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by Carmen S.

1 Welche allgemeinen Aussagen treffen auf ERAS-Konzepte (Enhanced Recovery After Surgery) zu?

a)  Es handelt sich um ein unimodales Behandlungskonzept.

b)  Das Konzept stammt ursprünglich aus den USA.

c)  ERAS umfasst drei Säulen von Grundprinzipien.

d)  Das Thema Prähabilitation und Präkonditionierung spielt bei ERAS-Kon-

  1. zepten eine große Rolle.

    e)  Ein zentrales Problem in der Umsetzung von ERAS-Programmen ist der

    hohe Organisationsgrad unter Einbeziehung vieler Schnittstellen.


a) Falsch. Es handelt sich um ein multimodales Behandlungskonzept nach opera- tiven Eingriffen, welches prozedurenspezifisch, evidenzbasiert und interdiszip- linär angewandt wird. Ziel ist die schnellstmögliche Wiederherstellung der phy- sischen und psychischen Leistungsfähigkeit nach chirurgischen Eingriffen.

b)Falsch. Das Konzept wurde erstmalig von Dr. Kehlet in Dänemark vorge- stellt. Bis heute sind skandinavische Länder Vorreiter in der Umsetzung von ERAS. Die ERAS-Society wurde 2001 von Professor Ken Fearon (Großbri- tannien) und Professor Olle Ljungqvist (Schweden) gegründet.

c) Richtig. Es handelt sich um prä-, intra- und postoperative Prinzipien, diese umfassen unter anderem:

  • –  präoperativ: Nikotinkarenz, Alkoholabstinenz, Atemtraining, ambulante

    Vorbereitung, Patienteninformation/-Motivation, kurze präoperative Nüchternheit, PONV-Prophylaxe, Ausgleich kataboler Stoffwechsella- gen und Prähabilitation

  • –  intraoperativ: balancierte Flüssigkeitstherapie, Normothermie, Mini- mierung des Zugangstraumas, Verzicht auf Drainagen, Sonden und Katheter

  • –  postoperativ: schneller Kostaufbau, Physiotherapie, optimierte Analge- sie und frühzeitige Mobilisation umfassen.


    d) Richtig. Verschiedene Studien zeigen eine Reduktion der postoperativen Morbidität und der Krankenhausverweildauer bei präoperativem Atemtrai- ning, Muskelaufbau/Ausdauertraining, Gewichtsnormalisierung und Niko- tinabstinenz von vier Wochen prä- und postoperativ.

    e) Richtig. Die Implementierung und Umsetzung von ERAS-Konzepten er- fordern einen hohen Organisationsgrad unter Einbeziehung vieler Schnitt- stellen. Wichtig sind: Einsatzbereitschaft und Flexibilität für Änderungen des Personals und ein ausreichender Personalschlüssel des betreuenden Teams. Weitere einzubeziehende Faktoren sind soziale Aspekte wie das Verhalten des Patienten (soziale Anbindung zu Hause, Akzeptanz der kür- zeren Liegedauer und eine höhere Eigenverantwortung) und gesundheits- ökonomische Aspekte/G-DRG System (untere Grenzverweildauer).


2. Welche Aussagen zur allgemeinen präoperativen Vorbereitung vor chi- rurgischen Eingriffen in ERAS-Konzepten treffen zu?

a)  Klare Flüssigkeiten dürfen bis zu vier Stunden präoperativ verabreicht wer- den, um präoperatives Fasten zu reduzieren.

b)  Präoperativ erfolgt die Einnahme eines sedativ-wirkenden Medikaments.

c)  Nur ausgewählte Patienten erhalten eine präoperative PONV-Prophylaxe.

d)  Eine präoperative Darmvorbereitung vor kolorektalen Eingriffen wird nicht mehr empfohlen.

e)  Eine präoperative Rasur des Operationsgebietes wird nicht mehr empfohlen.


a)  Falsch. In europäischen und amerikanischen anästhesiologischen Gesell- schaften gibt es eine Änderung des Dogmas zur Reduktion des präoperati- ven Fastens: Bei elektiven Eingriffen (und Patienten ohne Magenentlee- rungsstörungen) ist die Einnahme klarer Flüssigkeiten bis zu zwei Stunden präoperativ möglich, Essen bis zu sechs Stunden präoperativ. In ERAS-Pro- grammen erfolgt außerdem die Gabe eines 400 ml-Kohlenhydrat-Drinks (Maltodextrin) ca. zwei Stunden präoperativ (Reduktion postoperativer Un- ruhe, Liegedauer und Morbidität).

b)  Falsch. Die Einnahme sedativer Prämedikationspräparate innerhalb 12 Stunden präoperativ führt zu einer prolongierten postoperativen Erholungs- phase und Verlängerung von psychomotorischen Funktionen innerhalb der ersten vier Stunden postoperativ. Eine Einnahme wird daher nicht mehr empfohlen. Sehr aufgeregten Patienten kann präoperativ ein kurzwirksames Benzodiazepin (z. B. Midazolam) verabreicht werden.

c)  Falsch. Studien konnten zeigen, dass alle Patienten von einer präoperativen PONV-Prophylaxe profitieren. In ERAS-Protokollen wird die orale bzw. i. v. Gabe von 8 mg Dexamethason vor dem Transport in den OP empfoh- len. Dies führt postoperativ zu einer Verringerung von Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen sowie zu einer Verbesserung der Lungenfunktion.

d)  Falsch. Es handelt sich hier um ein kontrovers diskutiertes Thema. Retros- pektive Kohortenstudien und Metaanalysen zeigten eine signifikante Re- duktion von Wundinfektionen und teilweise geringere Anastomoseninsuffi- zienzraten bei Patienten mit präoperativer Darmvorbereitung in Kombination mit Antibiose vor elektiver kolorektaler Chirurgie. Die Leitlinienkommis- sionen der WHO 2016 und der Krinko 2016 empfehlen aktuell dieses Vorgehen.

e)  Richtig. 2016 veröffentlichte das Lancet Journal die WHO-Empfehlungen zur Vermeidung chirurgischer Infektionen. Hierbei wurde von einer präope- rativen Rasur abgeraten, da sie zu Mikroläsionen der Haut und einer höhe- ren lokalen Wundinfektionsrate führt. Falls gewünscht, können Haare mit einer Haarschneidemaschine entfernt bzw. gekürzt werden. Eine ähnliche Empfehlung existiert von der Kommission für Krankenhaushygiene und In- fektionsprävention des Robert Koch-Instituts aus dem Jahre 2007.


3. Welche Aussagen zur allgemeinen intraoperativen Vorgehensweise bei chirurgischen Eingriffen im Rahmen von ERAS-Protokollen treffen zu?

a)  Laparoskopisch durchgeführte onkologische Eingriffe haben ein Besseres onkologisches Outcome.

b)  Für die Verwendung von Drainagen besteht eine großzügige Indikation.

c)  Intraoperative intravenöse Flüssigkeitsgabe wird nur restriktiv empfohlen.

d)  Die perioperative Antibiotikagabe dient der Vermeidung von Wundinfekten.

e)  Bei großen elektiven chirurgischen Eingriffen sollte präoperativ eine Anämie ausgeschlossen werden.


a)  Falsch. Bei laparoskopischem Vorgehen zeigen sich bei fast allen Operati- onen eine verkürzte Krankenhausverweildauer, weniger postoperative Schmerzen und niedrigere perioperative Komplikationsraten bei vergleich- barem onkologischem Ergebnis im Vergleich zur offen-konventionellen Chirurgie.

b)  Falsch. In ERAS-Programmen wird die restriktive Anwendung von Draina- gen mit strenger Indikationsprüfung empfohlen. Verschiedene Studien zei- gen, dass die Anwendung von intraabdominellen Drainagen in der kolorek- talen Chirurgie und nach Appendektomie keinen Vorteil hat. Bei Leberresektionen werden bei Drainageneinlage vermehrt infizierte Flüssig- keitskollektionen beschrieben.

c)  Richtig. Intraoperative intravenöse Flüssigkeitsgabe wird nur restriktiv empfohlen und kann zu Darmwandödemen, Anastomoseninsuffizienzen, postoperativer Darmatonie und erhöhtem interstitiellen Wassereinlagerun- gen führen. Bei normovolämen Patienten besteht die Empfehlung zu einer restriktiven intraoperativen Flüssigkeitsgabe und dem Gebrauch von Vaso- pressoren zur Blutdruckstabilisierung.

d)  Richtig. Die Wundinfektionsrate nimmt jede Stunde nach Operationsbe- ginn signifikant zu. Die erste Dosis des Antibiotikums sollte je nach Anflu- tungszeit rechtzeitig vor der Operation gegeben werden (normalerweise 30–60 Minuten präoperativ). Bei starkem Blutverlust (>1 Liter) oder länger dauernden Operationen muss in Abhängigkeit von der Halbwertzeit des ap- plizierten Antibiotikums eine Folgedosis verabreicht werden. Diese wird in der Regel erforderlich, wenn der Eingriff länger dauert als die doppelte Halbwertszeit des Antibiotikums.

e) Richtig. Die aktuelle AWMF-Leitlinie zur Therapie der präoperativen Anä- mie empfiehlt die Diagnostik und Therapie der präoperativen Anämie.

Die häufigste Ursache von Anämie ist ein Eisenmangel. Eine Therapie mit Eisen ohne vorherige Ursachenklärung der Anämie ist jedoch nicht indi- ziert. Eine ursachengerechte präoperative Therapie mit Erythropoietin und oralem/intravenösem Eisen wird unter Berücksichtigung der Kontraindika- tionen empfohlen. Als Beispiel: Bei Anämie im Rahmen einer chronischen Erkrankung oder bei renaler Anämie wird die Behandlung mit Erythopoie- tin allein oder, bei zusätzlichem Eisenmangel, in Verbindung mit Eisen empfohlen.

Für eine präoperative Transfusion von Erythrozytenkonzentraten exis- tiert keine Evidenz hinsichtlich der Mortalität. Daher gibt es aktuell keine Empfehlung für Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten zur sympto- matischen Behandlung von präoperativer Anämie.


4. Welche Aussage zum postoperativen Procedere im Rahmen von ERAS- Programmen trifft zu?

a)  Postoperatives Kaugummi kauen ist fester Bestandteil von ERAS-Programmen.

b)  Der postoperative Kostaufbau soll vorsichtig erfolgen, da es sonst zum Ileus kommen kann.

c)  Eine frühzeitige Mobilisation führt zu einer Verringerung der Mortalität.

d)  Bei Einhaltung von ERAS-Programmen kommt es zu einer Verbesserung 5-Jahres Überlebensrate nach kolorektalen onkologischen Eingriffen.

e)  Nicht-blutende, kardiologisch und respiratorisch stabile intensivmedizinische Patienten mit einer Hämoglobinkonzentration von >7 g/dL sollten in der Regel keine Bluttransfusionen erhalten.


a)  Richtig. Postoperatives Kaugummi kauen und Laxanzieneinnahme verrin- gern postoperative Darmatonien.

b)  Falsch. Die S3-Leitlinie ‚Klinische Ernährung in der Chirurgie‘ der Deut- schen Gesellschaft für Ernährungsmedizin empfiehlt auch nach kolorektalen Eingriffen die orale Nahrungszufuhr einschließlich klarer Flüssigkeiten in- nerhalb einiger Stunden postoperativ. Ein zügiger postoperativer Kostaufbau führt zu einer Vermeidung von Sarkopenie, weniger Insulinresistenz, einer verringerten Morbidität und Mortalität und wird daher empfohlen. Auf intra- venöse Infusionen sollte möglichst zeitig postoperativ verzichtet werden.

c)  Falsch. Die Mobilisation bereits am OP-Tag ist ein zentrales Element von ERAS-Programmen und führt zu einer Verringerung der Liegedauer, des Pneumonie- und Thromboserisikos. Eine Verringerung der Mortalität konnte nicht nachgewiesen werden.

d)  Richtig. Verschiedene schwedische Studien beschreiben bei einem hohen Umsetzungsgrad von >70 % in ERAS-Programmen eine Verbesserung der 5-Jahresüberlebensrate nach kolorektaler onkologischer Chirurgie.

e)  Richtig. Auf Grund des Risikos für Transfusionsreaktionen und -komplika- tionen bei nicht blutenden Patienten die wird Indikation für Transfusionen restriktiv gestellt. Ausnahmen sind akut blutende Patienten. Hier wird bei- spielweise die Transfusion bei einer Hämoglobinkonzentration von <6 g/dL unabhängig der Klinik und 6–8 g/dL bei Risikofaktoren wie koronare Herz- krankheit oder Z.n. zerebraler Ischämie empfohlen. Bei Patienten mit chro- nischer Anämie wird bei einer Hämoglobinkonzentration von 7–8 g/dL ohne klinische Manifestation und bei Symptomen von <8 g/dL die Transfu- sion indiziert.


5. Welche Aussagen zur perioperativen Ernährung treffen zu?

a)  Onkologische Patienten sollen vor großen viszeralchirurgischen Eingriffen auf das Vorliegen eines hohen metabolischen Risikos gescreent werden.

b)  Eine parenterale Ernährung wird empfohlen, wenn die enterale Ernährung nicht möglich ist.

c)  Ein hohes metabolisches Risiko kann auch bei adipösen Patienten vorliegen.

d)  Die parenterale Ernährung kann in der kolorektalen Chirurgie frühestens ab dem ersten postoperativen Tag begonnen werden.

e)  Durch die Einnahme einer immunomodulatorischen Trinknahrung kann die postoperative Morbidität reduziert werden.


a) Richtig. Insbesondere onkologische Patienten und Patienten mit hohem Ri- siko sollten bezüglich Malnutrition gescreent werden. Es kommen verschiedene Scores in Frage:

  • Nutrition Risk in the Critically III (Nutric) Score: Identifiziert kritischkranke Patienten, welche von einer Ernährungstherapie profitie-

    ren würden

  • Nutrition Risk Screening 2002 (NRS-2002): Risikovorhersage für eine

    Malnutrition bei stationären Patienten

  • Mini Nutritional Assessment (MNA): für geriatrische Patienten.

    b) Richtig. Laut der S3-Leitlinie ‚Klinische Ernährung in der Chirurgie‘ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin eine künstliche Ernährung bei Patienten mit Mangelernährung und solchen ohne manifeste Mangeler- nährung empfohlen, wenn

  • für >7 Tage postoperativ eine orale Kostzufuhr unmöglich ist.

  • der Patient postoperativ für >10 Tage nicht in der Lage ist, mehr als 60–75 % der empfohlenen Energiemenge oral aufzunehmen. In diesem Fall kann empfohlen werden, die künstliche Ernährung (bevorzugt ente-

    ral) ohne Verzögerung einzuleiten.

  • der Energie- und Substratbedarf nicht durch eine orale und/oder enterale

    Ernährung allein (<60 % des Energiebedarfs) gedeckt wird. In diesem Fall ist die Kombination von enteraler und parenteraler Ernährung (sup- plementierende parenterale Ernährung) empfohlen.

    Eine kombinierte Ernährung ist nicht notwendig, wenn die erwartete Peri- ode der parenteralen Ernährung <4 Tagen liegt. Wenn die voraussichtliche Dauer zwischen 4–7 Tagen liegt, kann die Ernährung hypokalorisch über einen peripheren Zugang verabreicht werden.

  • Bei einer Dauer von 7–10 Tagen kann die Anlage eines zentralvenösen Katheters empfohlen werden. Eine totale parenterale Ernährung sollte dann begonnen werden, wenn eine Indikation vorliegt und eine enterale Ernährung nicht durchführbar oder kontraindiziert ist (z. B. Kurzdarm <60 cm oder Peritonealkarzinose).

  • Die S3-Leitlinie setzt folgende perioperative Ernährungsschwerpunkte:

  • Einbeziehung der Ernährung in das therapeutische Gesamtkonzept

  • Screening und Erfassung des metabolischen Risikos vor der stationären

    Aufnahme

  • Vermeidung längerer perioperativer Nüchternheitsperioden

  • Blutzuckermonitoring

  • Frühe Mobilisierung zur Stimulation von Proteinsynthese und Muskelfunktion

c) Richtig. Ein hohes metabolisches Risiko kann auch bei adipösen Patienten vorliegen. Ein Screening auf Malnutrition ist deshalb auch bei adipösen Pa- tienten wichtig.


d) Falsch. Der orale Kostaufbau kann bei den meisten Patienten postoperativ noch am Operationstag begonnen werden. Im Vergleich zum verzögerten Kostaufbau geht der frühe Kostaufbau mit einer Senkung der Morbidität und einer Verkürzung der Krankenhausverweildauer einher, ohne dabei die Letalität, die Anastomosenheilung oder das Wiedereintreten der Darmfunk- tion negativ zu beeinflussen.

e) Richtig. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Einnahme einer mit immunomodulatorischen Substraten angereicherten Trinknahrung (Argi- nin, n3-Fettsäuren, Ribonukleotide), zu einer Reduktion der Morbidität und der Krankenhausverweildauer führt. Insbesondere mangelernährte Patien- ten profitieren von dieser Therapie.

6. Welche Aussagen zur Ernährung onkologischer Patienten sind korrekt?

a)  Der Kalorienbedarf beträgt mindestens 30 kcal pro Kilogramm Körperge- wicht (kg/KG).

b)  Mangelernährte Patienten mit einer Hypoalbuminämie zeigten im Vergleich mehr Zytostatika-assoziierte Nebenwirkungen.

c)  Leitsymptom der krankheitsassoziierten Mangelernährung ist der signifi- kante unbeabsichtigte Gewichtsverlust.

d)  Auch in einer palliativen Situation kann die Ernährung über eine PEG-, Je- junalsonde oder einen zentralen Zugang erfolgen.

e)  Flüssigkeit kann in der Palliativsituation auch subkutan zugeführt werden.


a)  Richtig. Der Kalorienbedarf beträgt mindestens 30 kcal pro Kilogramm Körpergewicht (1–1,5 g Eiweiß, 3 g Kohlenhydrate und 1–1,5 g Fett pro kg/KG).

b)  Richtig. Mangelernährte Patienten mit einer Hypoalbuminämie zeigen im Vergleich mehr Zytostatika-assoziierte Nebenwirkungen mit Anämie, Fati- gue und Appetitverlust als nicht-mangelernährte Patienten mit normalem Albuminspiegel.

c)  Richtig. Bis zu 80 % der Patienten mit fortgeschrittener maligner Erkran- kung leiden an Tumorkachexie und deren Auswirkungen (Müdigkeit, Leis- tungseinschränkung, psychosoziale Belastung).

d)  Richtig. Eine parenterale Ernährung kann auch zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt der Erkrankung erfolgen. Leitlinien legen folgende Indikationen fest: eine unzureichende Ernährung über den Darm, eine voraussichtliche Überlebenszeit von mehr als vier Wochen, Stabilisierung des Allgemeinzu- standes oder der Lebensqualität oder Patientenwunsch.

e)  Richtig. Ob eine subkutane oder intravenöse Flüssigkeitszufuhr in einer hoch-palliativen Situation gewünscht ist, sollte mit dem Patienten und den Angehörigen besprochen und abgewogen werden. Studien zeigen, dass Pa- tienten bei guter Mundpflege auch in palliativen Situationen ohne externe Flüssigkeitszufuhr nahezu kein Durstgefühl verspüren.


7. Welche Aussagen zu Vitamin-K-Antagonisten (Cumarinderivaten) sind richtig?

a)  Die zugehörigen Wirkstoffe sind Phenprocoumon und Warfarin.

b)  Vitamin-K-Antagonisten stellen das Medikament erster Wahl nach mechanischem Herzklappenersatz und zur Thrombembolieprophylaxe bei Vorhofflimmern dar.

c)  Das Monitoring erfolgt über die INR.

d)  Die Eindosierung erfolgt meist standardisiert.

e)  Ein Absetzen von Vitamin K-Antagonisten vor operativen Eingriffen istnicht notwendig.


a)  Richtig. Die zugehörigen Wirkstoffe sind Phenprocoumon (Marcumar®, Falithrom®) und Warfarin (Coumadin®). Es handelt sich um unselektive kompetitive Antagonisten von Vitamin K und erfolgt über die Synthese- hemmung von Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X.

b)  Richtig. Vitamin-K-Antagonisten stellen das Medikament erster Wahl bei mechanischem Herzklappenersatz und Thrombembolieprophylaxe bei Vor- hofflimmern dar. Nach initialer Heparinisierung können Vitamin-K-Ant- agonisten auch nach Lungenarterienembolie und tiefer Beinvenenthrom- bose eingesetzt werden.

c)  Richtig. Vitamin-K-Antagonisten können nach INR-Messung des Patienten je nach Ziel-INR durch den Patienten eingenommen und angepasst werden

d) Richtig. Bei Beginn der Therapiephase erfolgt die Eindosierung standardisiert

e) Falsch. Falls wegen eines Eingriffs eine Gerinnungsnormalisierung erforder- lich ist, sollten Vitamin-K-Antagonisten abgesetzt und mit NMH gebridgt wer- den. In Abhängigkeit des Thromboembolierisikos kann bei geringem Blutungs- risiko des Eingriffs auch eine moderate Absenkung der INR auf Werte von 1,8−2,0 für die Durchführung der Prozedur ausreichend sein.

Bei Niereninsuffizienz sollte NMH durch unfraktioniertes Heparin (UFH) er- setzt werden.

8. Welche Aussage zu direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) sind richtig?

a)  Bei DOAK werden zwei Wirkungsmechanismen unterschieden.

b)  Die meisten DOAK haben kein Antidot.

c)  Die Wirkung von DOAK kann wie bei Cumarinderivaten anhand des Quick-/INR-Wertes gemessen werden.

d)  Vor chirurgischen Eingriffen müssen DOAK abgesetzt und mit NMH gebridgt werden.

e)  Die Einnahme der DOAK sollte frühestens 7 Tage nach dem chirurgischen Eingriff wieder begonnen werden.


a) Richtig. Es wird zwischen den oralen Xa-Inhibitoren und den oralen Thrombin-Antagonisten unterschieden. Zu den oralen Xa-Inhibitoren gehören: Apixaban (Eliquis®), Edoxaban (Lixiana®) und Rivaroxaban (Xarelto®). Zu den oralen Thrombin-Antagonisten gehört Dabigatran (Pradaxa®).

b) Falsch. Für die meisten DOAK existiert ein Antidot. Lediglich Edoxaban (Lixiana®) besitzt kein Antidot.

c) Falsch. Ein Monitoring der DOAK ist nicht möglich. Ebenfalls sind Inter- aktionen mit anderen Medikamenten möglich und bei der Gabe zu beachten.

d)  Falsch. DOAK zeichnen sich durch schnelles An- und Abfluten aus. Es gel

  1. ten folgende Empfehlungen:

    • Eingriffe mit hohem Blutungsrisiko: 48 Stunden präoperativ absetzen.

    • Eingriffe mit niedrigem Blutungsrisiko: 24 Stunden präoperativ absetzen.

    • Bei Niereninsuffizienz mit Einschränkung der GFR, Verlängerung des

      Absetzintervalls auf bis zu 96 Stunden präoperativ (insbesondere bei Da-

      bigatran).

    e)  Falsch. Es gelten folgende Empfehlungen für die postoperative Einnahme

    von DOAK:

    • Niedriges Blutungsrisiko: Wiederbeginn in üblicher Dosis 12–24 Stun-

      den postoperativ, wenn der Eingriff unkompliziert verlaufen ist.

    • Hohes Blutungsrisiko: Wiederbeginn in üblicher Dosis individuell je nach Verlauf und interdisziplinärer Entscheidung 24–48 Stunden

      postoperativ.

    • Ist aus Sicht des Operateurs eine längere DOAK-Pause notwendig, sollte

      eine Überbrückung mit NMH in therapeutischer Dosis erfolgen.


9. Welche Aussagen zum perioperativen Management Einnahme von As- pirin (Acetylsalicylsäure, ASS) sind richtig?

a)  ASS wirkt als Thrombozytenaggregationshemmer.

b)  Vor chirurgischen Eingriffen sollte ASS pausiert werden.

c)  Nach einem Eingriff ist der Wiederbeginn der ASS-Einnahme dem Blutungsrisiko anzupassen.

d)  Die Dauer der dualen Plättchenaggregation beträgt zwölf Monate nachchronischem Koronarsyndrom mit Stentimplantation.

e)  Die Dauer der dualen Plättenaggregation richtet sich nicht mehr nach der Art des Koronarstents.


a)  Richtig. Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt bereits bei einer Dosis von 50–100 mg irreversibel die Aktivität der Cyclooxygenasen I und II in den Thrombozyten und somit die Thrombozytenaggregation. In höherer Dosis (500–1000 mg) wirkt ASS antiphlogistisch, analgetisch und antipyretisch.

b)  Falsch. ASS muss perioperativ nicht pausiert werden. Bei Patienten mit einer KHK besteht ein 90-fach erhöhtes Risiko für das Auftreten eines kardialen Events wenn die ASS-Therapie perioperativ unterbrochen wird. Von Ausnahmen abgesehen, wird empfohlen die ASS-Einnahme bei elek- tiven operativen Eingriffen fortzuführen.

c)  Richtig. Falls ASS perioperativ pausiert wurde, kann ASS bei adäquater Hämostase maximal 24 Stunden nach erfolgter Operation wieder einge- nommen werden.

d)  Falsch. Normalerweise wird innerhalb der ersten sechs Monate nach Sten- timplantation bei chronischem Koronarsyndrom und zwölf Monate nach Stentimplantation nach akutem Koronarsyndrom zusätzlich die duale Plättchenaggregation mit ADP-Rezeptorinhibitoren bzw. P2Y12-Inhibito- ren (Clopidogrel, Ticagrelor, Prasugrel) empfohlen.

e) Richtig. Die Dauer der dualen Plättchenaggregation richtet sich nach der Indikation und dem individuellen Blutungsrisiko des Patienten. Früher wurde bei Patienten mit einem Drug-Eluting-Stent (DES) vs. einem Ba- re-Metal-Stent (BMS) eine längere duale Plättchenaggregation empfoh- len. Bei neuen DES treten keine erhöhten Thromboseraten auf.


11. Welche Aussagen zur Thrombembolieprophylaxe mit unfraktionier- tem und niedermolekularem Heparin (UFH und NMH) sind korrekt?

a)  In der Schwangerschaft darf NMH nicht eingesetzt werden.

b)  Bei NMH muss im Vergleich zu UFH auf Anzeichen einer Heparin-induzierten Thrombopenie (HIT) geachtet werden.

c)  Patienten nach kleineren chirurgischen Eingriffen und niedrigem Thrombembolierisiko benötigen keine Thrombembolieprophylaxe.

d)  Die Gabe von NMH oder UFH verhindert das Auftreten venöser Thrombembolien.

e)  Um die therapeutische Wirkung von NMH zu überprüfen, sollte präoperativ mindestens einmal eine Kontrolle der INR erfolgen.


a)  Falsch. UFH und NMH können während der Schwangerschaft eingesetzt werden, da sie weder plazenta- noch muttermilchgängig sind.

b)  Falsch. UFH weist ein 10-mal höheres Risiko für eine HIT I als NMH. Ebenfalls treten unter UFH häufiger Blutungsereignisse und Ne- benwirkungen auf.

c)  Richtig. Eine Low-Dose Thrombembolieprophylaxe wird bei perioperati- ver Bettlägerigkeit sowie Immobilität empfohlen. Normalerweise wird diese einmal täglich mit NMH, angepasst an Risiko, Nierenfunktion und Körpergewicht, durchgeführt. Bei Niereninsuffizienz sollte UFH verabreicht werden.

d)  Richtig. Studien haben gezeigt, dass die prophylaktische Gabe von NMH oder UFH bei Immobilität die Inzidenz venöser Thrombembolien deutlich senkt. Nachweise zur Verhinderung arterieller Thrombembolien gibt es nicht.

e)  Falsch. Die Therapiekontrolle von NMH kann durch Aktivitätskontrolle des Faktor Xa ca. vier Stunden nach Applikation erfolgen. Eine präopera- tive Therapiekontrolle ist standardgemäß nicht erforderlich. Bei UFH wer- den in therapeutischer Dosis PTT- und Thrombozytenkontrollen empfohlen.


12. Welche Aussage zur perioperativen Immunsuppression ist korrekt?

a)  Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Glukokortikoide stellen eine effektive analgetische Kombinationstherapie dar.

b)  Die Einnahme von Azathioprin hat einen negativen Einfluss auf die Kom- plikationsraten nach kolorektalen Eingriffen.

c)  Prednisolon hat einen negativen Einfluss auf die Komplikationsraten nach kolorektalen Eingriffen.

d)  Metotrexat kann perioperativ weiter verabreicht werden.

e)  TNF-Alpha-Inhibitoren sollten perioperativ pausiert werden.


a)  Falsch. Für NSAR in Kombination mit einem Glukokortikoid (beispiels- weise Prednisolon) besteht ein bis zu 15-fach erhöhtes Risiko für gastroin- testinale Blutungen. Daher wird eine duale Therapie nicht empfohlen.

b)  Falsch. Laut der Empfehlungen zum perioperativen Vorgehen bei immu- nosuppressiver Medikation der Gesellschaft für Rheumatologie sollten Ciclosporin A, Mycophenolat-Mofetil und Azathioprin sollten 1–2 Tage vor einer elektiven Operation pausiert werden. Die Hauptnebenwirkungen von Ciclosporin A sind Nephrotoxizität und opportunistische Infektionen. Daher sollten bei diesen Patienten postope- rativ auf Infektionszeichen und Niereninsuffizienz geachtet werden. Az- athioprin kann zur irreversiblen Neutropenie führen.

c)  Richtig. Glukokortikoide hemmen die Proliferation und Funktion von im- munologisch aktiven Zellen, Fibroblasten und Endothelzellen. Dies kannim Rahmen eines chirurgischen Eingriffs die Wund- und Anastomosenhei- lung verzögern. Bei elektiven Eingriffen sollte, wenn medizinisch vertret- bar, eine präoperative Dosisreduktion erfolgen. Bei laufender Glukokorti- koid-Therapie und akuter OP-Indikation sollte die Dauerdosis perioperativ beibehalten werden. Eine postoperative Dosiserhöhung ist zu vermeiden. Richtig. Methotrexat moduliert den Purinmetabolismus und kann periope- rativ fortgeführt werden. Bei einer hohen Dosis (25–30 mg/Woche) ist eine vorübergehende Dosisreduktion zu erwägen.

e) Richtig. Die Gabe von TNF-alfa-Inhibitoren ist mit einem deutlich ver- mehrten Infektionsrisiko verbunden. Schwere Haut- und Weichteilinfekti- onen kommen bis zu 4-fach häufiger vor; auch tiefe Beinvenenthrombosen treten vermehrt auf. Es wird empfohlen, TNF-alpha-Inhibitoren mindes- tens zwei Halbwertszeiten vor dem chirurgischen Eingriff oder bestehen- dem Infektionsrisiko zu pausieren und fortzufahren, sobald der Patient klinisch stabil ist.


13. Welche Aussagen zu multiresistenten Erregern (MRE) treffen zu?

a)  Risikofaktoren für die Besiedlung mit multiresistenten Erregern umfassen Patienten- und Behandlungsfaktoren.

b)  MRE sind selten an nosokomialen Infektionen beteiligt.

c)  Im Falle einer nosokomialen Infektion mit MRE gelten die üblichen Behandlungsempfehlungen bei einer antibiotischen Therapie.

d)  Isolationsmaßnahmen bei MRSA-Infektionen müssen mittlerweile nicht mehr eingehalten werden.

e)  3-MRGN Patienten unterliegen Isolierungsmaßnahmen auf peripherenStationen.


a)  Richtig. Zu den patientenbezogenen Risikofaktoren gehören: Wohnsitz im Pflegeheim, Lungenerkrankungen, Malnutrition, offene Wunden. Zu den behandlungsbezogenen Risikofaktoren gehören: Intensivmedizini- sche Betreuung und invasive Beatmung (>4 Tage) oder Vorhandensein eines Tracheostomas, Krankenhausverweildauer (>4 Tage), Dialyse, anti- biotische Therapie in den letzten 90 Tagen.

b)  Falsch. MRE sind häufig an nosokomialen Infektionen beteiligt.

c)  Falsch. Besteht die Indikation zur antibiotischen Therapie, so wird ein früher Beginn in Form einer intravenösen Gabe in einer Dosis im höheren Empfehlungsbereich empfohlen. Antibiotika der ersten Wahl sind:

  • MRSA: Vancomycin/Linezolid.

  • VRE: Linezolid

  • 3-MRGN: Carbapeneme

  • 4-MRGN: Tigcyclin/Colistin

d) Falsch. MRSA-Patienten müssen isoliert und im Einzelzimmer unterge- bracht werden. Patienten mit gleichen MRSA-Stämmen können auch kohorte- nisoliert werden. Für medizinisches Personal/Besuch gilt: Mund- und Nasen- schutz, Schutzkittel, Handschuhe, Kopfhaube. Patienten mit MRSA sollten möglichst zeitnah auf der Station einer Dekolonisierung unterzogen werden.

e) Falsch. 3-MRGN Patienten müssen auf peripheren Stationen nur durch Basishygienemaßnahmen und Kittelpflege am Patienten betreut werden. Eine Einzelisolation ist nicht notwendig, wird jedoch häufig durchgeführt. Im OP oder intensivmedizinischen Stationen sollten 3-MRGN Patienten weiterhin iso- liert werden. Patienten mit 4-MRGN müssen in allen Bereichen isoliert werden. Eine Dekolonisierung ist bei 3-/4-MRGN Patienten nicht möglich.

14. Welche Aussagen zur Hygiene im Operationssaal sind zutreffend?

a) 90 % der exogen übertragenen nosokomialen Infektionen erfolgt durch die Hände.

b) Beim Tragen doppelter Handschuhe während einer Operation kann eine Perforation und der Kontakt mit Hautkeimen des Operateurs ausgeschlos- sen werden.

c) Der Sinn der hygienischen Händedesinfektion ist die Reduktion sowohl der transienten als auch der residenten Hautflora.

d) Nach einer chirurgischen Händedesinfektion kommt es nur zu einer vorü- bergehenden Reduktion der Keimflora der Haut.

e) Laut Leitlinienempfehlung sollten die Handschuhe intraoperativ regelmä- ßig gewechselt werden.

a)  Richtig. Etwa 90 % der exogenen Infektionen erfolgen durch die Hände. Dies unterstreicht den Stellenwert einer adäquaten Händedesinfektion.

b)  Falsch. Auch bei der Verwendung von doppelten Handschuhen kommt es in ca. 4 % der Fälle zu Perforationen. Bei den einfachen Handschuhen sind ca. 18 % aller Handschuhe postoperativ perforiert. Das Perforationsrisiko der Handschuhe steigt mit der Operationszeit.

c)  Falsch. Die hygienische Händedesinfektion führt zu einer Reduktion der transienten Flora. Nur bei der chirurgischen Händedesinfektion wird auchdie residente, also die körpereigene physiologische Hautflora stark reduziert.

d) Richtig. Die Wirkungsdauer einer chirurgischen Händedesinfektion beträgt etwa drei Stunden.

e) Richtig. Aufgrund der nachgewiesenen Perforationsraten existieren Emp- fehlungen, die OP-Handschuhe des Operateurs, des ersten Assistenten und der OP-Schwester nach 90 Minuten und die des zweiten Assistenten nach spätestens 150 Minuten zu wechseln.


15. Welche Aussagen zu nicht-Opioid-Analgetika sind richtig?

a)  Es werden drei Wirkungsgruppen der nicht-Opioid-Analgetika unter- schieden.

b)  Metamizol ist ein weltweit anerkanntes Analgetikum.

c)  Metamizol ist während der Schwangerschaft geeignet.

d)  Selektive Cyclooxygenase (COX-2)-Inhibitoren (Coxibe) haben im Vergleich zu NSAR kaum gastrointestinale Nebenwirkungen.

e)  Nach Pneumothoraces sollte eine Gabe von NSAR und Coxiben nicht erfolgen.


  1. a)  Richtig. Folgende drei Gruppen werden unterschieden:

    • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), welche über eine unselektive Hemmung der Cyclooxygenase analgetisch, antiphlogistisch und anti- pyretisch wirken. Hierzu zählen: Ibuprofen, Naproxen, ASS, Diclofe-

      nac und Indometacin.

    • Nicht-steroidale Antirheumatika (Coxibe), welche über eine selektive

      Hemmung der COX-2 analgetisch und antiphlogistisch, jedoch nicht antipyretisch wirken. Hierzu zählen: Celecoxib, Etoricoxib und Parecoxib.

    • Paracetamol und Metamizol (Handelsname Novalgin), welche zu den „weiteren“ nicht-Opioid-Analgetika gezählt werden. Beide wirken anti- pyretisch und analgetisch. Metamizol wirkt zusätzlich noch spas- molytisch.

    b)  Falsch. Metamizol ist auf Grund der Nebenwirkung der Agranulozytose in Ländern wie den USA oder Großbritannien nicht erhältlich.

    c)  Falsch. Auf die Verwendung von Metamizol sollte während der Schwan- gerschaft möglichst verzichtet werden. Als Analgetikum ist Paracetamol der gesamten Schwangerschaft vorzuziehen. NSAR, bevorzugt Ibuprofen kann bis zur 28. Schwangerschaftswoche ebenfalls verabreicht werden. Während des Stillens sind Paracetamol und Ibuprofen als Analgetika vor- zuziehen.

    d)  Richtig. NSAR haben ein hohes gastrointestinales Nebenwirkungsprofil, insbesondere für Magen-/Darmulcera, und sollten bei Einnahme mit Pro- tonenpumpeninhibitoren kombiniert werden. Für Coxibe ist das gastroin- testinale Nebenwirkungsprofil gering.

    e)  Richtig. Die Gabe von Antiphlogistika nach Pneumothoraces wird für mindestens drei Wochen nicht empfohlen, da sonst die Rezidivrate signifi- kant steigt.


16. Welche Aussagen zur palliativen Schmerztherapie sind richtig?

a)  Die Behandlung von Palliativpatienten muss nicht nach WHO-Stufen- schema erfolgen.

b)  Die Schmerztherapie jedes Palliativpatienten erfordert eine gründliche Er- fassung des zugrundeliegenden Schmerztyps um differenzierte Therapie- pläne erstellen zu können.

c)  Häufig kommt es zu einer Exazerbation der Schmerzen in der Finalphase.

d)  Opioid-bedingte Nebenwirkungen sollten bereits vor deren Auftreten symptomatisch mitbehandelt werden.

e)  Opioide sind häufig zur Behandlung neuropathischer Schmerzen ausreichend.


a)  Falsch. Die Behandlung sollte nach WHO-Stufenschema erfolgen, bei dem die Schmerzmittel oral, in regelmäßigen zeitlichen Abständen und nach der Stufenleiter verabreicht werden. Stufe 1: Nicht-Opioide (z. B. Metamizol) bei leichten Schmerzen Stufe 2: Bei mittelstarken bis starken Schmerzen schwache Opioide wie z. B. Tramadol in Kombination mit Nicht-Opioiden) Stufe 3: Bei starken Schmerzen starke Opioide in Kombination mit Nicht-Opioiden.

Zu den niedrig-potenten Opioiden (WHO Stufe II) gehören: Trama- dol, Tilidin, Dihydrocodein. Zu den hoch-potenten Opioiden (WHO Stufe III) gehören: Morphin, Oxycodon, Levomethadon, Fentanyl, Piritramid, Pethidin und Buprenorphin.

b)  Richtig. Schmerzen können tumorassoziiert, tumorbedingt, therapiebe- dingt oder tumorunabhängig sein. Die wichtigsten Schmerztypen sind da- bei der Nozizeptorschmerz und der neuropathische Schmerz.

c) Falsch. Insbesondere bei palliativmedizinisch behandelten Patienten kommt es häufig zu verringertem Schmerzmittelbedarf in Terminal-/Final- phase und kann eine Dosisreduktion notwendig machen.

d) Richtig. Gegen Obstipation sollte präventiv z. B. Movicol oder/und Natrium-Picosulfat eingenommen werden. Opioid-assoziierter Übelkeit sollte insbesondere in den ersten 7–10 Tagen z. B. mit Metoclopramid vor- gebeugt werden.

e) Falsch. Opioide sind häufig zur Behandlung neuropathischer Schmerzen nicht ausreichend und sollten mit einem Co-Medikament kombiniert wer- den. Hierfür kommen Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Gabapentin, Pregabalin) oder Antidepressiva (z. B. Amitryptilin) in Frage.

Die transdermale Applikation (Fentanylpflaster) bietet eine Möglichkeit der kontinuierlichen Analgesie nach WHO Stufenschema III bei starken, chronischen Schmerzen oder Tumorschmerzen. Nach 48 Stunden kann ein Wirkungsverlust auftreten, sodass der Wechsel nach einem 48 Stun- denintervall erwogen werden kann. Bei Steigerung der Analgesie sollte eine Dosiserhöhung von 12,5 μg (bis maximal 25 μg) erfolgen.


17. Welche Aussagen zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung trifft zu?

a)  Der aktuelle Wille eines einwilligungsfähigen Patienten hat Vorrang, auch wenn eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht vorliegt.

b)  Eine Patientenverfügung ist nur gültig, wenn die notariell beglaubigt ist.

c)  Eine Vorsorgevollmacht bestimmt eine dritte Person Entscheidungen zu treffen.

d)  Eine Vorsorgevollmacht ist mit einer Betreuungsverfügung gleichzusetzen.

e)  Aktive und passive Sterbehilfe sind in Deutschland untersagt.


a)  Richtig. Bei Intensivpatienten sollte daher frühzeitig das Therapieziel, die medizinische Indikation sowie der Patientenwillen evaluiert werden. Liegt keine Patientenverfügung oder ist sie zu ungenau, gilt es, sollten die mut- maßlichen Behandlungswünsche des Patienten festgestellt werden. Übli- cherweise erfolgt dies anhand des früher erklärten Willens des Patienten oder durch Aussagen nahestehender Personen.

b)  Falsch. Die Patientenverfügung muss in schriftlicher Form vorliegen und legt fest, welche medizinischen Maßnahmen bei einem Patienten durchge- führt werden dürfen und welche nicht. Sie muss vom Patienten unterschrieben sein, jedoch ist keine juristische Legitimierung notwendig. Eine Patientenverfügung kann jederzeit formlos widerrufen werden.

c) Richtig. Eine Vorsorgevollmacht bevollmächtigt einen nahestehenden Dritten ohne eine juristische Prüfung über die medizinischen Belange ei- nes Patienten im Falle einer Nicht-Einwilligungsfähigkeit zu entscheiden.

d)  Falsch. Eine Betreuungsverfügung gilt für einen größeren medizinischen Entscheidungsrahmen mit juristischer Legitimation. Das Betreuungsge- richt wird beauftragt eine vorgeschlagene Person oder eine beauftragte Person zum Betreuer zu bestellen, wenn die betroffene Person nicht mehr selbst entscheiden kann. Das Betreuungsgericht ist verpflichtet Vorschläge

des Betroffenen zu prüfen.

e)  Falsch. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland untersagt. Passive Sterbehilfe ist gestattet. Passive Sterbehilfe besteht dann, wenn durch Nichtbe- ginn oder Abbruch einer Behandlung der Betroffene dem Lauf seiner Krankheit überlassen wird. Der tatsächliche/mutmaßliche Wille des Patienten muss dabei immer nachgewiesen werden.


18. Welche Voraussetzungen zur palliativen Versorgung treffen zu?

a)  Eine (SAPV) kommt für Pa- tienten mit einer fortschreitenden Erkrankung ohne Heilungsaussicht in Betracht, welche in der Häuslichkeit versorgt werden möchten.

b)  Eine SAPV-Versorgung ermöglicht schwerstkranken Patienten zu Hause zu versterben.

c)  Die Aufnahme ins Hospiz kommt nur für onkologisch Erkrankte in Frage.

d)  Eine der Grundvoraussetzungen für eine Aufnahme ist eine unaufhaltsam

fortschreitende Erkrankung.

e)  Auch Patienten, die stationär in einer Pflegeeinrichtung betreut werden, haben Anspruch auf einen Hospizplatz.


a) Richtig. Patienten mit einer fortschreitenden, nicht heilbaren Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung haben Anspruch auf spezialisierte ambu- lante Palliativversorgung (SAPV) im Rahmen der Gesetzlichen Kranken- versicherung. Dazu gehört eine Ruf-, Notfall- und Kriseninterventionsbe- reitschaft rund um die Uhr sowie die psychosoziale Unterstützung in enger Zusammenarbeit mit Seelsorge, Sozialarbeit und ambulanten Hospizdiensten.

b)Richtig. Der SAPV-Dienst dient dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit wie möglich zu erhalten. So können Betroffene bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung verblei- ben oder an ambulante oder stationäre Hospizeinrichtungen angebun- den werden.

c) Falsch. Eine palliativ-medizinische Versorgung in einem stationären Hos- piz kommt bei Krebserkrankungen, AIDS, Erkrankungen des Nervensys- tems oder chronische Nieren-, Herz-, Verdauungstrakt- oder Lungener- krankungen in Betracht.

d) Richtig. Grundvoraussetzung für die Aufnahme in ein stationäres Hospiz ist eine progrediente Erkrankung ohne Aussicht auf Heilung mit einer be- grenzten Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten bei der Krankenhausbehandlung nicht erforderlich und eine ambulante Versor- gung im Haushalt nicht ausreichend gegeben ist.

e) Falsch. Die Notwendigkeit einer stationären Hospizversorgung liegt bei Patienten, die in einer stationären Pflegeeinrichtung versorgt werden, nicht vor.

3. Welche Aussagen zur Evaluierung eines Patienten mit einem Ösopha- guskarzinom sind richtig?

a)  Die Resektion eines operablen Ösophaguskarzinoms ist auch bei Vorliegen von Fernmetastasen unter einem palliativen Aspekt sinnvoll.

b)  Die diagnostische Laparoskopie beim fortgeschrittenen distalen Adenokarz- inom des Ösophagus kann sinnvoll sein, um okkulte Lebermetastasen oder eine Peritonealkarzinose nachzuweisen.

c)  Für das Staging ist eine Computertomographie in der Regel ausreichend.

d)  Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) hat einen Stellenwert bei der Diagnostik des Ösophaguskarzinoms.

e)  Der Ausschluss einer Leberzirrhose ist vor einer geplanten Ösophagusresektion sinnvoll.


a)  Falsch. Nur bei einem kurativen Ansatz ist die Operation gerechtfertigt. An palliativen Verfahren stehen die Chemotherapie, die Stentimplantation so- wie die Brachytherapie (BT) zur Verfügung. Die BT kann in 30 % der Fälle eine lokale Tumorkontrolle mit einem medianen Überleben von 5 Monaten erreichen.

b)  Richtig. Mit Hilfe der diagnostischen Laparoskopie lassen sich in bis zu 30 % der Fälle Lebermetastasen oder eine peritoneale Tumoraussaat sichern.

c)  Falsch. Insbesondere zur Beurteilung des lokalen Tumorstadiums ist die Endosonographie entscheidend. Die CT liefert nur in etwa 50 % eine genaue Beurteilung des T- und N-Stadiums, wohingegen die Endosono- graphie dieses in 80–90 % korrekt abbildet. Weiterhin sollten Patienten mit einem fortgeschrittenen Tumor mit Kontakt zum Tracheobronchial- system bronchoskopiert werden um eine tracheobronchiale Fistel auszuschließen.

d)  Richtig. Die Verwendung des PET und vor allem des PET-CT erlaubt eine bessere Patientenselektion und kann insbesondere Aussagen über das An- sprechen einer neo-adjuvanten Therapie erlauben.

e)  Richtig. Eine manifeste Leberzirrhose im Stadium Child B oder C stellt eine Kontraindikation für eine Ösophagektomie dar.


4. Welche Aussagen zur kurativen Therapie des Ösophaguskarzinoms sind zutreffend?

a)  Für die Prognose gilt: Je weiter distal das Karzinom sitzt, desto schlechter ist die Langzeitprognose.

b)  Ab dem Stadium IIa sollte bei einem Plattenepithelkarzinom ein multimoda- les Konzept zur Anwendung kommen.

c)  Bei einer erfolgten neoadjuvanten Therapie kann auf eine Lymphadenekto- mie verzichtet werden.

d)  Plattenepithelkarzinome bilden in der Regel erst spät im Krankheitsverlauf Lymphknotenmetastasen aus.

e)  Für die Bewertung des Lymphknotenstatus müssen mindestens 12 Lymph- knoten im Präparat enthalten sein.


a)  Falsch. Die Prognose ist schlechter, je weiter proximal das Karzinom sitzt. Weitere Prognosefaktoren umfassen Tumorausdehnung, Zahl der befallenen Lymphknoten (Grenzwert 3), die Komorbiditäten und der eingetretene präo- perative Gewichtsverlust.

b)  Richtig. Ab einer Tumorgröße von T3 und bei resektablen T4-Karzinom sollte bei Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus eine neoadjuvante Ra- diochemotherapie erfolgen, um eine kurative Therapie zu ermöglichen. Bei einem T2-Plattenepitelkarzinom des Ösophagus ist die neoadjuvante Radio- chemotherapie eine relative Indikation. Adenokarzinome (T3 und resektable T4-Stadien; bei T2-Stadium: relative Indikation) des Ösophagus sollten präoperativ mit einer Radiochemothera- pie oder nur mit einer perioperativen Chemotherapie (mit 5-FU und Cispla- tin, z.B. nach dem FLOT-Schema) behandelt werden.

c)  Falsch. die Entfernung der lokalen Lymphknoten bei der Ösophagektomie ist ein wichtiger Schritt und beinhaltet die paraösophagealen Lymphknoten oberhalb von Zwerchfell und V. cava, die Lymphknoten im Bereich der Tra- chealbifurkation, paratracheal sowie die abdominellen suprapankreatischen Lymphknoten um den Truncus coeliacus herum (D2-Lymphadenektomie).

d)  Falsch. Plattenepithelkarzinome metastasieren bereits bei einer Infiltration in die Subserosa (pT1b) häufig in die regionären Lymphknoten. Da Plat- tenepithelkarzinome in Europa häufig in einem späten Stadium diagnostiziert werden, ist häufig eine systematische Lymphadenektomie für einen

kurativen Ansatz erforderlich.

e) Falsch. Für eine ausreichende Beurteilung sind mindestens 6 Lymphknoten

erforderlich.


5. Welche Aussagen zur Rekonstruktion nach Ösophagusresektion richtig?

a)  Die Vorteile einer hoch-intrathorakalen Anastomose bei Ösophagusresektion und Magenhochzug sind eine bessere Durchblutung und niedrigere Insuffizi- enzrate sowie eine bessere Schluckfunktion.

b)  Die Wiederherstellung der Nahrungspassage erfolgt in der Regel mit einem Kolonhochzug.

c)  Bei der Herstellung des Magenschlauches muss die A. gastrica dextra unbe- dingt erhalten werden, damit es nicht zu einer Magennekrose kommt.

d)  Um eine ausreichende Mobilität des Magenschlauches zu gewährleisten, ist ein Kocher-Manöver hilfreich.

e)  Um die Entleerung des Magenschlauches zu erleichtern, sollte eine Pyloro- plastik durchgeführt werden.


a)  Richtig. International wird heute die intrathorakale Anastomose präferiert, da sie zu einer besseren Durchblutung und niedrigeren Insuffizienzrate führt. Weiterhin gewährleistet sie eine bessere Schluckfunktion sowie eine Protektion des N. recurrens. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit einer einfachen Abdichtung der Anastomose mit einer endoskopisch durchgeführ- ten Stentimplantation oder eine Endo-VAC-Therapie bei dieser Anastomo- senform an.

b)  Falsch. Der Kolonhochzug ist technisch aufwändig und mit funktionellen Nachteilen verbunden. Darüber hinaus bildet sich oft ein unangenehmer Foetor ex ore. Aus diesen Gründen ist der Magenhochzug das Mittel der ersten Wahl.

c)falsch.DieErhaltungderA.gastricadextraistfakultativ.Siekannabgesetzt werden, um eine ausreichende Mobilisierung des Magens zu ermöglichen. Der Magenschlauch wird an der A. gastroepiploica dextra aus der A. gast- roduodenalis gestielt. Daher muss auf die Erhaltung dieser Gefäßarkaden unbedingt geachtet werden.

d) Richtig. Damit der Magenschlauch spannungsfrei nach intrathorakal plat- ziert werden kann, ist in der Regel ein ausgedehntes Kocher-Manöver er- forderlich, bei welchem das Duodenum aus dem Retroperitonealraum gelöst wird.

e) Richtig. Aufgrund der Denervierung kommt es häufig postoperativ zu einer Magenentleerungsstörung. Dieser kann durch eine Pyloroplastik, entweder als extramukosale Pyloromyotomie oder als Pyloroplastie, gebessert oder verhindert werden. Als Alternative bietet sich bei den laparoskopischen Ver- fahren die präoperative endoskopische Botox-Injektion an.


6. Welche Aussagen zur operativen Technik bei Ösophagusresektionen treffen zu?

a)  Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Anastomosenrezidivs ist un- abhängig von der Länge des Sicherheitsabstandes bei der Resektion.

b)  Beim infrabifurkalen Ösophaguskarzinom ist eine 2-Feld-Lymphknotendis- sektion erforderlich.

c)  Beim suprabifurkalen Ösophaguskarzinom kann auf eine abdominale Lymphadenektomie verzichtet werden.

d)  Während die zervikale Anastomoseninsuffizienz in der Regel nicht lebens- bedrohlich ist, so besteht eine hohe Mortalität bei der intrathorakalen Anas- tomoseninsuffizienz.

e)  Zur Prävention einer Anastomosenstenose sollten Zirkularstapler mit einem Durchmesser von mindestens 25 mm verwendet werden.


a)  Falsch. Je kürzer der Sicherheitsabstand am frischen Präparat, desto größer ist die Rezidivhäufigkeit an der Anastomose. Während bei einem Abstand von <2 cm ein Rezidiv in 13 % der Fälle auftrat, so kam es in einer Unter- suchung bei einem Abstand von >8 cm in keinem Fall zu einem Anastomo- senrezidiv.

b)  Richtig. Das infrabifurkal gelegene Karzinom wird mit einer subtotalen Ösophagusresektion und einer mediastinalen und thorakalen Lymphadenek- tomie behandelt.

c)  Falsch. Auch bei den suprabifurkalen Karzinomen ist nach den aktuellen Leitlinien eine abdominelle Lymphadenektomie sinnvoll und indiziert. Auchdas zervikale Kompartiment sollte bei diesen Tumoren in die Lymphadenektomie eingeschlossen werden (3-Feld-Lymphadenektomie).

d)  Richtig. Die zervikale Insuffizienz heilt bei einer ausreichenden Drainage und Nahrungskarenz in der Regel folgenlos aus. Das Leck kann durch eine intraluminale Stentplatzierung in einem hohen Prozentsatz überbrückt wer- den. Bei der intrathorakalen Anastomoseninsuffizienz besteht neben der Ge- fahr einer Mediastinitis vor Allem das Risiko der Ausbildung einer ösophagotrachealen Fistel, welche mit einer hohen Mortalität verbunden ist.

e)  Richtig. Bei der Verwendung von kleineren Zirkularstaplern besteht die Ge- fahr der Ausbildung einer Anastomosenstenose. Symptome einer Stenose sind Dysphagie, rezidivierendes Erbrechen sowie ein persistierender Gewichtsverlust.


7. Welche Aussagen zur Diagnostik und Therapie von Anastomoseninsuf- fizienzen nach Ösophagusresektionen treffen zu?

a)  Die Insuffizienzrate nach einem Magenhochzug beträgt ca. 10 %.

b)  Bei allen Abweichungen vom normalen Verlauf sollte eine Endoskopie durchgeführt werden.

c)  Auch bei kleinen Defekten in der Anastomose sollte eine chirurgische Revision und Übernähung der Anastomose durchgeführt werden, um die Ausbildung einer ösophago-trachealen Fistel zu verhindern.

d)  Zur wirksamen Verhinderung einer Anastomoseninsuffizienz sollte die Anastomose immer mit einem EEA-Stapler angelegt werden.

e)  Zervikale Insuffizienzen sind häufig interventionell nicht gut zu behandeln. In diesen Fällen sollte eine Speichelfistel angelegt werden.


a)  Richtig. Die Insuffizienzrate liegt bei etwa 10 %, die Sterblichkeit nach Ösophagusresektionen beträgt in deutschen Krankenhäusern ca. 7–12 %.

b)  Richtig. Bei postoperativen Auffälligkeiten (Klinik, Labor), sollte in erster Linie eine Endoskopie durchgeführt werden. Hier lässt sich insbesondere die Durchblutung des Magenschlauches und die Größe einer möglichen Insuffi- zienz beurteilen.

c)  Falsch. Kleine Läsionen unter 5 mm lassen sich meist konservativ mit einer enteralen Sonde behandeln. Bei größeren Defekten bis etwa 1 cm kann die Lücke mit einem OTSC (over-the scope clip) verschlossen, ggf. alternativ mit einem ummantelten Metallstent überbrückt werden. Bei einem zusätz- lichen Verhalt auf Höhe der Anastomose sollte eine Endo-VAC-Therapie eingesetzt werden. Eine operative Revision ist in der Regel nur bei einem Pleuraempyem oder sehr großen Anastomoseninsuffizienzen indiziert, die eine Neuanlage der Anastomose erfordern.

d) Falsch. Die Ösophagogastrostomie kann sowohl mit einem Stapler als auch mit einer Handnaht durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind vergleichbar.

e) Richtig. In diesen Fällen ist entweder die Anlage einer Speichelfistel oder

eine Diskontinuitätsresektion erforderlich.

8. Welche Aussagen zur endoskopischen und neoadjuvanten Therapie von Ösophaguskarzinomen sind zutreffend?

a)  Tumoren, die auf die Mukosa beschränkt sind, können auch endoskopisch behandelt werden.

b)  Tumoren mit einer oberflächlichen Submukosainfiltration müssen operiert werden.

c)  Eine vorhandene, nicht-neoplastische Barrett-Mukosa kann nach einer er- folgten endoskopischen Tumorresektion im Verlauf beobachtet werden. Eine Therapie ist nicht erforderlich.

d)  Fortgeschrittene Karzinome des Ösophagus sollten multimodal behandelt werden.

e)  Nach Abschluss der neoadjuvanten Therapie sollte vor der Durchführung der Operation eine Zeitspanne von ca. 6 Wochen abgewartet werden.


a) Richtig. Bei Karzinomen, die noch auf die Mukosa (bis Tis/T1, N0, M0, UICC 0/1a) beschränkt wachsen, sind in der Regel noch keine Lymphkno- tenmetastasen zu erwarten.

Die Infiltrationstiefe wird in m1–3 (Mukosa) und sm1–3 (Submukosa) eingeteilt. Eine Infiltrationstiefe m1–3 beim Adenokarzinom des Ösopha- gus weist praktisch keine Lymphknotenmetastasen auf. Beim Plattenepit- helkarzinom des Ösophagus besteht bei einer Infiltrationstiefe m1 zu 0 %, m2 zu 3 % und m3 bereits zu 12 % das Risiko für LK-Met.

Daher ist bei einem Plattenepithelkarzinom ein m3-Stadium bereits eine in- dividuell in der Tumorkonferenz zu diskutierende Einzelfallentscheidung für eine endoskopische Abtragung vs. eine Operation.

Diese treten jedoch bereits bei Karzinomen der Submukosa in signifikan- ter Häufigkeit auf.

b)  Falsch. Bei Patienten, bei denen eine oberflächliche Submukosainfiltra- tion nachgewiesen wurde und keine Risikofaktoren vorliegen (pT1 sm1; <500 μm Tiefeninvasion; keine Lymphangio- oder Gefäßinvasion; Grading G1/G2; kleiner als 20 mm; keine Ulzeration), kann die endoskopische The- rapie eine onkologisch sinnvolle Alternative zur Operation darstellen.

Die endoskopische Therapie bei sm1-Infiltration ist jedoch umstritten, da bei bis zu 15 % (bei Adenokarzinomen) bzw. 27 % (bei Plattenepithelkarz- inomen) der Patienten in diesem Stadium bereits Lymphknotenmetastasen vorliegen. Daher ist die Entscheidung einer endoskopischen Abtragung in individuell in einer interdisziplinären Tumorkonferenz zu entscheiden. Alle weiter fortgeschrittenen Tumorstadien (>sm1) sollten in jeden Fall operativ behandelt werden.

c)  Falsch. Nach einer Resektion eines Tumors in einer Barrett-Schleimhaut sollte thermisch abladiert werden, um der Entstehung von weiteren Neopla- sien vorzubeugen.

d)  Richtig. Fortgeschrittene Plattenepithelkarzinome werden in der Regel mit einer kombinierten Radiochemotherapie vorbehandelt. Bei Adenokarzino- men kommt neben der Radiochemotherapie auch die alleinige Chemotherapie in Betracht.

e)  Richtig. Einerseits sind das Immunsystem und Wundheilung unmittelbar nach der Radiochemotherapie noch beeinträchtigt, andererseits benötigt die Response des Tumors auf die Therapie einige Wochen bis zum vollständigen Ansprechen. Je nach Protokoll ist daher eine Zeitspanne von 4–8 Wochen indiziert.


