Was ist Objektorientierung (OO)?
Objektorientierung (OO) ist eine Sichtweise bzw. ein Ansatz der Softwareentwicklung, bei dem ein komplexes System als Zusammenspiel von abstrakten oder Realen Einheiten (kooperierender Objekte) betrachtet wird.
Welches Ziel verfolgt die Objektorientierung?
Die Erstellung, Weiterentwicklung und Wartung komplexer betrieblichen IT-Systemen sowie die Beherrschung ihrer Komplexität.
Warum wurde die Objektorientierung entwickelt?
Mit zunehmendem Funktionsumfang (ghohen Kosten für Wartung und Weiterentwicklung) von Softwaresystemen steigt die Anzahl der Programmcodezeilen (Lines of Code, LOC). Dadurch werden Programme immer komplexer und schwieriger zu entwickeln, zu warten und zu erweitern. Die Objektorientierung dient als Mittel zur Beherrschung dieser Komplexität.
Warum eignet sich die Objektorientierung besonders für große Softwaresysteme?
Weil sie ein komplexes System in viele kleine, eigenständige und kooperierende Objekte aufteilt. Dadurch werden Entwicklung, Wartung und Erweiterung einfacher.
Warum bezeichnet man die Objektorientierung als Sichtweise?
Weil sie vorgibt, wie ein System betrachtet und strukturiert wird: als Zusammenspiel kooperierender Objekte. Sie beschreibt also eine Denkweise und keine Programmiersprache.
Weil sie keine Programmiersprache, kein Vorgehensmodell und keine bestimmte Technologie ist, sondern eine gedankliche Herangehensweise, wie man komplexe Systeme betrachtet und strukturiert – nämlich als Zusammenspiel kooperierender Objekte. Werkzeuge und Sprachen (wie Java) können diese Sichtweise unterstützen, sind aber nicht mit ihr identisch.
Was bedeutet „Zusammenspiel kooperierender Objekte“?
Ein System besteht aus vielen Objekten, die jeweils eigene Aufgaben besitzen und über Methoden miteinander kommunizieren, um gemeinsam die Funktion des Systems zu erfüllen.
Was ist Objektorientierung nicht?
Objektorientierung ist:
keine Programmiersprache (z. B. Java),
keine Modellierungssprache (z. B. UML),
kein Betriebssystem,
keine Datenbank.
kein Programm
keine Anwendung
kein Vorgehensmodell
keine Entwicklungsmethode
keine Entwicklungsumgebung
Sie ist eine Sichtweise bzw. ein Ansatz der Softwareentwicklung.
(1) sprachbezogen: Programmiersprache, Modellierungssprache; (2) systembezogen: Betriebssystem, Programm, Anwendung, Datenbank; (3) prozessbezogen: Vorgehensmodell, Entwicklungsmethode, Entwicklungsumgebung.
Welche Technologien unterstützen die objektorientierte Sichtweise?
Objektorientierte Programmiersprachen, Modellierungsmethoden und Datenbanken.
Welchen Vorteil bietet die Zerlegung eines Systems in Objekte?
Komplexe Systeme werden übersichtlicher, leichter wartbar, einfacher erweiterbar und besser testbar.
Warum kommunizieren Objekte miteinander?
Weil jedes Objekt nur für einen bestimmten Aufgabenbereich zuständig ist und zur Erfüllung der Gesamtaufgabe mit anderen Objekten zusammenarbeiten muss.
Wie lautet der wichtigste Merksatz zur Objektorientierung?
Objektorientierung = Sichtweise auf komplexe Systeme = Zusammenspiel kooperierender Objekte.
Erklären Sie den Begriff Objektorientierung.
Objektorientierung ist eine Sichtweise bzw. ein Ansatz der Softwareentwicklung, bei dem ein komplexes System als Zusammenspiel kooperierender Objekte betrachtet wird. Ziel ist die Erstellung, Weiterentwicklung und Wartung komplexer Softwaresysteme sowie die Beherrschung ihrer Komplexität.
Welche Bedeutung hat die Objektorientierung heute?
Die Objektorientierung bildet heute die Grundlage für nahezu alle Entwicklungsprojekte betrieblicher Informationssysteme.
Übersicht über die geschichtliche Entwicklung von Programmierkonzepten
Was sind die typischen Elemente und Einsatzgebiete von Maschinencode und Assemblercode?
