Was ist der Unterschied zwischen dem historischen Jesus und dem Christus des Glaubens?
Der historische Jesus bezeichnet Jesus als historische Gestalt des 1. Jahrhunderts.
Der Christus des Glaubens bezeichnet Jesus, wie er innerhalb des christlichen Glaubens interpretiert wird – insbesondere als Messias, Sohn Gottes, Auferstandener und Kyrios.
Die sogenannte Leben-Jesu-Forschung versuchte teilweise, hinter den christlichen Überlieferungen den historischen Jesus zu rekonstruieren.
Das Problem:
Unsere Quellen über Jesus sind selbst bereits theologisch interpretierte Zeugnisse.
Die Evangelien sind daher keine modernen neutralen Biografien.
Sie erzählen Geschichte und bezeugen Glauben.
Was bedeutet „Reich Gottes“ im Neuen Testament?
Das Reich Gottes bzw. die Gottesherrschaft ist eines der zentralen Themen der Verkündigung Jesu.
Dabei geht es nicht primär um einen geografischen Ort namens „Himmel“.
Gemeint ist vielmehr die wirksame Herrschaft Gottes.
Besonders interessant ist die Spannung:
Schon jetzt – und noch nicht vollständig.
Das Reich Gottes ist nach neutestamentlicher Vorstellung bereits in Jesu Wirken gegenwärtig, aber seine endgültige Vollendung steht noch aus.
Das wird häufig als „eschatologischer Vorbehalt“ bzw. als Spannung zwischen gegenwärtiger und zukünftiger Eschatologie beschrieben.
Damit verbindet sich eine ganze Theologie:
Heil
Umkehr
Gerechtigkeit
Hoffnung
Gericht
Auferstehung
Vollendung der Schöpfung
Was bedeutet Trinität?
Die christliche Trinitätslehre versucht, zwei Überzeugungen gleichzeitig festzuhalten:
Es gibt nur einen Gott.
Vater, Sohn und Heiliger Geist sind wirklich göttlich.
Daraus ergibt sich die klassische Formel:
Ein Gott – drei Personen.
Dabei bedeutet „Person“ im heutigen psychologischen Sinn nicht einfach drei voneinander unabhängige Individuen.
Die Entwicklung der Trinitätslehre ist eng mit den Konzilien von Nicäa 325 und Konstantinopel 381 verbunden.
Ein wichtiges Fachwort ist homoousios:
wesensgleich
Der Sohn ist demnach nicht ein geschaffenes Wesen unterhalb Gottes, sondern wahrhaft Gott.
Die Trinität ist damit nicht einfach „1 = 3“, sondern eine Aussage über das Verhältnis von Einheit des göttlichen Wesens und Differenz der Personen.
Was ist Rechtfertigungslehre?
Die Rechtfertigungslehre beschäftigt sich mit der Frage:
Wie gelangt der Mensch in das richtige Verhältnis zu Gott?
Im Zentrum der Reformation stand insbesondere die Kritik an bestimmten mittelalterlichen Vorstellungen und Praktiken.
Bei Martin Luther wird die Rechtfertigung aus Glauben zentral.
Das bedeutet vereinfacht:
Der Mensch wird nicht dadurch vor Gott gerecht, dass er sich seine Erlösung durch gute Werke „verdient“.
Die reformatorische Formel lautet:
sola gratia – allein aus Gnade sola fide – allein aus Glauben
Dabei darf man die Reformation allerdings nicht auf „Luther gegen gute Werke“ reduzieren.
Die katholische Theologie entwickelte im Konzil von Trient eine differenzierte Gegenposition, und moderne ökumenische Dialoge haben erhebliche Annäherungen erreicht.
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