Was bedeutet Unternehmensführung?
Unternehmensführung bedeutet, ein Unternehmen zu leiten, zu steuern und zu überwachen.
Dazu gehört:
Ziele für das Unternehmen festzulegen
Entscheidungen zu treffen
Mitarbeitende zu führen
Aufgaben und Ressourcen zu koordinieren
zu kontrollieren, ob die Unternehmensziele erreicht werden
Unternehmensführung umfasst dabei sowohl die Führung des gesamten Unternehmens als auch die Führung der darin arbeitenden Menschen.
Was ist das St. Galler Management-Konzept?
Das St. Galler Management-Konzept ist ein Modell der ganzheitlichen Unternehmensführung. Es zeigt, welche Bereiche für den Erfolg eines Unternehmens wichtig sind und wie diese zusammenhängen.
Es besteht aus fünf Bereichen:
Orientierung: Mission, Vision, Unternehmenspolitik, Unternehmensverfassung und Unternehmenskultur → geben die Richtung vor.
Strukturen und Systeme: Regeln, Aufbauorganisation und Managementsysteme → legen fest, wie das Unternehmen organisiert ist.
Aktivitäten: Unternehmensprogramme, Aufträge und Prozesse → beschreiben die tägliche Arbeit.
Verhalten: Leistungs-, Kooperations- und Problemverhalten → zeigt, wie Menschen zusammenarbeiten.
Entwicklung: Innere und äußere Unternehmensentwicklung → sorgt dafür, dass sich das Unternehmen an Veränderungen anpasst.
Außerdem unterscheidet das Modell drei Managementebenen:
Normatives Management: Werte, Mission und Vision (Warum?)
Strategisches Management: langfristige Ziele und Strategien (Wohin?)
Operatives Management: Umsetzung im Tagesgeschäft (Wie?)
Was ist die Mission und Vision eines Unternehmens?
Die Mission beschreibt den Zweck und die Aufgabe eines Unternehmens. Sie beantwortet die Frage:„Wofür gibt es unser Unternehmen und welchen Nutzen bieten wir?“Sie zeigt, wofür das Unternehmen heute steht und wie es von Kunden, Mitarbeitenden und der Gesellschaft wahrgenommen werden möchte.
Die Vision beschreibt das langfristige Zukunftsbild eines Unternehmens. Sie beantwortet die Frage: “Wo wollen wir in Zukunft stehen?“ Sie gibt die Richtung vor, motiviert die Mitarbeitenden und zeigt, welche Ziele das Unternehmen langfristig erreichen möchte.
Was ist das Unternehmensleitbild?
Das Unternehmensleitbild ist die schriftliche Zusammenfassung der Unternehmensphilosophie. Es beschreibt die Werte, Ziele und Grundsätze eines Unternehmens und dient als Orientierung für Mitarbeitende und Führungskräfte.
Es legt fest:
wofür das Unternehmen steht,
welche Ziele verfolgt werden,
wie mit Mitarbeitenden, Kunden und anderen Stakeholdern umgegangen wird.
Warum ist Wirtschaften notwendig?
Wirtschaften ist notwendig, weil die Bedürfnisse der Menschen unbegrenzt sind, die Ressourcen (z. B. Geld, Zeit oder Rohstoffe) aber begrenzt sind. Deshalb muss entschieden werden, wie die vorhandenen Mittel sinnvoll eingesetzt werden.
Dabei muss das Allokationsproblem gelöst werden. Es beantwortet drei Fragen:
Was wird produziert? → Welche Güter oder Dienstleistungen sollen hergestellt werden?
Wie wird produziert? → Mit welchen Ressourcen, von wem und auf welche Weise wird produziert?
Für wen wird produziert? → Wer erhält die produzierten Güter oder Dienstleistungen und warum?
Shareholder-Value-Ansatz
Beim Shareholder-Value-Ansatz stehen die Eigentümer bzw. Kapitalgeber (Aktionäre) im Mittelpunkt. Ziel ist es, den Unternehmenswert langfristig zu steigern und dadurch den Bestand und das Überleben des Unternehmens zu sichern.
Welche Kritik gibt es am Shareholder-Value-Ansatz?
Fokus auf kurzfristige Gewinne und Unternehmenswertsteigerung
Langfristige Investitionen und neue Erfolgspotenziale werden oft vernachlässigt
Deshalb auch stabilitätsorientierte bzw. konservative Unternehmenspolitik genannt.