Maschinencode: 1en und 0en als einzige Ausdrucksmöglichkeit; heute nur noch historisch relevant, keine praktischen Einsatzgebiete mehr. Assemblercode: Prozessorbefehle und direktes Ansprechen von Speicheradressen; Einsatz bei Steuerungen für elektrotechnische Geräte (Lüftungen, Motoren, Klimaanlagen), reaktiven Systemen (Sensorsysteme) und hardwarenaher Programmierung.
Was zeichnet die Imperative Programmierung aus, und wo wird sie eingesetzt?
Typische Elemente sind WHILE, FOR, GOTO – eine Weiterentwicklung des Assemblercodes, die Schleifen und gezielte Sprünge erlaubt. Einsatz bei kleinen Programmen zur Lösung einfacher Aufgaben, meist in speziellen Programmiersprachen.
Was zeichnet die Strukturierte Programmierung aus, und wo wird sie eingesetzt?
Zentrales Element sind Prozeduren – die Strukturierung eines Programms in Prozeduren (Funktionen) und Unterprozeduren. Einsatz bei einfachen Webanwendungen und technischen Steuerkomponenten.
Was zeichnet die Objektorientierte Programmierung aus, und wo wird sie eingesetzt?
Typische Elemente sind Klassen, Objekte und Beziehungen – ein Programm besteht aus kooperierenden Objekten. Einsatz bei großen und komplexen industriellen Softwaresystemen.
Was zeichnet die Komponentenbasierte Entwicklung aus, und wo wird sie eingesetzt?
Typische Elemente sind Komponenten und Schnittstellen – Teile eines Systems werden zu einer Komponente zusammengefasst, die ganz bestimmte Aufgaben erfüllt. Einsatz zur Wiederverwendung bereits programmierter Funktionen; einzelne Komponenten sind in der Regel selbst objektorientiert programmiert.
Was zeichnet die Modellgetriebene Entwicklung aus, und wo wird sie eingesetzt?
Typische Elemente sind Modelle und Code-Generatoren – Programmcode wird mithilfe von Code-Generatoren automatisch aus Software-Modellen erzeugt. Einsatz zur Wiederverwendung und einfachen Anpassbarkeit von Querschnittsfunktionen (z. B. Login-Mechanismen); der generierte Code kann den Konzepten der Objektorientierung entsprechen.
Wie unterscheidet sich Objektorientierte Programmierung von Strukturierter Programmierung im Kernprinzip?
Bei der Strukturierten Programmierung wird ein Programm in Prozeduren/Funktionen und Unterprozeduren zerlegt (Fokus auf Funktionen/Abläufe). Bei der Objektorientierten Programmierung besteht das Programm aus kooperierenden Objekten mit Klassen und Beziehungen (Fokus auf Daten + Verhalten gekapselt in Objekten). OOP ist zudem für deutlich größere und komplexere Systeme ausgelegt als die strukturierte Programmierung.
Objektorientierung (OO) ist ein in der Softwaretechnik entwickelter Ansatz, der die Erstellung, Weiterentwicklung und Wartung komplexer betrieblicher IT-Systeme unterstützt. Sie ist eine Sichtweise, bei der ein System als Zusammenspiel von Objekten (abstrakten oder realen Einheiten) aufgefasst wird. Objektorientierung ist dabei ausdrücklich keine Programmiersprache, Modellierungssprache, kein Betriebssystem, Programm, keine Anwendung, kein Vorgehensmodell, keine Entwicklungsmethode, Entwicklungsumgebung oder Datenbank – es gibt jedoch Sprachen, Methoden und Datenbanken, die diese Sichtweise unterstützen. Ihre breite Verbreitung begann in den frühen 1990er Jahren, ausgelöst durch die hohen Kosten für Wartung und Weiterentwicklung großer IT-Systeme, deren Codeumfang (LOC) mit wachsendem Funktionsumfang stetig zunahm. Sie reiht sich geschichtlich in die Entwicklung der Programmierparadigmen ein (Maschinencode → Assemblercode → Imperative → Strukturierte → Objektorientierte → Komponentenbasierte → Modellgetriebene Entwicklung) und ist heute die Grundlage fast aller Entwicklungsprojekte für betriebliche Informationssysteme.
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