Grobziel vs. Feinziel
Grobziel: „Hauptlernziel“ für die konkrete Stunde
Feinziele: „Teillernziele“, einzelnen Phasen der Unterrichtsstunde
Was gibt es für 3 Lernziele im SU?
Motorische Lernziele
Soziale & affektive Lernziele
Kognitive Lernziele
Bewegungen lernen, ausführen und verbessern.
fair zusammenarbeiten, Regeln beachten und mit Erfolg oder Misserfolg umgehen.
Wissen verstehen, Bewegungen beobachten, beurteilen und daraus lernen.
Warum ist das präzise Formulieren von Lernzielen so wichtig?
Begründung
Intentionalität
Interdependenz (Abstimmung mit Lehrinhalten und Lehrmethoden)
Legitimation → Lehrpläne
Messbarkeit und Bewertung
Fokus, Präzision, Richtung und zeitliche Reichweite
Entwicklung eines Bezugsrahmens
Was sind die 4 Kompetenzbereiche im Sportunterricht?
Was ist QualiTePE?
europäisches Modell zur Bewertung und Verbesserung der Unterrichtsqualität im Sportunterricht.
Was sind die Ziele bzw. Ergebnisse von QualiTePE?
(1) Gemeinsames Konzept für guten Sportunterricht
(2) Digitales Evaluationstool
(3) Materialien für die Lehrkräftebildung
Was sind die 6 Dimensionen der Unterrichtsqualität der Delphi-Studie?
Auswahl und Thematisierung von Inhalten
Klassenmanagement
Sozio-emotionale Unterstützung & Klassenklima
Kognitive und motorische Aktivierung
Unterstützung des Übens
Unterstützung der aktiven Beteiligung
HDVT von Treutlein et al. (1992)
Heidelberger Verfahren zur Diagnose und Veränderung von Trainerverhalten
Was ist das Ziel von HDVT?
Das HDVT soll Trainern helfen, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und zu verbessern. Ziel ist eine bessere Trainer-Athlet-Interaktion.
Was sind die Phasen des HDTV?
(1) Diagnosephase
T halten Vorfälle mithilfe eines Selbstbefragungsbogens fest. Dabei reflektieren sie Wahrnehmung, Gefühle, Ursachen, Ziele, Handlungsalternativen und erwartete Folgen.
(2) Auswertungsphase
Ähnliche Situationen und Reaktionen werden zu Situations- und Handlungsklassen zusammengefasst. Dadurch werden typische, oft automatische Verknüpfungsmuster sichtbar.
(3) Trainingsschwerpunkte
Bearbeitet werden z.B. einseitige Schuldzuweisungen, starke emo. Reaktionen, fehlende Perspektivübernahme oder zu wenige Handlungsalternativen.
(4) Trainingsphase
Die erkannten Problembereiche werden gezielt bearbeitet.
Was sind Weichensteller?
inneren Prozesse zwischen einer Situation und der Handlung. Die gleiche Situation kann zu unterschiedlichen Handlungen führen.
Was zeigt der Didaktische Stern?
systematisiert die Anforderungen an Sportlehrkräfte im Unterricht.
Was ist die Kritik am Didaktischen Stern?
(1) zu lehrerzentriert statt Mitverantwortung der SuS einzubeziehen
(2) Zieldimension fehlt (sollte nicht nur implizit in Bedingungen oder Themen aufgehen dürfen)
(3) Einfluss von außerschulischem Sport wird ausgeblendet
Was macht die Fachdidaktische Pyramide besser?
Veränderung: LK-SuS-Interaktion, denn SuS wird faktisch immer von SuS mitkonstituiert.
Ergänzung: Grundfläche der Pyramide wird von den 3 Planungsdimensionen Ziele, Inhalte und Methoden gebildet.
Über der Grundfläche der Pyramide (3D statt nur 2D): Sportunterrichtspraxis (also das Geschehen im Unterricht). Steht für das Wechselspiel von Struktur- und Prozessperspektive > Unterricht planen + Unterricht als dynamischen Prozess verstehen
Zudem wird außerschulische Sport berücksichtigt (als Pendant zu schulischen Bedingungen)
APA
Adapted Physical Activity
Bewegungsangebote werden an individuelle Voraussetzungen und Teilhabemöglichkeiten angepasst
UDL
Universal Design for Learning
Unterricht wird von Anfang an flexibel, barrierearm und für unterschiedliche Lernende geplant.
TREE
Teaching Style,
Rules,
Environment und
Equipment.
STEP
Spielraum (Space)
Tätigkeit (Task)
Equipment
Personen (People)
CHANGE IT
Coaching Style
How to score
Area
Number of players
Game rules
Inclusion
Time
6+1-Modell
MaLeReASoKo
Material
Lernumgebung
Regeln
Aufgaben
Sozialformen
Kommunikation.