9. Welche Aussagen zur gaströsophagealen Refluxkrankheit treffen zu?

a)  Die Prävalenz der Refluxkrankheit liegt bei etwa 10–20 %.

b)  Die Ursachen für den mangelnden Verschluss des unteren Ösophaguss- phinkters liegen in defekten paraösophagelen Ganglien, die zu einer Fehlsteuerung führen.

c) Eine pathologische pH-Metrie ist bei entsprechender Symptomatik bewei- send für eine Refluxkrankheit.

d) Bei etwa 50 % der Patienten ist die Refluxösophagitis ein einmaliges Ereig- nis, welches danach nicht mehr auftritt.

e) In 10 % der Fälle mit erosiver Ösophagitis kommt es zu einem Ersatz des Plattenepithels des Ösophagus mit Zylinderepithel.

a)  Richtig. Unter gelegentlichen Refluxbeschwerden leiden ca. 30 % der Menschen, wobei die Häufigkeit der Refluxösophagitis bei 7 % liegt. Nur etwa 30 % der Patienten mit Refluxkrankheit haben auch eine Refluxöso- phagitis.

b)  Falsch. Ein wichtiger Refluxmechanismus sind sogenannte transiente Re- laxationen des Sphinkters außerhalb des eigentlichen Schluckaktes. Diese dienen physiologischerweise dem Aufstoßen von Luft, sind aber bei der Refluxkrankheit häufiger und langanhaltender. Weitere Ursachen umfassen anatomische Störungen, wie bei einer Hiatushernie oder einer Erhöhung des intraabdominellen Druckes.

c)  Richtig. Die ph-Metrie gilt als goldener Standard für die Refluxdiagnostik. Hierbei wird die Säureexposition des Ösophagus objektiv quantifiziert.

d)  Richtig. Bei der anderen Hälfte kommt es zu rezidivierenden Refluxösopha- gitiden und bei 20 % zu progredienten Schleimhautschäden.

e)  Richtig. Diese sogenannte Zylinderepithelmetaplasie ist eine typische Folge der Ausheilung von Epitheldefekten des Ösophagus.


10. Welche Aussagen zur Refluxchirurgie sind richtig?

a)  Vor einer Refluxoperation sollte ein konservativer Therapieversuch erfolgen.

b)  Bei einer paraösophagealen Hernie findet sich häufig eine Anämie durch die venöse Stauung der Magenwand.

c)  Eine axiale Hiatushernie stellt in der Regel eine Op-Indikation dar.

d)  Paraösophageale Hernien stellen nur selten eine Op-Indikation dar.

e)  Das bevorzugte operative Verfahren ist die Fundoplicatio nach Nissen-Rosetti.


a)  Richtig. Es wird eine 6-monatige Therapie mit einer ausreichenden Proto- nenpumpen-Hemmer Dosierung empfohlen. Nur etwa 10 % der Patienten benötigen anschließend eine Operation.

b)  Richtig. Die paraösophageale Hernie ist eine der häufigsten Ursachen für eine Anämie im höheren Lebensalter (neben Tumoren).

c)  Falsch. Nur bei einer gleichzeitig bestehenden höhergradigen Refluxkrank- heit besteht eine Indikation zur Fundoplicatio.

d)  Falsch. Aufgrund der Strangulationsgefahr und möglichen Einklemmung stellen paraösophageale Hernien eine absolute Op-Indikation dar. Die Ope- ration umfasst die Reposition des Bruchinhaltes, eine Hiatusplastik (ggf. mit Netzverstärkung) sowie eine Fundopexie.

e)  Falsch. Bei der chirurgischen Anti-Refluxchirurgie wird versucht eine Re- fluxbarriere am gastroösophagealen Übergang zu konstruieren. Die geläu- figste Methode ist hierbei die 360°-Fundoplicatio nach Nissen-Rosetti und die 270°-Fundoplicatio nach Toupet, die in heute in der Regel laparoskopisch durchgeführt werden. Bei der Rekonstruktion nach Toupet sind geringere Raten an postoperativer Dysphagie beschrieben worden, so dass dieses Verfahren als Standard angewandt wird. Bei großen Hiatushernien kann ebenfalls eine Hi- atoplastik (eine Einengung des Hiatus osöphagei) durch Nähte (vordere Hiato- plastik/hintere Hiatoplastik) oder die Einlage eines Netzes sowie eine Fundo-/ Gastropexie gegen das Verrutschen der angelegten Manschette erfolgen.


11. Welche Aussagen zum Barrett-Ösophagus treffen zu?

a)  Ein Barrett-Ösophagus stellt eine Präkanzerose für die Entwicklung eines Ösophagus-Karzinoms dar.

b)  Nach der Los-Angeles-Klassifikation wird ein Small- und ein Long-Seg- ment-Barrett-Ösophagus unterschieden.

c)  Beim Barrett-Ösophagus kann bereits bei einer bestätigten intestinalen high-grade Metaplasie (HGIEN) die Indikation für eine Ösophagektomie bestehen.

d)  Die Bestimmung der Infiltrationstiefe eines Adenokarzinoms ist prognos- tisch besonders wichtig.

e)  Ein dysplastisches Barrett-Epithel sollte primär mit einer photodynami- schen Therapie behandelt werden.


a)  Richtig. In Abhängigkeit von der Länge des Barrett-Segmentes besteht ein 40–200fach erhöhtes Karzinomrisiko. Das Adenokarzinom des Ösophagus wird daher auch als Barrett-Karzinom bezeichnet.

b)  Falsch. Die 4-stufige Los-Angeles-Klassifikation beschreibt das Ausmaß der zirkumferentiellen Mukosa-Läsionen der Reflux-Ösophagitis. Davon zu trennen ist die Unterscheidung in einen Short- und Long-Segment-Barret- Ösophagus (<3 cm oder >3 cm).

c)  Richtig. Bei Patienten mit einer low-grade Metaplasie werden regelmäßige Kontroll-ÖGDs durchgeführt. Bei einer HGIEN ist in Abhängigkeit vom Ausmaß des Befundes eine endoskopische Mukosaresektion oder eine Öso- phagusresektion indiziert.

d)  Richtig. Eine Differenzierung in die Untergruppen m- (Mukosa) und sm- (Submukosa) ist wichtig, da die Eindringtiefe des Tumors ein Prädiktor für Lymphknotenmetastasen ist. Karzinome, welche die Submukosa infiltrieren, haben in 20 % der Fälle bereits Lymphknotenmetastasen und sollten daher operativ behandelt werden.

e)  Falsch. Bei auf die Mukosa beschränkten Tumoren kann eine kurative Mukosaresektion durchgeführt werden. Die photodynamische Therapie erlaubt keine histologische Überprüfung der Ergebnisse und führt darü- ber hinaus in ca. 20 % der Fälle zu einer Stenosierung des Ösophagus im Verlauf.


12. Welche Aussagen zur Dysphagie treffen zu?

a)  Differenzialdiagnostisch unterscheidet man eine oropharyngale und eine ösophageale Form.

b)  Die oropharyngeale Form der Dysphagie findet sich v. a. bei Klein- hirntumoren.

c)  Die ösophageale Form der Dysphagie zeichnet sich durch eine rasche Gewichtsabnahme aus.

d)  Die Ursachen einer Dysphagie sind in der Regel unabhängig vom Patientenalter.

e)  Zur Schweregradeinschätzung der Achalasie eignet sich beispielsweise der Dysphagie-Score nach Eckhardt.


a)  Richtig: Bei der oropharnygealen Form kommt es gehäuft zu Aspirationen beim Schlucken von flüssigen Speisen. Bei der ösophagealen Variante steht zunächst die Schluckbehinderung von festen, später auch flüssigen Speisen im Vordergrund.

b)  Falsch. Neben lokalen Ursachen im Oropharynxbereich (Tumoren, Entzün- dungen) kommen neuromuskuläre Erkrankungen (Myasthenie) und zentral- nervöse Störungen in Betracht (Apoplex).

c)  Falsch. Die Patienten können sich häufig lange an die Passagestörung adap- tieren. Insbesondere durch langsames Essen und hochkalorische Ernährung kann das Gewicht jahrelang stabil bleiben.

d)  Falsch. Während bei jüngeren Patienten primär Motilitätsstörungen des Ösophagus im Vordergrund stehen, so sind es bei älteren Patienten häufig tumoröse Veränderungen, die zur Dysphagie führen.

e)  Richtig. Der Score bezieht die vier Hauptsymptome der Achalasie (Dyspha- gie, Regurgitation, retrosternaler Schmerz, Gewichtsverlust) ein. Jedes Sym- ptom erhält bis zu drei Punkte, so dass eine maximale Punktzahl von 12 erreicht werden kann.


13. Welche Aussagen zur Achalasie treffen zu?

a)  Die Achalasie ist eine primäre Dilatation des Ösophagus aufgrund von ei- ner erworbenen Bindegewebsschwäche der Ösophaguswand.

b)  Bei der Diagnostik einer Achalasie kann die Manometrie wertvolle Hinweise liefern.

c)  Die Achalasie wird je nach dem Ausmaß der Dilatation in drei Stadien eingeteilt.

d)  Das chirurgische Therapieprinzip der Achalasie beinhaltet die laparoskopische Spaltung der zirkulären Ringmuskelfasern des unteren Ösophagussphinkters.

e)  Die Erfolgsrate der Myotomie nach Heller ist leider sehr gering.


a) Falsch. Die Achalasie ist gekennzeichnet durch eine fehlende Relaxation des unteren Ösophagussphinkters beim Schluckakt. Hierdurch kommt es zu einer progressiven Dilatation des Ösophagus zu einer Stase von Speichel und Nahrungsmitteln und einer konsekutiven Superinfektion.

b)richtig. In der Durchzugsmanometrie oder der High-Resolution-Manometrie zeigt sich in der Regel ein erhöhter Ruhetonus sowie eine ungenügende Re- laxation des unteren Ösophagussphinkters. Die Manometrie wird als Gold- standard für die Abklärung einer Achalasie angesehen.

c) Richtig. Im Stadium I besteht noch keine Dilatation, im Stadium II eine deut- liche sowie im Stadium III eine extreme Erweiterung des Ösophagus. Stadium II und III werden daher auch als dekompensierte Achalasie bezeichnet.

d) Richtig. Darüber hinaus werden in der Regel auch die Ringmuskelfasern des distalen Ösophagus und proximalen Magens durchtrennt. Häufig wird der Eingriff mit einer Semifundoplicatio kombiniert.

e) Falsch. Bei der Myotomie nach Heller handelt es sich um ein sehr effektives Verfahren, welches eine dauerhafte Erfolgsrate von 85–95 % aufweist.

14. Welche Aussagen zur Achalasie treffen zu?

a)  Eine sekundäre Achalasie kann bei einer Reihe von Erkrankungen auftre- ten, die nicht primär den Ösophagus betreffen.

b)  Die Achalasie ist eine Präkanzerose.

c)  Das klinische Bild der Achalasie besteht vor Allem aus rezidivierendem retrosternalem Vernichtungsschmerz.

d)  Für die Behandlung der Achalasie ist die pneumatische Dilatation die Therapie der Wahl.

e)  Auch bei weitgehender Schonung der sogenannten Sling-Muskelfasern des Magens bei der Myotomie nach Heller, kann es zum postoperativen Reflux von Mageninhalt in den Ösophagus kommen.


a)  Richtig. Diese Erkrankungen imitieren das klinische Bild einer Achalasie. Wichtig sind Kardiakarzinome oder sekundär die Kardia infiltrierende Ma- genkarzinome. Auch bei anderen neoplastischen Prozessen, wie dem Bron- chial- oder Nierenkarzinom, kann es zu achalasieartigen Bildern kommen.

b)  Richtig. Die durch die Stase bedingten Epithelveränderungen in der Ösopha- gusmukosa begünstigen das Entstehen von Dysplasien. Die Inzidenz von Plat- tenepithelkarzinomen des Ösophagus ist bei Vorliegen einer Achalasie erhöht.

c)  Falsch. Die Achalasie ist gekennzeichnet durch eine Dysphagie für feste und flüssige Nahrung sowie eine Regurgitation von Nahrungsbestandteilen.

d)  Falsch. Prospektiv-randomisierte Studien konnten zeigen, dass die primäre chirurgische Therapie bessere Ergebnisse liefert, als die Dilation oder Bo- tulinustoxininjektion, die in 50 % der Fälle zum Auftreten von Frührezidi- ven neigt.

e)  Richtig. Auch wenn die Sling-Fasern geschont werden, kann es zum Reflux nach einer Myotomie kommen. Daher wird empfohlen, die Myotomie mit einer Antireflux-Operation zu kombinieren.


15. Welche Aussagen zu Ösophagusdivertikeln sind zutreffend?

a)  Ösophagusdivertikel sind häufig echte Divertikel.

b)  Pulsionsdivertikel entwickeln sich in der Regel auf Höhe des Aortenbogens.

c)  Das Zenker-Divertikel entsteht in der Regel oberhalb des M. cricopharyngeus am Kilian’schen Dreieck.

d)  Traktionsdivertikel sind echte Divertikel und entstehen durch Zug von außen.

e)  Neben der Abtragung des Zenker-Divertikels sollte bei der Operation auch eine Myotomie des oberen Ösophagussphinkters erfolgen, um einem Rezi- div vorzubeugen.


a)  Falsch. Die echten Divertikel sind eher selten, bei ihnen ist die gesamte Ösophaguswand ausgestülpt. Bei den falschen Divertikeln kommt es zu um- schriebenen Ausstülpungen durch eine Muscularislücke. Diese Pseudodiver- tikel bestehen nur aus Mukosa und Submukosa.

b)  Falsch. Pulsionsdivertikel entstehen als Folge einer intraluminalen Drucker- höhung. Diese tritt häufig vor den Ösophagussphinktern auf (oberer Sphink- ter: Zenker-Divertikel, unterer Sphinkter: epiphrenisches Divertikel)

c)  Richtig. Das Zenker-Divertikel entwickelt sich meist nach links und kann bis faustgroß werden. Bei größeren Divertikeln kommt es zur Regurgitation von Speisen. Sie sind die häufigsten Formen der Ösophagusdivertikel.

d)  Richtig. Sie werden meist auf Höhe der Trachealbifurkation gefunden und entstanden früher häufig durch schrumpfende Hiluslymphknoten. Heute werden sie auch auf embryonale Fehlbildungen zurückgeführt. Sie befinden sich meist im mittleren Drittel der Speiseröhre.

e)  Richtig. Bei kleineren Divertikeln (<2 cm) ist eine Myotomie alleine häufig ausreichend, bei größeren sollte eine Resektion des Divertikelsacks erfolgen.


16. Welche Aussagen zum Zenker-Divertikel sind zutreffend?

a)  In der Frühphase kommt es häufig zu stillen Aspirationen.

b)  Für die Diagnostik ist neben der Endoskopie auch ein Kontrastmittelbreischluck sinnvoll.

c)  Die Zenker-Divertikel werden entsprechend ihrer Lage im Ösophagus klassifiziert.

d)  Das Septum zwischen Ösophagus und Divertikel sollte bei der endoskopischen Versorgung komplett durchtrennt werden.

e)  Typische Komplikationen der offenen Versorgung sind neben einer Speichelfistel auch eine Rekurrenzläsion.


a)  Falsch. Beim Zenker-Divertikel stehen Dysphagie und Regurgitation von Nahrung im Vordergrund. Auch ein unangenehmer Mundgeruch kann ein Frühsymptom sein. Aspirationen sind erst Spätsymptome.

b)  Richtig. Bei der Kontrastmitteldarstellung, die ja eine dynamische Untersu- chung darstellt, kann die Lokalisation und Größe des Divertikels gut beur- teilt werden. Die Endoskopie dient zudem dem Ausschluss weiterer patholo- gischer Befunde im Ösophagus.

c)  Falsch. Zenker-Divertikel werden in der Regel nach ihrer Größe klassifi- ziert. Hierzu bietet sich die Klassifikation nach Brombart an, bei der 4 Sta- dien unterschieden werden. Klinisch besonders relevant sind die Stadien III und IV (größer als 1 cm).

d)  Richtig. Wenn die Spaltung nicht vollständig gelingt, kann die klinische Symptomatik des Zenker-Divertikels fortbestehen. Die Erfolgsraten des en- doskopischen Verfahrens liegen bei 90 %.

e)  Richtig. Bei einer Insuffizienz der Klammernahtreihe kann eine Speichelfis- tel resultieren, die unter Umständen langwierig sein kann. Auch eine Rekur- renzläsion kann auftreten, da der Nerv in der Nähe des Ösophagus verlau- fen kann.


17. Welche Aussagen zur Ösophagusruptur treffen zu?

a)  Die iatrogene Ösophagusruptur stellt immer eine dringliche Operationsindikation dar.

b)  Beim Boerhaave-Syndrom handelt es sich um eine emetogene Ösopha- gusruptur.

c)  Die Rupturstelle liegt beim Boerhaave-Syndrom typischerweise im distalen Ösophagus.

d)  Klinisch imponiert das Boerhaave-Syndrom durch plötzlich auftretendes hohes Fieber nach heftigem Erbrechen.

e)  Auch bei rascher Behandlung ist die Mortalität des Boerhaave-Syndroms sehr hoch.


a)  Falsch. Während früher die operative Versorgung innerhalb der ersten 24 Stunden bevorzugt wurde, so wird heute primär ein konservativer Therapie- versuch durchgeführt. Dieser umfasst Nulldiät, parenterale Ernährung sowie eine antibiotische Abschirmung. Wichtig ist weiterhin die kontinuierliche Absaugung von Speichel und Magensaft durch eine Magensonde.

b)  Richtig. Hierbei handelt es sich um ein intraluminales Barotrauma, welches während eines forcierten Erbrechens auftritt.

c)  Richtig. Man findet bei dieser Erkrankung in der Regel einen linkslateralen dorsalen Defekt, der oberhalb des Zwerchfells liegt.

d)  Falsch. Das BS besteht in der Regel aus einer Trias aus akuten thorakalen Schmerzen und einem Haut- bzw. Mediastinalemphysem nach einer Episode heftigen Erbrechens. Fieber als Zeichen einer Mediastinitis tritt erst später im Verlauf auf.

e)  Falsch. Während das unbehandelte Syndrom eine Mortalität von nahezu 100 % hat, so sinkt diese nach einer adäquaten konservativen und chirurgischen Therapie auf unter 3 %.


18. Welche Aussagen zu Säuren- und Laugenverletzungen des Ösophagus treffen zu?

a)  Säure- und Laugenverletzungen unterscheiden sich hinsichtlich ihres pa- thophysiologischen Schädigungsmechanismus.

b)  Säureverletzungen betreffen in erster Linie den Ösophagus, während Lau- geningestionen primär durch die Kolliquation zu einer Magenperfora- tion führen.

c)  Die Ingestion von Säuren ist prognostisch ungünstiger als die von Laugen.

d)  Das Risiko der malignen Entartung einer verätzungsbedingten Striktur

ist gering.

e)  Eine Op-Indikation besteht bei Verätzungen in der Regel bei einer Perforation oder klinischen Instabilität.


a)  Richtig. Säureverletzungen führen zu Koagulationsnekrosen, die zu einer Verklumpung des Gewebes führen. Laugenverätzungen zu Kolliquationsne- krosen führen, also zu einer Verflüssigung des Gewebes. Die entstehenden Einschmelzungen begünstigen die weitere Ausbreitung der Laugenflüssig- keit in die tiefere Umgebung.

b)  Falsch. Säureverätzungen finden sich primär entlang der Magenstraße. Lau- genverätzungen betreffen bevorzugt den Ösophagus und seine physiologischen Engstellen. In höheren Konzentrationen werden beide Organe befallen.

c)  Richtig. Die Säureningestion führt zu einer signifikant ausgeprägteren Ge- webeschädigung, zu einer höheren Komplikationsrate und zu einer höheren Mortalität.

d)  Falsch. Nach einem stummen Intervall von 10–20 Jahren ist das Risiko einer Karzinomentstehung deutlich erhöht.

e)  Richtig. In Abhängigkeit vom Lokalbefund ist bei einer Magenperforation häufig eine Gastrektomie mit Anlage einer temporären Speichelfistel erfor- derlich. Die Beurteilung der Ösophagusperforation ist wesentlich schwie- riger. Bei einer transmuralen Nekrose ist die transhiatale Dissektion mit Anlage einer Speichelfistel indiziert. Im Intervall nach erfolgter Rekonvaleszenz des Patienten erfolgt dann die Rekonstruktion.


1. Welche der folgenden Aussagen sind bezüglich der Definition der Ade- nokarzinome des ösophagogastralen Übergangs (AEG) zutreffend?

a)  Unter AEG-Karzinomen versteht man Adenokarzinome im Bereich des öso- phagogastralen Übergangs beginnend 5 cm oral und bis 5 cm aboral der anatomischen Kardia.

b)  Sowohl Plattenepithelkarzinome als auch Adenokarzinome, ca. 5 cm oral der Kardia beginnend, werden dem Begriff AEG zugeordnet

c)  AEG-Tumore werden definitionsgemäß dem gastroösophagealen Über- gangsbereich, beginnend 5 cm oral und 3 cm aboral der Kardia, zugeordnet.

d)  AEG-Tumoren wachsen nur aboral der Z-Linie.

e)  AEG-Tumoren werden nach der Tumorobergrenze klassifiziert.


a)  Richtig. Nur Tumoren im Bereich 5 cm oral und bis 5 cm aboral der anato- mischen Kardia gelten als AEG-Tumoren. Makroanatomisch wird aufgrund des sich verändernden Verlaufs der zirkulären Muskelschicht ein 2–3 cm lan- ges Segment zwischen dem distalen tubulären Ösophagus und der sackarti- gen Ausweitung des Magens als Zone des ösophagogastralen Übergangs definiert

b)  Falsch. Plattenepithelkarzinome, die in den gastroösophagealen Übergangs- bereich wachsen, gelten als Ösophaguskarzinome, unter denen weltweit ca. 50 % Adenokarzinome zu finden sind. In Deutschland, USA und Großbri- tannien ist die Häufigkeit von Plattenepithelkarzinomen stark gesunken. Im Gegensatz dazu hat das Barrett-Karzinom in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen.

c)  Falsch. Tumoren bis 5 cm aboral der anatomischen Kardia werden den AEG-Tumoren zugerechnet.

d)  Falsch. Die Z-Linie beschreibt nur den Übergang zwischen Plattenepithel und Zylinderepithel.

e)  Falsch. Die Tumorobergrenze ist für das Resektionsausmaß von Bedeutung.


2. Die Klassifikation der AEG unterscheidet drei Typen: Welche der fol- genden Aussagen sind falsch?

a)  Die Unterteilung erfolgt unter topographisch-anatomischen Gesichtspunkten.

b)  Die Unterteilung erfolgt in Bezug auf die Z-Linie.

c)  Für die Beurteilung ist die endoskopische Lokalisation der Kardia notwendig.

d)  Das Tumorzentrum bestimmt den Typ.

e)  Die Einteilung ist auch abhängig vom histologischen Typ.


a) Falsch. Die Unterteilung der AEG-Typen folgt der Topographie: Befindet sich das Tumorzentrum (oder bei ausgedehnten Tumoren die Haupttumor- masse) mehr als 1 cm bis maximal 5 cm oral der anatomischen Kardia, so werden diese den Tumoren des AEG Typs I zugeteilt. Sie infiltrieren von oral die Kardia und haben ihren Ursprungspunkt in dem Epithel des distalen Ösophagus.

b)  Richtig. Die Z-Linie hilft nicht bei der Unterteilung der AEG-Typen und wandert im Laufe des Lebens nach oral. Sie ist die Trennlinie zwischen Plat- ten- und Zylinderepithel.

c)  Falsch. Bei einer Lage des Tumorzentrums 1 cm oral bis 2 cm aboral der Kardia werden die Tumoren dem AEG Typ II zugeordnet. Dieses Kardia- karzinom geht vom Epithel der Kardia aus. Tumoren, die mehr als 2 cm bis 5 cm unterhalb dieser Linie gelegen sind, bilden die Gruppe der AEG Typ III-Tumoren. ‚Subkardiale Magenkarzinome‘ (AEG Typ III) infiltrieren die Kardia und gegebenenfalls den distalen Ösophagus.

d)  Falsch. Bei größeren Tumoren, die nicht eindeutig einem AEG-Typ zuge- ordnet werden können, wird durch die Haupttumormasse der Typ festgelegt.

e)  Richtig. Der histologische Befund spielt keine Rolle bei der Unterteilung der AEG-Tumoren.


4. Welche Veränderungen brachte die neue TNM-Klassifikation der UICC 2010 bezüglich der AEG und welche Aussagen sind korrekt?

a)  Tumoren der AEG Typen II und III werden den Magenkarzinomen zu- gerechnet.

b)  Ein Tumor, dessen Zentrum in einem Abstand von 5 cm vom ösophagogast- ralen Übergang liegt und in den ösophagogastralen Übergang hineinreicht, wird nach dem Schema der Ösophaguskarzinome klassifiziert.

c)  Die UICC Vorgaben vereinfachen die TNM-Klassifikation und das therapeu- tische Vorgehen.

d)  AEG-Tumoren erhalten keine eigene Klassifikation mehr.

e)  Bei der neuen Klassifikation der AEG-Tumoren gilt ein Befall der zöliakalen Lymphknotenstationen nicht mehr als Fernmetastasierung.


a)  Falsch. Grundsätzlich werden alle Tumoren, die den ösophagogastralen Be- reich betreffen, wie ein Ösophaguskarzinom klassifiziert. Nur Tumoren, die ihr Zentrum im Magen und mehr als 5 cm vom ösophagogastralen Übergang entfernt haben oder deren Zentrum innerhalb eines Abstands von 5 cm liegt, aber nicht in den ösophagogastralen Übergang hineinreichen, unterliegen der Klassifikation für Magenkarzinome.

b)  Richtig. Die AEG-Tumoren werden nach der aktuellen Klassifikation den Ösophaguskarzinomen zugeordnet.

c)  Falsch. Durch die aktuellen UICC-Vorgaben (2010) werden AEG-Tumore werden nicht mehr durch eine eigene Klassifikation abgebildet, sondern den Ösophaguskarzinomen zugeordnet.

d)  Richtig. Die AEG-Tumore werden aktuell den Ösophaguskarzinomen zuge- ordnet. Es ergibt sich jedoch keine Veränderung bezüglich der Therapie.

e)  Richtig. Geändert wurde auch die Einstufung des Lymphknotenbefalls. Unabhängig vom Sitz des Primärtumors gelten als regionäre Lymphknoten die- jenigen, welche in dem lymphatischen Abflussgebiet des Ösophagus lokalisiert sind. Eingeschlossen werden daher die zöliakalen Lymphknoten und paraösophagealen Lymphknoten des Halses, aber nicht jedoch die suprakla- vikulären Lymphknoten.

5. Welche der folgenden Aussagen bezüglich der Diagnostik von AEG-Tu- moren sind korrekt?

a)  Eine Ösophagogastroskopie und Abdomensonographie gehören zum primä- ren Staging.

b)  Eine Computertomographie des Thorax und Abdomens sowie eine endosko- pische Ultraschalluntersuchung werden nur bei einem kurativen Therapiean- satz empfohlen.

c)  Eine diagnostische Laparoskopie sollte vor jeder geplanten Tumorresektion durchgeführt werden.

d)  Zur Prognoseeinschätzung sollten präoperativ die Tumormarker CEA, CA 19-9 und CA 72-4 bestimmt werden.

e)  Gegenwärtig kann ein routinemäßiger Einsatz der MRT in der Diagnostik der AEG-Tumoren noch nicht empfohlen werden.


a)  Richtig. Die Sonographie besitzt eine zentrale Bedeutung beim Staging der AEG-Tumoren. Ergänzend zur Sonographie des Abdomens (auch zum Aus- schluss von Lebermetastasen) sollte die Untersuchung des Halses auf patho- logisch vergrößerte Lymphknoten durchgeführt werden und bei hochsitzen- den Tumoren eine Sonographie des Halses erfolgen.

b)  Richtig. Eine Computertomographie des Thorax und Abdomens sowie eine endoskopische Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung der lokalen Infiltra- tionstiefe und regionärem Lymphknotenbefall werden zum Staging empfoh- len. Das PET-CT wird derzeit nicht routinemäßig für das Staging empfohlen. Es kann jedoch bei lokal fortgeschrittenen Tumoren nach dem konventionel- len Staging für die Detektion von loko-regionär und nicht loko-regionär ge- legenen Lymphknoten und zum Nachweis/Ausschluss anderer Fernmetasta- sen in Betracht gezogen werden. Insbesondere kann das frühe Ansprechen auf die neoadjuvante Therapie bei AEG-Typ I und II zur Therapiestratifizie- rung genutzt werden.

c)  Falsch. Die Staging-Laparoskopie kann bei fortgeschrittenen Tumoren cT3/4 zum Ausschluss von Lebermetastasen und oder einer Peritonealkarzinose sinnvoll sein. Eine Peritoneallavage kann zusätzlich durchgeführt wer- den, jedoch beeinflusst das Untersuchungsergebnis nicht das therapeutische Vorgehen.

d) Falsch. Für die Primärdiagnostik und zur Verlaufskontrolle haben Tumor- marker keine Bedeutung.

e) Richtig. Die MRT sollte den Patienten vorbehalten sein, bei denen keine CT-Untersuchung durchgeführt werden kann.

6. Welche tumorbiologischen Faktoren beeinflussen die Prognose beim AEG?

a) Die Tumorlokalisation.

b) Die Tiefeninfiltration des Tumors.

c) Eine Anzahl von befallenen Lymphknoten >10.

d) Eine Gefäßinvasion.

e) Der Nachweis einer p53-Mutation.

a)  Richtig. Tumoren im subkardialen Bereich (AEG-Typ III) haben eine schlechtere Prognose als Tumoren des Typs I und II. Sie weisen außerdem bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung deutlich häufiger einen Lymph- knotenbefall auf.

b)  Richtig. Das Tumorstadium T4 (T4a: Infiltration von Pleura, Zwerchfell oder Perikard, T4b: Infiltration anderer Nachbarorgane (z. B. Wirbelkörper, Trachea, Aorta)) ist beim AEG III Typ fast dreimal so häufig wie beim AEG I und II zu beobachten, sodass die Gesamtprognose beim AEG III deutlich schlechter ist.

c)  Falsch. Sind mehr als zwei Lymphknoten befallen, wandelt sich in der neuen UICC-Einteilung der N-Status von N1 zu N2, was mit einer Verschlechte- rung der Prognose einhergeht. Nicht nur der Lymphknotenbefall (N1 = 1–2 regionäre Lymphknoten, N2 = 3–6 regionäre Lymphknoten, N3 = >7 Lymph- knoten), sondern auch das Verhältnis der untersuchten Lymphknoten zu den befallenen Lymphknoten beeinflusst die Prognose.

d)  Richtig. Die Lymphgefäßinvasion gilt als prognostischer Faktor bei AEG-Tumoren. Eine Invasion der Lymphbahnen findet sich häufiger beim Typ II und III als beim Typ I. Damit steigt auch das Risiko für Lymphknotenmetastasen.

e) Falsch. Besonders häufig lässt sich beim AEG-Typ I Tumor eine p53-Muta- tion und Akkumulation nachweisen. Jedoch konnte bisher eine prognosti- sche Signifikanz nicht eindeutig bewiesen werden.

7. Die Prognose der AEG-Tumore wird maßgeblich durch die korrekte Operation verbessert. Welche Therapie eignet sich für welche Lokalisa- tion am besten?

a)  AEG-Typ I: Gastrektomie und Ösophagektomie.

b)  AEG-Typ I: Die transthorakale Ösophagektomie ist besser als die transhiatale Ösophagusresektion.

c)  AEG-Typ II: Die Ösophagektomie ist besser als die transhiatal erweiterte totale Gastrektomie.

d)  AEG Typ III: Die transhiatal erweiterte totale Gastrektomie ist besser als die linksthorakale Gastrektomie.

e)  Beim Barrett-Frühkarzinom ist die endoskopische Abtragung des Tumors ausreichend.


a)  Falsch. Nur in Ausnahmefällen ist bei sehr ausgedehnten Tumoren beim AEG-Typ I die Gastrektomie und Ösophagektomie indiziert. In der Regel ist die transthorakale subtotale Ösophagusresektion mit proximaler Magenre- sektion (sogenanntes Ivor-Lewis-Verfahren) mit adäquater Lymphknoten- dissektion die Methode der Wahl.

b)  Richtig. Die transthorakale Ösophagusresektion ermöglicht eine gezieltere Lymphadenektomie, insbesondere der Lymphknoten oberhalb der Tracheal- bifurkation, als es beim transmediastinalen Vorgehen möglich ist. Ein prog- nostischer Vorteil besteht nur, wenn weniger als 8 Lymphknoten befal- len sind.

c)  Falsch. Therapie der Wahl ist die transhiatal erweiterte totale Gastrektomie mit Resektion des distalen Ösophagus. Eine Schnellschnittuntersuchung des proximalen Absetzungsrandes ist obligat. Im Einzelfall kann eine transthora- kale Ösophagusresektion erforderlich sein.

d)  Richtig. Bei AEG-Typ III wird aktuell die transhiatal erweiterte totale Gastrektomie empfohlen. Im Einzelfall ist alternativ beim AEG III die pro- ximale Magenresektion und distale Ösophagusresektion mit Dünndarmoder Kolonteilinterposition möglich. Das Resektionsausmaß nach proximal richtet sich nach der Laurén-Klassifikation: 5 cm beim intestinalen und 8 cm beim diffusen Typ in situ.

e) Falsch. Bei einem Barrett-Frühkarzinom muss neben der Tumorresektion auch der gesamte Endobrachyösophagus endoskopisch mitreseziert werden.


8. Unter welchen Bedingungen ist bei AEG-Tumoren eine endoskopische Therapie möglich?

a)  Bei Tumoren, die auf die Mukosa begrenzt sind.

b)  Bei Tumoren im Stadium T1 bis T2, N0, M0.

c)  Nur bei Tumoren bis zu einer G2-Differenzierung.

d)  Bei Läsionen vom erhabenen Typ, jedoch <3 cm.

e)  Bei makroskopischer Ulzeration.


a)  Richtig. Nach aktueller Datenlage sollte eine lokale Tumorabtragung nur bei einer Infiltration der Mukosa (m1–m3) erfolgen. Positiv ist derzeit auch die Datenlage bezüglich einer lokalen Therapie bei submukosaler Tumoraus- breitung (sm1) ohne Risikofaktoren (G3, Gefäßinvasion, >20 mm). Die Durchführung erfolgt nach Möglichkeit en-bloc als endoskopische Mukosa- resektion (EMR) oder als endoskopische Submukosadissektion (ESD) bei größeren Läsionen und bei Plattenepithelkarzinomen.

b)  Falsch. Endoskopische Verfahren sind nach den aktuellen Leitlinien nur bei Tumoren im Stadium T1 (m1 bis m3, sm1) anzuwenden, wobei die Stadien m3 bzw. sm1 bei einem Risiko für einen Lymphknotenbefall von ca. 12 % bzw. ca. 27 % in einer interdisziplinären Tumorkonferenz als Einzelfallent- scheidung diskutiert werden müssen und nur ohne Risikofaktoren (s.o.) in Frage kommen. Maßgeblich die Lymphgefäßinvasion bestimmt die Lymph- knotenmetastasen, so dass bei L0 auch eine endoskopische Resektion ausrei- chend sein kann.

c)  Falsch. Die Einschränkung der endoskopischen Tumorresektionen betrifft nicht die Differenzierung. Eine Gefäßinvasion darf zudem nicht eingetre- ten sein.

d)  Falsch. Die Läsionen sollten von erhabenen Typen <2 cm und von flachen Typen <1 cm sein und keine Ulzerationen aufweisen. Es werden Mukosa- und Submukosaresektionen gleichwertig durchgeführt, dabei muss eine En-bloc-Resektion angestrebt werden. Auch kleine Lokalrezidive (rT1a N0 M0) können erneut endoskopisch behandelt werden. Eine radikale chirurgi- sche Therapie ist jedoch auch möglich.

e) Falsch. Makroskopische Ulzerationen gelten als Kontraindikation für eine lokale Tumortherapie.


9. Welches Vorgehen ist im metastasierten Stadium von AEG-Tumoren zu empfehlen?

a)  Eine Gastrektomie und simultane Resektion der Metastasen.

b)  Eine palliative Chemo-/Radiochemotherapie.

c)  Eine Stentimplantation.

d)  Die Anlage eines enteralen Bypasses.

e)  Eine Brachytherapie.


a)  Falsch. Im metastasierten Stadium ist der Stellenwert der Chirurgie sehr begrenzt. Stenosen oder Blutungen können im Einzelfall zu einer OP-Indi- kation führen. Liegt eine singuläre gut resektable Lebermetastase vor, kann diese jedoch im Rahmen einer geplanten Gastrektomie mit ent- fernt werden.

b)  Richtig. Insbesondere bei einem lokal fortgeschrittenen und inoperablen oder metastasierten AEG sollte in dieser Situation die palliative Chemothe- rapie favorisiert werden.

Beim Adenokarzinom sollte vor Beginn der palliativen Chemotherapie der HER2/neu-Status bestimmt werden. Ist dieser negativ erfolgt die Thera- pie meist mit 5-FU und Cisplatin (zusätzlich ggf. Docetaxel oder Epirubi- cin). Ist der HER2/neu-Status positiv wird meist 5-FU, Cisplatin und Trastu- zumab angewandt.

Beim palliativ behandelten Plattenepithelkarzinom erfolgt ebenfalls meist die Kombinationsgabe mit 5-FU und Cisplatin.

Im fortgeschrittenen Tumorstadium, bei dem zunächst keine Operation oder Inoperabilität besteht, sind zusätzlich supportive Maßnahmen zur Ver- besserung der Lebensqualität von großer Bedeutung.

c)  Richtig. Bei ausgeprägter Tumorstenose ist eine Stentimplantationen indi- ziert. Langfristig können Patienten auch von einer externen oder endolumi- nalen Strahlentherapie profitieren.

d) Falsch. Im Rahmen einer Ernährungstherapie sollte bei einem rein palliati- ven Vorgehen die Anlage einer perkutanen endoskopischen gastralen Ernäh- rungssonde diskutiert werden, wenn eine Stentanlage nicht möglich ist. Eine Bypass-Operation ist im Regelfall nicht notwendig.

e) Richtig. Langfristig können Patienten auch von einer externen oder endolu- minalen Strahlentherapie profitieren. Auch eine Argon-Plasma-Koagulation kann das Lumen durch Abtragung exophytischer Tumoranteile freihalten.


10. Welche Nachsorge ist nach einer chirurgischen Therapie von AEG-Tu- moren sinnvoll?

a)  In den ersten 2 Jahren 1⁄4 jährliche Staginguntersuchungen.

b)  In den ersten 2 Jahren 1⁄2 jährliche Kontrollen.

c)  Eine Vitamin-B12-Substitution.

d)  Eine symptomorientierte Nachsorge.

e)  Die regelmäßige Einnahme eines Cyclooxygenase (COX-2)-Hemmers.



a)  Falsch. Es gibt keine wissenschaftlich belegten Gründe, dass eine struktu- rierte Nachsorge im Sinne regelmäßiger Staginguntersuchungen das Überle- ben verbessert.

b)  Falsch. In der Literatur werden keine festen Intervalle für eine Kontrollun- tersuchung empfohlen. Dennoch sollten Nachuntersuchungen bei Patienten mit einem ösophagogastralen Karzinom durchgeführt werden, um frühzeitig funktionelle Probleme infolge der Operation oder bedingt durch ein Tumor- rezidiv zu entdecken. Besonders ist auf den Ernährungszustand zu achten und entsprechende Ernährungsprobleme zu beheben.

c)  Richtig. Die Kontrolluntersuchungen umfassen die Anamnese, körperliche Untersuchung, Gewichtsverlauf, die Bestimmung von Blutbild, Eisen, Transferrin, Transferrin-Sättigung und Vitamin B12 im Serum. Patienten nach Gastrektomie sollen regelmäßig in 1⁄4 bis 1⁄2 jährlichen Abständen Vita- min B12 parenteral substituiert bekommen, in Ausnahmefällen kann die Substitution auch täglich auf oralem Wege in hochdosierter Form erfolgen.

d)  Richtig. Die symptomorientierte Nachsorge steht im Mittelpunkt der weite- ren Betreuung der Patienten nach operativer und medikamentöser Tumorthe- rapie. Des Weiteren sollte eine psychische Unterstützung den Patienten und deren Angehörige angeboten werden, insbesondere in einer palliativen Situation. Die Nachkontrollen können auch zur Evaluation der chirurgischen

Behandlungsverfahren genutzt werden.

e) Falsch. Sowohl im Barrett-Ösophagus als auch im Barrettkarzinom konnte

eine Expression von COX-1 und COX-2 nachgewiesen werden. Die Cy- clooxygenase-2 spielt eine Rolle bei der Tumorangiogenese und hemmt die Apoptose. Sowohl im Rahme eines palliativen Konzeptes als auch im Sinne einer Prävention besteht aktuell keine Indikation zur Gabe eines COX-2-Hemmers.


Welche Aussagen zu den Risikofaktoren eines Adenokarzinoms des Ma- gens treffen zu?

a)  Eine Infektion mit Helicobacter pylori (HP) ist ein Risikofaktor für ein Ma-genkarzinom.

b)  Eine Infektion mit HP ist ein Risikofaktor für ein Adenokarzinom des öso- phagogastralen Übergangs (AEG).

c)  Bei der Entstehung eines Magenkarzinoms gibt es ein familiäres Risiko.

d)  Patienten mit einer atrophischen Gastritis und einer intestinalen Metaplasie sollten endoskopisch überwacht werden.

e)  Das Risiko der Entstehung eines Magenstumpfkarzinoms 15–20 Jahre nach der Operation eines Ulkus ist vergleichbar hoch, unabhängig davon, ob eine Billroth I- oder eine Billroth II-Resektion erfolgt ist.


a)  Richtig. Das Magenkarzinom ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der die Infektion mit HP den wichtigsten Risikofaktor darstellt. Seit 1994 ist HP durch die WHO als Klasse I Karzinogen anerkannt und wurde 2009 als sol- ches bestätigt. Die Infektion mit HP induziert eine chronisch aktive Gastri- tis. Bei einem Teil der Patienten kommt es in Abhängigkeit von Wirts- und Umweltfaktoren zu einer Progression, die über eine atrophische Gastritis und eine intestinale Metaplasie zu einem Magenkarzinom führen kann. Die Eradikation von HP mit dem Ziel der Magenkarzinomprophylaxe sollte bei Risikopersonen durchgeführt werden.

b)  Falsch. Eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) kann zu einer Ösophagitis und konsekutiv zur Ausbildung einer Barrettmukosa führen. Diese kann durch eine intestinale Metaplasie in einem AEG münden. Somit besteht beim AEG kein direkter Zusammenhang mit der HP-Infektion.

c)  Richtig. Für Verwandte 1. Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) eines Pa- tienten mit Magenkarzinom ist das Magenkarzinomrisiko um das 2- bis 3-fache erhöht. Ursache des erhöhten Risikos können gemeinsame Um- weltbedingungen bzw. Lebensgewohnheiten, eine gemeinsame genetische Veranlagung oder eine Kombination beider Faktoren sein. Die genetische Veranlagung ist auf die Keimbahnmutation des E-Cadherin Gens (CDH-1) zurückzuführen. Diese Erkrankung ist autosomal dominant und führt zum hereditären diffusen Magenkarzinom. Bei Nachweis dieser Mutation sollte den Betroffenen zu einer prophylaktischen Gastrektomie geraten werden. Träger der Mutation haben ein Lebenszeitrisiko von ca. 40–70 % (Männer) bzw. ca. 60–80 % (Frauen) für die Entwicklung eines Magenkarzinoms, Frauen zusätzlich ein Risiko von ca. 40–50 % für die Entstehung eines lobu- lären Mammakarzinoms. Die andere Risikogruppe sind Patienten mit einem HNPCC-Syndrom haben ein 5-fach erhöhtes Risiko im Gegensatz zur Nor- malbevölkerung und sollten endoskopisch überwacht werden.

d)  Falsch. Eine regelmäßige endoskopisch-bioptische Überwachung wird bei fokaler Atrophie und intestinaler Metaplasie nicht empfohlen, da das Ma- genkarzinomrisiko bei Atrophie und intestinaler Metaplasie auch nach 10 Jahren zu gering ist (<1,8 %). Bei ausgeprägter Atrophie und Metaplasie kann es sinnvoll sein Risiko-Patienten zu identifizieren, allerdings liegen diesbezüglich keine prospektiven Studien vor.

e)  Falsch. Das Risiko eines Magenstumpfkarzinoms ist nach einer Billroth II-Resektion höher als nach einer Billroth I-Resektion. Hierfür wird der alkalische Galle- und Pankreassaftreflux verantwortlich gemacht, der nach Billroth II-Resektion ausgeprägter als nach Billroth I-Resektion ist.


2. Welche Aussagen zur Eradikation von Helicobacter pylori (HP) treffen zu?

a)  Sie sollte bei einer Pangastritis erfolgen.

b)  Sie ist bei erstgradigen Verwandten von Magenkarzinompatienten nicht indiziert.

c)  Frühere Neoplasien des Magens spielen bei der Indikation zur Eradikation keine Rolle.

d)  Eine Magenatrophie ist genau wie eine nachgewiesene intestinale Metaplasie keine Indikation für die Eradikation.

e)  Die Eradikation hat grundsätzlich das Potential, die Entstehung eines Magenkarzinoms zu verhindern.

a)  Richtig. Die Eradikation sollte bei einer Risikogastritis erfolgen. Dazu zählt neben der Pangastritis auch die Korpus-dominante Gastritis.

b)  Falsch. Das Risiko für ein Magenkarzinom ist in diesen Fällen erhöht. Daher sollte auch eine HP-Eradikation erfolgen.

c)  Falsch. Bei früheren endoskopischen Resektionen, nach erfolgten Magen- teilresektionen bei Adenomen oder beim MALT-Lymphom sollte ebenfalls eine HP-Eradikation durchgeführt werden.

d)  Richtig. Bei ausgedehnten und insbesondere bei multifokalen Befunden sollte eine Eradikation erfolgen.

e)  Richtig. Wichtig ist der Zeitpunkt der Behandlung. Insbesondere, wenn noch keine präneoplastischen Veränderungen vorliegen (Atrophie, intesti- nale Metaplasie) ist die HP-Eradikation wirksam.

  1. Folgende Eradikationsschemata werden in der deutschen Leitlinie (2016) empfohlen:

    • Italienische Therapie: PPI, Clarithromycin, Amoxicillin

    • Französische Therapie: PPI, Clarithomycin, Metronidazol

    • Bismuth Therapie: PPI, Bismut, Tetracyclin, Metronidazol (gleichwerte

      Ergebnisse)

      Grundsätzlich sollte bei HP-Infektion nach 4–6 Wochen eine erneute HP- Diagnostik erfolgen. Entweder durch erneute Gastroskopie (z. B. bei Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni) oder mittels des Stuhlantigentests bzw. des 13C-Atemtests.


3. Welche Aussagen zum Magenkarzinom treffen zu?

a)  Die angewandte Klassifikation der Lymphknotenstationen basiert auf der European Gastric Cancer Association.

b)  Die Einteilung erfolgt in drei Kompartimente, die drei Ebenen entsprechen: die magennahen Lymphknoten, die Lymphknoten an den Abgängen der ma- genversorgenden Arterien und die fernen Lymphknoten entlang der großen retroperitonealen Gefäße.

c)  Die D2-Lymphadenektomie beim Fundus-/Korpuskarzinom beinhaltet, wenn man sich streng an die Vorgaben hält, immer eine Pankreaslinksresek- tion und Splenektomie.

d)  Wie beim Kolonkarzinom, gibt es in Deutschland ab 50 Jahren auch eine Magenkarzinomvorsorgeuntersuchung.

e)  Eine D3-Lymphadenektomie ist in Japan Therapiestandard.





a)  Falsch. Die weltweit angewandte Klassifikation der Lymphknotenstationen basiert auf der Japanese Research Society for Gastric Cancer (JRSGC). In Japan kommt das Magenkarzinom viel häufiger als im Rest der Welt vor. Die Klassifikation definiert die Häufigkeit des Lymphknotenbefalls der verschie- denen Lymphknotenkompartimente, abhängig von der Tumorlokalisation.

b)  Richtig. Kompartiment I: Lymphknotenstationen 1–6 (perigastrisch) umfassen

alle LK direkt am Magen: parakardial, an der kleinen und großen Kuvertur, supra- und infrapylorisch.

Kompartiment II: Lymphknotenstationen 7–11 (regional) umfassen LK entlang der großen Gefäße: A. gastrica sinitra, A. hepatica communis, Trun- cus coeliacus, Milzhilus, A. lienalis.

Kompartiment III: Lymphknotenstationen 12–16 (distal) umfassen LK am Ligamentum hepatoduodenale, hinter dem Pankreaskopf, an der Mesen- terialwurzel und dem Mesenterium und entlang der Aorta.

c)  Richtig. Strenggenommen beinhaltet die D2-Lymphadenektomie beim Fun- dus- und Korpuskarzinom die Entfernung der Lymphknotenstationen 1–11, wobei die Station 10 dem Milzhilus und die Stationen 11 der A. lienalis ent- sprechen. Insbesondere die Station 10 kann häufig nur mittels Splenektomie bzw. Pankreaslinksresektion entfernt werden. In den meisten Studien hat sich

aber dadurch nur eine erhöhte Morbidität ohne Überlebensgewinn gezeigt, deshalb werden die Stationen 10 und 11 in der Regel belassen. Beim Antrum- karzinom werden die Stationen 10 und 11 hingegen zum Kompartiment III gezählt. Hier kann also eine ‚vollständige‘ D2-Lymphadenektomie erfolgen.

d)  Falsch. In Deutschland gibt es keine Magenkarzinomvorsorge. Diese sollte nur bei Risikopatienten erfolgen.

e)  Richtig. Aufgrund der großen Magenkarzinominzidenz in Japan (mögli- cherweise durch besondere Ernährungs- und Umweltfaktoren bedingt) gibt es hier ein nationales Vorsorgeprogramm. Die Magenfrühkarzinome werden häufiger diagnostiziert und die hohe Expertise in der Magenkarzinomchirur- gie macht ausgedehnte Lymphadenektomien mit einer geringen Morbidität möglich.

4. Welche Aussagen zum Staging beim Magenkarzinom treffen zu?

a)  Zum Ausschluss von Fernmetastasen sind eine Röntgen-Thorax-Aufnahme und eine Abdomensonographie ausreichend.

b)  Die lokale Tumorausbreitungsdiagnostik mittels endoskopischen Ultra- schalls (EUS) ist im metastasierten Stadium von Nutzen.

c)  Ein MRT ist zur Beurteilung der perigastralen Lymphknoten sinnvoll.

d)  Das PET-CT findet eine breite Anwendung als Staginguntersuchung beim Magenkarzinom.

e)  Eine Staging-Laparoskopie ist bei lokal fortgeschrittenen Tumoren (T3–4) sinnvoll.




a)  Falsch. Die Standarduntersuchung zum Staging eines Magenkarzinoms ist das Thorax-Abdomen-CT mit oraler und intravenöser Kontrastierung.

b)  Falsch. Der EUS sollte Bestandteil des Stagings des Primärtumors bei Pa- tienten mit kurativer Therapieintention sein. Im gesicherten metastasierten Stadium sind die Beurteilung der perigastralen Lymphknoten oder die lokale Eindringtiefe (T-Stadium) oder vorhandener Aszites nicht relevant für die Therapieentscheidung.

c)  Falsch. Das MRT sollte Patienten vorbehalten sein, bei denen kein CT durchgeführt werden kann oder bei denen CT- und/oder EUS-Befunde un- klar geblieben sind.

d) Falsch. Das PET-CT wird nicht routinemäßig für das Staging von Magen- karzinomen empfohlen. Es kann jedoch bei Vorliegen von lokal fortgeschrit- tenen Tumoren (‚mass-forming tumours’) des intestinalen Typs bzw. beim nicht-siegelringzelligen Magenkarzinom bei kurativer Therapieoption in Betracht gezogen werden. Das PET-CT als Prognosemarker bei Magenkarz- inom oder zum Monitoring des Therapieansprechens bei neoadjuvanter Che- motherapie ist Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen und ist damit auch außerhalb klinischer Studien kein Standardvorgehen.

e) Richtig. Eine Laparoskopie kann zur Verbesserung der Genauigkeit des Sta- gings, zum Ausschluss von Lebermetastasen und Peritonealkarzinose in den fortgeschrittenen Stadien (insbesondere bei cT3/T4) durchgeführt werden.


5. Welche Aussagen zum Magenfrühkarzinom treffen zu?

a)  Magenfrühkarzinome sind T1-Karzinome.

b)  Magenfrühkarzinome sollten, wenn möglich, lokal endoskopisch reseziert werden.

c)  Auch Magenfrühkarzinome mit maximal einem erweiterten Kriterium können endoskopisch behandelt werde.

d)  Das Lymphknotenmetastasenrisiko eines Magenfrühkarzinoms bei submukosalem (T1b) Befall liegt bei 10 %.

e)  Nach einer endoskopischen Resektion sollte die Nachsorge halbjährlich erfolgen.



a)  Richtig. Die T1-Karzinome werden in T1a (Mukosa) und T1b (Submukosa) unterteilt.

b)  Richtig. Magenfrühkarzinome oder intraeptheliale Dysplasien, sollten en- doskopisch reseziert werden, wenn die folgenden Kriterien vorliegen: Tu- mor <2 cm, nicht ulceriert, Mukosakarzinom und entweder vom intestina- len Typ oder vom histologischer Differenzierungsgrad her gut oder mäßig differenziert (G1/G2). Die Resektion sollte dann als ESD (endoskopische Submukosadissektion) erfolgen.

c)  Richtig. Zu den erweiterten Resektionskriterien zählt:

–  Ein differenziertes Mukosakarzinom (G1/2) ohne Ulceration sowie eine Größe >2 cm.

–  Ein differenziertes Mukosakarzinom mit Ulceration und Größe <3 cm.–  Ein gut differenziertes Karzinom mit Submukosainvasion <500 μm und Größe <3 cm. –  Ein undifferenziertes Mukosakarzinom <2 cm Durchmesser (sofern biop- tisch kein Nachweis von Tumorzellen im Abstand ≤1 cm besteht).

d)  Falsch. Bei Submukosa-, Lymph- oder Blutgefäßinvasion sind in bis zu 25–30 % Lymphknoten-Metastasen nachweisbar.

e)  Falsch. Die Nachsorge sollte 3-monatlich im ersten Jahr, halbjährlich im Zweiten und danach jährlich erfolgen.

6. Welche Aussagen zur chirurgischen Resektion bei Magenkarzinom treffen zu?

a)  Beim diffusen Typ nach Lauren reicht ein proximaler Sicherheitsabstand von 5 cm in situ.

b)  Beim intestinalen Typ nach Laurén ist ein proximaler Sicherheitsabstand von 3 cm am frischen Präparat ausreichend.

c)  Die 2/3-Magenresektion ist beim Magenantrumkarzinom eine Thera- pieoption.

d)  Bei Befall der Lymphknotenstation 10 (Milzhilus) sollte eine Splenektomie mit erfolgen.

e)  Die Wiederherstellung der Kontinuität nach totaler Gastrektomie wird meis- tens mittels einer End-zu-Seit Ösophagojejunostomie durchgeführt.



a)  Falsch. Beim diffusen Typ nach Lauren muss der proximale Sicherheits- abstand in situ mindestens 8 cm sein, dies entspricht ca. 5 cm am frischen Präparat ohne Zug und Spannung.

b)  Richtig. Beim intestinalen Typ nach Lauren muss der proximale Sicher- heitsabstand in situ mindestens 5 cm betragen, was ca. 3 cm am frischen Präparat ohne Zug und Spannung entspricht.

c)  Falsch. Die 2/3-Magenresektion ist in der Regel benignen Befunden vorbe- halten. Die einzige partielle Magenresektion, die bei einem Magenkarzinom infrage kommt, ist die 4/5-Magenresektion. Diese Therapieoption besteht meist nur beim Antrumkarzinom und wenn der proximale Sicherheitsab- stand es ermöglicht. Beim diffusen Typ sollte immer die totale Gastrektomie favorisiert werden.

d) Richtig. Die Lymphknotenstation 10 (Milzhilus), die beim Fundus-/Korpus- karzinom zum Kompartiment II gehört, wird nicht standardmäßig bei der D2-Lymphadenektomie entfernt. Studien haben gezeigt, dass eine zusätz- liche Splenektomie lediglich eine höhere Morbidität ohne sicheren Überle- bensgewinn bringt. Wenn diese Lymphknotenstation jedoch sicher befallen ist, sollte die Splenektomie mit erfolgen. Eine milzerhaltende Ausräumung des Milzhilus ist technisch in der Regel nicht machbar.

e) Richtig. Es gibt viele Möglichkeiten die Kontinuität nach totaler Gastrektomie wiederherzustellen (z. B. Jejunum-Pouch, freies Jejunuminterponat), aber die mit Abstand am meisten verbreitete Methode ist die End-zu-Seit Ösophago-Jejunostomie mit 60–70 cm langer Y-Roux-Schlinge und kurzem Krückstock. Diese kann je nach Gewohnheiten des Operateurs mit einem Zirkularstapler oder mittels Handnaht erfolgen.


7. Welche Aussagen zur Lymphadenektomie beim Magenkarzinom treffen zu?

a)  Die pN0 Einstufung kann nur bei mindestens 16 untersuchten Lymphknoten (LK) erfolgen.

b)  Die D2-Lymphadenektomie entfernt standardmäßig immer dieselben Lymphknotenstationen, unabhängig von der Tumorlokalisation.

c)  Eine D2-Lymphadenktomie muss mindestens 25 LK beinhalten.

d)  Eine D1-Lymphadenektomie umfasst die Lymphknotenstationen 1–6.

e)  Eine D1-Lymphadenektomie ist bei einem UICC-Stadium I vertretbar.


a)  Richtig. Mindestens 16 Lymphknoten sind notwendig für eine adäquate Erhebung des pN-Lymphknotenstatus. In einer D1-Lymphadenektomie (pe- rigastrische Lymphknotenstationen) sind in der Regel >16 Lymphknoten enthalten.

b)  Falsch. Je nach Tumorlokalisation werden die Lymphknotenkompart- ments anders definiert. Bei einem Antrumkarzinom zählt beispielsweise die Lymphknotenstation 2 (parakardial links) zum Kompartiment III und wird bei einer D2-Lymphadenektomie belassen (deshalb auch nur eine 4/5-Magenresektion). Bei einem Fundus-/Korpuskarzinom gehört jedoch diese Station zum Kompartiment I und muss mit entfernt werden. Ebenso gehören die Lymphknotenstationen 10 (Milzhilus) und 11 (Arteria lienalis)

zum Kompartiment II beim Fundus-/Korpuskarzinom, aber zum Komparti-

ment III beim Antrumkarzinom. c) Richtig. Bei der D2-Lymphadenektomie ohne Splenektomie/Pankreaslinks-

resektion werden in der Regel mehr als 25 regionäre Lymphknoten entfernt

und histopathologisch untersucht.

d)  Richtig. Im Allgemeinen stimmt diese Aussage, jedoch muss immer die Tumorlokalisation mit einbezogen werden. Bei einem Antrumkarzinom ent- sprechen die Stationen 10 und 11 dem Kompartiment III und werden dem- entsprechend bei einer D2-Lymphadenektomie belassen.

e)  Falsch. Das UICC-Stadium I beinhaltet T1N0M0 (UICC IA) und T2N0M0, T1N1M0 (UICC IB) Tumore. Bei einem T1N0M0 und T2N0M0-Stadium ist eine D1-Lymphadenektomie theoretisch ausreichend. Bei Befall des Kompartiments I muss jedoch das nächst höhere Kompartiment ausgeräumt werden, also eine D2-Lymphadenektomie erfolgen. Das Problem liegt aber hauptsächlich am präoperativen Staging und der Sicherheit, dass ‚nur‘ ein N1-Stadium vorliegt. Da diese Aussage nie zu 100 % verlässlich ist und das Magenkarzinom eine schlechte Prognose hat, sollte auch bei einem UICC- Stadium I großzügig eine D2-Lymphadenektomie erfolgen.


