Beschreibe einen ANORGANISCHEN Unternehmenszusammenschluss, gib einen Grund dafür an und führe ein Beispiel an.
Beschreibung: Zwei oder mehrere Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen schließen sich zusammen.
Grund: Risikostreuung – Risiken der eigenen Branche sollen durch die Beteiligung an anderen Branchen aufgefangen werden.
Die Industrie GmbH steht vor dem Zusammenschluss mit der Maschinenbau GmbH (horizontaler Zusammenschluss). Die Mitarbeiter befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Wie wirkt sich der Zusammenschluss auf den Funktionsbereich PRODUKTION aus? (je ein Argument)
Kostensenkungen durch Nutzung von Synergieeffekten.
Besseres Know-how – das Wissen beider Firmen wird gebündelt.
Bessere Wettbewerbsposition, weil mehr Ressourcen zur Verfügung stehen.
Gemeinsame Forschung und Entwicklung – dadurch schnelle, kundenorientierte Produktion möglich.
Wie wirkt sich der Zusammenschluss auf den Funktionsbereich ABSATZ aus? (je ein Argument)
Größeres Absatzvolumen führt zu höherem Marktanteil und damit zu besserer Wettbewerbsposition.
Risikostreuung durch größere Sortimentsbreite.
Höheres Marketingbudget eröffnet zusätzliche Absatzmöglichkeiten.
Belegschaft der Industrie GmbH wurde über bevorstehende Umwandlung in eine Aktiengesellschaft informiert.
Geben Sie drei Kriterien an, anhand derer die verschiedenen Rechtsformen von Unternehmungen zu unterscheiden sind.
Z. B.: Geschäftsführungsbefugnis, Außenvertretungsrecht, Stimmrecht bei Gesellschafterversammlung, Gewinnverteilung, Haftungsumfang, Mindestgründungskapital (3 davon nennen).
Beschreiben Sie deren Ausgestaltung bei einer Aktiengesellschaft und einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
AG: Geschäftsführung = Vorstand; Stimmrecht nach Anteil am Grundkapital; Gesellschaft haftet mit Gesellschaftsvermögen, Aktionär haftet mit Nennwert seiner Aktien; Mindestkapital 50.000 €.
GmbH: Geschäftsführung = Geschäftsführer; Stimmrecht nach Anteil am Stammkapital; GmbH haftet mit Gesellschaftsvermögen, Gesellschafter haftet mit Kapitaleinlage (Teilhaftung); Mindestkapital 25.000 €.
🧠 Merkkette: AG=Vorstand-Grundkapital-50.000€ / GmbH=Geschäftsführer-Stammkapital-25.000€
Nennen Sie die Organe einer AG.
Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung.
Unternehmen ist als Einliniensystem aufgebaut: Unternehmensleitung → Beschaffung, Produktion; Qualitätssicherung als Stabsstelle neben der Produktion.
Grenzen Sie die Kompetenz der Stabsstelle Qualitätssicherung von der Instanz Produktion ab.
Die Stabsstelle Qualitätssicherung hat nur beratende Funktion, kein Entscheidungsrecht. Entscheidungen trifft die Instanz (Produktionsleitung).
Geben Sie zwei Beispiele für die Aufgabenbereiche der Stabsstelle Qualitätssicherung an.
Z. B.: Einhaltung betriebsinterner Normen, Prozesssicherung (auch: Messmittelüberwachung).
Beschreiben Sie zwei Vorteile und einen Nachteil dieser Stablinienorganisation,.
Vorteile z. B.: klare Kompetenzabgrenzung wie im Einliniensystem; Alleinentscheid sichert einheitliche Zielrichtung; Entlastung der Leitungsinstanzen; Nutzung von Expertenwissen.
Nachteil z. B.: Gefahr der Manipulation von Instanzen, lange Entscheidungswege, hierarchisches Denken, Bürokratisierung, kostenintensiv.
Die Industrie GmbH denkt wegen wachsendem Kapitalbedarf über die Gründung einer AG nach.
13 P
a) Geben Sie das Mindestgründungskapital einer AG an.
b) Erläutern Sie den Unterschied zwischen „Nennwert“ und „Kurswert“ einer Aktie.
c) Beschreiben Sie jeweils zwei Aufgaben der Organe einer AG.
d) Nennen Sie zwei Rechte des Aktionärs aus seiner Aktie.
A) 50.000
B) Nennwert
– Anteil am Grundkapital, den die Aktie beinhaltet.
Kurswert
– Tagespreis einer Aktie an der Aktienbörse.
