Kernelemente 6
Bewiusstseinsstörung, die sich im Alltag durch verminderte Aufmerksamkeit, Vigilanzminderung, erhöhte Ablenkbarkeit & Desorganissiertheit manifestiert
subakute bis akute Änderung der kognitiven Leistungsfähigkeit (z.B. Orientierung, logisches Denken, Gedächtnisstörungen)
Veränderung der Psychomotorik (Apathie bis schwere Agitation)
Affektstörungen (u.a. Euphorie, Angst bis hin zur Suizidalität
zirkadiane Auffälligkeiten wie gestörte Tag-Nacht-Rhythmik
Symptomfluktiation
Inzidenz
Risiko steigt mit höherem Lebensalter
fast immer im stationären Kontext, meist postoperativ
besonders häufig in der Intensiv- oder Palliativversorgung
Folgen
Mortalität & Institutionalisierungsrate sind verdoppelt
Risiko einer Demenzentwicklung vielfach erhöht
Gebrechlichkeit oder kognitive Einschränkung verschlechtern die Prognose
Delirarten nach ICD-10
Delir ohne Demenz
Delir mit Demenz
Postoperatives Delir
Alkoholdelir
Klassifikation
Hypoaktives Delir
Hyperaktives Delir
Mischform:
häufige Fluktuation der Symptome
Halluzinationen kommen vor
Risikofaktoren (Vorbestehende Faktoren)
Höheres Lebensalter
Kognitive Einschränkungen (Demenz o. neuromentale Entwicklungsverzögerung)
Gebrechlichkeit (Frailty)
Hirnschädigungen (nach Schlaganfällen, Schädel-Hirn-Trauma [SHT])
Komorbidität (z.B. Kardiovaskuläre Erkrankungen, Nierenerkrankungen)
Depression, oder andere psychische Krankheiten
Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit
Schlechter Ernährungszustand,
Einschränkung des Hörens und Sehens
Substanzkonsum (illegale Drogen, Opiate, Benzodiazepine)
Delir in der Vorgeschichte
Niedriger Bildungsgrad
Delirscreening Empfehlungen
für ältere Pat. wird ein Delirscreening empfohlen
schon in der Notaufnahme sollte ein Screening zur Feststellung des Delirrisikos durchgeführt werden (auch auf anderen Stationen, auch in der Langzeitpflege)
präoperativ sollte ein weitreichendes Screening zur Erfassung des Delirrisikos durchgeführt werden
ein Vorhandenseins eines Delirs sollte auch durch ein Screening erfasst werden (Notaufnahme, nicht-chirurgische Pat. auf akutstationen, bei Personen mit Demenz / kognitiven Beeinträchtigugn auf Akutstationen)
Delirscreening Tools zur Diagnostik
CAM-ICU
ICDSC
Nu-DESC
3D-CAM
CAM-S
Wichtige Faktoren der Diagnostik
Allgemein:
Erfassung aktueller und früherer Erkrankungen und Behandlungen
Fokus auf potenziell delirogene Faktoren (krankheits- und/oder behandlungassoziierte Medikamente etc.)
Bewertung unter Berücksichtigung Setting-bezogener Wahrscheinlichkeiten
Fremdanamnese
motorische & kognitive Verlangsamung, reduzierte Aktivität, Antriebslosigkeit, Apathie, Schläfrigkeit
höhere Mortalität
Dekubitus-, Thrombose- und Pneumoniegefahr
es kann zu Halluzinationen kommen
hyperaktives Delir
gesteigerte motorische Unruhe & Rastlosigkeit, ungeduldiges, evtl. aggressives Verhalten
große Problematik für versorgendes Team
Sturzgefahr
Gefahr der Fremd- und Selbstgefährdung
Risikofaktoren (Auslösende Faktoren)
Akute bzw. schwere Erkrankungen (z.B. Sepsis, Hypoglykämie, Schlaganfall)
Ungeplante Krankenhausaufnahme
Traumata (z.B. Frakturen oder Kopfver-letzungen)
Operative Eingriffe
Akute Infektionen
Dehydratation
Elektrolytstörungen
Akutes Nierenversagen
Substanzentzug (Alkohol, Drogen, Benzodiazepine)
Epileptische Anfälle
Versagen von nicht-invasiver Beatmung
Risikofaktorem im Behandlungsverlauf
Anwendung invasiver Maßnahmen (kardiovaskulär, gastrointestinal)
Körperliche Zwangsmaßnahmen, Fixierung, Fremdkörper/Katheter
Schlechter Schlaf, Schlafentzug
Einsatz von Opiaten
Einsatz von Benzodiazepinen
Einsatz von anticholinerger Medikation
Polypharmazie
Immobilität
Stürze
Schmerzen
Infektion
Metabolische Störungen
Anhaltender Darmverschluss
Bluttransfusion
Lange Beatmungsdauer
Tag-Nacht-Rhythmus Störungen
Fehlende Kommunikation mit An- und Zugehörigen
Tiefe Sedierung
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