8. Welche Aussagen zu Prinzipien in der chirurgischen Therapie des Ma- genkarzinoms treffen zu?

a)  Die Linitis plastica sollte generell mittels einer totalen Gastrektomie thera- piert werden.

b)  Die palliative Gastrektomie kann auch bei asymptomatischen Karzinomen indiziert werden.

c)  Lokal fortgeschrittene Magenkarzinome werden perioperativ chemo- therapiert.

d)  Eine Lymphknotenmetastase am Abgang der A. mesenterica superior (AMS) zählt noch zu den lokalen Lymphknoten-Stationen eines Magenkarzinoms.

e)  Bei der Laparotomie müssen bei der Frau insbesondere die Adnexen inspi- ziert werden.



a) Richtig. Die Linitis plastica des Magens ist ein submukös wachsender Tu- mor, der meistens die gesamte Magenwand infiltriert und nur durch tiefe Biopsien histologisch gesichert werden kann. Histopathologisch zeigen sich typische Siegelringzellverbände und eine ausgeprägte Fibrose. Aufgrund der schlechten Prognose und der diffusen Infiltration sollte hier immer eine to- tale Gastrektomie erfolgen.

b Falsch. Bei Fernmetastasen oder einer Peritonealkarzinose sollte bei asym- ptomatischen Tumoren keine Gastrektomie in palliativer Intension erfolgen. Da aber die Tumoren häufig bluten oder pylorus- bzw. kardianah liegen, sind sie oft symptomatisch. Eine Resektion sollte einem Bypass bevorzugt werden. Palliativ wird in der Regel nur eine D1-Lymphadenektomie durchgeführt.


c Richtig. Der aktuelle Standard basiert auf den Ergebnissen der FLOT4-Studie. Diese sieht eine perioperative Chemotherapie nach dem FLOT-Protokoll (5-Fluorouracil plus Leucovorin, Oxaliplatin und Docetaxel) vor. Die Patienten erhalten in der Regel vier Zyklen prä- und vier Zyklen postoperativ.

d Falsch. Eine Lymphknotenmetastase an der AMS ist als Fernmetastase (M1) zu werten; ebenso eine retropankreatische, paraaortale oder subklavikuläre Lymphknotenmetastase.

e Richtig. Typisch sind Ovarialmetastasen (Kruckenberg-Tumor). Deshalb sind die Adnexen immer gesondert zu explorieren. Histologisch zeigt sich eine siegelringzellartige Tumorproliferation. In manchen Fällen liegt eine Linitis plastica des Kolons als Primärtumor vor.


9. Welche Aussagen zur Anwendung von chemo- und radiotherapeuti- schen Therapiestrategien beim Magenkarzinom treffen zu?

a)  Bei einem T2-Stadium des Magenkarzinoms ist die Durchführung einer pe- rioperativen Chemotherapie eine optionale Entscheidung.

b)  Standard ist eine perioperative Chemotherapie mit je vier Zyklen prä- und postoperativ.

c)  Die Standard-Chemotherapie erfolgt beim Magenkarzinom nach dem FLOT-Schema.

d)  Auch im perioperativen Setting wird bei positivem HER2/neu-Status die zusätzliche Gabe von Trastuzumab empfohlen.

e)  Nach der präoperativen Chemotherapie erfolgt die Operation ohne erneutes Staging.


a)  Richtig. Bei einem T2-Stadium ist die perioperative Chemotherapie ein op- tional und sollte interdisziplinär abgewogen und individuell diskutiert wer- den. Ab einem T3-Stadium besteht eine klare Empfehlung zur perioperati- ven Chemotherapie.

b)  Falsch. Standard ist die perioperative Chemotherapie mit je drei Zyklen prä- und postoperativ, wobei der Stellenwert der postoperativen Chemotherapie derzeit in Studien geprüft wird.

c)  Richtig. Standard ist beim Magenkarzinom die Anwendung nach dem FLOT-Schema (5-FU+Folinsäure, Oxaliplatin, Docetaxel). Die Gabe erfolgt intravenös.

d)  Falsch. Bisher wird eine Antikörpertherapie mit Trastuzumab für bei positivem HER2/neu-Status in der palliativen Therapie angewandt und emp- fohlen. Die Anwendung von Trastuzumab im kurativen Setting wird derzeit noch im Rahmen klinischer Studien evaluiert.

e)  Falsch. Nach der präoperativen Chemotherapiegabe muss eine Prüfung des Ansprechens und ein Re-Staging mittels einer erneuten Endoskopie (und ggf. CT) erfolgen.

10. Welche Aussagen zur Motilität des Magens sind zutreffend?

a)  Das Motilitätszentrum liegt im Fundus.

b)  Nach der Nahrungsaufnahme kommt es zu einer Relaxation im Fundus.

c)  Die Magenentleerung erfolgt im Wesentlichen über Rezeptoren im Antrum.

d)  Ein Anstieg des pH-Wertes hemmt die Pylorusdilatation.

e)  Bei Diabetes mellitus kann es zu beschleunigten Magenentleerung kommen.


a) Falsch. Das Motilitätszentrum des Magens liegt im Korpus nahe der großen Kurvatur. Von dort werden propulsive Bewegungen in Richtung Pylorus aus- gelöst. Grundsätzlich unterscheidet man Nüchternmotilität (interdigestive Phase) von postprandialer Motilität (digestive Phase). Im nüchternen Zustand zeigen sich drei aufeinander folgende Phasen der Motilität. In der ers- ten Phase besteht eine fast vollständige motorische Ruhe. Die zweite Phase

zeigt eine unkoordinierte Aktivität und während der dritten Phase kommt es kurzzeitig zu einer starken propulsiven Bewegung in Richtung Antrum, wobei die Häufigkeit etwa dreimal pro Minute beträgt. In der digestiven Phase, die unmittelbar nach Nahrungsaufnahme einsetzt, kommt es zu einer Dehnung des Fundus. Durch zusätzliche Kontraktionen im Antrum wird der Speisebrei durchmischt und letztlich auch weitergeleitet.

Richtig. Nach einer Nahrungsaufnahme kommt es im Magen zu einer loka- len Wanddehnung, die reflexartig zu einer Entspannung der Muskulatur im Fundus führt. Falsch. Der Transport des Speisebreis bis zum Duodenum ist Folge einer koordinierten Aktivität von Fundus, Antrum und Pylorus. Die Magenentlee- rung wird durch Rezeptoren gesteuert, die vorwiegend im Duodenum gele- gen sind. Viele Faktoren beeinflussen die Magenentleerung, unter anderem die Nahrungsmenge, Konsistenz und Zusammensetzung. Je höher der Fett- gehalt, umso stärker wird die Entleerung gehemmt.

Falsch. Je saurer der Chymus ist, desto stärker wird die Magenentleerung gehemmt. Auch eine hohe Osmolarität beeinträchtigt die Magenentleerung.Falsch. Im Rahmen eines Diabetes mellitus kann eine Schädigung der affe- renten und efferenten Nervenfasern des Nervus vagus zu einer Gastroparese führen, sodass die Magenentleerung oft länger als 12 Stunden dauert.


11. Welche Aussage über die Wirkungsweise von Protonenpumpenhemmern (PPI) ist korrekt?

a)  Sie führen zu einer irreversiblen Hemmung der H+-K+-ATPase in der Parie- talzelle.

b)  Sie führen zu einer reversiblen Hemmung der H+-K+-ATPase in der ECL-Zelle.

c)  Die PPI werden zunächst als Prodrug aufgenommen.

d)  Die PPI werden im Magen resorbiert und blockieren die H+-K+-ATPase dosisabhängig.

e)  Auf Grund der langen Halbwertszeit der PPI ist eine Einmalgabe pro Tag ausreichend.


a)  Richtig. PPI führen zu einer irreversiblen Hemmung der H+-K+-ATPase in der Parietalzelle. Sie binden sich kovalent über Disulfidbrücken an die H+- K+-ATPase.

b)  Falsch. PPI wirken an der Parietalzelle, sie führen jedoch zu einer Hypertro- phie der enterochromaffinen Zellen (ECL-Zellen) Die ECL- bzw. H-Zellen produzieren Histamin, welches sich mit dem Histamin-2-Rezeptor (H2-Re- zeptor) der Beleg- oder Parietalzellen verbindet und die Säureproduktion stimuliert. Die Hemmung ist irreversibel.

c)  Richtig. Die PPI werden als Prodrug aufgenommen und erst durch die Ma- gensäure in die aktive Form umgewandelt.

d)  Falsch. Der Wirkstoff kann nicht über die Magenoberfläche an die Beleg- zellen gelangen. Die Einnahme der PPI erfolgt in Form eines Prodrugs, wel- ches jedoch durch das saure Milieu im Magen zerstört werden würde. Daher wird der Wirkstoff durch eine säurefeste Kapsel geschützt, die sich jedoch in alkalischer Umgebung auflöst. Erst nach dieser Freisetzung beginnt die Resorption der Substanz im Duodenum. Neuere Darreichungsformen, wie zum Beispiel Omeprazol-Natriumbikarbonat, benötigen keinen magensaf- tresistenten Überzug mehr. Nach Kreislaufzirkulation reichert sie sich im sauren Milieu der membranständigen Canaliculi der Belegzellen an.

e)  Falsch. Die Halbwertszeit der PPI im Plasma ist sehr kurz (1–2 Stunden), je- doch liegt die Halbwertszeit des Enzym-Inhibitor-Komplexes über 24 Stun- den. Endogene Substanzen (z. B. Glutathione) bewirken eine Dissoziation des Komplexes, was zu einer Reaktivierung der H+-K+-ATPase führt. Der Säureanstieg ist auch durch neu gebildete H+-K+-ATPase bedingt.


12. Welche Aussagen zur Ulkuschirurgie des Magens sind korrekt?

a)  Bei einer endoskopisch nicht stillbaren Ulkusblutung ist nur die Operation aussichtsreich.

b)  Eine Magenperforation kann auch laparoskopisch versorgt werden.

c)  Bei der Versorgung des Ulkus sollte nicht nur die Perforationsstelle übernäht werden, sondern auch eine Biopsie des Ulkus erfolgen.

d)  Neben der Versorgung der Perforation sollte unbedingt eine selektive proximale Vagotomie durchgeführt werden, um einem Rezidiv vorzubeugen.

e)  Die Indikation zur Operation bei einer Ulkusblutung besteht, wenn mehr als drei EK`S in 24 Stunden verabreicht werden müssen.


a)  Falsch. Wenn es die lokalen Gegebenheiten vor Ort zulassen und eine ent- sprechende Expertise vorhanden ist, kann zunächst eine Angiographie und ggf. interventionelle Blutstillung durchgeführt werden.

b)  Richtig. In der Regel sind Magenperforationen gut laparoskopisch zu ver- sorgen. Intraoperativ sollte der Perforationsrand (wenn möglich exzidiert) und anschließend übernäht werden. Auch eine notwendige Spülung der Ab- dominalhöhle kann laparoskopisch erfolgen.

c)  Richtig. Bei einem perforierten Ulkus muss an das Vorliegen eines Magen- karzinoms als auslösende Ursache gedacht werden und eine histologische Sicherung erfolgen.

Aus diesem Grund sollte nach Perforation eines Ulcus ventriculi eine Kontroll- endoskoie nach 4–6 Wochen erfolgen und bei unvollständiger Abheilung er- neut bioptiert werden (Ausschluss Magenkarzinom, HP-Diagnostik). Nach einem perforiertem Ulcus duodeni sollte die Kontrollendoskopie nach 2–4 Wochen erfolgen.

d)  Falsch. Die Vagotomieverfahren sind heute obsolet. Eine konsequent durch- geführte medikamentöse Protonenpumpenhemmung ist zielführender.

e)  Richtig. Wenn mehr als drei Erythrozytenkonzentrate über 24 Stunden ge- geben werden müssen oder ein persistierender Transfusionsbedarf innerhalb von 24 Stunden besteht, sollte eine Operationsindikation gestellt werden.


1. Welche Aussagen zum Gallenblasenkarzinom sind richtig?

a)  Die Entstehung eines Gallenblasenkarzinoms ist mit einer Cholezystolithia- sis assoziiert.

b)  Beim Zufallsbefund eines Adenokarzinoms im Präparat einer laparoskopi- schen Cholezystektomie ist eine Nachresektion immer sinnvoll.

c)  Das Gesamt 5-Jahresüberleben (5-JÜR) bei Patienten mit einem Gallenblasenkarzinom ist <5 %.

d)  Die Lebertransplantation kann eine Therapieoption bei nicht-resektablem Gallenblasenkarzinom sein.

e)  Trokarmetastasen nach laparoskopischer Cholezystektomie nach Zufallsbe- fund eines Gallenblasenkarzinoms in einem Cholzystektomiepräparat sind häufig.


a)  Falsch. Chronisch-rezidivierende Entzündungen der Gallenblase im Rah- men einer Cholezystolithiasis (chronische Cholezystitis/Schrumpfgallen- blase) sind ein Risikofaktor für die Entstehung eines Karzinoms, jedoch können Karzinome auch ohne Cholezystolithiasis entstehen (aus Adenomen können Dysplasien entstehen und aus diesen Karzinomen).

b)  Falsch. Eine Nachresektion ist nur indiziert, wenn das Tumorstadium ≥T1b und/oder N+ und/oder R1 ist. Beim Tis und T1a (die Mukosa nicht über- schreitend) ist die Cholezystektomie als kurativ anzusehen.

c)  Falsch. Das gesamt-5-JÜR liegt beim Gallenblasenkarzinom bei 5–15 %. Bei Tis/T1-Stadien jedoch bei 75–100 %, bei T2-Stadien bei 35–69 %.

d)  Falsch. Aufgrund der schlechten Prognose des Gallenblasenkarzinoms und der hohen Rezidivraten auch nach kurativer Resektion stellt die Lebertrans- plantation keine Therapieoption dar.

e)  Richtig. Aus nicht geklärten Gründen ist das Gallenblasenkarzinom das ein- zige Malignom bei dem gehäuft Trokarmetastasen auftreten (in ca. 7–14 %). Aus diesem Grund sollten bei Nachresektionen immer die Trokarstellen ex- zidiert werden. Auch bei T1a-Karzinomen, bei denen die Cholezystektomie als kurativ zu betrachten ist, sollten die Trokarstellen nachexzidiert werden.


2. Welche chirurgischen Therapieoptionen in kurativer Intention sind beim Gallenblasenkarzinom möglich?

a)  Laparoskopische Cholezystektomie.

b)  Offene Cholezystektomie+Resektion des Gallenblasenbetts und Lymphadenektomie im Abflussgebiet mit Resektion der extrahepatischen Gallenwege.

c)  Offene Cholezystektomie+Resektion des Gallenblasenbetts und Lymphadenektomie im Abflussgebiet ohne Resektion der extrahepatischen Gallenwege.

d)  Offene Cholezystektomie+Resektion der Lebersegmente IVa/V und

Lymphadenektomie im Abflussgebiet ohne Resektion der extrahepatischen Gallenwege.

e)  Trisektorektomie rechts.


a Falsch. Bei präoperativem Verdacht auf ein Gallenblasenkarzinom ist die Laparoskopie kontraindiziert. Bei intraoperativer Entdeckung eines Gallen- blasenkarzinoms bei einer Laparoskopie, muss man konvertieren und die Trokarstellen exzidieren.

b)  Richtig. Wenn der Ductus cysticus tumorinfiltriert ist, müssen die extrahe- patischen Gallenwege mit reseziert werden.

c)  Richtig. Wenn der Ductus cysticus nicht tumorinfiltriert ist, müssen die ext- rahepatischen Gallenwege nicht mit reseziert werden.

d)  Richtig. Diese Resektion ist eine Therapieoption bei tumorfreiem Ductus cysticus.

e)  Richtig. Bei jungen ‚gesunden‘ Patienten sollte eine erweiterte Leberresek- tion erfolgen, aufgrund der Hilusnähe des Tumors müssen sowohl die rechte Leberhälfte (S V-VIII) als auch das Segment IV(a) entfernt werden. Voraus- setzung ist, genügend Restleber zu belassen (präoperative Volumetrie).

3. Welche der folgenden Aussagen zu malignen Gallengangstumoren treffen zu?

a)  Gallengangskarzinome werden nach ihrer Lokalisation eingeteilt.

b)  Es wird zwischen extra- und intrahepatischen Cholangiokarzinomen unterschieden.

c)  Die Gallengangskarzinome werden in der Klassifikation nach Wermuth beschrieben.

d)  Distale Gallengangskarzinome werden auch als Klatskin-Tumoren bezeichnet.

e)  Gallengangskarzinome sind selten.


a) Richtig. Gallengangskarzinome werden in cholangiozelluläre Karzinome (intrahepatisch), Klatskin-Tumore (perihilär, in der Hepatikusgabel), distale extrahepatische Karzinome und das Papillenkarzinom (an der Ampulla vateri) eingeteilt.

b) Richtig. Aufgrund ihrer pathogenetischen Verwandtschaft können die Gal- lenblasenkarzinome den extrahepatischen Gallenwegskarzinomen zugeord- net werden.

c Falsch. Die am häufigsten verwendete Klassifikation der Gallengangstu- more ist die nach Bismuth-Corlette (BC). Dabei werden folgende Typen nach BC unterschieden:

  • –  Typ I: Proximale Karzinome ohne Einbeziehung der Hepatikusgabel.

  • –  Typ II: Tumore, die entweder den linken oder rechten Hepatikusast ohne

    Beteiligung der Segmentgallengänge befallen.

  • –  Typ III Karzinome, die zusätzlich zu Typ II noch Segmentgallengänge

    einer Leberhälfte befallen.

  • –  Typ IV Darüber hinaus eine Beteiligung von Segmentgallengängen bei-

    der Leberhälften.

d) Falsch. Die proximalen (zentralen) Tumore werden als Klatskin-Tumore be- zeichnet (BC Typ III und IV).

e Richtig. Die Inzidenz wird mit etwa 0,5 Neuerkrankungen pro 100.000 Ein- wohner pro Jahr angegeben, wobei es keine geschlechtsspezifische Häu- fung gibt.

4. Welche Aussagen zu Symptomen und Diagnostik der Gallengangskarz- inome treffen zu?

a)  Leitsymptom der Gallengangskarzinome ist der schmerzlose Ikterus mit Cholestase und Pruritus.

b)  Ein Ikterus tritt bei Cholangiokarzinomen immer auf.

c)  Die Erhöhung des CA 19-9 in Zusammenhang mit einer Cholestase ist beweisend für ein Cholangiokarzinom.

d)  In der Diagnostik ist die Endosonographie der Goldstandard.

e)  Eine histologische Sicherung vor der Operation ist obligat.



a) Richtig. Leitsymptom der Gallengangskarzinome ist der schmerzlose Ikte- rus mit Cholestase und Pruritus. Zusätzlich können sich Fieber und Schüttel- frost als Zeichen der Cholangitis einstellen. Außerdem können unspezifische Zeichen einer Tumorerkrankung wie Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Leistungsknick auftreten.

b)  Falsch. Bei inkompletter oder segmentaler biliärer Obstruktion kann ein Ik- terus zumindest initial fehlen. Meist sind aber Alkalische Phosphatase und Ƴ-Glutamyltransferase erhöht.

c)  Falsch. Allein die Cholestase, unabhängig von der Ursache, kann eine Erhö- hung des CA 19-9 induzieren. Der Wert eignet sich eher für die Verlaufskon- trolle, wobei ein ansteigender Wert über 500 U/ml hinweisend auf cholangi- ozelluläres Karzinom wäre.

d)  Falsch. Grundsätzlich sollten neben transabdomineller Sonographie und Dünnschicht-Spiral CT mit intravenöser Kontrastmittelgabe vor Allem eine ERCP durchgeführt werden. Hierbei kann neben einer Probengewinnung mittels Biopsie oder Bürstenzytologie ggf. auch eine Dekompression des Gallenwegsystems durch Stenteinlage durchgeführt werden. Ergänzend kann die Endosonographie bei distalen Karzinomen zusätzliche Aussagen liefern. Zusätzlich kann eine MRCP durchgeführt werden.

e Falsch. Zwar lässt sich in der Mehrzahl der Fälle die Diagnose histologisch/zy tologisch sichern (im Gegensatz zum Pankreaskarzinom); ein negatives Ergeb- nis schließt ein Malignom allerdings nicht aus. Damit bleibt häufig nur die ope- rative Exploration, wobei die abschließende Beurteilung vor Allem bei hilären Karzinomen in einigen Fällen erst nach der Resektion getroffen werden kann.


5. Welche Aussagen zur Operation extrahepatischer Gallengangskarzi- nome treffen zu?

a Bei distalen Gallengangskarzinomen kann eine zusätzliche partielle Duo- denopankreatektomie erforderlich werden (Bismuth Typ I).

b)  Bei Bismuth Typ II Tumoren sollte immer das Leber Segment I reseziert werden.

c)  Bismuth Typ III ist die häufigste Tumorvariante.

d)  Bismuth Typ IV Tumoren haben die beste Prognose.

e)  Oberstes Ziel der kurativen Operation ist die Erreichung tumorfreier Resektionsränder.

a) Richtig. Diese Tumoren erfordern eine komplette infrahiläre Resektion des Ductus hepatocholedochus einschließlich der Gallenblase mit gleichzeitiger En-bloc-Dissektion des angrenzenden pericholedochalen Weich- und Lymphgewebes. Bei tumorbefallenen distalen Schnitträndern kann eine R0-Resektion durch eine Erweiterung des Eingriffs im Sinne einer partiellen Duodenopankreatektomie noch realisiert werden.

b Richtig. Häufig sind die zum Lebersegment I ziehenden Gallenwegsäste tu- morbefallen, so dass dieses Segment mit entfernt werden sollte.

c Richtig. Ca. 65 % der Gallengangskarzinome müssen diesem Typ zugerech- net werden. Die Resektion erfolgt in der Regel in Kombination mit der He- mihepatektomie der betroffenen Seite.

d Falsch. Typ-IV-Tumoren sind in der Regel einer kurativen Resektion (R0) nicht zugänglich.

e Richtig. Die Operation ist bislang die einzige Behandlung mit potenzieller Aussicht auf Heilung. Voraussetzung ist eine R0-Resektion. Die Wahr- scheinlichkeit einer R0-Situation nimmt umso mehr ab, je hilusnäher der Tumor im Verlauf der Gallenwege gelegen ist, da die Einhaltung entspre- chender Sicherheitsabstände (15–20 mm nach proximal sind ausreichend) aufgrund der anatomischen Verhältnisse zunehmend erschwert wird.


6. Welche Aussagen zur Operabilität und palliativen Therapie von Gallen- gangskarzinomen sind korrekt?

a)  Ein kurativer Ansatz bei bis zu 50 % der Patienten möglich.

b)  Bei Tumoren, die nicht resektabel sind, muss die Galleflüssigkeit abgeleitet werden.

c)  Die TACE (Transarterielle Chemoembolisation) kann bei extrahepatischen Karzinomen zur Anwendung kommen.

d)  Im Stadium IV ist eine palliative Chemotherapie Mittel der Wahl.

e)  Bei Patienten mit einem eingeschränkten Allgemeinzustand wird bsc empfohlen.


a) Falsch. Ein kurativer Ansatz ist weniger als 25 % der Fälle möglich (Intra- hepatische Gallengangskarzinome – Leberteilresektion; perihiläre Gallen- gangskarzinome – Resektion des DHC inklusive der Hepatikusgabel und den großen Gallengängen, ggf. Leberteilresektion, Hepatikojejunostomie und Roux-Y-Rekonstruktion; distale extrahepatische Gallengangskarzi- nome – Resektion des DHC, Cholezystektomie Hepatikojejunostomie und Roux-Y-Rekonstruktion; Papillenkarzinome – OP nach Kausch-Whipple). Der Nutzen einer adjuvanten Therapie bei malignen biliären Tumoren wird weiterhin kontrovers diskutiert.

Bei über 75 % der Patienten besteht zum Diagnosezeitpunkt eine primäre Inoperabilität, so dass nur noch ein palliativer Therapieansatz in Frage kommt.

b)  Richtig. Bei Tumoren, die nicht resektabel sind, muss die Galleflüssigkeit abgeleitet werden. Es kann eine ERCP mit Stenteinlage oder eine äußere Ableitung durch PTCD (perkutane transhepatische Cholangiodrainage) erfolgen.

c)  Falsch. Transarterielle Chemoembolisation (TACE) kann bei intrahepatischen cholangiozellulären Karzinomen erwogen werden. Hierbei erfolgt die lokale arterielle Embolisation und die gleichzeitige lokale Injektion eines Chemotherapeutikums. Das Verfahren erfolgt palliativ oder z. B. beim HCC auch zum Downsizing des Tumors.

d)  Richtig. Bei Patienten in gutem Allgemeinzustand ist bei einem Tumorsta- dium IV die intravenöse Gabe eines Chemotherapeutikums (Gemcitabin und Cisplatin; bei eingeschränkter Nierenfunktion wird Cisplatin durch Oxalip- latin ersetzt) indiziert. Bei der Indikationsstellung sind neben dem Allgemeinzustand, auch die Komorbiditäten, die Patientenpräferenzen sowie die Toxizität der Chemotherapeutika zu berücksichtigen.

e)  Richtig. Bei Patienten Bei Patienten (ECOG ≥2) mit einem eingeschränkten Allgemeinzustand wird ‚best supportive care‘ empfohlen. Alternativ kann bei Patientenwunsch eine Monotherapie mit Gemcitabin erfolgen.


7. Welchen Aussagen zur Anatomie der Gallenwege sind richtig?

a)  Das Calot-Dreieck wird von Hauptgallengang, Gallenblasenfundus und Le- berunterfläche gebildet.

b)  Im Ligamentum hepatoduodenale liegt der Ductus choledochus ventral der Vena portae und rechts der Arteria hepatica communis.

c)  In bis zu 25 % der Fälle gibt es einen längerstreckigen parallelen Verlauf des Ductus cysticus zum Ductus hepaticus communis, bevor dieser nach Einmündung des Cysticus zum Ductus choledochus wird.

d)  Die arterielle Leberversorgung weist viele individuelle Unterschiede und anatomische Abweichungen auf.

e)  Die Pfortader entsteht aus dem Zusammenfluss der V. mesenterica superior, der V. mesenterica inferior und der V. lienalis.

a)  Falsch. Die das Calot Dreieck bildenden Gallenblasenanteile sind das Infundibulum und der Ductus cysticus.

b)  Falsch. In der Regel gibt die aus dem Truncus coeliacus entspringende A hepatica communis vor dem Eintritt in das Ligamentum hepatoduodenale die Arteria gastroduodenalis ab und wird dann im Ligament zur A hepatica propria. Es gibt allerdings zahlreiche Varianten der arteriellen Leberversorgung. Die Lagebeziehung ist oben korrekt wiedergegeben.

c)  Richtig. Besonders bei unübersichtlichen Verhältnissen besteht hierbei eine große Gefahr einer akzidentellen Hauptgallengangsverletzung.

d)  Richtig. In bis zu 20 % aller Individuen existiert eine aberrierende linke Leberarterie aus der Arteria gastrica sinistra (die bei einer Magenresektion gefährdet sein kann); fast genauso oft entspringt die rechte Leberarterie der Arteria mesenterica superior.

e)  Richtig. V. portae entsteht aus dem Zusammenfluss der V. mesenterica superior und der V. lienalis und verläuft im Lig. hepatoduodenale. Die V. mesenterica superior überkreuzt die Pars horizontalis des Duodenums und geht in die Pfortader über. Die V. lienalis mündet nach retropankreatischem Verlauf ein. Die V. mesenterica inferior mündet auf der dorsalen Seite des Magens in die V. lienalis.

8. Welche Aussagen zur Anatomie der Gallenwege sind richtig?

a) Der Ductus choledochus wird in drei Abschnitte unterteilt. b) Operativ kann nur ein Abschnitt des Ductus choledochus dargestellt werden.

c) Die Lymphe der Gallenblase fließt über die Lymphknoten im Leberhilus ab.

d) Das Fassungsvermögen der Gallenblase beträgt etwa 500 ml. e) Die Gallenblase wird in drei Abschnitte eingeteilt.

a)  Richtig. Nach dem Abgang des Ductus cysticus aus dem Ductus hepaticus beginnt der supraduodenale Abschnitt des Ductus choledochus. Auf diesen folgt der retroduodenale Anteil und schließlich der intrapankreatische Abschnitt.

b)  Falsch. Der supraduodenale Abschnitt lässt sich im Ligamentum hepatoduodenale präparieren. Durch Mobilisation des Duodenums nach Kocher lässt sich auch der retroduodenale Anteil darstellen. Der intrapankreatische Anteil des Gallenganges ist wegen des Pankreasparenchymes und der unmittelbaren Nachbarschaft mit der sich verzweigenden A. gastroduodenalis chirurgisch kaum angehbar.

c) Falsch. Am Infundibulum der Gallenblase findet sich in der Regel ein größerer Lymphknoten (Mascagni-Lymphknoten). Der weitere Abfluss erfolgt über die Lymphgefäße und – knoten des Ligamentum hepatoduodenale und dann entlang der Arteria hepatica communis zu den zölikalen Lymphknoten. Eine „retrograde“ Metastasierung in die hilären Lymphknoten ist selten und kann bei fortgeschrittenen Tumoren durch Verlegung der Lymphabflusswege erklärt werden.

d)  Falsch: etwa 50–80 ml.

e)  Richtig. Die topographische Einteilung erfolgt in Fundus, Korpus und Infundibulum der Gallenblase. Das Infundibulum mündet dann in den Ductus cysticus.

9. Welche Aussagen zur Cholezystolithiasis sind richtig?

a)  Die Cholezystolithiasis ist mit einer Prävalenz zwischen 8–20 % in der deutschen Bevölkerung eine sehr häufige Erkrankung.

b)  80 % der Gallensteinträger sind asymptomatisch. Von diesen werden durchschnittlich 80 % binnen 10 Jahren symptomatisch.

c)  Eine konservative Therapie mit oraler medikamentöser Litholyse ist in meisten Fällen möglich, wurde aber zugunsten der wenig belastenden lap CCE weitgehend verlassen.

d)  Die häufigsten Komplikationen der symptomatischen Cholezystoltihiasis sind die Cholezystitis, biliodigestive Fisteln und das Mirizzi-Syndrom.

e)  Die Sensitivität der Ultraschalluntersuchung bei der Cholezystolithiasis beträgt annähernd 100 %.

a)  Richtig. Etwa 10 Mio. Menschen in Deutschland haben Gallensteine. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter an und liegt bei 75-jährigen Frauen bei etwa 35 % (Männer 20 %).

b)  Falsch. Zwar sind 80 % der Gallensteinträger asymptomatisch, jedoch nur etwa 20 % der Gallensteinträger haben Symptome. Von den asymptomatischen Steinträgern entwickeln allerdings nur etwa 20–40 % im Laufe von 10 Jahren Beschwerden. In 1–3 % der Fälle treten Komplikationen wie eine akute Cholezystitis oder eine biliäre Pankreatitis auf.

c) Falsch. Die orale medikamentöse Litholyse (Ursodeoxycholsäure), ggf. in Kombination mit extrakorporaler Stoßwellenlithotrypsie ist nur in wenigen Fällen erfolgversprechend. Es sollte sich um Patienten mit unkomplizierter symptomatischer Cholezystolithiasis mit kleinen Konkrementen und gut kontrahierender Gallenblase handeln. Ca. 5 % der symptomatischen Gallensteinträger kommen dafür in Frage. Es besteht eine Rezidivwahrscheinlichkeit von bis zu 50 % in den ersten 5 Jahren. Auf eine Operation sollte also nur bei Ablehnung oder Kontraindikationen verzichtet werden.

d) Richtig. Die mit Abstand häufigste Komplikation ist die Cholezystitis. Biliodigestive Fisteln sind deutlich seltener. Das Mirizzi-Syndrom beschreibt eine Einengung des Ductus hepaticus durch einen Infundibulumstein.

e) Richtig. Die Sensitivität der Ultraschalluntersuchung bei der CCL beträgt annähernd 100 %. Dagegen können im CT nur etwa 50 % der Gallensteine nachgewiesen werden.

10. Welche Aussagen zur Cholezystitis sind richtig?

a)  95 % aller akuten Cholezystitiden treten beim Vorhandensein von Gallensteinen auf.

b)  Typisch sind kolikartige rechtsseitige Oberbauchbeschwerden.

c)  Die bildgebende Methode der Wahl ist die CT.

d)  Bei der akuten Cholezystitis ist die Gallenblase meist groß.

e)  Die akute Cholezystitis erfordert immer eine sofortige Notfalloperation.

a)  Richtig. Der wichtigste Faktor in der Pathogenese ist die mechanische Obstruktion am Gallenblasenausgang. Durch anhaltende Schleimproduktion kommt es zur Überdehnung und Mangeldurchblutung der Gallenblasenwand mit konsekutiver bakterieller Besiedlung.

b)  Falsch. Häufig sind kann eine Anamnese von früheren Koliken erhoben werden. Bei der akuten Entzündung kommt es meist zu einem persistierenden rechtsseitigen Oberbauchschmerz, häufig auch mit Ausstrahlung in den Rücken. Begleitend können Übelkeit und Erbrechen hinzukommen. Klinisch findet sich meist eine entsprechende Druckdolenz. Bei etwa einem Drittel der Fälle kann die Gallenblase als schmerzhafte Resistenz getastet werden. Randomisierte kontrollierte Studien haben gezeigt, dass die Gabe von NSAR im Rahmen einer biliären Kolik, die Wahrscheinlichkeit eine konsekutive akute Cholezystitis zu entwickeln senkt.

c) Falsch. Methode der Wahl ist die Sonographie. In bis zu 95 % der Fälle gelingt hiermit der Nachweis der akuten Cholezystitis. Typischerweise finden sich Steine, häufig zusätzliches echogenes Material in der Gallenblase und ein echoarmer Randsaum bei typischer Dreischichtung der Gallenblasenwand.

d)  Richtig. Durch den unter a) beschriebenen Mechanismus ist die Gallenblase meist prall gefüllt. Sonographisch lässt sich häufig eine Länge >10 cm und Wanddicke von >4–5 mm ausmessen.

e)  Falsch. Zwar hat sich die frühzeitige bewährt, wodurch der Krankenhausaufenthalt ohne höhere Morbidität und Mortalität verkürzen lässt; der Eingriff kann nach entsprechender Vorbereitung und konservativer antibiotischer An- behandlung unter Routinebedingungen erfolgen Cholezystektomie (jedoch idealerweise innerhalb der ersten 24 Stunden nach stationärer Aufnahme). Bei Schmerzzunahme und Sepsiszeichen unter antibiotischer Therapie muss bei drohender oder stattgehabter Galleblasenperforation eine Notfalloperation angestrebt werden.

12. Welche Aussagen zur laparoskopischen Cholezystektomie treffen zu?

a)  Bei der lap CCE sollte der DHC immer dargestellt werden.

b)  Bei einer lap CCE sollte intraoperativ systematisch eine Darstellung der Gallenwege zum Ausschluss einer CDL erfolgen.

c)  Bei 20 ml galligem Sekret in der Lokaldrainage am 1. Tag nach einer lap CCE, sollte umgehend eine ERCP erfolgen.

d)  Bei akuter Cholezystitis sollte die Operation idealerweise nach 48 Stunden antibiotischer Vorbehandlung erfolgen.

e)  Aufgrund des Gallenblasenkarzinomrisikos sollte bei Diagnose einer CCL die Cholezystektomie indiziert werden.

a)  Falsch. Im Gegenteil, um Verletzungen des DHC zu vermeiden, sollte man gallenblasennah präparieren. Ein Freipräparieren des DHC kann zu Beeinträchtigung der Durchblutungsverhältnisse und zu späteren Stenosen führen.

b)  Falsch. Studien zufolge liegt das Risiko einer asymptomatischen CDL bei vorhandener CCL bei 5–10 %. Das Risiko steigt bei Vorhandensein eines vergrößerten DHC (>10 mm im  US), erhöhten Cholestaseparameter oder Transaminasen, bei stattgehabtem Ikterus bzw. temporärer Stuhlentfärbung oder dunklem Urin oder nach einer Pankreatitis. In diesen Fällen sollte präoperativ der DHC mittels EUS/ERCP abgeklärt werden. Im Falle einer intraoperativen atypischen Gallengangsanatomie sollte eine intraoperative Darstellung zur Vermeidung von Gallengangsverletzungen erfolgen.

c) Falsch. In den meisten Situationen sistiert die gallige Sekretion nach 1–2 Tagen spontan, sie ist häufig in Zusammenhang mit einem akzessorischen Luschka ́schen Gang, der direkt von der Gallenblase ins Gallenblasenbett mündet. Eine ERCP sollte erfolgen, wenn die gallige Sekretion nicht sistiert oder zunimmt.

d)  Falsch. Das alte Dogma der 48 bis 72-stündigen Vorbehandlung ist heutzutage nicht mehr aktuell. Eine akute Cholezystitis ist laut aktuellen Leitlinien eine Indikation zur frühzeitigen laparoskopischen Cholezystektomie innerhalb von 24 Stunden nach stationärer Aufnahme.

e)  Falsch. Obwohl bei 75 % der Gallenblasenkarzinome eine CCL mit einer chronischen Cholezystitis assoziiert ist, besteht beim Zufallsbefund einer asymptomatischen CCL keine systematische Indikation zur CCE. Die chronische Entzündung der Gallenblase bei Lithiasis ist der Risikofaktor zur malignen Entartung und nicht das Vorhandensein asymptomatischer Konkremente. Hierbei muss jedoch erwähnt werden, dass bei Konkrementen >3 cm (Tonnenkonkrement) oder Gallenblasenwandverkalkung (Porzellangallenblase) das Entartungsrisiko deutlich höher als bei kleinen Konkrementen ist und hier die CCE großzügig indiziert werden sollte.

13. Welche Aussagen zur Cholezystektomie sind zutreffend?

a)  Bei einer elektiven laparoskopischen Cholezystektomie ist eine perioperative Antibiotikaprophylaxe indiziert, um Wundinfektionen zu verhindern.

b)  Bei einer onkologischen Magen- oder Ösophagusresektion sollte simultan eine Cholezystektomie erfolgen.

c)  Bei einer akuten Cholezystitis sollte zunächst der akute Schub abgewartet werden, da das OP-Risiko in der Frühphase der Entzündung deutlich erhöht ist.

d)  Der Nachweis von Gallenblasen-Sludge kann in der Regel nicht kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch erklären oder die Ursache für eine biliäre Pankreatitis darstellen, weil er im Vergleich zu den Konkrementen viel zu klein ist, um Probleme auszulösen. In diesen Fällen sollte nach einer anderen Ursache für die Beschwerden gesucht werden.

e)  Bei immunsupprimierten oder transplantierten Patienten sollte nur bei schweren Entzündungen auf die CCE als Ultima Ratio zurückgegriffen werden, da diese Patienten ein sehr stark erhöhtes Risiko für postoperative Infektionen und Wundheilungsstörungen haben.

a)  Falsch. Die perioperative Antibiotikaprophylaxe bei der laparoskopischen Cholezystektomie kontrovers diskutiert, ein eindeutiger Vorteil konnte bei der selektiven laparoskopischen Operation bisher nicht gezeigt werden. Die aktuellen Leitlinien empfehlen die Routine-Antibiotikaprophylaxe vor lap CCE bei Patienten mit niedrigem Risiko daher nicht mehr. Sinnvolle Indikationen bestehen bei einer akuten Cholezystitis, Notfallleingriffen sowie Operationen am Ductus hepatocholedochus. Auch bei einer intraoperativ eröffneten Gallenblase, einer primär offenen Cholezystektomie und bei einer Konversion kann eine peri- bzw. intraoperative Antibiotikatherapie sinnvoll sein.

b)  Richtig. Nach einer Gastrektomie ist das Auftreten von Gallensteinen er- höht. Der Grund liegt möglicherweise in der Verletzung des N. vagus bei der Magenresektion oder in der Magen-Darm-Rekonstruktion begründet. Etwa 5 % der resezierten Patienten benötigen später im Verlauf eine CCE, wobei die Morbidität der Operation aufgrund der Vor- Operation erhöht ist.

c)  Falsch. Die akute Entzündung stellt eine Indikation für eine frühzeitige lap CCE dar. Sie sollte innerhalb von 24 Stunden nach der stationären Aufnahme durchgeführt werden.

d)  Falsch. Auch Sludge kann dieselben Beschwerden wie größere Konkremente oder eine biliäre Pankreatitis auslösen. In diesen Fällen besteht ebenfalls eine Indikation zur Cholezystektomie.

e)  Falsch. Gerade bei immunsupprimierten Patienten sollte eine frühzeitige CCE erfolgen, da die klinischen Beschwerden häufig verzögert auftreten und als Folge der Immunsuppression attenuiert sind.

14. Welche Aussagen zur CDL sind richtig?

a)  Sie ist immer die Folge eines Steinabgangs aus der Gallenblase.

b)  Die typischen Symptome der CDL werden als Charcot-Trias bezeichnet.

c)  Nach Diagnose einer CDL muss immer eine notfallmäßige Therapiemaßnahme folgen.

d)  Eine biliäre Pankreatitis setzt eine vorhandene CDL voraus.

e)  Die Cholangitis ist eine lebensbedrohliche Komplikation der CDL.

a)  Falsch. Bei Papillenstenosen oder anderen chronischen Galleabflusshindernissen können sich auch Choledochuskonkremente vor Ort bilden. Auch Jahre nach einer Cholezystektomie können Choledochuskonkremente entstehen.

b)  Falsch. Die Charcot-Trias (Schmerzen, Fieber, Ikterus) stehen für eine Cholangitis. Die CDL kann asymptomatisch sein oder durch eine Cholestase (Labor, Erweiterung der Gallenwege) auffallen.

c)  Falsch. Eine CDL muss nur bei zusätzlicher Cholangitis sofort therapiert werden, ansonsten kann sie elektiv versorgt werden.

d)  Falsch. Bei einer biliären Pankreatitis ist das Konkrement bei Diagnosestellung meistens nicht mehr im DHC

e)  Richtig. Schwere Cholangitiden können zum septischen Schock mit akutem Nierenversagen und Gerinnungsstörungen führen (Reynold’s Pentade). Dies ist durch den Übertritt hoch virulenter Darmkeime aus der infizierten gestauten Galle über die Leber in die Blutbahn bedingt. In diesen Fällen muss schnellstmöglich für den Galleabfluss gesorgt (ERCP, Operation, PTCD), der Schock behandelt und eine antibiotische Therapie begonnen werden.

15. Welche Aussagen zur biliären Pankreatitis treffen zu?

a)  Die Prognose-Scores der akuten Pankreatitis sind bei der biliären Pankreatitis auch anzuwenden.

b)  Bei Beginn einer biliären Pankreatitis muss schnellstmöglich eine ERCP erfolgen.

c)  Die ERCP verbessert den Verlauf der Pankreatitis, wenn sie biliärer Genese ist.

d)  Nach einer biliären Pankreatitis sollte die Cholezystektomie im selben stationären Aufenthalt erfolgen.

e)  Nach einer biliären Pankreatitis sollte, wegen der stattgehabten Entzündung, die offene Cholezystektomie bevorzugt werden.

a) Richtig. Es gibt verschiedene Scores, die zur Evaluierung der Prognose einer akuten Pankreatitis angewandt werden können (z. B. Ranson Score, Im- rie Score, Blamey Score, IGS, SAPS). Diese Scores haben als Ziel, zu evaluieren, wie kritisch krank ein Patient ist, der eine akute Pankreatitis hat. Es gibt allgemeine Severity-Scores für Intensivpatienten und spezielle Scores für die biliäre Pankreatitis, sie unterscheiden sich prognostisch gesehen wenig voneinander und können alle angewandt werden. b) Falsch. Eine ERCP muss nur dann erfolgen, wenn neben der Pankreatitis eine CDL bzw. eine Cholangitis vorliegt.

c) Falsch. Der Verlauf einer biliären Pankreatitis wird durch eine ERCP nicht verbessert. Ausnahme ist eine vorhandene konkrementbedingte Galleabflussstörung. d) Falsch. Die Cholezystektomie sollte nur bei einer ödematösen Pankreatitis, im selben stationären Aufenthalt erfolgen, generell nach etwa einer Woche. Bei einer nekrotisierenden Pankreatitis, sollte die ‚restitutio ad integrum‘ des Pankreas abgewartet werden, diese kann mehrere Wochen oder Monate dauern.

e) Falsch. Nach einer ödematösen Pankreatitis ist nicht von postentzündlichen Verwachsungen auszugehen. Nach einer nekrotisierenden Pankreatitis kann die lap CCE erschwert sein, was aber nicht zu einem primär offenen Verfahren zwingt.


16. Welche Aussage zu biliodigestiven Fisteln (BDF) ist richtig?

a)  Der Nachweis einer BDF stellt in der Regel eine Operationsindikation dar.

b)  Die operative Versorgung ist meistens laparoskopisch problemlos möglich.

c)  Bei einem Gallensteinileus ist die gleichzeitige Versorgung der BDF obligat.

d)  In der Diagnostik ist ein Luftcholangiogramm in der Röntgen-Abdomenaufnahme wegweisend.

e)  In der Regel handelt es sich um cholezystokolische Fisteln.

a)  Richtig. Bei asymptomatischen Patienten in höherem Lebensalter kann allerdings auf eine primäre Operation verzichtet werden.

b)  Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. In Einzelfällen kann eine lap Versorgung durch einen versierten Operateur möglich sein. In der Regel sollte die Operation offen erfolgen, da es meist durch chronisch entzündliche Veränderungen mit Ausbildung einer Schrumpfgallenblase zu erheblich erschwerten Bedingungen kommt.

c) Falsch. Zunächst sollte immer die Ileussituation versorgt werden. Dazu sollte das obstruierende Konkrement über eine Enterotomie aus einem gut durchbluteten oralwärts gelegenen Darmabschnitt geborgen werden. Zur Prophylaxe rezidivierender Obstruktionen sollte auch nach weiteren Steinen gesucht und diese entfernt werden. Bei stabilen Patienten kann die häufig technisch schwierige CCE und der Fistelverschluss durchgeführt werden. Bei Risikopatienten sollte die Sanierung mit einem zweiten Eingriff geplant erfolgen, wobei etwa ein Drittel dieser Patienten nach der Ileusoperation asymptomatisch bleibt und nicht zwingend operativ versorgt werden muss.

d)  Richtig. Zusätzlich zeigt sich beim Gallensteinileus typischerweise ein über 2,5 cm durchmessendes Konkrement, welches meist im Ileum zur Obstruktion führt.

e)  Falsch. Etwa 75 % der Fisteln verbinden Gallenblase und Duodenum und etwa 15 % werden zum Dickdarm gebildet. In den übrigen Fällen sind Magen oder der Ductus choledochus betroffen.

17. Welche Aussagen zu Gallengangszysten und zur Caroli-Krankheit sind richtig?

a)  Zystische Gallengangsveränderungen sind seltene angeborene Anomalien, die intra- und/oder extrahepatische Gallenwege betreffen können.

b)  Typischerweise treten die zystischen Veränderungen im Kindes- und Jugendalter auf.

c)  Bei der Caroli-Krankheit treten intrahepatische Gallengangsektasien auf, die multipel oder solitär sind, aber immer auf ein Lebersegment beschränkt sind.

d)  Die Indikation zur operativen Behandlung ist typabhängig zu stellen.

e)  Häufige Komplikationen sind rezidivierende Cholangitiden, Steinbildungen und Leberabszesse.


a)  Richtig. Die Inzidenz wird zwischen 1:13.000 und 1:2.000.000 Geburten angegeben.

b)  Richtig. Dennoch wird die Diagnose bei 20 % der Patienten erst im Erwachsenenalter gestellt.

c)  Falsch. Die Ektasien können auf ein Segment beschränkt sein aber auch diffus die gesamte Leber betreffen.

d) Richtig. Es hat sich die Einteilung nach Todani in fünf Typen der Gallenwegsektasien durchgesetzt. Dabei beschreibt Typ V die Caroli-Krankheit und unterscheidet noch einmal zwischen unilobulärem und diffusem Typ. Ersterer kann durch eine Leberresektion behandelt werden (in etwa 90 % ist der linke Leberlappen befallen), letzterer ist gegebenenfalls durch eine Lebertransplantation zu therapieren.

e) Richtig. Häufige Komplikationen sind rezidivierende Cholangitiden, Steinbildungen und Leberabszesse. Darüber hinaus stellt vor allem die zum Teil relativ hohe Gefahr der malignen Entartung einen Grund für die operative Behandlung dar.

18. Folgende Aussagen zu benignen Gallengangsstrikturen treffen zu?

a)  Als Ursachen kommen vor allem vorangegangene Operationen, Pankreati- tiden, Cholangitiden, Traumen sowie eine Radiatio in Frage.

b)  Die erste durchzuführende diagnostische Maßnahme ist die ERC

c)  Die Unterscheidung zwischen benignen und malignen Stenosen stellt in der Regel kein Problem dar.

d)  Eine konservative Therapie ist selten erfolgreich.

e)  Für den Fall einer akzidentellen Durchtrennung des Hauptgallenganges im Rahmen einer laparoskopischen Cholezystektomie sollte immer eine End- zu-End Anastomosierung angestrebt werden, um eine Stenosierung zu vermeiden.

a)  Richtig. Bei den Operationen sind vor allem Cholezystektomien, die Chole- dochotomien, biliobiläre und biliodigestive Anastomosen sowie Leberteilre- sektionen zu benennen.

b)  Falsch. Die ERC ist zwar eine sichere diagnostische Maßnahme. Sie ist aber sehr invasiv und sollte daher erst nach der Durchführung von Laboruntersu- chungen, Ultraschall und ggf. MRCP eingesetzt werden.

c)  Falsch. Diese Unterscheidung ist das zentrale Problem der Diagnostik. Mit Hilfe der durch die ERC gewonnenen Zytologien lässt sich eine Sensitivität von maximal 70 % erreichen. Diese kann durch eine Biopsieentnahme unter Sicht (cholangioskopisch) oder endosonographisch gesteuert noch er- höht werden.

d) Falsch. Es gibt viele klinische Situationen, in denen eine endoskopische Therapie mit Papillotomie (EPT) und Stenteinlage sehr erfolgreich ist. Gele- gentlich konkurrieren die Verfahren oder ergänzen sich. So liegt die primäre Erfolgsrate der endoskopischen Therapie bei einer durch eine chronische Pankreatitis bedingten Choledochuseinengung bei fast 100 %. Allerdings benötigen etwa 60 % der Patienten eine dauerhafte Stenttherapie mit den erforderlichen Wechseln, so dass eine entlastende Operation durchaus eine Alternative darstellt.

e) Falsch. Diese Operation sollte nur bei sehr kleinen Defekten und bei absolut spannungsfreier Annäherung der Gallengangstümpfe sowie guter Durchblu- tungssituation durchgeführt werden. In allen anderen Fällen sollte einer bili- odigestiven Anastomose der Vorzug gegeben werden, da die Stenosegefahr sonst sehr groß wäre.

1. Welche Aussagen zum akuten Leberversagen (ALV) sind zutreffend?

a)  Die häufigste Ursache für ein akutes Leberversagen ist die medikamentöstoxische Leberschädigung durch Paracetamol.

b)  Bei der Paracetamolintoxikation kommt es zur Nekrose von Hepatozyten.

c)  Das akute Leberversagen durch Paracetamolintoxikation tritt nicht selten schon bei therapeutischer Dosierung auf.

d)  Weitere Ursachen für ein akutes Leberversagen können eine AIH, ein HELLP-Syndrom oder ein Budd-Chiari-Syndrom sein.

e)  Selten kommt es im Rahmen eines akuten Leberversagens zu einem hepatorenalen Syndrom.


a) Richtig. Während vor 40 Jahren die akute Hepatitis B Infektion als häufigste Ursache für ein akutes Leberversagen galt, ist es heute in über 40 % der Fälle die medikamentös-toxische Leberschädigung, vorrangig durch Paracetamol.

b) Richtig. Bei der Paracetamolintoxikation kommt es zu einer Schädigung der Mitochondrien der Hepatozyten und damit zum nekrotischen Zelltod und der Freisetzung von toxischen Metaboliten c) Falsch. Paracetamol kann jedoch bereits ab einer Dosis von 4 g pro Tag (Ma- ximaldosis für Erwachsene) hepatotoxisch wirken. Das Paracetamol-induzierte Leberversagen wird bei der Einnahme von über 10 g Paracetamol beobachtet. Bei einer chronisch vorgeschädigten Leber können jedoch auch schon gerin- gere Mengen ausreichend sein. Die Letaldosis ist zwischen 12 und 20 g.

d) Richtig. Ursachen des akuten Leberversagens können sein: akute Intoxikati- onen (z. B. Paracetamol, Knollenblätterpilz), Virushepatitiden (Hepatitis A, B und C, HSV, EBV, CMV), idiosynkratische toxische Reaktionen (Phen- procoumon, Tetrazyklin, Halothan, Anabolika), immunologische Ursachen (Autoimmunhepatitis, Graft-versus-host-disease), metabolische Ursachen (Morbus Wilson, Alpha-1-Antitrypsinmangel), Schwangerschaft-assoziierte Ursachen (HELLP-Syndrom) oder vaskuläre Ursachen (Budd-Chiari-Syn- drom, Ischämie, kardiovaskulärer Schock).

e) Falsch. Bei bis zu 80 % der Fälle kommt es aus unterschiedlichen Grün- den zum hepatorenalen Syndrom, entweder auf Grund einer direkten Nierenschädigung durch Intoxikation (z. B. durch Paracetamol, Aflatoxin oder NSAR) oder auf Grund einer akuten Tubulusnekrose durch eingeschränkte Nierenperfusion.

3. Welche Aussagen zum Leberhämangiom sind zutreffend?

a)  Es handelt sich um den häufigsten benignen Lebertumor.

b)  Es leitet sich von den Endothelien der Leberkapillargefäße ab.

c)  Auch kleine Hämangiome können häufig symptomatisch werden und eine chirurgische Therapie erforderlich machen.

d)  Das Kasabach-Merritt-Syndrom beschreibt die Transformation vom Leber- hämangiom zum Hämangiosarkom.

e)  Sonographisch stellen sich Hämangiome als echofreie und scharf begrenzte Läsionen mit dorsaler Schallverstärkung dar.



a)  Richtig. Das kavernöse Leberhämangiom ist der häufigste benigne mesenchymale Lebertumor mit einer Prävalenz von 3–20 %. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

b)  Richtig.

c)  Falsch. Kleine Hämatome sind oft symptomlos und oft Zufallsbefunde bei bildgebender Diagnostik. Sie haben meist keine chirurgische Relevanz. Bei sehr großen Hämangiomen kann es zu Kapseldehnungsschmerzen oder Komplikationen durch verdrängendes Wachstum oder zu Einblutungen und Infarzierungen durch intratumorale Thrombosen kommen.

d)  Falsch. Das Kasabach-Merritt-Syndrom beschreibt das Auftreten von Riesenhämangiomen, die mit einer Verbrauchskoagulopathie und Thrombozytopenie einhergehen.

e)  Falsch. Der beschriebene Sonographiebefund trifft auf die unkomplizierte Leberzyste zu. Hämangiome stellen sich im Ultraschall typischerweise als homogene, hyperechogene und scharf begrenzte Läsionen ohne Randsaum dar.

4. Welche Aussagen zur fokalen nodulären Hyperplasie (FNH) sind zu- treffend?

a)  Die FNH ist ein seltener benigner Lebertumor, der bei Frauen und Männern in etwa gleichem Verhältnis auftritt.

b)  Ähnlich wie beim Leberadenom ist die Inzidenz für die FNH bei langjähriger Einnahme von östrogenhaltigen Kontrazeptiva deutlich erhöht.

c)  Bei der FNH besteht kein Risiko für eine maligne Transformation.

d)  Die FNH ist meist symptomlos und wird häufig erst als Zufallsbefund bei bildgebender Diagnostik entdeckt.

e)  Die FNH wird immer konservativ behandelt.




a)  Falsch. Die FNH ist mit einer Prävalenz von 2–8 % nach dem Hämangiom der zweithäufigste benigne Lebertumor und tritt bei Frauen achtmal häufiger auf als bei Männern. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 30. und 50. Le- bensjahr.

b)  Falsch. Ein kausaler Zusammenhang der FNH-Entstehung mit der Einnahme von östrogenhaltigen Kontrazeptiva ist nicht bewiesen, weshalb deren Ab- setzen bei Vorliegen einer FNH auch nicht empfohlen wird. Als Genese der FNH wird eine reaktive Hyperplasie des Lebergewebes bei Hyperperfusion auf Grund hepatischer vaskulärer Malformation vermutet.

c)  Richtig.

d)  Richtig.

d)  Falsch. Während bei asymptomatischen Patienten die konservative Therapie angestrebt wird, kann unter bestimmten Umständen durchaus eine OP-Indikation bestehen, wenn etwa eine diagnostische Unsicherheit oder persistierende Symptome vorliegen. Sehr seltene Komplikationen können die Ruptur in der Schwangerschaft oder eine portale Hypertension bei multiplem Leberbefall sein.

5. Welche Aussagen zum Leberadenom sind zutreffend?

a)  Leberzelladenome finden sich häufig als Zufallsbefunde bei bildgebender Diagnostik.

b)  Langjährige Kontrazeptiva-Einnahme erhöht deutlich die Inzidenz von Leberadenomen.

c)  Unter Kontrazeptiva-Einnahme besitzen Leberadenome zudem ein erhöhtes Blutungsrisiko.

d)  Bei nahezu allen Leberadenomen kommt es irgendwann zu einer malignen Transformation.

e)  Es sollte immer die operative Therapie angestrebt werden.



a)  Richtig. Leberadenome werden selten in Form von meist unspezifischen rechtsseitigen Oberbauchschmerzen symptomatisch und werden daher häufig erst zufällig in der Bildgebung entdeckt.

b)  Richtig. Bei Frauen ohne Kontrazeptiva-Einnahme liegt die Inzidenz von Leberadenomen bei ca. einer Neuerkrankung pro 100.000 Einwohner pro Jahr.

c)  Richtig. Unter Kontrazeptiva-Einnahme oder während der Schwangerschaft sind Leberadenome häufig größer und häufiger multifokal gelegen und besitzen zudem ein erhöhtes Blutungsrisiko. Bei Frauen, die Kontrazeptiva einnehmen, liegt die Inzidenz von Leberadenomen bei 30–40 Neuerkrankung pro 100.000 Einwohner pro Jahr.

d)  Falsch. Bei Leberadenomen von ≥5 cm Durchmesser besteht bei ca. 10 % das Risiko für eine maligne Transformation in ein hepatozelluläres Karzinom. Bei kleineren Leberadenomen ist das Entartungsrisiko deutlich niedriger.

e)  Falsch. Unkomplizierte asymptomatischen Leberadenome ≤4 cm können nach Absetzen östrogenhaltiger Kontrazeptiva und Steroiden und jährlichen sonographischen Verlaufskontrollen sowie AFP-Bestimmungen beobachtet werden. Dennoch haben Leberadenome mit steigendem Alter ein Risiko für maligne Entartung (5–10 %), so dass bei größeren Adenomen eine operative Resektion erwogen werden sollte.

8. Welche Aussagen zur Leberfunktion im Zusammenhang mit Leberresektionen sind zutreffend?

a)  Bei einer nicht-zirrhotisch veränderten Leber können bis zu drei Viertel des Lebervolumens reseziert werden, ohne dass es zu einem postoperativen Leberversagen kommt.

b)  Wenn das nach Resektion zu erwartende Volumen des Leberrestgewebes zu gering ist, stellt das immer eine Kontraindikation zur Leberresektion dar.

c)  Bei einer Steatosis hepatis kann bereits schon eine verminderte Leberfunktion vorliegen.

d)  Perioperativ ist in der Parenchymdissektionsphase auf einen möglichst hohen zentralvenösen Druck zu achten.

e)  Das Pringle-Manöver kann den perioperativen Blutverlust reduzieren.


a)  Richtig. Bei einer nicht-zirrhotisch veränderten Leber können bis zu drei Viertel des Lebervolumens reseziert werden, ohne dass es zu einem postoperativen Leberversagen kommt. Die Indikation zur Leberresektion sollte immer auch in Abhängigkeit der funktionellen Leberreserve (FLR) gestellt werden. Bei einigen Patienten ist vor einer erweiterten Resektion eine präoperative Wachstumsinduktion notwendig. Somit können ca. 70 % des Lebergewebes entfernt werden.

b)  Falsch. Es kann zur präoperativen Konditionierung beispielsweise eine Pfortaderembolisation erfolgen. Es handelt sich dabei um ein Verfahren zur Hypertrophieinduktion im verbleibenden Lebergewebe.

c)  Richtig. Sowohl eine Steatose als auch Fibrose oder ausgeprägte Cholestase können mit einer eingeschränkten Leberfunktion einhergehen und eine relative KI für eine Resektion darstellen.

d)  Falsch. Es ist auf einen möglichst niedrigen zentralvenösen Druck (ZVD möglichst <5 cm H2O) zu achten, da ein erhöhter ZVD mit einem deutlich höheren Blutungsrisiko und somit höherem Blutverlust einhergeht.

e)  Richtig. Durch die temporäre Okklusion des Ligamentum hepatoduodenale (Pringle-Manöver) kann der Blutverlust während der Dissektionsphase reduziert werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der Blutfluss nach kurzen Abständen (<15 min) des Abklemmens immer wieder freigegeben werden sollte, um einen Ischämie-bedingten Gewebeuntergang zu vermeiden.