+1 Die Haltung der Lehrkraft steht im Zentrum.
Inclusion Spectrum Model (Black & Stevenson, 2012)
Unterscheidet fünf Teilnahmeformen:
Open
Modified
Parallel
Separate
Disability Sport.
Anpassungen können anschließend mit STEP geplant werden.
Drei-Ebenen-Modell (Friedrich & Scheid, 2015)
Handlungsmodell inklusiver Sportunterricht (Tiemann , 2015)
Die Lehrkraft wählt passend zum Unterrichtsziel einen Aktivitätstyp, eine Lernsituation und notwendige Modifikationen.
Blomeke et al. (2015) – Zwei Sichtweisen von Kompetenzen
(1) Die analytische Sichtweise versteht Kompetenz als Zusammenspiel von Wissen, Fähigkeiten, Motivation und Einstellungen.
(2) Die ganzheitliche Sichtweise betrachtet vor allem, wie erfolgreich eine Person in einer realen Situation handelt.
(1) Kompetenz als mehrdimensionales Konstrukt
Kompetenz besteht aus mehreren Bereichen, etwa Wissen, Fähigkeiten, Motivation, Emotionen und Einstellungen.
Welche davon wichtig sind, hängt von der jeweiligen Situation ab.
(2) Kompetenz als horizontales Kontinuum
Wissen und Motivation führen also nicht automatisch zu gutem Handeln. Entscheidend ist, wie eine konkrete Situation wahrgenommen und beurteilt wird.
Dispositionen (Wissen, Motivation) → situationsspezifische Fähigkeiten (Wahrnehmen, Interpretieren, Entscheiden) → Performanz (beobachtbares Handeln).
Was zeigt das PID Model?
Perception (Wahrnehmung) - Was nehme ich wahr?
Interpretation (Deutung) - Wie interpretiere ich die Situation?
Decision (Entscheidung) - Welche Konsequenz ziehe ich daraus?
(3) Kompetenz als weiteres Kontinuum
Kompetenz entwickelt sich außerdem im Laufe der Zeit – beispielsweise vom Anfänger- zum Expertenniveau.
Was bedeutet Kompetenz für LK?
nicht nur Fachwissen, sondern auch Motivation, Überzeugungen sowie die Fähigkeit, Unterrichtssituationen wahrzunehmen, zu interpretieren und angemessen zu handeln.
Kompetenzen nach Blomeke et al. (2015)
Kompetenz ist weder nur Wissen noch nur sichtbares Handeln.
Sie entsteht, wenn Wissen, Motivation und weitere Voraussetzungen in einer konkreten Situation über Wahrnehmung, Interpretation und Entscheidung in Handeln umgesetzt werden.
Kompetenzorientierter Sportunterricht fördert z. B.:
• individuelle Stärken
• eigenständiges Problemlösen
• selbstständiges Lernen
auf verschiedenen Ebenen (motorisch, emotional, kognitiv)
Zielformulierungen sollen …
zur konkreten Stunde passen,
verschiedene Kompetenzbereiche berücksichtigen,
beobachtbar und überprüfbar sein,
passende Operatoren nutzen, z. B. anwenden oder beurteilen,
zu den Lernvoraussetzungen passen und einen Lernfortschritt zeigen,
durch Aufgaben und Methoden erreichbar sein.
Gelingbedingungen für Klassenführung
Allgegenwärtigkeit
Überlappung
Reibungslosigkeit
Gruppenfokus
Schwung
Gelingbedingungen für Kognitive Aktivierung
herausfordernde Themen behandeln / Aufgaben stellen
(auch) problemorientierte Methoden anwenden
individuell begleiten
Reflexionen anregen
Gelingbedingungen für Konstruktive Unterstützung
verständlich reden
Interessen beachten
Wertschätzung sichern
Regeln & Rituale pflegen (auf Disziplin achten)
Was sind Professionelle Kompetenzen? (Baumgartner 2013)
Profile, welche Sportlehrer „benötigen, um schwierige Anforderungssituationen gut (zielgerichtet, effektiv und ethisch gerechtfertigt) bewältigen zu können“
Wozu Professionelle Kompetenzen?
PK beeinflussen den Erfolg des Unterrichts (Büchel et al. 2022)
Die Lernleistung der SuS hängt mit dem (1) fachlichen und (2) fachdidaktischen sowie dem (3) pädagogisch-psychologischem Wissen der LP zusammen (Büchel et al. 2022 & Wittwer 2021)
Welche pro. Kompetenzen waren besonders wichtig?
