Menschenbild
Ein Menschenbild ist eine grundlegende Vorstellung davon, was der Mensch isr, was ihn ausmacht und wie er sich in der Welt versteht.
Religiöses Menschenbild
Mensch als Geschöpf Gottes
moralische Orientierung durch Gebote
Philosophisches Menschenbild
Mensch als vernunftbegabtes Wesen mit Fähigkeit zur Selbstbestimmung
Moral entsteht durch Vernunft und Reflektion
Wissenschaftliches Menschenbild
Mensch als biologisches Wesen
Verhalten erklärt durch Gene und Gehirnprozesse
Zentrale Aspekte des Menschen
Sprache
Grundlage für Kommunikation und Kultur
Vernunft
Grundlage für logisches Denken und moralische Reflexion
Bildung
Entwicklung von Fähigkeiten mit dem Ziel der Selbstständigkeit
Erziehung
Vermittlung von Werten und Normen
Sozialisation
formt Identitätund Selbstbild
Kultur
Gesamtheit von Werten, Normen und Traditionen
Der Mensch als Mängelwesen
Mensch ist biologisch nicht perfekt angepasst
keine festen Instinkte wie Tiere und benötigt daher Kultur, Technikund Institutionen
Freiheitsbegriffe
Willensfreiheit
Kann ich meinen Willen frei bilden?
Handlungsfreiheit
Kann ich das, was ich will,auch tun?
Negative Freiheit
Freiheit als Abwesenheit von äußeren Zwängen oder Eingriffen
“Freiheit von etwas”
Positive Freiheit
Freiheit als Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung
“Freiheit zu etwas”
Determinismus
Alles Geschehen ist kausal bestimmt durch vorherige Ursachen wie aturgesetze, Gehirnzustände, Umwelt
Damit ist jede Entscheidung nur die notwendige Folge einer Ursache
Strenger Determinismus ermöglicht keine Willensfreiheit
Naturalismus
Der Mensch ist vollständig Teil der Naturordnung
Geist, Bewusstsein und Entscheidungen sind biologisch erklärbar
Moral und Entscheidungen werden auf Naturwissenschaft zurückgeführt
Libet-Experiment
Versuchsaufbau:
Probanden sollen spontan eine Bewegung machen (z.B Finger bewegen)
Sie sollen angeben wann sie den bewussten Entschluss gefasst haben
Es wird das Bereitschaftspotentiol im Gehirn gemessen
Ergebnis:
Gehirnaktivität startet vor dem bewussten Entschluss
Interpretation:
deterministische Deutung: Entscgeidung wird unbewusst im Gehirn vorbereitet, das Bewusstsein erlebt nur die Entscheidung und keinen freien Willen
Libets Position: Bewusstsein kann Entscheidung noch stoppen (Veto-Funktion)
Kritik:
Laborhandlung ist künstlich und keine echte moralische Entscheidung
Der Zeitpunkt des Willens kann schwer exakt bestimmt werden
Faktoren, die den Willen bestimmen
biologische Faktoren: Gene, Gehirnprozesse, Hormone, Triebe
psychologische Faktoren: Erfahrungen, Erziehung, Persönlichkeit, Emotionen
soziale Faktoren: Familie, Kultur, Normen, Bildung, gesellschaftlicher Druck
-> Der Wille ist nicht vollständig autonom, sondern entsteht aus vielen Ursachen
Eisbergmodell nach Sigmund Freud
Die menschliche Psyche ist nur zu einem kleinen Teil bewusst. Der größte Teilist unbewusst und beeinflusst das Verhalten stark.