10. Welche Aussagen zur operativen Therapie von Lebertumoren sind zutreffend?

a)  Kolorektale Lebermetastasen sollten immer simultan mit dem Primärtumor operiert werden.

b)  Die MIC von Lebermetastasen ist mit einer deutlich geringeren Morbidität und kürzeren Verweildauer als bei offenen Resektionen assoziiert.

c)  Beim ALPPS-Verfahren (associating liver partition and portal vein ligation for staged hepatectomy) wird das Leberparenchym bei der ersten Operation zwar durchtrennt, aber in-situ belassen.

d)  Während bei einem HCC anatomische Resektionen Vorteile bieten, können bei kolorektalen Metastasen auch limitierte Resektionen sinnvoll sein.

e)  Bei größeren Leberresektionen ist der Erhalt von mindestens 15 % des Standardlebervolumens ausreichend, um eine lebensbedrohliche Leberinsuffizienz zu verhindern, da sich die Leber innerhalb von wenigen Tagen wieder vergrößert.



a)  Falsch. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die primäre Resektion von Lebermetastasen sinnvoll sein. Insbesondere, wenn weniger als drei Metastasen vorliegen, der Patient jünger als 70 Jahre ist und keine wesentlichen Komorbiditäten vorliegen, ist die simultane Resektion indiziert. Bei größeren oder multiplen Metastasen sollte dementsprechend ein zweizeitiges Vorgehen gewählt werden. Hierbei kann entweder erst der Primarius oder erst die Leber („liver first“) operiert werden.

b)  Richtig. Im Vergleich zur offenen Resektion zeichnen sich minimal-invasive Verfahren durch eine deutlich geringere Morbidität (19 % vs. 31 %) sowie eine signifikant kürzere Krankenhausverweildauer aus.

c)  Richtig. Bei dieser neuen und innovativen Methode wird in der ersten Operation die rechte Pfortader ligiert und die Leber entlang des Segments IV durchtrennt sowie die Tumoren in der verbleibenden linken Leber reseziert. Nach etwa 7–10 Tagen kann die rechte Leber dann komplett reseziert werden, nachdem die linke Seite hypertrophiert ist.

d)  Richtig. Beim HCC sind anatomische Resektionen vorteilhafter, da sich diese Tumoren primär über die portale Zirkulation wei-terverbreiten. Demgegenüber haben größere Studien keinen Überlebensvorteil von Operationen bei kolorektalen Lebermetastasen in Abhängigkeit von parenchymsparenden oder anatomischen Resektionen gezeigt.

e)  Falsch. Im Falle von größeren Resektionen (mehr als zwei d) sollte das verbleibende Lebergewebe mehr als 30 % des Ausgangswertes aufweisen. Im Falle einer vorangegangenen Chemotherapie sollten mehr als 40 % erhalten bleiben, um einer lebensbedrohlichen Leberinsuffizienz vorzubeugen. Weiterhin sind eine normale Leberfunktion sowie maximal eine Child A-Zirrhose weitere Voraussetzungen für eine größere Leberresektion.

11. Welche Aussagen zur Echinokokkose sind zutreffend?

a) Die zwei für den Menschen medizinisch relevanten Echinokokkusarten sind Echinococcus granulosus und Echinococcus vogeli.

b)  Die Inkubationszeit beträgt einige Tage.

c)  Der Hauptmanifestationsort der Echinokokkose ist die Leber. d) In der CT-Bildgebung spricht eine zystische, hyperdense Struktur ohne Kontrastmittelanreicherung in der Wand für eine Echinokokkose.

e) Die Echinokokkose ist immer kurativ therapierbar.


a)  Falsch. Die beiden für den Menschen medizinisch relevanten E-Arten sind der E granulosus (Hundebandwurm) und der E multilocularis (Fuchsbandwurm).

b)  Falsch. Die Inkubationszeit ist variabel und umfasst einen Zeitraum von Wochen bis Jahre. Die Wurmeier werden über den Kot des Hauptwirtes (Hunde, Katzen, Füchse) ausgeschiedenen und durch orale Aufnahme, direkt über Kot oder Fell des Hauptwirtes oder indirekt über kontaminierte Erde, übertragen.

c)  Richtig. Die Larven erreichen im Menschen über die Pfortader zunächst die Leber und können von dort aus in andere Organe migrieren (häufiger: Lunge, seltener: Milz, Gehirn). Häufig führt ein Leberbefall zu unspezifischen Oberbauchschmerzen. Bei Lungenbefall sind Dyspnoe und Pleuraschmerz typisch.

d)  Falsch. Im CT sieht man singuläre oder diffuse zystische, hypodense, häufig gekammerte Strukturen mit Kontrastmittelanreicherung in der Zystenwand.

e)  Falsch. Beim E granulosis ist eine singuläre Zyste typisch, die chirurgisch unter perioperativer Abschirmung mit Antihelmethika (Albedazol, Mebendazol) in toto reseziert werden kann. Bei der PAIR (Punktion-Aspiration-Injektion-Reaspiration) Methode, wobei die Injektion der sterilisierenden Substanz (95 %iger Alkohol) nur nach sicherem Ausschluss zystobiliärer Fisteln durchgeführt wird, erfolgt gleichzeitig die periinterventionelle Therapie mit Albendazol. Beim E multilocularis hingegen ist ein multifokales Wachstum typisch, hier ist in einem Viertel der Fälle nur ein palliatives Konzept mit lebenslanger Antihelmethika-Einnahme möglich.

4. Welche Aussagen bezüglich der Diagnostik des Pankreaskarzinoms sind zutreffend?

a)  Ein neu aufgetretener schmerzloser Ikterus sollte diagnostische Untersuchungen zur Klärung der Frage nach einem Pankreaskarzinom auslösen.

b)  Oftmals kann bereits schon durch die ERCP ein Pankreaskarzinom diagnostiziert werden.

c)  Bei Verdacht auf ein duktales Pankreaskarzinom sollte als nächster Schritt die Diagnosesicherung mittels Bürstenzytologie erfolgen.

d)  Bei einem resektabel erscheinenden karzinomverdächtigen Pankreastumor sollte zum Ausschluss anderer Differentialdiagnosen die endosonographisch gestützte Biopsie erfolgen.

e)  Bei einem nicht resektablen Pankreastumor sollte zum Ausschluss anderer Differentialdiagnosen die endosonographisch gestützte Biopsie erfolgen.




a)  Richtig. Pankreas- oder Gallengangskarzinome sind mit 20 % die häufigste Ursache für einen neu aufgetretenen Ikterus bei Patienten in der zweiten Lebenshälfte (> 60 Jahre).

b)  Falsch. Die ERCP allein ist nicht zur Diagnose eines duktalen Pankreaskarzinoms geeignet, da sie lediglich Gangveränderungen nachweist und die Raumforderung selbst nicht in vollem Ausmaß zur Darstellung kommt. Dia- gnostische Verfahren der ersten Wahl zur Detektion des Pankreaskarzinoms sind die Oberbauchsonographie, die Endosonographie, die CT oder die MRT in Kombination mit der MRCP.

c)  Falsch Eine ERCP mit Bürstenzytologie zur Gewebediagnostik des Pankreaskarzinoms ist auf Grund einer zu niedrigen Sensitivität nicht indiziert und hätte bei bildmorphologischem Tumorverdacht auch keine Relevanz bezüglich der Indikationsstellung zur OP.

d)  Falsch. Die EUS gestützte Feinnadelpunktion ist sensitiv und hochspezifisch zum histologischen Nachweis des Pankreaskarzinoms. Da bei Operabilität jedoch auch Raumforderungen unklarer Dignität operiert werden sollten, ist sie nicht notwendig. Es erfolgt primär die Resektion. Die präoperative Biopsie ist dann sinnvoll, wenn es Zweifel an der Indikation oder differentialdiagnostische Hinweise gibt, die das Vorgehen ändern würden, wie z. B. Metastasenverdacht bei einem anderen Malignom in der Vor- geschichte.

e)  Richtig. Vor Durchführung einer palliativen Chemotherapie muss die Diagnose zytologisch oder histologisch gesichert sein, um mögliche Fehlbehandlungen auf Grund anderer Differentialdiagnosen auszuschließen.

5. Welche Aussagen zur präoperativen Ausbreitungsdiagnostik beim Pankreaskarzinom treffen zu?

a)  Zur präoperativen Beurteilung der lokalen Tumorausdehnung und zur Beurteilung der Resektabilität eignen sich die Multidetektor-CT und die EUS am besten.

b)  Zur Abklärung der Operabilität eines Pankreaskarzinoms sollte auf jeden Fall immer eine Laparoskopie erfolgen.

c)  Wenn eine Zyste als abklärungsbedürftig angesehen wird, sollte auf eine EUS gesteuerte Punktion verzichtet und primär die Resektion angestrebt werden.

d)  Bei fehlendem Nachweis von Peritonealmetastasen in einer d LSK sollte eine Spülung zur Zytologiegewinnung durchgeführt werden.

e)  Bei Nachweis einer Infiltration der Pfortader in der CT liegt Inoperabilität vor.



a)  Richtig. Die CT ist das Standardverfahren zur Beurteilung der Größe des Primärtumors und der lokalen Tumorausbreitung. Die Kombination von transabdominalem und endoskopischem Ultraschall liefert ähnlich gute Ergebnisse, diese Untersuchungen sind jedoch stark untersucherabhängig.

b)  Falsch. Die Staging-LSK kann jedoch fakultativ eingesetzt werden, wenn der Verdacht auf eine peritoneale Aussaat besteht, ohne dass diese in der Bildgebung nachweisbar ist. Studien haben gezeigt, dass durch die Staging-LSK in bis zu einem Drittel der Fälle Befunde erhoben wer- den, die eine kurative Resektion ausschließen.

c)  Falsch. Laut der aktuellen Leitlinie sollte eine abklärungsbedürftige Zyste EUS gestützt punktiert werden. Aus dem Aspirat können die Tumormarker CA 19-9 und CEA und eine Zytologie bestimmt werden.

d)  Falsch. Der zytologische Nachweis von Tumorzellen bei fehlender manifester peritonealer Absiedelung würde zu keiner Änderung der Therapie führen. Nach Resektion eines duktalen Pankreaskarzinoms besteht kein signifikanter prognostischer Unterschied für Patienten mit positiver und negativer Zytologie.

e)  Falsch. Eine Infiltration der V. portae, V. mesenterica superior oder V. lienalis ist per se kein Ausschlusskriterium für eine Resektion. Bei einer Infiltration venöser Gefäße ist das postoperative Überleben immer noch deutlich günstiger als bei einer Infiltration arterieller Gefäße. Einige Studien haben gezeigt, dass en-bloc-Resektionen mit Venensegmenten keine schlechtere Langzeitprognose haben müssen. Die Prognose korreliert jedoch mit dem Ausmaß der Veneninfiltration.

6. Welche Aussagen zur chirurgischen Therapie des Pankreaskarzinoms treffen zu?

a) Die chirurgische Therapie ist das einzige potenziell kurative Therapieverfahren beim Pankreaskarzinom. Eine ausschließliche Chemo, RCT oder Strahlentherapie sollen bei Patienten mit als resektabel eingeschätztem Pankreaskarzinom nicht durchgeführt werden

b)  Eine Pankreasresektion ist auch dann gerechtfertigt, wenn von vornherein feststeht, dass der Tumor nicht komplett entfernt werden kann, also eine R2-Situation vorliegt. Da auf Grund der Tumormassenreduktion immer noch ein deutlicher Überlebensvorteil gegenüber der alleinigen Chemotherapie für den Patienten besteht.

c)  Ein hohes Lebensalter stellt eine Kontraindikation zu einer Resektion bei Pankreaskarzinom dar.

d)  Komorbidität kann ein Kriterium sein, bei einem Patienten auf eine Resektion zu verzichten.

e)  Ein Pankreaskarzinom kann auch trotz einer Infiltration von Nachbarorganen noch im Gesunden (R0) resektabel sein.




a)  Richtig. Die chirurgische Therapie ist die einzig potenziell kurative Therapieoption beim Pankreaskarzinom. Durch eine alleinige Radiochemotherapie lässt sich keine Heilung erzielen.

b)  Falsch. Die Prognose nach R2-Resektion ist ähnlich schlecht wie ohne Resektion. Insbesondere bei Fernmetastasen verbessert die Resektion des Primärtumors die Prognose der Patienten nicht. Hinzu kommt das operative Risiko. Ziel sollte die Resektion im Gesunden sein (R0), wenn dies aber nicht möglich ist, sollte keine Resektion erfolgen.

c)  Falsch. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten zunehmend älter werden. Somit wird die Anzahl der Patienten im fortgeschrittenen Alter (>75 Jahre) mit Pankreaskarzinomen ebenfalls ansteigen. Verschiedene Studien zeigen, dass die operativen Ergebnisse mit denen von jüngeren Patientengruppen vergleichbar sind. Die Leitlinien empfehlen daher, das Alter sollte kein Kriterium sein, einen Patienten von der Resektion eines Pankreaskarzinoms auszuschließen.

d)  Richtig. Patienten mit kardialen oder chronisch respiratorischen Erkrankungen oder mit einer Leberzirrhose haben ein deutlich erhöhtes Risiko für perioperative Komplikationen. Bis zu 30 % aller perioperativen Komplikationen und bis zu 50 % aller postoperativen Todesfälle sind auf kardiale Ursachen zurückzuführen. Bei einer erheblichen Komorbidität mit an sich schon schlechter Prognose kann es sinnvoller sein, auf eine Resektion zu verzichten.

e)  Richtig. Auch lokal fortgeschrittene, in Nachbarorgane infiltrierende Pankreaskarzinome können unter Umständen noch unter Mitnahme der entsprechenden Nachbarstrukturen en bloc im Gesunden reseziert werden. Die erweiterte Resektion ist in der Prognose identisch zur Standardresektion.

8. Welche Aussage zum Resektionsausmaß bei der Pankreasresektion trifft zu?

a)  Bei der Pankreaskopfresektion ist die magenteilresezierende der pyloruserhaltenden partiellen Duodenopankreatektomie bezüglich der postoperativen Komplikationen überlegen.

b)  Bei Resektion des Pankreaskarzinoms sollen mindestens 10 regionäre Lymphknoten entfernt werden.

c) Zur geforderten Lymphadenektomie bei Pankreaskopfresektion gehören unter anderen die Lymphknoten des Ligamentum hepatoduodenale sowie der kranialen Vena mesenterica superior.

d)  Eine erweiterte Lymphadenektomie kann insbesondere beim Vorliegen von Lymphknotenmetastasen die Langzeitprognose verbessern.

e)  Im Falle von erst intraoperativ nachweisbaren Fernmetastasen sollte eine Resektion trotz gegebener Resektabilität unterbleiben.



a)  Falsch. Bezüglich der postoperativen Komplikationen und Letalität sowie der onkologischen Langzeitergebnisse sind laut Studienlage die pyloruserhaltende und die magenresezierende partielle Duodenopankreatektomie gleichwertig.

b)  Richtig. In den aktuellen Leitlinien wird gefordert, dass mindestens 10 Lymphknoten entfernt und untersucht werden sollten, um pN0 sicher klas- sifizieren zu können. Das Verhältnis von befallenen zu insgesamt entfernten Lymphknoten soll im pathologisch-histologischen Befundbericht angegeben werden. Eine sogenannte Lymph Node Ratio (LNR) von ≥0,2 hat sich in mehreren Studien als prognostisch ungünstig erwiesen.

c)  Richtig. Die standardisierte Lymphadenektomie bei einer OP nach Whipple aufgrund eines Pankreaskopfkarzinoms beinhaltet nach den aktuellen Leitlinien die komplette und zirkuläre Dissektion der Lymphknoten des Lig. hepatoduodenale sowie der Lymphknoten um die A. hepatica communis, der Pfortader und des kranialen Anteils der Vena mesenterica superior. Darüber hinaus sollten die Lymphknoten des Truncus coeliacus auf der rechten Seite und der rechten Hemizirkumferenz des Stammes der Arteria mesenterica su- perior entfernt werden

d)  Falsch. Eine erweiterte Lymphadenektomie soll nicht durchgeführt werden. Aktuelle Studien zeigen, dass die erweiterte Radikalität der Lymphknoten- dissektion, die über die normale Standarddissektion hinausgeht, keinen Vor- teil in Bezug auf das Langzeitüberleben erzielt.

e)  Richtig. Denn durch die Resektion von Metastasen entsteht kein signifikanter Überlebensvorteil, sondern lediglich eine erhöhte Morbidität.

9. Welche Aussagen zur Chemotherapie des Pankreaskarzinoms sind zu- treffend?

a)  Nach R0-Resektion eines Pankreaskarzinoms im UICC-Stadium I ist eine adjuvante Chemotherapie indiziert.

b)  Ein hohes Patientenalter ist eine Kontraindikation für eine adjuvante Chemotherapie.

c)  Eine schwere Herzinsuffizienz (NYHAIII) ist eine Kontraindikation für eine adjuvante Chemotherapie.

d)  Hinsichtlich Langzeitüberlebens nach kurativer Resektion eines duktalen Adenokarzinoms des Pankreas, ist die adjuvante Chemotherapie mit modifiziertem FOLFIRINOX einer Monotherapie mit Gemcitabin überlegen.

e)  Bei inoperablem Pankreaskarzinom sollte eine palliative Chemotherapie erfolgen.


a)  Richtig. Nach R0-Resektion eines Pankreaskarzinoms im UICC-Stadium I–III soll eine adjuvante Chemotherapie durchgeführt werden. Nach aktueller Studienlage besteht ein deutlicher Vorteil im krankheitsfreien Überleben durch eine adjuvante Chemotherapie im Vergleich zu alleiniger Chirurgie. Das mediane Überleben liegt nach multimodaler Therapie bei bis zu 24 Monaten, das 5-Jahresüberleben bei ca. 20 %.

b)  Falsch. Es gibt keine Hinweise dafür, dass Patienten im höheren Lebensalter (>70 Jahre) nicht von einer adjuvanten Chemotherapie profitieren.

c)  Richtig. Die Indikation sollte aber immer individuell abgestimmt werden.

d)  Richtig. Bei Patienten mit einem guten Allgemeinzustand kann die Therapie mit modifiziertem FOLFIRINOX eingesetzt werden. Sie führt gegenüber der Gemcitabine Monotherapie zu einer Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens auf knapp 22 Monate und des Gesamtüberlebens auf etwa 54 Monate.

e)  Richtig. Laut aktueller Studienlage verbessert die palliative Chemotherapie beim metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinom die Überlebenszeit signifikant. Zudem kann auch die Lebensqualität verbessert werden.

11. Welche Aussagen zu neuroendokrinen Pankreastumoren sind zu- treffend?

a)  Insulinome treten zumeist als solitäre Pankreastumoren auf.

b)  Bei nicht kurativ resektablen malignen Insulinomen kann eine palliative Resektion dennoch sinnvoll sein.

c)  Duodenale Gastrinome haben eine deutlich schlechtere Prognose als pankreatische.

d)  Gastrinome sind häufig mit einer multiplen endokrinen Neoplasie vom Typ 1 (MEN 1) assoziiert.

e)  Etwa 10 % der Patienten mit einem Ulkus haben ein Zollinger-Ellison- Syndrom.




a)  Richtig. 90–95 % der Insulinome sind Solitärtumoren mit einem Durchmesser von 1–2 cm.

b)  Richtig. Bei nicht kurativ resektablen malignen Insulinomen kann durch eine Tumormassenreduktion eine signifikante Besserung der Symptomatik erreicht werden. Voraussetzung ist jedoch die Resektabilität des Primärtumors und die Möglichkeit der Entfernung der größten Masse der Lebermetastasen. Ist der Primärtumor nicht resektabel oder liegen diffuse Leberme- tastasen vor, ist eine Resektion nicht sinnvoll. Die alleinige konservative Therapie (Chemotherapie z. B. mit Streptozotocin und 5-Fluoruracil oder antihormonelle Therapie) ist bezüglich der Behandlung des Hyperinsulinis- mus unbefriedigend.

c)  Falsch. Duodenale Gastrinome, welche zum Diagnosezeitpunkt zumeist kleiner sind als pankreatische, metastasieren zu 9 % in die Leber. Die im Pankreas lokalisierten Gastrinome haben zum Diagnosezeitpunkt in bis zu 57 % Lebermetastasen gebildet und somit eine deutlich schlechtere Prognose.

d)  Richtig. Gastrinome sind zu 20–25 % mit einer MEN 1 assoziiert.

e)  Falsch. Nur etwa 0,1% der Ulkuspatienten haben ein Zollinger-Ellison-Syndrom.

12. Welche Aussagen zum Insulinom sind zutreffend?

a)  Das Leitsymptom des Insulinoms ist die Hypoglykämie.

b)  Der Standardtest für die Diagnostik des Insulinoms ist der Hungerversuch.

c)  Zur Lokalisation des Insulinoms eignen sich intraoperative US, MRT (MR-Angio und MRCP), CT, Endosonographie und ggf. SSR-Szinti

d)  Die Therapie des benignen Insulinoms erfolgt konservativ mit Antihypoglykämika (z. B. Diazoxid). Bei Therapieversagen ist eine operative Therapie indiziert.

e)  Bei einem benignen Insulinom ist die sparsame Resektion (Enukleation), beim malignen Insulinom eine radikale Resektion wie beim Pankreaskarzinom anzustreben.



a)  Richtig. Die Hypoglykämie ist definiert durch die Whipple-Trias: Plasmaglukosekonzentrationen <40 mg/dl, Symptome der Hypoglykämie und Reversibilität der Symptome durch Glukosegabe.

b)  Richtig. Der etablierte Standardtest für die Diagnostik des Insulinoms ist der Hungerversuch über 72 Stunden. Er besitzt eine Sensitivität und Spezifität von nahezu 100 %.

c)  Richtig. Die Diagnosesicherung des Insulinoms erfolgt durch Hungerversuch. Der intraoperative Ultraschall erreicht in verschiedenen Studien eine Sensitivität von >90 %. In Verbindung mit der bidigitalen Pankreaspalpation können so nahezu alle Insulinome diagnostiziert werden. Zur OP-Planung ist zudem zur Beurteilung von OP-Verfahren (laparoskopische vs. offene OP) und OP-Ausmaß (Dignität? Metastasen?) noch eine Schnittbilduntersu- chung sinnvoll (CT, MRT). Die MRT hat hierbei eine Sensitivität zwischen 79 und über 90 %. Die Endosonographie weist die höchste Sensitivität in der Lokalisation der Insulinome auf, ist allerdings stark Untersucherabhängig. Die Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie hat eine deutlich geringere Sensitivität und sollte nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden.

d)  Falsch. Die einzig kurative Behandlungsoption des Insulinoms ist die komplette chirurgische Entfernung. Nur so können die Symptome der Neuroglukopenie und der hyperadrenergen Reaktion geheilt werden. Die primär medikamentöse Therapie mit Antihypoglykämika (z. B. Diazoxid oder Phe- nytoin) zur Besserung der Hypoglykämiesymptomatik sollte nur bei inoperablen Patienten erfolgen.

e)  Richtig. Benigne Insulinome sollten parenchymsparend und möglichst lokal entfernt werden, bei oberflächlichen Befunden gegebenenfalls durch eine Enukleation. Liegt der Befund tiefer und in der Nähe des Pankreasganges, sollte eine sparsame Resektion erfolgen. Bei malignen Insulinomen erfolgt die onkologische Resektion mit Entfernung der regionalen Lymphknoten. Entscheidend für die Indikationsstellung zur Operation ist das Vorliegen ei- nes positiven Hungerversuchs mit Nachweis eines organischen Hyperinsulinismus und Ausschluss einer faktitiellen Hypoglykämie.

14. Welche Aussagen zur Diagnostik der chronischen Pankreatitis sind zu- treffend?

a) Bei der Diagnose und Beurteilung von Pankreasnekrosen ist die Kontrast- mittel-CT (KM-CT) der KM-Sonographie deutlich überlegen.

b) Bildgebung der Wahl zur Differenzierung zystischer Pankreasläsionen (Pankreaspseudozysten/zystische Neoplasien) ist die kontrastmittelgestützte CT.

c) Vor endosonographischer Feinnadelbiopsie einer suspekten Pankreaszyste muss eine Dopplersonographie erfolgen.

d) Die Endosonographie kann bei Vorliegen einer chronischen Pankreatitis zwischen Karzinom und Entzündung unterscheiden. e) Zur Differenzierung zwischen einer Autoimmunpankreatitis und anderen Pankreaserkrankungen wird die Feinnadelpunktion empfohlen.


a)  Falsch. Der CEUS kann Nekrosen in gleichem Umfang wie die KM-CT oder die KM-MRT erfassen, was insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion von Vorteil ist. Bei Verdacht auf eine infizierte Nekrose kann eine US- oder CT-gestützte Punktion erfolgen.

b)  Falsch. Zysten sind auf Grund klar definierter Kriterien (echofrei, Tangen- tialphänomen, dorsale Schallverstärkung) sehr gut mit dem Ultraschall de- tektierbar. Bei atypischen Zysten müssen differentialdiagnostisch zystische Neoplasien bedacht und andere bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Die höchsten Trefferraten in der Differenzierung zystischer Pankreasläsio- nen kommen der EUS und der MRT/MRCP zu. Im Zweifelsfall kann sich eine EUS-FNP mit Asservierung von Zystenflüssigkeit (Zytologie, Lipase und CEA-Bestimmung) anschließen.

c)  Richtig. Beim Nachweis zystischer Veränderungen des Pankreas sollte der Ultraschall kombiniert mit dem Farbdoppler durchgeführt werden, um ein Pseudoaneurysma sicher ausschließen zu können. Dieser sollte vor entspre- chenden Interventionen obligat durchgeführt werden.

d)  Falsch. Die perkutane und die endoskopische Sonographie können bei Nachweis einer chronischen Pankreatitis nur begrenzt zwischen Karzinom und Entzündung unterscheiden. Für die MRT mit MRCP besteht jedoch eine Sensitivität von 84 % mit einer Spezifität von 97 %. Zur Differenzierung ei- ner chronischen Pankreatitis versus Pankreaskarzinom wird eine Sensitivität von 93 % mit einer Spezifität von 75 % beschrieben. Dies trifft jedoch nicht auf Karzinome in einer chronischen Pankreatitis zu. In diesem Fall beträgt auch unter Ausnutzung sämtlicher verfügbarer diagnostischer Verfahren die Sensitivität zum Nachweis eines Tumors nur 67 % und die Spezifität bei 45 %. Im Zweifelsfall sollte daher eine endosonograph-gestützte Feinnadel- punktion angeschlossen werden. Diese kann die Sensitivität auf über 85 % mit einer guten Spezifität erhöhen. Bei operablen Befunden mit Tumorver- dacht sollte jedoch darauf verzichtet und primär operiert werden.

e) Richtig.Für die Diagnose einer Autoimmunpankreatitis nachden HiSORt-Kriterien ist die zytologische/histologische Diagnose der Goldstandard. Bei bild- gebendem oder klinischem Verdacht auf eine Autoimmunpankreatitis kann deshalb eine endosonographisch-gestützte Feinnadelpunktion erfolgen.

15. Welche Aussagen zur akuten Pankreatitis treffen zu?

a)  Bei ‚walled-of‘ Nekrosen handelt es sich um ältere, abgekapselte Nekrosen.

b)  Pankreatische Pseudozysten sind in der Regel angeboren.

c)  Bei einer akuten nekrotisierenden Pankreatitis sollte umgehend eine Laparotomie erfolgen, um eine ausgedehnte Nekrosektomie durchzuführen.

d)  Als Ursache für einen persistierenden Aszites nach einer akuten Pankreatitis kommt in erster Linie eine Dissoziation des Pankreasgangs in Betracht.

e)  Beim chirurgischen ‚step-up approach‘ wird eine perkutane Punktion mit einer retroperitonealen Nekrosektomie kombiniert.




a)  Richtig. Die ‚walled-of‘ Nekrosen (WON) bilden sich als reife Gewebenekrosen innerhalb von etwa vier Wochen nach einer akuten nekrotisierenden Pankreatitis.

b)  Falsch. Hierbei handelt es sich um eingekapselte, homogene Flüssigkeitsan- sammlungen, die typischerweise außerhalb des Pankreas gelegen sind und vier Wochen nach Ablauf einer interstitiellen Pankreatitis entstehen. Als Ursache findet man häufig kleinere Gangrupturen der Pankreasgänge.

c)  Falsch. Bei einer akuten nekrotisierenden Pankreatitis wird im Rahmen eines ‚step-up-approaches‘ einer schrittweisen Eskalation der Therapie empfohlen. In der Regel versucht man, so lange mit einer Intervention zu warten, bis sich die Nekrose abgekapselt hat. Dann kommt zunächst eine interventionelle Therapie in Betracht.

d)  Richtig. Eine Pankreasgangruptur tritt recht häufig bei einer akuten nekrotisierenden Pankreatitis auf (30–50 %) und wird oft übersehen. Neben einer interventionellen Therapie besteht die Möglichkeit einer operativen Inter- vention. Hierbei reicht das Spektrum von einer Pankreasteilresektion bis zu einer Pankreatikojejunostomie.

e)  Richtig. Die Nekrosektomie erfolgt häufig videoassistiert retroperitoneal über einen lateralen Zugang. Hierbei werden in der Regel laparoskopische Instrumente eingesetzt. In vielen Kliniken wird jedoch primär der endoskopische ‚step-up approach‘ favorisiert.

16. Welche Aussagen zur Op-Indikation bei IPMN sind zutreffend?

a)  Serös-zystische Neoplasien müssen nur operiert werden, wenn sie groß sind und zu einer Kompression von benachbarten Strukturen führen.

b)  Solid-pseudopapiläre Neoplasien können lange beobachtet werden.

c)  Muzinös-zystische Neoplasien sollten primär operiert werden, wenn sie >4 cm sind und Risikofaktoren vorliegen.

d)  Bei einer Seitengang-IPMN kann ist das Karzinomrisiko gering, dass keine Operation erforderlich ist.

e)  Patienten mit einer IPMN vom Hauptgangtyp sollten reseziert werden.




a)  Richtig. Seriös-mystische Neoplasien sind in der Regel gutartig. Sie können jedoch zur Kompression von Nachbarstrukturen führen. Weiterhin besteht eine OP-Indikation ab einer Größe >4 cm oder bei deutlichem Wachstum innerhalb kurzer Zeit. Auch eine vorhandene, exzentrische Verdichtung in- nerhalb der Zyste kann eine OP-Indikation darstellen.

b)  Falsch. Hierbei handelt es sich um die seltenste Entität der zystischen Pankreastumoren. Sie treten in 80 % bei jüngeren Frauen auf. Da die Entartungshäufigkeit zwischen 20 und 30 % liegt, sollten diese Tumoren reseziert werden.

c)  Richtig. Diese Tumoren treten fast ausschließlich bei Frauen auf und liegen zu 90 % im Pankreasschwanz. Histologisch zeigen sie ein Ovar-ähnliches Stroma. Da sie in 4–14 % der Fälle maligne sein können, besteht ab einer Größe von 4 cm in der Regel eine Op-Indikation. Kleinere Zysten ohne RF können überwacht werden.

d)  Falsch. Auch wenn die Seitgang-IPMN nicht so aggressiv wie die Hauptgang variante ist, besteht auch hier ein deutliches Karzinomrisko. Daher sollten insbesondere jüngere und gesunde Patienten mit einer Seitengang-IPMN ab einer Zystengröße von >3 cm operiert werden.

e)  Richtig. Es besteht eine relative Op-Indikation für einen Hauptgangdurch- messer bis 1 cm und eine absolute Indikation bei einer Hauptgang-IMPN von >1 cm Größe.

2. Welche Aussagen zur Milz sind zutreffend?

a)  Etwa 5 % des Herzminutenvolumens durchfließen die Milz.

b)  Das Milzparenchym besteht etwa 80 % aus weißer und 20 % aus roter Pulpa.

c)  Seltene Anomalien der Milz sind Polysplenie oder Asplenie.

d)  Die Ursache der Asplenie ist die fehlende embryonale Anlage der Vasa splenica.

e)  Die iatrogene Verletzung im Rahmen laparoskopischer oder konventionel- ler abdomineller Operationen ist die mit Abstand häufigste Ursache für eine Splenektomie.


a)  Richtig. Die Milz durchfließt etwa 5 % des Herzminutenvolumens.

b)  Falsch. Das Milzparenchym besteht zu 80 % aus der roten und zu 20 % aus der weißen Pulpa. Die weiße Pulpa (Pulpa alba) besteht aus Malpighi- Körperchen, welche B-Lymphozyten enthalten. Ein weiterer Bestandteil sind die um die Zentralarteriolen angeordneten periarteriolären lymphati- schen Scheiden (PALS), welche von T-Lymphozyten besiedelt sind. Die rote Pulpa (Pulpa rubra) besteht aus retikulärem Bindegewebe und dient dem Abbau von überalterten Erythrozyten. Diese bleiben im Maschenwerk der Milz hängen und werden dort von Makrophagen abgebaut.

c)  Richtig. Die kongenitale Hyposplenie oder Asplenie tritt sehr selten auf. Bei der Polysplenie sind statt einem solitären Organ multiple kleine Milzk- nötchen vorhanden. Diese embryonale Fehlbildung ist wie die Asplenie mit schwerwiegenden kardiovaskulären Anomalien vergesellschaftet. Akzesso- rische Milzen sind hingegen häufige Anomalien.

d)  Richtig. in der 2.-5. Embryonalwoche.

e)  Falsch. Ca. 55 % der Splenektomien werden auf Grund hämatologischer, immunologischer oder onkologischer Indikationen durchgeführt, 16 % der Splenektomien sind durch ein Trauma bedingt. Iatrogene Verletzungen der Milz, welche zur Splenektomie führen, sind selten.

1. Welche Aussagen zur Milzanatomie sind zutreffend?

a)  Die Milz atrophiert mit steigendem Alter.

b)  Das splenogastrische Ligament enthält die Aa. gastricae breves.

c)  Iatrogene Milzkapselverletzungen entstehen häufig durch Zug am splenoomentalen Ligament.

d)  Die A. lienalis entspringt direkt der Aorta und verläuft entlang des Pankreasoberrandes.

e)  Nebenmilzen kommen bei bis zu 50 % der Patienten vor.




a) Richtig. Die Milz ist beim Erwachsenen etwa faustgroß und wiegt zwischen 150–250 Gramm. Im Alter atrophiert das Organ physiologischerweise. Die Milz liegt im linken oberen abdominellen Quadranten im Hypochondrium, sie hat engen Kontakt zur 9., 10. und 11. Rippe links. Sie besitzt zwei Haup- toberflächen. Die parietale, konvexe Fläche liegt dem Zwerchfell an, die viszerale, konkave Fläche hat eine enge Lagebeziehung zu Pankreasschwanz und Magen.

b)  Richtig. Das splenogastrische Ligament (splenoomentales Ligament) enthält die Aa. gastricae breves. Es zieht vom oberen Milzpol bis zum unteren Drittel der Milz. Das splenokolische Ligament zieht vom unteren Milzpol zur linken Kolonflexur und ist wenig vaskularisiert. Das splenorenale Ligament wird durch das dorsale Milzperitoneum gebildet, das die Milz gegen das Retroperitoneum hin fixiert. Das splenophrenische Ligament verbindet die Milz mit dem Zwerchfell und kann insbesondere bei inflammatorischen oder neoplastischen Milzerkrankungen breitflächig verwachsen sein.

c)  Richtig. Das splenoomentale Ligament zieht vom großen Netz separat zum unteren Milzpol und ist hauptsächlich für iatrogene Milzverletzungen bei Eingriffen im linken Oberbauch verantwortlich.

d)  Falsch. Die A. lienalis entspringt dem Truncus coeliacus und verläuft am Pankreasoberrand bis zum Milzhilus, wo sie sich in 5–10 Segmentäste verzweigt. Die hierdurch entstehenden Parenchymsegmente erlauben partielle Milzresektionen. Das venöse Blut sammelt sich in der V. lienalis, welche kaudal der Milzarterie dorsal von Pankreasschwanz und -korpus zusammen mit der V. mesenterica superior als venöser Konfluenz in die Pfortader einmündet.

e)  Falsch. Nebenmilzen kommen etwa bei 10 % der Patienten vor. Sie befinden sich vor allem im Bereich des Milzhilus, der Ligamentae gastrosplenicum, splenocolicum und splenorenale, peripankreatisch und im Omentum majus.

3. Welche Aussagen zum Hypersplenismus sind zutreffend?

a)  Bei Hypersplenismus sollte mit der Gabe von TAH begonnen werden.

b)  Die häufigste Ursache für einen Hypersplenismus ist die portale Hypertension.

c)  Bei portaler Hypertension sollte eine Splenektomie möglichst vermieden werden.

d)  Kommt es nach Splenektomie zu einem signifikanten Anstieg der Leukozyten, handelt es sich meist um ein Overwhelming-Postsplenectomy-Infection (OPSI).

e)  Nach Splenektomie besteht ein erhöhtes Risiko für thrombemb Ereignisse.


a)  Falsch. Beim Hyperspleniesyndrom besteht im Rahmen einer Splenome- galie bei zellreichem Knochenmark eine periphere Zytopenie. Es stellt die häufigste Indikation zur elektiven Splenektomie dar. TAH sind in diesem Fall kontraindiziert.

b)  Richtig. Die häufigste Ursache für einen Hypersplenismus ist die portale Hypertension im Rahmen einer Leberzirrhose oder Pfortaderthrombose.

c)  Richtig. Bei portaler Hypertension sollte eine Splenektomie vermieden wer- den, da eine Verschlechterung der portalen Hypertension durch die Unter- bindung von spontanen portosystemischen Shunts auftreten bzw. eine Pfortaderthrombose entstehen kann.

d)  Falsch. Unmittelbar nach Splenektomie kann es zu einer Leukozytose (bis zu 25.000/mm3) und auch zu einer Thrombozytose (bis zu 1 × 106/mm3) kommen. Diese Veränderungen normalisieren sich üblicherweise nach 3–4 Wochen postoperativ. Im Langzeitverlauf zeigt das Blutbild nach Splenekto- mie nur geringe Veränderungen, welche sich auf die Erythrozytenmorphologie mit Anisozytose und Poikilozytose beziehen.

e)  Richtig. Nach Splenektomie besteht ein erhöhtes Risiko für Thrombosen des Venensystems im Bereich der V. cava superior und inferior.

4. Welche Aussagen zum Overwhelming-Postsplenectomy-Infection (OPSI bzw. Postsplenektomiesyndrom – PSS) sind zutreffend?

a)  Die OPSI verläuft häufig asymptomatisch.

b)  Ältere Menschen erleiden häufiger ein OPSI.

c)  Bei Asplenie-Patienten mit unklarem Fieber und Allgemeinsymptomen sollte dennoch eine empirische Antibiotikatherapie vermieden werden und nach Anfertigen einer Blutkultur gegebenenfalls die antibiogrammgerechte Therapie begonnen werden.

d)  Das OPSI geht mit einer Letalität von bis zu 5 % einher.

e)  Die empirische Antibiotikatherapie hat keinen Einfluss auf die Letalität.



a) Falsch. Beim OPSI handelt es sich um eine schwere bakterielle Infektion mit Sepsis, die Tage bis Jahre nach Splenektomie auftreten kann. Es handelt sich um einen med. Notfall, der eine unverzügliche Diagnose und Therapie erfordert. Die meisten Todesfälle werden innerhalb der ersten 24 h nach Auftreten der ersten Symptome beobachtet.

b)  Richtig. Erhöhtes Risiko für ein OPSI besteht bei Milzverlust, bei Kindern mit noch unreifem Immunsystem (<6 Jahre) und im höheren Lebensalter (>60 Jahre).

c)  Falsch. Bei Asplenie-Patienten mit unklarem Fieber und reduziertem AZ-Reduzierung ist eine frühe empirische Antibiotikagabe indiziert. Hierbei werden in den aktuellen Leitlinien gemäß dem erwarteten Erregerspektrum (Pneumokokken und Meningokokken) Cephalosporine der 3. Generation (Cefotaxim oder Ceftriaxon) empfohlen und eine initiale Einmalgabe von Gentamicin. Die Abnahme von BK zur Keimidentifizierung vor der Antibiotikagabe ist sinnvoll.

d)  Falsch. Die Inzidenz des PSS beträgt 1–5 % Zeitlebensrisiko bei Splenektomie-Patienten mit einer Letalität von 50–70 %.

e)  Falsch. Nur bei frühzeitiger Diagnose und sofortigem Einsatz von AB kann die Letalität gesenkt werden.

5. Welche Aussagen zu Milzzysten sind zutreffend?

a)  Die Echinokokkuszyste der Milz kommt selten vor.

b)  Bei Echinokokkuszysten der Milz ist immer die Splenektomie indiziert.

c)  Bei nicht-parasitären Milzzysten sollte ein milzerhaltendes Verfahren angestrebt werden.

d)  ‚Echte‘ Milzzysten besitzen keine Epithelschicht.

e)  ‚Falsche‘ Milzzysten besitzen eine Epithelschicht.




a)  Richtig. Aufgrund der portalvenösen Verbreitung der Parasiten mit bevorzugtem Befall der Leber wird die Milz nur bei 0,5–3,5 % der mit E infizierten Patienten befallen.

b)  Falsch. In Abhängigkeit der Befunde sind milzerhaltende Eingriffe möglich, jedoch ist es wichtig, dass es intraoperativ nicht zur Perforation der Zyste und somit zur weiteren systemischen Freisetzung von Echinokokkusfinnen kommt. Der Patient sollte perioperativ mit einem Antihelmetikum (z. B. Mebendazol oder Albendazol) abgeschirmt werden.

c) Richtig. Bei nicht-parasitären Milzzysten sollte ein milzerhaltendes Verfahren angestrebt werden. Die OP-Indikation wird in Abhängigkeit einer Symptomatik und der Größe der Zyste gestellt. Zysten können entweder komplett reseziert oder enddeckelt werden. Meist sind hierbei laparoskopische Verfahren möglich. Zysten ab 4 cm, die nicht operativ versorgt werden, sollten im Verlauf sonographisch kontrolliert werden.

d)  Falsch. ‚Echte‘ Zysten sind mit einer Epithelschicht ausgekleidet und kommen in allen Altersgruppen vor.

e)  Falsch. ‚Falsche‘ Zysten besitzen keine Epithelschicht, sondern entstehen nach Traumata aus einem subkapsulären Hämatom.

8. Welche Aussagen zu Milzarterienaneurysmen treffen zu?

a)  Von den Aneurysmen der viszeralen Arterien treten die Milzarterienaneurysmen mit Abstand am Häufigsten auf.

b)  Asymptomatische Milzarterienaneurysmen von einem Durchmesser bis zu 5 cm bedürfen keiner Intervention, sollten jedoch jährlich kontrolliert werden.

c)  Das Rupturrisiko liegt bei bis zu 10 %, ist jedoch während einer SS deutlich erhöht.

d)  In der Regel sind Milzarterienaneurysmen auf Grund der anatomischen Verhältnisse und der oft starken Schlängelung ungeeignet für endovaskuläre Interventionen.

e)  Bei hilusnahen Aneurysmen ist die Splenektomie kaum zu vermeiden.




a)  Richtig. 60 % aller viszeralen Aneurysmen sind in der A. lienalis lokalisiert. Die übrigen 40 % verteilen sich auf die A. hepatica, A. gastroduodenalis und die Segmentarterien der A. mesenterica superior und inferior.

b)  Falsch. Milzarterienaneurysmen, deren Durchmesser größer 2 cm oder das drei- bis vierfache der Ursprungsarterie beträgt, sollten therapiert werden.

c)  Richtig. Das Rupturrisiko wird mit 3–10 % angegeben und liegt in der SS bei 25–45 %. Am Höchsten ist die Wahrscheinlichkeit einer Ruptur im letzten Trimester oder in der frühen postpartalen Phase. Die Letalitätsrate bei Ruptur eines Milzarterienaneurysmas liegt für Mutter und Fetus dann bei bis zu 75 % beziehungsweise 95 %.

d)  Falsch. Die endovaskulären Verfahren haben sich inzwischen etabliert. Ins- besondere bei sacciformen Aneurysmen werden sie als minimal-invasives Verfahren gegenüber einer Operation bevorzugt. Die betroffenen Arterien können dabei entweder mit einem gecoverten Stent geschient oder durch ein Coiling embolisiert werden.

e)  Richtig. Je nach Lokalisation kann das Aneurysma sogar reseziert und die Milzarterie End-zu-End rekonstruiert werden. Gelingt dies nicht spannungsfrei, kann ein Interponat zur Überbrückung eingenäht werden. Es kommen autologe Interponate (z. B. die V. saphena magna) oder Kunststoffprothesen (PTFE, Dacron) in Frage. Bei hilusnahen Aneurysmen erfolgt auf Grund der fehlenden Rekonstruktionsmöglichkeit die Splenektomie.


9. Welche Aussagen zur traumatischen Milzruptur treffen zu?

a)  Bei interventionspflichtigen Milzverletzungen kann bei kreislaufstabilen Patienten statt einer operativen Therapie eine selektive Angioembolisation erfolgen.

b)  Der Vorteil des interventionellen Managements ist der Erhalt der immunologischen Funktion der Milz.

c)  Eine absolute Notfallindikation zur OP besteht bei hämodynamisch instabi- len Patienten mit bildmorphologisch nachgewiesenem Hämatoperitoneum.

d)  Idealerweise erfolgt der Notfalleingriff bei stumpfem Bauchtrauma mit Hämatoperitoneum über einen linksseitigen Rippenbogenrandschnitt. über einen linksseitigen Rippenbogenrandschnitt.

e)  Nach Möglichkeit sind milzerhaltende OP-Methoden vorzuziehen.


a)  Richtig. In der Erstversion der S3-Leitlinie von 2011 wurde die Empfeh- lung zur Angioembolisation auf interventionspflichtige Milzverletzungen Grad 1–3 beschränkt. Die aktualisierte Version der AWMF-S3-Leitlinie Polytrauma von 2016 empfiehlt eine Angioembolisation bei kreislaufstabilen Patienten auch mit höher gradigen Verletzungen.

b)  Richtig. Die Vorteile des interventionellen Managements ist Vermeidung der mit der Laparotomie bzw. Laparoskopie assoziierten Morbidität, geringere Mortalität, der Erhalt der immunologischen Funktion der Milz und somit geringere systemische Infektionsraten und die Vermeidung eines postoperativen PSS-Syndroms.

c)  Richtig. Hämodynamisch instabile Patienten mit Hämatoperitoneum wer- den sofort laparotomiert. Nach Möglichkeit ist das verletzte Organ zu präservieren.

d)  Falsch. Der linksseitige Rippenbogenrandschnitt verspricht die beste Exposition der Milz, bei stumpfem Bauchtrauma mit Hämatoperitoneum ermöglicht die Medianlaparotomie jedoch eine bessere Exploration des gesamten Abdomens und ggf. den Zugang zu zusätzlichen Blutungsquellen.

e)  Richtig. Eine milzerhaltende Operation sollte bei operationspflichtigen Milzverletzungen der Schweregrade 1–3 nach AAST angestrebt werden. Bei leichteren Kapselverletzungen ist die Argon-Koagulation, Infrarotdiather- mie oder die Applikation von Zellulose, Kollagen oder Fibrinkleber möglich. Eine weitere Möglichkeit ist das Meshrepair, bei dem die verletzte Milz in ein komprimierendes resorbierbares Netz gehüllt wird. Bei segmentalen Verletzungen insbesondere in den Polbereichen bietet sich die Milzresektion an. Bei erwachsenen Patienten mit operationspflichtigen Milzverletzungen der Schweregrade 4–5 nach AAST sollte die Splenektomie gegenüber einem Erhaltungsversuch bevorzugt werden.

Klinisch unterscheidet man einzeitige (sofortige Blutung) vs. zweizeitige (verzögerte Blutung) sowie fünf Schweregrade der Milzverletzung.

AAST (The American Association for the Surgery of Trauma) Einteilung der Schweregrade von Milzverletzungen

Grad I:  Kapselrisse, subkapsuläres nicht expandierendes Hämatom

Grad II: Verletzung von Kapsel und Parenchym ohne Verletzung von Segmentarterien

Grad III: Verletzung von Kapsel, Parenchym und Segmentarterien

Grad IV: Verletzung von Kapsel, Parenchym und Segment- oder Hilusgefäßen, Abriss des Gefäßstiels

Grad V: Ausriss des Organs im Milzhilus mit Devaskularisation (Unterbrechung der Gefäßversorgung)


10. Welche Aussagen zu Impfungen nach Splenektomie bzw. bei Asplenie treffen zu?

a)  Impfungen nach Splenektomie können am Operationstag verabreicht werden.

b)  Impfungen gegen Meningokokken sollten alle 10 Jahre wiederholt werden.

c)  Die Auffrischung der Pneumokokken-Impfung ist alle 5 Jahr notwendig.

d)  Eine Impfung gegen Haemophilus influenza wird jährlich empfohlen.

e)  Die Asplenie an sich stellt keine schwerwiegende Immundefizienz dar.




a) Falsch. Bei einer elektiven Splenektomie sollten die Impfungen bis spätestens zwei Wochen vor dem Eingriff erfolgen. Falls dies nicht möglich ist, kann bis zu 3 Tage präoperativ geimpft werden. Postoperativ können die Impfungen erfolgen, sobald der Patient in einem stabilen AZ ist.

b)  Falsch. Asplenische Patienten sollten mit einem 4-valenten Meningokokken-Konjugatimpfstoff geimpft werden. Auffrischimpfungen werden alle 5 Jahre empfohlen.

c)  Falsch. Grundsätzlich wird für Personen mit Asplenie eine sequenzielle Impfung mit einem Konjugatimpfstoff (PCV10, Synflorix® oder PCV13, Prevenar 13®) gegen Pneumokokken empfohlen. Wiederholungsimpfungen sind mit einem Polysaccharidimpfstoff (PPSV23, Pneumovax® 23) zur brei- teren Serotypenabdeckung im Abstand von 6 Jahren empfohlen

d)  Richtig. Die jährliche Impfung gegen gegen Haemophilus influenzae Typ b (Hib) im Herbst wird empfohlen, da eine Influenza-Infektion das Risiko einer bakteriellen Sekundärinfektion, insbesondere mit Pneumokokken, erhöht.

e)  Richtig. Die Asplenie an sich stellt keine schwerwiegende Immundefizienz dar (außer sie besteht im Rahmen einer das Immunsystem beeinträchtigenden Grunderkrankung). Es sollten jedoch bei Asplenie alle von der STIKO empfohlenen Impfungen durchgeführt werden.

11. Welche Aussagen zum operativen Vorgehen bei Splenektomie treffen zu?

a)  Bei elektiven konv. Eingriffen ist die quere Oberbauchlaparotomie Standard.

b)  Das Ligamentum gastrocolicum wird intraoperativ durchtrennt.

c)  Die Milz wird üblicherweise von ventral mobilisiert.

d)  Die Vasa gastricae breves werden möglichst erhalten.

e)  Die Durchtrennung der lienalen Gefäße im Milzhilus erfolgt nach Identifizierung der Grenze zum Pankreasschwanz.




a)  Richtig. Für die elektive Splenektomie eignet sich die quere Oberbauch- laparatomie links. Alternativ kann auch ein Rippenbogenrandschnitt links erfolgen. Inzwischen etabliert sich aber die laparoskopische Splenektomie an immer mehr Kliniken als Standard bei elektiven Eingriffen.

b)  Richtig. Es erfolgt die Durchtrennung des Ligamentum gastrocolicum und Eingehen in die Bursa omentalis. Anschließend wird die linke Kolonflexur mobilisiert. Das Ligamentum colicolienale wird ebenfalls durchtrennt. Das Ligamentum phrenicocolicum sollte intakt bleiben. Es verhindert, dass die linke Colonflexur in den freien Raum der Milzloge gleitet, was zum Abknicken des Darmes führen kann. c) Falsch. Prinzipiell kann man die Milz von ventral oder dorsal mobilisieren. Die dorsale Mobilisation ist der Standard bei der Splenektomie, insbeson- dere in der Notfallsituation. Die ventrale Mobilisation kann bei sehr großen Organen oder tumorösen Veränderungen von Vorteil sein. Beide Vorgehensweisen sind möglich und situativ zu entscheiden.

d) Falsch. Es werden die gastrolienalen Bänder einschl. der V gastricae breves durchtrennt.

e) Richtig. Die Präparation des Pankreasschwanzes mit sorgfältiger Separation der lienalen Gefäße ist notwendig. Diese werden durchtrennt und ligiert oder umstochen. Die Milz wird anschließend ausgelöst und entfernt.

4. Welche Aussagen zum Adenokarzinom des Dünndarms treffen zu?

a)  Bösartige Neubildungen des Dünndarms sind selten.

b)  Morbus Crohn, Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) und Peutz-Jeghers-Syndrom erhöhen das Risiko ein Adenokarzinom des Dünndarms auszubilden.

c)  Die Diagnosestellung erfolgt meist spät.

d)  Differentialdiagnostisch kommen bei Raumforderungen im Dünndarm Sarkome, Lymphome und Karzinoide in Frage. e) Die Therapie der Adenokarzinome des Dünndarms ist an die Therapie der Magenkarzinome angelehnt.

a )  Richtig. Lediglich 2 % aller Tumoren des Magen-Darm-Traktes sind bösar- tige Dünndarmtumoren. 98 % aller Dünndarmtumore sind benigne.

b)  Richtig. Der M. Crohn erhöht durch die chronische Entzündung nach 10 Jahren das Risiko ein Adenokarzinom des Dünndarms auszubilden. Bei der FAP und dem Peutz-Jeghers-Syndrom wird das Risiko für ein Karzinom durch die Ausbildung von Dünndarmpolypen erhöht.

c)  Richtig. Die Symptomatik bei Dünndarmtumoren ist unspezifisch. Es können Gewichtsabnahme, Krämpfe und Schmerzen im Mittelbauch auftreten. Ca. 40 % aller Dünndarmtumore sind zum Diagnosezeitpunkt bereits metas- tasiert. Auf Grund des geringen Lumendurchmessers des Dünndarms stellen der Dünndarmileus und die Perforation mögliche Komplikationen dar.

d)  Richtig. Bei malignen Dünndarmkarzinomen findet man zu ca. 40 % Ade- nokarzinome, 30 % neuroendokrine Tumore, 20 % Lymphome und zu 10 % GIST, Leiomyosarkome, Liposarkome oder Metastasen.

e)  Falsch. Die Chemotherapie der Adenokarzinome des Dünndarms ist an die des kolorektalen Karzinoms angelehnt. Sie umfasst eine primäre Tumorresektion sowie eine adjuvante Chemotherapie bei Lymphknotenbefall nach dem FOLFOX-Schema. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt ca. 20 %.

5. Welche Aussagen zum akuten Mesenterialinfarkt treffen zu?

a)  Meist handelt es sich um einen Verschluss der A. mesenterica inferior.

b)  Als Hauptrisikofaktor wird Vorhofflimmern beschrieben.

c)  Der akute Mesenterialinfarkt kann in drei Stadien eingeteilt werden.

d)  Zur chirurgischen Thrombembolektomie wird die A. mesenterica superior rechts in der Mesenterialwurzel freigelegt.

e)  Zur Embolektomie sollte die Arteriotomie der A. mesenterica superior quer erfolgen.


a)  Falsch. Auf Grund ihres Abgangswinkels aus der Aorta ist in über 90 % der Fälle die A. mesenterica superior betroffen. Es besteht somit hauptsächlich die Gefahr einer Ischämie von Jejunum und Ileum.

b)  Richtig. Neben Vorhofflimmern als Hauptrisikofaktor gibt es weitere RF für einen akuten Mesenterialinfarkt: Myokardischämie, Klappenvitien, Endokarditis, Aortenaneurysma und akute arterielle Embolien.

c)  Richtig. Der akute Mesenterialinfarkt umfasst drei Stadien.

Stadium I: Initialstadium (0–6 Stunden) starker, plötzlicher abdomineller Schmerz, ggf. Übelkeit, Erbrechen oder Diarrhöe.

Stadium II: Latenzstadium (6–12 Stunden) Nachlassen der Schmerzen und Abnahme der Peristaltik („fauler Frieden“).

Stadium III: Spätstadium (>12 Stunden) akutes Abdomen mit stärksten Schmerzen, paralytischer Ileus.

d)  Falsch. Die A. mesenterica superior wird von links in der Mesenterialwurzel freigelegt. Rechts befindet sich die V. mesenterica superior.

e)  Richtig. Die Arteriotomie sollte quer erfolgen. Nach Längsarteriotomien muss eventuell eine Patchplastik erfolgen, da eine Direktnaht zu Stenosen des Gefäßes führen kann

6. Welche Aussagen zur chronischen Mesenterialarterienverschluss treffen zu?

a)  Es handelt sich meist um eine chronisch-progrediente Stenose bei Mesenterialarteriosklerose.

b)  Die Angina abdominalis ist das Leitsymptom.

c)  Es werden drei Stadien unterschieden.

d)  Die Diagnose wird durch eine DSA gestellt.

e)  Die Therapie ist üblicherweise chirurgisch.




a) Richtig. Meist ist die A. mesenterica superior betroffen. Die Perfusion des Dünndarms wird dann über die sogenannte Riolan-Arkade (Kollateralisierung zwischen der A. mesenterica superior und inferior) oder die Rio-Bran- co-Arkade (Kollateralisierung zwischen dem Truncus coeliacus und der A. mesenterica superior) aufrechterhalten

b)  Richtig. Postprandial wird die Dehnung des Darms und der Strömungs- widerstand der Gefäße erhöht. Es kommt daher zu einer Minderperfusion, welche sich in abdominellen Schmerzen und Krämpfen äußert und ca. 1–3 Stunden postprandial anhält.

c)  Falsch. Der chronische Mesenterialinfarkt umfasst vier Stadien.

Stadium I: symptomlos,

Stadium II: Angina abdominalis,

Stadium III: Dauerschmerz, ggf. ischämische Kolitis

Stadium IV: Akute Mesenterialischämie.

d)  Falsch. Die Standarduntersuchung ist das abdominelle Angio-CT mit sagittalen Rekonstruktionen, welche die Gefäßabgänge seitlich aus der Aorta zeigen. Die Angiographie ist für angioplastische Interventionen zur Therapie sinnvoll.

e)  Falsch. Die Therapie ist vom Ausmaß der Stenose abhängig. Eine symptomarme chronische mesenteriale Ischämie kann konservativ diätisch (kleine, ballaststoffarme Mahlzeiten) behandelt werden. Kurzstreckige Stenosen können interventionell aufgedehnt (PTA, Stent) werden. Langstreckige Stenosen können operativ-chirurgisch durch Thrombendarteriektomie und Revaskularisierung (Aorto-mesenterialem/truncalem Bypass) behandelt werden.

2. Welche Fakten über die Epidemiologie des kolorektalen Karzinoms (KRK) sind zutreffend?

a)  In Deutschland ist das KRK das häufigste Karzinom des Mannes und das dritthäufigste Karzinom der Frau.

b)  Die häufigste Lokalisation des KRK ist das Rektum.

c)  90 % der der Kolonkarzinome werden nach dem 75. Lebensjahr diagnostiziert.

d)  Das kolorektale Karzinom stellt in D die zweithäufigste Karzinombedingte Todesursache dar.

e)  Kolorektale Karzinome als Todesursache sind insgesamt rückläufig.




a)  Falsch. Es ist das dritthäufigste Karzinom des Mannes (nach Prostata- und Lungenkarzinom) und das zweithäufigste Karzinom der Frau (nach Mam- makarzinom). Es treten in Deutschland ca. 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr auf.

b)  Richtig. 50 % der Karzinome betreffen das Rektum und 30 % das Colon sigmoideum.

c)  Falsch. 90 % der der Kolonkarzinome werden nach dem 50. Lebensjahr di- agnostiziert. Das mediane Alter bei Diagnose ist bei Männern 73 Jahre, bei Frauen 75 Jahre. Die meisten Fälle treten bei Männern in den Altersgruppen 70 bis 80 Jahre, bei Frauen in der Altersgruppe >85 Jahre auf.

d)  Richtig. Insgesamt ist das KRK die zweihäufigste Karzinom-bedingte To- desursache (bei Frauen: nach Mamma- und Lungenkarzinom, bei Männern: nach Lungenkarzinom).

e) Richtig. Die Inzidenz- und Mortalitätsraten sinken seit 10–15 Jahre kon- tinuierlich. Seit 2005 sind die Inzidenzraten des KRK um ca. 2 % jährlich zurückgegangen. Grund für den Rückgang ist die flächendeckende Durch- führung von Vorsorgekoloskopien und bessere Aufklärung über mögliche Symptome bei kolorektalen Karzinomen.