Was bedeutet EVA (Economic Value Added)?
EVA ist eine Kennzahl, mit der gemessen wird, ob ein Unternehmen wirklich Wert geschaffen hat. Ein positiver EVA liegt vor, wenn die Rendite höher ist als die Kapitalkosten. Nur dann wurde tatsächlich Mehrwert geschaffen.
EVA dient als Steuerungsinstrument im Unternehmen:
Jede Geschäftseinheit soll einen positiven EVA erreichen.
Ziele werden auf verschiedene Unternehmensebenen heruntergebrochen.
Die variable Vergütung von Führungskräften kann an den EVA gekoppelt werden.
Investitionen oder Verkäufe werden danach beurteilt, ob sie den Unternehmenswert steigern (EVA > 0).
Warum ist EVA typisch für den Shareholder-Value-Ansatz?
misst, ob der Unternehmenswert steigt
Unternehmen wird nach EVA gesteuert
Führungskräfte werden oft nach EVA-Erfolg bezahlt
Strategien sollen den Unternehmenswert erhöhen
Was ist der Stakeholder-Value-Ansatz?
Beim Stakeholder-Value-Ansatz stehen alle Anspruchsgruppen (Stakeholder) im Mittelpunkt, nicht nur die Eigentümer. Ziel ist eine langfristige Unternehmensentwicklung.
Stakeholder : sind Personen oder Gruppen, die Ansprüche an ein Unternehmen haben oder es beeinflussen können.
Warum wird der Stakeholder-Value-Ansatz auch entwicklungsorientierte Unternehmenspolitik genannt?
Fokus auf langfristige Entwicklung
neue Erfolgspotenziale schaffen
Interessen aller Stakeholder berücksichtigen
➡️ Deshalb nennt man ihn auch entwicklungsorientierte bzw. progressive Unternehmenspolitik.
Stakeholder-Gruppen
Welche Erwartungen haben sie
Kunden
Unternehmen erwartet: Kauf der Produkte.
Kunden erwarten: attraktive Produkte und einen guten Nutzen.
Investoren
stellen Kapital zur Verfügung
Fremdkapitalgeber: erwarten Zinsen und Rückzahlung.
Eigenkapitalgeber: erwarten eine Wertsteigerung ihres Vermögens.
Arbeitnehmer
Unternehmen erwartet: Arbeitsleistung.
Arbeitnehmer erwarten: angemessenen Lohn, gute Arbeitsbedingungen und einen sicheren Arbeitsplatz.
Zulieferer:
Unternehmen erwartet: Material in richtiger Menge, Qualität und pünktlich.
Zulieferer erwarten: Bezahlung, faire Bedingungen und langfristige Zusammenarbeit.
Staat:
Unternehmen erwartet: gute Infrastruktur.
Staat erwartet: Steuern und Einhaltung der Gesetze.
Gesellschaft:
Unternehmen erwartet: Akzeptanz und ein positives Image.
Gesellschaft erwartet: Arbeitsplätze und Umweltschutz.
Konkurrenz:
Konkurrenten erwarten, dass sich alle Unternehmen an die Wettbewerbsregeln halten.
Was sind die Aufgaben des Stakeholder-Managements?
Stakeholder zur Zusammenarbeit motivieren.
Interessen aller Stakeholder ausgleichen.
Gute Beziehungen durch Kommunikation pflegen.
Was ist die Power-Interest-Matrix und was bedeuten „Power“ und „Interest“?
Die Power-Interest-Matrix ordnet Stakeholder nach ihrer Macht (Power) und ihrem Interesse (Interest).
Power: Wie stark kann ein Stakeholder die Ziele oder Entscheidungen des Unternehmens beeinflussen?
Interest: Wie groß ist seine Bereitschaft und Absicht, diesen Einfluss auch tatsächlich auszuüben?
Welche Gesellschaftsformen gibt es?
Einzelunternehmen: 1 Inhaber, trägt Gewinn, Risiko und Haftung allein.
Personengesellschaften (GbR, OHG, KG): Mehrere Personen gründen das Unternehmen und haften (je nach Rechtsform) persönlich.
Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, KGaA): Das Unternehmen ist eine eigene juristische Person. Die Haftung ist grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.