C)
●Vorstand
•Geschäftsführungsbefugnis
•Außenvertretungsrecht
●Aufsichtsrat
•setzt den Vorstand ein
•überwacht die Geschäftsführung. (Kontrollorgan)
●Hauptversammlung
•Aktionäre stimmen u. a. über. Entlastung des Vorstands ab
•beschließt Satzungsänderungen / Dividendenausschüttung
D)
• Stimmrecht bei der Hauptversammlung
•Stimmrecht bei der Wahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat
•(weiteres: Recht auf Gewinnanteil, falls Gewinn ausgeschüttet wird)
Die Industrie GmbH wechselt von einer Einlinien- zu einer Spartenorganisation.
a) Beschreiben Sie zwei mögliche Gründe für diesen Wechsel des Organisationssystems.
b) Beschreiben Sie drei Probleme, die durch diesen Wechsel des Organisationssystems auftreten könnten.
A)
•Mehrere Produkte/Produktgruppen im Portfolio → Fokussierung soll mehr Marktnähe und Kundenorientierung bringen
•Produkte erfordern produktbezogene Spezialkenntnisse (Einkauf/Produktion) → Trennung in Sparten erhöht Effektivität
B)
•Umstellung ist zeit- und kostenintensiv, neue Stellenbeschreibungen + Qualifizierungsbedarf
•Mehr Führungsstellen nötig → dauerhaft höhere Kosten
•Informations-/Erfahrungsaustausch zwischen Sparten kommt zu kurz
Die Industrie GmbH plant im Zweigwerk Polen die Einführung der Akkordentlohnung.
a) Beschreiben Sie drei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit Akkordarbeit im Unternehmen eingeführt werden kann. (6 P)
b) Nennen Sie je zwei Vor- und Nachteile des Akkordlohns.
•Genügend vom Mitarbeiter beeinflussbare Zeiten müssen vorliegen
•Arbeitnehmer muss hinreichend geübt und eingearbeitet sein
•Materialfluss muss gesichert sein
Vorteile
•höhere Produktivität des Betriebes
•bessere Kalkulationsgrundlage für Fertigungslohnkosten (konstant)
Nachteile
•höhere Mengenleistung bringt oft Qualitätsprobleme mit sich
•körperliche Überanstrengung, Gesundheitsschäden, mehr Arbeitsunfälle
Erklären Sie den Unterschied zwischen kurz- und langfristiger Preisuntergrenze.
Kurzfristige Preisuntergrenze
– Preis muss mindestens die variablen Stückkosten abdecken: p ≥ kv
Langfristige Preisuntergrenze
– Preis muss die vollen Stückkosten abdecken: p ≥ k
Die Industrie GmbH will die Fertigung von Gussteilen nach China verlagern und dafür ein Joint Venture mit einem chinesischen Unternehmen gründen.
a) Erklären Sie, was unter einem Joint Venture zu verstehen ist.
b) Beschreiben Sie drei Vorteile, die sich für die Industrie GmbH aus dieser geplanten Partnerschaft ergeben können.
c) Stellen Sie zwei Nachteile dar, die für die Industrie GmbH aus dem Joint Venture entstehen können.
A) Unternehmenskooperation zwischen zwei oder mehreren Partnern, die rechtlich und wirtschaftlich unabhängig bleiben. Es wird ein gemeinsames Unternehmen gegründet, in dem Führungsverantwortung und finanzielles Risiko gemeinsam getragen werden – Ziel: ein gemeinsames Vorhaben umsetzen.
mehr Kapital verfügbar → erleichtert Investition, stärkt Kreditwürdigkeit
Kosten und Risiken werden auf beide Partner verteilt
Marktzugang (hier: China) oft nur über einen lokalen Partner möglich
(weitere: gemeinsame Nutzung von Know-how, Kunden-/Lieferantenkontakten)
Abhängigkeit vom Partner → weniger wirtschaftliche Selbstständigkeit
Erfolge müssen geteilt werden
(weiteres: zusätzliche Risiken durch andere Kultur/Währung)
Als Industriemeister werden Sie in die Kapazitätsplanung der Produktion einbezogen.
a) Erläutern Sie den Begriff Kapazität und geben Sie an, wodurch die Kapazität bestimmt wird.
b) Unterscheiden Sie zwischen quantitativer und qualitativer Kapazität.
c) Geben Sie jeweils zwei kurz- und mittelfristige Kapazitätsanpassungsmaßnahmen an, die zu einer Erhöhung des Kapazitätsbestandes führen.
Kapazität = das technische Leistungspotential einer Periode. Bestimmt wird sie durch den Bestand an Produktionsfaktoren: Material, Betriebsmittel, Arbeitskräfte.
