Was sind die drei psychologischen Grundbedürfnisse nach Deci& Ryan?
Bindung (soziale Eingebundenheit, sich liebenswert und liebesfähig fühlen),
Kompetenz (Selbstwirksamkeit, effektive Interaktion mit der Umwelt)
Autonomie (Selbstbestimmung
Welche drei Verhaltenssysteme gibt es in der Bindungspsychologie?
Bindungsverhaltenssystem wird aktiviert, wenn das Kind sich unsicher, krank oder ängstlich fühlt. Folge: Kind sucht Nähe zur Bezugsperson .
Pflegeverhaltenssystem der Bezugsperson wird bei Bindungsverhalten des Kindes aktiviert. Trost und Zuwendung beenden das Bindungsverhalten
Explorationsverhaltenssystem dient der Informationsgewinnung aus der Umwelt. Die Bezugsperson dient als sichere Basis, von der aus die Umwelt erkundet wird. Dafür muss das Bindungsverhaltenssystem herunter reguliert sein .
Was versteht man unter Sensitivität (Feinfühligkeit) ?
Feinfühligkeit (Sensitivität): Fähigkeit der Bezugsperson, Signale des Kindes wahrzunehmen, richtig zu interpretieren und prompt und angemessen zu reagieren. Wobei „prompt und angemessen" je nach Situation, Kultur und Alter des Kindes variieren kann.
Welche Vier Phasen gibt es in der Bindungsentwicklung?
Phase
Alter
Merkmale
1. Vorphase
Geburt bis ca. 2 Monate
Einfache Verhaltensweisen (Weinen, soziales Lächeln ab 6-8 Wochen), keine Unterscheidung der Personen
2. Personenunterscheidende Phase
bis ca. 6/7 Monate
Verhaltensweisen zunehmend auf Personen gerichtet, Differenzierung noch unsicher, kein Fremdeln
3. Eigentliche Bindung
bis ca. 3 Jahre
Aktives Bindungsverhalten (Begrüßen, Folgen, Nähe suchen), bevorzugte Bindungsperson, „Fremdeln" ab ca. 6-8 Monaten
4. Zielkorrigierte Partnerschaft
ab ca. 3 Jahren
Motive und Gefühle der Bezugspersonen werden interpretiert, komplexe Beziehungsmuster, Verhalten in Abhängigkeit von Plänen und Zielen der Bezugspersonen organisiert
welche drei Phänomene hängen mit der Bindungsentwicklung zusammen
Subjektpermanenz (die Bezugsperson ist auch da, wenn man sie nicht sieht),
Lokomotion (Bewegung)
Temperament der Kinder und Feinfühligkeit der Bezugsperson
Sichere Bindung bedeutet/kennzeichnet?
- Die Bezugsperson ist sichere Basis für Exploration und sicherer Hafen in Belastungssituationen.
- Lassen sich beruhigen und spielen dann weiter, Cortisolspiegel sinkt ab
-Dann balanciert das Kind Nähe und Neugier, spricht Gefühle offen an und kann sich nach der Rückkehr der Bezugsperson beruhigen.
Was kennzeichnet einen unsicher vermeidenden Bindungsstil?
zeigt eher Distanz, Unterdrückung negativer Gefühle und wenig sichtbares Bindungsverhalten bei Trennung.
Verbergen und Unterdrücken negativer Gefühle gegenüber der Bezugsperson, Distanz in kritischen Situationen aus Angst vor Zurückweisung .
Ignorieren und Meiden der Bezugsperson bei deren Rückkehr, teilweise Suchen der Nähe der fremden Person .
Hohe Belastungswerte (Cortisolspiegel), der auch lange nach der Wiedervereinigung erhöht bleibt: Kinder scheinen nur gelassen zu sein, haben aber Stress .
Wenig einfühlsame, teilweise feindselige Bezugsperson .
Kinder, von denen sehr früh eigenständige Regulation ihrer Gefühle erwartet wurde .
Was kennzeichnet einen unsicher-ambivalenten Bindungsstil?
zeigt starkes Bindungsverhalten, wenig Exploration, hohe Belastung und Schwierigkeiten beim Beruhigen.