3. Welche Aussagen zu prädisponierenden Faktoren und Prävention des KRK sind zutreffend?

a)  Der Ernährungsstil kann als Einflussfaktor bei der Entstehung von KRK vernachlässigt werden.

b)  Als genetisch-prädisponierende Faktoren können insbesondere drei Krankheitsbilder genannt werden.

c)  Diabetes Mellitus Typ 2 gilt nicht als prädisponierender Faktor.

d)  Adipositas gilt als protektiver Faktor.

e)  Körperliche Aktivität ist kein protektiver Faktor.




a)  Falsch. Insbesondere fleisch- und fetthaltige sowie ballaststoffarme Kost, Nikotin- und Alkohol haben einen negativen Einfluss auf die Ausbildung eines KRK.

b)  Falsch. Es gibt folgende genetisch-prädisponierende Faktoren für die Aus- bildung kolorektaler Karzinome: HNPCC-Syndrom (Hereditäres nicht-polypöses Kolonkarzinom), FAP-Syndrom (Familiäre adenomatöse Polyposis), attenuierte Familiäre Adenomatöse Polyposis (AAPC), Peutz-Jeghers-Syn- drom, Cowden-Syndrom und kolorektale Karzinome im familiären Umfeld (insb. Verwandte 1. Grades vor dem 50. Lebensjahr).

c)  Falsch. Verschiedene Vorerkrankungen zählen zu den prädisponierenden Faktoren. Zu diesen zählen: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn), andere Malignome (z. B. Mamma-, Ovarial-, Magenkarzinom), Diabetes Mellitus Typ 2, Alter über 40 Jahre und kolorektale Adenome.

d)  Falsch. Adipositas und Bewegungsmangel gehen ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für KRK einher.

e)  Falsch. Körperliche Aktivität, ballaststoffreiche und fettarme Ernährung, hoher Anteil an Gemüse und ein niedriger Anteil an rotem Fleisch, eine zügige Stuhlpassage und geringer/kein Nikotin- und Alkoholkonsum gelten als günstig.

4. Welche Präventions- und Vorsorgemaßnahmen zur Prävention eines kolorektalen KRK sind sinnvoll?

a)  Regelmäßige körperliche Aktivitäten senken das Risiko.

b)  Ein hoher Kaffeekonsum erhöht das Risiko.

c)  Ballaststoffreiche Ernährung senkt das Risiko.

d)  Die Einnahme von ASS wird zur Primärprävention empfohlen.

e)  Vorsorgeuntersuchungen werden ab dem 60. Lebensjahr empfohlen.



a)  Richtig. In Studien konnte gezeigt werden, dass Personen mit höherer kör- perlicher Bewegung weniger Kolonadenome sowie ein um zu 30 % geringe- ren Karzinomrisiko auswiesen. Die erforderliche tägliche körperliche Akti- vität sollte mindestens 30 bis 60 Minuten umfassen.

b)  Falsch. Ein Zusammenhang zwischen KRK und Kaffee-/Teekonsum (Cof- fein/Teein) ist nicht belegt. Hingegen ist ein hoher Fleischkonsum sowie Nikotinkonsum mit einem erhöhten Risiko für die Ausbildung eines KRK assoziiert.

c)  Richtig. Es findet sich eine ausreichende Evidenz für die Empfehlung ei- ner täglichen Ballaststoffaufnehme von 30 Gramm. Hierdurch ließ sich das Karzinomrisiko um bis zu 30 % reduzieren.

d)  Falsch. Aufgrund der erhöhten Inzidenz von gastrointestinalen Blutungen bei einer Dauertherapie mit ASS gibt es derzeit keine Empfehlung zur Primärprävention mit ASS oder NSAR. Dennoch zeigen Studien, dass bei re- gelmäßiger Einnahme von ASS in einer Dosis von ≥75 mg/Tag ist die Rate kolorektaler Karzinome um etwa die Hälfte senkt. Allerdings ist die Studi- enlage bisher nicht ausreichend für eine spezifische positive Empfehlung zur Prävention.

e)  Falsch. Ab dem 50. Lebensjahr werden ein jährlicher Hämoccult-Test und digital-rektale Untersuchungen empfohlen (falls positiv, Indikation zur Koloskopie). In Deutschland werden für Männer ab dem 50., für Frauen ab dem 55. Lebensjahr Vorsorgekoloskopien erstattet (wenn diese unauffällig ist, dann erfolgt eine Wiederholung in 10-Jahres-Abständen). Bei erblicher Vorbe- lastung sollte der Vorsorgebeginn 10 Jahre vor dem Manifestationsalter des betroffenen Verwandten liegen. Für Versicherte über 75 Jahre wird eine Vorsorgekoloskopie nicht regelhaft erstattet. Von Seiten der chirurgischen Gesellschaften besteht die Forderung das Alter der initalen Untersuchung bei Männern zu senken und das Altersintervall insbesondere für Frauen bis in ein höheres Alter zu verlängern.

7. Welche Aussagen zu den Operationsprinzipen des Kolonkarzinoms sind zutreffend?

a)  Es sind weitere Studien zum onkologischen Outcome notwendig, um der Complete Mesocolic Excision (CME) für Kolonkarzinome den gleichen Stellenwert wie der totalen mesorektalen Exzision (TME) für Rektumkarzinome zuschreiben zu können.

b)  Die Durchführung einer CME wird empfohlen.

c) Zur histologischen Beurteilung des N-Status werden mindestens 15 LK benötigt.

d)  Eine intraoperative Inspektion und, bei offener Operation, die Palpation der Leber sollte in jedem Fall, d. h. auch bei unauffälligem präoperativen Staging, erfolgen.

e)  Bei Befall umliegender Organe ist eine Multiviszeralresektion en-bloc gerechtfertigt.




a)  Richtig. Die aktuelle Datenlage zeigt, dass Präparate nach CME-Resektionen bessere histopathologische Qualitätskriterien im Sinne einer höheren Anzahl von Lymphknoten und einer besseren Dissektionsrate in der kor- rekten mesokolischen Schicht aufweisen. Dennoch besteht bisher aufgrund einer heterogenen Studienlage und Schwächen der bisherigen Studien (feh- lende Subgruppenanalysen nach Lokalisation des Karzinoms, Vergleich mit historischen Kollektiven und Divergenz in der chirurgischen Ausführung) eine noch limitierte Evidenz für das onkologische Ergebnis und den Vergleich zwischen offener und laparoskopischer CME.

b)  Richtig. Da in der Kolonkarzinomchirurgie die Anzahl der resezierten Lymphknoten auch bei nodal negativen Karzinomen mit der Prognose korreliert wurde analog zum anerkannten Konzept der TME für das Rektum- karzinom für das Kolonkarzinom das Konzept der CME implementiert. Es beinhaltete die en-bloc Entfernung des onkologisch relevanten Mesokolons unter Beachtung der anatomischen Schichten sowie das zentrale, stammnahe Absetzen der Gefäße mit radikaler Lymphknotendissektion.

c)  Falsch. es reichen 12; Dennoch gilt: je mehr Lymphknoten desto besser.

d)  Richtig. Eine intraoperative Inspektion und Palpation der Leber (rechter und linker Leberlappen) sollte standardmäßig erfolgten. Eine intraoperative So- nographie ist bei ausreichender präoperativer Diagnostik nicht standardmäßig notwendig.

e)  Richtig. Adhärenz eines Tumors an Nachbarorganen begründet die en bloc- Resektion in allen Fällen von Tumoradhärenzen zu benachbarten Organen oder sonstigen Strukturen. Palpation des Tumors, Biopsien und Schnellschnittuntersuchungen sollten vermieden werden, da die Gefahr einer Tumorzelldissemination besteht.

8. Welche Aussagen bezüglich folgender Behandlungsprinzipien sind richtig?

a)  Kolonkarzinome ohne Fernmetastasierung werden neoadjuvant vorbehandelt.

b)  Der zirkumferentielle Sicherheitsabstand beim Rektumkarzinom ist negativ, wenn er 1 mm oder mehr beträgt.

c)  Die Transversumresektion ist der Standardeingriff bei einem Transversumkarzinom.

d)  Bei der onkologischen Sigmaresektion muss standardmäßig die AMI unmittelbar am aortalen Abgang abgesetzt werden.

e)  Ein tumorbefallener LK am Abgang der AMI wird als M1-Stadium eingestuft.




a)  Falsch. Die primäre chirurgische Resektion stellt beim nicht-metastasierten Kolonkarzinom die Standardtherapie dar.

b)  Richtig. Der zirkumferentielle Sicherheitsabstand ist negativ, wenn er 1 mm oder mehr beträgt (R0 wide Abstand > 1 mm CRM negativ). Ein positiver zirkumferentieller Sicherheitsabstand liegt vor, wenn der zirkumferentielle Sicherheitsabstand weniger als 1 mm beträgt (R0 narrow Abstand ≤ 1 mm CRM positiv) oder Tumorgewebe direkt an ihn heranreicht (R1). Der gemes- sene Abstand sollte im histologischen Befund dokumentiert sein. Studien aus den Niederlanden und Großbritannien haben gezeigt, dass bei einem zirkumferentiellen Sicherheitsabstand von weniger als 1 mm das Lokalrezi- divrisiko bei Rektumkarzinomen deutlich ansteigt.

c)  Falsch. Eine Transversumresektion erfolgt nur in Ausnahmen unter Absetzung der A. colica media aus der A. mesenterica superior als Transversotransversostomie (beispielsweise bei hohem Patientenalter und hohem perioperativem Risiko). Üblicherweise erfolgt je nach Lage des Tumors erweiterte Hemikolektomie rechts bzw. links oder die subtotale Kolektomie.

d)  Falsch. Zum Erhalt des Plexus hypogastricus, sollte die AMI zwar radikulär, jedoch ca. 1 cm nach dem aortalen Abgang abgesetzt werden.

e)  Richtig. Ein positiver LK am Abgang der AMI ist als Fernmetastase zu werten. Der Lymphknotenstatus der TNM-Klassifikation bezieht sich nur auf die regionalen Lymphknoten.

11.Welche Aussagen zur Anastomoseninsuffizienz nach Kolon- oder Rektumresektion sind korrekt?

a)  Postoperatives Fieber nach Darmresektion ist ein typisches Symptom der Anastomoseninsuffizienz.

b)  Einer Anastomoseninsuffizienz liegt häufig eine Durchblutungsstörung zugrunde.

c)  Ein postoperativ erhöhtes CrP ist ein Marker für das Vorliegen einer Anastomoseninsuffizienz.

d)  Tritt eine Insuffizienz innerhalb der ersten drei Tage nach der Operation auf, liegt dem oft eine technische Ursache zu Grunde.

e)  Besteht der Verdacht auf eine Anastomoseninsuffizienz, so sollte eine Diagnostik schnellstmöglich durchgeführt werden



a) Richtig. Postoperatives Fieber nach Darmresektion ist ein typisches Symptom der Anastomoseninsuffizienz. Nach Rektumresektion beträgt die durch- schnittliche Insuffizienzrate ca. 10 %, nach Kolonresektionen ca. 1–2 %.

b)  Richtig. Durchblutungsstörungen können häufig bei Spätinsuffizienzen nachgewiesen werden. Weitere Ursachen sind: eine erhöhte Spannung der Anastomosen oder eine Undichtigkeit der Naht (Frühinsuffizienzen).

c)  Richtig. Studien konnten ein signifikant erhöhtes CrP bis zum 3. postopera- tiven Tag bei Anastomoseninsuffizienzen nachweisen. Natürlich sollte auch eine Umfelddiagnostik für Harnwegsinfekte, Katheterinfekte, Pneumonien und Wundinfektionen durchgeführt werden.

d)  Richtig. Tritt eine Anastomoseninsuffizienz um 1.-3. postoperativen Tag wird diese üblicherweise als Frühinsuffizienz (meist technisch bedingt) gewertet. Eine Anastomoseninsuffizienz ab dem 5.-7. postoperativen Tag bezeichnet man als Spätinsuffizienz mit Störung der Anastomosenheilung (z. B. durch Minderperfusion, Spannung der Anastomose). Auch ein kataboler Stoffwechsel, Immunsuppression, Diabetes mellitus Typ II, Nikotinkonsum und Adipositas können Anastomoseninsuffizienzen begünstigen.

e)  Richtig. Standard sind hierbei die Durchführung eines CT mit oraler und intravenöser Kontrastierung oder eine diagnostische Laparoskopie. Die Therapie ist abhängig von der Größe und Lage der Insuffizienz (konservativ, endoskopisch, operativ). CT und Laparoskopie bieten ferner die Möglichkeit interenterische Abszesse diagnostizieren und ermöglicht eine perkutane Drainage.

12.Welche Aussagen zur Nachsorge nach kurativ reseziertem Kolonkarzinom treffen zu?

a)  Bei einem stenosierenden, nicht passierbarem Tumor, sollte die komplette Koloskopie in einem Zeitraum von einem Jahr nach der Operation nachge- holt werden.

b)  Ist präoperativ eine komplette Koloskopie erfolgt, die bis auf den Primär- tumor unauffällig war, sollte die nächste Koloskopie postoperativ in einem Jahr erfolgen.

c)  Anamnese, klinische Untersuchung, Abdomensonographie und CEA- Bestimmung gehören zum Standard der Tumornachsorge.

d)  Nach kurativer Therapie eines KRK besteht für 5 Jahre ein erhöhtes Rezidiv/ Tumorrisiko.

e)  Die 5-Jahresüberlebensrate bei UICC I beträgt über 90 %.


a)  Falsch. Falls präoperativ keine komplette Koloskopie erfolgt ist (Stenose/ Notoperation), sollte diese drei bis sechs Monaten nach der Operation erfolgen.

b)  Falsch. Das postoperative Koloskopieintervall ist abhängig vom UICC- Stadium. Bei UICC I wird eine Koloskopie nach 36 Monaten, bei UICC II und II nach 12 Monaten postoperativ empfohlen (bei präoperativ komplettierter Koloskopie).

c)  Richtig. Anamnese, klinische Untersuchung, Abdomensonographie und CEA-Bestimmung gehören zum Standard der Tumornachsorge.

d)  Richtig. Es besteht für 5 Jahre ein erhöhtes Risiko für ein Lokalrezidiv (ca. 3–24 %), Fernmetastasen (ca. 25 %) oder einen metachronen Zweittumor (ca. 1,5–10 %). 80 % der Rezidive treten innerhalb der ersten zwei Jahre auf.

e)  Falsch. Die kumulativen relativen 5-Jahresüberlebensraten betragen ca. 60 % (UICC I: 85 %, UICC II: 50–60 %, UICC III: 30 % und UICC IV: ca. 5 %). Insgesamt ca. 50 % der Patienten entwickeln nach einer kurativen Re- sektion Lokalrezidive oder Fernmetastasen, oft im Rahmen einer bestehen- den Mikrometastasierung. Insbesondere sind nodal positive Karzinome für eine hepatische Metastasierung gefährdet (N1: 26 % und N2: 58 % innerhalb von 5 Jahren). Nachsorge beim kolorektalen Karzinom UICC I

15. Welche Aussage zu den Amsterdam-Kriterien ist korrekt?

a)  Wenn alle fünf Punkte der Amsterdam-Kriterien zutreffen, besteht ein hochgradiger Verdacht auf das Vorliegen eines HNPCC- oder eines Lynch-Syndroms.

b)  Bei positiven Amsterdam-Kriterien sollte eine Testung auf MSI zur Abklärung eines Mismatch-Reparatur-Defektes erfolgen.

c)  Bei Verwandten ersten Grades von Patienten mit KRK, bei denen das Tu- morgewebe eine Mikrosatellitenstabilität (MSS) oder eine niedriggradige Mikrosatelliteninstabilität zeigt, sollte das Koloskopie-Intervall 3–5 Jahre betragen.

d)  Bei Verwandten ersten Grades von Patienten mit KRK sollten in einem Le- bensalter, das 10 Jahre vor dem Alterszeitpunkt des Auftretens des Karzi- noms beim Indexpatienten liegt, erstmals komplett koloskopiert werden.

e)  Wird im Tumorgewebe eines KRK eine Mutation in einem DNA-Reparatur- gen mit einer Keimbahnmutation nachgewiesen, so hat dies keine Auswir- kung auf Verwandte des Patienten.


a) Richtig. Treffen trotz eines HNPCC-Verdachts nicht alle Amsterdam- Kriterien zu, werden die Bethesda-Kriterien herangezogen.

Amsterdam-Kriterien

1 = nur KRK, 2 = auch extrakolische Manifestationen

- Mindestens drei Familienmitglieder mit HNPCC-assoziierten Karzinomen (Kolon/Rektum, Endometrium, Dünndarm, Urothel (Ureter/Nierenbecken)) Mindestens zwei aufeinanderfolgende Generationen betroffen

- Ein Familienmitglied erstgradig verwandt mit den beiden anderen - Ein Erkrankter zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre - Ausschluss einer familiären adenomatösen Polyposis

Merksatz: 3-2-1-Regel bei Amsterdam-Kriterien: 3 erkrankte Familienmitglieder in 2 Generationen und 1 Betroffener <50 Jahre!

b)  Richtig. Bei positiven Amsterdam-Kriterien sollte eine Testung auf MSI und Mutation der DNA-Reparaturgene zur Abklärung eines Mismatch- Reparatur-Defektes und somit zur Diagnose eines Lynch- oder HN- PCC-Syndroms erfolgen. Treffen die Amsterdam-Kriterien oder die Bethesda-Kriterien mit einer MSI zu, so besteht der Verdacht auf ein Lynch- oder ein HNPCC-Syndrom.

c)  Richtig.

d)  Richtig. Eine Koloskopie 10 Jahre dem Karzinomauftreten des Indexpatienten jedoch spätestens im Alter von 40–45 Jahren erfolgen. Auch unauffällige Koloskopien müssen mindestens alle 10 Jahre wiederholt werden.

e)  Falsch. Wird im Tumorgewebe eines KRK eine Mutation in einem DNA- Reparaturgen nachgewiesen, so ist eine Prüfung auf eine Keimbahnmutation notwendig. Bei nachgewiesenen Keimbahnmutationen ist eine gezielte Untersuchung und ggf. Prävention von Verwandten 1. Grades notwendig.

13. Welche Aussagen zur adjuvanten Therapie beim Kolonkarzinom sind korrekt?

a)  Bei Tumoren des UICC-Stadiums 0 und I ist nach R0-Resektion eine onkologische Nachsorge ohne adjuvante chemotherapeutische Therapie empfohlen

b)  Bei UICC II wird immer eine adjuvante Therapie empfohlen.

c)  Bei einer MSI sollte keine adjuvante CT durchgeführt werden.

d)  Bei vorliegender Indikation sollte eine adj CT postoperativ zeitnah begonnen werden.

e)  Bei UICC III werden Chemotherapeutika als Kombinationsschemata empfohlen.


a) Richtig. In diesen Fällen ist eine onkologische Nachsorge ausreichend.

b)  Falsch. Für UICC II ohne Risikofaktoren besteht eine Kann-Situation, die individuell im interdisziplinären Tumorboard besprochen werden sollte. Eine adjuvante Therapie ist jedoch in diesem Fall nicht zwingend notwen- dig. Bei Risikofaktoren wie Notoperation, Perforation oder weniger als 12 Lymphknoten im Präparat ist dennoch eine adjuvante Therapie indiziert.

c)  Richtig. Bei Vorliegen einer Mikrosatelliteninstabilität (MSI) ist der Vorteil einer adjuvanten Chemotherapie gering und die Prognose insgesamt günstiger. Beim Vorliegen einer MSI hingegen wird der Vorteil einer adjuvanten Chemotherapie als größer eingeschätzt und kann auch bei UICC II diskutiert werden. Ergebnisse prospektiv randomisierter Studien auf der Basis einer MSI liegen nicht vor.

d)  Richtig. Eine adjuvante Chemotherapie sollte nach Abschluss der Heilung innerhalb der ersten acht Wochen nach der Operation durchgeführt werden. Für adjuvante Therapien bestehen folgende Kontraindikationen: Schwere KHK/Herzinsuffizienz, terminale Niereninsuffizienz, Leberzirrhose (Child B oder C), Blutbildungsstörung, eingeschränkte Lebenserwartung, ECOG >2. Das Alter gilt nicht als Einschränkung, jedoch besteht bei Patienten über 75 Jahren keine eindeutige Evidenz zum Nutzen einer Chemotherapie.

e)  Richtig. Bei UICC III führt die adjuvante Chemotherapie zu einer signifi- kanten Reduktion der Rezidivrate und zu einer signifikanten Erhöhung der Überlebensrate nach 5 Jahren. Meist wird entweder das FOLFOX-Schema (5-FU, Folinsäure, Oxaliplatin) oder XELOX-Schema (Capecitabin und Oxaliplatin) empfohlen. Wird bei einem Kolonkarzinom UICC II eine Che- motherapie empfohlen (fakultativ), so erfolgt diese meist als Monotherapie mit Fluoropyrimidinen (Capecitabin oder 5-FU). Eine Radiatio wird am Ko- lon nicht durchgeführt.

14. Welche Aussagen zum Kolonkarzinom mit synchroner Leber- oder Lungenmetastasierung treffen zu?

a)  Die Lebermetastasen sollten zeitgleich zum Primärtumor entfernt werden.

b)  Die Behandlung solcher Fälle ist in den Leitlinien klar definiert.

c)  Bei 25 % der Patienten mit synchroner Lebermetastasierung eines KRK besteht kuratives Potential.

d)  Je länger der Patient nach Kolonresektion metastasenfrei bleibt, desto besser ist die Langzeitprognose.

e)  Bei primär resektablen Lebermetastasen sollte eine neoadjuvante Therapie erfolgen.


a)  Falsch. Die simultane Resektion von Lebermetastasen beeinflusst das Lang- zeitüberleben im Vergleich zu einem zweizeitigen Vorgehen bei geeigneter Selektion der Patienten nicht. Jedoch führt die simultane Resektion bei ent- sprechender Komorbidität oder höherem Lebensalter (>70 Jahre) zu einer höheren postoperativen Letalität. Bei multiplen synchronen Lebermetas- tasen sollte ein zweizeitiges und multimodales Vorgehen gewählt werden. Eine perkutane Radiofrequenzablation (RFA) kann durchgeführt werden, wenn nicht resektable Lebermetastasen vorliegen oder der Allgemeinzustand des Patienten eine Resektion nicht zulässt.

b)  Falsch. Bei der Behandlung eines Kolonkarzinoms mit synchronen Leber- metastasen ist in den Leitlinien nicht klar definiert, ob ein Kolonkarzinom oder die Lebermetastasektomie zuerst durchgeführt werden sollte. In diesen Fällen gibt es keinen Konsens, es wird eine interdisziplinäre und individuelle Entscheidung empfohlen.

c)  Richtig. Bei bis zu 25 % der Patienten mit synchron hepatisch metastasier- tem KRK besteht ein kuratives Potential und zwar auch bei Patienten mit einem hepatischen Metastasenrezidiv.

d)  Richtig. Bei einem krankheitsfreien Intervall über 12 Monate kann von ei- ner günstigeren Prognose ausgegangen werden. Eine synchrone hepatische Metastasierung wird als prognostisch ungünstig betrachtet.

e)  Falsch. Die Resektion der Metastasen ist zentraler Bestandteil des kurativen Konzeptes in der Behandlung des hepatisch metastasierten Kolonkarzinoms. Eine neoadjuvante Therapie von primär resektablen Lebermetastasen wird lediglich im Ausnahmefall durchgeführt. Folgende Bedingungen sollten bei der Resektion erfüllt sein: Ausschluss nicht resektabler, extrahepatischer Metastasen, >30 % funktionsfähiges, residuales Lebergewebe postoperativ, ausreichender Sicherheitsabstand zu kritischen Lebergefäßen, keine hepatische Insuffizienz, keine Leberzirrhose Child B oder C, ECOG 0–2 und keine schweren Komorbiditäten. Die Ent- scheidung über die Resektabilität von Lebermetastasen wird in interdiszipli- nären Tumorkonferenzen getroffen. Dasselbe gibt für die Resektion isolier- ter Lungenmetastasen.

18. Welche Aussagen zur Vorsorge bei HNPCC-Syndrom sind richtig?

a)  HNPCC-Patienten sollten ab dem 15. Lebensjahr jährlich koloskopiert und abdominell sonographiert werden.

b)  Die Indikation zur prophylaktischen Kolektomie bzw. Proktokolektomie bei HNPCC-Mutationsträgern sollte großzügig gestellt werden.

c)  Bei weiblichen HNPCC-Patienten sollte ab dem 25. Lebensjahr zusätzlich zur jährlichen gynäkologischen Untersuchung eine transvaginale US durchgeführt werden.

d)  Prophylaktische Gastroskopien sind bei HNPPC-Patienten nicht sinnvoll.

e)  Bei Frauen mit HNPCC sollte aufgrund des erhöhten Endometriumkarzinomrisikos immer eine prophylaktische Hysterektomie erfolgen.


a) Falsch. HNPCC-Patienten sollten an ein lebenslanges Führerkennungspro- gramm teilnehmen. In der Regel erfolgt ab dem 25. Lebensjahr (bzw. fünf Jahre vor dem jüngst aufgetretenen familiären Karzinom) jährlich eine Koloskopie und abdominelle Sonographie. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit steigt ab dem 30. Lebensjahr deutlich an.

a)  Eine genetische Beratung sollte vor dem 25. Lebensjahr erfolgen.

b)  Falsch. Eine prophylaktische Kolektomie bzw. Proktokolektomie ist bei HNPCC-Mutationsträgern nicht primär indiziert. Bei fast allen Patienten werden durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen die Karzinome frühzeitig entdeckt, so dass eine prophylaktische Kolektomie in der Regel nicht erforderlich ist.

c)  Richtig. Etwa 50 % der Patientinnen mit HNPCC entwickeln bis zum 70. Lebensjahr ein Endometriumkarzinom und 15 % ein Ovarialkarzinom. Aus diesem Grund werden jährliche transvaginale Sonographien ab dem 25. Lebensjahr und jährliche Endometriumbiopsien ab dem 35. Lebensjahr empfohlen.

d)  Falsch. Etwa 10 % der Patienten entwickeln Magenkarzinome. HNPCC- assoziierte Magenkarzinome treten zumeist zwischen dem 50. und 60. Le- bensjahr auf. Betroffene sollten daher ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig gastroskopiert werden.

e)  Falsch. Eine Hysterektomie kann nach abgeschlossenem Kinderwunsch üb- licherweise ab dem 40. Lebensjahr erwogen werden. Das Endometriumkarzinomrisiko bis zum 70. Lebensjahr beträgt ca. 40–60 %.

16. Welche Aussagen zu den überarbeiteten Bethesda-Kriterien sind zu- treffend?

a)  Treffen ein oder mehrere Bethesda-Kriterien zu, sollten die betroffenen Pa- tienten eine molekulargenetische Beratung erhalten.

b)  Eines der Kriterien ist die Diagnose eines KRKs vor dem 40. Lebensjahr.

c)  Patienten, bei denen die Bethesda-Kriterien zutreffen haben den Verdacht auf Lynch- oder HNPCC-Syndrom.

d)  Bei erstgradig Verwandten von Patienten mit KRK aus Familien, in denen die Bethesda-Kriterien, nicht aber die Amsterdam-Kriterien erfüllt sind, sollte in kürzeren Intervallen koloskopiert werden.

e)  Die Feststellung, ob bei einem Patienten die Bethesda- oder Amsterdam- Kriterien für HNPCC erfüllt sind, erfolgt durch die Anamnese der behandelnden Ärzte.

a) Richtig. Tumoren von Patienten, die ein oder mehrere Bethesda-Kriterien erfüllen, sollten auf eine Mikrosatelliteninstabilität untersucht werden. Bethesda-Kriterien weisen im Vergleich zu den Amsterdam-Kriterien eine höhere Sensitivität auf.

b)  Falsch. Diagnose eines kolorektalen Karzinoms vor dem 50. Lebensjahr oder vor dem 60. Lebensjahr mit Vorliegen typischer Histologie eines MSI- H-Tumors. Revidierte Bethesda-Kriterien - Patient mit KRK vor dem 50. Lebensjahr. - Patient mit syn- oder metachronen kolorektalen oder anderen HNPCC-assoziierten Tumoren (Kolon, Rektum, Endometrium, Magen, Ovar, Pankreas, Ureter, Nierenbecken, biliäres System, Gehirn (v. A. Glioblastom), Haut (Talgdrüsenadenome und -karzinome, Keratoakanthome, Dünndarm)) unabhängig vom Alter bei Diagnose. - Patient mit KRK vor dem 60. Lebensjahr mit typischer Histologie eines MSI-H- Tumors (Tumor-infiltrierende Lymphozyten, Crohn’s-like Lesions, muzinöse oder siegelringzellige Differenzierung, medulläres Karzinom). - Patient mit KRK, der einen Verwandten 1. Grades mit einem KRK oder einem HNPCC-assoziierten Tumor vor dem 50. Lebensjahr hat. - Patient mit KRK (unabhängig vom Alter), der mindestens zwei Verwandte 1. oder 2. Grades hat, bei denen ein KRK oder ein HNPCC-assoziierter Tumor (unabhängig vom Alter) diagnostiziert wurde.

c)  Richtig. Bethesda-Kriterien weisen im Vergleich zu den Amsterdam-Krite- rien eine höhere Sensitivität auf.

d)  Richtig. Insbesondere, wenn kein Tumorgewebe zur Untersuchung auf HNPCC-typische Auffälligkeiten zur Verfügung steht, sollte in diesen Fällen das Koloskopie-Intervall für erstgradige Verwandte drei Jahre nicht über- schreiten.

e)  Richtig. In onkologischen Zentren können die Evaluationen auch durch die onkologischen Schwestern/Pfleger erfolgen. Wichtig ist, dass die Feststel- lung, Information und ggf. genetische Beratung des Betroffenen und Familienmitgliedern erfolgen.

17. Welche Aussagen zum hereditären nicht-polypösen Kolonkarzinom (HNPCC)-Syndrom sind richtig?

a)  Es handelt sich um eine AR vererbte Erkrankung.

b)  Das durchschnittliche Manifestationsalter liegt bei 45 Jahren.

c)  Es besteht ein erhöhtes Risiko für HNPCC-assoziierte Karzinome in anderen Organen

d)  Zwischen dem HNPCC-Syndrom und dem Lynch-Syndrom besteht kein Unterschied.

e)  Die Karzinome entstehen in etwa 30 % der Fälle im Kolon ascendens.




a)  Falsch. Es handelt sich um eine autosomal-dominante vererbte Erkrankung mit einer Penetranz von bis zu 80 %. HNPCC ist die häufigste Form famili- ärer kolorektaler Karzinome. Ursächlich ist meist eine Mutation der DNA- Mismatch-Reparaturgene, die zu einer Mikrosatelliteninstabilität führen.

b)  Richtig. Bis zu 80 % der Mutationsträger entwickeln über ihre Lebenslauf- zeit ein kolorektales Karzinom. Das durchschnittliche Manifestationsalter liegt bei 45 Jahren.

c)  Richtig. Für Betroffene besteht ein erhöhtes Risiko für Magenkarzinome (ca. 10 %), Urothelkarzinome (ca. 2 %), Dünndarmkarzinome (ca. 1–4 %) und Gallengangskarzinome (ca. 1–4 %). Zusätzlich existiert für betroffene Frauen ein erhöhtes Risiko für Kanzerosen des Endometriums (ca. 40–60 %) und Ovarialkarzinome (ca. 10 %).

d)  Falsch. HNPCC-Syndrom: Zutreffen der anamnestischen Kriterien ohne notwendigen Nachweis einer Keimbahnmutation. Lynch-Syndrom: HNPCC, bei dem eindeutig eine Keimbahnmutation der beschriebenen Gene nachge- wiesen werden konnte

e)  Falsch. Beim HNPCC-Syndrom ist in ca. 60 % des Kolon ascendens oder das Zökum betroffen.

19. Welche Aussagen zur familiären adenomatösen Polyposis (FAP) treffen zu?

a)  Bei der FAP kommt es zu einem massenhaften Befall des Gastrointestinal- traktes mit Polypen, insbesondere des Kolons.

b)  Bei der FAP handelt es sich um eine häufige Präkanzerose des Darmtraktes.

c)  Ursächlich ist eine Mutation des APC-Genes (Adenomatous Polyposis of the Colon), wobei es sich hier um ein Tumorsuppressorgen handelt.

d)  Die Polypen bei FAB treten typischerweise im Kindesalter auf und werden früh symptomatisch.

e)  Therapie der Wahl ist die totale/subtotale Kolektomie.



a)  Richtig. Die FAP befällt vor allem das Kolon. Hier bilden sich in der Regel mehr als 100 Polypen. Es können auch Polypen im Magen oder Duodenum mit einem erhöhten Malignitätsrisiko auftreten, so dass spätestens ab dem 25.-30. Lebensjahr regelmäßig Gastroskopien durchgeführt werden sollten.

b)  Falsch. Die Erkrankung ist selten. Geschätzt sind 5–10 von 100.000 Menschen von der Genmutation betroffen.

c)  Richtig. Das APC-Gen ist ein Tumorsuppressorgen auf Chromosom 5.

d)  Falsch. Typischerweise treten die Polypen im dritten Lebensjahrzehnt auf, werden meist jedoch erst in der vierten Lebensdekade symptomatisch durch peranale Blut- oder Schleimabgänge sowie abdominelle Schmerzen.

e)  Richtig. Da es sich bei der FAP um eine obligate Präkanzerose handelt, ist die Operation die Therapie der Wahl. Nach einer Proktokolektomie sollte regelmäßig eine Pouchoskopie erfolgen. Bei Patienten mit erhaltenem Rektumstumpf muss regelmäßig eine Rektoskopie durchgeführt werden.

21. Welche Aussagen zur Sigmadivertikulitis treffen zu?

a) Die Divertikulose bezeichnet Ausstülpungen der Serosa. b) Aus der Divertikulose kann eine Divertikulitis entstehen. c) Nach CDD werden vier Typen der Sigmadivertikulitis unterschieden. d) Die typische Lokalisation ist das Kolon sigmoideum. e) Als Risikofaktoren gelten vor Allem die Ernährung und die Lebensführung.




a)  Falsch. Als Divertikulose werden erworbene Ausstülpungen der Mukosa und Submukosa durch muskelschwache Lücken der Darmwand bezeichnet.

b)  Richtig. Als Symptomatische unkomplizierte Divertikulitis gelten persistie- rende oder rezidivierende Symptome durch Entzündung der Pseudodivertikel und angrenzender Strukturen ohne Abszess, Perforation oder Fisteln. Als Komplizierte Divertikulitis gilt eine Divertikulitis mit Perforation, Blutung, Fistel oder Abszess.

c)  Richtig.

d)  Richtig. Die Divertikulitis tritt häufig linksseitig im Kolon sigmoideum auf, kann jedoch auch rechtsseitig im Kolon ascendens oder Zökum auftreten (bei bis zu 10 % der asiatischen Bevölkerung; DD Appendizitis).

e)  Richtig. Folgende Risikofaktoren sind bekannt:

Ernährung (Ballaststoffe, Nüsse, Körner, Mais, Popcorn, rotes Fleisch)

Lebensführung (Rauchen, Alkohol, Adipositas, körperliche Aktivität)

hohes Alter

Genetische Prädisposition

Medikamente (NSAR, Aspirin, Acetaminophen, Coxibe, Corticosteroide, Opioide, Statine) Regelmäßige körperliche Aktivität, Erhalt von Normalgewicht und ballast- stoffreiche, wenig fleischlastige Kost zur Primärprophylaxe der Divertikulitis empfohlen.

23. Welche Aussagen zur operativen Therapie der Sigmadivertikulitis sind zutreffend?

a)  Die lap-assistierte Sigmaresektion sollte auch bei frei/gedeckter Perforation einer offenen Resektion vorgezogen werden.

b)  Bei perforierter Sigmadivertikulitis ist eine Operation nach Hartmann Standard.

c)  In Ausnahmefällen kann eine Peritoneallavage ohne Resektion diskutiert werden.

d)  Bei Hb-relevanten Divertikelblutungen sollte eine Sigmaresektion durchgeführt werden.

e)  Wenn die Indikation zur elektiven Sigmaresektion gestellt wurde, sollte diese 6–8 Wochen nach dem letzten Schub erfolgen.




a) Richtig. Ziel ist die Herstellung einer spannungsfreien, gut durchbluteten, dichten Anastomose. Ggf. ist hierzu die Mobilisation der linken Flexur nötig. Erforderlich ist die Resektion des Sigmaanteils mit akut/chronisch-entzünd- lich veränderten Darmabschnitten, nicht jedoch aller divertikeltragender Darmabschnitte. Der orale Absetzungsrand sollte proximal des entzündlich veränderten Darmabschnittes gewählt sollte im oberen Rektum liegen, so dass eine End-zu-End oder Seit-zu-End Descendorektostomie entsteht. b) Falsch. Die aktuellen Leitlinien empfehlen (wenn möglich) bei der perforierten Sigmadivertikulitis (Typ 2c) eine Sigmaresektion mit primärer Kontinuitätswiederherstellung mit Anastomose und Vorschaltung eines dop- pelläufigen Ileostomas. Bei hochseptischen und instabilen Patienten mit ei- ner erschwerten Mobilisation der linken Flexur oder kotiger vier-Quadranten Peritonitis sollte eine Hartmann-Operation durchgeführt werden.

c) Richtig. Die laparoskopische Peritoneallavage und Drainage ohne Resektion, kommt in Ausnahmefällen als alternative Therapiestrategie bei der per- forierten Divertikulitis mit eitriger Peritonitis (Typ 2c1) in Frage, ist aller- dings nach wie vor als Therapieoption umstritten.

d) Richtig. Bei Divertikelblutungen (Typ 4) aus dem Sigma sollte bei Ver- sagen der endoskopischen Therapie und persistierender Blutung eine Sig- maresektion durchgeführt werden. In sehr seltenen Fällen einer nicht lokalisierbaren Blutung kann eine subtotale Kolektomie mit Ileorektostomie diskutiert werden.

e) Richtig. Innerhalb von 4–6 Wochen nach dem Schub sollte im entzündungs- freien Intervall eine vollständige Koloskopie erfolgen (Typ 2a/b). Die Ope- ration sollte in einem Intervall von 6–8 Wochen durchgeführt werden, sodass eine laparoskopische Operation mit primärer Anastomose bei abgeklungener Entzündung möglich wird.

1. Welche Aussagen zur Anatomie des Rektums sind zutreffend?

a)  Die UICC definiert Rektumkarzinome als Tumore, deren Unterrand bei der Messung mit dem starren Rektoskop 16 cm oder weniger von der Anokutanlinie entfernt ist.

b)  Die versorgende Hauptarterie des Rektums ist die A. rectalis superior.

c)  Nach tiefer anteriorer Rektumresektion wird der proximale Stumpf über die Riolan-Anastomose versorgt.

d)  Das distale Rektum besitzt eine ausgeprägte Innervation zur Aufrechterhaltung des anorektales Reflexes.

e)  Der venöse Hauptabstrom erfolgt über die V. rectalis superior in die Lunge.

a) Richtig. Die UICC definiert Rektumkarzinome als Tumore, deren Unterrand bei der Messung mit dem starren Rektoskop 16 cm oder weniger von der Anokutanlinie entfernt ist. Das Rektum von der UICC wird dabei in drei Etagen eingeteilt: unteres Drittel (bis 6 cm ab ano), mittleres Drittel (6–12 cm) und oberes Drittel (12–16 cm). In den USA gelten alle Tumoren >12 cm ab Anokutanlinie als Kolonkarzinome.

b)  Richtig. Neben der A. rectalis superior aus der A. mesenterica inferior, kommen inkonstant die Aa. rectales mediae aus der A. iliaca interna und inferiores aus der A. pudenda interna vor.

c)  Richtig. Das distale Rektum wird über die Aa. rectales inferiores ver- sorgt. Daher gilt: je länger der Rektumstumpf, desto gefährdeter die Blutversorgung. Als Riolan-Arkade bezeichnet man eine inkonstant vorkommende Ver- bindung zwischen der A. colica media (aus der A. mesenterica superior) mit der A. colica sinistra (aus der A. mesenterica inferior) über die eine Kolla- teralversorgung des Kolons erfolgen kann. Als Drummond-Arkade bezeichnet man eine Verbindung zwischen der A. colica sinistra und dem Ramus sinister der A. colica media. Sie verbindet darmnahe Äste der Kolonarterien.

d)  Richtig. Bei der Rektumresektion sollte besonders schonend präpariert wer- den, um die Kontinenz nicht zu gefährden.

e)  Falsch. Der venöse Hauptabstrom erfolgt zwar über die V. rectalis superior, jedoch über das Pfortadersystem in die Leber (hepatische Metastasierung, insbesondere beim mittlerem und oberem Rektum). Über die inkonstant aus- geprägten Vv. rectales mediae und inferiores kann ein Abfluss in die Lunge erfolgt (pulmonale Metastasen, insbesondere beim unteren Rektum).

2. Welche Aussagen zur Ausbreitung u Staging des RektumCAs sind korrekt?

a)  Die Durchführung einer starren Rektoskopie ist obligat.

b)  Das untere Rektum ist am häufigsten durch Karzinome betroffen.

c)  Die Metastasierung erfolgt lymphogen zu den paraaortalen Lymphknoten oder hämatogen in die Leber.

d)  Eine Infiltration zu umliegenden Organen ist selten.

e)  Rektumkarzinome des oberen Drittels ohne Risikokonstellation für ein Lokalrezidiv sollten primär operiert und adjuvant analog zu Kolonkarzinomen behandelt werden.



a)  Falsch. Die Messung mit dem starren Rektoskop ist zur Beurteilung der Höhe des Tumors unentbehrlich, da ein hohes Rektumkarzinom onkologisch wie ein Kolonkarzinom behandelt wird. Neben der starren Rektoskopie erfolgt ebenfalls die Durchführung einer Sonographie bzw. CT des Abdomens (bei sonographischem Verdacht auf hepatische Metastasen oder bei nicht ausreichender sonographischer Beurteil- barkeit), eine vollständige Koloskopie (zum Ausschluss von Zweittumoren, spätestens postoperativ, falls präoperativ auf Grund von Tumorstenose oder Perforation nicht durchführbar), eine Röntgen-Thorax Aufnahme in zwei Ebenen ggf. ein CT des Thorax (insbesondere bei tief sitzenden Tumoren auf Grund des Risikos der pulmonalen Metastasierung), die Bestimmung der Tumormarker (CEA und CA 19-9), eine Endosonographie zur Evaluation der Tumorausdehnung und ein MRT des Beckens.

b)  Falsch. Das Verteilungsmuster ist (nach UICC-Einteilung) folgendes: unteres Rektum (<6 cm): ca. 36 %, mittleres Rektum (6–12 cm): ca. 43 %, oberes Rektum (12–16 cm): ca. 21 %.

c)  Richtig. Hämatogen erfolgt die Metastasierung über die Pfortader in die Leber; bei distalen Karzinomen in seltenen Fällen auch über die V. cava in die Lunge. Lymphogen erfolgt die Ausbreitung entlang der paraaortalen Lymphknoten entlang der A. rectalis superior. Bei distalen Karzinomen können auch die iliakalen Lymphknoten betroffen sein.

d)  Falsch. Eine Infiltration umliegender Organe kommt auf Grund der fehlen- den Frühsymptomatik und des bei Diagnosestellung oft fortgeschrittenen Lokalbefundes vor. Bei klinischem oder bildgebendem Verdacht auf Infilt- ration gynäkologischer Organe wird eine gynäkologische Untersuchung und bei Verdacht auf Infiltration der Blase die Zystoskopie empfohlen. Auch die präoperative Schienung der Uretheren kann bei fortgeschrittenen Tumoren eine sinnvolle Intervention zur Vermeidung von intraoperativen Schädigun- gen des Harnleiters darstellen.

e)  Richtig. Rektumkarzinome des oberen Drittels (12–16 cm ab ano) werden behandelt wie Kolonkarzinome. Bei einem UICC I-III wird daher die Operation, gefolgt von einer postoperativen adjuvanten Chemotherapie (UICC II = ‚Kann-Entscheidung‘; UICC III = ‚Soll-Entscheidung‘) empfohlen.

3. Karzinome des mittleren und unteren Rektums werden nach einem sta- dienadaptierten Therapiealgorhythmus behandelt. Welche Aussagen zur stadienadaptierten Therapie des Rektumkarzinoms treffen zu?

a)  Patienten mit einem Tumorstadium: cT1, N0, M0 mit niedrigem Risiko kommen für eine lokale Exzision in Frage.

b)  Patienten mit einem Tumorstadium cT1, N0, M0 mit einem hohen Risiko können ebenfalls lokal exzidiert werden.

c)  Sobald ein Lymphknotenbefall vorliegt, besteht selbst bei einem cT1- Rektumkarzinom die Indikation für eine präoperative Kurzzeitbestrahlung oder eine präoperative Radiochemotherapie.

d)  Die Resektion eines Rektumkarzinoms des mittleren und unteren Drittels sollte als TME oder PME durchgeführt werden.

e)  Nach Beendigung einer präoperativen Radiochemotherapie sollte die Opera- tion möglichst innerhalb von vier Wochen erfolgen.




a)  Richtig. Patienten mit einem Tumorstadium cT1, N0, M0 und niedrigem Risiko kommen für eine lokale Exzision in Frage. Indikation hierfür sind T1, N0-Karzinome mit niedrigem Risikoprofil (Durchmesser unter 3 cm, gute bis mäßige Differenzierung (G1-2), L0, V0, M0). Lymphknotenmetastasen sind in dieser Konstellation bei ca. 2 % der Patienten zu erwarten. Die Ex- zision kann transanal als mikrochirurgische Vollwandexzision (z. B. nach Buess) oder als direkte Tumorexzision (z. B. nach Parks) erfolgen.

b)  Falsch. Bei Patienten mit einem Tumorstadium cT1, N0, M0 mit einem hohen Risiko (niedrige Differenzierung (G3/4), Lymphgefäßinvasion, Größe über 3 cm) besteht die Empfehlung zur PME oder TME. Bei T1-Karzinomen mit Ri- sikofaktoren und bei T2-Karzinomen liegen in 10–20 % Lymphknotenme- tastasen vor, sodass die lokale Exzision nicht empfohlen wird. Nach der histopathologischen Untersuchung wird entweder die Empfehlung zur onkologischen Nachsorge (bei pT1/T2, N0) oder zur postoperativen (Radio-)Chemotherapie (bei pT3/4 oder N+) ausgesprochen.

c)  Richtig. Sobald ein Lymphknotenbefall vorliegt besteht in einem cT1/2 Stadium, aber auch in einem cT3/4 Stadium die Indikation zur Durchführung einer neoadjuvanten kombinierten Radiochemotherapie (normalerweise Einzeldosen von 1,8-2,0 Gy bis zu einer Gesamtdosis von 45–50 Gray und Chemotherapie mit 5-FU; alternativ: Irinotecan, Capecitabine, Oxaliplatin) oder einer Kurzzeit-Radiotherapie (normalerweise 5 × 5 Gray).

Die präoperative Strahlenchemotherapie ist einer postoperativen, adj Strahlenchemotherapie bezüglich des Langzeitüberlebens gleichwertig. Zur Verringerung der Lokalrezidive und Toxizität wird die präoperative Strahlenchemotherapie bei Patienten in den Stadien cT3/T4 standardisiert empfohlen.

d)  Falsch. Standard für das mittlere und untere Rektumdrittel ist die TME. Die Qualität des chirurgischen Eingriffs hat einen deutlichen Einfluss auf die Prognose. Durch präoperative Radiochemotherapie und durch qualitätsgesicherte Chirurgie kann die Lokalrezidivrate auf 5–10 % gesenkt werden. Eine perioperative Zytostatikatherapie trägt zur Reduzierung der Lokalrezidivrate bei und wird mit dem Ziel der Verhinderung von Fernmetastasen empfohlen.

e)  Falsch. Nach Beendigung einer präoperativen Radiochemotherapie sollten die Reevaluation und Operation frühestens nach sechs Wochen erfolgen.

4. Welche Aussagen zu Grundsätzen der operativen Therapie des Rektum- karzinoms des mittleren und unteren Drittels treffen zu?

a)  Bei Karzinomen des mittleren und unteren Drittels soll eine totale mesorektale Exzision (TME) erfolgen.

b)  Die Qualität der TME hat einen signifikanten Einfluss auf die Lokalrezidivrate.

c)  Die Dissektion der lateralen Lymphknoten entlang der Art iliaca interna und ihrer Äste sollte immer durchgeführt werden.

d)  Besteht eine lokale Infiltration von anliegenden Organen, sollten diese en- bloc mitreseziert werden.

e)  Die Durchführung der TME sollte unter Schonung der autonomen Beckennerven (Nn. hypogastrici, Plexus hypogastrici inferiores et superior) erfolgen.




a) Richtig. Die TME ist Standard bei Karzinomen des mittleren und unteren Rektumdrittels. Die Durchführung einer partiellen Mesorektumexzision (PME) oder TME wird bei Karzinomen des oberen Rektumdrittels empfohlen. Die TME erfolgt durch scharfe Dissektion entlang anatomischer Strukturen zwischen Fascia pelvis visceralis und parietalis.

b)  Richtig. Bei intaktem Mesorektum beträgt die 5-Jahresüberlebensrate 65 % im Vergleich zu 47 % bei Defekten des Mesorektums. Nach 3 Jahren Fol- low-up beträgt die Lokalrezidivrate bei intakter mesorektaler Faszie ca. 4 %, ca. 7 % bei intramesorektalen Einrissen und ca. 13 % bei Erreichen der Muscularis Propria-Ebene.

c)  Falsch. Die Dissektion der lateralen Lymphknoten entlang der Art iliaca interna und ihrer Äste sollte ohne einen Metastasenverdacht nicht durchgeführt werden, da sie die perioperative Morbidität erhöht und keine Überlebensvorteile gezeigt werden konnten.

d)  Richtig. Besteht eine lokale Infiltration von anliegenden Organen, sollten diese im Sinne einer multiviszeralen Resektion en-bloc mitreseziert werden. Die en-bloc-Resektion dient zur Vermeidung einer örtlichen Tumorzelldis-semination.

e)  Richtig. Die Durchführung der TME soll unter Schonung der autonomen Beckennerven (Nn. hypogastrici, Plexus hypogastrici inferiores et superior) zur Kontinenzerhaltung und Vermeidung urogenitaler Funktionsstörungen erfolgen. Funktionsstörungen nach tiefer Rektumresektion werden als „Low Anterior Resection Syndrome“ (LARS) zusammengefasst: schmerzvolle und franktionierte unvollständige Stuhlentleerung, Inkontinenz für Winde und flüssigen Stuhl, erhöhte Stuhlfrequenz.

5. Welche Aussagen zum Sicherheitsabstand in der onkologischen Rektumchirurgie treffen zu?

a)  Bei gut bis mäßig differenzierten Tumoren (G1–2) des unteren Rektumdrittels ist ein aboraler Sicherheitsabstand von 1–2 cm ausreichend.

b)  Bei schlechter differenzierten Tumoren des mittleren und unteren Rektumdrittels sind 1–2 cm Sicherheitsabstand gemessen vom makroskopischen Tumorrand ebenfalls ausreichend.

c)  Der geforderte Sicherheitsabstand nach neoadjuvanter Radiochemotherapie bei Operationen des unteren Rektumdrittels beträgt 0,1 cm.

d)  Ein intraoperativer Schnellschnitt des aboralen Resektionsrandes muss nicht erfolgen.

e)  Das Mesorektum sollte horizontal ohne Ausdünnung nach proximal durcht- rennt werden.


a)  Richtig. Bei Rektumkarzinomen guter oder mäßiger Differenzierung (G1–2) des unteren Rektumdrittels ist ein aboraler Sicherheitsabstand von 1–2 cm gemessen vom makroskopischen Tumorrand ausreichend.

b)  Falsch. Bei undifferenzierten High-grade Tumoren (G 3–4) besteht ein hö- heres Rezidivrisiko. Daher ist ein größerer Sicherheitsabstand anzustreben. Dieser beinhaltet für das untere Rektumdrittel eine TME mit einem mini- malen aboralen Abstand von ≥5 cm und für das obere Rektumdrittel partielle Mesorektumexzision (PME) oder TME mit einem aboralen Abstand von ≥5 cm.

c)  Falsch. Nach neoadjuvanter Radiochemotherapie kann zur Abwendung einer ansonsten notwendigen Exstirpation auch ein aboraler Abstand von 0,5 cm akzeptiert werden.

d)  Falsch. Laut den aktuellen Leitlinien sollte die Tumorfreiheit des aboralen Resektionsrandes durch intraoperativen Schnellschnitt gesichert werden.

e)  Richtig. Das Mesorektum sollte horizontal ohne Ausdünnung nach proximal durchtrennt werden.

6. Die Qualität des Resektats unter Berücksichtigung bestimmter Kategorien lässt Rückschlüsse auf die Prognose und der Entwicklung eines Lokalrezidives zu. Welche Aussagen zur Qualitätsbeurteilung eines TME- Präparates treffen zu?

a)  Die makroskopische Beurteilung der Qualität der TME erfolgt durch den Pathologen am fixierten Präparat.

b)  Die Qualität des Präparates wird unter anderem an der Intaktheit der mesorektalen Faszie beurteilt.

c)  Im histopathologischen Befund ist die Beschreibung bezüglich der Radikalität im Bereich der Levatormuskulatur im Falle einer Rektumexstirpation obligat.

d)  Wenn das Karzinom bis an den Resektionsrand heranreicht, besteht eine R0 ‚narrow‘-Situation.

e)  Das Verhältnis von untersuchten zu befallenen LK sollte im histopathologischen Befund angegeben werden.



a)  Richtig. Die makroskopische Beurteilung der Qualität der TME erfolgt durch den Pathologen am fixierten Präparat und muss im histologischen Befund erwähnt werden. b)  Richtig. Die Qualität des Präparates unter anderem an der Intaktheit der mesorektalen Faszie beurteilt:

–  Grad 1 (gut): Mesorektale Faszie erhalten

–  Grad 2 (moderat): Intramesorektale Einrisse

–  Grad 3 (schlecht): Erreichen der Muscularis propria oder Tumor.

c)  Richtig. Im Falle einer Rektumexstirpation sind bei einer vollständigen Resektion der Levatormuskulatur Präparateinrisse und ein tumorpositiver zirkumferentieller Sicherheitsabstand seltener. Im histopathologischen Befund ist daher die Beschreibung der Radikalität im Bereich der Levatormuskulatur obligat:

–  Grad 1 (gut): Levatormuskulatur mitreseziert, keine Eröffnung des Dar- mes oder des Tumors –  Grad 2 (moderat): Muscularis propria erhalten, keine Eröffnung des Dar- mes oder des Tumors –  Grad 3 (schlecht): Teile der Muscularis propria fehlen oder Eröffnung des Darmes oder des Tumors.

d)  Falsch. Wenn das Karzinom histologisch bis an den Resektionsrand heranreicht, besteht eine R1-Situation.

e)  Richtig. Das Verhältnis von untersuchten zu befallenen Lymphknoten sollte angegeben werden. Je größer die Zahl der entfernten und untersuchten Lymphknoten, desto besser ist die Prognose von Patienten mit einem KRK bei UICC II und III.

7. Welche Aussagen Operationstechniken der tiefen anterioren Rektumresektion sind korrekt?

a)  Bei der Mobilisation des Kolon sigmoideum sollte der linke Ureter darge- stellt werden.

b)  Die A. mesenterica superior wird 1–2 cm distal ihres Abgangs abgesetzt.

c)  Unterhalb des Promotoriums ist dorsal des Rektums der Waldeyer-Raum zwischen den Hüllfaszien des Rektums und des Beckens.

d)  Bei der Entnahme des Präparates ist eine linksseitigen/rechtsseitigen Inzision im Mittelbauch dem suprapubischen Pfannenstielschnitt vorzuziehen.

e)  Um ein adäquates postoperatives N-Stadium angeben zu können, müssen mindestens acht Lymphknoten im Rektumresektat vorhanden sein.




a)  Richtig. Bei der Mobilisation des Kolon sigmoideum sollte der linke Ureter dargestellt werden. Der Ureter überkreuzt die A. iliaca an der Teilung interna/externa. Anschließend erfolgt die weitere Mobilisation des Colon descendens bis zur linken Flexur.

b)  Falsch. Die A. mesenterica inferior wird 1–2 cm distal ihres Abgangs ligiert.

c)  Richtig. In dieser Schicht ist oft eine stumpfe Präparation möglich, welche die dorsal verlaufenden autonomen Nerven und Präsakralvenen schont.

d)  Falsch. Pfannenstielschnitte haben im Vergleich zu Inzisionen im Mittelbauch eine deutlich geringere Inzidenz von Narbenhernien und sind daher zu bevorzugen.

e)  Falsch. Nach den Leitlinien ist beim kolorektalen Karzinom die Untersuchung von mindestens zwölf Lymphknoten notwendig, um ein adäquates N-Stadium angeben zu können, andernfalls ist der Tumor als Nx einzu- stufen. Jedoch kann die Anzahl der Lymphknoten im Resektat nach einer neoadjuvanten Therapie um bis zu 30 % sinken.

8. Nach TME mit sphinkternaher Anastomose sind funktionellen Störungen zu möglich. Diese sind abhängig von der Wahl des Rekonstruktions- verfahrens. Welche Aussagen zu Pouchanastomosen sind richtig?

a)  Die koloanale End-zu-End-Anastomose ist der Seit-zu-End-Anastomose überlegen.

b)  Die Anlage von Pouchanastomosen kann die Kontinenzergebnisse verbessern.

c)  Der Kolon-J-Pouch ist dem Ileum-Pouch in der Länge sehr ähnlich.

d)  Bei einem dünnen Mesorektum kann der J-Pouch nicht realisiert werden.

e)  Die Anlage des transversen Kolonplastikpouch erfolgt ca. 10 cm proximal der Anastomose.




a) Falsch. Bei der Rekonstruktion nach tiefer anteriorer Resektion soll- ten, wenn möglich, keine gerade koloanale Anastomose angelegt werden. Postoperativ werden auf Grund des fehlenden Pouchreservoirs bei End-zu- End-Anastomosen häufigere imperative Stuhlfrequenzen beschrieben, so- dass Seit-zu-End-Anastomosen bevorzugt werden.

b)  Richtig. Hierbei kommen der sogenannte J-Pouch und der transverse Kolon- plastikpouch in Frage. Bei Sphinkterschädigungen oder Verletzung autono- mer Nerven kann der Abfall des Sphinkterruhedruck ausgeglichen werden. Von den verschiedenen Rekonstruktions-Formen sind die Vorteile im funktionellen Ergebnis des Colon-J-Pouches am besten belegt.

c)  Falsch. Der Kolon-Pouch und der Ileum-Pouch sind in der Konstruktion der J-Form zwar ähnlich, ein Unterschied besteht jedoch in der Pouch-Länge: ein Ileum-Pouch muss 15–18 cm lang sein, um die Stuhlfrequenz signifikant zu reduzieren, ein Kolon-J-Pouch sollte nicht länger als 5-6 cm sein um Pou- chentleerungsprobleme auftreten können.

d)  Falsch. Bei einem dicken Mesorektum kann der Pouch nicht realisiert werden. Ebenso gestaltet sich die Anlage bei einem engen (männlichen) Becken oft schwierig.

e)  Falsch. Bei der Anlage eines transversen Kolonplastikpouches erfolgt ca. 4–6 cm proximal der Anastomose die Eröffnung und eine quere Naht.

9. Welche Aussage zur abdominoperinealen Rektumamputation sind richtig?

a)  Die abdominoperineale Rektumamputation wird bei fehlender Möglichkeit der kontinenzerhaltenden Resektion bei R0-Resektabilität empfohlen.

b)  Die postoperative Impotenzrate beträgt bis zu 80 %.

c)  Intraoperativ erfolgt die Ausräumung des Fettkörpers der Fossa ischiorectalis und der Lymphknoten.

d)  Intraoperativ erfolgt die Durchtrennung des M. sphinkter ani.

e)  Die perineale Wunde sollte auf Grund der hohen Infektionsrate nicht primär verschlossen werden.


a)  Richtig. Dies trifft bei Karzinomen des Analkanals oder des unteren Rek- tumdrittels (bei fehlender Möglichkeit der Kontinenzerhaltung) zu. Ebenfalls können komplexes Fistelleiden, Zustand nach Bestrahlung oder Traumata Gründe für einen geschädigten/funktionslosen Kontinenzapparat darstellen.

b)  Falsch. Die postoperative Impotenzrate beträgt zwischen 20–60 % und sollte in der Aufklärung besprochen werden. Für den Potenzerhalt ist die Schonung der N erigentes im Bereich der Samenbläschen und des Plexus hypogastricus an der posterolateralen Beckenwand wichtig. Weitere operationsspezifische Risiken sind: Blasenfunktionsstörungen (20–100 %), Verletzung der Harnblase, Ureter, Urethra (ca. 6 %), Stomakomplikationen (Prolaps, Ausriss, Nekrose in 10–30 %) sowie perineale Wundheilungsstörungen (ca. 50 %).

c) Richtig. Diese sollte großzügig erfolgen. Kompromisse in der Radikalität infolge eines zu knappen Seitenabstandes sollten vermieden werden.

d) Falsch. Der M. levator ani wird am Übergang in den M. sphincter ani e. durchtrennt.

e) Falsch. Es sollte der primäre Wundverschluss durch schichtweisen Verschluss von Muskel, Faszie und Haut sowie Einlage einer Drainage in die Sakralhöhle erfolgen.