Der Eisberg:
Bewusstes: alles, was wir gerade wahrnehmen und denken
Vorbewusstes: Inhalte,die leicht abrufbar sind (Erinnerungen, Wissen)
Unbewusstes: verdrängte Wünsche, Ängste und Triebe
nicht direkt zugänglich aber beeinflusst Verhalten starknohen dass wir es merken
Strukturmodell der Persöhnlichkeit nach Freud
Es
unbewusst
Lustprinzip
z.B Hunger, Aggression, Sexualtrieb
Ich
vermittelt zwischen Es, Über-Ich und Realität
trifft Entscheidungen rational
Über-Ich
verinnerlichte Normen d Werte
entsteht durch Erziehung
Schuldgefühle und Moral
-> Freud unterstützt die Idee das Willensfreiheit eingeschränkt ist
Inkompatibilismus
Willensfreiheit und Determinismus schließen sich gegenseitig aus
Wenn Determinismus wahr ist, dann gibt es keine echte Freiheit
Jede Entscheidung hat eine Ursache und wenn Ursachen vollständig bestimmen was ich tue, dann hätte ich nicht anders handeln können
Kompatibilismus
Willensfreiheit und Determinismus sind vereinbar
Eine Handlung itüst frei wenn:
sie aus dem eigenen Willen kommt
ohne äußeren Zwang erfolgt
mit eigenen Gründenund Überzeugungen übereinstimmt
Leib-Seele-Modell
Zwei-Substanz-Theorie
Leib und Seele sind zwei grundsätzlich verschiedene Substanzen
Geist und Körper sind qualitativ verschieden
Bewusstsein ist nicht auf Material reduzierbar
Interaktionsproblem: Wie kann Immaterielles (Seele) auf Materielles (Körper) wirken und umgekehrt?
Einheitslehre
Es gibt nur eine Substanz: Materie
Der Geist ist eine Funktion des Gehirns
Bewusstsein jst vollständig neurobiologisfh erklärbar
Zentrale Begriffe der Tugendethik nach Aristoteles
Höchstes Ziel
Es gibt ein oberstes Ziel aller menschlicher Handlung
Dieses Ziel ist Glück
Glück
Glück ist kein Zustand sondern eine Tätigkeit
entsteht durch dauerhaftes tugendhaftes Handeln
Glück ist abhängig von der eigenen Lebensführung
Tugend
Tugenden sind charaktefistische Eigenschaften, die gutes Handeln ermöglichen
Der Mensch ist ein Vernunftbegabtes Wesen
Vernunft ust das was ihn vom Tier unterscheidet
Klugheit
Fähigkeit, in konkreten Situationen das Richtige zu tun
Die drei besten Lebensformen nach Aristoteles
Genussleben
Vergnügen duch kurzfristige Bedürfnisbefriedigung
Nach Aristoteles nicht die beste Lebensform da…
es macht den Menschen abhängig von äußeren Reizen
kein dauerhaft erfülltes Leben
Leben der Ehre
Ziel ist Annerkennung, Ruhm und gesellschaftlicher Erfolg
besser als Genussleben, aber nicht höchstes Ziel
Leben der Erkenntnis
ziel ist Wahrheit, Wissen und Vernunft
Ist die höchste Lebensform und entspricht der höchsten menschlichen Fähigkeit (Vernunft)
Ist a, unabhängigsten von äußerrn Umständen
Seelenmodell nach Aristoteles
Die Seele ist kein getrenntes Wesen, sondern die Form des lebenden Körpers
drei Seelenteile:
Vegetative Seele:
Ernährung, Wachstum, Fortpflanzung
Sensible Seele:
Wahrnehmung, Gefühle, Bewegung
Rationale Seele (Vernunftseele):
Denken, Planen, Urteilen
Mesoteslehre
Tugend liegt immef in der Mitte zwischen zwei Extremen
Zuviel: Exzess
Mitte: Tugen
Zuwenig: Defizit
Beispiel:
Exzess: Tollkühnheit
Tugend: Mut
Defizit: Feigheit
Prinzipien des Utilitarismus
Hedonistisches Prinzip
Lust ist das höchste Gut, Schmerz das höchste Übel
Utilitätsprinzip
Handle so, dass deine Handlung den größtmöglichen Nutzen erzeugt
Konsequenzprinzip
Moralische Bewertung richtet sich nur nach den Folgen einer Handlung
Universalistisches Prinzip:
Alle Betroffenen zählen gleich viel, kein individueller Sonderstatus
“Größtes Glück der größten Zahl”
maximale Gesamzbilanz von Glück über alle Menschen
Hedonistisches Kalkül
System zur Berechnung von Nutzen
Quantitativer Utilitarismus nach Benthan
Moralisch richtig ist die Handlung,die den größten Gesamtnutzen erzeugt