Mischform: GmbH & Co. KG (Kombination aus Personen- und Kapitalgesellschaft).
Sonstige Gesellschaftsformen: z. B. Genossenschaft (eG), Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) und Stiftung.
Was ist der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK)?
Regelwerk für gute Unternehmensführung und -überwachung in Deutschland
gilt vor allem für börsennotierte Aktiengesellschaften
Ziel: Transparenz schaffen und das Vertrauen von Investoren und Öffentlichkeit stärken
ist kein Gesetz, sondern Soft Law (Empfehlungen und Best Practices)
Für wen gilt der DCGK?
vor allem für börsennotierte AGs
diese müssen nach § 161 AktG eine Entsprechenserklärung abgeben
andere Unternehmen (z. B. GmbHs) können den Kodex freiwillig anwenden
Wie ist der Deutsche Corporate Governance Kodex aufgebaut?
Präambel
Aktionäre & Hauptversammlung
Vorstand
Aufsichtsrat
Zusammenarbeit von Vorstand & Aufsichtsrat
Transparenz
Rechnungslegung & Abschlussprüfung
Welche Normtypen gibt es im DCGK?
Gesetzeswiedergabe: beschreibt geltendes Recht.
Empfehlung (“soll”): Abweichungen müssen erklärt werden.
Anregung (“sollte”): Abweichungen müssen nicht erklärt werden.
Was ist die Kulturzwiebel nach Hofstede?
Die Kulturzwiebel zeigt, aus welchen Ebenen Kultur besteht:
Symbole (z. B. Sprache, Kleidung, Flaggen)
Helden (Vorbilder mit hohem Ansehen)
Rituale (gemeinsame Handlungen und feste Abläufe)
Werte (Kern der Kultur, beeinflussen Denken und Handeln)
Welche Kulturdimensionen nach Hofstede gibt es?
Hofstede erklärt mit seinen Kulturdimensionen, warum Menschen aus verschiedenen Kulturen unterschiedlich denken und handeln.
Machtdistanz: Wie stark werden Machtunterschiede akzeptiert?
Individualismus vs. Kollektivismus: Steht der Einzelne oder die Gemeinschaft im Vordergrund?
Maskulinität vs. Femininität: Stehen Leistung und Wettbewerb oder Fürsorge und Zusammenarbeit im Mittelpunkt?
Unsicherheitsvermeidung: Wie geht eine Kultur mit Unsicherheit und Risiken um?
Langfristige vs. kurzfristige Orientierung: Liegt der Fokus eher auf der Zukunft oder auf schnellen Ergebnissen?
Genuss vs. Zurückhaltung: Werden Bedürfnisse frei ausgelebt oder eher kontrolliert?
Was ist das Eisbergmodell der Unternehmenskultur?
Das Eisbergmodell zeigt, dass nur ein kleiner Teil der Unternehmenskultur sichtbar ist. Der größere, unsichtbare Teil beeinflusst das Verhalten der Menschen stärker.
Sichtbar (ca. 20 %): z. B. Kleidung, Sprache, Verhalten, Rituale, Symbole.
Unsichtbar (ca. 80 %): Werte, Normen, Einstellungen, Überzeugungen und Denkweisen.
Man sieht das Verhalten – die eigentlichen Gründe dafür (Werte und Einstellungen) liegen unter der Oberfläche.
Was ist strategisches Management?
Strategisches Management umfasst alle langfristigen Entscheidungen, mit denen ein Unternehmen seine Ziele erreicht und seine Zukunft sichert. Ziel ist es, Wettbewerbsvorteile aufzubauen und langfristig erfolgreich zu sein.
Aufgaben:
langfristige Ziele festlegen
Strategien entwickeln
Wettbewerbsvorteile schaffen
Chancen nutzen und Risiken erkennen
Unternehmen auf die Zukunft ausrichten
Was ist die Balanced Scorecard (BSC)?
Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein strategisches Managementinstrument. Sie setzt die Unternehmensstrategie in konkrete Ziele und messbare Kennzahlen um.
Sie betrachtet dabei vier Perspektiven:
Finanzen
Interne Prozesse
Lernen & Wachstum
So kann das Unternehmen die Umsetzung der Strategie steuern und kontrollieren. Außerdem kann die BSC die Mitarbeiterzufriedenheit positiv beeinflussen.
