Worüber wird gestritten, wenn man sich einig ist, dass das tugendhafte Leben das beste ist?
Wie positioniert sich Platon zu diesem Streit?
Wie positioniert sich Aristoteles zu diesem Streit?
Ob das politische und tätige Leben (praxis) oder das theoretische/beschauliche Leben (Philosophie) den Vorzug verdient
Er entscheidet sich für die Philosophie; seine „Wächter“ regieren nur ungern.
Er gibt uneindeutige Antworten.
Was ist die programmatische These zur Natur des Menschen? Aristoteles
Der Mensch ist von Natur aus ein zoon politikon (ein staatliches Wesen)
Was ist das Ziel des Staates laut Aristoteles?
Vollendete Selbstgenügsamkeit und das Bestehen um des vollkommenen Lebens wille
Was sagt Aristoteles über jemanden, der „von Natur aus“ außerhalb des Staates lebt?
Er ist entweder „schlecht oder besser als ein Mensch“
Warum kann Glück nur im Staat gefunden werden? (2 Gründe)
1. Glück ist Tätigsein gemäß der Vernunft. 2. Politik gehört zu den wichtigsten Tätigkeiten, da wir dort die Grundlagen des Zusammenlebens gestalten.
Was fordert die „Natur“, wenn Menschen einander gleichstehen?
Einen Wechsel der Herrschaft. Den Gleichen nicht denselben Rang zuzugestehen, ist „gegen die Natur“.
Welche Staatsform favorisiert Aristoteles?
Eine Mischung aus Demokratie und Aristokratie.
Wie veränderte sich der Fokus der Ethik in der Neuzeit?
Weg von „Wie lebe ich gut?“ hin zu „Wie handle ich richtig?“.
Welches Ziel verfolgt Rosalind Hursthouse mit ihrem Werk?
Die Verteidigung der Tugendethik als systematische normative Ethik und Alternative zu Deontologie und Konsequentialismus.
Was kritisiert Hursthouse an Kant und dem Utilitarismus?
Sie lassen zu viel außen vor: Motive, Erziehung, Weisheit, Freundschaft, Glück und Gefühle
Wie lautet Hursthouses Definition einer richtigen Handlung?
Eine Handlung ist genau dann (iff) richtig, wenn sie das ist, was eine tugendhafte Person charakteristischerweise (aus ihrem Charakter heraus) in den Umständen tun würde.
Wie unterscheidet sich die Begründung gegen das Lügen zwischen Deontologie und Tugendethik?
Deontologie: Man lügt nicht, weil die Regel „Lüge nicht“ es verbietet. Tugendethik: Man lügt nicht, weil es unredlich (dishonest) wäre und Unredlichkeit ein Laster (vice) ist
Was versteht man unter phronesis und warum ist sie laut Hursthouse unverzichtbar?
Phronesis ist moralische Klugheit/Urteilskraft. Sie wird benötigt, um Situationen zu interpretieren und Regeln anzuwenden, da es keinen „Algorithmus für das Leben“ gibt
Was bedeutet „ethischer Naturalismus“ bei Hursthouse?
Die Natur des Menschen ist sowohl deskriptiv (beschreibend) als auch evaluativ (bewertend). Tugend ist, was der Entfaltung der menschlichen Natur dient.
Was ist die „charakteristische Weise“ des menschlichen Lebens? A: Die rationale Weise? Hursthouse
Jede Weise, die wir zu Recht als gut ansehen können.
Was ist das Problem am „Besitz von Gütern“ laut Nussbaum?
Er ist an sich moralisch nicht relevant oder sogar schädlich. Etwas wird erst zum Gut, wenn es zur Verwirklichung zentraler Werte im menschlichen Leben beiträgt.
Was ist „Narrativer Essentialismus“? Nussbaum
Wir bestimmen das Wesen des Menschen nicht theoretisch, sondern schauen auf die Geschichten (Mythen, Romane, Filme), die sich Menschen weltweit über das Menschsein erzählen.
Wo ist der Mensch laut diesen Erzählungen (narrativer Essentialismus) angesiedelt? Nussbaum
„Zwischen den Tieren und den Göttern“.
Was sind Grundbefähigungen (Basic Capabilities)? Nussbaum
Und wie viele gibt es
Befähigungen, die Menschen benötigen, um die menschliche Lebensform vollständig zu verwirklichen.
10
Nenne einige Beispiele aus Nussbaums Liste der 10 Grundbefähigungen.
Welche zwei Funktionen nennt Nussbaum „architektonisch“?
1. Volles Leben bis zum Ende leben. 3. Freude erleben/Schmerz vermeiden. 6. Eigene Idee des Guten entwickeln. 9. Lachen und spielen
Vernunft und Soziabilität. Sie prägen alle anderen Befähigungen.
Sind die Elemente der Liste gegeneinander aufwiegbar? Grundbefähigungen Nussbaum
Nein, sie sind nicht miteinander verrechenbar.
Wann ist der Verzicht auf eine (Grund)Befähigung moralisch akzeptabel? Nussbaum
Wenn er Ausdruck freier Wahl ist (z. B. Fasten vs. Hungern).
Wie bemisst sich der moralische Anspruch auf Ressourcen? Nussbaum
Am individuellen Bedarf. Wer mehr braucht, um dieselbe Befähigung zu entwickeln, hat Anspruch auf mehr.
Welcher Vorwurf wird Hursthouse und Nussbaum oft gemacht?
Paternalismus (Bevormundung) und ein problematischer Essentialismus, der die individuelle Freiheit missachtet
Wie beurteilt Nussbaum ein Leben mit schwerer Krankheit, in dem Befähigungen unerreichbar sind?
Es verläuft in diesen Hinsichten „objektiv schlecht“. Dies begründet den Hilfsanspruch, führt aber zur Kritik, dass Leben in „besser“ und „schlechter“ eingeteilt werden
Ist die Tugendethik eine „dritte Option“? neben Deontologie und Konsequentialismus
Hursthouse sagt ja. Viele Nicht-Tugendethiker sehen sie eher als Ergänzung, die Lücken in Deontologie oder Konsequentialismus füllt.
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