Was sind Warnhinweise?
Warnhinweise warnen Nutzern. Sie sind konkret situationsgebunden und stehen da im Text wo die Gefahr auftritt.
—> Teil von Schritt für Schritt Anleitungen.
Was sind Sicherheitshinweise?
Sicherheitshinweise weisen auf allgemeine Gefahren hin. Sie stehen am Anfang und gelten für das gesamte Dokument. Sicherheitshinweise müssen in einem separaten Abschnitt oder Teil am Anfang der Nutzungsinformation angegeben werden.
Welche DIN ist Grundlage für den tekom Leitfaden zu Sicherheits- und Warnhinweise (Stand: 2014)
DIN EN 82079-1
In welchen Gesetzen, Normen und Richtlinien finden Sie Angaben zu Sicherheitshinweisen?
EU-Maschinenverordnung
Produktsicherheitsverordnung EU/2023/988
DIN EN IEC/IEEE 82079-1
DIN ISO 3864-2:2017-11 und DIN ISO 3864-3:2012-11
ISO/IEC-Guide 37 Instruction for use of products by consumers
Was schreibt die EU-Maschinenverordnung als Mindestinhalte einer Betriebsanleitung vor?
1) Warnhinweise
in Bezug auf Fehlanwendungen der Maschine, zu denen es erfahrungsgemäß kom-men kann;
2) Angaben zu Restrisiken,
Risiken die übrig bleiben trotz der Maßnahmen zur Integration der Sicherheit bei der Konstruktion, trotz der Sicherheitsvorkehrungen und trotz der ergänzenden Schutzmaßnahmen
3) Schutzmaßnahmen
Anleitung für die vom Benutzer zu treffenden Schutzmaßnahmen, gegebenenfalls einschließlich derbereitzustellenden persönlichen Schutzausrüstung;
4) Sicherheitshinweise
zum Transport, zur Handhabung und zur Lagerung, mit Angabe des Gewichtsder Maschine und ihrer verschiedenen Bauteile, falls sie regelmäßig getrennt transportiert werden müssen
5) Wartungsanweisungen
Anweisungen zum sicheren Einrichten und Warten einschließlich der dabei zu treffenden Schutzmaßnahmen
Was schreibt die Produktsicherheitsverordnung EU/2023/988 zu Sicherheitshinweisen?
Artikel 9 Absatz 7
Die Hersteller gewährleisten, dass ihrem Produkt klare Anweisungen und Sicherheitsinformationen in einer Sprache beigefügt sind, die für die Verbraucher leicht verständlich ist und die der Mitgliedstaat festlegt, in dem das Produkt auf dem Markt bereitgestellt wird.
Diese Anforderung gilt nicht, wenn dasProdukt auch ohne solche Anweisungen und Sicherheitsinformationen sicher und wie vom Herstellervorgesehen verwendet werden kann.
Was schreibt die ANSI Z535?
Die ANSI Z535 ist eine amerikanische Normenreihe (ANSI steht für „American National Standards Institute“).
In der ANSI Z535.6-2011 werden Inhalt, Aussehen und Verwendung von Sicherheitshinweisen in der Technischen Dokumentation detailiert für den US-amerikanischen Markt geregelt.
—> Sie dient zunehmend auch als Basis für die Gestaltung deutscher und europäischer Sicherheitshinweise.
Welche Vorgaben macht die DIN EN IEC/IEEE 82079-1 zu Sicherheitshinweisen?
Sicherheitshinweise müssen am Anfang der Nutzungsinformation in einem gesonderten Abschnitt oder Teil angegeben werden
Dieser Abschnitt oder Teil muss identifizierbar sein und muss eine Überschrift haben, die die Bedeutung der Inhalte herausstellt.
Sicherheitshinweise müssen mindestens mögliche Gefährdungen nennen und, falls anwendbar, ihre Ursachen, die möglichen Konsequenzen, wenn die Gefährdungen nicht vermieden werden, und wie diese Gefährdungen zu vermeiden sind.
Sicherheitshinweise müssen mit einer allgemeinen Aussage beginnen, die betont, wie wichtig es ist, sie zu lesen.
Welche Vorgaben macht die DIN EN IEC/IEEE 82079-1 zu Warnhinweisen?
Warnhinweise müssen mindestens die möglichen Gefährdungen prägnant nennen
Falls anwendbar, muss ihre Ursachen, wie die Gefährdungen zu vermeiden sind und wie die möglichen Konsequenzen, wenn die Gefährdungen nicht vermieden weren können.