BSC = Strategie → Ziele → Kennzahlen → Kontrolle.
Was ist der Produktlebenszyklus?
Der Produktlebenszyklus beschreibt die verschiedenen Phasen, die ein Produkt von der Einführung bis zum Ausscheiden aus dem Markt durchläuft.
Die Phasen sind:
Einführung – Produkt kommt auf den Markt, geringe Umsätze, hohe Kosten.
Wachstum – Umsätze steigen, Produkt wird bekannter.
Reife – höchste Umsätze, Markt ist weitgehend gesättigt.
Sättigung – Umsatz stagniert oder sinkt, Konkurrenz nimmt zu.
Degeneration – Nachfrage und Umsatz gehen stark zurück, Produkt verschwindet vom Markt.
Was versteht man unter Sortimentssteuerung
Die Sortimentssteuerung entscheidet, welche Produkte im Sortiment bleiben, erweitert oder aus dem Sortiment genommen werden. Grundlage dafür ist häufig der Produktlebenszyklus, damit das Sortiment langfristig erfolgreich bleibt.
Was ist die ABC-Analyse?
Die ABC-Analyse teilt Produkte nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ein.
A-Produkte: wenige Produkte (ca. 20 %), bringen den größten Anteil am Umsatz/Wert (ca. 80 %).
B-Produkte: mittlere Bedeutung.
C-Produkte: viele Produkte (ca. 80 %), bringen nur einen kleinen Anteil am Umsatz/Wert (ca. 20 %).
Welche Ziele hat das Variantenmanagement?
Kundenwünsche erfüllen
Produktvarianten begrenzen
Komplexität und Kosten senken
Produktion und Lager effizienter machen
Wirtschaftlichkeit verbessern
Welche Entwicklungsstufen des Qualitätsmanagements gibt es?
Qualitätsprüfung → Fehler werden nach der Produktion erkannt.
Qualitätssicherung → Fehler sollen während der Produktion vermieden werden.
Qualitätsmanagement → Qualität wird im gesamten Unternehmen geplant, gesteuert und kontinuierlich verbessert.
Total Quality Management (TQM) → Alle Mitarbeitenden arbeiten gemeinsam an einer kontinuierlichen Verbesserung und hoher Kundenzufriedenheit.
Welche Typen des ökologisch orientierten Managements gibt es?
Typ A: Nur Gewinnziele, Umweltschutz nur wegen gesetzlicher Vorgaben (passiv).
Typ B: Gewinn- und Umweltschutzziele, Umweltschutz hauptsächlich für das Image (Public Relations).
Typ C: Gewinn- und Umweltschutzziele, Umweltschutz wird aktiv und freiwillig umgesetzt.
Typ D: Umweltschutz ist ein fester Bestandteil der Unternehmensziele und steht gleichwertig neben wirtschaftlichen Zielen.
Was ist Verschwendung und welche Verschwendungsarten gibt es?
Verschwendung = Alles, was Ressourcen verbraucht, ohne einen Nutzen für den Kunden zu schaffen.
Überproduktion – mehr produzieren als nötig.
Wartezeiten – Stillstand von Mitarbeitenden oder Maschinen.
Transport – unnötige Transporte von Material.
Überbearbeitung – mehr Arbeit als erforderlich.
Bestände/Lager – zu hohe Lagerbestände.
Bewegung – unnötige Wege oder Bewegungen.
Fehler/Nacharbeit – Ausschuss oder Korrekturen wegen Fehlern.
Was versteht man unter Organisation?
Organisation bedeutet, Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Abläufe so zu ordnen, dass die Unternehmensziele effizient und wirtschaftlich erreicht werden. Sie legt fest:
wer was macht,
wer wem unterstellt ist,
und wie die Zusammenarbeit abläuft.
Was versteht man unter Menschenführung bzw. Manum agere
Menschenführung bedeutet, Mitarbeitende zu leiten, zu motivieren und zu fördern, damit sie gemeinsam die Unternehmensziele erreichen. Dazu gehören:
Ziele vorgeben
Aufgaben verteilen
Mitarbeitende motivieren
Entscheidungen treffen
Zusammenarbeit fördern und Konflikte lösen.
Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Führung?
Direkte Führung: Die Führungskraft beeinflusst die Mitarbeitenden direkt, z. B. durch Anweisungen, Gespräche, Motivation oder Lob.