3. Welche Aussage zur Diagnostik des Morbus Crohn ist richtig?

a)  Eine laborchemische Basisdiagnostik sollte neben den Entzündungsparameter und des Eisenstatus auch Cholestaseparameter umfassen.

b)  Fäkale Entzündungsparameter haben keine diagnostische Aussagekraft. c) Eine Stuhlprobe auf pathogene Keime und Clostridium difficile ist bei jungen Patienten nicht notwendig.

d)  Ein CT-Abdomen gehört zur Standarddiagnostik.

e)  Eine Ileokoloskopie mit Stufenbiopsien ist Standard bei der Diagnosestellung.



a)  Richtig. Im Wesentlichen sollte eine umfassende laborchemische Diagnostik und Ausschluss von Mangelsyndromen bei Diagnosestellung erfolgen.

b)  Falsch. Fäkale Entzündungsparameter wie Calprotectin und Lactoferrin weisen eine hohe Sensitivität (93 %) und Spezifität (96 %) für die Diagnose einer CED auf. Sie können auch bei Verlaufsbeurteilung oder bei Verdacht auf ein Rezidiv eingesetzt werden. Allerdings spielen fäkale Entzündungsparameter im Zeitalter der Endoskopie/Biopsie in der klinischen Praxis eine marginale Rolle.

c)  Falsch. Bei Stellung der Diagnose Morbus Crohn wird immer ein Stuhltest auf pathogene Keime und Clostridium difficile empfohlen. Eine positive risikoassoziierte Reiseanamnese kann zusätzliche Stuhluntersuchungen (z. B. eine Lamblientestung nach Indienreise) notwendig machen. Eine Stuhluntersuchung auf Clostridium difficile sollte zudem bei jedem schweren akuten Schub oder therapierefraktärem Verlauf erfolgen.

d)  Falsch. Im Rahmen der Diagnosestellung wird eine abdominelle Sonographie empfohlen. Entzündete oder stenotische Darmabschnitte können mit einer Kontrastmittelsonographie (CEUS) mit einer Sensitivität und Spezifität von >90 % identifiziert werden. Zusätzlich sonnte ein MRT und ggf. eine Videokapselendoskopie des Dünndarms erfolgen.

e)  Richtig. Zur Identifizierung des Befallsmusters sollte eine Ileokoloskopie mit Stufenbiopsie-Entnahme aus Dünn- und Dickdarm sowie eine ÖGD und ein Dünndarm-MRT durchgeführt werden.

4. Welche Aussagen zur Klassifikation des Morbus Crohn sind zutreffend?

a)  Die Krankheitsaktivität wird anhand des Crohn’s Disease Activity Index (CDAI) bestimmt.

b)  Bei einem CDAI unter 100 Punkten wird von einer Remission ausgegangen.

c)  Ein CDAI von über 350 Punkten spricht für eine sehr schwere Entzündungsaktivität.

d) Punkteabfall von 50= Therapieansprechen

e) Der Verlauf wird in vier typische Stadien unterteilt.



a)  Richtig. Berechnung des Crohn’s Disease Activity Index (CDAI) Faktor Wertung Anzahl ungeformter Stuhlgänge innerhalb der letzten Woche ×2 Bauchschmerzen (0 = keine bis 3 = stark) ×5 Allgemeinbefinden innerhalb der letzten Woche ×7 Komplikationen (je ein Punkt für Gelenkbeteiligung (Arthritis), ×20 Augenbeteiligung (Iritis, Uveitis), Hautbeteiligung (Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum, orale Aphten), peranaler Befall (Abszesse, Fisteln, Fissuren), weitere Fisteln/Abszesse), erhöhte Körpertemperatur in der letzten Woche (>37,7 °C) Symptomatische Diarrhoebehandlung ×30 Abdominelle Resistenz (0 = keine bis 5 = sicher) ×10 Abweichung des Hämatokrit ×6 Abweichung Standardgewicht in Prozent ×1

b)  Falsch. Bei einem CDAI unter 150 Punkten wird von einem Ansprechen ausgegangen. Von einem Rezidiv wird bei einem CDAI-Anstieg von mehr als 70 Punkten oder einer Gesamtsumme von über 150 Punkten gesprochen.

c)  Falsch. Ab einem CDAI von über 450 Punkten wird von einer schweren Entzündungsaktivität ausgegangen. Bei einer Punktzahl von 220–450 geht man von einer mittleren bis schweren Entzündung aus.

d)  Falsch. Bei einem Punkteabfall von über 100 wird von einem positiven Ansprechen ausgegangen. Weiterhin kann ein Behandlungserfolgt anhand der klinischen Symptome, nicht jedoch anhand der intestinalen Morphologie abgeschätzt werden.

e)  Richtig. Es wird dabei in chronisch-rezidivierend, aktiv, kompliziert und steroidrefraktär unterschieden.

5. Welche Aussagen zu den extraintestinalen Manifestationen beim Morbus Crohn treffen zu?

a)  Extraintestinale Manifestationen sind bei der Hälfte der Patienten vorhanden.

b)  Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) kommt in gleich häufig bei M. Crohn und Colitis ulcerosa vor.

c)  Das Erythema nodosum tritt meist im Rahmen eines akuten Crohn-Schubes auf.

d)  Bei der Crohn-assoziierten axialen Arthritis sind TNF-α-Antikörper wirksam.

e)  Beim Erythema nodosum treten typischerweise erhabene, rot violett verfärbte subkutane Hautknötchen auf.



a)  Falsch. 30% der M. Crohn-Patienten haben extraintestinale Manifestationen.

b)  Falsch. Die PSC kommt bei der Colitis ulcerosa deutlich häufiger vor als beim M. Crohn.

c)  Richtig. Das Erythema nodosum tritt vorwiegend im Rahmen von Schüben des M. Crohn auf, während einige extraintestinale Manifestationen weitgehend unabhängig vom Verlauf der Grunderkrankung (beispielsweise Typ II-Arthritis) sind.

d)  Richtig. Die axiale Arthritis schließt die Spondylitis und Sakroileitis ein. Traditionelle Basistherapeutika (z. B. Sulfasalazin, Methotrexat oder Leflu- nomid) sind zur Behandlung der axialen Erkrankung bei Patienten mit Spon- dyloarthritis ineffektiv, NSAR sind wirksam. TNF-α-Antikörper sind bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis die wirksamste Therapie; die Wirksamkeit bei Arthritis ist auch bei Patienten mit M. Crohn nachgewiesen.

e)  Richtig. Am häufigsten manifestiert sich das Erythema nodosum an den distalen Streckseiten der Extremitäten.

6. Welche Aussagen zur chirurgischen Therapie des Morbus Crohn sind richtig?

a)  Prednisolon sollte vor Darmoperationen bei erhöhtem Risiko für Anastomoseninsuffizienzen präoperativ ausgeschlichen werden.

b)  Bei Darmresektionen bei Crohn-Patienten sollten Seit-zu-End Anastomosen angelegt werden, da diese eine bessere Heilungstendenz haben.

c)  Um intestinale Fistelbildungen zu vermeiden sollten fortlaufende- handgenähte Anastomose mit einem monofilen Faden angelegt werden.

d) Interenterische, entervesikale und enterokutane Fisteln stellen immer eine Operationsindikation dar.

e) Die Strikturoplastik ist eine Therapieoption bei kurzstreckigen Stenosen.




a)  Richtig. Wenn eine elektive Operationsindikation vorliegt, sollte (falls möglich) Prednisolon in Schritten von 5 mg/Woche reduziert werden. Azathioprin kann perioperativ in den bei M. Crohn verabreichten Dosierungen beibehalten werden.

b)  Falsch. End-zu-Seit Anastomosen können zu Blindsacksyndromen und dortigem Crohn-Befall führen. Es werden daher End-zu-End Anastomosen präferiert. Ein makroskopischer Abstand von 2 cm zum Entzündungsrand ist bei Darmresektionen ausreichend. Ein histologischer Befall des Resektionsrandes ist prognostisch irrelevant.

c)  Richtig. Fortlaufende Nähte reduzieren die intestinale Fistelbildung bei Crohn-Patienten. Auf die Anwendung von Staplern und intraabdominellen Drainagen zur Vermeidung von Fisteln verzichtet werden.

d)  Falsch. Interenterische Fisteln, die in einem Dünndarmkonglomerat ohne Kurzdarmsyndrom vorkommen, können medikamentös behandelt werden. Bei einer Operation ist meist die Resektion längerer Darmabschnitte erforderlich und daher das Risiko eines Kurzdarmsyndroms erhöht. Blind endende, im Retroperitoneum abszedierende Fisteln sollten operativ angegan- gen werden, da schwere septische Verläufe möglich sind. Enterovesikale Fisteln sollten wegen des Risikos einer chronischen Zystitis und der Gefahr einer Urosepsis immer chirurgisch saniert werden. Meist reicht eine kurze Darmresektion und eine sparsame Exzision des Blasendaches aus. Enterokutane Fistel können je nach Symptomatik konservativ oder operativ behandelt werden. Bei gering-fördernden Fisteln, langstreckigem Crohn-Befall und problemloser Versorgung kann vorerst medikamentös be- handelt werden.

e)  Richtig. Die Strikturoplastik ist analog zur Pyloroplastik eine darmerhaltende Methode um Stenosen zu beheben. Je nach Länge der Stenose und des betroffenen Darmabschnitts sind verschiedene Techniken beschrieben (Strikturoplastik nach Heinecke-Mickulicz, nach Finney oder nach Michelassi).

7. Welche Aussagen zum Morbus Crohn im Rahmen von proktologischen Erkrankungen sind zutreffend?

a)  Eine anale Mitbeteiligung bei M. Crohn tritt bei bis zu 40 % der Patienten auf.

b)  Atypische Analfissuren, periproktitische Abszesse und Fisteln sind typische Krankheitsbilder bei M. Crohn.

c)  Bei der Colitis ulcerosa kommen perianale Läsionen genau so häufig vor wie bei Morbus Crohn.

d)  Perianale Fisteln bei M. Crohn sollten primär chirurgisch therapiert werden.

e)  Eine etablierte Methode bei Fistelleiden im Rahmen von M. Crohn ist die Fisteldrainage.



a)  Richtig. Bei 10 % der Patienten manifestiert sich der Crohn zunächst ausschließlich in der Analregion ohne Mitbeteiligung des Magen-Darm-Traktes.

b)  Richtig. Atypische Analfissuren, periproktitische Abszesse und Fisteln sind die häufigsten analen Mitbeteiligungen des M. Crohn (Fisteln ca. 35 %, Abszesse ca. 24 %, Fissuren ca. 8 %). Seltener sind Kontinenzstörungen, Anals- tenosen (insbesondere nach multiplen chirurgischen Eingriffen), Analekzeme und Ulcera.

c)  Falsch. Bei der Colitis ulcerosa sind perianale Läsionen mit ca. 13 % deutlich seltener als bei dem M. Crohn mit ca. 40 %.

d)  Falsch. Beim M. Crohn bestehen häufig multiple und komplexe perianale Fisteln. Primär steht die konservative Therapie im Vordergrund. Die Rezidivhäufigkeit nach Fisteloperationen ist sehr hoch. Ischiorektale Fisteln haben die größte Rezidivrate (ca. 70 %), gefolgt von den transsphinktären Fisteln (ca. 50 %). Nur symptomatische perianale Fisteln sollten mit dem kleinstmöglichen chirurgischen Eingriff operativ versorgt werden.

e)  Richtig. Empfohlen wird ein Gummizügel, der die Fistel offenhält und eine drainierende Funktion hat.

10.Welche Aussage zum Therapiekonzept der Colitis ulcerosa ist richtig?

a)  5-Aminosalicylsäure (5-ASA) wie Mesalazin kann topisch oder oral bei leichten und mäßigen Schüben eingesetzt werden.

b)  Glukokortikoide werden topisch oder systemisch bei mäßigem oder schwerem Schub empfohlen.

c)  Bei schweren Schüben ohne Ansprechen auf Glukokortikoide werden Immunsuppressiva verabreicht. d)  Eine langfristige Rezidivprophylaxe mit Glukokortikoiden kann ebenfalls durchgeführt werden.

e)  Eine erneute Koloskopie nach Erstdiagnosestellung muss bei Patienten in Remission bis zum Beginn der Karzinomvorsorge nicht erfolgen.




a) Richtig. Beim leichten Schub wird 5-ASA topisch als Zäpfchen, Klysma, Schaum oder Einlauf empfohlen. Bei mäßigen Schüben kann eine Kombina- tion aus topischer und oraler Gabe angestrebt. Auch zur Remissionserhaltung eignet sich 5-ASA.

b)  Richtig. Zum Beispiel Budesonid als Zäpfchen oder Schaum additiv bei mäßigem Schub oder zum Beispiel Prednisolon 0,5–1 mg/kg/KG bei einem schweren Schub als systemische Gabe.

c)  Richtig. Dabei kommen TNF-α-Antikörper wie Infliximab, der Purinanta- gonist Azathioprin oder Calcineurininhibitoren wie Ciclosporin A oder Tacrolimus in Frage. Es sollte dabei zunächst auf Calcineurininhibitoren zurückgegriffen werden und diese im Falle von Therapieversagen durch TNF-α-Antikörper ersetzt werden.

d)  Falsch. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sollten langfristige systemische Gaben von Glukokortikoiden vermieden werden.

e)  Richtig. Es kann eine Endoskopie zur Beurteilung des Therapieansprechens und zur Therapiedeeskalation oder zur Bestätigung der Aktivität bei therapierefraktären Verläufen erfolgen.

11.Welche Aussagen zur operativen Verfahren der Colitis ulcerosa sind richtig?

a)  Die Proktokolektomie gilt als Standardverfahren bei Colitis ulcerosa, dennoch ist eine Heilung nicht möglich.

b)  Der J-Pouch bei der Proktokolektomie gilt als Pouchrekonstruktion erster Wahl.

c)  Die Proktokolektomie beinhaltet immer eine Mukosektomie.

d)  Bei erhöhtem perioperativem Risiko kann auch ein dreizeitiges Vorgehen in Betracht gezogen werden.

e)  Das Mesorektum sollte bei allen Eingriffen mit entfernt werden.




a)  Falsch. Die restaurative Proktokolektomie mit Ileopouchanaler Anastomose (IPAA) unter Anlage eines protektiven Ileostomas gilt als Standardverfahren (zweizeitiges Verfahren) und führt zur Heilung der Colitis ulcerosa. Eine Operation ohne protektive Ileostomaanlage sollte nur in sehr selektionierten Einzelfällen erfolgen (einzeitiges Verfahren).

b)  Richtig. Der J-Pouch wird empfohlen, da er vergleichsweise einfach anzulegen ist und gleichwertige Langzeitergebnisse zu anderen Pouchverfahren aufweist. Ideal ist hierbei eine Pouchlänge von 15–18 cm. Zu kleine Pouches haben eine sehr hohe Stuhlfrequenz zur Folge. Bei der ileoanalen Pouchan- lage sollte die belassene Rektummukosa nicht länger als 2 cm sein. Unter der Indikation einer intraepithelialen Neoplasie oder eines manifesten Karzinoms im Rektum sollte eine komplette Mukosektomie mit Anastomose an der Linea dentata durchgeführt werden.

c) Falsch. Die komplette Mukosektomie kann Kontinenzeinbußen zur Folge haben. Sie sollte, wenn die Indikation nicht auf Grund einer malignen Entartung oder Dysplasien gestellt wurde, möglichst vermieden werden.

d)  Richtig. Bei erhöhtem perioperativem Risiko (unter Berücksichtigung der perioperativen Medikation) kann die Proktokolektomie dreizeitig operiert werden. Dabei sollte die Kolektomie bis zum rektosigmoidalen Übergang mit unter der Anlage eines protektiven Ileostomas erfolgen. Proktektomie und Pouchanlage erfolgen im Intervall sowie letztlich die Ileostomarückverlagerung (dreizeitiges Verfahren).

e)  Falsch. Die Rektumresektion sollte bei benigner Operationsindikation darmnah (mesorektumerhaltend) erfolgen. Dadurch wird die Komplikationsrate (Nervenverletzungen, Erektionsstörungen, Inkontinenz) verringert. Bei intraepithelialen Neoplasie oder eines Rektum-Malignoms sollte eine komplette Mukosektomie mit Anastomose an der Linea dentata durchge- führt werden.

12.Welche Aussagen zur postoperativen Pouchitis bei Colitis ulcerosa Patienten trifft zu?

a)  Die Diagnose der Pouchitis erfolgt endoskopisch.

b)  Patienten mit Malignom oder IEN-assoziierter Colitis ulcerosa und Pouchitis benötigen jährlich eine endoskopische Beurteilung des Pouches.

c)  Antibiotika sind die Primärtherapie der akuten Pouchitis.

d)  Eine chronische Pouchitis muss nicht behandelt werden.

e)  Die Pouchitis kommt nur bei Patienten mit Colitis ulcerosa vor.



a)  Falsch. Die Diagnose einer Pouchitis sollte unter der Berücksichtigung von Klinik, Endoskopie und Histologie erfolgen.

b)  Richtig. Patienten mit einer chronischen Pouchitis oder nach Colitis ulcerosa-assoziiertem Karzinom oder intraepithelialer Neoplasie sollten jährlich endoskopiert werden. Bei Beschwerden oder spätestens alle zwei Jahre eine Pouchoskopie erfolgen.

c) Richtig. Als Primärtherapie der akuten Pouchitis können Ciprofloxacin und Metronidazol eingesetzt werden. Bei Versagen der Monotherapie kann auch eine Kombination eingesetzt werden.

d)  Falsch. Auf Grund des Dysplasie-/Neoplasierisikos sollte eine Pouchitis be- handelt werden. Bei einer rekurrierenden oder chronischen Pouchitis kann dauerhaft eine Monotherapie oder eine kombinierte antibiotische Therapie eingesetzt werden. Antibiotika refraktäre Verlaufsformen sollten oral oder lokal mit Budesonid behandelt werden. Weitere Therapieoptionen sind Infliximab, Adalimumab, Vedolizumab, Ustekinumab und Calcineurinin- hibitoren.

e)  Richtig. Die genaue Erklärung dieses Phänomens ist nicht bekannt. Bei Pa- tienten nach restaurativer Proktokolektomie und ileopouchanaler Anastomose (IPAA) bei familiärer adenomatöser Polyposis tritt normalerweise keine Pouchitis auf.

13.Welche Aussagen zu operativen Strategien der Colitis ulcerosa treffen zu?

a)  In der Akutsituation (Kolonperforation, diffuse Blutung, toxische Kolitis oder Megakolon) beim instabilen Patienten sollte eine Proktokolektomie mit endständigem Ileostoma erfolgen.

b)  Bei der Proktokolektomie ist es wichtig, die ileocolischen Gefäße und Randarkade des Colon ascendens zu erhalten.

c)  Die häufigste OP-Indikation der Colitis ulcerosa ist die refraktäre konservative Therapie.

d)  Bei Kinderwunsch der Patientin sollte keine operative Therapie erfolgen.

e)  Kinder und Jugendliche sollten bis zum Erwachsenenalter nicht operiert werden.



a) Falsch. In Notfallsituationen sollte das Rektum erhalten (außer die Perforation bzw. die Hauptblutungsquelle befindet sich im Rektum) und nur eine Kolektomie bzw. subtotale Kolektomie durchgeführt werden. Das Rektum sollte entweder blindverschlossen oder als Sigmaschleimfistel ausgeleitet werden. Die Proktektomie und IPAA können elektiv in einer zweiten Opera- tion erfolgen. Der Grund des Rektumerhalts besteht darin, in der akuten Situation das kleine Becken unberührt zu lassen, um den zweiten Eingriff zu

vereinfachen.

b) Richtig. Sowohl die Randarkade des Colon ascendens als auch die ileocolischen Gefäße sollten bei der Kolektomie erhalten bleiben, da die Ileum- Pouchdurchblutung bei einer entsprechenden Längenproblematik und möglicherweise notwendigen Gefäßdurchtrennungen im Mesenterium über diese Versorgungsgebiete erfolgt.

c) Richtig. Patienten mit einem medikamentös-therapierefraktären fulminanten Schub sollten operiert werden. In 75 % der Fälle beruht die Op-Indikation auf einer therapierefraktären Colitis ulcerosa, Malignomen (10 %), toxischer Kolitis (7 %), Dysplasien (6 %) und Blutung/Perforation (2 %).

d) Falsch. Eine elektive Operation kann bei Patientenwunsch erfolgen. Dabei sind die Risiken der konservativen Behandlungsstrategien gegen die Risiken einer Operation abzuwägen. Die laparoskopische restaurative Proktokolektomie ist der offenen Operation vorzuziehen.

e) Falsch. Kinder und Jugendliche mit aktiver Colitis und Wachstumsstörungen trotz adäquater Therapie sollten nach Konsultation eines pädiatrischen Gastroenterologen und Ausschluss anderer Ursachen unter Anlage einer pouchanalen Anastomose proktokolektomiert werden.

1. Welche anatomischen Aussagen zum Analkanal sind zutreffend?

a)  Der Analkanal ist histologisch aus unverhorntem Plattenepithel aufgebaut.

b)  Der Analkanal ist klinisch 3–4 cm lang und bei Frauen in der Regel etwas kürzer.

c)  Der innere Schließmuskel (M. sphincter ani internus) geht aus der Beckenbodenmuskulatur hervor und der äußere Schließmuskel (M. sphincter ani externus) aus der inneren zirkulären Schicht der Muscularis propria der Rektumwand.

d)  Der Musculus sphincter ani externus besteht anatomisch aus zwei Anteilen, der Pars profunda und der Pars superficialis.

e)  Im Ultraschall des Analkanals zeigen sich sechs Schichten.




a) Falsch. Nur der untere Anteil besteht aus Plattenepithel, dem Anoderm, der obere Abschnitt, der durch die Linea dentata abgegrenzt wird, besteht aus einer etwa 1 cm breiten Übergangszone mit einem Übergangsepithel. In diesem Bereich befinden sich auch die Analkrypten.

b)  Richtig. Nach UICC-Definition ist der chirurgische Analkanal ein 3–4 cm langer Kanal vom oberen Rand des M. sphincter ani internus bis zur Linea anocutanea. Der Lymphabfluss aus den untersten Rektumabschnitten und des obersten Teils des Analkanals erfolgt in die perirektalen und die Lymphknoten entlang der Arteria iliaca interna; distal der Linea dentata erfolgt die Lymphdrainage in die inguinalen und externen iliakalen Lymphknoten.

c)  Falsch. Es ist umgekehrt. Der Analkanal wird von zwei konzentrischen Muskeln umschlossen, wobei der innere Schließmuskel aus der Muscularis propria der Rektumwand und der äußere Schließmuskel aus der Beckenbodenmuskulatur hervorgeht. Zwischen beiden Muskeln existiert eine Bindegewebsschicht, die aus der äußeren Muskelschicht der Muscularis propria des Rektums hervorgeht.

d)  Falsch. Der Musculus sphincter ani externus besteht aus drei Anteilen. Der Pars profunda, der Pars superficialis und der Pars subcutanea. Durch die Pars subcutanea verlaufen Muskelfasern aus der intersphinktären Schicht, die an der Perianalhaut den Musculus corrugator ani bilden und die typische Fältelung in diesem Bereich bilden.

e)  Richtig. Im Ultraschall des Analkanals zeigen sich sechs Schichten.

Schicht 1: Grenzflächenecho auf der Mukosaoberfläche (echoreich).

Schicht 2: Übrige Mukosa (echoarm).

Schicht 3: Subepitheliales Gewebe (echoreich).

Schicht 4: Musculus sphincter ani internus (echoarm).

Schicht 5: Ausläufern der longitudinalen Muskulatur des Rektums (echoreich).

Schicht 6: Musculus sphincter ani externus (gemischt echogen).

2. Welche Aussagen zum Analekzem sind richtig?

a)  Das Analekzem ist die häufigste proktologische Erkrankung.

b)  Das kumulativ-toxische Ekzem ist eine Reaktion der Haut ohne Entwicklung einer spezifischen Immunreaktion.

c)  Das atopische Ekzem ist eine Überempfindlichkeit der Haut und Schleimhaut gegenüber Umweltstoffen.

d)  Das allergische Kontaktekzem ist eine Hypersensitivitätsreaktion.

e)  Aus chronisch-entzündeten Analekzemen können sich Karzinome entwickeln



a)  Richtig. Es ist eine Dermatitis des Anoderms oder der Anal-/Perianalhaut, welches mit Pruritus ani und Nässen oder Schuppen einhergeht. Es wird in das atopische, kontaktallergische und kumulativ-toxischem Analekzem eingeteilt.

b)  Richtig. Das kumulativ toxische Ekzem (30 %) ist Folgeerscheinung von Hämorrhoidalleiden, Parasitosen, Hyperhidrose, Diarrhöe oder falscher Analhygiene. Die Behandlung erfolgt entweder operativ (Hämorrhoiden) oder kurzzeitig mit topischen Glukokortikoiden und langfristig beispielsweise mit Ichtyol-Salbe (Ammoniumbituminosulfonat).

c)  Richtig. Das atopische Ekzem (30 %) wird auch als endogenes Ekzem oder Neurodermitis bezeichnet und ist eine Typ-I Allergie mit einer erhöhten IgE-Bildung. Therapeutisch ist die kurzfristige lokale Applikation eines Glukokortikoids indiziert.

d)  Richtig. Das kontaktallergische Analekzem (40 %) ist eine Typ-IV Allergie mit einer spezifisch immunologisch vermittelten Entzündung auf externe Fremdstoffe (z. B. Chinin, Menthol, Mafenid). Diese finden sich unter anderem in proktologischen Pflegemitteln, Intimsprays, feuchtem Toilettenpapier, Abduschen des Afters und der Verzicht auf auslösende Stoffe werden empfohlen.

e)  Richtig. Bei therapieresistenten Analekzemen sollte ein Plattenepithelkarzinom des Analkanals rektoskopisch/bioptisch abgeklärt werden.

3. Welche Aussagen zu Erkrankungen des äußeren Analbereichs sind richtig?

a)  Condylomata accuminatae (Feigwarzen) werden sexuell durch das Herpes simplex Virus übertragen.

b)  Die Acne inversa ist eine Entzündung der Talgdrüsen und Terminalhaarfollikel, die sich bevorzugt in den intertriginösen Arealen manifestiert.

c)  Der Morbus Bowen manifestiert sich ausschließlich perianal als Carcinoma in situ.

d)  Die klinischen Begriffe wie Leukoplakie, Dysplasie, Carcinoma in situ und Präkanzerose sind durch die Definition der analen intraepithelialen Neoplasie (AIN) abgelöst worden. Eine AIN Grad III kann sich spontan zurückbilden.

e)  Der anale Morbus Paget ist ein epidermotropes Schweißdrüsenkarzinom.


a)  Falsch. Kondylome werden durch das Humane Papillomvirus (HPV) über- tragen. Meist enthalten diese low-risk DNA von HPV-6 und HPV-11, selten auch high-risk (onkogene) DNA des HPV-16, -18, -31, -33 und -35. Die Infektion erfolgt als Schmierinfektion durch Haut-zu-Haut Kontakt.

b)  Richtig. Es handelt sich hierbei um eine granulomatös-entzündliche Reaktion des Bindegewebes mit der Ausbildung subkutaner Knoten und Fisteln.

c)  Falsch. Morbus Bowen ist ein intraepidermales Carcinoma in situ und die Vorstufe eines Plattenepithelkarzinoms, welches sich peri- und intraanal manifestieren kann. Es handelt sich in der Regel um eine Solitärläsion, die scharf begrenzt, schuppend, randbetont und von bräunlicher Farbe und daher leicht mit einem Ekzem zu verwechseln ist.

d)  Falsch. Grad III entspricht einem Carcinoma in situ und kann sich im Gegensatz zu Grad I und II nicht spontan zurückbilden. Es besteht hierbei die Gefahr des Übergangs in ein Karzinom.

AIN Grad I: leichte Dysplasie im unteren Epitheldrittel. AIN Grad II: mittelgradige Dysplasie im unteren und mittleren Drittel.

AIN Grad III: hochgradige Dysplasie in der gesamten Epidermis.

e)  Richtig. Das Paget-Karzinom ist häufig mit einem Rektumkarzinom assoziiert. Es wird in einen Typ-1 (mit Rektumkarzinom) und einen Typ-2 (nur kutan perianal) unterteilt. Perianal ist es eine ekzemähnliche Läsion.

5. Welche Aussagen zur stadiengerechten Therapie des Hämorrhoidalleidens sind zutreffend?

a)  Die Stadien I und II können konservativ behandelt werden.

b)  Die Sklerosierungsmethode kann auch bei Hämorrhoiden III. Grades angewandt werden.

c)  Die GBL kann bei zweitgradigen Hämorrhoiden durchgeführt werden.

d)  Die operative Hämorrhoidektomie ist in dem Stadium III und IV indiziert.

e)  Nach der chirurgischen Exzision ist eine histologische Begutachtung notwendig.



a)  Richtig. Stadium I (Innere Hämorrhoiden, kein Prolaps, oberhalb der Linea Dentata lokalisiert) und Stadium II (Prolaps beim Pressen, spontane Retraktion) können zunächst konservativ therapiert werden (stuhlregulatorische Maßnahmen, ausreichende Trinkmenge, physische Aktivität)

b)  Falsch. Sklerosierung ist ein minimalinvasives Verfahren und Mittel der Wahl bei symptomatischen Hämorrhoiden 1. Grades. Bei Stadium III (Vorfall der Hämorrhoiden bei Defäkation, Pressen oder Aktivität, keine spontane Retraktion, digitale Reposition möglich) oder Stadium IV (vor dem Analkanal gelegen, irreponibel) ist in den meisten Fällen eine operative Therapie indiziert.

c) Richtig. Die Gummibandligatur ist bei Hämorrhoiden 2. Grades geeignet. Über einen Applikator wird unter Einsaugen ein Gummiband der Basis der Hämorrhoide appliziert. Es kommt zur Unterbindung des Blutflusses. Nach ein paar Tagen stirbt der abgeschnürte Gewebeteil ab und wird mit dem Stuhlgang ausgeschieden.

d)  Richtig. Bei der offenen Hämorrhoidektomie nach nach Milligan-Morgan werden die Hämorrhoidalpolster nach Hämorrhoidalarterienligatur exzi- diert. Bei der geschlossenen Hämorrhoidektomie nach Ferguson werden zusätzlich die Wundränder mit einer fortlaufenden resorbierbaren Naht nach Hämorrhoidektomie adaptiert. Bei der Hämorrhoidektomie nach Parks werden Hämorrhoidalarterien unterbunden, das Hämorrhoidalpolster unter der Schleimhaut exzidiert und die Wundränder T-förmig verschlossen. Die Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo eignet sich bei zirkulären Hämorr- hoiden 3.-4. Grades oder zirkulärem Analmukosaprolaps. Es wird zirkuläre Resektion der Rektalmukosa am Ansatzpunkt der Hämorrhoiden mit einer Hämorrhoidopexie oberhalb der Linea Dentata durchgeführt, ohne dass eine komplette Hämorrhoidektomie erfolgt.

e)  Richtig. Exzidierte Hämorrhoidalknoten sollten immer histologisch untersucht werden, da es in ca. 0,1–2 % der Fälle auch maligne Entartungen gibt.

6. Welche Aussagen zur Analfissur sind zutreffend?

a)  Analfissuren beschreiben einen Defekt in Anoderm.

b)  Man unterscheidet zwischen primären und sekundären Fissuren.

c)  Ein akutes Stadium muss drei Monate anhalten, bevor von einer chronischen Analfissur gesprochen wird.

d)  Die operative Versorgung der Analfissur ist zu bevorzugen.

e)  Die Fissurektomie nach Gabriel ist als operative Methode in Deutschland die Therapie der Wahl.




a)  Richtig. Es handelt sich um einen zwischen der Linea dentata und dem Analkanalrand gelegener länglicher Defekt im sensiblen Anoderm. Schmerzen bestehen insbesondere während und nach der Defäkation. Oft werden hellrote Blutauflagerungen beschrieben.

b)  Richtig. Primäre Analfissuren treten spontan auf und sind meist traumatisch bedingt. In ca. 80 % bei 6 Uhr in Steinschnittlage. Sekundäre Analfissuren sind oft an atypischer Stelle gelegen und treten z. B. im Rahmen von CED, Tumoren oder Infektionen auf. Bei Fissuren an atypischer Stelle ist die Abklärung einer CED empfohlen.

c) Falsch. Bis zu einer Dauer von acht Wochen gilt eine Analfissur als akut.

Die akute Analfissur ist ein glatt berandeter Riss des Anoderms. Bei chronischen Verläufen geht der ulkusartige Defekt mit einer narbigen Wandberandung sowie mit einer Vorpostenfalte oder einer hypertrophen Analpapille einher.

d)  Falsch. Die Therapie der Analfissur sollte primär konservativ erfolgen. Gibt es unter konservativen Maßnahmen keinen Behandlungserfolg, wird eine operative Therapie abhängig vom Leidensdruck in Erwägung gezogen Nitroglycerin als 0,2%ige Salbe senkt den Sphinkterdruck und verbessert die Durchblutung, wodurch die Abheilung der Analfissur gefördert wird. Nachteil der Behandlung sind häufig Kopfschmerzen und die konsequente Ap- plikation über einen Zeitraum von 6–8 Wochen, was eine gute Compliance voraussetzt. Kalziumantagonisten werden als 2%ige Diltiazem-Salbe oder 0,2%ige Nifedipin-Salbe angewandt und müssen auch über 8 Wochen verabreicht werden. Die Rezidivraten betragen bis zwischen 15 und 40 %. Ansonsten wird eine gute Stuhlregulation im Sinne einer ballaststoffreichen Ernäh- rung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und ggf. Zusätze von Laxanzien wie Movicol/Makrogol/Flohsamen sowie Sitzbäder empfohlen.

e)  Richtig. Diese in Deutschland weitgehend empfohlene operative Vorgehensweise beschreibt die flache Ausschneidung der Fissur mit allen Sekundärveränderungen oberhalb der Internusmuskulatur mit primärem Wund- verschluss unter Anlage eines peripheren Drainagedreiecks zum Abfluss von Wundsekret.

7. Welche Aussagen zu anorektalen Abszessen sind zutreffend?

a)  Anorektale Abszesse treten eher bei jüngeren Frauen auf.

b)  Die Pathogenese der anorektalen Abszesse hat in den meisten Fällen einen kryptoglandulären Ursprung.

c)  Die Klassifikation der anorektalen Abszesse richtet sich nach der Lokalisation.

d)  Bei der Mehrzahl der Fälle reicht eine Inzision des Abszesses zur Therapie aus.

e)  Bei der Abszesseröffnung sollte möglichst vorsichtig nach Fisteln als Ursprung der Infektion gesucht werden.


a)  Falsch. Männer, mit einem Altersgipfel von 30–50 Jahren sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Die Inzidenz beträgt 35–75/100.000 Einwohner/ Jahr. Neben Morbus Crohn erhöhen Diabetes und Adipositas das Risiko für die Entstehung eines Analabszesses.

b)  Richtig. In über 90 % der Fälle entstehen die Abszesse ausgehend von einer infizierten Proktodealdrüse deren Ausführungsgang im Analkanal auf Höhe der Linea dentata endet. Die Zahl der Drüsen ist bei Männern höher als bei Frauen. Bei einer Verlegung des Drüsenausgangs durch abgestorbenes Gewebe oder Stuhl kann es zu einer Infektion mit sekundärer Abszedierung entlang der Drüsengänge in dem inneren und äußeren Schließmuskel und dabei bevorzugt über die anatomischen Spalträume kommen.

c)  Richtig. Der Abszesse werden in subkutane, intersphinktäre, ischioanale und pelvirektale Abszesse unterteilt.

d)  Falsch. Der Abszess sollte unter Schonung des Sphinkters exzidiert werden. Dabei ist auf eine gute Entdeckelung zu achten. Die Wunde sollte von innen heilen, um einem Rezidiv vorzubeugen.

e)  Richtig. Eine Fistulierung tritt bei ca. 30 % der Abszesse auf und sollten intraoperativ mit einer Fistelsonde ausgeschlossen werden. Die Fisteldarstellung sollte nicht erzwungen und ggf. der Patienten nach 4–6 Wochen erneut zur Kontrolle einbestellt werden.

8. Welche der folgenden Aussagen über Analfisteln sind zutreffend?

a)  Die Einteilung erfolgt anhand der modifizierten der Parks-Klassifikation und unterteilt vier Hauptgruppen.

b)  Die Bildgebung hat in der Diagnostik der Analfistel einen hohen Stellenwert.

c)  Die Spaltung des Fistelgangs ist die häufigste klassische Operation in der Analfistelchirugie.

d)  Die Fadenbehandlung wird nur zur Drainage einer abszedierenden Fistel verwendet.

e)  Die Risikofaktoren umfassen hauptsächlich das männliche Geschlecht und CED.



a) Falsch. In der Klassifikation werden fünf Hauptgruppen der Analfisteln unterschieden:

intersphinktär (Typ I nach Parks)

transsphinktär (Typ II nach Parks)

suprasphinktär (Typ III nach Parks)

extrasphinktär (Typ IV nach Parks)

subanodermal (Typ V nach Parks). Kryptoglanduläre Analfisteln können nach ihrer Beziehung zum Sphinkterapparat in intersphinktäre, transsphinktäre und suprasphinktäre Analfisteln eingeteilt werden. Die außerhalb des Schließmuskels gelegenen subanodermalen und extrasphinktären Fisteln sind keine typischen Analfis- teln. Im klinischen Alltag ist es sinnvoll, zwischen distalen und proximalen transsphinktären Fisteln in Abhängigkeit vom Ausmaß des betroffenen Schließmuskelanteils zu unterscheiden. Eine Sonderform ist die Hufeisenfistel (innere Öffnung bei 6 oder 12 Uhr SSL mit äußeren Öffnungen auf beiden Glutealseiten).

b) Falsch. Eine bildgebende Diagnostik ist nur in Ausnahmefällen erforderlich. Eine Indikation kann sich insbesondere bei trans- und suprasphinktären Rezidivfisteln oder bei ausgedehnten Befunden ergeben. EUS und MRT sind weitgehend als gleichwertig anzusehen. Die wichtigsten diagnostischen Maßnahmen sind die digitale Untersuchung und die Sondierung der Fistel. Der Nachweis einer äußeren Fistelöffnung sollte die Indikation zur operativen Intervention (ein Sonderfall besteht bei CED) darstellen.

c) Richtig. Das häufigsten angewandte Operationsverfahren stellt die Spaltung der Fistel, d. h. die Durchtrennung des zwischen Fistelgang und dem Analkanal gelegenen Gewebes, dar. Hier werden zwei Verfahren unterschieden: die Fistelspaltung mit reiner Durchtrennung des Gewebes zwischen dem Fistelgang und dem Anoderm und die Fistulektomie mit radikaler Entfernung des Fistelgangs. Die postoperativen Inkontinenzraten werden in der Literatur als niedrig beschrieben, stellen jedoch eine schwere Komplikation dar. Das Inkontinenzrisiko steigt mit der Menge an durchtrenntem Sphinkteranteil.

d) Falsch. Die wichtigste Funktion der Fadendrainage in der Vorbereitung einer späteren definitiven Sanierung bei im Rahmen einer Abszessdrainage bei nachgewiesenen transsphinktären Analfisteln. Ziel dieses Verfahrens ist die Stabilisierung des Fistelgangs während des Abklingens der akuten Entzün- dung und ein zweizeitiges Verfahren in 8–12 Wochen

e) Falsch. Neben M. Crohn und dem männlichen Geschlecht werden Lebens- stil, Adipositas, hoher Salzkonsum, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Vor- handensein von Dermatosen, Rauchen, Alkoholkonsum, sitzende Tätigkeit, exzessiv scharfe Speisen, mangelnde Bewegung und längeres Sitzen auf der Toilette bei der Defäkation sowie psychosozialer Stress als Risikofaktoren für ein Fistelleiden beschrieben. Im Zusammenhang mit CED (insbesondere bei Morbus Crohn) finden sich atypische Abszessformen.

9. Welche Aussagen zum Analmukosaprolaps und Rektumprolaps treffen zu?

a)  Der Rektumprolaps ist vom Analmukosaprolaps abzugrenzen.

b)  Die häufigsten Symptome des Rektumprolaps sind der eigentliche Rektumvorfall, die Obstipation und die Blutung.

c)  Defäkographie und die Manometrie stellen wichtige Untersuchungen in der Diagnostik eines Rektumprolaps dar.

d)  Der Analmukosaprolaps kann konservativ behandelt werden

e)  Eine Operationsindikation sollte trotz erhöhten Alters der Patienten gestellt werden.


a)  Richtig. Der Analmukosaprolaps bezeichnet eine Vorstülpung des Analkanals vor den Schließmuskel. Dies entsteht häufig auf Grundlage von ausgeprägten Hämorrhoiden. Differentialdiagnostisch abzugrenzen ist der Rek- tumprolaps, bei dem es sich um einen Vorfall aller Wandschichten des Rektums handelt, der durch eine Schwäche des Beckenbodens bedingt ist. Die Abgrenzung erfolgt über die Fältelung der vorgefallenen Struktur: der Analprolaps zeigt radiäre Schleimhautfalten, der Rektumprolaps zeigt zirkuläre Schleimhautfalten. Therapeutisch steht initial die konservative Therapie (abschwellende Maßnahmen, Analgesie, Reposition) im Vordergrund. Zur dauerhaften Therapie ist häufig eine chirurgische Therapie notwendig.

b)  Richtig. Neben Obstipation, Prolaps und Blutungen tritt eine Schmierinkontinenz auf, da der Sphinkter nicht mehr vollständig den Anus verschließt. Weitere Symptome umfassen Schleimabgänge, Tenesmen, Schmerzen, Nässen, Diarrhoen sowie das Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung.

c)  Richtig. Ein Rektumprolaps ist in erster Linie eine klinische Diagnose. Im Rahmen der apparativen Diagnostik sollten eine konventionelle oder eine MR-Defäkographie durchgeführt werden. Die Bildgebung eines Kolonkontrasteinlaufs sollte ein Sigma elongatum ausschließen, welches ansonsten mitreseziert werden sollte. Eine Koloskopie zum Ausschluss eines malig- nen Geschehens sollte erwogen werden. Die Sphinktermanometrie ist bei Inkontinenz indiziert.

d)  Richtig. Beim Analmukosaprolaps sollten konservative Maßnahmen wie manuelle Reposition, analgetische antiphlogistische Therapie, Stuhlregulation, lokale Kühlung versucht werden. Bei deren Versagen kommen die Staplerhämorrhoidektomie nach Longo oder die konventionellen Hämorrhoidektomie in Betracht.

e)  Richtig. Beim Rektumprolaps gibt es verschiedene Verfahren, die je nach Operationsfähigkeit und Schwere des Prolapses eingesetzt werden können. Angestrebt werden sollte dabei eine Beseitigung der Ursache durch die Verbesserung der Beckenbodenstatik und damit verbundener optimierter Kontinenz- und Stuhltransportleistung im Rahmen eines laparoskopischen Rektopexie (Mobilisation, Hochzug und Fixierung des Rektums am Promotorium) oder Resektionsrektopexie (Rektopexie mit partieller Sigmaresektion). Ebenfalls können als lokal-äußerliche Verfahren eine transperineale Rektosigmoidresektion nach Altemeier oder die STARR- Operation (stapled transanorectal resection) erfolgen.

10. Welche grundlegenden Aussagen zur Inkontinenz sind zutreffend?

a)  Inkontinenz kann kongenitale und erworbene Ursachen haben.

b)  Die Einteilung der Stuhlinkontinenz erfolgt in vier Graden.

c)  Empfohlen wird bei inkontinenzspezifischen Untersuchungen u. a. die perianale Inspektion, die digitale Palpation, eine Rektoskopie oder rektale Endosonographie. Die Überprüfung des Anokutanreflexes gehört jedoch nicht dazu.

d)  Die Elektrostimulation ist eine erfolgversprechende Basistherapie innerhalb der konservativen Therapie der analen Inkontinenz.

e)  Bei Sphinkterdefekten ist die Sphinkterrekonstruktion die Methode der Wahl.




a) Richtig. Als kongenitale Ursachen der Inkontinenz sind die anorektale Anomalie, Spina bifida und der Morbus Hirschsprung zu nennen. Erworbene Ursachen beinhalten die neurologische Inkontinenz (Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Rückenmarksverletzungen, zerebrovaskulärer Insult), Störungen des autonomen Nervensystems (Diabetes mellitus), Alter, gastrointestinale Erkrankungen, Eingriffe im kleinen Becken (Operationen, Bestrahlungen), Schließmuskelverletzungen und Rektumentleerungsstörungen (Überlaufinkontinenz, Rektumprolaps).

b) Falsch. Am Häufigsten wird die klinische Einteilung der Stuhlinkontinenz nach Parks in drei Grade benutzt:

• Grad 1: Leichte Form mit unkontrolliertem Abgang von Winden,

• Grad 2: Mittlere Form mit unkontrolliertem Abgang von dünnflüssigem Stuhl,

• Grad 3: Schwere Form mit unkontrolliertem Abgang von geformtem Stuhl.

Die Häufigkeit der Stuhlverluste wie auch die Lebensqualität der Patienten ist in dieser Einteilung nicht berücksichtigt.

c) Falsch. Durch den Anokutanreflex wird der M. sphinkter ani externus auf seine neuromuskuläre Intaktheit überprüft. Dabei kommt es durch Berührung der perianalen Haut zur Kontraktion des M. sphinkter ani externus. Bei Auslösung ist die Integrität des N. pudendus und des sakralen Plexus intakt. Bei einer neurogenen Inkontinenz kann der Reflex fehlen.

d) Richtig. Zu den Möglichkeiten der konservativen Therapie gehören stuhlregulierende Maßnahmen, die medikamentöse Therapie mit zum Beispiel Phenylephrine-Gel zur Erhöhung des Schließmuskeldrucks, Beckenboden- training und die Magnetfeldtherapie. Bei der Elektrostimulation können Formen der analen Inkontinenz ohne größeren Sphinkterdefekt therapiert werden. Durch die wiederholte Stimulation des Schließmuskels mittels einer im Analkanal platzierten Sonde, kann in den schweren Fällen eine Stärkung der Muskulatur erfolgen.

e) Richtig. Bei traumatischen Verletzungen ist die Sphinkterrekonstruktion durch direkte Naht das Mittel der Wahl. Besteht kein umschriebener Defekt, war lange die dorsale Raffung (post-anal repair), die ventrale Raffung (pre- anal repair) oder die kombinierte Raffung (total pelvic floor repair) indi- ziert. Langzeitergebnisse zeigten jedoch hohe Inkontinenzraten, so dass diese Raffung nur noch vereinzelt durchgeführt wird. Neuere Methoden sind dagegen ein Sphinkterersatz durch die Graziloplastik, der künstliche Schließmuskel (artificial bowel sphincter) oder die sakrale Nervensti- mulation.

11. Welche Aussagen zum Analkarzinom treffen zu?

a)  Es wird zwischen einem Analrandkarzinom und einem Analkanalkarzinom unterschieden.

b)  Risikofaktoren für das Analkarzinom sind. Infektionen mit dem humanem Papillomavirus und HIV-Infektionen.

c)  Tumoren bis 2 cm Größe können im Rahmen einer Biopsie zur Diagnosesicherung komplett abgetragen werden.

d)  Die meisten Patienten erhalten eine Radiochemotherapie.

e)  Seltene maligne Tumoren im Anorektum sind das Melanom und das neuroendokrine Karzinom.




a)  Richtig. Es wird aus anatomischen, therapeutischen und prognostischen Gründen zwischen einem Analrandkarzinom und einem Analkanalkarzi- nom differenziert. Das Analrandkarzinom tritt in einem 5 cm großen peri- analen Radius auf und geht an der Linea anocutanea als Grenzlinie in das Analkanalkarzinom über. An der Grenzlinie geht das Anoderm (nichtver- horntes Plattenepithel) in die Perianalhaut (verhorntes Plattenepithel) über. Alle Malignome in dem Analkanal, der sich zwischen dem Ober- und Un- terrand des M. sphinkter ani internus befindet, werden als Analkanalkarzinome bezeichnet.

b)  Richtig. Verschiedene Faktoren können zur Entstehung eines Analkarzinoms führen, wobei die Infektion mit HPV-Stämmen (16, 18, 35) im Vordergrund steht. Eine erhöhte Inzidenz tritt auch bei HIV-Patienten auf. Hämorrhoiden, Abszessen, Fisteln und anderen benignen Läsionen sind nicht mit einem langfristig erhöhten Analkarzinomrisiko assoziiert.

c)  Falsch. Nur Tumore <1 cm, sollten als Biopsie-Eingriff komplett abgetragen werden. Bei größeren Malignomen ist eine Probebiopsie indiziert. Zur Beurteilung der Tumorausdehnung und Lymphknotenbeteiligung im Rahmen des Tumorstagings ein CT/MRT des Abdomens und eine Endosonographie zur Komplettierung der Diagnostik sinnvoll. T1-Karzinome unter 2 cm können chirurgisch mit einem Sicherheitsabstand von 0,5 cm en bloc reseziert werden.

d)  Richtig. Die Radiochemotherapie mit 5-Fluorouracil und Mitomycin C ist die Therapie der Wahl beim Analkarzinom. Eine primär-chirurgische Behandlung in kurativer Intention sollte nur bei gut differenzierten Analrandkarzinomen (T1, N0) vorgenommen werden. Die radikale abdominoperi- nealen Rektumamputation wird bei fortgeschrittenen Tumoren nach Radiochemotherapie bei 10–30 % der Patienten durchgeführt. Richtig. Das maligne Melanom macht ungefähr 1 % aller Analkarzinome aus. Meistens handelt es sich hierbei um eine Metastase der Haut. Die lokale Resektion mit Sicherheitsabstand erfolgt nach erfolgter Umfelddiagnostik.

12. Welche Aussagen zum Analkanalkarzinom treffen zu?

a)  Histologisch handelt es sich meist um ein Adenokarzinom.

b)  In der Einteilung wird zwischen Analkanal- und Analrandkarzinomen unterschieden.

c)  Die Therapie des Analkanalkarzinoms ist in erster Linie chirurgisch.

d)  Oxaliplatin findet in Kombination mit einer Bestrahlung bei der Therapie des Analkanalkarzinoms eine Anwendung.

e)  Bei einem kleinen Tumor unter 2 cm ohne Sphinkterinfiltration kann eine primäre chirurgische Resektion erfolgen.


a)  Falsch. Es handelt 80 % um Plattenepithelkarzinome und in 20 % um Adenokarzinome. Über 80 % der Karzinome sind mit einer HPV-Infektion assoziiert (insbesondere HPV 16, 18 und 33).

b)  Richtig. Als Analkanalkarzinom wird ein Tumor zwischen der Linea ano- rectalis und der Linea anocutanea beschrieben. Als Analrandkarzinom bezeichnet man einen Tumor distal der Linea anocutanea mit einem Radius bis zu 5 cm.

c)  Falsch. Analog zu den Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus und des Mund- und Rachenraumes gilt diese Tumorentität als strahlensensibel. Die Therapie basiert in erster Linie auf einer kombinierten Radiochemotherapie. Die chirurgische Therapie erfolgt als Nachresektion von Tumorresi- duen nach kombinierter Radiochemotherapie als abdominoperineale Rektumextirpation.

d)  Falsch. Normalerweise erfolgt eine Radiochemotherapie mit 50–59 Gray in Kombinationstherapie mit 5-FU und Mitomycin C. Oxaliplatin wird bei kolorektalen Adenokarzinomen angewandt.

e) Richtig. Bei kleineren (<2 cm, T1, N0, M0), oberflächlich gelegenen Tu- moren, insbesondere des Analrands und des unteren Analkanals ohne Infilt- ration des Sphinkter ani externus und ohne Lymphknotenmetastasen, kann die primäre operative Entfernung mit einem Sicherheitsabstand von min- destens 0,5 cm erfolgen.

13. Welche Aussagen zur Versorgung eines Patienten mit Sinus pilonidalis treffen zu?

a)  Der Sinus pilonidalis ist eine erworbene Erkrankung.

b)  Es werden die asymptomatische, die akute abszedierte und chronische Form unterschieden.

c)  Die Behandlungsmethoden der verschiedenen Formen sind gleich.

d)  Neben einer Limberg-Plastik besteht auch die Möglichkeit eine Karydakis-Plastik zur plastischen Deckung des Defektes nach Exzision eines Sinus pilonidalis durchzuführen.

e)  Als minimalinasive Methode wird das sogenannte Pit Picking beschrieben.




a)  Richtig. Der Pilonidalsinus oder Sinus pilonidalis (pilus=Haar, nidus=- Nest) ist eine akut oder chronisch verlaufende erworbene Entzündung im subkutanen Fettgewebe, überwiegend im Bereich der Steißbeinregion. Die Häufigkeit des Sinus pilonidalis wurde mit 26/100.000 Einwohner/Jahr an- gegeben; ist aber aus noch unbekannten Gründen zunehmend.

b)  Richtig. Abgebrochene Haare wachsen mit ihren wurzelnahen Enden in die Haut hinein. Dadurch entstehen so genannte Pori, die Haare enthalten kön- nen. Die Hornschuppen der Haare fungieren Widerhaken, wodurch das Haar bis in das subkutane Fettgewebe eindringt. Dort entwickelt sich ein Fremdkörpergranulom, das nicht spontan heilt (asymptomatische Form), sich aber infizieren kann (abszedierende und chronische Form). Starke Behaarung sowie und übermäßige Schweißsekretion scheinen die Entstehung des Pilonidalsinus zu begünstigen.

c)  Falsch. Ein asymptomatischer Pilonidalsinus persistiert lebenslang und kann in eine akute Form oder in das chronische Stadium übergehen. Eine prophylaktische Behandlung beim asymptomatischen Patienten ist nicht erforderlich. Bei akuter Abszedierung ist ein zweizeitiges Vorgehen die Methode der Wahl. Der Abszess sollte zunächst eröffnet und drainiert werden. Die definitive Versorgung des Sinus pilonidalis erfolgt sekundär als zwei- zeitiges Verfahren nach Abklingen der Infektion.

Bei der chronischen Form erfolgt die Therapie als elektiver Eingriff mit plastischer Rekonstruktion als definitiven Versorgungsoptionen. d) Richtig. Die Limberg- und die Karydakis-Plastik werden als plastische Re- konstruktionsverfahren in der Leitlinie empfohlen und haben vergleichbare Langzeitergebnisse. Bei der Limberg-Plastik erfolgt eine rautenförmige Ex- zision des Sinus mit Bildung eines gleichartig gestalteten subkutanen Lap- pens. Bei der Karydakis-Plastik wird der Sinus ellipsenförmig exzidiert und subkutanes Gewebe der Gegenseite zum Wundverschluss mobilisiert. Eine Mittelliniennaht geht mit Wundheilungsstörungen und einer erhöhten Rezi- divrate einher und wird daher nicht empfohlen.

e) Richtig. Das Pit Picking stellt eine minimal-invasive Behandlungsoption für die chronische Erscheinungsform des Sinus pilonidalis dar, wobei mit einer höheren Rezidivrate im Vergleich zu den plastischen Deckungen gerechnet werden muss. Beim Pit Picking werden die Primärfisteln in der Rima ani über 1 mm Breite und 2–3 mm Tiefe deepithelialisiert (herausgepickt), um deren Ausheilen zu ermöglichen. Die Methode eignet sich für nicht voroperierte Patienten mit begrenztem Lokalbefund und wird in der Leitlinie wegen fehlender Langzeitdaten nur eingeschränkt empfohlen.

14. Welche Antworten zur chronischen Obstipation (obstructed defaeca- tion syndrome, ODS) treffen zu?

a)  Per definitionem müssen Symptome wie harter Stuhlgang und eine geringe Stuhlfrequenz unter 3 mal/Woche über mindestens 12 Wochen vorliegen.

b)  Eine Harninkontinenz bzw. eine Deszensus uteri können assoziiert sein.

c)  Ein totaler Rektumprolaps gehört zur Definition der ODS dazu.

d)  Eine Rektozele kann allein zu einer ODS führen.

e)  Die chirurgische Therapie beinhaltet endorektale Verfahren wie eine Operation nach STARR oder Altemayer und die laparoskopische Rektopexie bzw. Resektionsrektopexie.


a) Richtig. Weitere Symptome sind: Notwendigkeit von starkem Pressen, Gefühl der analen Blockierung und manuelle Stimulation sowie das Gefühl der inkompletten Entleerung. Es müssen mindestens zwei der Symptome vorliegen.

b) Richtig. Da das ODS die Folge einer Dysfunktion des Beckenbodens ist, können sowohl das urogenitale als auch das anorektale Kompartiment be- troffen sein. Die Behandlung der Patienten sollte interdisziplinär im Rahmen eines Beckenbodenzentrums erfolgen.

c) Falsch. Bei dem ODS liegt häufig eine Intussuszeption (innerer Prolaps), aber kein externer Prolaps vor.

d) Richtig. Bei dem ODS kann entweder die Rektozele oder die Intussuszeption (oder beides) bestehen. Eine ausgeprägte Rektozele, die durch die Scheidenhinterwand nach außen prolabiert, ermöglicht nur nach digitaler Reposition eine Defäkation.

e) Richtig. Die chirurgische Therapie beinhaltet endorektale Verfahren wie eine Operation nach STARR oder Altemayer und abdominalchirurgischen Verfahren wie die laparoskopische Rektopexie bzw. Resektionsrektopexie.

3. Welche Aussagen über die Anatomie der Leistenregion treffen zu?

a)  An der sensiblen Versorgung der Leistenregion sind größtenteils der N. ilioinguinalis, N. iliohypogastricus und N. genitofemoralis beteiligt.

b)  Im ‚Triangle of Pain‘ sind der N. cutaneus femoris lateralis und der N. ileoinguinalis bei der Präparation gefährdet.

c)  Als ‚Triangle of Doom‘ bezeichnet einen dreieckigen Bezirk unterhalb des inneren Leistenrings, der die A. und V. iliaca externa beinhaltet.

d)  Der Ductus deferens verläuft vom inneren Leistenring ausgehend nach lateral und die A. und V. testicularis nach medial.

e)  Die so genannte ‚Corona mortis‘ ist ein lateral der epigastrischen Gefäße liegendes Kranzgefäß.



a)  Richtig. N. ilioinguinalis, N. iliohypogastricus und N. genitofemoralis sind entscheidend für die Entwicklung neuralgischer Schmerzen und insbesondere für den chronischen Leistenschmerz. Verletzungen des R. genitalis des N. genitofemoralis führen zu Schmerzeinstrahlungen in den Hoden oder die Schamlippe, Verletzungen des N. cutaneus femoralis lateralis und des R. femoralis des N. genitofemoralis zu Schmerzen in den Oberschenkel. Irritati- onen des N. ilioinguinalis und des N. iliohypogastricus strahlen in den Unterleib- und Flankenbereich aus.

b)  Falsch. Neben dem N. cutaneus femoris lateralis verläuft medial der N. genitofemoralis, der bei der Präparation gefährdet sein kann.

c)  Richtig. Im ‚Triangle of Doom‘ muss auf Grund des Blutungsrisikos bei Gefäßverletzung sehr vorsichtig präpariert und auf die lokale Verwendung von Klammergeräten verzichtet werden.

d)  Falsch. Der Ductus deferens verläuft nach medial/kaudal in Richtung Prostata und die Testiculargefäße nach lateral/kaudal.

e)  Falsch. Die ‚Corona mortis‘ ist ein medial der epigastrischen Gefäße liegende starke Gefäßverbindung zwischen der A. epigastrica inferior und der A. obturatoria. Bei Verletzungen kann es zu unerwartet starken Blutungen kommen.

5. Welche Aussagen der EHS in den Leitlinien für die operative Behandlung von Leistenhernien treffen zu?

a) Zur Versorgung der primären einseitigen Leistenhernie ist die Lichtenstein Operation das Verfahren der Wahl.

b)  Zur Versorgung der primären beidseitigen Leistenhernie ist die Lichtenstein Operation oder eine minimal-invasive Operation das Verfahren der Wahl.

c)  Bei der Rezidivhernie sollte eine zum primären Verfahren gegensätzliche OP-Methode (offen/endoskopisch) eingesetzt werden.

d)  Die Verwendung von Netzen in der Leistenhernienchirurgie führt zu einer signifikanten Reduktion von Rezidiven.

e)  Die minimal-invasiven Verfahren führen zu mehr Komplikationen als die offenen Leistenhernienreparationen.



a)  Falsch. Das Verfahren der Wahl ist eine Operation mit Netzimplantation, jedoch kann sowohl eine offene als auch eine minimal-invasive Operation erfolgen.

b)  Richtig. Wie bei der einseitigen Hernie sind beide Techniken möglich. Allerdings sollte aufgrund der frühzeitigeren Belastbarkeit und geringeren Schmerzsymptomatik die minimal-invasive Variante bei beidseitigen Leistenhernien bevorzugt werden.

c)  Richtig. Bei Rezidivleistenhernien sollte nach einem minimal-invasiven, posterioren Verfahren ein offenes, anteriores Verfahren und umgekehrt erfolgen.

d)  Richtig. Wenn jedoch beispielsweise bei jungen Patienten mit kleinem Bruch ein Operationsverfahren ohne Netzimplantation angewandt wird, so ist die Shouldice-Operation zu bevorzugen.

e)  Falsch. Die laparokopischen Techniken führen zu einer geringeren Rate an Wundinfektionen, weniger Schmerzen und Hämatomen und einer früheren Vollbelastung.

