Was ist Insulin?
Insulin ist ein körpereigenes Peptidhormon, das in den β-Zellen der Langerhans-Inseln des Pankreas gebildet wird. Als Medikament wird es vor allem zur Behandlung des Diabetes mellitus eingesetzt.
Was ist bei der Lagerung von bereits verwendeten Insulinpens zu beachten?
Das ist präparatabhängig. Viele angebrochene Pens werden bei Raumtemperatur gelagert und sind nur für eine bestimmte Zeit verwendbar.
→ Immer die Fachinformation des konkreten Präparats beachten.
Warum sollte Insulin nicht direkter Hitze oder starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden?
Hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung können die Wirksamkeit des Insulins beeinträchtigen.
Warum muss die Insulingabe mit der Nahrungsaufnahme abgestimmt werden?
Insulin senkt den Blutzucker, während Kohlenhydrate aus der Nahrung den Blutzucker erhöhen. Eine falsche Abstimmung kann zu Hypo- oder Hyperglykämien führen.
Was ist der KE-Faktor bzw. Kohlenhydratfaktor?
Der Kohlenhydratfaktor gibt an, wie viel Insulin für eine bestimmte Menge an Kohlenhydraten benötigt wird.
Beispiel: 1 KE = 10 g Kohlenhydrate.
Der individuelle Insulinbedarf pro KE muss ärztlich bzw. im Rahmen der individuellen Diabetesschulung festgelegt werden.
Was muss ein Mensch mit Typ-1-Diabetes bei körperlicher Aktivität beachten?
Bewegung kann die Insulinwirkung erhöhen und den Glukoseverbrauch steigern. Dadurch kann eine Hypoglykämie entstehen.
Je nach Situation können notwendig sein:
zusätzliche Kohlenhydrate
Anpassung der Insulindosis
zusätzliche Glukosekontrollen
Warum darf Insulin bei einer Erkrankung nicht einfach eigenständig abgesetzt werden?
Bei Typ-1-Diabetes besteht ein absoluter Insulinmangel. Ein vollständiges Weglassen von Insulin kann zu einer schweren Hyperglykämie und diabetischen Ketoazidose führen.
Was sollte bei Krankheitstagen („Sick Days“) bei Menschen mit Typ-1-Diabetes beachtet werden?
Erkrankungen können den Insulinbedarf verändern und häufig erhöhen. Wichtig sind:
häufigere Glukosekontrollen
ggf. Ketonkontrollen
ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Insulin nach individuellem Therapieplan weiterführen
bei deutlicher Verschlechterung ärztliche Hilfe suchen
Warum kann der Insulinbedarf bei einer Infektion steigen?
nfektionen und andere körperliche Belastungen führen zur Ausschüttung von Stresshormonen, die die Glukosefreisetzung erhöhen und die Insulinwirkung vermindern können.
Welche Hauptwirkung hat Insulin?
Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es unter anderem die Aufnahme von Glukose in Muskel- und Fettzellen fördert und die Glukoseneubildung bzw. -freisetzung aus der Leber hemmt.
Welche weiteren Wirkungen hat Insulin auf den Stoffwechsel?
Insulin:
fördert den Aufbau von Glykogen
fördert den Aufbau von Fett
fördert die Eiweißsynthese
hemmt den Fettabbau
hemmt die Neubildung von Glukose
Merke: Insulin ist grundsätzlich ein aufbauendes (anaboles) Hormon.
Warum ist Insulin für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 lebensnotwendig?
Bei Typ-1-Diabetes besteht ein absoluter Insulinmangel. Ohne Insulin kann der Körper Glukose nicht ausreichend verwerten und es kann zu einer schweren Hyperglykämie und einer diabetischen Ketoazidose kommen.
Welche Insulinarten werden nach ihrer Wirkdauer unterschieden?
Vereinfacht:
kurz bzw. schnell wirksame Insuline
intermediär wirkende Insuline
lang bzw. sehr lang wirkende Basalinsuline
Was sind schnell wirksame Insulinanaloga?
Sie wirken relativ schnell und werden vor allem zur Abdeckung von Mahlzeiten und für Korrekturen eingesetzt.
Beispiele:
Insulin Lispro
Insulin Aspart
Insulin Glulisin
Was ist Normalinsulin bzw. Humaninsulin?
Normalinsulin ist kurz wirksames Humaninsulin. Es wird unter anderem zur Mahlzeitenabdeckung eingesetzt und kann auch intravenös angewendet werden, beispielsweise in bestimmten Notfallsituationen.
Was sind Basalinsuline?