Indirekte Führung: Die Mitarbeitenden werden über Rahmenbedingungen geführt, z. B. durch Ziele, Regeln, Organisationsstrukturen oder Anreizsysteme.
Was ist der Unterschied zwischen autoritärem und kooperativem Führungsstil?
Autoritärer Führungsstil:
Führungskraft entscheidet allein.
Mitarbeitende haben wenig Mitspracherecht.
Klare Anweisungen und Kontrolle.
Kooperativer Führungsstil:
Führungskraft bezieht Mitarbeitende in Entscheidungen ein.
Offene Kommunikation und Zusammenarbeit.
Mitarbeitende übernehmen mehr Verantwortung und sind oft motivierter.
Merksatz:
Autoritär = Chef entscheidet allein.
Kooperativ = Chef entscheidet mit dem Team.
Wie läuft der Risikomanagementprozess ab?
Risiken identifizieren → mögliche Risiken erkennen.
Risiken analysieren und bewerten → Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen einschätzen.
Maßnahmen festlegen → Risiken vermeiden, vermindern, übertragen oder akzeptieren.
Risiken überwachen und kontrollieren → regelmäßig prüfen und bei Bedarf Maßnahmen anpassen.
Welche Anforderungen gibt es an ein wirksames Risikomanagement?
Risikobewusstsein im gesamten Unternehmen fördern.
Risiken kontinuierlich erkennen, bewerten und steuern.
Eine Risikomanagement-Organisation aufbauen.
Klare Regeln und Verantwortlichkeiten festlegen.
Risiken regelmäßig dokumentieren und berichten.
Chancen und Risiken unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften managen.
Wie verläuft eine Unternehmenskrise?
Strategische Krise → falsche oder fehlende Strategien, erste Probleme entstehen.
Erfolgskrise → Umsatz und Gewinn gehen zurück.
Liquiditätskrise → Geld reicht nicht mehr aus, um Rechnungen zu bezahlen.
Insolvenz → Das Unternehmen ist zahlungsunfähig oder überschuldet.
WOYDT
Erklären Sie das Konzept der intrinsischen und extrinsischen Motivation nach Deci und Ryan.
Die Selbstbestimmungstheorie nach Deci & Ryan unterscheidet zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.
Intrinsische Motivation:
Die Tätigkeit wird um ihrer selbst willen ausgeführt.
Die Handlung macht Freude, Interesse oder persönliche Erfüllung.
Voraussetzung sind die drei psychologischen Grundbedürfnisse:
Autonomie (selbst entscheiden können)
Kompetenz (sich fähig fühlen)
Soziale Eingebundenheit (Teil einer Gemeinschaft sein)
Extrinsische Motivation:
Die Tätigkeit wird aufgrund äußerer Anreize oder Konsequenzen ausgeführt.
Beispiele: Gehalt, Prämien, Lob, Beförderung oder Vermeidung von Strafen.
Besonderheit nach Deci & Ryan: Extrinsische Motivation kann mit der Zeit zur eigenen Überzeugung werden. Wenn jemand versteht, warum eine Aufgabe wichtig ist, macht er sie nicht mehr nur wegen einer Belohnung oder Strafe, sondern weil er den Sinn darin sieht. Dadurch wird sein Verhalten immer selbstbestimmter. Die Motivation entwickelt sich also von gar keiner Motivation (Amotivation) über äußere Motivation (extrinsisch) bis hin zur inneren Motivation (intrinsisch).
Erklären Sie das SL-II-Modell des situativen Führens nach Blanchard, Zigarmi und Zigarmi.
Das SL-II-Modell (Situational Leadership II) geht davon aus, dass es keinen Führungsstil gibt, der für alle Mitarbeitenden und Situationen gleichermaßen geeignet ist. Der Führungsstil muss vielmehr an den Entwicklungsstand des Mitarbeiters in Bezug auf eine konkrete Aufgabe angepasst werden.
Der Entwicklungsstand wird anhand von zwei Kriterien bestimmt:
Kompetenz: Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen des Mitarbeiters.
Engagement: Motivation, Selbstvertrauen und Einsatzbereitschaft des Mitarbeiters.
