Europäisches Verbundnetz
Wechselstrom mit Netzfrequenz 50Hz
Erzeuger synchron verschaltet
(gleiche Frequenz, gleiche Phasenlage)
Aufbau Energiesystem – bisher unidirektional
Aufbau Energiesystem – zukünftig bidirektional
Kapazitätsfaktor
Der Kapazitätsfaktor (%) berechnet sich aus dem Jahresenergieertrag in kWh geteilt durch das Produkt aus Nennleistung der Windenergieanlage in Kilowatt und die 8.760 Stunden des Jahres.
Der Kapazitätsfaktor wurde eingeführt, um verschiedene Standorte schnell einordnen zu können.
windreicheren Standorten um 30 %, max 47 %
windärmeren Standorten bei ca. 18 %
Primärregelleistung
Sekundärregelleistung
Minutenreserveleistung
Primärregelleistung:
wird zur schnellen Stabilisierung des Netzes innerhalb von 30 Sekunden benötigt
Sekundärregelleistung:
energetischer Ausgleich der Regelzone und Frequenzregelung innerhalb von 5 Minuten
Minutenreserveleistung:
wirtschaftliche Optimierung innerhalb von 15 Minuten (z.B.: Kaltstart von Gasturbinen, Nachfragesteuerung, Virtuelle Kraftwerke,(EEG-Anlagen))
Virtuelles Kraftwerk
Virtuelle Kraftwerke koordinieren und steuern dezentrale Erzeugungseinheiten
Statische + dynamische Spannungshaltung
statisch:System kehrt nach kleiner Störung in den stationären Ausgangszustand zurück
dynamisch: Nach größeren Störungen wird durch transiente und dynamische Ausgleichsvorgänge der stabile Betriebspunkt wiedererlangt
Aktuelle Methoden der Spannungshaltung
Technische Möglichkeiten
Ausreichend stark dimensionierte
Leitungen
Regelbare Transformatoren
Einrichtung von Blindstromkompensation
Möglichkeiten im Betrieb
Steuerung der Blindleistungseinspeisung von Kraftwerken
Steuerbare Anlagen zur Blindleistungskompensation
Schaltung von Teilnetzen zur Stabilisierung
Redispatch (Änderung der Fahrpläne von Großkraftwerken)
Blindleistung Q
verrichtet physikalisch gesehen keine Arbeit, wird aber zum Auf- und Abbau des Magnetfedes benötigt
Netze müssen für Scheinleistung, d.h., die geometrische Summe aus Wirk- und Blindleistung ausgelegt werden.
Auch die ohmschen Verluste beim Energietransport entstehen auf Grundlage der Scheinleistung, zusätzliche Blindleistung führt daher zu größeren Transportverlusten.
Herausforderung: Blindleistung auf dem richtigen Niveau halten
• zu niedrig: Spannung sinkt und Stromfluss wird gestört
• zu hoch: weniger freie Kapazität für nutzbare Wirkleistung
→ Kompensationsanlagen in Form von Phasenschiebern, Spulen (induktiv) und Kondensatoren (kapazitiv) ein, um nach Bedarf Blindleistung zu verbrauchen oder zu erzeugen
• Windenergieanlage als Blindleistungsquelle
Kapazitiver Widerstand
Potenzialdifferenzen zwischen z. B. Leitungssträngen (vgl. Kondensator)
Tritt nur bei Wechselstrom auf (frequenzabhängig)
Strom eilt Spannung voraus (Phasenverschiebung)
Induktiver Widerstand
Elektrische Ströme erzeugen um sich herum ein Magnetfeld (vgl. Spule)
Widerstandswert frequenzabhängig
Spannung eilt Strom voraus (Phasenverschiebung)
Umrichter
Umrichter als WEA-Komponente zur Systemstabilisierung
Aufgaben:
• Drehzahlvariabilität
• Einspeisung bei Netzfrequenz
• Einspeisung bei Netzspannung
• Bereitstellung von Systemdienstleistungen (Blindleistungsbereitstellung & Virtuelle Schwungmasse)
Systemstabilität: Spannungshaltung
Blindleistungsregelung - DFIG+Teilumrichter
DFIG = Doubly Fed Induction Generator = Doppelt gespeister Asynchrongenerator
Der Stator ist direkt mit dem Netz verbunden.
Der Rotor ist über einen Umrichter mit dem Netz verbunden.
Umrichterleistung bei ca 30% der Nennleistung
Stellt Blindleistung direkt bereit (ohne netzseitigen
Umrichter)
Hohe Effizienz, aber wartungsintensiv
Blindleistungsregelung - PMSG+Vollumrichter
PMSG = Permanent Magnet Synchronous Generator
= Permanentmagnet-Synchrongenerator
Netzseitiger Umrichter stellt Blindleistung über Phasenversatz bereit
Höhere Materialkosten und politische Abhängigkeit (Permanentmagnete), aber weniger wartungsintensiv
Dynamische Spannungshaltung – Low Voltage Ride Through (LVRT)
Aktive Netzstützung bei Unterspannung (Low Voltage Ride Through (LVRT))
• Durchfahren von Spannungseinbrüchen
• Sofortiges Einspeisen nach Fehlerklärung
• Definierten Kurzschlussstrom zur Verfügung stellen
LVRT bedeutet, dass eine Windkraftanlage einen kurzzeitigen Netzspannungseinbruch „durchreiten“ kann, ohne sich sofort vom Netz zu trennen. Dadurch verhindert man, dass bei einem Netzfehler große Erzeugungsleistungen gleichzeitig ausfallen, und die Anlage kann währenddessen zur Netz- bzw. Spannungsstützung beitragen.
Flicker
Spannungsschwankungen in Stromnetzen die zu subjektiv visuell wahrnehmbaren Leuchtdichteschwankungen bei z.B. Glühlampen führen können
• Ursache an der WEA: periodische Leistungsschwankungen mit der Blattdurchgangsfrequenz, die durch Turmschatten- bzw. Turmstaueffekt, entstehen können
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