Starke emotionale Reaktion auf belastende Situationen, schwer zu beruhigen, Bindungsperson nicht als sichere Basis .
Kinder zeigen Emotionen sehr deutlich (lautstark, teils wütend), empfindliches Reagieren auf Annäherung der fremden Person
Bei Rückkehr der Bezugsperson: ambivalentes Verhalten (Nähe suchen und gleichzeitig Widerstand) .
Kinder erleben Bezugsperson als ambivalent (überschwänglich zugeneigt oder unerreichbar) und neigen zu Übertreibung ihres Kummers.
Ausprägung: Kontakt halten mittel bis hoch, Nähe suchen mittel bis hoch, Widerstand hoch, Vermeidung niedrig
Was kennzeichnet einen desorganisterten Bindungsstil
Desorganisierte Bindung ist dadurch gekennzeichnet, dass keine klare Strategie erkennbar ist, das Verhalten widersprüchlich oder bizarr wirkt und die bisherige Regulation zusammenbricht.
Organisation und Struktur des Bindungsverhaltens schwer erkennbar, fehlende Anpassungsstrategien, Zusammenbruch vorhandener Strategien.
Typische Verhaltensweisen: plötzlicher Abbruch von Bewegungen, Grimassieren, Erstarren, Rückwärtsgehen, stereotypisches oder verlangsamtes Verhalten.
Hoher Cortisolwert
Was versteht man unter dem Vulnerabilitätskonzept ?
Erklärung dafür, warum Kinder unter bestimmten Bedingungen ein erhöhtes Risiko für psychische Störungen, Krankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten haben
Vulnerabilitätskonzept wird auch im Kontext von Verhaltensauffälligkeiten thematisiert
Was versthet man unter Mütterlichem Gatekeeping?
Mütterliches Gatekeeping (Witting et al. 2019):
Gatekeeping = Mutter fühlt sich besonders zum Schutz des Kindes berufen, übernimmt Fürsorge dominant, kontrolliert andere Bezugspersonen (auch Väter)
Mütter entwickeln perfektionierte Betreuungsstandards
Fazit:
Gatekeeping zu Beginn evtl. funktional
Später müssen Überbehütungstendenzen reduziert werden
Frühförderung kann hier unterstützend wirken
Wie grenzen sich Bindungsstörungen zu normalen Bindungsmustern ab?
Abgrenzung zu den normalen Bindungsmustern A, B, C, D:
Bindungsstörungen treten bei massiven, oft traumatischen Erfahrungen auf
Sie sind eine klinische Diagnose, kein normales Bindungsmuster
Heterogene Gruppe mit Abweichungen in der sozialen Funktionsfähigkeit
Abgrenzung zu tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (z.B. Rett-Syndrom, Autismus)
Zunehmend schlechteres Gelingen der Bindungs-Explorations-Balance
Kontinuum: von sicher über unsicher, desorganisiert bis Bindungsstörung
Ursachen: Anhaltende Vernachlässigung (physisch oder emotional), Ständiger Wechsel der primären Bezugspersonen (z.B. wechselnde Pflegeeltern), Erziehung in inadäquaten Settings (z.B. strenge Kinderheime) , Kindesmisshandlung
Was ist eine reaktive Bindungsstörung? Bindungsstörung (F94.1)
Auffälligkeiten im sozialen Beziehungsmuster in den ersten 5 Lebensjahren
Symptome: Furchtsamkeit, Übervorsichtigkeit, eingeschränkte Sozialinteraktionen, Aggressionen, Unglücklichsein, teils Wachstumsverzögerung
Direkte Folge von schwerer elterlicher Vernachlässigung, Missbrauch oder Misshandlung
Was ist eine Störung enthemmter sozialer Beziehungsaufnahme (F94.2)?
Diffuses, nicht-selektives Bindungsverhalten
Aufmerksamkeitssuchendes, wahllos freundliches Verhalten
Kaum modulierte Interaktionen mit Gleichaltrigen
Sehr selten
Welche weiteren Bindungsstörungen gibt es? (3 Stück)
Unfallrisiko: Spektakuläre Risikosituationen, Inszenierung von Unfällen, Reaktion der Bezugsperson nur bei maximaler Gefahr
Rollenumkehr: Kinder müssen Schutz und Sicherheit für Eltern anbieten; häufig bei Eltern mit psychischen oder Suchterkrankungen
Undifferenziertes Bindungsverhalten: Bindung an völlig fremde Personen, Pseudo-Bindungsperson, Gefahr von erneutem Missbrauch
Wie lassen sich Bindungsstile bei Trisomie 21 interpretieren?