Je nach Kombination von Kompetenz und Engagement werden vier Entwicklungsstufen (E1–E4 bzw. D1–D4) unterschieden:
E1: geringe Kompetenz, hohes Engagement → begeisterter Anfänger
E2: etwas Kompetenz, sinkendes Engagement → ernüchterter Lernender
E3: hohe Kompetenz, schwankendes Engagement → fähig, aber vorsichtig
E4: hohe Kompetenz, hohes Engagement → selbstständiger Leistungsträger
Diesen Entwicklungsstufen werden vier Führungsstile (S1–S4) zugeordnet:
S1 – Direktiv: hohe Aufgabenorientierung, geringe Beziehungsorientierung; klare Anweisungen und enge Anleitung.
S2 – Coachend: hohe Aufgaben- und hohe Beziehungsorientierung; Anleiten, Erklären und Motivieren.
S3 – Unterstützend: geringe Aufgabenorientierung, hohe Beziehungsorientierung; Zuhören, Ermutigen und Einbeziehen.
S4 – Delegierend: geringe Aufgaben- und geringe Beziehungsorientierung; Verantwortung und Entscheidungen werden an den Mitarbeiter übertragen.
Ziel des SL-II-Modells ist es, Mitarbeitende entsprechend ihrem Entwicklungsstand zu fördern und sie schrittweise zu einem selbstständigen und leistungsfähigen Arbeiten (E4/D4) zu entwickeln.
Beispiele aus der Vorlesung
E1 – Begeisterter Anfänger
ist neugierig und lernwillig
kennt die Aufgabe noch nicht vollständig
neigt zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten
hat wenig bis kein Risikobewusstsein
spricht begeistert von seiner Aufgabe
weiß nicht, was er noch nicht weiß
E2 – Ernüchterter Lernender
geht eher auf Tauchstation
findet die Aufgabe anstrengend oder zu aufwändig
hat Erfahrung mit der Aufgabe
ist frustriert, weil noch nicht autonom
findet die Aufgabe langweilig oder sinnlos
versteht Abläufe, aber noch nicht die Zusammenhänge
E3 – Fähig, aber vorsichtig
ist vorsichtig
will an der Routine festhalten
zeigt schwankende Sorgfalt
kann korrekte Durchführung kontrollieren
kann die Aufgabe selbstständig erledigen
wird von anderen als Experte wahrgenommen
neigt zur Selbstkritik
E4 – Selbstständiger Leistungsträger
kann Neuerungen eigenständig umsetzen
kann sich auf Gesprächspartner einstellen
findet eigene Ziele und Leistungsmaßstäbe
ist selbstsicher und selbstmotiviert
ergreift von sich aus die Initiative
🟦 Führungsstile (S1–S4)
S1 – Direktiv
Ziele setzen
Engagement anerkennen
Rückmeldung geben
bei korrekter Durchführung erwischen
Terminierung, Prioritäten, Rollen und Grenzen klären
unterweisen und zeigen, wie es gemacht wird
Lernplan entwickeln
nach Lernerfolgen fragen
S2 – Coachend
Gründe erklären
Anliegen anhören
ermutigen und unterstützen
neue Anweisungen und erneute Anleitung geben
Training anbieten und Rückmeldung geben
Gesamtüberblick vermitteln
Ziele ansprechen und Maßnahmen erklären lassen
beim Einsatz von Checklisten erwischen
S3 – Unterstützend
Zuversicht ausdrücken
zuhören
an frühere Erfolge erinnern
Kompetenz und Beiträge anerkennen
bei geringer Motivation Ursachen besprechen
Fragen stellen
bei guten Erklärungen/Präsentationen erwischen
zur Umsetzungsplanung auffordern
S4 – Delegierend
Innovation anregen
Erfolge herausstellen
Autonomie und Entwicklung unterstützen
Kompetenz, Engagement und Beiträge anerkennen
Gesamtverantwortung für Teilbereiche delegieren
beim Verfolgen sinnvoller eigener Ziele erwischen
Gelegenheiten für die Unterweisung und Betreuung anderer anbieten
Entscheidungskompetenzen erweitern
Welche Herausforderungen birgt laterale Führung?
Laterale Führung bedeutet Führen ohne formales Weisungsrecht. Der Führende muss Kollegen daher durch Überzeugung, Kommunikation, Vertrauen, Kompetenz und Unterstützung statt durch Anweisungen führen.
Herausforderungen:
Kein Weisungsrecht → Mitarbeitende können nicht angewiesen werden.