Jeder Warnhinweis muss entweder vor dem ersten Schritt gesetzt oder direkt vor dem relevanten Schritt einer Schritt-für-Schritt-Anleitungeingebunden werden.
Ausführliche Sicherheitsverahren sollten, sofern anwendbar, an anderer Stelle der Nutzungsinformation dargestellt werden.
Wenn eine persönliche Schutzausrüstung erforderlich ist, müssendie Informationen an folgenden Stellen beschrieben sein:
a) zu Beginn der Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine Aufgabe, für die eine persönliche Schutzausrüstung erforderlich, und
b) auf der Verpackung und dem Produkt selbst, falls anwendbar.
—> WICHTIG: Wenn die Informationen zu den Konsequenzen der Gefährdungen oder zu Maßnahmen zu deren Vermeidung von der Zielgruppe ohne weiteres verstanden wird, darf diese Information im Warnhinweis selbst ausgelassen werden.
Sicherheitshinweise müssen Informationen enthalten, die Folgendes abdecken nach DIN EN IEC/IEEE 82079-1:
Identifizierung von Gefährdungen mit geeigneten grafi schen Darstellungen, darunter vorhersehbare Fehlanwendung;
nicht zu empfehlende Modifikation des Produkts;
wann das Produkt aufgrund von Verschleißerscheinungen oder Schäden nicht mehr zu verwenden ist;
Strahlung, einschließlich nicht off ensichtlicher Gefährdung, z. B. Quellen ionisierender Strahlung,[...];
Substanzen, die krebserregend, erbgutgefährdend [...] sind;
ermittierter Schalldruckpegel
mögliche gefährliche Konsequenzen durch unsichere Nutzung;
Sicherheitsvorkehrungen (Mittel zur Vermeidung von Gefährdungen) wie Schutzkleidung oder -brillen,Einschränkungen für das Personal [...];
Mittel zur Wiederherstellung nach Gefährdungen einschließlich Notfallverfahren und Nutzung von Notfallausrüstung.
Welche Vorgaben macht die DIN EN IEC/IEEE 82079-1 zur Gestaltung von Warnhinweisen?
Die Gestaltung der Warnhinweise muss konsistent sein und die Warnhinweise müssen auffällig und hervorgehoben gestaltet werden.
Folgendes muss berücksichtigt werden:
a) mit Signalwörten beginnen;
b) Texte und Illustrationen auf das Wesentliche beschränken;
c) auffallende Gestaltung der Stelle, des Inhalts und des Stils der Warnhinweise;
d) Warnhinweise für die Zielgruppen und für alle anderen gefährdeten Personen sichtbar machen; aus ihrer Position in der Anwendungssituation und zum richtigen Zeitpunkt; und
e) Warnhinweise, wie im Rahmen der Risikobeurteilung festgelegt, platzieren.
Beschränke ... die visuellen Darstellungen auf das Wesentliche. Fettschrift, Unterstreichungen,Großschreibung und Kursivschreibung dürfen dazu benutzt werden, einzelne Wörter oderSätze zu betonen, aber nicht, um ganze Abschnitte oder Bereiche hervorzuheben.
Schriftarten, Sicherheitszeichen und grafi sche Symbole müssen für die Zielgruppe gut leserlich sein,unabhängig davon, ob sie gedruckt, in das unterstützte Produkt integriert oder auf einem elektroni-schen Gerät angezeigt werden.
Beide Normen gelten ausschließlich für Sicherheitszeichen auf Produkten. Aber auch hier finden sich schon die Signalworte „Gefahr“, „Warnung“ und „Vorsicht“, die uns in denfolgenden Normen und Richtlinien wieder begegnen.
Die Norm DIN ISO 3864-2:2017-11 trägt den Titel „Graphische Symbole - Sicherheitsfarben und Sicher-heitszeichen - Teil 2: Gestaltungsgrundlagen für Sicherheitsschilder zur Anwendung auf Produkten(ISO 3864-2:2016)“. Im Anhang B findet man auch eine Übersetzung von Signalwörtern.
Die Norm DIN ISO 3864-3:2012-11 trägt den Titel „Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicher-heitszeichen – Teil 3: Gestaltungsgrundlagen für graphische Symbole zur Anwendung in Sicherheitszei-chen“.
