werkunternehmer stellen klassische Mitwirkungspflichten des Auftraggebers dar.

  2. Verzugsschadensersatz? Nein, Fritz kann nicht ohne Weiteres Verzugsschadensersatz fordern. Der Besteller gerät hier lediglich in Annahmeverzug (Gläubigerverzug).

  3. Kündigung? Fritz kann theoretisch wirksam kündigen gem. § 643 BGB, vorausgesetzt er fordert Robert zuvor unter Fristsetzung zur Mitwirkung auf und diese Frist verstreicht fruchtlos.


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Fölix H.

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