Alle arten sind gleichwertig und es gubt keinen qualitativen Unterschied
quantität vor Quantität
Qualitativer Utilitarismus nach John Stuart Mill
Nicht nur die Menge des Glücks zählt, sondern auch die Art
Es gibt niedere Freuden (körperlich und höhere Freuden (geistig)
Regelutilitarismus
Nicht einzelne Handlungrn, sondern Regeln werden moralisch bewertet
Moralisch richtig ist die Handlung die einer Regel folgt, die langfristig den größten Gesamtnutzen erzeugt
Stärken des Utilitarismus
klare Entscheidungsregel
einfache Grundformel: Nutzen maximieren
Realitätsnähe
berücksichtigt reale Folgen von Handlungen
Gleichheit
alle Menschen zählen gleich viel
Flexibilität
Entscheidungen können an Situationen angepasst werden
Gesellschaftlicher Nutzen
Schadensminimierung und Allgemeinwohl
Schwächen des Utilitarismus
Problem der Messbarkeit
Glück/Leid ist schwer objektiv messbar
Rechtfertigung von Unrecht
einzelne können geopfert werdem, wenn Gesamzglück steigt
Vernachlässigung von Absichten
nur Folgen zählen
Ständiges Abwägen kaum möglich
Präferenzutilitarismus nach Singer
Moralisch richtig ist die Handlung, die die Präferenzen (Interessen/Wünsche) aller Betroffenen bestmöglich erfüllt
Menschenbild von Kant
Der Mensch ust ein vernunftbegabtes, autonomes Wesen
Er kann moralische Gesetze selbsts erkennen und sich selbst verpflichten
Pflichtethik nach Kant
Der gute Wille
allein der gute Wille ist moralisch gut, unabhängig vom Ergebnis
Handlung aus Neigung (Gefühlen oder Interessen)
-> moralisch nicht wirklich wertvoll
Handlung aus Pflicht
Handlung geschieht, weil sie moralisch gebiten ist (auch gegen eigenes Interesse)
-> moralisch Wertvoll
Moralisches Gesetz
ein allgemeingültiges, rational erkennbares Gesetz, das für alle Menschen unabhängig von der Situation gilt
Kategorischer Imperativ
Oberstes moralisches Prinzip
Würde
jeder Mensch besitzt unbedingten, nicht vergleichbaren Wert
Der kategorische Imperativ
gilt immer und überall, unabhängig von persönlichen Zielen
Universalisierungsformel
Handle nur nach derjenigen Maxime,vor der du wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz wird
Zweck-an-sich-Formel
Handle so, dass du die Menschen sowohl in deiner Person als auch in der Person jedes anderen jederzeit als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst
-> Menscgen dürfen nicht instrumentalisiert werdem
Pflichtenkollision nach Kant und Arten der Pflichten
Eine Pflichtenkollision liegt vor, wenn zwei moralische Pflichten gleichzeitig gelten, aber nicht beide erfüllt werden können
Vollkommene Pflicht
nicht lügen
nicht töten
Versprechen halten
-> unbedingt und ausnahmslos gültig
Unvollkommene Pflichten
anderen helfen
-> gelten allgemein, aber mit Spielraum
Eine Kollision entsteht, wenn zwei Pflichten gleichzeitig greifen, abef nur eine Handlung möglich ist
Kant geht davon aus, dass Pflichten nicht wirklich wiedersprüchlich sein können, ein Wiederspruch ist ein denkfehler
Stärken der Kantischen Ethik
Menschenwürde im Zentrum
Schützt Individuen stark vor Missbrauch
Gleichheit und Universalität
moralisches Gesetzgilt für alle Menschen gleichermaßen
klare moralische Orientierung
feste Prinzipien statt situativer Abwägung
Unabhängigkeit von Gefühl
Moral istrational begründet
Schwächen der Kantischen Ethik
Starrheit
strenge Regeln ohne Ausnahme
Vernachlässigung der Folgen
Konsequenzen einer Handlung sind moralisch irrelevant
Pflichtenkollision in der Praxis
theoretisch nicht möglich, praktisch aber häufig
hoher Abstraktionsgrad
nicht immer eindeutig anwendbar
Der Verantwortungsbegriff und Dimensionen
Verantwortung bedeutet, dass eine Person für ihr Handeln und dessen Folgen einstehen und Rechenschaft ablegen muss
Verantwortungssubjekt
Wer trägt Verantwortung?