Bindung bei Trisomie 21
Im FST oft erhöhter Anteil nicht klassifizierbarer und desorganisierter Bindungsstile
Weniger ambivalent gebundene Kinder (vermutlich wegen reduzierterem Kummerausdruck)
Wichtig: Reduzierter Kummerausdruck ≠ fehlende Bindungsaktivierung; Kinder zeigen es nur weniger stark
Trennung und Rückkehr zeigen ähnliches Verhalten wie bei nicht behinderten Kindern, aber gedämpfter
Kinder erstaunlich kompetent in Selbstberuhigungsstrategien (z.B. Schnullern, Spieluhr aufziehen)
Mütterliche Sensitivität bei Trisomie 21:
Mütter sicher gebundener Kinder = deutlich höhere Sensitivitätswerte
Kinder, die sich zügiger entwickelten, hatten zunehmend feinfühlige Mütter
Wie wirken sich BIndungsmuster in der Schule bei Lehrkrädten aus?
Lehrkräfte geben sich anfangs viel Mühe, ziehen sich dann aber zurück
Fatal: Kinder machen damit die gleichen Erfahrungen erneut
Nur selbst sicher gebundene Lehrkräfte konnten dieses Muster durchbrechen
→ Daher: Eigenes Bindungsmuster reflektieren!
Besonderheit bei unsicher-ambivalenten Kindern:
Diese Kinder haben es offenbar besonders schwer, Bindungsmuster zu verändern
Grund: Das Muster wurde intermittierend erworben (mal zugewandt, mal abweisend)
Wenn eine Lehrkraft 3 Wochen feinfühlig war und dann nur einmal einen Fehler macht, bestätigt das sofort das alte Muster
Was erklärt die PSI Theorie nach Kuhl? Persönlichkeits-System-Interaktionen
Die PSI-Theorie von Kuhl erklärt vereinfacht, wie du Absichten trotz Ablenkung, Gewohnheiten und konkurrierender Impulse in Handlungen umsetzt. Im Zentrum steht also die Frage, wie man einmal gesetzte Ziele durchhält und trotzdem flexibel bleibt
Welche zwei Elemente sind Teil der Handlungssteuerung im PSI Modell?
Handlungssteuerung:
Intentionsgedächtnis: ( Der Planer im Kopf) Absichten in sprachlichem Format, Planung, analytisch-> Denken
Intentionsausführung: (der Macher) automatisierte Verhaltensroutinen, eher nicht bewusst -> was kann ich tuen
Welche zwei Elemente sind Teil der Wahrnehmung im PSI Modell?
Wahrnehmung:
Extensionsgedächtnis: (Das “Selbst”) Repräsentation eigener Wünsche/Erfahrungen, kongruenzorientierter Aufmerksamkeitsfokus, zielkongruente Auswahl, unbewusste Prozesse
Objekterkennung: (Der Kontrolleur, Problemfinder) bevorzugt diskrepante Reize verarbeiten, Fehler-/Gefahrenerkennung, eher bewusst
Was passiert beim PSI-System bei positiver Stimmung?
Das Extensionsgedächtnis (Selbst) ist gut erreichbar, fühlt sich gesehen
Objekterkennung sieht weniger Fehler mehr Zusammenhänge
Intentionsgedächtnis und Intentionsaussführung arbeiten zusammen
Was passiert bei negativer Stimmung im PSI-System?
Ausführungshemmer: Intentionsgedächtnis macht Pläne, die nicht umgestezt werden wenig Intentions ausführung.
Selbsthemmung: schlechter Zugang zum Extensionsgedächtnis: eigene Bedürfnisse rücken in den Hintergund
Was besagen die beiden Modulationshypothesen?