6. Welche der Abkürzungen sind korrekt?

a)  TEP = Total Extraperitoneale Patchplastik

b)  IPOM = Intraperitoneales Onlay Mesh

c)  TIPP = Transinguinale Präperitoneale Plastik

d)  TAPP = Totale Abdominale Präperitoneale Patchplastik.

e)  MILOS = Mini or Less Open Sublay




a) Richtig. Hier handelt es sich um ein extraperitoneales Verfahren. Auf dem hinteren Faszienblatt der Rektusscheide wird hierbei ein künstlicher Raum erschaffen, der streng extraperitoneal liegt. Es sollten demnach auch keine intraabdominalen Adhäsionen postoperativ auftreten.

b)  Richtig. Wichtig ist hier die Betonung auf die intraperitoneale Lage, da bei dem in der offenen Herniotomie angewandten Onlay-Verfahren das Netz immer extraperitoneal liegt. Eine IPOM-Operation erfolgt laparoskopisch.

c)  Richtig. Bei dieser offenen Variante der Herniotomie der Leistenhernie besitzt das Netz einen verstärkten Rand und wird über den inneren Leistenring (transinguinal) eingebracht und liegt dementsprechend präperitoneal. Es handelt sich um ein sehr selten angewandtes Verfahren. Allerdings kann die korrekte Lage des Netzes nicht wie bei der TAPP oder TEP visuell überprüft werden.

d)  Falsch. Richtig wäre der Begriff ‚Transabdominale Präperitoneale Plastik‘ (oder auch Netzplastik). Im Gegensatz zur TEP ist der Zugang von transabdominal und das Peritoneum muss eröffnet werden. In großen Studien konnte kein relevanter Unterschied zur TEP bezüglich des eröffneten Peritoneums festgestellt werden.

e)  Richtig. MILOS ist ein endoskopisch-assistiertes Operationsverfahren, welches der klassischen Sublay-Operation ähnelt und für Bauchwandhernien entwickelt wurde. MILOS steht für Mini- or Less Open Sublay.


7. Welche technischen Details treffen für das TAPP-Verfahren zu?

a)  Ein offener Zugang bei der Anlage des Pneumoperitoneums ist zu bevorzugen, da er weniger Komplikationen aufweist.

b)  Es sollte nach Lipomen gesucht und falls vorhanden, sollten diese entfernt werden.

c)  Da bei der TAPP Netze eingebracht werden, sollte immer eine Antibiotikaprophylaxe erfolgen.

d)  Bei größeren direkten Hernien sollte die Fascia transversalis am Cooper’schen Ligament adaptiert werden, um einem Serom vorzubeugen.

e)  Das Peritoneum muss am Ende der Operation immer komplett verschlossen werden.




a) Falsch. Es gibt keine definitive Evidenz, dass der offene Zugang weniger Komplikationen aufweist, als z. B. die Anlage des Pneumoperitoneums mit einer Veress-Kanüle.

b)  Richtig. Verbliebene größere Lipome können ein Rezidiv vortäuschen und führen dadurch gehäuft zu weiteren Operationen und Unzufriedenheit der Patienten. Daher sollte die Inspektion des inneren Leistenrings zur Routine gehören.

c)  Falsch. Es gibt nach den Richtlinien der IEHS (International Endo Hernia Society) keine Empfehlung für eine Antibiotikaprophylaxe bei der TAPP oder TEP

d)  Richtig. Dabei kann die Faszie z. B. mit einer Naht oder einer Schlinge fixiert werden.

e)  Richtig. Das eröffnete Peritoneum sollte verständig verschlossen werden, um Adhäsionen des Netzes am Darm oder Netzdislokationen nach intraabdominell zu vermeiden. Dabei bleibt es dem Operateur überlassen, ob er das Peritoneum fortlaufend oder in Einzelknopftechnik verschließt.

8. Welche technischen Details treffen für die TEP zu?

a)  Eine Ballondissektion sollte erfolgen, um den extraperitonealen Raum zu erschaffen.

b)  Bei der Trokarplatzierung werden alle Arbeitstrokare in der Mittellinie platziert.

c)  Bei einer Verletzung des Peritoneums im Rahmen der TEP und dessen Eröffnung muss dieser Defekt immer verschlossen werden.

d)  Im Gegensatz zu der TAPP muss bei der TEP die Fascia transversalis nicht an dem Cooperschen Ligament zur Seromprophylaxe fixiert werden.

e)  Drainagen sollten immer eingelegt werden, um die Ausbildung eines Seroms oder Hämatoms zu verhindern.




a)  Richtig. Die Ballondilatation ist insbesondere in der Lernphase hilfreich, um den richtigen Raum zu erschaffen und führt zu einer signifikanten Schmerzreduktion innerhalb der ersten 6 Stunden postoperativ, zu einem geringeren Skrotalödem und zu einer verringerten Serombildung. Es kann auch eine stumpfe Präparation erfolgen.

b)  Richtig. Entweder werden beide 5 mm Arbeitstrokare in der Mittellinie oder ein 5 mm Trokar in der Mittellinie und ein 5 mm Trokar lateral platziert. Beide Techniken der Trokarplatzierung sind als gleichwertig anzusehen. c) Falsch. Bei kleineren Defekten kann das Peritoneum offen gelassen werden. Bei großen Defekten sollte jedoch das Peritoneum verschlossen werden, da es kann bei einem Nichtverschluss zu Darmadhäsionen im Falle von Netzdislokationen kommen kann.

d)  Falsch. Auch bei der TEP sollte nach Möglichkeit eine Fixierung durchgeführt werden.

e)  Falsch. Drainagen müssen nicht eingelegt werden, können jedoch bei speziellen Indikationen wie Blutungen oder Koagulopathien verwendet werden.

9. Welche Aussagen zur Operation nach Shouldice treffen zu?

a)  Prinzipiell ist es ein offenes, transinguinales Nahtverfahren zur Reparation von Defekten der Hinterwand des Leistenkanals.

b)  Der Leistenschrägschnitt ist der klassische Zugang für eine offene Hernienoperation mit einem besseren kosmetischen Ergebnis als der Horizontalschnitt.

c)  Wenn der N. ilioinguinalis sichtbar ist, sollte er reseziert werden.

d)  Zu der Operationstechnik gehören die Durchtrennung der Vasa cremasterica externa und die Spaltung des M. cremaster.

e)  Ein großer lateraler Bruchsack sollte nicht immer komplett reseziert werden.




a)  Richtig. Die erstmals 1945 von Shouldice beschriebene Technik beinhaltet die Verstärkung der Hinterwand des Leistenkanals durch eine Doppelung der Fascia transversalis durch eine fortlaufende Naht.

b)  Falsch. Der Horizontalschnitt in der inguinalen Beugefalte führt zu einem besseren kosmetischen Ergebnis und sollte nicht mehr als 4–7 cm betragen.

c)  Falsch. Der Nerv sollte nur reseziert werden, wenn er nicht mehr in seiner Hüllfaszie liegt.

d)  Richtig. Es erfolgt die Präparation der Vasa cremasterica externa medial am inneren Leistenring mit anschließender Durchtrennung. Der M. cremaster wird auf einer Länge von ca. 2 cm am inneren Leistenring längs gespalten und am inneren Leistenring ligiert.

e)  Richtig. Bei großen lateralen Bruchsäcken besteht durch eine umfangreiche Präparation die Gefahr der Gefäßverletzungen im Plexus pampiniformis, wodurch postoperativ ischämische Orchitiden entstehen können. Um dem vorzubeugen, kann der Bruchsack am inneren Leistenring durchtrennt und nach proximal verschlossen werden. Die Gefahr einer Serombildung im belassenen distalen Bruchsack ist gering.

10. Welche Aussagen zur Hernienversorgung nach Lichtenstein sind zutreffend?

a)  Direkte Hernien sollten immer reseziert werden.

b)  Der Bruchsack sollte bei indirekten Hernien reseziert und mit einer Naht versenkt werden.

c)  Das Netz sollte die Hinterwand weit medial überlappen.

d)  Die Fixierung des Netzes muss mit einem resorbierbaren Faden erfolgen.

e)  Das Netz muss spannungsfrei der Hinterwand aufliegen und sollte eine Länge von 6 cm aufweisen.




a)  Falsch. Mediale Hernien werden reponiert, bei lateralen Hernien wird der Bruchsack reseziert. Bei größeren medialen Hernien (ab >3 cm) kann der Bruchsack reseziert und spannungsfrei mit einer nicht-resorbierbaren Naht versorgt werden. Dies führt zu einer besseren Übersicht und vereinfacht die Netzplatzierung.

b)  Richtig. Soweit dieses möglich ist und nicht den Plexus pampiniformis schädigt.

c)  Richtig. Wichtig ist eine mindestens 2 cm lange Überlappung bis zum mittleren Schambeinast mit Fixierung an der Faszie des M. rectus abdominis, um medialen Rezidiven vorzubeugen. Das Periost sollte nicht mitgestochen werden.

d)  Falsch. Es sollte hierbei ein nicht-resorbierbarer Polypropylen-Faden der Stärke 3/0 oder 2/0 verwendet werden. Die Naht sollte ca. 2 cm mediokranial des Tuberculum pubicum starten. Dabei wird das Netz an der lateralen Faszie des M. rectus abdominis fixiert und dann fortlaufend am Leistenband bis zum inneren Leistenring vernäht.

e)  Falsch. Es empfiehlt sich das in der Regel vorhandene Netz der Größe 15 × 10 cm während der Operation (und nicht vorher) individuell anzupassen, damit es spanungsfrei zu liegen kommt.

15. Welche Aussagen zur MILOS-Operation (minimally invasive or less open sublay) treffen zu?

a)  Die MILOS-Operation wird nur bei Bauchwandhernien angewandt.

b)  Die MILOS-Technik eignet sich auch für die Versorgung großer Narbenhernien.

c)  Die initiale Inzision erfolgt über dem größten Herniendefekt.

d)  Die weitere Präparation erfolgt endoskopisch oder unter direkter Sicht extraperitoneal e)  Das einzubringende Netz sollte die Hernie 4 cm überlappen.




a)  Falsch. Die MILOS-Operation ist ein neues endoskopisch-assistiertes Ver- fahren, bei dem minimalinvasiv die Kunststoffnetzeinlage im extraperitonalen Raum bei Bauchwand- und Narbenhernien erfolgt.

b)  Richtig. Das Verfahren ist auch für große Hernien geeignet. Auch laterale Bauchwandhernien und die posteriore Komponentenseparation können in MILOS-Technik durchgeführt werden.

c)  Richtig. Die OP beginnt mini-offen mit einem 2–6 cm langen Hautschnitt über dem Zentrum des größten Herniendefektes und der Freipräparation des Bruchsacks.

d)  Richtig. Die weitere total extraperitoneale Präparation erfolgt transhernial entweder unter direkter Sicht mit laparoskopischen Instrumenten oder endoskopisch. Nach Freipräparation eines etwa 10 cm durchmessenden extraperitonealen Raumes, kann der Eingriff in analog zur totalextraperitonealen Leistenbruchoperation (TEP) endoskopisch fortgeführt werden. De extra- peritoneale Präparation vom Rektuskompartment kann dabei bis in das laterale Kompartment ausgedehnt werden.

e)  Falsch. Das Das Kunststoffnetz sollte den Bruch ringsherum mindestens 5 cm überlappen. Auch die Implantation größerer Netze ist möglich.

16. Was trifft auf die Verfahren der Narbenhernienreparation zu?

a) Ein reines Nahtverfahren sollte bei der Narbenhernienreparation, wenn keine Kontraindikationen gegen ein Netz vorliegen, nicht mehr angewandt werden.

b)  Bei den alloplastischen Verfahren werden vier Methoden anhand der Netzlage unterschieden.

c)  Die Onlay-Mesh-Methode führt zu einer häufigeren Serombildung.

d)  Das Sublay-Verfahren ist aktuell das Standardverfahren der offenen Narbenhernienreparation.

e)  Bei der IPOM Technik muss das Netz im Gegensatz zum Sublay-Verfahren besonders gut fixiert werden.




a)  Richtig. Bei reinen Nahtverfahren liegen die Rezidivraten deutlich höher, so dass diese Therapie nicht mehr empfohlen werden kann.

b)  Richtig. Je nach Position des Netzes wird zwischen einer Onlay-Technik (Netz liegt subcutan auf der Faszie des M. rectus abdominis) und einer Inlay-Technik (Netz liegt zwischen den beiden Mm. rectus abdomini, entsprechend der Linea alba) unterschieden. Weiterhin gibt es die Sublay-Technik (Netz liegt retromuskulär auf derm hinteren Blatt der Rektusscheide) und das IPOM-Verfahren (Intraperitoneales Onlay-Mesh, ein beschichtetes Netz wird von intraabdominal auf das Peritoneum gelegt und transfaszial fixiert).

c)  Richtig. Auf Grund der ausgedehnten Präparation mit Ablösung des sub- kutanen Fettgewebes, entstehen postoperativ gehäuft Wundheilungsstörungen mit Serombildung und Rezidiven. Aus diesem Grund wird die Onlay-Technik nur noch selten durchgeführt.

d)  Richtig. Durch die retromuskuläre Lage stabilisiert sich das Netz anhand des intraabdominellen Drucks und führt so zu einem sicheren Bruchlückenverschluss mit geringen Rezidiv- und Infektionsraten.

e)  Richtig. Da das Netz intraperitoneal liegt besteht das Risiko von Darmadhäsionen, Adhäsionsileus und Fistelungen, insbesondere wenn der Netzrand Lücken aufweist.

17. Welche Aussagen zum Bauchdeckenverschluss bei komplizierte Narbenhernien mit großem Bauchwanddefekt sind zutreffend?

a)  Bei infizierten Polypropylen- oder Polyesternetzen ist eine sofortige Explantation indiziert.

b)  Das Risiko, eine enterokutane Fistel zu entwickeln, ist bei großen Bauchdeckenplastiken und bei Adhäsiolyse deutlich erhöht.

c)  Mit der Technik der Komponentenseparation können Defekte von bis zu 8 cm umbilikal und bis zu 4 cm suprasymphysär überbrückt werden.

d)  Die Standardnetzgröße bei TEP/TAPP sollte 8 × 10 cm betragen.

e)  Netze müssen nicht unbedingt fixiert werden.


a)  Falsch. Bei Polypropylen- oder Polyesternetzen kann ein konservativer Versuch mit systemischer antibiotischer Therapie, lokaler Gabe von Anti-septika und offener Wundbehandlung versucht werden. Infizierte Polytetrafluorethylen-Netze (PTFE-Netze) sollten dagegen explantiert werden.

b)  Richtig. Abhängig vom verwendeten Material wird in der Literatur die Fiste- lausbildung bei resorbierbaren Netzen mit bis zu 4 % und bei nichtresorbierbaren Netzen mit bis zu 25 % angegeben. Am häufigsten werden die Fisteln bei der Verwendung von Polyester-Netzen beobachtet. Zusätzlich haben Patienten mit Wanderung des Netzes, Wundinfekten, präoperativem Ileus oder einer In- karzeration ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer enterokutanen Fistel. Alle derzeit zugelassenen Netze führen zu Adhäsionen unterschiedlicher Ausprägung. Verwendet werden dürfen gegenwärtig nur PTFE- oder Composite- Netze, da das Risiko für Adhäsionen geringer ist.

c)  Falsch. Richtig angewandt können Defekte von bis zu 16 cm umbilikal und 6–8 cm suprasymphysär verschlossen werden.

d)  Falsch. Die Standardgröße ist 10 × 15 cm. Bei direkten Hernien über 3 cm wird auch die Größe 12 × 17 cm empfohlen.

e)  Richtig. Bei der TEP ist dieses bei Hernien bis 3 cm nicht notwendig. Bei der TAPP gibt es unterschiedliche Ansätze. Falls eine Fixierung indiziert, so erfolgt diese meist medial und/oder an der Symphyse, um die lateral gelegenen Nerven nicht zu gefährden. Es können Klebeverfahren oder resorbierbare Tacker verwendet werden.

1. Welche Aussagen zur Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen treffen zu?

a)  Bei einem erniedrigten basalen TSH-Spiegel und einer normalen fT4/ fT3-Konzentration spricht man von einer manifesten Hyperthyreose.

b)  Die Bestimmung von Calcitonin dient zur Erkennung eines medullären Schilddrüsenkarzinoms.

c)  Bei Verdacht auf Vorliegen einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung kann die Bestimmung von Autoantikörpern sinnvoll sein.

d)  Feinnadelpunktionen der Schilddrüse zur Diagnosesicherung sollten auf Grund der Gefahr von Punktionskanalmetastasen nicht durchgeführt werden.

e)  Die Bestimmung des Thyreoglobulin dient zum präoperativen Nachweis eines Karzinoms.


a)  Falsch. Ein erniedrigtes TSH mit einem normalen fT3/T4-Spiegel zeigt eine latente Hyperthyreose an. Erst bei einer Erhöhung der fT3/fT4-Konzentration spricht man von einer manifesten Hyperthyreose.

b)  Richtig. Da die Früherkennung des medullären Karzinoms die Überlebenschancen verbessert und medulläre Mikrokarzinome durch Sonographie oder Feinnadelpunktion nicht sicher ausgeschlossen werden können, wird die präoperative Bestimmung von Calcitonin vor Schilddrüsenoperationen empfohlen.

c)  Richtig. Äußert sich der Verdacht auf eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung sollten Antikörper bestimmt werden. Beim Morbus Basedow findet sich eine Erhöhung der TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK). Bei der Hashimoto-Thyreoiditis sind Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK) erhöht.

d)  Falsch. Die Feinnadelpunktion hat einen Stellenwert bei der Diagnostik suspekter Schilddrüsenknoten und dient der Abschätzung des Malignitätsrisikos. Insbesondere wenn eine nicht-operative Therapie erwogen wird. Metastasen im Punktionskanal sind extrem selten und haben keinen Einfluss auf die Prognose.

e)  Falsch. Das Thyreoglobulin ist ein sehr spezifischer Tumormarker für differenzierte Schilddrüsenkarzinome, ist jedoch nicht zum präoperativen Nachweis geeignet. Die Bestimmung des Thyreoglobulins dient vor Allem zur Rezidivdiagnostik und wird im Rahmen der postoperativen Nachsorge eingesetzt.

2. Welche Aussagen zur Knotenstruma sind zutreffend?

a)  Sobald eine Knotenstruma diagnostiziert wird, besteht die Indikation zur Operation.

b)  Bei Solitärknoten ohne Malignitätsverdacht kann eine Knotenexzision ausreichend sein.

c)  Echoarme Knoten findet man vor allem bei Adenomen und Karzinomen.

d)  Bei kalten Knoten kann eine Feinnadelpunktion (FNP) sinnvoll sein.

e)  Eine Kombination von Morbus Basedow mit einer Knotenstruma ist pathophysiologisch nicht möglich.



a)  Falsch. Je nach klinischer Symptomatik, Größe und laborchemischen Para- metern (TSH) kann eine Knotenstruma einer medikamentösen, radiothera- peutischen oder operativen Therapie zugeführt werden. Eine Indikation zur Operation besteht unter anderem bei lokalen Beschwerden, einer subklinischen/manifesten Hyperthyreose oder bei Malignitätsverdacht.

b)  Richtig. Bei Solitärknoten ohne Malignitätshinweis ist, je nach Knotengröße und intrathyreoidaler Lage, eine Knotenexzision mit Entfernung des umgebenden Randsaumes normalen Schilddrüsengewebes, eine subtotale Resektion oder eine Hemithyreoidektomie angezeigt. Bei malignitätsverdächtigen Knoten sollte grundsätzlich eine Hemithyreoidektomie erfolgen.

c)  Richtig. Autonome Adenome sowie Karzinome der Schilddrüse stellen sich sonographisch meist echoarm dar. Insgesamt erhöht sich die Malignitätswahrscheinlichkeit bei irregulären echoarmen Knoten mit zentraler Hypervaskularisation und Mikroverkalkung auf bis zu 80 %.

d)  Richtig. Schilddrüsenkarzinome stellen sie in der Szintigraphie in der Regel als kalte Knoten dar. Da in 5–15 % dieser Fälle ein maligner Tumor vorliegen kann, ist bei sonographisch echoarmen und szintigraphisch kalten Knoten eine FNP indiziert. Ein sonographisch echoarmer und szintigraphisch kalter Knoten ist hochverdächtig für Malignität.

e)  Falsch. Selten kommt eine Kombination beider Entitäten vor. Diese Erkrankung wird als ‚Marine-Lenhart-Syndrom‘ bezeichnet und wurde von den Chirurgen David Marine und Carl H. Lenhart 1911 erstmalig beschrieben. Sie bezeichnet das Auftreten einer Knotenstruma mit gleichzeitiger Schilddrüsenautonomie.

3. Welche Aussagen zu malignen Schilddrüsenerkrankungen treffen zu?

a)  Die bevorzugte Bildgebung bei fortgeschrittenem Tumorwachstum ist ein Kontrastmittel-CT.

b)  Das papilläre Schilddrüsenkarzinom metastasiert primär lymphogen.

c)  Die Inzidenz follikulärer Schilddrüsenkarzinome ist in Jodmangelgebieten erhöht.

d)  Anaplastische Schilddrüsenkarzinome sind prognostisch günstig.

e)  Bei Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom sollte eine Genanalyse durchgeführt werden.



a)  Falsch. Ein CT ist zwar zur Diagnostik geeignet, jedoch ist das MRT nach Möglichkeit die Bildgebung der Wahl, da ein Kontrastmittel-CT bei postoperativem Nachweis eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms die zeitgerechte Radiojodtherapie beeinträchtigt.

b)  Richtig. Papilläre Karzinome sind mit ca. 60 % die häufigsten Schilddrüsenkarzinome und prognostisch günstig mit einer hohen Gesamtüberlebens- zeit (10-JÜR bei Mikrokarzinom >99 %, ohne Fernmetas- tasierung >90 %). Der Metastasierungsweg ist lymphogen und geht zunächst in zervikale, später auch in mediastinale Lymphknoten.

c)  Richtig. In Deutschland machen follikuläre Schilddrüsenkarzinome ca. 30 % aller Schilddrüsenkarzinome aus. Jodmangel begünstigt die Entste- hung von differenzierten Schilddrüsenkarzinomen, besonders von follikulä- ren Schilddrüsenkarzinomen. Der Metastasierungsweg ist hämatogen (Lunge, Knochen) und die 10-Jahresüberlebensrate liegt bei minimal-invasiven Formen bei 95 %, bei breit-invasiven Formen bei 50 %.

d)  Falsch. Undifferenzierte, anaplastische Karzinome treten mit ca. 5 % aller Schilddrüsenkarzinome selten auf. Sie gehen mit einer sehr schlechten Prognose mit einer mittleren Überlebensrate von wenigen Monaten einher, sind schnell invasiv wachsend und zeigen früh Lymphknoten- und Fernmetastasen.

e)  Richtig. Bei Patienten mit medullären Schilddrüsenkarzinomen sollte eine Genanalyse auf eine Mutation im RET-Protoonkogen und ein Familienscreening mit genetischer Beratung durchgeführt werden (Auftreten mit familiärer Häufung in 15 % im Rahmen des MEN-Syndroms).

4. Welche Aussagen zu den nervalen Strukturen treffen zu?

a)  Der Nervus laryngeus recurrens ist insbesondere für die Phonation wichtig.

b)  Eine beidseitige Schädigung des Nervus laryngeus recurrens kann durch eine geeignete Sprachtherapie gut behoben werden.

c)  Der N. laryngeus superior spielt bei Schilddrüsenoperationen keine Rolle.

d)  Ein N. laryngeus recurrens non recurrens bezeichnet einen hohen Abgang des Nerven aus dem N. vagus ohne die A. subclavia zu umschlingen.

e)  Aufgrund der Gefahr einer Recurrensschädigung sollte die intraoperative Darstellung des Nervs nur bei Primäroperationen und nicht bei Rezidiveingriffen erfolgen.



a)  Richtig. Der N. laryngeus recurrens versorgt die intrinsische Muskulatur des Kehlkopfes mit Ausnahme des M. cricothyreoideus. Er ist für die Stimmbandfunktion verantwortlich.

b)  Falsch. Eine einseitige Schädigung des Nervs führt zu einem einseitigen Stimmbandfunktionsausfall. Dieser zeichnet sich durch Heiserkeit aus. Hier ist eine logopädische Therapie sinnvoll. Bei intraoperativer Überdehnung des Nervs ist die Symptomatik oft partiell oder vollständig reversibel. Eine beidseitige vollständige Schädigung macht in der Regel eine Tracheotomie erforderlich. Daher wird bei der Thyreoidektomie auf der prominenteren Seite begonnen und die Entfernung der kontralateralen Seite in derselben Sitzung nicht durchgeführt, sollte eine Schädigung des Nervus laryngeus recurrens vorliegen.

c)  Falsch. Der Ramus externus des Nervs versorgt den M. cricothyreoideus. Dieser ist für die Bildung hoher Töne verantwortlich. Der Nerv hat eine Lagebeziehung zur A. thyreoidea superior und kann bei der Präparation des oberen Poles verletzt werden. Daher ist die schilddrüsennahe Absetzung der A. thyreoidea superior wichtig.

d)  Richtig. Diese seltene Variante des Nervenverlaufs kommt in ca. 1 % der Fälle vor. Anstatt von kaudal zieht der Nerv von lateral an den Kehlkopf, dies muss intraoperativ berücksichtigt werden. Diese Variante tritt häufiger auf der rechten Seite auf.

e)  Falsch. Eine vorsichtige und schonende Darstellung des N. laryngeus recurrens ist sowohl bei Primär- als auch bei Rezidiveingriffen unabdingbar. Hierdurch wird das Risiko einer Nervenschädigung deutlich verringert.

5. Welche Aussagen zu Lymphknotenregionen im Bereich der Schilddrüse treffen zu?

a)  Es liegt eine international einheitliche Nomenklatur zu Lymphknotenregionen der Schilddrüse vor.

b)  Bei einem minimal-invasiven follikulären Karzinom ist eine Lymphadenektomie nicht indiziert.

c)  Beim papillären Schilddrüsenkarzinom finden sich häufiger laterale als mediastinale Lymphknotenmetastasen.

d) Bei intraoperativ nachgewiesenem onkozytären Karzinom sollten eine Thyoidektomie sowie eine zentrale Kompartmentresektion erfolgen. e) Die totale Thyreoidektomie mit lokaler Lymphadenektomie ist bei Karzi- nomnachweis meist Mittel der Wahl.




a)  Falsch. Es liegen international vier Klassifikationen zur Einteilung lokoregionärer Lymphknoten bei Schilddrüsentumoren vor. Die in Deutschland gebräuchliche Kompartment-Klassifikation teilt die Lymphknoten bei ma- lignen Schilddrüsentumoren in vier Kompartimente: zentral, ipsilateral zervikolateral, kontralateral zervikolateral und infrabrachiozephal.

b)  Richtig. Beim minimal-invasiven follikulären Karzinom ohne Gefäßinvasion werden keine Lymphknotenmetastasen beobachtet, sodass nur eine Hemithyreoidektomie (unter Mitnahme des Isthmus) ohne Komplettie- rungsoperation oder Lymphadenektomie notwendig ist. Ebenfalls wird beim papillären Mikrokarzinom (<1 cm, pT1a N0 M0) ohne Risikofaktoren nur eine Hemithyreoidektomie ohne weitere Lymphadenektomie empfohlen.

c)  Richtig. Mediastinale Lymphknotenmetastasen finden sich bei <5 % der Patienten. Laterale Lymphknotenmetastasen sind mit ca. 25 % deutlich häufiger, hier sollte bei vorliegendem Verdacht eine primäre laterale Kompartmentresektion erfolgen.

d)  Richtig. Das onkozytäre Schilddrüsenkarzinom ist eine zytologische Variante differenzierter Schilddrüsenkarzinome und tritt selten auf (<5 %). Die Diagnose wird durch den Nachweis von >75 % onkozytären Tumorzellen gestellt. Ihre aggressive Tumorbiologie führt zu einer erhöhten Anzahl an Lymphknoten- und Fernmetastasen. Daher sollte bei prä- oder intraoperativem Nachweis eine Thyreoidektomie mit zentraler Kompartmentresektion durchgeführt werden.

e)  Richtig. Bis auf wenige Ausnahmen (nodal negatives papilläres bzw. follikuläres Karzinom) ist die totale Thyreoidektomie mit lokaler Lymphadenekto- mie primäre Therapie der Wahl. Standardmäßig wird eine Lymphadenekto- mie des zentralen Kompartiments durchgeführt. Bei Lymphknotenmetastasen wird ebenfalls das laterale Kompartiment entfernt.

6. Welche Aussagen zu operativen Therapieverfahren und Strategien der Schilddrüse treffen zu?

a)  Die intraoperative Schnellschnittuntersuchung ist bei kalten Knoten nicht relevant.

b)  Beim Morbus Basedow ist primär die chirurgische Therapie indiziert.

c)  Bei papillären Karzinomen mit einer Größe von über 1 cm sollte eine totale Thyreoidektomie durchgeführt werden.

d)  Die Komplettierungsoperation bei postoperativem Nachweis eines papillären Schilddrüsenkarzinoms sollte in den ersten vier Wochen erfolgen.

e)  Unabhängig von der Tumorgröße sollte beim onkozytären Schilddrüsenkarzinom eine totale Thyreoidektomie durchgeführt werden.



a)  Falsch. Insgesamt haben intraoperative Schnellschnittuntersuchungen zwar eine eingeschränkte Aussagekraft, jedoch bei einer Hemithyreoidektomie bei suspekten kalten Knoten ihren Stellenwert, um bei Malignität ggf. eine Komplettierungsoperation oder Lymphadenektomie sofort durchzuführen.

b)  Falsch. Die Therapie der Wahl ist die medikamentöse Therapie mit Thyreostatika mit dem Ziel einer euthyreoten Stoffwechsellage. Bei erfolgloser medikamentöser Therapie besteht die Indikation zur Thyreoidektomie oder Radiojodtherapie. Vor einer Operation bzw. Radiojodtherapie sollte sichergestellt sein, dass eine euthyreote Stoffwechsellage vorliegt, um eine thyreotoxische Krise zu vermeiden.

c)  Richtig. Beim papillären Schilddrüsenkarzinom von >10 mm sollte eine totale Thyreoidektomie durchgeführt werden. Grund ist die Häufigkeit von multifokalen Tumorherden und einer lymphangischen Tumorausbreitung.

d)  Falsch. Wenn die Indikation zur Komplettierungsoperation besteht, sollte diese innerhalb der ersten vier Tage nach Primäroperation erfolgen. Erfolgt der histologische Karzinomnachweis erst später, so sollte auf Grund des Risikos von Nervenschädigungen ein Intervall von drei Monaten abgewartet werden. Falls der Primärtumor unvollständig entfernt wurde, muss die Komplettierung zum schnellstmöglichen Zeitpunkt erfolgen. Insgesamt ist die Indikation zur Komplettierungsoperation immer dann gegeben, wenn die initiale Operation nicht das dem Primärtumor entsprechende Resektionsausmaß hatte.

e) Richtig. Aufgrund der ungünstigen Prognose des onkozytären Karzinoms sollte unabhängig von der Tumorgröße eine totale Thyreoidektomie erfolgen. Bei follikulären und papillären Schilddrüsenkarzinomen ist hingegen die Tumorgröße für das Resektionsausmaß entscheidend.

7. Welche Aussagen zum Hyperparathyreoidismus treffen zu?

a)  Der primäre Hyperparathyreoidismus kann laborchemisch durch eine Erhöhung des Parathormons (PTH) und eine Hypercalcämie nachgewiesen werden.

b)  Die Anzahl der Nebenschilddrüsen ist variabel, häufig sind nur zwei oder drei Nebenschilddrüsen vorhanden.

c)  Der primäre Hyperparathyreoidismus ist häufig symptomatisch.

d)  Beim primären Hyperparathyreoidismus besteht im Regelfall die Indikation zur Operation.

e)  Präoperativ sollte eine Lokalisationsdiagnostik erfolgen.



a)  Richtig. Ein erhöhtes Serum-Calcium bei erhöhter PTH-Serumkonzentration sichert die Diagnose eines primären Hyperparathyreoidismus. Liegt ein Hyperparathyreoidismus vor, sollte in jedem Fall an das Vorliegen einer MEN2-Erkrankung gedacht werden. Bei diesem hereditären Syndrom lie- gen ein medulläres Schilddrüsenkarzinom, ein Phäochromozytom sowie eine Nebenschilddrüsenhyperplasie oder Adenome vor. Bei bis zu 20 % der Patienten treten Symptome eines Hyperparathyreodismus auf.

b)  Falsch. In den meisten Fällen sind vier Nebenschilddrüsen ausgebildet. Es kommt nur selten vor, dass weniger Nebenschilddrüsen vorhanden sind. Die oberen Nebenschilddrüsen entstehen embryologisch aus der 4. Schlundtasche und finden sich meist in Höhe des Ringknorpels. Die unteren Nebenschilddrüsen entstehen aus der 3. Schlundtasche und sind lagevariabler.

c)  Richtig. Neben den Leitsymptomen Nephrocalcinose/Nephrolithiasis, Übelkeit, Erbrechen, Polyurie, Knochenschmerzen, Muskelschwäche und Obstipation liegen oft auch unspezifische und insbesondere auch kardiovaskuläre Symptome vor. Nierensteine treten in ca. 20 % der Fälle auf.

d)  Richtig. Bei symptomatischen, aber auch bei asymptomatischen Patienten besteht die Indikation zur Operation. Grund ist das deutlich erhöhte Langzeitrisiko, insbesondere kardiovaskulärer Erkrankungen (Arteriosklerose). In Einzelfällen kann bei fehlender Symptomatik eine konservative Therapie diskutiert werden.

e)  Richtig. Es sollte eine Sonographie oder Radionukleotid-Szintigraphie, ggf. auch eine erweiterte Diagnostik mittels CT oder MRT erfolgen, um insbesondere ektope Adenome zu lokalisieren.

9. Welche Aussagen zum Phäochromozytom treffen zu?

a)  Das Phäochromozytom zählt zu den hormonaktiven Nebennierentumoren.

b)  Die Diagnostik beinhaltet die Untersuchung eines 24 h-Sammelurins.

c)  Die Symptome sind unspezifisch.

d)  Maligne Phäochromozytome machen 50 % aller Phäochromozytome aus.

e)  Vor einer operativen Behandlung des Phäochromozytoms muss eine medi- kamentöse Vorbehandlung durchgeführt werden.




a)  Richtig. Phäochromozytome entstehen aus chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks und bilden, speichern und sezernieren Katecholamine.

b)  Richtig. Eine 24-Stunden-Urinsammlung mit Metanephrin-Bestimmung dient der Diagnostik eines Phäochromozytoms. Weitere diagnostische Möglichkeiten sind die Metanephrinbestimmung im Plasma und die Meta- Jodobenzylguanidin-Szintigraphie (MIBG-Szintigraphie).

c)  Richtig. Insgesamt treten eher unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwitzen und Palpitationen im Rahmen einer Hypertonie auf. Ein weiteres Symptom ist blasse Haut, die durch eine periphere Vasokonstriktion hervorgerufen wird.

d)  Falsch. Maligne Phäochromozytome sind selten. Ein aggressives chirurgisches Vorgehen ist indiziert, um hormonassoziierte Symptome zu reduzieren und die Überlebensrate zu verbessern. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei ca. 50 %.

e)  Richtig. Die Alphablockade (mit Phenoxybenzamin oder Doxazosin) ist präoperativer Standard. Eine Betablockade ist nur bei Tachykardie erforderlich. Die Vorbehandlung dient der Prävention einer kreislaufrelevanten postoperativen Hypotonie bei Wegfall des erhöhten Katecholaminspiegels und gleichzeitig bestehender Downregulation der Rezeptoren.

10.Welche Aussagen zur Indikationsstellung der Adrenalektomie treffen zu?

a) Zum Ausschluss eines Malignoms sollten alle Inzidentalome einer operativen Therapie zugeführt werden.

b)  Das Conn-Syndrom kann in den meisten Fällen gut durch eine Adrenalektomie therapiert werden.

c)  Bei einem hypophysären Cushing-Syndrom kann eine Adrenalektomie indiziert sein.

d)  Minimalinvasive Operationen können transperitoneal oder extraperitoneal durchgeführt werden.

e)  Auch ein endokrin-inaktives Nebennierenrindenadenom sollte operativ behandelt werden.




a)  Falsch. Inzidentalome sind Raumforderungen der Nebenniere, die zufällig bei Schnittbilduntersuchungen aus anderer Indikation entdeckt werden. Sie sind bei bis zu 8 % aller Schnittbilduntersuchungen zu finden und treten häufiger bei älteren Patienten mit Adipositas, Diabetes mellitus und arteri- eller Hypertonie auf. Nur bei Nachweis einer Hormonaktivität, sowie ab einer Größe von 6 cm besteht die Indikation zur Adrenalektomie.

b)  Richtig. Das Conn-Syndrom bezeichnet einen primären Hyperaldosteronis- mus mit Hypertonie, gelegentlich Hypokaliämie und metabolischer Alkalose. In 80 % der Fälle wird dies durch ein adrenales Adenom hervorgerufen und kann somit operativ durch eine Adrenalektomie gut therapiert werden.

c)  Richtig. Die Therapie der Wahl bei ACTH-produzierendem Hypophysena- denom ist dessen neurochirurgische Resektion. Im Langzeitverlauf ist mit einer Rezidivrate von 40–50 % zu rechnen, sodass nach erfolgloser Opera- tion an der Hypophyse die Indikation zur bilateralen Adrenalektomie gestellt werden kann. Die bilaterale Entfernung der Nebennieren macht eine lebenslange Substitution mit Gluko- und Mineralokortikoiden notwendig.

d)  Richtig. Beide Verfahren sind gleichwertig. Das minimalinvasive Verfahren ist bei der Adrenalektomie das Standardverfahren bei Tumorgrößen bis 6 cm. Bei Karzinomverdacht oder größeren Tumoren kann die Indikation zum offenen Verfahren großzügiger gestellt werden.

e)  Falsch. Das endokrin-inaktive Nebennierenadenom wird meist als Zufallsbefund in der Schnittbilddiagnostik gefunden und entspricht somit einem Inzidentalom.

2. Welche immunhistochemischen Marker können bei Vorliegen eines neuroendokrinen Tumors analysiert werden?

a)  Gastrin

b)  c-KIT (CD 117)

c)  Synaptophysin

d)  anti-Ki-67 Antikörper

e)  Chromogranin A



a)  Richtig. Gastrin ist kein genereller Marker sondern kann bei spezifischer Fragestellung zusätzlich untersucht werden. Gleiches gilt für Serotonin, Somatostatin, Insulin, Glukagon und dem pankreatischen Polypeptid. Gastrin kann als Hormonmarker beim Gastrinom, aber auch bei NET im Duode- num, Magen, Pankreas und Dünndarm nachgewiesen werden.

b)  Falsch. c-KIT oder CD 117 ist ein Marker der Gastrointestinale Stromatu- moren (GIST). Ca. 95 % aller GIST exprimieren c-KIT, bei GIST des Dünndarms sind es fast 100 %.

c)  Richtig. Synaptophysin und Chromogranin A sind generelle neuroendokrine Marker. Deren Analyse sollte primär erfolgen.

d)  Richtig. Der durch den anti-Ki-67 Antikörper zu bestimmende KI-67 Index (auch MIB-1) steht für die Proliferationsaktivität eines Tumors und wird in % angegeben. Er ist ein wichtiger Faktor zur Abschätzung der Prognose. Die Mitoseaktivität und der Ki-67-Nachweis entscheiden über das Grading neuroendokriner Tumoren (G1 = Ki-67 ≤ 2 %; G2 = 2–20 %; G3 = > 20 %).

e) Richtig. Chromogranin A wird in den Vesikeln der neuroendokrinen Zellen gebildet. Es weist als Marker eine sehr hohe Spezifität auf. Jedoch wird es nicht als Screeningparameter, sondern bei gesichertem NET als Tumormarker für die Steuerung von Therapie und Nachsorge angewandt.

3. Welche Aussagen zu klinischen Symptomen bei neuroendokrinen Tumoren sind richtig?

a)  Insulinome werden erst sehr spät symptomatisch.

b)  Eine hormonelle Aktivität besteht bei 80–90 % aller neuroendokrine Neoplasien (NEN).

c)  Das Karzinoidsyndrom ist unter anderem gekennzeichnet durch Flush und Diarrhoe.

d)  Bei Karzinoidsyndrom sollte eine Echokardiographie durchgeführt werden.

e)  NET des Rektums werden schon sehr früh symptomatisch.




a)  Falsch. Insulinome werden in der Regel sehr früh symptomatisch und sind auf Grund ihrer geringen Größe nur schwer auffindbar, was die operative Versorgung oft schwierig macht.

b)  Falsch. Bei ca. 40–50 % der NEN besteht eine hormonelle Aktivität. Bei diesen Tumoren sollte ein besonderes Augenmerk auf das perioperative Management gelegt werden. Zum Beispiel sollte beim Insulinom, Vipom, Glu- kagonom oder Karzinoidsyndrom insbesondere auf das Flüssigkeitsma- nagement, den Elektrolythaushalt und die Blutzuckerwerte geachtet werden.

c)  Richtig. Obwohl der Begriff des Karzinoids nicht mehr verwendet wird, hat das Karzinoidsyndrom bei der symptomatischen Ausprägung der NET eine Bedeutung. Es ist insbesondere durch in Episoden auftretende Flushs und Diarrhoen gekennzeichnet. Ebenso können durch die Ausschüttung bioaktiver Substanzen kardiale oder pulmonale Symptome (beispielsweise Bronchospasmus) auftreten.

d)  Richtig. Zum Ausschluss eines Hedinger-Syndroms sollte eine transthorakale Echokardiographie erfolgen. Das Hedinger-Syndrom beschreibt eine rechtsventrikuläre Fibrosierung des Endokards im Rahmen des Karzinoid- syndroms.

e)  Falsch. NET des Rektums entwickeln meist keine hormonellen Syndrome und bleiben daher zunächst asymptomatisch. Durch die Vorsorgekoloskopien werden sie 30- bis 35-mal häufiger als vor 40 Jahren erkannt. Eine endoskopische Resektion ist bis zu einem Durchmesser von 1 cm möglich, wenn das NET auf die Mukosa/Submukosa beschränkt ist und eine niedrige proliferative Aktivität aufweist.

4. Welche Hormone werden von den neuroendokrinen Zellen des GIT gebildet?

a)  Gastrin

b)  Somatostatin

c)  Parathormon

d)  Glukagon

e)  Insulin




a)  Richtig. Gastrin ist ein Peptidhormon des Magen-Darm-Traktes und wird in den G-Zellen des Magenantrums und Duodenums gebildet. Die häufigste funktionelle Aktivität der duodenalen NET ist die Gastrinsekretion bei etwa 10 % der Fälle.

b)  Richtig. Somatostatin ist ein Peptidhormon, welches vom Pankreas während der Verdauung ausgeschüttet wird. Es wird auch in einzelnen Zellen des Hypothalamus und des Gastrointestinaltraktes gebildet und hat an verschiedenen Stellen eine hemmende Wirkung. Dazu gehört auch die parak- rine Hemmung der Insulinausschüttung.

c)  Falsch. Parathormon wird in den Hauptzellen der Nebenschilddrüsen gebildet. Seine Funktion ist die Erhöhung des Calciumspiegels im Blut.

d)  Richtig. Glukagon wird in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet und ist ein Peptidhormon, was den Blutzuckerspiegel anhebt. Glukagonome treten nur im Pankreas auf. Liegt ein Glukagonom-Syndrom (Erhöhung des Glukagon-Plasmaspiegels um das 10–1000fache) vor, handelt es sich meist um ein fortgeschrittenes, metastasiertes Tumorstadium.

e)  Richtig. Insulin wird in den Langerhans-Inseln des Pankreas gebildet. Es ist neben Glukagon für die Blutzuckerkonzentration im Blut verantwortlich. Insulinome treten ausschließlich im Pankreas auf und sind meist kleine NET. Zum Nachweis eines Insulinoms sollte ein 72-Stunden Hungerver- such erfolgen.

5. Welche der folgenden diagnostischen Methoden sind bei der Sicherung eines NET sinnvoll?

a)  Sonographie

b)  Tumormarker CA72-4 und CA125

c)  Computertomographie (CT)

d)  Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

e)  Somatostatinrezeptorszintigraphie



a)  Richtig. Durch die schnelle und kostengünstige Verfügbarkeit ist sie als Ergänzung zur Schnittbildgebung geeignet. Bei der Suche nach Lebermetastasen hat sie eine ausreichend hohe Sensitivität und stellt eine Alternative zum CT oder MRT dar. Die Sonographie mit Kontrastmittel steigert die Genauigkeit der Metastasendetektion.

b)  Falsch. Als Marker für NET spielen unter anderem Synaptophysin und Chromogranin A eine wichtige Rolle. Der Tumormarker CA72-4 dient zur Diagnostik von Ovarial- und Magenkarzinomen. Die Bestimmung von CA125 ist bei der Diagnostik eines Ovarialkarzinoms sinnvoll.

c)  Richtig. Zum Staging bei NET sind die Computertomographie oder das Kontrastmittel-MRT Mittel der Wahl. Wichtig ist die intravenöse KM Gabe zur Darstellung möglicher Herde in Leber und Pankreas. Auf orale KM-Gabe sollte verzichtet werden, da kleinere Herde im Bereich der Magen- und Darmwand maskiert werden könnten.

d)  Richtig. Das PET (Positronenemissionstomographie) kann als FDG-PET (Glucose) oder als Gallium-68-PET, welches sehr spezifisch für NET ist, eingesetzt werden. Genau wie die Rezeptorszintigraphie dockt es an die Somatostatinrezeptoren der Tumoren an und kann somit auch kleinste Tu- moren bildgebend sichtbar machen. Die Kombination von PET-Diagnostik und einem CT bzw. MRT (PET-CT / PET-MRT) hat einen hohen Stellen- wert bei der Darstellung von Fernmetastasen, insbesondere bei differenzier- ten NEN und wenig differenzierten NEC, erlangt.

e)  Richtig. Die Somatostatinrezeptorszintigraphie, auch Octreotid-Scan ge- nannt, bietet eine spezifische Diagnostik der NET. Laut Leitlinie sollte sie jedoch nur durchgeführt werden, falls kein SSR-PET/CT verfügbar ist. Die drei am Häufigsten verwendeten Somatostatin-Analoga sind DOTATATE, DOTATOC und DOTANOC. Die Spezifität der Szintigraphie liegt bei ca. 50–90 %. Insbesondere zur Detektion von Knochenmetastasen zeigt der SSR-PET/CT eine höhere Sensitivität verglichen mit CT/MRT (95 % zu 12 %).

6. Welche Aussagen zu neuroendokrinen Tumoren der Appendix treffen zu?

a)  Meistens handelt es sich um Zufallsbefunde.

b)  Als Zufallsbefund diagnostizierte NET der Appendix müssen immer als Ileozökalresektion nachreseziert werden.

c)  In allen Fällen eines Appendix-NET >2 cm sollte primär eine onkologische Hemikolektomie erfolgen.

d)  NET der Appendix sind nur in ca. 25 % der Fälle hormonaktiv.

e)  Becherzellkarzinome haben eine gute Prognose.




a)  Richtig. Die meisten NET der Appendix werden nach Appendektomie bei Appendizitis als Zufallsbefund bei der histopathologischen Untersuchung entdeckt.

b)  Falsch. Bei R0-resezierten Tumoren <2 cm und ohne histologische Risikfaktoren ist die Appendektomie als Therapie ausreichend. Risikofaktoren sind: R1-Resektion, Lymphknotenbefall, Angioinvasion, (Infiltration der Mesoappendix und Ki-67 Index >2 %). Bei Tumoren <2 cm mit Risikofaktoren sollte eine Ileozökalresektion oder Hemikolektomie rechts erfolgen.

c)  Richtig. 5 % aller NET der Appendix sind >2 cm groß. Hier sollte leitliniengerecht primär eine onkologische Hemikolektomie rechts erfolgen. Die gleiche Therapie gilt für Becherzell-NEN der Appendix unabhängig von ihrer Größe, da diese eine schlechtere Prognose aufweisen und häufiger metastasieren.

d)  Richtig. Neuroendokrine Tumore der Appendix sind, wie im gesamten übrigen Bauchraum, nur in 25–30 % der Fälle hormonaktiv.

e)  Falsch. Becherzellkarzinome oder Goblet-Zell-Karzinoide (GCC) sind Sonderformen. Die Prognose ist deutlich schlechter als beim reinen NET, die 5- Jahresüberlebensrate beträgt nur 18 %. In 10 % der Fälle besteht zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits eine Metastasierung. Bei lokalisier- ten Becherzell-NEN sollte primär eine Hemikolektomie rechts durchge- führt werden.

7. Welche Aussagen zu neuroendokrinen Tumoren des Pankreas treffen zu?

a)  NET des Pankreas können sicher durch ein US diagnostiziert werden.

b)  NET des Pankreas sollten immer operiert werden.

c)  Die Endosonographie ist eine gute Methode zur Darstellung neuroendokriner Tumoren im Pankreas.

d)  Bei Insulinomen ohne Fernmetastasierung kann eine Enukleation als Therapie ausreichend sein.

e)  Nach Insulinomentfernung zeigt sich unmittelbar intraoperativ ein Anstieg der Serum-Glukosewerte.



a)  Falsch. Oftmals erfolgt initial eine Sonographie des Abdomens, die Diagnose sollte jedoch durch CT / MRT sowie der Durchführung eines Somatostatin-Rezeptor-Nachweises mittels PET oder Somatostatin- Rezeptor-Szintigraphie erfolgen. In der Bildgebung zeigen sich bei NET hypervaskularisierte Läsionen.

b)  Falsch. Alle nicht funktionellen NEN des Pankreas >2 cm ohne diffuse Fernmetastasierung sollten reseziert werden, wenn der Allgemeinzustand des Patienten dies erlaubt. Asymptomatische NET des Pankreas ≤2 cm können bei selektionierten Patienten überwacht werden, da sie ein geringes Risiko für eine Metastasierung haben (6 %).

c)  Richtig. Insbesondere kleinere Tumoren können durch die Endosonogra- phie dargestellt werden und es besteht bei guter Zugänglichkeit auch die Möglichkeit einer Biopsie. Zudem spielt die Endosonographie eine wichtige Rolle zur Verlaufskontrolle kleinerer pankreatischer Herde, insbesondere im Rahmen der MEN1-Erkrankung.

d)  Richtig. Bei potentiell gutartigen Insulinomen kommen als Therapie eine Enukleation oder limitierte Pankreasresektion in Frage. Insgesamt zeigen sich zudem Vorteile für das laparoskopische Vorgehen, unter anderem durch weniger Fisteln und Abszesse sowie eine geringere Mortalität.

e)  Richtig. Die histopathologische Schnellschnittuntersuchung des entfernten Präparates und der Anstieg der Glukosewerte nach Insulinomentfernung zeigen den Erfolg der Operation an. Als Grenzwert wird ein Glukoseanstieg von 30 mg pro dl nach 30 Minuten angegeben.

8. Welche Aussagen zu Kolon-NET und Rektum-NET treffen zu?

a)  5–10 % aller neuroendokrinen Tumoren werden im Kolon und Rektum nachgewiesen.

b)  Die EUS hat einen Stellenwert bei der Therapieplanung beim NET des Rektums.

c)  Bei fraglich inkomplett abgetragenen G1-differenzierten Rektum-NET sollte zeitnah eine onkologische Rektumresektion erfolgen.

d)  Eine endoskopische Therapie kommt bei NET des Kolons und Rektums nicht in Frage.

e)  Die meisten Kolon-NET weisen bei Diagnosestellung kein invasives Wachstum auf.




a)  Richtig. Ca. 5–10 % aller neuroendokrinen Tumoren werden im Kolon und Rektum nachgewiesen. Die Patienten haben bei Diagnosestellung ein Durchschnittsalter von 55–65 Jahren.

b)  Richtig. Vor einer endoskopischen Resektion sollte eine Endosonographie des Rektums erfolgen. Diese dient zum Ausschluss der Infiltration tieferer Schichten, Lymphknotenmetastasen und der exakten Größenbestimmung.

c)  Falsch. Bei nicht sicher vollständig abgetragenen G1-differenzierten NET des Rektums ohne Risikofaktoren und kleiner als 1 cm ist zunächst eine kurzfristige Kontrollbiopsie sowie eine weitere Kontrollbiopsie und eine Endosonographie nach einem Jahr ausreichend. Sind diese Kontrollen unauffällig, kann sogar auf weitere Kontrollen verzichtet werden. Dies gilt nicht für Tumoren >1 cm und G2 und G3-differenzierten NET.

d)  Falsch. Neuroendokrine Tumoren des Rektums im Bereich der Mukosa/ Submukosa mit einem maximalen Durchmesser von 1 cm und einer niedri- gen proliferativen Aktivität (Ki-67 <2 %) können endoskopisch reseziert werden. Mögliche Verfahren sind die EMR (endoskopische Muskosaresek- tion), ESD (endoskopische Submuskosadissektion) sowie verschiedene mo- difizierte endoskopische Verfahren. Gleiches gilt für NET des Kolons, wo- bei hier keine ausreichenden Daten vorliegen.

e)  Falsch. Ein Großteil der Kolon-NEN weisen bei Diagnosestellung bereits ein invasives Wachstum mit Infiltration der Muscularis propria auf und sind meist schon >2 cm groß. Über 60 % der Patienten haben zum Diagnosezeitpunkt bereits Metastasen.

1. Welche Aussagen zur Adipositas sind zutreffend?

a)  Ein Body-Mass-Index (BMI) von 40 kg/m2 entspricht einem WHO-Adipositas-Grad III.

b)  Adipositas Grad III reduziert die Lebenserwartung um durchschnittlich ein Jahr.

c)  Der BMI ist bezüglich der Risikoeinschätzung Adipositas-assoziierter Erkrankungen aussagekräftiger als der Taillenumfang.

d)  Diabetes mellitus Typ I kann durch metabolische Chirurgie geheilt werden.

e)  Patienten mit einem BMI ≥40 kg/m2 sollten nach Ausschöpfung der konservativen Therapie einer Adipositas-chirurgischen Operation zugeführt wer- den, auch wenn keine Begleiterkrankungen (z.B. Diabetes Typ II, koronare Herzerkrankung, a HT) bestehen.



a)  Richtig. Nach der WHO wird die Adipositas je nach BMI in drei Grade klassifiziert. Für Europäer teilt man die Adipositas in Grad I (BMI 30–34,9 kg/m2), Grad II (BMI 35–39,9 kg/m2) und Grad III (BMI ≥40 kg/ m2) ein. Laut WHO gibt es weltweit mehr als 300 Millionen adipöse Menschen, mit steigender Tendenz.

b)  Falsch. Adipositas wirkt sich deutlich auf die Lebenserwartung aus. Bei einem Adipositas Grad III mit einem BMI von 40–45 kg/m2 verringert sich die Lebenserwartung um ca. 6,5 Jahre, bei einem BMI von 55–60 kg/m2 um ca. 14 Jahre.

c)  Falsch. Der BMI wird zur Einteilung der Adipositas verwendet, korreliert jedoch nur bedingt mit möglichen Adipositas-bedingten Erkrankungen. Der Taillenumfang und auch die viszerale Fettmasse stellen bessere Parameter zur Risikoeinschätzung dar.

d)  Falsch. Bei einem Diabetes mellitus Typ I besteht ein kompletter Insulin- mangel, der durch eine Gewichtsreduktion nicht zu beeinflussen ist. Im Ge- genteil zum Typ II Diabetes: Ein Adipositas-chirurgischer Eingriff zur pri- mären Verbesserung der glykämischen Stoffwechsellage bei bestehendem Typ II Diabetes wird in die Begrifflichkeit der ‚metabolischen Chirurgie‘ eingeordnet.

e)  Richtig. Bei genanntem BMI besteht laut WHO ein Adipositas Grad III. Ohne Kontraindikationen besteht nach konservativem Therapieversuch die Indikation zur Adipositas-chirurgischen Operation.

2. Welche Aussagen zur Adipositaschirurgie sind richtig?

a)  Sie ist indiziert bei einem BMI von 35 kg/m2 ohne bestehende Begleiterkrankungen.

b)  An der Entstehung aller Karzinome hat die Adipositas einen Anteil von 16 %.

c)  Vor einer Operation muss mindestens ein sechsmonatiger Abnehmversuch erfolgt sein.

d)  Der offene Zugangsweg ist der Goldstandard in der Adipositaschirurgie.

e)  Der proximale Roux-en-Y-Magenbypass führt bei dem Großteil der Patienten zu einer Remission eines vorbestehenden Typ-II-Diabetes.


a)  Falsch. Eine Adipositas-chirurgische Operation ist bei morbider Adipo- sitas, d.h. einem BMI von >40 kg/m2 ohne Begleiterkrankungen oder bei einem BMI >35 kg/m2 mit Adipositas-assoziierten Komorbiditäten indi- ziert. Hierzu zählen unter anderem: Diabetes mellitus Typ II, gastrointesti- nale und kardiovaskuläre Erkrankungen (KHK, Herzinsuffizienz, arterielle Hypertonie), Nephropathie und obstruktives Schlafapnoesyndrom.

b)  Richtig. An der Entstehung aller Krebskrankheiten hat die Adipositas einen Anteil von 16 %.

c) Richtig. Generell sollten alle konservativen Maßnahmen vor einer Opera- tion ausgeschöpft werden. Hierzu zählt ein mindestens sechsmonatiger Ab- nehmversuch unter ärztlicher Betreuung. Kam es zu keiner relevanten Ge- wichtsreduktion, kann bei bestehender Indikation eine Operation erfolgen. Eine chirurgische Therapie kann auch primär ohne eine präoperative kon- servative Therapie durchgeführt werden, wenn die konservative Therapie ohne Aussicht auf Erfolg ist oder der Gesundheitszustand des Patienten keinen Aufschub eines operativen Eingriffs zur Besserung durch Gewichts- reduktion erlaubt. Beispielsweise bei einer besonderen Schwere von Begleit- und Folgekrankheiten der Adipositas, BMI >50 kg/m2 oder persönli- chen psychosozialen Umständen, die keinen Erfolg einer Lebensstiländerung in Aussicht stellen wie extrem hoher Insulinbedarf.

d)  Falsch. Der Goldstandard ist die Laparoskopie. Alle Adipositas- chirurgischen Eingriffe inklusive Revisionseingriffen sollten, falls möglich, laparoskopisch vorgenommen werden.

e)  Richtig. Der proximale Roux-en-Y-Magenbypass führt in bis zu 75 % der Fälle zu einer Remission eines vorbestehenden Typ-II-Diabetes, dies konn- ten mehrere Metaanalysen zeigen.

3. Welche Aussagen zur laparoskopischen Sleeve-Gastrektomie (LSG) sind korrekt?

a)  Bei dem Eingriff werden ca. zwei Drittel des Magens entfernt.

b)  Die anatomische Transportfunktion bleibt erhalten.

c)  Komplikationen sind Insuffizienzen oder Blutungen im Bereich der Klammernaht.

d)  Nach der LSG ist keine lebenslange Nachsorge notwendig.

e)  Durch die Dehnung des Magens im postoperativen Verlauf kann ein zweiter Eingriff notwendig werden.



a)  Falsch. Bei der LSG wird nur der Korpus und Fundus des Magens entfernt. Die Magenresektion beginnt an der netzfreien großen Kurvatur und wird in Richtung His-Winkel fortgeführt, dabei wird zur Kalibrierung ein Bougie mit einer empfohlenen Größe von ≥34 French verwendet. Die Magenresektion wird mit Klammernahtgeräten durchgeführt.

b)  Richtig. Durch die erhaltene Transportfunktion und geringe Resektionsmenge des Magens besteht im Vergleich zu anderen Verfahren der geringste Substitutionsaufwand.

c)  Richtig. Komplikationen sind Insuffizienzen oder Blutungen im Bereich der Klammernaht. Trotzdem handelt es sich um ein Verfahren mit einer geringen Morbiditäts- und Mortalitätsrate.

d)  Falsch. Nach einer Adipositas-chirurgischen oder metabolischen Operation ist immer (außer beim Magenband) eine strukturierte lebenslange Nachsorge notwendig. Die empfohlene Nachsorge sollte nach einem, drei, sechs, zwölf, 18 und 24 Monaten durchgeführt werden und anschließend jährlich. Durch eine Nachsorge wird ein besseres Outcome erreicht.

e)  Richtig. Im postoperativen Verlauf kommt es bei manchen Patienten nach einem initialen Verlust an Übergewicht von 50–70 % im langfristigen Verlauf zu einer erneuten Gewichtszunahme. Dies ist bedingt durch die Deh- nung des Magens mit einer Erhöhung des Fassungsvermögens, was einen zweiten Eingriff notwendig macht.

