telos ist ein Zentralbegriff des Konsequentialismus. Wahr oder Falsch?
Falsch, der Tugendethik
Wer sind zwei Vertreter des klassischen Konsequentialismus
Bentham und Mill
Ist Benthams Ansatz qualitativ oder quantitativ?
quantitativ
Von wem ist das utilitaristische Kalkül?
Bentham; Das Ziel dieses Verfahrens ist der Nutzensummenutilitarismus: Geboten ist genau die Handlung, die die höchste erwartete Nutzensumme – also die maximale Lustbilanz, abzüglich aller Schmerzen – aufweist
Was ist die zentrale Leitidee des Konsequentialismus?
Bei der moralischen Bewertung einer Handlung kommt es ausschließlich auf deren Folgen an
Wer prägte den Begriff „Konsequentialismus“ und wann?
G. E. M. Anscombe prägte den Begriff im Jahr 1958 in ihrem Aufsatz Modern Moral Philosophy.
Wie unterscheiden sich die Begriffe „teleologisch“ und „konsequentialistisch“?
Sie werden oft austauschbar verwendet, aber telos ist eigentlich ein Zentralbegriff der Tugendethik (naturgegebenes Ziel einer Sache).
Welche drei Kriterien bestimmen in der klassischen Antwort, welche Folgen zu berücksichtigen sind?
Alle Folgen, die die Person hätte voraussehen können und müssen.
Folgen für alle (potentiell) betroffenen Personen.
Alle erwartbaren Folgen, unabhängig davon, ob sie beabsichtigt sind oder nicht
Welche zwei Leitfragen stellt der Konsequentialismus?
Welche Handlungen sind geboten? (Handlungsfrage).
Anhand welcher Maßstäbe wird die Qualität von Folgen bewertet? (Axiologische Frage)
Was versteht man unter „Axiologie“?
Die Frage nach den richtigen Wertmaßstäben zur Bewertung von Folgen
Was ist der Unterschied zwischen monistischen und pluralistischen Axiologien?
Monistische Ansätze kennen nur einen Wert (z.B. Lust), pluralistische Ansätze erkennen mehrere Werte an
Warum gilt der Utilitarismus als „radikale“ Form des Konsequentialismus?
Weil er ein striktes Maximierungsgebot (bestmögliche Folgen) mit einer rein monistischen Axiologie (nur Lust/Freude zählt) kombiniert.
Nennen Sie Beispiele für pluralistische (nicht-utilitaristische) Konsequentialismen.
Umweltethik: Werte wie das Leben an sich (Schweitzer), Natürlichkeit oder Mannigfaltigkeit.
Wertethik (Nicolai Hartmann): Werte wie Demut, Fernstenliebe oder ästhetische Werte
Was ist der Unterschied zum Utilitarismus und nicht Utilitarismus?
Während der Utilitarismus radikal fordert: „Maximiere (Maximierungsgebot) allein die Lust (monistische Axiologie)“, erlauben diese nicht-utilitaristischen Varianten entweder mehrere Werte gleichzeitig zu verfolgen oder sich mit einer hinreichend guten Lösung zufrieden zu geben
Was besagt der „Satisficing Consequentialism“? Nicht Utilitarismus
Er verzichtet auf das Maximierungsgebot; es reicht aus, eine Option zu wählen, deren Folgen „hinreichend gut“ sind.
Welche Wertmaßstäbe gibt es im klassischen Utilitarismus?
Lust und Freude
Welche Probleme ergeben sich beim Satisficing Consequentialism?
Man muss Schwellenwerte festlegen (was ist „gut genug“?) und Gründe identifizieren, warum man die absolut beste Option verfehlen darf (z.B. individuelle Freiheit oder Zumutbarkeit).
Was ist das Kernziel des klassischen Utilitarismus?
„Das größte Glück der größten Zahl“.
Wie lautet das Gleichheitsprinzip im Utilitarismus?
„Jeder zählt für einen – und niemand für mehr als einen“; gleich starke Lust zählt also gleich viel, egal wer sie empfindet.
Welche zwei Grundwerte werden unter dem Begriff „Nutzen“ (utility) zusammengefasst?
pleasure (Lust, Freude, Glück) und pain (Schmerz, Leid, Unglück).
Welche zwei Arten des Hedonismus vertritt Bentham?
Motivationaler Hedonismus: Lust und Schmerz sind die einzigen Antriebe menschlichen Handelns.
Normativer Hedonismus: Lust und Schmerz sind die einzigen Maßstäbe für moralische Richtigkeit
Sind motivationaler und normativer Hedonismus voneinander abhängig?
Nein, sie sind voneinander unabhängig; man kann den einen ablehnen und den anderen befürworten
Viele Utilitaristen lehnen den Motivationalen Hedonismus ab.
Wahr oder Falsch?
Wahr
Was bedeutet Benthams „rein quantitativer“ Ansatz?
Lust und Schmerz liegen auf einer Skala; bei gleicher Quantität ist ein einfaches Kinderspiel (pushpin) moralisch genauso wertvoll wie Dichtkunst (poetry)
Was sind die „Sanktionen der Moral“ bei Bentham?
Es sind Faktoren, die den Kalkül einer Person beeinflussen können: physische, politische, moralische und religiöse Sanktionen.