1. Modulationshypothese (Fokus: Affekte):
Positiver Affekt > Ausführungshemmung aufgehoben, Absichten werden ausgeführt
Negativer Affekt > Absicht bleibt bestehen, wird aber NICHT ausgeführt (Ausführungshemmung), äußere Auslösereize gewinnen an Bedeutung
2. Modulationshypothese (Fokus: Wahrnehmung):
Neg. Affekt > verstärkte Wahrnehmung zieldiskrepanter Ereignisse, eigene Absichten auf Wahrnehmung gehemmt
Beispiel: Misserfolg > Gedanken schwer abzuschalten, kein Zugriff auf Extensionsgedächtnis
Welche vier Phasen grentzt das Rubikon Modell ab?
Prädezisionale Phase (Abwägen): Realisierbarkeit vs. Wünschbarkeit abwägen, am Ende: verbindliche Zielintention
Präaktionale Phase (Planen): Strategie überlegen, Vorsätze und Durchführungsintentionen entwickeln
Aktionale Phase (Handeln): Pläne in die Tat umsetzen, beharrliches Verfolgen, Anstrengungssteigerung bei Schwierigkeiten
Postaktionale Phase (Bewerten): Ergebnis bewerten, bei Zufriedenheit: Ziel deaktivieren, bei Unzufriedenheit: Ansprüche senken oder neue Planung
Was beschriebt das Rubikon Modell?
Das Rubikon-Modell der Handlungsphasen von Heinz Heckhausen und Peter M. Gollwitzer beschreibt, wie aus einem Wunsch oder einer Motivation schließlich eine konkrete Handlung wird. Es erklärt also den Weg von „Ich hätte eigentlich Lust …“ zu „Ich mache es jetzt wirklich.“
Der Name „Rubikon“ geht auf den Fluss Rubikon zurück, den Julius Caesar im Jahr 49 v. Chr. überschritt. Dieser Schritt galt als unumkehrbare Entscheidung. Im Modell steht der „Rubikon“ symbolisch für den Moment, in dem aus einer Überlegung eine verbindliche Entscheidung wird.
Was sind die veir Bewusstseinslagen im Rubikon Modell?
Bewusstseinslagen (passen zu den vier Phasen)
Abwägende BL: Offenheit für objektive Verarbeitung hinsichtlich Wünschbarkeit und Durchführbarkeit
Planende BL: Bevorzugt Informationen aufnehmen, die zielrealisierendes Verhalten begünstigen
Aktionale BL: Nur Aspekte beachten, die den Handlungsablauf unterstützen
Bewertende BL: Ergebnis möglichst objektiv bewerten, Vergleich Erwartung vs. Erreichtes
BL beeinflusst Offenheit für Information, Erinnern und Selbstwirksamkeitserleben
Was beschreibt das Persistenz-Flexibilitäts-Dilemma?
Persistenz-Flexibilitäts-Dilemma
Das Persistenz-Flexibilitäts-Dilemma beschreibt einen Grundwiderspruch in der Handlungskontrolle. Das Kernproblem:
Einerseits müssen Absichten gegen konkurrierende Impulse abgeschirmt werden, damit das Ziel durchgehalten wird (Persistenz).
Andererseits sollen Reaktionstendenzen flexibel an neue Aufgabenanforderungen angepasst werden können (Flexibilität).
Das sind zwei gegenläufige Anforderungen: Wer zu starr an einem Ziel festhält, kann sich nicht an veränderte Bedingungen anpassen. Wer zu schnell wechselt, gibt das Ziel vielleicht auf, bevor es erreicht ist.
Was sind besonderheiten bei Besonderheiten Kinder mit geistiger Behinderung im Bezug auf Handlungskontrolle?
Reduzierte Motivation zur selbst. Problemlösung, Ängstlichkeit, reduzierte Erfolgszuversicht, stärkere Außengeleitetheit
Misserfolgsorientierung: neigen zu sehr leichten oder sehr schweren Aufgaben
Welche Rolle spielt Affekt bei der Lageorientierung?
Die Rolle von Affekt: Ein zentraler Punkt ist: Affekte steuern, welches System eher dominiert. Positiver Affekt erleichtert die Ausführung von Absichten, negativer Affekt kann dazu führen, dass Absichten zwar bestehen bleiben, aber nicht umgesetzt werden.