Bei diesem Guide handelt es sich um einen Leitfaden, der sich an Mitarbeiter in Normungsprojekten richtet. ISO und IEC empfehlen jedoch, ihn bei Anleitungen für private Endbenutzer zu berücksichtigen.
In Kapitel 8 werden Anforderungen an Warnhinweise beschrieben, die inhaltlich stark den Vorgaben derDIN EN 82079-1 gleichen.
Platzierung?
Sicherheitshinweise
Sicherheitshinweise sollten am Anfang der Anleitung zu finden sein, entweder in einem separaten Abschnitt oder in einem eigenen Kapitel.
Eine Überschrift muss gewährleisten, dass der Abschnitt oder das Kapitel eindeutig als sicherheitsrelevant identifiziert werden kann.
Warnhinweise
Warnhinweise müssen in dem Zusammenhang genannt werden, in dem eine Gefahr auftreten kann.
Sie müssen vor der Gefahr stehen, vor der gewarnt wird:
entweder vor einem Handlungsblock oder
innerhalb eines Handlungsblocks, ggf. integriert in eine Handlung.
Die Position vor einem Handlungsblock ist dann sinnvoll, wenn die Anzahl der Handlungsschritte nicht allzu groß ist und die Gefahr während des gesamten Handlungsablaufs besteht.
Gestaltung
Warnhinweise müssen konsistent sowie auffällig hervorgehoben und gestaltet werden.
Das Hervorheben können Sie realisieren durch das Verwenden
größererer und/oder andererer Schrifttypen oder Schriftgrößen.
von Farben.
grafischer Symbole einschließlich Sicherheitszeichen oder anderer Mittel.
Linien oberhalb und unterhalb der Hinweise.
Die Schrift in Sicherheitshinweisen sollte so groß gewählt werden, dass sie bei einem normalen Leseab-stand und unter den erwarteten Lesebedingungen leserlich ist.
Der Zeilenabstand sollte mindestens 120% betragen.
ABER !
Zwar sollten Warnhinweise hervorgehoben werden, aber sie sollten eineSeite nicht dominieren.
Größe
Das Sicherheitszeichen muss größer als 10mm sein, außer wenn das allgemeine Warnzeichen eine Textwarnung begleitet; dann muss das Kennzeichnung mindestens 5 mm hoch sein und mindestens 3 mm in Überschriften zu Text.
Fragen, die Sie bei der Konzipierung von Sicher-heits- und Warnhinweisen in Anleitungen berücksichtigen sollten:
Ist die Erstellung von Bedienungsanleitungen und produktbegleitenden Informationen koordi-niert mit der Erstellung von Hinweisen auf dem Produkt?
Sind die Sicherheits- und Warnhinweise in der Anleitung identisch mit den Sicherheits- undWarnhinweisen, wie sie auf dem Produkt angebracht sind?
Ist im Rahmen eines Änderungsmanagements sichergestellt, dass zugleich Veränderungen anden Anleitungen wie auch an den Aufschriften auf dem Produkt erfolgen?
Sind die das Produkt begleitenden Informationen mit den Werbematerialien abgestimmt?
Nach DIN EN 82079-1 können in einem Sicherheitskapitel unter anderem folgende Inhalte zu finden sein:
bestimmungsgemäßer Gebrauch, wesentliche Funktion/Zweck, Anwendungsbereich
grundlegende Sicherheitsprinzipien, die beachtet werden müssen
Grenzen der Verwendung (Ort, Zeit, Umgebung, Art der Verwendung, Materialien, Zusätze, Werk-zeuge, Klima ...)
