1) Welche Aussage zum Gegenstandsverständnis der Sozialpsychologie ist NICHT zutreffend oder ist sogar gar keine der Aussagen zutreffend?
(In jedem Falle ist eine Antwortalternative anzukreuzen.)
0 Eine psychologische Untersuchung wird ausschließlich dann zu einer sozialpsychologischen Untersuchung, wenn in ihr die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen von Personen durch die tatsächliche Anwesenheit anderer Personen beeinflusst werden.
0 Die Sozialpsychologie ist eine empirisch verfahrende Wissenschaft, in der gerade das Experiment als "via regia" (Königsweg) der Erkenntnis gilt.
0 In der psychologisch orientierten Sozialpsychologie wird im Vergleich zur soziologisch orientierten Sozialpsychologie gesellschaftlichen Faktoren bei der Beschreibung und Erklärung sozialer Prozesse weniger Aufmerksamkeit gewidmet.
0 Keine der obigen Alternativen ist zutreffend.
1P.
2) Nennen Sie zwei Untersuchungen der Sozialpsychologie, die heute als klassisch gelten.
2P.
Die Arbeitslosen von Marienthal (1933)
Robbers-Cave-Studie (1954)
3) Welche zwei der nachfolgend aufgeführten Personen gelten nicht als bedeutende Sozialpsychologen/Sozialpsychologinnen?
0 G. H. Mead
0 M. Mead
0 S. Ash
0 K. Lewin
0 M. Sherif
0 T. Mann
4) Welche der folgenden Aussagen ist kein Axiom des Kommunikationsmodells von Paul Watzlawick?
(gibt es auch andersrum, aber finde keine Frage dazu also lieber alle lernen)
0 Man kann nicht nicht kommunizieren.
0 Kommunikation verläuft entweder asymmetrisch oder komplementär.
0 Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.
0 Kommunikationsabläufe werden unterschiedlich strukturiert.
0 Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.
5) Nennen Sie die vier Seiten einer Nachricht, wie sie Schulz von Thun postuliert.
Sachebene
Selbstoffenbarung
Appellseite
Beziehungsseite
6) Welche zwei Aussagen zum “Lehrererwartungseffekt” sind zutreffend?
0 Der Lehrererwartungseffekt besagt, dass Schülerinnen und Schüler, von denen ihre Lehrkräfte erwarten, dass sie sich im Hinblick auf ihre Leistungen günstig entwickeln werden, vergleichsweise besser bewertet werden, obwohl sie tatsächlich keine besseren Leistungen erbringen.
0 Man unterscheidet zwischen "Golem-" und "Galathea-" Effekt.
0 Jüngere Schülerinnen und Schüler sind eher vom Lehrererwartungseffekt betroffen als ältere Schülerinnen und Schüler.
0 Wenn Lehrkräfte wissen, dass es den Lehrererwartungseffekt gibt, können sie ihn auch ohne weiteres abstellen.
7) Welche zwei Aussagen zum Modell der Kausalattribution treffen zu?
0 Misserfolgsängstliche attribuieren Erfolge vorzugsweise internal stabil.
0 Misserfolgsängstliche attribuieren Misserfolge vorzugsweise external variabel.
0 Erfolgszuversichtliche attribuieren Erfolge vorzugsweise internal stabil.
0 Erfolgszuversichtliche attribuieren Misserfolge vorzugsweise external variabel.
8) Was spricht für das Heranziehen der individuellen Bezugsnorm? Führen Sie knapp ein Argument aus!
(gibt auch Aufgabe für “was spricht dagegen”)
PRO:
Die individuelle Bezugsnorm zeigt den Lernfortschritt einer einzelnen Person. Dadurch können auch schwächere Schüler*innen Erfolg erleben, wenn sie sich im Vergleich zu früher verbessert haben.
Sie kann motivierend wirken, weil nicht der Vergleich mit anderen zählt, sondern die persönliche Leistungsentwicklung.
persönlichen Fort- oder Rückschritte sehr gut nachvollziehen.
CON:
Weicht allerdings die eigene Note stark ins Negative im Vergleich zum Klassendurchschnitt ab, könnte der Schüler dauerhaft Selbstzweifel bekommen, dass er nichts könne.
9) Was spricht für das Heranziehen der sozialen Bezugsnorm? Führen Sie knapp ein Argument aus!
Im Vergleich mit anderen Lernenden der gleichen Klassen-/Altersstufe kann man ersehen, ob der Stand dem der Gleichaltrigen entspricht und günstig für die Einschätzung der Leistung des Einzelnen in Bezug auf die gesamte Gruppe ist.
