Vorgehensmodell - Definition
Definition:
Vereinfachte Beschreibung eines Entwicklungsprozesses, welcher aus einer bestimmten Perspektive dargestellt wird
Vorgehensmodelle umfassen:
Tätigkeiten des Entwicklungsprozesses
Entstehende Produkte
Rollen von Personen
Wozu dienen Vorgehensmodelle:
Entwicklungsprozesse transparenter, nachvollziehbarer,
kontrollierbarer, lehrbarer machen
Produktentwicklung - Definition
Produktentwicklungsprozesse - Definition
Produktentwicklung:
Überbegriff aller Prozesse bis zur Serienreife
Produktentwicklungsprozesse:
spezielle Vorgehensmodelle (Prozessmodelle), die der Steuerung einer Entwicklung von der Konzeption bis hin zum Einsatz im Echtbetrieb, inklusive im Echtbetrieb anfallende Änderungen, dienen
Modelle stammen häufig aus Softwareentwicklung
Usability Engineering: Änderungen entstehen aus Benutzersicht
Anwendung in Softwareergonomie & Produktergonomie
Vorgehensweisen der Produktentwicklung
Iteration:
Schrittweise Verfeinerung einer konkreten Idee
Fokus auf Vertiefung und Optimierung
gewählter Weg möglichst perfekt gehen
Exploration:
Erforschung verschiedener Lösungswege
Probieren und Verwerfen verschiedener Alternativen
Richtigen Weg herausfinden
Ergonomie im Produktentwicklungsprozess
prozessbegleitende Aktivitäten
Nutzeranalyse:
Verstehen wer Nutzer sind & wie deren Alltag ist
Ablauf:
Vorbereitung -> Feldstudie (Beobachtung) -> Analyse
Methodiken:
Diary Studies
Day-In-The-Life Szenarien (Tagesablauf)
Anforderungsanalyse:
Grundsatz:
Anforderungen an das System definieren und nicht an den Menschen!
Personas
Szenarien
Informationsflussanalyse
Falsch: “Nutzer muss innerhalb 15s antworten”
Richtig: “System wartet 15s auf eingabe”
Spezifikation von Interaktionskonzepten:
Konkrete Entwürfe/ Konzepte gestalten
Test und Evaluation:
Prüfen ob erarbeitetes System ergonomischen Anforderungen erfüllt
V-Modell
V= Verifikation & Validierung
Validierung:
Eignet sich das Produkt bezogen auf seienn Einsatzzweck?
Wird das richtige Produkt entwickelt?
Verifikation:
Entspricht das Produkt der vorher geplanten Spezifikation
Wird das Produkt richtig entwickelt?
Eigenschaften
V-förmiger sequentieller Ablauf
Während Entwicklung der Schritte werden parallel Tests mit geplant
Anforderung bei Projektstart klar festgelegt
geringer Aufwand des Kunden:
Kundeneinbringung zu Beginn: Bedarfsanalyse
Kundeneinbringung am Ende: Tests, Abnahme
Realisierungsphase ist Blackbox für Kunden
Funktionierende Software gibt es erst am Ende
Festgelegte Team-Hierachie
V-Modell:
Stärken
Schwächen
Stärken:
Viele Aspekte des Entwicklungsprozesses abgedeckt
Erweiterbar und Anpassbar
Umfassendes Modell, einfach anwendbar
Schwächen:
Nutzer unzureichend in Entwicklungsphase eingebunden
allgemein, generisch, wenig flexibel
Nicht für kleine Projekte geeignet
User Centered Design (UCD)
Vier Grundsätze des UCD:
Gestaltung basierend auf umfassenden Verständnis von Benutzer, Aufgabe & Nutzungskontext
Hauptursache für Misserfolg: mangelndes Verständnis von User Anforderungen
Gestaltungslösungen werden durch Nutzerevaluation kontinuierlich verbessert
Konstantes Einbeziehen des Nutzers
Iterativer Entwicklungsprozess:
Analysieren -> Konzipieren -> Viualisieren -> Überprüfen
Komplexität: Nicht alle Anforderungen sind von Anfang an bekannt
Iterationen: Schrittweises reduzieren von Unsicherheiten.
Fachübergreifende Kenntnisse/ Perspektiven müssen vertreten sein
Interdisziplinarität: neue Kreative Ideen durch kollektive Wissensbasis
Einschränkungen & Realitäten anderer Fachgebiete verdeutlichen
Nachteil: Lähmende Kommunikation
Kommunikationsaufwand
Spriallmodell - Eigenschaften
Eine Windung = Eine Projektphase
In jeder Windung:
Eingriff des Managements möglich
Testung des Prototypes mit Nutzern
Pro Projektphase/ Iteration steigen Kosten & Genauigkeit des Ergebnisses
Schrittweise Verfeinerung des Produktes, da durch Benutzerfeedback mehr Anforderungen & Details bekannt werden
Paralles Design ermöglicht es meherere Lösungsalternativen gleichzeitig als Prototypen zu testen
Spirallmodell: Vorteile/ Nachteile
Vorteile:
flexibles Modell
Integration von anderen Vorgehensmodellen möglich
Periodische Überprüfung des Ablaufs in Abhängigkeit von Risiken
Integrierte Risiko Abwägung
Nachteile:
Hoher Managementaufwand
Schlechte Eignung für kleinere & mittlere Projekte
Schlechte Eignung für Wiederverwendung von bestehenden Produkten
Vorgehensmodell nach ISO 9241-210
Gestaltungsprinzipien
Gestaltung basiert auf umfasstenden Verständnis der Benutzer, der Arbeitsaufgaben, der Arbeitsumgebungen
Benutzer während Gestaltung und Entwicklung mit einbeziehen
Verfeinerung & Anpassungen von Gestaltungslösungen fortlaufend auf Basis benutzerzentrierter Evaluierung
Iterationen im Prozess sind vorgesehen
Gestaltung berücksichtigt gesamte User-Experience
Gestaltungsteam vereint fachübergreifende Kenntnisse
Vorgehensmodell nach ISO 9241-210:
Prozessergebnisse
Nutzungskontextbeschreibung:
Wer sind die Nutzer?
In welcher Umgebung arbeiten Nutzer?
Beschreibung der Erfodernisse aus Nutzersicht (User-Needs)
Was braucht der Nutzer grundlegend um Aufgabe zu erfüllen?
Spezifikation der Nutzeranforderungen (Requirements for use)
Formulieren konkreter, Überprüfbarer Anforderungen an das System
Interaktionsspezifikation
Wie läuft Interaktion zwischen Mensch und System ab?
User-Interface-Spezifikation:
Konkretes Aussehen/ Layout von Schnittstellen
Usability Testberichte
Ergebnisse aus Tests mit echten Nutzern
Bericht über Langzeitbeobachtungen:
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