persönliche Schutzausrüstung
Schutzmaßnahmen, die der Nutzer installieren oder aktivieren muss
mögliche Gefahren für bestimmte Personengruppen und Vorsichtsmaßnahmen
mögliche gesundheitliche Konsequenzen, falls Vorsichtsmaßnahmen nicht beachtet und Gefahrennicht vermieden werden
Beschreibung der Nutzer (Fachkräfte ...) und Angaben zur Einschränkung des Personenkreises, demdie Nutzung des Produkts erlaubt ist
Anhaltspunkte, wann das Proukt nicht mehr sicher zu nutzen ist
Informationen zur Entsorgung
Erklärung der grafischen Symbole, Signalwörter und Sicherheitszeichen
Nach neuen Version dieser Norm, der DIN EN IEC/IEEE 82079-1, müssen Sicherheitskapitel Informationen enthalten über:
Identifizierung von Gefahren mit entsprechenden Grafiken, einschließlich:
vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendungen;
nicht vorhersehbare Veränderungen am Produkt;
wann das Produkt aufgrund von Verschleißerscheinungen oder Beschädigungen nicht mehr sicher zuverwenden ist
Strahlung, einschließlich aller versiegelten Gefahren, z. B. Quellen ionisierender Strahlung, Laser (ge-mäß IEC 6 0825-1), Mikrowellen, Ultraviolett, Infrarot und tödliche Spannungen;
Stoffen, die krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend sind, oder andereStoff e, für die es wissenschaftliche Beweise für eine wahrscheinliche Gefährdung der menschlichenGesundheit gibt; und emittierte Schalldruckpegel;
mögliche schädliche Folgen einer unsicheren Verwendung;
Sicherheitsvorkehrungen (Mittel zur Vermeidung von Gefahren), wie z. B. Schutzkleidung oder Schutzbrillen;
Beschränkungen des Personals, das das Produkt benutzen darf, z. B. durch Ausbildung, Fähig-keiten oder Alter;
Beachtung von Produktsteuerungen und -meldungen; Sicherheitszeichen und -etiketten; sichere Aufbewahrung von Schlüsseln und Passwörtern;
und Mittel zur Beseitigung von Gefahren, einschließlich Notfallverfahren und Verwendung vonNotfallausrüstung.
Nach neuen Version dieser Norm, der DIN EN IEC/IEEE 82079-1, sollten Warnhinweise aus folgenden Kernelementen bestehen:
Sicherheits-Warnsymbol und/oder Signalwort
ggf. Piktogramm
Beschreibung der Art und Quelle der Gefahr
Beschreibung der Folgen bei Missachtung der Gefahr
Maßnahmen zur Vermeidung der Gefahr
—> Nach DIN EN IEC/IEEE 82079-1 darf eine Information in einem Warnhinweis ausgelassen werden,wenn den beabsichtigten Zielgruppen die Information zur Vermeidung der Gefahr vollständigbekannt ist. Rechtsexperten wie Jens-Uwe Heuer-James raten jedoch dringend davon ab, Abhilfe-maßnahmen in Warnhinweisen auszulassen.
Signalwörter sind in ISO 3864-2 wie folgt dargelegt:
GEFAHR: Signalwort, das verwendet wird, um auf eine unmittelbare Gefahrensituation hinzuweisen,die, wenn sie nicht vermieden wird, zum Tod oder zu schweren Verletzungen führen wird.
WARNUNG: Signalwort, das auf eine möglicherweise gefährliche Situation hinweist, die zum Tod oderzu schweren Verletzungen führen kann, wenn sie nicht gemieden wird.
VORSICHT: Signalwort, das auf eine möglicherweise gefährliche Situation hinweist, die, wenn sie nichtvermieden wird, zu leichten oder mittelschweren Verletzungen führen kann.
ABER:
Unter bestimmten Umständen können Signalausdrücke wie "LEBENSGEFAHR", "ERBLINDUNGSGEFAHR" oder "SCHÜTZEN SIE SICH VOR DÄMPFEN" verwendet werden, um eine höhrere Aufmerksamkeit auf bestimmte Anleitungen oder Sicherheitsinformationen zu lenken.
Signalwörter sind in ANSI Z535.6 wie folgt dargelegt:
DANGER = GEFAHR
Extrem gefährliche Situation, bei der die Nichtbeachtung des Sicherheitshinweises zu Tod oder schwe-rer Verletzung führen wird.
WARNING = WARNUNG
Gefährliche Situation, bei der die Nichtbeachtung des Sicherheitshinweises zu Tod oder schwerer Ver-letzung führen kann.
CAUTION = VORSICHT
Gefährliche Situation, bei der die Nichtbeachtung des Sicherheitshinweises zu leichten Verletzungenführen kann.
Vorgabrn zum Sicherheits-Warnsymbol
In der DIN EN 82079-1 stand:
Das allgemeine Warnzeichen, nach ISO 3864-2 bestehend aus einem gleichschenkligen Dreieck, das ein Ausrufungszeichen umschließt und in bestimmten Signalfarben nach ISO 3664-2 dargestellt ist,sollte den Signalwörtern GEFAHR, WARNUNG und VORSICHT vorangehen.
Nach ANSI Z535.6 darf das Sicherheits-Warnsymbol nicht verwendet werden, wenn nur vor Sachschäden gewarnt wird. Die Norm enthält detaillierte Festlegungen zur Verwendung von Farben.