Die handelnde Person oder Gruppe
Verantwortungsobjekt
Wofür trägt man Verantwortung?
das, woraufsich die Verantwortung bezieht
Verantwortungsinstanz
Wovor muss man sich verantworten?
Verantwortungsmaßstab
Nach welchem Maßstäben?
Kollektive Verantwortung
Kollektive Verantwortung bedeutet, dass eine Gruppe von Menscgen gemeinsam Verantwortung für Handlungen oder deren Folgen trägt
Institutionelle Verantwortung
Institutionelle Verantwortung bedeutet, dass Organisationen oder Institutionen Verantwortung für ihr Handeln und ihre Entscheidungen tragen
Verantwortung nach Hans Jonas
Hans Jonas Verantwortungsethik ist eine Antwort auf die modernen Möglichkeiten von Technik und Wissenschaft
Moderne Technik hat enorme Macht
Handlungen können heute weltweite und langfristige Folgen haben
Der Mensch trägt Verantwortung für die Zukunft und kommende Generationen
Verantwortungsbegriff wird erweitert und gilt auch gegenüberm
zukünftigen Generationen
der Natur
der Umwelt
der gesamten Menschheit
Der ökologische Imperativ von Hans Jonas
Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung mit der dauerhaften Existenz echten menschlichen Lebens auf der Erde vereinbar sind
Bedeutung:
Handlungen müssen nachhaltig sein
Die natürlichen Lebensgrundlagen dürfen nicht zerstört werden
Verantwortung gilt auch für Menschen, die noch nicht geboren sind
Heurist8k der Furch Hans Jonas
Bei neuen Technologien sollen wir uns zuerst fragen, welches schlimmste Senario könnte eintreten?
Wenn eine Handlung möglicherweise katastrophale und irreversible Folgen hat, sollte man besonders vorsichtig sein
Ziel:
Risiken früh erkennen
irreversible Schäden vermeiden
Vorsorge statt Nachsorge
Kritik an Hans Jonas
Stärken:
berücksichtigt langfristigemFolgen
Schützt Umwelt und zukünftige Generationen
passt gut zu aktuellen Problemen (Klimawandel, KI, Gentechnik)
Schwächen:
kann technischen Fortschritt stark bremsen
schlimmste Szenarien sind oft schwer vorhersehbar
Gefahr übertriebener Vorsicht
Naturethik und naturethnische Positionen
Zentrale Frage:
Welchen moralischen Wert hat dich Natur und wem gegenüber haben wir Verantwortung
Anthropozentrismus
Nur der Mensch besitzt einen Eigenwert
Natur, Tier und Pflanzen haben keinen eigenen moralischen Wert, sondern nur einen Nutzwert für den Menschen
-> Naturschutz ist wichtig, weil er dem Menschen nützt
-> Der Mensch steht im Mittelpunkt
Pathozentrismus
Moralisch relevant sind alle leidensfähigen Wesen
Tiere müssen moralisch berücksichtigt werden
Pflanzen zählen nicht, da sie nach dieser Position nicht leidensfähig sind
Biozentrismus
Alles Leben besitzt einen Eigenwert
Mensch, Tier und Pflanzen sind moralisch schützenswert
Kein grundsätzliches Überordnungsverhältnis des Menschen
Holismus (Ökozentrismus)
Moralisch wervoll ist die Natur als Ganzes
Im Mittelpunkt stehen:
Ökosysteme
Arten
Lebensgemeinschaften
Biodiversität
Die gesamtheit des ökologischen Gleichgewichts muss erhalten werden
-> Das große ganze ist wichtiger als das einzelne Lebewesen
Formen der Sterbehilfe
passive Sterbehilfe
Verzicht auf oder Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen
Der Tod wird zugelassen, nicht aktiv herbeigeführt
In Deutschland erlaubt
Indirekte Sterbehilfe
Gabe schmerzlindernder Medikamente, obwohl diese als Nebenwirkung das Leben verkürzen können
Leid soll gelindert werden, nicht der Tod herbeigeführt werden
Assistierter Suizid
Eine Person erhält Hilfe bei der Selbsttötung
Die letzte Handlung führt die betroffene Person selbst aus
In Deutschland nur sehr eingeschränkt erlaubt
Aktive Sterbehilfe