Wie funktioniert der utilitaristische Kalkül schrittweise?
Betroffene identifizieren.
Alle Freuden/Leiden für die am stärksten betroffene Person erfassen.
Werte bestimmen (nach Dauer, Intensität etc.) und Summe bilden.
Diesen Vorgang für alle anderen Betroffenen wiederholen.
Gewichtete Bilanz ziehen für ein Gesamturteil
Wozu dient das utilitaristische Kalkül nach Bentham?
Der utilitaristische Kalkül nach Jeremy Bentham dient dazu, den hedonischen Gesamtwert einer Handlung zu ermitteln, indem die Summe aller lustvollen Konsequenzen gegen die Summe aller schmerzhaften Konsequenzen abgewogen wird
Das Ziel dieses Verfahrens ist der Nutzensummenutilitarismus: Geboten ist genau die Handlung, die die höchste erwartete Nutzensumme – also die maximale Lustbilanz – aufweist
Gibt es gestaltbare Sanktionen der Moral?
Welchen Zweck erfüllen sozial gestaltbare Sanktionen?
Ja; Die politische, moralische und religiöse Sanktion können so geformt werden, dass das für den Einzelnen Lustvolle mit dem utilitaristisch Richtigen übereinstimmt
(alle außer physische)
Wie reagiert Bentham auf den Vorwurf, sein Kalkül sei unpraktikabel?
Er sieht ihn als theoretisches Ideal, verweist auf die bessere Anwendbarkeit in der Politik und betont, dass im Alltag ungefähre Einschätzungen genügen.
Was übernimmt Mill von Bentham?
Den Wertmonismus (nur Freude und Schmerz zählen) und das Nützlichkeitsprinzip (Handlungen sind richtig, wenn sie Glück befördern).
Was ist der Vorwurf der „Schweine-Moral“?
Kritiker meinten, eine Ethik, die nur Lust als Ziel kennt, sei eines Menschen unwürdig und nur für Schweine passend.
Wie entkräftet Mill diesen Vorwurf einer “Schweine-Moral”?
Er führt eine qualitative Unterscheidung ein: Es gibt höhere (geistige) und niedere (körperliche) Freuden.
Wann ist laut Mill eine Freude qualitativ „höher“?
Wenn Menschen, die beide Arten von Freude kennen (Experten), die eine konsequent vorziehen, selbst wenn sie mit Unzufriedenheit verbunden ist oder quantitativ geringer ausfällt
Welches berühmte Zitat untermauert Mills Qualitätsbegriff?
„Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr“.
Was sind „Sekundärprinzipien“ bei Mill?
Das sind die Regeln der Alltagsmoral (z.B. „nicht lügen“), die sich historisch als glücksmaximierend bewährt haben.
Wann muss man laut Mill direkt mit dem utilitaristischen Prinzip rechnen?
Nur im Falle einer Pflichtenkollision (wenn zwei Alltagsregeln sich widersprechen) dient die Nützlichkeit als „Schiedsrichter“
Wie versucht Mill Benthams schwere Anwendbarkeit des Kalküls zu lösen?
Utilitaristische Deutung der Alltagsmoral
Wie soll laut Mill die Übereinstimmung von Einzelglück und Gemeinglück erreicht werden?
Durch Erziehung, die eine „Gefühlsschranke“ (innere Sanktion) in der Seele des Einzelnen aufbaut
Bei Bentham rauchst du im Restaurant nicht, weil du Angst vor der Rechnung (Strafe) hast.
Bei Mill rauchst du im Restaurant nicht, weil du dich schlecht fühlen würdest, wenn andere deinetwegen leiden müssten.
Beide Wege führen dazu, dass das Handeln des Einzelnen dem „größten Glück der größten Zahl“ dient, aber Bentham setzt auf äußeren Druck (Sanktionen), während Mill auf die innere Haltung (Erziehung) vertraut
Wie soll laut Bentham die Übereinstimmung von Einzelglück und Gemeinglück erreicht werden?
motivationaler Hedonismus + klug gestaltete Sank-
tionen: Das (utilitaristisch) richtige Handeln ist für den Einzelnen zugleich lustvoll (bzw.: die Alternativen sind schmerzvoll).
Welcher Kritikpunkt wird gegen Mills qualitative Lustunterscheidung angeführt?
Man könnte vorwerfen, dass er damit die Grundidee der Verrechenbarkeit im Kalkül aufgibt, da verschiedene Qualitäten schwer auf einer Skala vergleichbar sind
Welchen Vorteil bietet der Utilitarismus gegenüber der Deontologie bei Konflikten?
Er bietet mit dem Nutzen ein klares Entscheidungsmerkmal, während deonotologische Systeme bei unvereinbaren Geboten oft keine Lösung außer persönlichen Vorlieben bieten
Wofür sind Mills Sekundärprinzipien gut?
Die Sekundärprinzipien sind John Stuart Mills Antwort auf das Problem, dass Benthams utilitaristischer Kalkül in der Praxis oft zu kompliziert und unbrauchbar ist.
Sekundärprinzipien sind Abkürzungen für den Alltag. Wir nutzen die bewährte Moral als Orientierungshilfe, damit wir nicht ständig komplizierte Rechnungen anstellen müssen
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