Basalinsuline decken den Grundbedarf an Insulin über einen längeren Zeitraum ab, insbesondere zwischen den Mahlzeiten und während der Nacht.
Beispiele sind:
Insulin Glargin
Insulin Detemir
Insulin Degludec
Was ist der Unterschied zwischen Bolus- und Basalinsulin?
Basalinsulin: deckt den kontinuierlichen Grundbedarf.
Bolusinsulin: deckt den zusätzlichen Bedarf, insbesondere zu Mahlzeiten oder zur Korrektur erhöhter Glukosewerte.
Was ist Mischinsulin?
Mischinsulin enthält eine Kombination aus kurz bzw. schnell wirksamem und länger wirksamem Insulin in einem festgelegten Verhältnis.
Warum muss bei Insulin auf Wirkeintritt, Wirkmaximum und Wirkdauer geachtet werden?
Damit die Insulinwirkung zeitlich zur Nahrungsaufnahme und zum Glukoseverlauf passt. Eine falsche zeitliche Abstimmung kann insbesondere zu Hypoglykämien führen.
Wovon hängt die Wirkdauer eines Insulins ab?
Unter anderem von:
Insulinart
Präparat
Dosis
Injektionsstelle
Durchblutung des Gewebes
körperlicher Aktivität
Wichtig: Die genauen Wirkzeiten sind präparatabhängig und müssen der jeweiligen Fachinformation entnommen werden.
Wie wird Insulin normalerweise verabreicht?
In der Regel subkutan (s.c.), beispielsweise mit:
Insulinpen
Insulinspritze
Insulinpumpe
Bestimmte Insuline können unter geeigneten Bedingungen auch intravenös gegeben werden.
Warum wird Insulin normalerweise nicht oral verabreicht?
Insulin ist ein Peptidhormon. Bei oraler Einnahme würde es im Magen-Darm-Trakt weitgehend enzymatisch abgebaut und könnte deshalb nicht ausreichend wirken.
Welche Stellen eignen sich für eine subkutane Insulininjektion?
Typische Stellen sind:
Bauch
Oberschenkel
Gesäß
Oberarm
Die konkrete Stelle richtet sich auch nach Insulinpräparat und individueller Schulung.
Warum müssen die Injektionsstellen regelmäßig gewechselt werden?
Um Gewebeveränderungen wie Lipohypertrophien zu vermeiden. Diese können die Insulinaufnahme unvorhersehbar verändern
Was ist bei einer Insulininjektion besonders zu kontrollieren?
Die 6-R-Regel der Medikamentengabe:
richtiger Patient
richtiges Medikament
richtige Dosierung
richtige Applikationsart
richtiger Zeitpunkt
richtige Dokumentation
Zusätzlich: Blutzucker, Insulinart und ggf. Kohlenhydratmenge berücksichtigen.
Was ist die wichtigste Nebenwirkung einer Insulintherapie?
Sie kann insbesondere auftreten, wenn die Insulindosis zu hoch ist oder zu wenig Kohlenhydrate aufgenommen wurden.
Welche Symptome können bei einer insulinbedingten Hypoglykämie auftreten?
ypische Symptome:
Schwitzen
Zittern
Herzklopfen
Heißhunger
Unruhe
Konzentrationsstörungen
Verwirrtheit
Sehstörungen
Krampfanfälle
Bewusstlosigkeit
Was muss bei einer Hypoglykämie unter Insulintherapie sofort beachtet werden?
Bei wachem und schluckfähigem Patienten: schnell wirksame Kohlenhydrate geben.
Bei Bewusstlosigkeit: nichts oral geben → Aspirationsgefahr. Notfallmaßnahmen einleiten und Glukose bzw. Glukagon entsprechend Standard/Anordnung verabreichen.
Welche lokalen Nebenwirkungen können durch Insulininjektionen entstehen?
Möglich sind:
Schmerzen
Rötungen
Hämatome
Schwellungen
Lipohypertrophien
selten Lipodystrophien
Was ist eine Lipohypertrophie?
Eine Verdickung des Unterhautfettgewebes an häufig verwendeten Injektionsstellen.
Sie kann dazu führen, dass Insulin unregelmäßig aufgenommen wird.
Wie sollte ungeöffnetes Insulin grundsätzlich gelagert werden?
In der Regel im Kühlschrank bei 2–8 °C, entsprechend der Fachinformation des jeweiligen Präparats.
Wichtig: Insulin darf nicht einfrieren
Warum darf Insulin nicht eingefroren werden?
Durch Einfrieren kann die Struktur und Wirksamkeit des Insulins beeinträchtigt werden. Gefrorenes Insulin sollte nicht verwendet werden.
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