Quantitativ
– Anzahl herstellbarer Leistungseinheiten (Zeiten, Mengen oder Werte je Betriebsmittel/Mensch).
Qualitativ
– Art und Güte der produzierten Leistung.
Kurzfristig
– Mehrarbeit, Zusatzschichten
Mittelfristig
– Personaleinstellungen, Kauf neuer Produktionsanlagen
Der Industrie GmbH liegt ein Angebot vor, ein Unternehmen aus der gleichen Branche mit Sitz in Polen zu übernehmen.
a)
Erläutern Sie vier Gründe, die dafür sprechen, dass die Industrie GmbH das Unternehmen mit Sitz in Polen übernimmt.
b)
Beschreiben Sie vier Risiken, die mit dieser Übernahme verbunden sein können.
•Kostenvorteile durch größere Bestellmengen (Mengenrabatt)
•Austausch von Know-how → Steigerung Wettbewerbsfähigkeit
•Erschließung neuer Märkte in Polen (Kontakte nutzen)
•Risikostreuung für beide Unternehmen
Unterschiedliche Standards/Qualitätsanforderungen → Qualitätseinbußen, Absatzrückgang, Imageverlust
Währungsrisiken durch die Investitionen
Unterschiedliche gesetzliche Vorgaben → Rechtsstreitigkeiten
Unterschiedliche
Materialdisposition wendet u. a. die deterministische Bedarfsermittlung an.
Beschreiben Sie die Methode der deterministischen Bedarfsermittlung und geben Sie zwei typische Einsatzbereiche dieser Methode an.
Beschreiben Sie einen Vorteil dieser Methode.
c)
Begründen Sie anhand eines Beispiels, warum eine Bedarfsermittlung durch Schätzen sinnvoll sein kann.
Bestimmt exakt den Materialbedarf nach Menge und Termin – bedarfsgesteuert, Basis meist ein konkreter Kundenauftrag.
Einsatzbereiche (2 nennen):
Einzelfertigung (z. B. Sondermaschinenbau, Flugzeugbau)
Baustellenfertigung (z. B. Brückenbau, Hausbau)
Serienfertigung (z. B. A-Güter wie Motoren)
B
Keine bzw. nur sehr geringe Sicherheitsbestände nötig → Einsparung von Lagerkosten, insb. Kapitalbindungskosten.
Z. B. (1 nennen):
Produktionsanlauf neuer Produkte – keine verlässlichen Erfahrungswerte
Datenbasis für stochastische Bedarfsermittlung zu gering
geringwertige Güter – Schätzen ist oft die wirtschaftlichste Methode
Standort Deutschland: Reihenfertigung. Neuer Standort Polen: Umstellung auf Fließbandfertigung wird diskutiert.
Erläutern Sie den Unterschied zwischen Reihenfertigung und Fließbandfertigung.
Stellen Sie fünf Vorteile der Fließbandfertigung dar.
Führen Sie drei Nachteile der Fließbandfertigung auf.
Reihenfertigung: arbeitsgangorientierte Anordnung der Betriebsmittel, mit Puffer/Zwischenlager, ohne Zeitvorgabe.
Fließbandfertigung: arbeitsgangorientierte Anordnung, Arbeitsschritte getaktet.
•hohe Produktivität
•hohe Fertigungsroutine der Beschäftigten
•kurze Anlernzeit der Beschäftigten
•kurze Durchlaufzeiten der Werkstücke
•geringe Kapitalbindungskosten (durch kurze Durchlaufzeiten)
•monotone Arbeit → hohe physische Belastung der Beschäftigten
•hohe Investitionskosten
•geringe Flexibilität bei Umstellung der Produktion auf andere Produkte
Hohe tarifliche Lohnabschlüsse; u. a. wurde die Inflationsausgleichsprämie gewährt.
Beschreiben Sie einen Vorteil, der sich durch die Gewährung der Inflationsausgleichsprämie für das Unternehmen ergeben hat.
Beschreiben Sie drei Konsequenzen steigender Kosten der Entlohnung durch die Gewährung einer Inflationsausgleichsprämie.
Z. B.
•Fachkräftemangel konnte bekämpft werden
•steuer- und abgabenfrei (Sozialversicherung)
•Mitarbeiterbindung
•höhere Gesamtkosten → Gewinn sinkt, ggf. Preiserhöhung nötig (wenn Kunden bereit sind zu zahlen)
•Personalabbau möglich (verstärkte Automatisierung)
•Verlagerung ins personalkostengünstigere Ausland
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