Für die Auswahlentscheidung sehr wichtig.
Maßstab für die Vergabe von Studienplätzen können herangezogen werden.
Die soziale Bezugsnorm kann demotivierend sein, besonders für schwächere Schüler*innen, weil sie trotz eigener Fortschritte weiterhin „unten“ im Klassenvergleich stehen bzw. Leistungsunterschiede bestehen.
10) Welche zwei Aussagen zu Kounins Techniken der Klassenführung sind zutreffend?
0 Hohe Allgegenwärtigkeit korrelieren positiv mit dem Mitarbeitsverhalten sowie der Rate an ausbleibendem Fehlverhalten der Schüler.
0 Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen Überlappung und der Mitarbeit der Schüler.
0 Hohe Allgegenwärtigkeit korreliert positiv mit Mitarbeitsverhalten, aber nicht mit der Rate an ausbleibendem Fehlverhalten der Schüler.
0 Es gibt keinen systematischen Zusammenhang zwischen Überlappung und der Mitarbeit der Schüler.
11) Welche zwei Aussagen zu den Paradigmen der Lehrerforschung sind zutreffend?
0 Die generelle Fragerichtung des "Persönlichkeitsparadigmas" lautet: Wie ist die Wirkung einzelner Verhaltensmuster und Fertigkeiten der Lehrenden auf eng umschriebene Indikatoren des Schülerverhaltens?
0 Methodische Zugänge des "Prozess-Produkt-Paradigmas" umfassen Beobachtungen des realen Unterrichtsgeschehens sowie experimentelle Studien.
0 Methodische Zugänge des "Expertenparadigmas" umfassen Interviews sowie die Methode des "lauten Denkens".
0 Die generelle Fragerichtung des "Expertenparadigmas" lautet: Was sind allgemeingültige Merkmale der "positiven Lehrerpersönlichkeit"?
12) Nennen Sie die vier Techniken der Klassenführung von Kounin!
Gruppenmobilisierung
Allgegenwärtigkeit und Überlappung
Reibungslosigkeit und Schwung
Abwechslung und Herausforderung
13) Welche Aussage zum Burnout bei Lehrkräften ist nicht zutreffend?
0 Als mögliche gesellschaftliche Faktoren, die Burnout begünstigen sollen, werden etwa Vereinsamung und Wertewandel genannt.
0 Burnout geht etwa einher mit einer geringeren seelischen Gesundheit.
0 Als ein protektiver Faktor gilt eine ausgeprägte Selbstwirksamkeitsüberzeugung.
0 Empirische Befunde deuten darauf hin, dass von Burnout betroffene Lehrerinnen eher zur Dehumanisierung, wogegen von Burnout betroffene Lehrer eher zu emotionaler Erschöpfung neigen.
14) Nennen Sie drei Dimensionen des Burnout-Syndroms!
1,5P.
Dehumanisierung
Emotionale Erschöpfung
Rückzug aus sozialen Gefügen
15) Kounin fand in seinen Untersuchungen, dass…
(Eine Antwort ist zutreffend)
0 ... durch Klarheit, Festigkeit und Härte gekennzeichnete Disziplinierungsmaßnahmen keine systematischen Effekt zeitigten.
0 ... durch Klarheit, Festigkeit und Härte gekennzeichnete Disziplinierungsmaßnahmen positiv mit der Leistungsentwicklung von Schülern und Schülerinnen korrelierten.
0 ... durch Klarheit, Festigkeit und Härte gekennzeichnete Disziplinierungsmaßnahmen negativ mit der Leistungsentwicklung von Schülerinnen und Schülern korrelierten.
0 ... durch Klarheit, Festigkeit und Härte gekennzeichnete Disziplinierungsmaßnahmen mit einem geringeren Fehlverhalten bei den Schülerinnen und Schülern einhergingen.
16) Welche zwei Aussagen zur sozialpsychologischen Sexismusforschung sind falsch?
0 Sexismus bezeichnet prinzipiell negative Einstellungen gegen Frauen, nicht aber gegen Männer.
0 Im "modernen Sexismus" wird aktuelle Diskriminierung geleugnet und auch eine Diskriminierung in der Vergangenheit wird nicht anerkannt.
0 Im "traditionellen Sexismus" wird der Glaube an die Minderwertigkeit des weiblichen Geschlechts gepflegt.
0 Im "modernen Sexismus" wird der Standpunkt vertreten, die Gleichberechtigung der Geschlechter sei bereits realisiert.
17) Welche zwei Aussagen zur sozialpsychologischen Rassismusforschung treffen zu?