Die Normreihe ISO 3864 umfasst international gültige Gestaltungsregeln für grafische Symboleund Warnschilder.
In der EN ISO 7010 finden Sie eine Sammlung international verwendeter Sicherheitszeichen.
Die Empfehlungen für das Formulieren von Sicherheitshinweisen entsprechen in großen Teilen denenfür Handlungsanweisungen. Achten Sie besonders hierauf:
Formulierungen und Wortwahl müssen den Kenntnissen der Zielgruppen entsprechen.
Schachtelsätze vermeiden und Hinweistext strukturieren, zum Beispiel durch Listen.
Passiv vermeiden.
Unvollständige Sätze vermeiden.
Keinen Interpretationsspielraum lassen.
Verallgemeinerungen vermeiden.
In der EN ISO 12100 Sicherheit von Maschinen wird darüber hinaus empfohlen, so weit wie möglich Standard-Formulierungen zu verwenden und textliche Warnhinweise in der Sprache des Verwendungslandes zu verfassen.
Vorgaben zum Sicherheits-Warnsymbol („Safety Alert Symbol“) nach ANSI Z535.6
Das Sicherheits-Warnsymbol muss eine festgelegte Gestaltungen aufweisen (mehr dazu weiter unten).
Wenn das Sicherheits-Warnsymbol mit einem Signalwort verwendet wird, muss es vor dem Signalwort auf derselben Grundlinie stehen und mindestens so hoch sein wie die Buchstaben des Signalworts.
Wenn das Sicherheits-Warnsymbol ohne Signalwort verwendet wird, muss es mindestens so groß sein wie die Großbuchstaben des Hinweistexts.
Das Sicherheits-Warnsymbol darf bei Warnhinweisen der Stufe GEFAHR nicht ohne Signalwortverwendet werden.
Es soll nicht verwendet werden, wenn ausschließlich Sachschäden zu befürchten sind.
Vorgaben zum Signalwort („Signal Word“) nach ANSI Z535.6
Das Signalwort wird in serifenlosen Großbuchstaben geschrieben.
Die Schriftgröße des Signalworts ist gleich oder größer als die Schriftgröße des Hinweistextes.
HINWEIS soll kursiv gesetzt sein.
Die Verwendung von Ausrufezeichen wird nicht ausdrücklich vorgeschrieben. Für Embedded Safety Messages sind sie empfohlen wenn kein Warnsymbol verwendet wird.
Wenn das Signalwort in Kombination mit einem Sicherheits-Warnsymbol verwendet wird,
steht das Signalwort immer rechts vom Sicherheits-Warnsymbol,
befindet sich die Unterkante des Sicherheits-Warnsymbols auf einer Linie mit der Grundlinie des Signalworts,
ist das Sicherheits-Warnsymbol mindestens so groß wie die Höhe der Buchstaben des Signalworts.
Vorgaben zum Signalwortfeld („Signal Word Panel“) nach ANSI Z535.6
Ein Signalwortfeld besteht aus einem Sicherheits-Warnsymbol gefolgt von einem Signalwort. Beide Elemente sind nebeneinander in einem rechteckigen Feld zentriert angeordnet.
Die Farbgebung des Signalwortfelds ist vorgeschrieben in Abhängigkeit von der Gefahrenstufe.
Das Signalwortfeld darf an zwei Positionen stehen:
links vom Hinweistext
zentriert oder links ausgerichtet oberhalb des Hinweistextes
Vorgaben zum Hinweistext („Safety Message“) nach ANSI Z535.6
Zur dem Text, der die Gefahr, ihre Folgen und ihre Abwendungin Worten ausdrückt, gibt die ANSI die folgende Empfehlung:
Der Hinweistext soll in schwarzer Schriftauf weißem Grund dargestellt sein.
Es sei denn, die ganze Anleitung oder ein Teil in ihr wird in einer anderen Schriftfarbe und auf nicht-weißem Hintergrund gesetzt.
Dann darf der Hinweistext genauso gesetzt werden.
Aber in diesem Fallsoll der Kontrast von Text und Hintergrund gut leserlich sein.
Verwenden von Farben in Sicherheitshinweisen nach ANSI Z535.6
Sicherheitshinweise müssen laut ANSI nichtf arbig gestaltet sein!
—> Zulässig ist neben der farbigen auch die Darstellung sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Graustufen.