Der Tod wird geziehlt durch eine andere Person herbeigeführt
In Deutschland verboten
In den Niederlanden und Kanada eingeschränkt erlaubt
Grundproblem und Wertekonflikt bei Sterbehilfe
Sterbehilfe bewegt sich im Spannungsfeld zwischen:
Selbstbestimmung
Schutz des Lebens
Menschenwürde
Fürsorge und Leidenyminderung
Wertekonflikt:
Leben schützen vs. Selbstbestimmung
pro Lebensschutz:
menschliches Leben ist unantastbar (Kant)
niemand darf aktiv töten
pro Selbstbestimmung:
jeder Mensch soll über sein eigenes Lebensende entscheiden dürfen
Leid vermeiden vs. Leben erhalten
Leid soll gelindert werden
gleichzeitig soll Leben geschützt werden
Fürsorge vs. Autonomie
Ärzte sollen helfen und Leben schützen
Gleichzeitig muss der Wille des Patienten respektiert werden
Ethnische Einordnung von Sterbehilfe
Kant:
menschliches Leben besitzt unantastbare Würde
Selbsttötung und aktive Tötung werden grundsätzlich abgelehnt
Utilitarismus:
bewertet die Folgen
Leidensminderung kann Sterbehilfe rechtfertigen, wenn dadurch das Gesamtleidnsink
Hans Jonas:
betont die Verantwortung für das menschliche Leben
eher zurückhaltend gegenüber Eingriffen, die Leben geziehlt beenden
Moralischer Status von Föten und Embryonen
Der moralische status entscheidet darüber, ob und welche Rechte Embryonen und Föten haben
Voller moralischer Status ab der Befruchtung
Mit der Befruchtung beginnt menschliches Leben
Embryonen besitzten von Anfang an Menschenwürde und Lebensrecht
Argumente:
kontinuierliche Entwicklung ohne klaren Einschnitt
Schutz der Menschenwürde
Potential, sich zu einem Menschen zu entwickeln
Moralischer Status entwickelt sich stufenweise
Der Schutz nimmt mit der Entwicklung zu
Ein früher Embryo besitzt weniger moralischen Status als ein Fötus oder ein geborenes Kind
Durch Entwicklung des Nervensystems oder Lebensfähugkeit außerhalb der Mutter
Moralischer Status erst durch bestimmte Fähigkeiten
Moralischer Status hängt von Eigenschaften wie Bewusstsein, Leidensfähigkeit oder Selbstbewusstsein ab
Wertekonflikte von Abtreibung
Lebensschutz vs. Selbstbestimmung
Individuelle Freiheit vs. Verantwortung
persöhnliche Lebensplanung vs. Verantwortung gegenüber dem ungeborenen Leben
Dammbruchargument
Eine zunächst kleine Handlung kann eine Kette von Entwicklungen auslösen, die schließlich zu unerwünschten oder gefährlichen Folgen führt
Erster Schritt wird erlaubt
Grenzen verschieben sich immer weiter
Am Ende entsteht ein nicht mehr kontrollierbarer Zustand
Der Damm bricht
Syllogismus
Ein Syllogismus ist ein logischer Schluss aus zwei Prämissen und einer Schlussfolgerung
Obersatz (allgemeine Regel)
Alle Menschen haben Würde
Untersatz (Einzelfall)
Anna ist ein Mensch
Schlussfolgerung
Anna hat Würde
Naturrecht und positives Recht
Naturrecht
Recht ist überstaatlich und gilt unabhängig von Gesetzen
Es beruht auf:
Gerechtigkeit
Natur des Menschen
Merkmale:
universell gültig
unveräußerlich
Maßstab zur Beurteilung staatlicher Gesetze
Beispiel: Menschenrechte gelten auch dann, wenn ein Staat sie verletzt
Positives Recht
Recht, das vom Staat gesetzt wird
Es gilt, weil es durch Gesetzgebungsverfahren beschlossen wurde
zeitlich und räumlich veränderbar
durch Gerichte durchgesetzt
kann gerecht oder ungerecht sein
Legalität vs. Legitimität
Legalität:
Eine Handlung oder ein Gesetz ist gesetzlich erlaubt
Legitimität:
Eine Handlung oder ein Gesetz ist moralisch gerechtfertigt
-> Ein Gesetz kann legal und legitim sein
ß> Ein Gesetz kann auch legal, aber nicht legitim sein
Radbruchsche Formel
Nach dem Nationalsozialismus stellte sich die Frage:
Muss man auch offensichtlich ungerechte Gesetze befolgen?