Lageorientierte können positiven Affekt weniger gut mobilisieren > Umsetzungsprobleme trotz bewusster Absicht
Analogie zu Depression: unerledigte Dinge sehr präsent, intendierte Handlungen nicht ausführbar
Einfluss abhängig von Affektregulierungskompetenz: HO = hohe, LO = niedrige
Wie unterscheiden sich Menschen mit mit Handlungs- vs. Lageorientierung (persönlicher Kontrollzustand)?
Handlungsorientierung (HO): Initiierung bestimmter Handlungen ist gebahnt
Lageorientierung (LO): Fähigkeit zur Initiierung beabsichtigter Handlungen ist beeinträchtigt
Prospektive LO (LOP): Gedanken kreisen um Absicht, Umsetzung schwer
Misserfolgsbezogene LO (LOM): Grübeln über negative Erlebnisse
LO: Sprachliche Repräsentationen unerledigter Absichten übermäßig aktiv, nach Misserfolg Gedankenkreisen, geringere Leistung
LO ist nicht per se schlecht: schützt vor voreiligem Handeln, hilft bei Anpassung an Bedrohung, höhere Konformität
Dysfunktional: mangelnde Flexibilität auf verschiedene Kontexte, besonders unter Stress
Was umfasst bei der Kognition die Hardware und die Software?
Welche vier Diemnsionen der Aufmerksamkeit sind wichtig?
Wichtige Dimensionen der Aufmerksamkeit:
Selektiv: Relevantes aufnehmen, Ablenkung ignorieren.
Wechselnd: Fokus koordinieren und lösen können.
Geteilt: Gleichzeitige Orientierung auf zwei Modalitäten (z. B. Bild ansehen + Erklärung hören). Dies ist für Kinder mit GB extrem schwierig!
Daueraufmerksamkeit: Längere Zeit fokussiert bleiben (Erwachsene ca. 20 Min., Kinder/GB deutlich kürzer).
Aus welchen Bestandteilen besteht das Arbeitsgedächntis nach Baddeley?
Gedächtnis
Das Arbeitsgedächtnis (Modell nach Baddeley) besteht aus:
Phonologische Schleife (Sprachinfos), Visuell-räumlicher Notizblock (Bildinfos), Episodischer Puffer(Verbindung), Zentrale Exekutive (Steuerung).
Besonderheiten bei GB: Relative Schwäche in der phonologischen Schleife; aktive Speicherstrategien (Wiederholen, Elaborieren) werden seltener genutzt.
Hilfreich: Weniger Infos gleichzeitig, Pausen (> 2 Sek.), visuelle Strategien nutzen (implizites Gedächtnis oft besser erhalten).
Motivation im Kontext GB
Labeling-Effekt: Lehrkräfte trauen Kindern mit GB oft weniger zu, was die Erfolgszuversicht senkt.
Risikofaktoren: Erlernte Hilflosigkeit (Machtlosigkeit durch Misserfolge) und Außengerichtetheit (zu starkes, dysfunktionales Hilfesuchen).
Förderung: Realistische Ziele trainieren, Zusammenhang Anstrengung–Erfolg aufzeigen, ehrliches Lob und günstige Attributionsmuster aufbauen.
Was beschreibt das Vulnerabilitäts-Stress-Modell?
Vulnerabilität (Verletzlichkeit): Bestimmt, wie viel Stress ein Mensch kompensieren kann. Hohe Vulnerabilität führt schon bei wenig Stress zur Dekompensation.
Faktoren: Biologisch-genetisch (Wahrnehmung), psychosozial (Bindung, Trauma) und soziokulturell (Umfeld).
Was ist der Grudngedanke bei Verhaltensaufälligkeiten?
Verhaltensauffälligkeiten sind keine "Störungen an sich", sondern subjektiv sinnvolle Versuche, das eigene Leben zu bewältigen. Das Verhalten hat immer eine Funktion ("gute Gründe").
Häufigkeit und Begriffe
Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen haben ein 3–4-mal höheres Risiko (Prävalenz 30–40 %).
Bezeichnungen wie "herausforderndes Verhalten" oder "originelle Verhaltensweisen" implizieren unterschiedliche Sichtweisen auf das Kind.
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