→ Sicherheit im Unterricht (Lernsituation)
→ Organisation & Anweisungen (Lernsituation)
→ Rückmeldung (Evaluation)
→ Regeln (Wert- und Konfliktmanagement)
→ Umgang mit Heterogenität (Planung / Vorbereitung)
Theorie der Basisbedürfnisse
3 psychologische Basisbedürfnisse sind für intrinsische Motivation, Wohlbefinden, Gesundheit und persönliches Wachstum) unabdingbar
(1) Autonomie
(2) Kompetenzerleben
(3) Soziale Eingebundenheit
ZPD
Modell der Zone der proximalen Entwicklung
Lernen gelingt besonders gut bei Aufgaben, die Lernende mit Unterstützung schaffen, aber noch nicht allein.
Scaffolding
Unterstützungsgerüst = viel Hilfestellung, die mit zunehmendem Kompetenzzuwachs abgebaut wird
Strategien entwickeln für Sportsachen vergessen (Klingen, 2003)
Einzelgespräch (Lösungen finden)
Gespräch mit der Klasse
Gespräch mit Erziehungsberechtigten,
eventuell Ersatzkleidung,
Teilnahme auch ohne Sportkleidung möglich (Ablehnung aus Sicherheitsgründen)
Strategien entwickeln für Mangelnde Motivation (Klingen, 2003)
Sportnoten erinnern,
Partizipation ermöglichen,
differenzierte Aufgabenstellungen,
Freiräume für selbstbestimmtes Handeln schaffen,
für Beziehungssicherheit sorgen,
eigenes Vorbild (Begeisterung für das Thema zeigen)
Strategien entwickeln für Mangelndes Durchhaltevermögen (Klingen, 2003)
SuS ermutigen,
Anerkennung schenken,
Einzelgespräche (Lösungen finden),
Vereinbarungen für individuelle Pausengestaltung
Integrationsmöglichkeiten bei Ausfall (Klingen, 2003)
Beobachtungsaufträge,
Vorschläge für die Notengebung,
Hilfen bei Auf- und Abbau,
Hilfestellungen (fließen in die Gesamtnote ein)
Fallarbeit (nach Scherler, 2008)
Was ist geschehen? (Fakten)
Was ist zu fordern? (Normen)
Was passt nicht zusammen? (Probleme)
Was ist zu tun? (Lösungen)
Was gibt es für Förderschwerpunkte? (Giese & Weigelt, 2017)
Sehen: Beeinträchtigungen des Sehens bis hin zu Blindheit. Relevant sind Orientierung, Wahrnehmung und funktionales Sehen.
Lernen: Erhebliche und längerfristige Schwierigkeiten im schulischen Lernen und in der Leistungsentwicklung.
Hören: Beeinträchtigungen des Hörens und Sprachverstehens, z. B. Schwerhörigkeit, Gehörlosigkeit oder auditive Verarbeitungsstörungen.
Sprache: Beeinträchtigungen der Sprachentwicklung, Kommunikation oder des Sprachverstehens.
Soziale/emotionale Entwicklung: Schwierigkeiten in Selbstregulation, Verhalten, Beziehungsgestaltung oder sozialer Teilhabe.
Körperlich-motorische Entwicklung: Einschränkungen durch Schädigungen des Bewegungsapparats, organische Erkrankungen oder chronische Krankheiten.
Geistige Entwicklung: Umfassender Unterstützungsbedarf in kognitiver, sozialer und praktischer Lebensbewältigung.
Chronische Erkrankungen: Langfristige Erkrankungen, die Belastbarkeit, Sicherheit und Teilhabe im Sportunterricht beeinflussen können.
Individuelle Förderung (Kunze, 2016)
= Handlungen von LK die das Lernen der einzelnen SuS unter Berücksichtigung der spezifischen Lernvoraussetzungen unterstützen
Warum Demokratiebildung im SU? (Derecik & Menze, 2019)
Demokratiebildung ist ein zentraler Bildungsauftrag der Schule
Sportunterricht bietet besonders viele Gelegenheiten
SuS lernen nicht nur theoretisch, sondern praktisch
Studien zue DB zeigen… (Derecik & Menze, 2019)
SuS wünschen sich mehr Mitbestimmung
Im SU gibt es oft zu wenig Partizipation
LK treffen viele Entscheidungen allein
Mehr Beteiligung steigert Motivation und Engagement
Demokratische Partizipation umfasst drei Bereiche: (Derecik & Menze, 2019)
Mitbestimmung > Entscheidungen treffen, Abstimmen, Eigene Interessen vertreten (Schüler A)
Mitsprache > Meinungen äußern, Diskutieren, Konflikte aushandeln (Klassensprecher)
Mitgestaltung > Eigeninitiative zeigen, Verantwortung übernehmen, Projekte und Unterricht aktiv gestalten (Schulsprecher)
KoKuS-Konzept (Bouchehri & Heemsoth, 2025)
Konflikte kultivieren im SU
WOZU machen wir DB im SU?