0 Unter Rassismus versteht man die negative Einstellung gegenüber Menschen oder Bevölkerungsgruppen auf der Grundlage von (quasi-)biologischen oder ethnischen Kriterien.
0 Als "neuere Formen" des Rassismus werden "ambivalenter", "symbolischer" und "aversiver" Rassismus bezeichnet.
0 "Moderne Rassisten" leugnen die Existenz von Rassismus nicht.
0 "Moderne Rassisten" lehnen affirmative Programme zur Herstellung von Chancengleichheit nicht ab.
18) Welche zwei Aussagen zum Begriff des Konflikts bzw. zu Merkmalen des Konflikterlebens treffen zu?
0 Eine Person, die einen Konflikt erlebt, spürt in der Regel einen Druck, die konfliktträchtige Situation zu beenden.
0 Eine Person, die einen Konflikt erlebt, antizipiert in der Regel die Folgen ihrer Entscheidung nicht.
0 Ein innerer Konflikt liegt dann vor, wenn eine Person (mindestens zwei) Tendenzen erfährt, die sie entweder gleichzeitig nicht realisieren kann oder für unvereinbar hält.
0 Eine Person, die einen Konflikt erlebt, empfindet die Situation in der Regel als angenehm.
19) Welche zwei Aussagen zum Begriff der Identität sind zutreffend?
0 Unter "synchroner Identität" versteht man das Sich-Gleich-Bleiben über die Zeit hinweg.
0 Unter "diachroner Identität" versteht man das Sich-Gleich-Bleiben über Situationen hinweg.
0 Kontinuität und Kohärenz sind wesentliche Bestandteile des Begriffs der Identität.
0 Unter "diachroner Identität" versteht man das Sich-Gleich-Bleiben über die Zeit hinweg.
20) Selbstkomplexität und Wohlbefinden …
(Zwei Aussagen sind zutreffend)
0 …korrelieren positiv miteinander.
0 …korrleieren miteinander.
0 …korrelieren negativ miteinander.
0 … korrelieren nicht miteinander.
21) Welche zwei Aussagen zu den Begriffen der Aggression bzw. der antisozialen Verhaltensweisen sind zutreffend?
0 Aggressive Verhaltensweisen sind Handlungen, die darauf abzielen, einem anderen zu schaden. Folglich ist der Zahnarzt, der seinen Bohrer in den Mund seines Patienten bringt, stets aggressiv.
0 Antisoziale Verhaltensweisen sind Handlungen, die soziale Regeln in einer nicht tolerablen Weise verletzen. Dabei sind soziale Regeln und die Weite der Toleranz keinem soziokulturellen Wandel unterworfen.
0 Antisoziale Verhaltensweisen sind Handlungen, die soziale Regeln in einer nicht tolerablen Weise verletzen. Dabei kann man zwischen expliziten und impliziten Regeln unterscheiden.
0 Aggressive Verhaltensweisen sind Handlungen, die darauf abzielen, einem anderen zu schaden. Folglich ist auch der Schuss, den jemand mit Tötungsabsicht auf eine andere Person feuert, aggressiv, auch wenn die Kugel ihr Ziel verfehlt.
22) In einem allgemeinen Rahmenmodell zur Erklärung aggressiven Verhaltens kann zwischen aktual- und ontogenetischen sowie sozialen und biologischen Faktoren unterschieden werden. Welche der folgenden zwei Aussagen treffen zu?
0 Zu den ontogenetischen Faktoren zählen etwa Sozialisations- und Lernerfahrungen.
0 Zu den aktualgenetischen Faktoren zählen etwa aktuell wirksame Überzeugungen.
0 Zu den aktualgenetischen Faktoren zählen etwa generalisierte Überzeugungen.
0 Zu den sozialen Faktoren gehören etwa der Makro- (z. B. Familie) und der Mesokontext (z. B. allgemeine Wirtschaftslage).
23) Welche der folgenden zwei Aussagen zur Frustrations-Aggressions-Hypothese treffen zu?
0 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese baut auf der dualen Instinkttheorie von Konrad Lorenz auf.
0 Die späte Fassung der Frustrations-Aggressions-Hypothese ging davon aus, dass Frustration nur unter bestimmten Bedingungen zu Aggression führe.
0 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese geht davon aus, dass der Konsum medial vermittelter Gewalt kathartisch wirke.
0 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese ging in ihrer Frühfassung davon aus, dass die Blockierung von Zielen zu Frustration führe, die die Wahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens erhöhe.
Last changed10 days ago