Unterschiedliche Interessen koordinieren und auf ein gemeinsames Ziel ausrichten.
Konflikte lösen, obwohl keine hierarchische Macht vorhanden ist.
Motivation fördern ohne Druck oder Sanktionen.
Vertrauen und Akzeptanz bei den Kollegen aufbauen.
Die Führungsrolle ist oft nicht eindeutig, da offiziell meist nur die Koordination von Aufgaben übertragen wird.
Wie würden Sie als laterale Führungskraft diesen Herausforderungen begegnen?
Da eine laterale Führungskraft kein Weisungsrecht besitzt, sollte sie:
ein gemeinsames Ziel mit dem Team festlegen,
Vertrauen und Akzeptanz aufbauen,
offen und transparent kommunizieren,
durch Fachkompetenz und Überzeugungskraft statt durch Macht führen,
unterschiedliche Interessen koordinieren,
Konflikte frühzeitig moderieren und gemeinsam lösen,
Mitarbeitende motivieren, einbeziehen und Verantwortung übertragen.
Woydt
Welche Herausforderungen birgt hybride Zusammenarbeit und worauf würden Sie als Teamleitung einer Arbeitsgruppe, die hybrid zusammenarbeitet, besonders achten?
Herausforderungen der hybriden Zusammenarbeit:
Fehlende Mimik, Gestik und Körpersprache → höheres Risiko für Missverständnisse.
Erschwerter persönlicher Austausch und geringerer Teamzusammenhalt.
Höhere Anforderungen an Selbstorganisation und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden.
Mögliche Belastungen im Homeoffice, z. B. soziale Isolation oder die Vermischung von Beruf und Privatleben.
Als Teamleitung würde ich besonders darauf achten:
das passende Kommunikationsmedium für die jeweilige Situation wählen,
klar und regelmäßig kommunizieren,
Vertrauen statt Kontrolle fördern,
klare Ziele und Erwartungen vereinbaren,
den Teamzusammenhalt stärken,
Belastungen der Mitarbeitenden frühzeitig erkennen und Unterstützung anbieten.
MPC- Fragen
1.1 Wenn man sein Zu-spät-Kommen damit erklärt, dass der Besuch von Freunden einen vom rechtzeitigen Aufbruch zur Arbeit abgehalten hat… c
… dann kann man die Begründung der Urteilstendenz des Self-Serving Bias zuordnen.
1.2 Definitionen einiger Wahrnehmungs- und Urteilstendenzen a
Wahrnehmungstendenzen sind eine Art Verzerrung (englisch Bias).
1.3 Aussagen zum Selbstkonzept a/b/d
Selbstkonzept bezeichnet das Wissen eines Menschen über sich selbst.
Beim Selbstkonzept kann man das Real Self (wie bin ich) von Ideal Self (wie möchte ich sein) unterscheiden. Man bezeichnet dies als die kognitive Komponente des Selbst.
Beim Selbstkonzept kann man die personale Identität (was macht mich einzigartig) von der sozialen Identität (wer bzw. wie bin ich in Bezug zu anderen) unterscheiden. Personale und soziale Identität beeinflussen sich gegenseitig
1.4 Aussagen zum Menschenbild a/d
A – (S. 84)
McGregor (1960) hat in seiner XY-Theorie das Menschenbild X, nach dem der von Natur aus arbeitsunwillige Mensch zur Arbeit angehalten werden muss, vom Menschenbild Y unterschieden,nach dem der Mensch grundsätzlich leistungsbereit ist, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen vorliegen.
Die Selbstbestimmungstheorie nach Deci & Ryan basiert auf dem Menschenbild Y.
1.5 Aussagen zu Motivation und Arbeitszufriedenheit b/c/d
Die drei Basisbedürfnisse der Selbstbestimmungstheorie von Deci &
Ryan heißen Kompetenzerleben, Selbstbestimmung und Zugehörigkeit.
Deci & Ryan setzen intrinsische Motivation der Verhaltensregulation gleich
mit Selbstbestimmung und differenzieren extrinsische Motivation vierfach, je nach dem Grad
der Internalisierung von anderen übernommener Werte oder Anreize.
Arbeitszufriedenheit ist die Differenz aus eigenem Anspruchsniveau bei der Arbeit, erlebter
Bedürfnisbefriedigung und subjektiver Bedeutsamkeit der Abweichun
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