Um die DEMOKRATISCHE HANDLUNGSKOMPETENZ
zu FÖRDERN.
Dem. Einstellungen (Alle kennen die gleichen Regeln und Normen an)
Dem. Urteilsfähigkeit (Möglichkeiten zur Mitbestimmung kennen und nutzen können)
Dem. Handlungsfähigkeit (SuS können funktionsfähig Mitgestalten)
WAS muss eine LK tun, um die dem. Handlungskompetenz zu fördern?
FACHSPEZIFISCHE PHÄNOMENE MIT KONFLIKTPOTENZIAL AUFGREIFEN
Beispiel:
Konkurrenz und Unfairness im Wettkampf
Körperliche Exponiertheit, Leistungsgrenzen & Konstitution
Widersprüche, erzeugt durch den ästhetischen Charakter
WIE muss der dem. SU genau gestaltet sein?
MERKMALE DEMOKRATISCHER DIDAKTIK UMSETZEN.
→ Anlässe zur Selbstreflexion initiieren (Habe ich mich selbst fair verhalten?)
→ Gelegenheiten zur Sachreflexion arrangieren (Ist das Spiel fair gestaltet?)
→ Möglichkeiten zur Mitbestimmung schaffen
Wie werden Scham- oder Intimgrenzen im SU überschritten? (Hunger & Böhlke, 2017)
→ körperliche Exponiertheit in Form von Kleidung
→ Kommentare über Körper oder Bewegungen
→ körperbetonte oder exponierte Bewegungsaufgaben
→ Berührungen oder körperliche Nähe der LK
Lösungsansätze zur Einhaltung der Scham- oder Intimgrenzen
aktive Kommunikation
SuS ermutigen ihre Grenzen aufzuzeigen
Körper exponierte Unterrichtssituationen durch organisatorische Maßnahmen entzerren
körpernahe Situationen können durch freie Partnerwahl
begrenzte Aufenthaltszeit am Schwimmbeckenrand oder Möglichkeit der Bedeckung mit einem Handtuch geben
Einholung von anonymen Feedback zu grenzüberschreitenden Situationen
Freiwilligkeit als Schutz der Intimsphäre
Warum wird dieselbe Situation unterschiedlich bewertet?
Wahrnehmungen sind nicht objektiv.
Formen von Nähe
(1) Körperliche Nähe (wie Hilfestellungen, Sichern, Partnerübungen, Tragen, Halten)
(2) Verbale Nähe (wie Lob, Trost, persönliche Gespräche, Humor)
(3) Emotionale Nähe (wie Vertrauensverhältnis und Beziehung)
Helfen
= wesentliche Unterstützung der Bewegung.
Trägt zum Gelingen der Übung bei.
Kann, muss aber nicht sein.
So gering wie möglich ausfallen.
Sichern
= Summe aller Maßnahmen, die der Sicherheit dienen und das Verletzungsrisiko senken.
Potentiale von "Helfen" (Bruckmann 1991)
Vertrauen
Verantwortung
Kooperation
soziale Kompetenz
Gemeinschaftsgefühl
Drei Formen unangemessenen Verhaltens
Grenzverletzung: unbeabsichtigt, unangemessene Nähe, fehlende Sensibilität
Übergriff: bewusste Missachtung von Grenzen
Gewalt: systematisch und absichtlich
Sexualisierte Grenzverletzungen
"wenn körperliche Nähe in einem (sexualisierten) Kontext subjektiv als unangenehm wahrgenommen wird." (Wagner & Knoke).
Beispiele:
unerwünschte Berührungen;
unangenehme körperliche Nähe;
unangekündigtes Betreten von Umkleideräumen
unangemessene verbale Grenzüberschreitungen.
Psychische Grenzverletzungen
bewusste Übergehen einer Person ist grundlegende Form von Missachtung.
Ausgrenzung
Beschämung und
Unsichtbarmachen
Prävention körperlicher Grenzverletzungen
Berührungen ankündigen
Zustimmung einholen
Transparenz schaffen
Alternativen anbieten
Helfen systematisch lehren
Schülerhilfe fördern
Geländehilfen nutze
Prävention psychischer Grenzverletzungen
niemanden bloßstellen
Anerkennung sichtbar machen
Beteiligung aller ermöglichen
Prävention sexualisierter Gewalt
offene Kommunikationskultur
feste Ansprechpersonen
klare Interventionswege
Sensibilisierung von SLK
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