Wenn Sie sich für eine farbige Darstel-lung entscheiden, dann sollte diese mit dem ANSI Safety Color Code (ANSI Z535.1) übereinstimmen.
Für GEFAHR: Weiß auf Rot.
Für WARNUNG: Schwarz auf Orange, oder Orange auf Schwarz.
Für VORSICHT: Schwarz auf Gelb oder Gelb auf Schwarz.
für HINWEIS: Weiß auf Blau.
Typen von Sicherheitshinweisen nach ANSI Z535.6
Supplemental Directives
Grouped Safety Messages
Section Safety Messages
Embedded Safety Messages
Was sind Supplemental Directives?
übergeordnete Hinweise zur Sicherheit und zu anderen Sicherheitshinweisen.
verweisen auf andere Sicherheitshinweise, auf allgemeine oder ungewöhnliche Gefährdungen und enthalten allg. Informationen für den Leser hinsichtlich Sicherheit.
üblicherweise am Anfang des Dokumentes, aber nicht zwingend
Generell nicht mit Signalwort oder Signalwortfeld ausgestattet
Die Signalwörter GEFAHR, WARNUNG und VORSICHT können verwendet werden, wenn sinnvoll
Signalwörter sollten mit Warnsymbol und Signalwortfeld eingesetzt werden
Was sind Grouped Safety Messages?
Sicherheitshinweise, die zu einer Gruppe zusammengestellt sind und in einem eigenen Dokument oder in einem Abschnitt/Kapitel zusammengefasst werden.
können als Liste, Aufzählung, in einzelnen Abschnitten oder ggf. Unterka-piteln usw. organisiert werden.
Aus dem Titel oder der Überschrift muss hervorgehen, dass es sich um Sicherheitshinweise handelt.
Die einzelnen Sicherheitshinweise enthalten kein Signalwort, Sicherheits-Warnsymbol oder Signalwortfeld.
Wenn ein Signalwort als Titel oder Überschrift verwendet wird, sollte ein Signalwortfeld verwendet werden, welches ein Sicherheits-Warnsymbol und ein Signalwort enthält. Das Signalwortfeld kann zentriert über die Seite oder Spalte oder links positioniertwerden.
Inhalte:
Art und Quelle der Gefahr.
Mögliche Folgen bei Missachtung der Gefahr.
Maßnahmen zur Abwehr der Gefahr.
Inhalte, die für alle Hinweise oder für eine Gruppe von Hinweisen gelten, müssen nicht für jeden individuellen Hinweis wiederholt werden. Es reicht, sie einmal aufzuführen.
Was sind Embedded Safety Messages?
enthalten Hinweise zur Sicherheit eines Handlungsschritts.
stehen innerhalb des Handlungsablaufs.
stehen vor dem Inhalt, auf den sie sich beziehen.
können durch ein Signalwort oder ein Sicherheits-Warnsymbol oder typografi sche Auszeichnung ausgezeichnet werden.
können innerhalb eines Signalwortfeldes oder allein stehen. Wenn Sie allein stehen,werden sie mit einem Ausrufezeichen abgeschlossen (z. B. WARNUNG!).
Sicherheits-Warnsymbole stehen links neben dem Hinweis, nicht darüber.
Wenn nur ein Signalwort verwendet wird, sollte es die Größe der Grundschrift haben.
Das Signalwort sollte in einer serifenlosen Schrift, in Großbuchstaben und fett formatiert gesetztwerden.
Die gewählte Form soll durchgängig und einheitlich im gesamten Dokument verwendet werden.
Vorgaben zu Sachschäden („Property DamageMessages“) nach ANSI Z535.6
keine bestimmte Vorgaben für reine Sachschäden.
Warnungen für Sachschäden dürfen wie Sicherheitshinweise gestaltet sein, wenn sie folgende Vorgaben berücksichtigen:
Als Signalwort soll „HINWEIS“, alternativ kann auch „ACHTUNG“ oder „WICHTIG“ verwendet werden.
Für Warnhinweise vor Sachschäden darf
kein Sicherheits-Warnsymbol verwendet werden.
Falls Farben im Signalword-Panel eingesetzt werden, darf beim Signalwort „HINWEIS“ nur die FarbeBlau verwendet werden (nicht Rot, Orange oder Gelb).
Warnungen vor Sachschäden dürfen in Grouped Safety Messages nicht mit anderen Sicherheitshinweisen gemischt werden, sondern müssen durch klare Überschriften getrennt werden.
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