Definition der arteriellen Hypertonie
Dauerhaft erhöhter Blutdruck:
Praxis: ≥140/90 mmHg
Selbstmessung: ≥135/85 mmHg
Wie häufig ist arterielle Hypertonie?
Sehr häufig
Weltweit ca. 1,4 Milliarden Menschen
Risiko steigt mit dem Alter
Wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Welche Formen der arteriellen Hypertonie gibt es?
Primäre (essenzielle) Hypertonie
Sekundäre Hypertonie
Was kennzeichnet die primäre Hypertonie?
90 % aller Fälle
Keine nachweisbare Ursache
Multifaktoriell
Risikofaktoren der primären Hypertonie
Genetische Veranlagung
Übergewicht
Hoher Salzkonsum
Bewegungsmangel
Diabetes mellitus
Rauchen
Alkohol
Stress
Kalium- und calciumarme Ernährung
Was ist eine sekundäre Hypertonie?
Bluthochdruck als Folge einer anderen Erkrankung
<10 % aller Fälle
Wichtige Ursachen einer sekundären Hypertonie
Nierenerkrankungen
Nierenarterienstenose
Endokrine Erkrankungen (z.B. Conn-, Cushing-Syndrom, Phäochromozytom, Hyperthyreose)
Medikamente (z.B. Glukokortikoide, NSAR, Kontrazeptiva)
Schlafapnoe
Schwangerschaftshypertonie
Aortenisthmusstenose
Wie entsteht eine arterielle Hypertonie?
Herz pumpt mehr Blut oder
Gefäßwiderstand steigt
Langfristig passt sich der Körper an → Blutdruck bleibt dauerhaft erhöht
Welche Folgen hat ein dauerhaft erhöhter Blutdruck?
Gefäßumbau
Linksherzhypertrophie
Dauerhafte Blutdruckerhöhung ("Reset" der Regulation)
Welche Symptome kann eine Hypertonie verursachen?
Oft lange beschwerdefrei
Kopfschmerzen
Schwindel
Ohrensausen
Palpitationen
Nasenbluten
Sehstörungen
Dyspnoe
Ödeme
Welche Organe werden durch Hypertonie geschädigt?
Herz
Gehirn
Nieren
Augen
Gefäße
Wichtige Komplikationen der Hypertonie
Hypertensiver Notfall
Schlaganfall
Herzinsuffizienz
KHK
Hypertensive Nephropathie
Hypertensive Retinopathie
Aortenaneurysma
Aortendissektion
Was gehört zur Anamnese?
Beschwerden
Vorerkrankungen
Familienanamnese
Medikamente
Alkohol- und Nikotinkonsum
Ernährung
Körperliche Aktivität
Schlafanamnese (Schlafapnoe?)
Welche Hinweise sprechen für sekundäre Hypertonie?
Phäochromozytom → anfallsartige Kopfschmerzen, Schwitzen
Hyperthyreose → Nervosität, Diarrhö
Nierenarterienstenose → rasch zunehmender Hypertonus
Cushing-Syndrom
Hirndruckzeichen
Wichtige körperliche Untersuchungsbefunde
BMI
Pulsstatus
Zeichen einer Herzinsuffizienz
Augenbefund
Hinweise auf endokrine Erkrankungen
Gefäßgeräusche
Wann liegt eine Hypertonie vor?
24-h-Mittelwert: ≥130/80 mmHg
Wie erfolgt die Blutdruckmessung in der Praxis?
5 Minuten Ruhe
Messung am Oberarm
Zweite Messung entscheidend
Beide Arme messen
Was ist Weißkittelhypertonie?
Erhöhter Blutdruck nur in der Arztpraxis
Was bedeutet isolierter ambulanter Hypertonus?
Normale Praxiswerte
Erhöhte Werte zuhause bzw. in der Langzeitmessung
Welche Faktoren verschlechtern die Prognose?
Alter
Dyslipidämie
Adipositas
Positive Familienanamnese
Welche Laborwerte gehören zur Basisdiagnostik?
Kreatinin, eGFR
Harnstoff
Elektrolyte
Glukose, HbA1c
Lipide
TSH
Urinstatus
Proteinurie
Welche apparativen Untersuchungen können erfolgen?
EKG
Echokardiographie
Röntgen-Thorax
Nierensonographie
Karotis-Doppler
Augenarzt
Polysomnographie
CT/MRT bei Verdacht auf sekundäre Ursachen
Ziele der Hypertonietherapie
Blutdruck dauerhaft senken
Folgeerkrankungen verhindern
Nebenwirkungen vermeiden
Zielblutdruck
<140/90 mmHg
Meist optimal: 120–129/70–79 mmHg, wenn gut verträglich
Welche nichtmedikamentösen Maßnahmen helfen?
Gewichtsreduktion
Mediterrane Ernährung
Kochsalz <5–6 g/Tag
Alkohol reduzieren
Rauchstopp
Regelmäßige Bewegung
Stressabbau
Antihypertensiva der ersten Wahl
ACE-Hemmer
AT1-Rezeptorblocker (Sartane)
Calciumkanalblocker
Thiazid-Diuretika
β-Blocker nur bei spezieller Indikation
Wann sind β-Blocker besonders sinnvoll?
Zustand nach Herzinfarkt
Frequenzkontrolle
Welche Kombinationen sollten vermieden werden?
Verapamil/Diltiazem + β-Blocker
ACE-Hemmer/Sartane + kaliumsparende Diuretika
Medikation bei: Hypertonie + Diabetes mellitus
ACE-Hemmer oder Sartane bevorzugen
β-Blocker möglichst vermeiden
Medikation bei: Hypertonie + KHK
β-Blocker
ACE-Hemmer oder Sartane
Medikation bei: Hypertonie nach Herzinfarkt
Medikation bei: Hypertonie + Asthma
ACE-Hemmer/Sartane bevorzugen
β-Blocker meiden
Medikation bei: Hypertonie + Herzinsuffizienz
Geeignete β-Blocker (Metoprolol, Bisoprolol, Carvedilol)
Diuretika
Medikation bei: Hypertonie + Nierenerkrankung
Schleifendiuretika bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz
Medikation bei: Hypertonie + Osteoporose
Thiazid-Diuretika günstig (verminderte Calciumausscheidung)
Wie wird der optimale Blutdruck definiert?
syst.: <120
dias.: <80
Wie wird der normale Blutdruck definiert?
syst.: 120-129
dias.: 80-84
Wie wird der hoch-normale Blutdruck definiert?
syst.: 130-139
dias.: 85-89
Wie wird der Grad 1 der Hypertonie definiert?
= milde Hypertonie
syst.: 140-159
dias.: 90-99
Wie wird der Grad 2 der Hypertonie definiert?
mittelschwere Hypertonie
syst.: 160-179
dias.: 100-109
Wie wird der Grad 3 der Hypertonie definiert?
schwere Hypertonie
syst.: ≥ 180
dias.: ≥ 110
Nach welchen Leitlinien richtet sich die Schweregradeinteilung?
European Society of Hypertension
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