Grundsätzlich gilt, Rechtssicherheit ist wichtig
Aber Extrem ungerechtesnRecht ist kein Recht
Wenn ein Gesetz die Gerechtigkeit oder die Menschenwürde in unerträgliche Weise verletzt, verliert es seinen Rechtscharakter
Ziviler Ungehirsam
Bewusster, öffentlicher und gewaltfreier Verstoß gegen ein Gesetz, um auf ein als ungerecht empfundenes Gesetz oder einen Missstand aufmerksam zu machen
Rechtfertigung:
Beführworter:
Schutz höherer moralischer Werte
Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenrechte
Kritiker:
Gefahf der Missachtung des Rechtstaats
Gesetze verlieren an Verbindlichkeig
Begriff der Gerechtigkeit
Gefechtigkeit bedeutet die faire, angemessene und begründbare Verteilung von Recht, Pflichten, Chancen und Gütern sowie die gleiche Achtung aller Menschen
distributive Gerechtigkeit (Verteilungsgerechtifkeit)
Gerechte Verteilung von:
Geld
Ressourcen
Bildungschancen
gesellschaftlichen Gütern
kommutative Gerechtigkeit (Leistungsgerechtigkeit)
Gerechte Behandlung in Austauschverhältnissen wie Arbeitslohn, Kauf und Verkauf
Rechtliche Gerechtigkeit
Gerechte Anwendung von Gesetzen auf alle Menschen gleich
Gleichheit vondem Gesetz
Soziale Gerechtigkeit
Ausgleich sozialer Ungleichheiten in der Gesellschaft
faire Startbedingungen
Schutz von Benachteiligten
Absolute und telative Straftheorie
Absolute Straftheorien
Es wird bestraft, weil Unrecht geschehen ist
Ziel ist das Gerechtigkeit hergestellt wird
Relative Straftheorie
Es wird bestraft, damit künftig weniger Unrecht geschieht
Ziel ist Schutz der Gesellschaft und Vermeidung zukünftigef Straftaten
Verteilungsgerechtigkeit (distrubutive Gerechtigkeit) und Gerechtigkeitsformeln
Wie sollen Güter, Chancen, Rechte und Laste in einer Gesellschaft verteilt werden?
Jedam das Gleiche (Gleichheitsprinzip)
Jedem nach seinen Fähigkeiten
Jedem nach seiner Leistung
Jedem nach seinen Bedürfnissen
Jedem nach seinem Status
Egalitäre Verteilungsgerechtigkeit nach John Rawls
Gerecht ist eine Verteilung, wennsie unter fairen Bedingungen zustande kommt und allen gleiche Grundfreibeiten sichert
Gedankenexperiment: Schleier des Nichtwissens
-> Alle wählen Regeln so, dass sie auch im schlechtesten Fall akzeptabel sind
-> niemand kann sich Vorteiel erschleichen
Gleichheitsprinzip:
Alle Menschen haben Anspruch auf gleiche Grundfreiheit und gleiche Rechte
Differenzprinzip:
Ungleichheiten sind nur dann gerecht, wenn sie den am schlechtesten Gestellten zugutekommen
Stärken der Rawls-Theorie
Fairness durch Unparteilichkeit
Schleier des Nichtwissens vergindert Eigennutz
Schutz der Schwächsten
Fokus auf Benachteiligte
Verbindung von Freiheit und Gerechtigkeit
Grundfreiheiten sind unveräußerlich
hohe praktische Relevanz
Einfluss auf moderne Sozialstaaten
Schwächen der Rawls-Tbeorie
unrealisrisches Gedankenexperiment
Menschen handeln selten ohne Wissen über sich selbst
Konflikt mit Leistungsgerechtigkeit
starke Leistungsunterschiede werden begrenzt
schwierige Umsetzung
unklar wann genau die Schwächsten profitieren
Fokus auf Verteilung
Verantwortung und individuelle Freiheit wird nicht berücksichtigt
Libertäre Verteilungsgerechtigkeit nach Robert Nozick
Gerecht ist eine Verteilung, wenn sie durch freie Entstehungen und legitime Eigentumsübertragungen entstanden ist
Freiheit vor Gleichheit
Eingriffe des Staates in das Eigentum gelten als unrecht
Minimalstaat/Nachfwächterstaat:
Der Staat darf nur:
Eigentum schützen
Verträge durchsetzen
Sicherheif garantieren
Gerecht Verteilung durch:
gerechte Aneignung
Ein Gut darferst als Eigentum werden, wennniemand dadurch geschädigt wird und genug “für andere übrig bkeibt”
gerechter Erwerb
Eigentum ist gerecht, wenn es durch freuwilligen Tausch, Arbeit und Schenkzng entsteht
Gerechte Übertragung
Eigentum wird durch freiwillige Zustimmung weitergegeben
Stärken von Noziks Theorie
hoher Freiheitsschutz
schützt individuelle Rechte konsequent
klare Eigentumslogik
einfache Prinzipien wie Erwerb, Tausch und Übertragung
geringe Staatsmacht
schützt vor staatlichen Machtmissbrauch
Verantwortung des Individuums
jeder ist selbst für seinen Besit verantwortlich
Scgwächen von Noziks Theorie
extreme Ungleichheit
keine soziale Korrektur
ignoriert soziale Gerechtigkeit
Bedürftigkeit spielt keine Rolle
unrealistische Ausgangsbedingungen
gerechte Aneignung schwer überprüfbar
schlechter Schutz sozial Schwacher
keine Pflicht zur Umverteilung
Marthe Nussbaum Capability Approach
Was brauchf ein Mensch, um ein gutes und würdiges Leben führen zu können
Functiongs
das, was ein Mensch tatsächlich tut oder erreicht (z.B. gesund leben, gebildet sein)
Capabilities
die realen Möglichkeiten, Functions zu erreichen (z.B. Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung)
Ein gerechtes System sorgt dafür, dass alle Menschen ein Minimum an zentralen Fähigkeiten erreichen können
körperliche Gesundheit
politische Teilhabe
soziale Anerkennung
Schutz vir Gewalt
Pluralismus
Das gleichzeitige Bestehen vieler unterscgiedlicher Weltanschauungen, Religionen und Werte
-> In modernen Gesellschaften gibt es keine eingeitliche Wahrheit oder Lebensform sondern Vielfalt
Probleme:
Konflikte zwischen Werten
Orientierungslosigkeit
Spannungen in der Gesellschaft
Toleranz
Toleranz bedeutet das Ertragen und Anerkennen von Meinungen oder Lebensweisen, die man selbst ablehnt
negative Toleranz
etwas wird geduldet ohne aktive Zustimmung
positive Toleranz
aktive Anerkennung und Respekt als auch Förderung von Vielfalt
Ethischer Univeralismus
Es gibt allgemeingültige moralische Prinzipien, die für alle Menschen überall und jederzeit gelten
Verbot von Folter
Gleichheit aller Menschen
Menschenrechte
Ethischer Relativismus
Moralische Werte sind Kultur- oder gesellschaftsabhängig
-> Es gibt keine objektive, allgemeingültige Moral
Begründung der Menschenrechte
Naturrechtliche Begründung
Menschenrechte gelten von Natur aus, unabhängig von Staaten oder Gesetzen
Vernunftbegründung (Kant)
Menschenrechte ergeben sich aus der Vernunft und Würde des Menschen
-> Menschen dürfen niemals bloß als Mittel benutzt werden
Vertragstheoretische Begründung
Menschenrechte entstehen durch einen gedanklichen Gesellschaftsvertrag
Moralischer Universalismus
Menschenrechte gelten, weil es universelle moralische Prinzipien gibt. Unabhängig von Kultur oder Religion
Funktion der Menschenrechte
Schutz vor staatlicher Willkür
Grundlage für Gerechtigkeit
Maßstab für Recht und Politik
Fundamentalismus
Fundamentalismus bezeichnet eine Haltung, bei der eine religiöse oder weltanschauliche Lehre als unveränderliche, absolute Wahrheit verstanden wird.
Absolutheitsanspruch
Wörtliche Auslegung (von z.B. religiösen Texten)
Intoleranz gegenüber Pluralismus
Ablehnung moderner Kritik
klare Schwart-weiß-Denkmuster
Last changed14 days ago