4. Welche Aussagen zum laparoskopischen Y-Roux-Magenbypass (LRYGB) treffen zu?

a)  Bei gastroösophagealem Reflux wird bei morbider Adipositas der Roux-en- Y-Magenbypass bevorzugt.

b)  Der LRYGB ist sowohl ein malabsorptives als auch ein restriktives Verfahren.

c)  Es werden ca. zwei Drittel des Magens entfernt.

d)  Die Insulinregulation wird nicht beeinflusst.

e)  Durch Vitaminmangelerscheinungen kommt es zu einer erhöhten Osteoporoserate.



a)  Richtig. Bei einer gastroösophagealen Reflux-Erkrankung (GERD) sollte möglichst keine Sleeve-Gastrektomie erfolgen, da sich die Symptomatik durch den pylorusabhängigen Druck verschlimmern kann. Studien konnten hingegen zeigen, dass der LRYGB einen günstigen Effekt auf eine GERD hat.

b)  Richtig. Die Restriktion geschieht durch die Bildung des Magenpouches. Der Bypass führt zu einer deutlichen Verkürzung der vorhandenen Resorptionsfläche mit dem Resultat einer Malabsorption.

c)  Falsch. Beim LRYGB verbleibt der gesamte Magen in situ. Es handelt sich um eine funktionelle Verkürzung des Dünndarms, das Jejunum wird 70–200 cm hinter dem Übergang zum Duodenum abgetrennt und mit einem künstlich geschaffenen Magenpouch in der Nähe des Ösophagus anastomo- siert. Bei diesem Verfahren wird ein kleiner Magenpouch gebildet, dann folgt eine Rekonstruktion nach Roux-Y. Der Restmagen bleibt bei dieser Technik in situ.

d)  Falsch. Hormonale Veränderungen in der Regulation (GLP-1, Ghrelin) durch Ausschaltung duodenaler Rezeptoren und des Fundus unterstützen nicht nur die Gewichtsreduktion, sondern beeinflussen auch die Insulinregulation. 80 % der Patienten mit Diabetes Typ II sind postoperativ ohne Therapiebedarf bei einem EWL (excess weight loss) von >70 %.

e)  Richtig. Es kommt zu einer erhöhten Osteoporoserate sowie zu Eisen- und Vitaminmangel. Daher muss eine regelmäßige Nachsorge und Substitution erfolgen.

7. Welche Angaben zur biliopankreatischen Diversion (BPD) treffen zu?

a)  Die BPD wurde von Scopinaro eingeführt.

b)  Die operativen Schritte beinhalten die Anlage zweier Anastomosen.

c)  Die Operation beinhaltet eine Sleeve-Resektion.

d)  Die biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch (BPD-DS) kann primär einzeitig oder zweizeitig durchgeführt werden.

e)  Der common channel ist nur ca. 50 cm lang.



a)  Richtig. Die Operation wurde von dem italienischen Chirurgen N. Scopi- naro 1979 veröffentlicht und damals als offenes Verfahren beschrieben. Es gehört zu den seltenen Verfahren und ist wenig reversibel.

b)  Richtig. Die intraoperativen Schritte umfassen die Durchführung einer Gastroileostomie nach Bildung eines Magenpouches mit einem Volumen von 200–300 cm3 und Durchtrennung des Dünndarmes ca. 250 cm oral der Ileozökalklappe. Die zweite Anastomose ist die enteroenterale Verbindung zwischen alimentärem und biliodigestivem Schenkel etwa 50 cm vor der Ileozökalklappe. Das Operationsprinzip ist eine Ausschaltung des Dünn- darms von gemeinsamer Passage von Nahrung und Verdauungssäften sowie einer Malassimilation von Fetten.

c)  Falsch. Bei der BPD nach Scopinaro wird ein Magenpouch mit einem Volumen von ca.200–500 ml gebildet. Die biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch (BPD-DS) hingegen vereint durch die Magenschlauchbildung ein restriktives mit einem malabsorptiven Operationsverfahren.

d) Richtig. Vor allem in höheren BMI-Bereichen kann zunächst eine Schlauch- magenbildung durchgeführt werden. Wird das Therapieziel hierdurch nicht erreicht, kann eine Umwandlungsoperation im Sinne eines BPD-DS erfol- gen. Der BPD-DS wurde 1988 von DeMeester zur Behandlung des Gallere- fluxes entwickelt. Der Sleeve-Magen darf nicht zu restriktiv sein (Charriere 54–60), die biliodigestive Schlinge leitet Verdauungssäfte 75–100 cm von der Bauhin’schen-Klappe entfernt ins Ileum. Die biliodigestive Schlinge darf nicht zu lang sein, weil Gallensäuren sonst vollständig resorbiert wer- den und dann nicht zur Assimilation zur Verfügung stehen. Es tritt kein Dumping durch den Pyloruserhalt auf. Der BPD-DS hat die höchste Morta- litätsrate unter den Verfahren (1–6 %). Eine gefürchtete Komplikation ist die Duodenalstumpfinsuffizienz.

e) Richtig. Die malabsorptive Komponente ist so drastisch, dass es durch die Operation zu Mangelzuständen (Vitamin D, Kalzium, Phosphat), Diarrhoen und Flatulenzen kommen kann. Eine regelmäßige Überwachung und Subs- titution soll lebenslang erfolgen. Die BPD erzielt hohe Remissionsraten ei- nes vorhandenen Diabetes Typ II (um ca. 70 %). Der EWL beträgt 65–75 % mit Langzeitstabilität des Gewichts.

2. Die Immunsuppression ist ein wesentlicher Bestandteil der Transplantationsmedizin. Welche der folgenden Aussage ist richtig?

a)  Corticosteroide haben sehr viele Nebenwirkungen und werden daher meistens bereits nach einer kurzen Zeit abgesetzt.

b)  Da sich das Immunsystem mit der Zeit an das neue Organ adaptiert, kann die immunsuppressive Therapie nach ca. einem Jahr bei fast allen Patienten komplett abgesetzt werden.

c)  Tacrolimus ist ein Calcineurin-Inhibitor mit einer sehr großen therapeutischen Breite, sodass speziell bei diesem Wirkstoff keine Spiegelkontrolle erfolgen muss, vielmehr kann ein festes Medikationsschema angewendet werden.

d)  In der Regel wird bei einer soliden Organtransplantation eine Kombination aus immunsuppressiven Medikamenten eingesetzt, um eine Balance zwischen Nutzen und Nebenwirkung zu erreichen.

e)  Einige Immunsuppressiva können auch hemmend auf das Tumorwachstum bestimmter Tumoren wirken.



a)  Richtig. Corticosteroide wie z. B. Prednisolon oder Methylprednisolon sind sehr potente Immunsuppressiva, die jedoch ein beträchtliches Neben- wirkungspotenzial aufweisen. Neben der Osteoporose und der Stammfett- sucht sind es vor allem das erhöhte Risiko für einen Diabetes mellitus sowie ein erhöhtes Malignomrisiko, die zur besonderen Beachtung aufrufen. In Deutschland wird von den meisten Transplantationszentren inzwischen eine frühe Reduktion und möglichst auch Absetzen (withdrawal) dieser Medikamentengruppe praktiziert. Einige Indikationen zur Transplantation wie z. B. die Autoimmunhepatitis sind von diesem Vorgehen ausgenommen.

b)  Falsch. Das Immunsystem adaptiert sich zwar nach einiger Zeit an das ‚fremde‘ Organ, sodass eine Reduktion der Immunsuppression stufenweise sehr gut möglich ist, jedoch führt ein komplettes Absetzen der Immunsuppression in den meisten Fällen zu einer akuten Abstoßung der Organe. Besonders gut zu beobachten ist dieser Effekt bei Jugendlichen, die bereits in der frühen Kindheit ein Spenderorgan transplantiert bekommen haben. Bei dieser Patientenkohorte kommt es in der Pubertät häufig zu durch non-com- pliance bedingten ‚drug holidays‘, welche ursächlich für eine deutlich er- höhte Abstoßungsrate sind. Zu erwähnen ist der Vollständigkeit halber an dieser Stelle, dass es einige sehr wenige Patienten gibt, bei denen ein voll- ständiges Ausschleichen der Immunsuppression möglich ist, mit einem nur geringen Risiko für eine Abstoßung. Der Mechanismus und die Prädiktion dieser Kohorte sind aktuell Gegenstand der klinisch-wissenschaftlichen Forschung.

c) Falsch. Calcineurin-Inhibitoren gehören neben Corticosteroiden und Nukleotid-Synthese-Hemmern (MMF) zu den Basis Immunsuppressiva nach solider Organtransplantation. Calcineurin-Inhibitoren wie z. B. Tacro- limus haben eine sehr enge therapeutische Breite. Eine Unterdosierung kann zu einer akuten Abstoßung führen. Sehr hohe Serum-Spiegel können schwerwiegende Nebenwirkungen wie eine Neurotoxizität und Nephroto- xizität mit sich bringen. Zur Einhaltung des Organ -spezifischen Wirkspie- gels ist eine regelmäßige Spiegelkontrolle daher unbedingt notwendig.

d) Richtig. Wie bereits in C ausgeführt sind vor allem drei verschiedene Me- dikamente in der Langzeitimmunsuppression im Einsatz. Bei bestimmten Indikationen können weitere Immunsuppressiva wie z. B. m-TOR- Inhibitoren oder Zytostatika in Ergänzung eingesetzt werden. Ziel der Kombinationstherapie ist eine Optimierung der Nutzen-Risiko-Relation.

e) Richtig. Einige Immunsuppressiva wie z. B. Zytostatika oder m-TOR-Inhi- bitoren können unter bestimmten Umständen auch hemmend auf das Wachstum von bösartigen Tumoren wirken. Eine generelle Empfehlung zum Einsatz dieser Medikamentengruppen bei Patienten mit einem Malig- nom in der Anamnese kann jedoch alleinig aufgrund der aktuellen Datenlage nicht ausgesprochen werden.

1. Bei welchen der folgenden Erkrankungen sollte eine Evaluation zur Lebertransplantation erfolgen, da eine prinzipielle Indikation zur Transplantation vorliegt?

a)  Akutes Leberversagen auf Grund einer Amatoxin-Intoxikation (Knollenblätterpilz).

b)  Steatosis hepatis mit einer Verfettung von >80 % der Hepatozyten.

c)  Ethyltoxische Leberzirrhose.

d)  Akute Hepatitis B oder C.

e)  HCC mit einem Herd von 30 mm in einer vorbestehenden Leberzirrhose.



a) Richtig. Die Intoxikation mit Amatoxin, wie sie im „grünen Knollenblätter- pilz“ vorkommt, kann schon bei sehr geringen Toxin-Mengen (0,1 mg/ kg KG) zum Tod führen. Das Toxin wirkt über eine direkte Schädigung der Hepatozyten, was wiederum im Verlauf zu einem akuten Leberversagen führt. Die Dauer zwischen der Ingestion und dem Tod beträgt im Mittel zwischen 6–10 Tage. In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung kann le- diglich noch eine Lebertransplantation das Überleben ermöglichen.

b) Falsch. Eine Steatosis hepatis ist eine vollständig reversible Veränderung der Leber. Die Verfettung per se hat keinen Krankheitswert, sondern tritt vielmehr auch physiologisch z. B. in Phasen des Fastens / Hungerns auf. Es werden folgende Formen der Steatosis hepatis unterschieden: die nicht al- koholische Steatosis hepatis (NASH), die alkoholische Steatosis hepatis (ASH) und die Chemotherapie induzierte Steatosis hepatis (CASH). Wich- tig zu trennen ist die Erkrankung von einer gleichzeitigen Entzündung der Leber (Hepatitis). Tritt eine schwere Hepatitis gleichzeitig zur höhergradi- gen Steatosis auf kann dies zum akuten Leberversagen führen und eine In- dikation zur Lebertransplantation darstellen. Eine über längere Zeit beste- hende Steatosis hepatis kann auch in eine Leberfibrose bzw. eine Leberzirrhose übergehen kann.

c) Richtig. Die ethyltoxische Leberzirrhose stellt eine der Hauptindikationen zur Lebertransplantation in Deutschland dar. Bei der Mehrzahl der Patien- ten kommt es aufgrund eines langjährigen Genusses von Alkohol zu einem Umbau des Lebergewebes über eine Steatosis (ASH) zu einer Leberfibrose und schlussendlich zu einer Leberzirrhose. Bei Männern genügt hierbei eine tägliche Menge von 40 g Alkohol/Tag, bei Frauen sogar von 20 g Alko- hol/Tag, diese Mengen sind jedoch nur grobe Richtwerte und unterscheiden sich mitunter sehr stark interindividuell.

d)  Falsch. Eine akute, unkomplizierte Hepatitis B / C ist keine Indikation für eine Lebertransplantation, hier sollte zunächst die medikamentöse Behand- lung erfolgen. Chronifiziert die Hepatitis, was mit Hilfe der aktuellen medikamentösen Therapieoptionen nur noch selten der Fall sein wird, kann eine virale Hepatitis in eine Leberzirrhose übergehen und dann eine Indikation zur Lebertransplantation darstellen.

e)  Richtig. Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine der wenigen malignen Erkrankungen, bei denen eine Lebertransplantation indiziert ist. Mehrere Studien konnten zeigen, dass sowohl das krankheitsfreie Überleben, aber auch das Gesamtüberleben der Patienten mit einem HCC durch eine Lebertransplantation signifikant verbessert werden kann. Die zwei entscheidenden Faktoren für diese guten Ergebnisse sind hierbei die R0-Resektion durch eine Entfernung des Tumors mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand und eine Behandlung der Grunderkrankung (Leberzirrhose). Zur Erlangung von Sonderpunkten auf der Warteliste sind einige Bedingungen notwendig, die in den sogenannten Milan-Kriterien zusammengefasst sind.

3. Welche Aussagen zur Nachsorge nach solider Organtransplantation treffen zu?

a) Die Nachbetreuung nach solider Organtransplantation ist oft aufwendig für den Patienten und das Transplantations-Team. Um die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sicher festzulegen, ist die Nachbeobachtung auch in den Richtlinien zur Organtransplantation geregelt.

b)  Grunderkrankungen der Patienten wie beispielsweise Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises, Epilepsien oder eine arterielle Hypertonie können nach der Transplantation weit in den Hintergrund rücken, da der lange Funktionserhalt des Transplantats oberste und unbedingte Priorität haben und somit alle anderen Begleiterkrankungen unwichtig sind.

c)  Neben Sonographien und der Kontrolle von Laborparametern gehören auch Endoskopien (ÖGD, Kolo) zu den geplanten Nachsorgeuntersuchungen, vor allem um dem erhöhten Malignom-Risiko nach einer Organtransplantation Rechnung zu tragen.

d)  Bei Patienten die Aufgrund eines hepatozellulären Karzinoms transplantiert wurden endet die Nachsorge, angelehnt an die Empfehlungen zur Tumornachsorge, nach 5 Jahren.

e)  Nach einer soliden Organtransplantation gilt man automatisch als schwerbeschädigt im Sinne des Sozialgesetzbuches. Auch auf Rückfragen sollte daher dringend von einer Berufstätigkeit nach einer Transplantation abgeraten werden.




a)  Richtig. Nach einer erfolgten Organtransplantation gilt es unter anderem die Organfunktion möglichst lange aufrecht zu erhalten, Begleiterkrankungen des Patienten optimal einzustellen, sowie Nebenwirkungen der Immunsuppression zu minimieren. Um ein möglichst langes Patienten- und Organüberleben zu erreichen bedarf es einer hohen Compliance des Patien- ten und einem geschulten und engagierten Transplantations-Team. Um die Modalitäten und die Zuständigkeiten in der Nachbeobachtung klar festzule- gen hat die Bundesärztekammer auch die Nachbeobachtung mit in die Richtlinien aufgenommen.

b)  Falsch. Wie bereits unter A aufgeführt ist die Nachsorge des Patienten ein wichtiger Baustein für das möglichst lange Patienten- und Transplanta- tüberleben. Neben den organspezifischen Nachuntersuchungen und der Einstellung der Immunsuppression gilt es vor allem bestehende Komorbidi- täten zu beachten und diese möglichst umfassend zu behandeln. Auch die Grunderkrankung die zur Transplantation geführt hat, sei es ein HCC oder eine Autoimmunhepatitis muss im Fokus des Transplantations-Teams bleiben, da ein Rezidiv der Grunderkrankung eventuell auch wieder auftreten kann.

c) Richtig. Das Risiko für gastrointestinale Tumoren ist nach einer soliden Orantransplantation signifikant erhöht, sodass den Patienten je nach Befund, der während der Evaluationsuntersuchungen erhoben wurde, das Intervall für die Nachuntersuchungen empfohlen wird. Neben dem Ausschluss von gastrointestinalen Tumoren gilt es selbstverständlich auch Komorbiditäten wie z. B. eine Colitis ulcerosa oder Folgeerkrankungen der Zirrhose wie z. B. Ösophagusvarizen im Verlauf nach der Transplantation zu kontrollieren.

d)  Falsch. Die Nachsorge egal ob bei benigner oder maligner Indikation zur Transplantation endet keinesfalls nach 5 Jahren. Die klare Empfehlung der Fachgesellschaften ist eine lebenslange Nachsorge nach einer soliden Organtransplantation insbesondere da die Immunsuppression auch lebenslang eingenommen werden muss und einige Komplikationen (z. B. Gallengangsstenose, Wiederauftreten der Grunderkrankung oder Malignome) auch spät nach der eigentlichen Transplantation auftreten können.

e)  Falsch. Zwar ist es richtig, dass man nach einer Organtransplantation prinzipiell das Recht auf die Feststellung einer Schwerbeschädigung hat (GdB 60 %), jedoch ist trotz oder gerade mit der sozialen Sicherheit der Schwer- beschädigung eine Wiederaufnahme der Berufstätigkeit soweit dies medizinisch vertretbar ist, in jedem Fall zu befürworten.

4. Seit der ersten erfolgreichen Lebertransplantation im Jahr 1967 durch Prof. Starzl hat sich an der Transplantationstechnik nur wenig geändert. Welche der folgenden Aussagen treffen für die chirurgische Technik zu?

a)  Auf Grund der schlechten Durchblutung des Spendergallengangs wird standardmäßig eine biliodigestive Anastomose zum Galleabfluss angelegt.

b)  Bereits von Thomas E. Starzl beschrieben und auch heute oft durchgeführt, erfolgt die Hepatektomie mit dem Segment der retrohepatischen Vena cava inferior und eine Cava Interposition bei der Transplantation.

c)  Die Phase der Anastomosierung der Gefäße vor der Reperfusion zählt zur sogenannten warmen Ischämiezeit und sollte möglichst so kurz wie möglich gehalten werden.

d)  Die Spenderleber wird arteriell in der Mehrzahl der Fälle über ein Aorteninterponat, zumeist mit Vena saphena magna des Empfängers rekonstruiert.

e)  Eine partielle Pfortaderthrombose stellt eine technische Kontraindikation zur Transplantation dar, da so kein adäquater Pfortaderfluss nach der Reperfusion erreicht werden kann


a) Falsch. Der Gallengang wird extrahepatisch aus Ästen der Arteria hepatica (meist Arteria hepatica dextra) und der Arteria gastroduodenalis versorgt. Bei der Lebertransplantation erfolgt vor der Gallengangsanastomose in der Regel die Anastomosierung der Arteria hepatica, sodass die Perfusion des Gallengangs sowohl spenderseitig als auch empfängerseitig gut beurteilt werden kann. In den meisten Fällen sind beide Gallengangsenden ausrei- chend mit arteriellem Blut versorgt und können somit auch primär anasto- mosiert werden. Ausnahmen von diesem Vorgehen bilden Verletzungen oder Devaskularisationen des Gallengangs und primäre Veränderungen des extrahepatischen Gallengangs wie z. B. bei einer PBC oder PSC, hier sollte eine primäre biliodigestive Anastomose zum Galleabfluss erwogen werden.

b) Richtig. Bei der orthotopen Lebertransplantation im Rahmen einer postmortalen Spende erfolgt die Hepatektomie in vielen Zentren mit der retrohepatischen Vena cava inferior. Das Segment umfasst die Lebervenen und reicht von caudal des Zwerchfells bis cranial der Nierenvenen. Vorteil dieser Methode ist die Wiederherstellung der anatomischen Verhältnisse. Des Weiteren ist mit dieser Methode keine Präparation der Vena cava von der Leber notwendig, die sich mitunter sehr schwierig gestalten kann. Nachteil der Technik ist die Unterbrechung des venösen Rückflusses während der Implantation, was zu einer Einschränkung vor der postoperativen Nieren- funktion führen kann. Eine alternative Methode ist die ‚piggy-back‘-Technik. Hierbei wird die Anastomose von ventral an die Vena cava des Empfän- gers, als funktionelle zu Seit Anastomose mit vielen Variationsmöglichkeiten realisiert. Diese Methode hat neben dem präparatorischen Aufwand andere potentielle Risiken als die ‚klassische‘ Anastomosentechnik wie z. B. eine venöse Stauung aufgrund einer Ausflussbehinderung oder eine Cava-Thrombose.

c) Richtig. Bei der Transplantation solider Organe unterscheidet man zwischen der warmen und der kalten Ischämiezeit. Beide Zeiträume sollten möglichst kurzgehalten werden. Für das Organ schädlicher ist die warme Ischämiezeit. Als warme Ischämiezeit wird der Zeitraum bezeichnet, in dem das Organ sich zwar innerhalb des Körpers befindet, aber nicht mit oxygeniertem Blut versorgt wird. Im Rahmen der soliden Organtransplantation gibt es zwei warme Ischämiephasen. Die erste Phase ist während der Spenderoperation bevor die Organe in Eiswasser verpackt sind, die zweite Phase ist die wäh- rend der Anastomosierungszeit im Organempfänger. Da während dieser Zeit die Stoffwechselvorgänge in annähernd normaler Geschwindigkeit ablaufen, entstehen während dieser Zeit die größten Schäden am Organ.

d) Falsch. Die arterielle Anastomose erfolgt in der Regel zwischen der Spen- der- und der Empfänger-Arteria hepatica. Ein Interponat auf die Aorta ist nur in seltenen Fällen notwendig, wenn der Blutfluss in der Empfängerarte- rie nicht ausreichend gegeben ist und wird dann meist mit einem Beckenar- terieninterponat (Spenderbeckenarterie) realisiert.

e) Falsch. Eine partielle oder gar komplette Pfortaderthrombose ist eine häu- fige Komplikation der Leberzirrhose. Solange die Thromben auf die Vena portae begrenzt bleiben und der Konfluenz nicht betroffen ist, ist eine Transplantation zwar technisch aufwändiger aber sicher durchführbar (z. B. durch die Anlage eines venösen Interponates). Ist auch die Vena me- senterica vollständig thrombotisch verschlossen, kann dies eine Kontraindi- kation zur Single-Lebertransplantation darstellen. In diesen Fällen kann bei geeignetem Patienten eine Multiviszeraltransplantation (Leber und Dünn- darm ± Magen ± Pankreas) in Erwägung gezogen werden.



5. Auf Grund des bestehenden mengenmäßigen Missverhältnisses zwischen postmortalen Organspendern und Patienten auf der Warteliste ist die Lebendspende einer Niere oder einem Teil der Leber ein mögli- cher Ausweg und eine Chance für viele Patienten.

Welche der folgenden Aussagen zur Lebendspende treffen zu?

a)  Den Grundstein für die Leberlebendspende hat der in Hannover wirkende Chirurg Rudolph Pichlmayr mit der von ihm und seinem Team entwickelten Methode der Split-Lebertransplantation gelegt.

b)  Das Transplantationsgesetz schreibt vor, dass Spender und Empfänger entweder verwandt oder eng emotional miteinander verbunden sein müssen, sodass auch gute Freunde ein Organ oder ein Teilorgan spenden können.

c)  Während bei einer postmortalen Spende die Allokation der Organe nur innerhalb kompatibler Blutgruppen erfolgt, ist im Rahmen einer Le- bendspende auch eine ABO-inkompatible Transplantation möglich.

d)  Oberster Grundsatz bei jeder Lebendspende ist es, das Risiko für den Empfänger möglich gering zu halten.

e)  Da es nur Einzelfallbeschreibungen von minimal invasiven Spenderoperationen weltweit gibt, gilt die laparoskopische Nierenlebendspende als tech- nisch machbar aber nur im Rahmen von Studien durchzuführendes Verfahren. Es wird angeraten die klassische Nephrektomie zu bevorzugen und nur auf expliziten Wunsch des Patienten ein minimal invasives Vorgehen zu nutzen.


a)  Richtig. Erstmals 1988 durchgeführt, legte die Split-Lebertransplantation den Grundstein für die Leberlebendspende. Prof. Pichlmayr und seinem Team gelang es eine postmortale Spenderleber zu teilen und beide Teile in jeweils einen Empfänger zu transplantieren. Während die postmortale Split-Lebertransplantation aktuell fast ausschließlich bei der Transplanta- tion von einem Kind und einem Erwachsenen Anwendung findet, hat sich die Leberteilresektion und Transplantation im Rahmen der Leberlebendspende weltweit durchgesetzt, wobei in Asien hierzu die größten Er- fahrungen bestehen.

b)  Richtig. Um den Organhandel zu verhindern gelten in Deutschland sehr strenge Regeln für die Lebendspende. Das Transplantationsgesetz schreibt hierbei in § 8 vor: „Die Entnahme einer Niere, des Teils einer Leber oder anderer nicht regenerierungsfähiger Organe ist darüber hinaus nur zulässig zum Zwecke der Übertragung auf Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Verlobte oder andere Personen, die dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig na- hestehen.“

c)  Richtig. Da bei AB0-inkompatiblen Organen ein hohes Risiko für eine hyperakute humorale Abstoßung besteht, die eine Gefahr für das Spender- organ aber auch für das Leben des Empfängers darstellt, werden im Rah- men der postmortalen Spende nur Organe vermittelt die blutgruppenkom- patibel sind. Anders gestaltet es sich bei der Lebendspende. Da hier eine Planung der Operation sehr gut möglich ist und somit eine Vorbehandlung des Empfängers mit Immunsuppression und Plasmapherese mit Kontrolle der Antikörpertiter gut realisierbar ist, kann hier auch eine Transplantation blutgruppenunverträglich erfolgen.

d)  Falsch. Selbstverständlich ist auch die Sicherheit des Empfängers im Rah- men einer Transplantation sehr wichtig, oberste Priorität bei einer Lebendspende hat jedoch die Sicherheit des Spenders.

e)  Falsch. Die laparoskopische Nephrektomie ist inzwischen Standard in der operativen Therapie von Nierentumoren. Abgeleitet von diesen Erfahrungen hat sich auch die Lebendspende von Nieren mit Hilfe minimal-invasiver Techniken durchgesetzt. Wenn in einem Zentrum ausreichend Erfahrung mit minimal-invasiven Nephrektomien besteht, kann die laparoskopische Spenderoperation angeboten werden. Eine verpflichtende Teilnahme an einer Studie ist hierbei nicht mehr notwendig.

6. Welche Aussagen zur Nierentransplantation bzw. zur Pankreastransplantation treffen zu?

a)  Während die Lebertransplantation in der Regel orthotop erfolgt unter Entfernung der krankhaften Leber, wird die Nierentransplantation in der Mehr- zahl der Fälle heterotop durchgeführt wobei die Eigennieren verbleiben.

b)  Der DM Typ II stellt die Hauptindikation zur Pankreastransplantation dar.

c)  Die Wartezeit bis zur Nierentransplantation richtet sich, außer bei wenigen Ausnahmefällen, nach dem ersten Tag der Dialyse.

d)  Nach einer Pankreastransplantation gilt die post-Transplantations- Pankreatitis als gefürchtete Komplikation.

e)  Um dem wachsenden Missverhältnis zwischen Organspendern und Patienten auf der Nierentransplantationswarteliste und der in Relation zunehmen- den Anzahl an älteren Spenderorganen Rechnung zur tragen wurde 1999 das old-for-old Nierentransplantationsprogramm von EUROTRANS- PLANT ins Leben gerufen.



a)  Richtig. Abgesehen von einigen Ausnahmen wie der polyzystischen Leber- und Nierendegeneration, bei der auf Grund des bestehenden Platzmangels teilweise auch eine oder gar beide Nieren mit entfernt werden müssen. Er- folgt die ‚Standard‘ Nierentransplantation heterotop in die Fossa iliaca. Eine Entfernung der Eigenniere ist hierbei nicht zwingend erforderlich. Die Fossa iliaca wird gewählt, da sich hier ein technisch guter Zugang zu den Beckengefäßen als Anastomosenmöglichkeit für die Nierenarterie und die Nierenvene sowie zur Harnblase als Anastomosenmöglichkeit für den Ure- ter befindet, hierbei sollte der Ureter der Spenderniere möglichst kurzgehal- ten werden, da es distaler häufiger zu Nekrosen kommen kann.

b)  Falsch. Da es sich beim Diabetes mellitus Typ II eher um eine Insulinresistenz und damit um einen relativen Mangel an Insulin handelt stellt diese Form des Diabetes nur in Ausnahmefällen eine Indikation zur Transplanta- tion dar. Klassisch sind es vor allem der Diabetes mellitus Typ I und selten Typ III, die aufgrund ihres absoluten Mangels an Insulin die Indikationen zur Pankreastransplantation darstellen.

c) Richtig. Um eine Verteilungsgerechtigkeit zu schaffen werden die postmortalen Nieren nur nach der Gesamtdauer der Dialysepflichtigkeit alloziert. Je länger eine bei EUROTRANSPLANT zur Nierentransplantation gelisteter Patient demnach auf eine Hämodialyse angewiesen ist umso wahrscheinli- cher wird ein Organ Angebot. Durch den Rückgang der Spenderorgane in Deutschland in den letzten Jahren hat sich die Wartezeit nochmals verlän- gert, sodass inzwischen erst ca. 7–10 Jahre nach der ersten Dialyse die Nie- rentransplantation erfolgen kann.

d)  Richtig. Ursächlich noch nicht vollständig aufgeklärt, aber vor allem durch die Ischämiezeit und Mikroverletzungen während der Organentnahme und / oder der Organtransplantation bedingt, kann post-transplantationem eine akute Pankreatitis auftreten. Diese Form der Pankreatitis kann von ei- ner reinen laborchemischen Veränderung bis hin zu schweren Nekrosen reichen. Die Behandlung ist oft schwierig und mit weiteren Komplikationen behaftet.

e)  Richtig. Das EUROTRANSPLANT senior program (ESP) oder auch old- for-old Programm wurde 1999 von den Mitgliedsstaaten von EUROT- RANSPLANT ins Leben gerufen um auch älteren Patienten die Chance auf ein lebensrettendes Spenderorgan zu ermöglichen. In diesem Programm werden nur Organe von Spendern, die älter sind als 65 Jahre an Patienten, die ebenfalls älter als 65 Jahre sind, verteilt. Vorteil ist eine deutlich gerin- gere Wartezeit für die Empfänger (ca. 2–4 Jahre im Vergleich zu 7–10 Jah- ren). Der Nachteil ist eine statistisch geringere Organhaltbarkeit der älteren Spenderorgane, die jedoch aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Empfänger gut tolerabel ist.

7. Neben dem Organempfänger ist das Spenderorgan der wichtigste Einflussfaktor auf das Outcome nach einer Transplantation. Welche der folgenden Feststellungen sind richtig?

a)  Im Bereich von EUROTRANSPLANT handelt es sich bei den postmortalen Spendern in der Hauptsache um junge Spender.

b)  Die Bundesärztekammer hat zur besseren praktischen Umsetzung des Transplantationsgesetzes Verfahrensregeln zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms im Rahmen der Transplantationsrichtlinien aufgestellt.

c) Auf Grund des natürlichen Alterungsprozesses und der mittleren Haltbarkeit von Organen sind Spender mit einem Alter über 60 Jahre prinzipiell nicht geeignet.

d)  Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und EUROTRANS- PLANT teilen sich die Organisation der Organspende und die Allokation der Organe.

e)  Bei einer Spenderleber sollte die kalte Ischämiezeit möglichst unter 36 Stunden gehalten werden.



a)  Falsch. Die aktuelle Auswertung der postmortalen Organspende, jährlich herausgegeben von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), zeigt weiterhin einen Abwärtstrend der jüngeren Organspender (zwischen 16–55 Jahre) auf aktuell 44 % in 2019. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 52 % der postmortalen Spenderorgane von Donoren kommen, die älter als 56 Jahre sind.

b)  Richtig. Um den Zustand des Hirntodes besser zu definieren, wurden die Verfahrensregeln zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Aus- falls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms im Rahmen der Transplantationsrichtlinien aufgestellt. Bereits die Schär- fung des Begriffs weg vom ‚Hirntod‘ beschreibt die differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema. Ziel ist es, den Begriff ‚Hirntod‘ klar von anderen Zuständen wie dem Locked-in-Syndrom oder Intoxikationen zu trennen.

c)  Falsch. Wie bereits angeklungen handelt es sich in einer großen Zahl der Spender um Verstorbene, die zum Zeitpunkt des ‚Hirntodes‘ älter als 65 Jahre sind. Während die Nieren-Glomeruli tatsächlich mit dem Alter in ihrer Anzahl abnehmen, sind Hepatozyten zumindest in vitro auch im Alter noch voll regenerations- und teilungsfähig, wobei auch die Leber einem Alterungsprozess unterliegt. Es gilt daher keineswegs Organe von älteren Spendern grundsätzlich abzulehnen, sondern vielmehr ein möglichst gutes Matching zwischen Spender und Empfänger zu erreichen. Neue Behand- lungsmethoden wie z. B. die Maschinenperfusion bieten zudem interessante Ansatzpunkte zur Beurteilung und Modellierung des Spenderorgans, ohne dabei den Empfänger zu gefährden.

d)  Richtig. Beide gemeinnützigen Vereinigungen sind für die Organisation der Organspende u. a. in Deutschland zuständig. Die Deutsche Stiftung Organ- transplantation (DSO) übernimmt hierbei die logistischen Aufgaben der Spenderoperation und des Organtransports, während EUROTRANS- PLANT die Allokation der Organe vornimmt und das Outcome zumindest partiell erfasst.

e)  Falsch. Während des Transports lagert das Spenderorgan in einer Kardio- plegie-/Nährlösung (HTK oder UW) auf Eis. Diese Phase ist als kalte Ischä- miezeit definiert. Abhängig vom Organ selbst und dessen Qualität werden unterschiedliche kalte Ischämiezeiten toleriert. Während bei jungen, gesun- den Spendernieren schon Ischämiezeiten von 30 Stunden und mehr be- schrieben wurden, sollte die kalte Ischämiezeit einer Spenderleber möglich unterhalb von 12 Stunden gehalten werden. Je mehr Vorschädigungen ein Organ aufweist und je älter es ist, desto geringer ist die Ischämietoleranz und umso kürzer sollte die Ischämiezeit gehalten werden.

2. Welche Aussagen zur Karzinogenese (Entstehung von Malignomen) treffen zu?

a)  Bei Tumorsuppressorgenen müssen beide Allele durch Mutation geschädigt werden, damit diese ihre Funktion verlieren.

b)  Die Karzinogenese wird in vier Phasen eingeteilt: Initiation, Promotion, Latenz und Progression.

c)  In der Initiationsphase werden erste genetische Fehlregulationen ausgelöst.

d)  Die Promotionsphase beschreibt das zunehmend autonome und schließlich auch invasive Zellwachstum von Tumorzellen.

e)  In der Latenzphase kommt es zu keinen weiteren Schädigungen der Zelle.



a)  Richtig. Tumorsuppressorgene sind rezessiv und verlieren ihre Funktion erst nach Schädigung beider Allele (‚two-hit-theory‘). Es wird davon ausgegangen, dass Mutationen an verschiedenen Stellen des Genoms stattfinden.

b)  Richtig. Das Karzinogenesemodell benennt die Initiation, Promotion, Latenz und Progression die vier Phasen der Karzinogenese.

c)  Richtig. Wird der Defekt nicht durch Reparaturmechanismen entfernt bzw. besteht der Verlust von tumorregulierenden Funktionen auf der Zellebene, so kommt es zur Weitergabe des Defekts an Tochterzellen. Dieser Vorgang wird Initiationsphase genannt.

d)  Falsch. Unter der Promotion versteht man, dass die betroffene Zelle durch Promotoren (Co-Karzinogene) in eine Tumorzelle mit autonomem Mitoserhythmus umgewandelt wird. Es kommt zu Funktionsstörungen von (Proto-)Onkogenen, Reparatur-, Tumorsuppressor- und Apoptose- regulierenden Genen. Das invasive Wachstum beschreibt die Progressionsphase in der Karzinogenese. Die neoplastische Zellreihe proliferiert mit den erworbenen DNA-Schäden und es kommt zur malignen Transformation.

e)  Falsch. In der Latenzphase ist zwar kein Tumorwachstum erkennbar, es er- folgen jedoch weitere DNA-Läsionen der Zelle, die weitere (Proto-)Onkogene und Tumorsuppressorgene betreffen.

3. Welche Aussagen zu Präkanzerosen sind richtig?

a)  Zu Präkanzerosen zählen chemische Substanzen, die das Krebsrisiko erhöhen.

b)  Bei Präkanzerosen handelt es sich immer um erworbene Gewebsveränderungen.

c)  Von einer fakultativen Präkanzerose spricht man, wenn das Entartungsrisiko unter 30 % liegt und eine Zeitspanne von mehr als fünf Jahren zwischen Auftreten und Entartung der Präkanzerose vergehen.

d)  Beim Peutz-Jeghers-Syndrom handelt es sich um eine Präkanzerose des GIT´s.

e)  Die häufigste obligate Präkanzerose des Darmkrebs ist Colitis ulcerosa.




a)  Falsch. Bei Präkanzerosen handelt es sich um Gewebeveränderungen, die mit einem statistisch erhöhten Risiko für eine maligne Zellentartung einhergehen.

b)  Falsch. Präkanzerosen können angeboren (z. B. familiäre adenomatöse Po- lyposis) oder erworben sein (z. B. aktinische Keratose).

c)  Richtig. Von einer fakultativen Präkanzerose spricht man, wenn das Entartungsrisiko unter 30 % liegt und eine Zeitspanne von mehr als fünf Jahren zwischen Auftreten und Entartung der Präkanzerose vergehen. Zu fakultati- ven Präkanzerosen gehören z. B. die Leberzirrhose, die aktinische Keratose und die Leukoplakie. Obligate Präkanzerosen hingegen führen in nahezu 100 % der Fälle zu einer Krebserkrankung.

d) Richtig.

e) Falsch. Bei der Colitis ulcerosa handelt es sich um eine häufige fakultative Präkanzerose. Zu den obligaten Präkanzerosen des Magendarmtraktes zählen die familiäre adenomatöse Polyposis und das Gardner-Syndrom.

4. Welche Aussagen zu Tumormakern sind richtig?

a)  Tumormarker sind tumorassoziierte Antigene, die auf ein Malignom hindeuten.

b)  Tumormarker werden nur von malignen Zellen exprimiert, so dass bei positivem Nachweis eines Markers ein Malignom zugrunde liegt.

c)  Liegt der Tumormarker im Referenzbereich, ist das Vorhandensein einer malignen Erkrankung äußerst unwahrscheinlich.

d)  Tumormarker erlauben die frühzeitige Diagnose eines Tumorrezidivs.

e)  Der Tumormarker CEA ist ausschließlich ein Tumormarker GIT-Tumoren.



a)  Richtig. Tumormarker werden im Serum gemessen. Ein erhöhter Wert kann auf ein malignes Grundleiden hindeuten. Es gibt aber auch andere Gründe für erhöhte Tumormarker.

b)  Falsch. In geringem Maße können Tumormarker auch von gesunden Zellen exprimiert werden und daher auch bei Gesunden leicht erhöht sein, wie eine CA 19-9 Erhöhung bei der chronischen Pankreatitis oder eine Erhöhung des CEA bei Rauchern.

c)  Falsch. Tumormarker weisen insbesondere im Frühstadium eine geringe Sensitivität auf und sind daher nicht zur Screeninguntersuchung von Tumoren geeignet.

d)  Richtig. Tumormarker spielen zwar eine untergeordnete Rolle bei der primären Diagnostik eines Malignoms, werden jedoch für Verlaufskontrollen nach einer Therapie des Primärtumors genutzt. Daher sollten prä- und postoperativ die spezifischen Tumormarker bestimmt werden, damit ein Verlaufswert vorhanden ist.

e)  Falsch. Das CEA ist ein Tumormarker kolorektaler Karzinome, kann auch bei Bronchial-, Magen- und Pankreaskarzinomen sowie gynäkologischen Tumoren (Ovarial-, Endometrium- oder Mammakarzinom) erhöht sein.

5. Welche Aussagen zur Metastasierung eines Karzinoms sind richtig?

a)  Zellen, die zur Metastasierung fähig sind, unterscheiden sich von denen des Primärtumors.

b)  Nach Translokation der Metastasenzellen in das Zielorgan kommt es immer zur Metastasierung.

c)  Nur maligne Tumoren können metastasieren.

d)  Metastasen können in allen Organen auftreten.

e)  Es gibt verschiedene Metastasierungswege. Bei der kavitären Metastasierung können Metastasen unter anderem durch die Schwerkraft gefördert werden.



a)  Richtig. Durch Mutationen im Primärtumor kommt es zur Bildung metastasierungsfähiger Zellen. Dies sind bewegliche Zellen, die durch die Sekretion von Enzymen die extrazelluläre Matrix auflösen und sich so vermehren.

b)  Falsch. Im Gewebe des Zielorganes muss es zur Angiogenese von Tumorzellen kommen, damit sich aus den Mikrometastasen Metastasen bilden können.

c)  Richtig. Nur maligne Tumoren können metastasieren und nur wenige maligne Tumoren metastasieren nicht (z. B. Basaliom, maligne Gliome).

d)  Richtig. Tumormetastasen werden in allen Organen beobachtet. Eine Ausnahme bildet die Augenlinse, bei der bisher noch keine Metastasierung von Tumorzellen beschrieben wurde.

e)  Richtig. Die kavitäre Metastasierung entsteht dadurch, dass Tumorzellen in Körperhöhlen einbrechen. Die Verschleppung kann durch rhythmische bzw. peristaltische Bewegungen oder durch die Schwerkraft gefördert werden. Auf diesem Weg entsteht der Krukenberg-Tumor beim Magenkarzinom, welcher eine Abtropfmetastase im Bereich des Ovars darstellt.

6. Welche Aussagen zur Klassifikation von Tumoren sind richtig?

a)  Mit der TNM-Klassifikation wird die Tumorausbreitung beschrieben.

b)  Je höher das Grading, desto gutartiger ist der Tumor, da die Zellen bei einer high-grade-Dysplasie besser differenziert sind.

c)  ‚T‘ beschreibt die Ausdehnung des Primärtumors.

d) Vor der TNM-Klassifikation können mit einem Kürzel weitere Informationen angegeben werden.

e) Bei einer R0-Resektion ist die Beachtung der Sicherheitsabstände hinfällig.




a)  Richtig. Die TNM-Klassifikation ist international anerkannt und standardisiert. TNM steht hierbei für ‚Tumor‘, ‚Nodus‘ und ‚Metastasen‘.

b)  Falsch. Grading beschreibt den Differenzierungsgrad von G1 bis G3, teil- weise bis G4. Je niedriger dabei das Grading (heißt, je kleiner die Zahl nach dem ‚G‘), desto besser ist der Tumor differenziert.

c)  Richtig. ‚T‘ für ‚Tumor‘ beschreibt die Ausdehnung des Primärtumors. Man unterscheidet hierbei Tcis (Carcinoma in situ, Basalmembran intakt), T1–4 je nach Eindringtiefe des Tumors ins Gewebe, wobei T4 eine Infiltration der Nachbarorgane bezeichnet.

d)  Richtig. So beschreiben die Buchstaben yTNM: nach neoadjuvanter Therapie, uTNM: Staging durch Endosonographie, pTNM: histopathologisches Staging, cTNM: klinisches Staging und rTNM: Staging bei Rezidiv.

e)  Falsch. R0 bedeutet, dass ein Residualtumor nicht mehr nachweisbar bzw. vollständig entfernt worden ist. Dennoch ist auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu achten, da dies die tumorfreie Überlebenszeit steigert. Der Sicherheitsabstand variiert je nach Tumorentität bzw. -lokalisation.

8. Welche Aussagen zur hämatogenen Metastasierung sind richtig?

a)  Die hämatogene Metastasierung hat die Ausbildung von Fernmetastasen zur Folge.

b)  Eine Vorstufe der hämatogenen Ausbreitung von Fernmetastasen ist die Haemangiosis carcinomatosa.

c)  Die Metastase setzt sich bevorzugt im ersten Organ des jeweiligen venösen Abstroms fest.

d)  Bei der hämatogenen Metastasierung unterscheidet man verschiedene Ty- pen, welche nach der typischen Lokalisation der ersten Metastase benannt werden.

e)  Die Tumore des Verdauungstraktes gehören dem Pfortadertyp an.


a) Richtig. Fernmetastasen entstehen über hämatogene Metastasierungswege, wenn Tumorzellverbände in Venen abschilfern und einen Anschluss an das Gefäßsystem erlangt haben. Über den Blutstrom gelangen die Tumorzellen in entferntere Organe. Die Erfassung von Fernmetastasen erfolgt in der TNM-Klassifikation durch die ‚M‘-Kategorie.

b) Richtig. Als Haemangiosis carcinomatosa bezeichnet man den Einbruch von Tumorzellen in das Blutgefäßsystem. In der TNM-Klassifikation wird bei positivem Nachweis von Tumorzellen in venösen Blutgefäßen ‚V1‘ verwendet, bei fehlendem Nachweis ‚V0‘.

c) Richtig. Der ‚Filtertheorie‘ zufolge werden die Tumorzellen im ersten Organ des venösen Abstroms gefiltert. In der Regel erfolgt erst später die Streuung in den Gesamtkreislauf.

d) Richtig. Es wird zumeist zwischen einem ‚Cava-Typ‘ mit typischem Me- tastasierungsweg in die Lunge und einem ‚Pfortadertyp‘ mit Metastasierung in die Leber unterschieden. Diese Einteilung spiegelt die realen Wege der Tumorausbreitung jedoch nur begrenzt wider.

e) Richtig. Die Metastasierung von Karzinomen des Ösophagus, Magens, Dünn- und Dickdarms, des oberen Rektums sowie des Pankreas findet über die V. portae statt. Es kommt daher eher zu Lebermetastasen. Primärtumore des unteren Rektums, Knochen, Niere, Leber, Kopf und Hals metastasieren typischerweise über die V. cava in die Lunge.

9. Welche der folgenden Aussagen zur Peritonealkarzinose sind zu- treffend?

a)  Eine primäre Karzinose des Peritoneums bedeutet, dass bei Diagnosestellung des Primärtumors ein Befall des Peritoneums vorliegt.

b)  Von einer sekundären Peritonealkarzinose spricht man, wenn der Primärtumor nicht vom Peritoneum ausgeht und zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt wird.

c)  Eine Peritonealkarzinose des Peritoneums infolge eines Ovarialkarzinoms lässt sich nicht sicher vom Peritonealkarzinom differenzieren.

d)  Tumorzellverschleppung während der Primärtumorresektion eines Tumors kann eine Peritonealkarzinose begünstigen.

e)  Es kann sowohl durch hämatogene als auch durch lymphogene Ausbreitung zur Peritonealkarzinose kommen.




a) Falsch. Der Begriff der primären Peritonealkarzinose wird verwendet, wenn der Primärtumor das maligne Mesotheliom oder ein Peritonealkarzinom ist.

b)  Falsch. Der Zeitpunkt des Auftretens der Peritonealkarzinose bestimmt nicht die Einteilung in primäre oder sekundäre Peritonealkarzinose. Eine sekundäre Peritonealkarziose beschreibt die Metastasierung eines Primärtumors ins Peritoneum. Eine Sonderform der sekundären Peritonealkarzinose ist das Pseudomyxoma peritonei, welches seinen Ursprung meist in muzi- nösen Neoplasien der Appendix hat.

c)  Richtig. Das primäre Peritonealkarzinom ist epithelialen Ursprungs und hat klinisch, morphologisch und prognostisch große Ähnlichkeit zum Ovarialkarzinom.

d)  Richtig. Durch Manipulation kommt es zu einer mikroskopischen Schädigung der Tumoroberfläche, was eine Metastasierung im Bereich des Peritoneums und des Wundkanals begünstigen kann.

e)  Richtig. Die lymphogene peritoneale Metastasierung tritt eher beim Ovarial- und Kolonkarzinom auf. Die hämatogene peritoneale Metastasierung kommt hingegen beim Mammakarzinom und malignem Melanom vor.

11. Welche Aussagen über HIPEC (Hyperthermic Intraperitoneal Chemo- therapy) treffen zu?

a)  Retroperitoneale Tumormassen stellen eine Indikation für HIPEC dar.

b)  Kolonkarzinome sind für eine HIPEC-Therapie geeignet.

c)  Für ein Langzeitüberleben ist die komplette Zytoreduktion, mit anschließender HIPEC und adjuvanter Chemotherapie ggf. unter zusätzlicher Gabe eines Antikörpers (z. B. Cetuximab, Catumaxomab) notwendig.

d)  Es wird der synergistische Effekt der Hyperthermie mit der Gabe eines Chemotherapeutikums ausgenutzt.

e)  Low-grade muzinöse Neoplasien der Appendix (LAMN) werden als Vorstufen des Pseudomyxoma peritonei angesehen.



a)  Falsch. Retroperitoneale Tumormassen, kleinknotiger diffuser Befall, schwere Komorbiditäten, Lymphknotenbefall und Progress unter Chemotherapie stellen Kontraindikationen für HIPEC dar. Geeignet ist HIPEC für operable Patienten ohne Fernmetastasen mit ausreichend gesundem, nicht betroffenem Dünndarm.

b)  Falsch. Studien zeigen, dass die Behandlung von Kolonkarzinomen mit HIPEC zu keiner signifikanten Verbesserung des Überlebens führt, so dass HIPEC für die Behandlung des Kolonkarzinoms nicht mehr empfohlen wird. Zu behandelnde Entitäten sind: Magenkarzinom, Pseudomyxom und Mesotheliom.

c)  Richtig. Nur eine komplette Zytoreduktion mit nachfolgender HIPEC und Chemotherapie zeigt sich unabhängig der Tumorentität eine signifikante Verbesserung des Überlebens.

d)  Richtig. HIPEC nutzt den synergistischen Effekt der Hyperthermie und mit dem Chemotherapeutikum. Eine Möglichkeit der HIPEC-Durchführung ist: Die Induktion einer intraabdominellen Hyperthermie von 42 Grad und die anschließende Gabe von Oxaliplatin 300 mg/m2 intraperitoneal sowie 5-FU 400 mg/m2 und 20 mg/m2 Natriumfolinat intravenös über eine Perfusionszeit von 30 Minuten.

e)  Richtig. Low-grade muzinöse Neoplasien der Appendix (LAMN) sind schleimbildende Tumoren des Appendixlumens, welche im Verlauf zu einer Ruptur der Appendix und Aussaat in der Bauchhöhle führen können. Damit werden LAMN als Vorstufen des Pseudomyxoma peritonei (PMP) angesehen.

12. Welche Aussagen über generelle Indikationen zur Gabe von Zytosta- tika treffen zu?

a)  Die neoadjuvante Zytostatikatherapie wird präoperativ zur Tumorreduktion angewandt.

b)  Nach neoadjuvanter Therapie wird postoperativ keine weitere Zytostatikagabe empfohlen.

c)  Die so genannte Konditionierung kommt in der Viszeralchirurgie nicht zur Anwendung.

d)  Die adjuvante Zytostatikatherapie erfolgt perioperativ.

e)  Eine palliative Zytostatikatherapie kann Tumor-assoziierte Symptome lindern.



a)  Richtig. Die neoadjuvante Therapie bezeichnet die Zytostatika-Gabe und/ oder Radiatio vor einer geplanten Operation mit dem Ziel des ‚Down-Staging‘ (Tumorreduktion).

b)  Falsch. Ist eine präoperative Zytostatikatherapie erfolgt wird postoperativ die so genannte Komplettierung empfohlen. Unter der Voraussetzung, dass der Patient dies physisch verträgt.

c)  Richtig. Als Konditionierung wird die Gabe einer hohen Zytostatikadosis bezeichnet, welche auch in Kombination mit einer Ganzkörperradiatio erfolgen kann. Dies erfolgt beispielsweise zur Ausschaltung des Knochenmarks vor Knochenmark- oder Stammzelltransplantationen.

d)  Falsch. Die adjuvante Zytostatikatherapie erfolgt zur Senkung des Rezidivrisikos und Verbesserung der Langzeitprognose (postoperativ, nachdem das histolopathologische Tumorstadium bekannt ist).

e)  Richtig. Bei fortgeschrittenem Tumorleiden mit fehlenden chirurgischen Resektionsoptionen kann eine palliative Zytostatikatherapie eine Verringerung der Morbidität und Verlängerung der Lebenszeit ermöglichen.

13. Welche der folgenden Zytostatika -Kombinationstherapien finden bei welchen Tumorerkrankungen Anwendung?

a)  FLOT bei AEG-Karzinomen.

b)  FOLFOX bei Kolonkarzinomen.

c)  Trastuzumab bei negativem HER-2/neu-Status.

d) FOLFIRINOX bei Pankreaskarzinomen.

e) XELOX bei Ösophaguskarzinomen.


a)  Richtig. FLOT (Docetaxel, Oxaliplatin, 5-Fluoruracil und Folinsäure) ist der Standard für die perioperative Therapie bei AEG-Karzinomen und Ade- nokarzinomen des Magens. Oxaliplatin gehört zur Gruppe der Alkylanzien. Charakteristisch ist ein hohes emetogenes, aber auch oto-, nephro- und neurotoxisches Potential. Die Wirkung von 5-FU wird durch Folinsäure verstärkt. Aus diesem Grund erfolgt die Gabe von 5-FU und Folinsäure in Kombination. Spezifische Nebenwirkung dieser Medikamente ist die Myelosuppression.

b)  Richtig. FOLFOX (Oxaliplatin, 5-Fluoruracil und Folinsäure) wird bspw. adjuvant beim nicht-metastastierten Kolonkarziom (UICC III) angewandt

c)  Falsch. Trastuzumab ist ein Antikörper, der bei einem positiven HER-2/ neu-Status regelhaft beim Mammakarzinom angewendet wird. Indikationen in der Viszeralchirurgie finden sich zur palliativen Therapie des Ösophaguskarzinoms (in Kombination mit Cisplatin und einem Fluoropyrimidin z. B. Capecitabin) und des Magenkarzinoms.

d)  Richtig. FOLFIRINOX (Oxaliplatin, 5-Fluoruracil und Folinsäure, Irino- tecan) wird palliativ bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreaskarzinom empfohlen, wenn diese in einem guten Allgemein- zustand sind (ECOG bis 1, Alter bis 75 Jahre). Gemcetabin als Monotherapie ist Mittel der Wahl als Standardtherapie des fortgeschrittenen Pankreaskarz- inoms oder bei Progress unter FOLFIRINOX.

e)  Falsch. XELOX (Capecitabin und Oxaliplatin) wird in der Behandlung des Kolonkarzinoms als adjuvantes Zytostatikum oder im Rahmen der Erstlinientherapie im metastasierten Stadium eingesetzt.

14. Welche Aussagen zur Strahlentherapie sind korrekt?

a)  Insbesondere Zellen mit langsamer Zellteilung werden durch die Strahlentherapie zerstört.

b)  Im Rahmen des neoadjuvanten Therapiekonzeptes des Rektumkarzinoms kommt nur eine konventionell fraktionierte Radiatio in Frage.

c)  Die Strahlentherapie kann entweder palliativ oder adjuvant erfolgen.

d)  Als Fraktionierung der Strahlendosis wird die Aufteilung in kleinere Einzeldosen bezeichnet.

e)  Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie werden in akut und chronisch unterteilt.



a)  Falsch. Durch ionisierende Strahlung kommt es bei der Strahlentherapie zu einer Hemmung der Zellteilung und subsequent zur Zellzerstörung. Dies ist besonders bei Zellen mit hoher Teilungsrate effektiv.

b)  Falsch. Im Rahmen des neoadjuvanten Therapiekonzeptes des Rektumkarzinoms können zwei Arten der Radiotherapie erfolgen. Zum einen die konventionell fraktionierte Radiotherapie mit 45–50 Gray Gesamtstrahlendosis in Kombination mit einer Zytostatikatherapie (normalerweise: 5-FU oder Capecitabine) zum anderen die Kurzzeitbestrahlung an fünf aufeinanderfolgenden Tagen mit je fünf Gray mit oder ohne Zytostatika-Kombination. Eine Radiatio bei Kolonkarzinomen ist nicht indiziert, da das Kolon nicht strahlen sensibel sind.

c)  Falsch. Die Strahlentherapie stellt in der Viszeralchirurgie neben der opera- tiven oder endoskopischen Therapie und der Anwendung von Zytostatika eine wichtige Behandlungssäule dar. Eine Radiatio kann in kurativer Intention (z. B. Prostatakarzinom) neoadjuvant zum Downstaging (z. B. Rektum- oder Ösophaguskarzinom), adjuvant (postoperativ z. B. Mammakarzinom) oder palliativ (z. B. beim fortgeschrittenen Ösophaguskarzinom) erfolgen. Die Strahlentherapie wird im Rahmen der palliativen Behandlung auch zur Schmerzlinderung angewandt.

d)  Richtig. In der Strahlentherapie wird häufig mit Fraktionierungen gearbeitet. Das bedeutet, dass die geplante Gesamtstrahlendosis auf tägliche Einzeldosen aufgeteilt werden, die insgesamt eine bessere Verträglichkeit ohne einen Wirkungsverlust zeigen. Maligne Zellen besitzen ein geringeres Potential für Zellreparation, so dass sie primär durch Strahlentherapien zerstört werden.

e)  Richtig. Als akute Strahlenreaktionen werden Symptome bezeichnet, die sofort, Tage oder Wochen nach der Bestrahlung auftreten. Die häufigsten Symptome umfassen dabei gastrointestinale Symptome, Entzündungen der Haut- und Schleimhäute und Beeinträchtigungen des blutbildenden Systems. Chronische Strahlenschäden treten oft Jahre nach der Bestrahlung auf. Häufig sind ein erhöhtes kardiovaskuläres Risikoprofil, Fertilitätsstörungen und ein erhöhtes Risiko für Zweitkarzinome (Lymphome, Schild- drüsenkarzinome).

1. Welche Aussagen zur Sepsis sind korrekt?

a)  Der quick Sepsis-related Organ Failure Assessment (qSOFA)-Score selektiert Patienten mit hohem Letalitätsrisiko.

b)  Der Sepsis-3 Definition zufolge ist Sepsis eine lebensbedrohliche Organdysfunktion, die durch eine fehlregulierte Immunantwort des Körpers auf eine Infektion hervorgerufen wird.

c)  In der Sepsis-3 Definition ist der septische Schock eine Unterform der Sepsis.

d)  Die höchste prädiktive Validität bezüglich klinischer Verschlechterung besitzt das so genannte Early Warning System (EWS).

e)  Der schnellstmögliche Beginn einer kalkulierten antibiotischen Therapie ist essenziell.


a)  Richtig. Der qSOFA-Score ist eine Kurzform des SOFA-Scores und dient der präklinischen Risikobeurteilung eines schweren Krankheitsverlaufs bei Sepsis. Es ist der Standardscore für eine schnelle Einschätzung eines schweren Verlaufs im präklinischen/klinischen Einsatz außerhalb einer Intensivstation. Je ein Punkt wird vergeben für: Tachypnoe ≥ 22/min Hypotonie systolisch <100 mmHg Vigilanzminderung mit einem GCS <15 Bei ≥2 Punkten steigt das Risiko einer septischen Organdysfunktion mit schlechter Prognose (bis 14-fach erhöhte Mortalität). Jedoch zeigen nur 20 % der Patienten zum Zeitpunkt des Infektionsverdachts und nur 50 % der Patienten bei Aufnahme auf eine Intensivstation einen qSOFA ≥2.

b)  Richtig. Die Sepsis-3 Kriterien wurden in der internationalen Konsenskonferenz 02/2016 festgelegt. Neu in der Sepsis-3 Definition ist die Betonung auf ‚Infektion‘ als Grund für die Sepsis.

c)  Richtig. Nach der Sepsis-3 Definition ist der septische Schock eine Unterform der Sepsis, in der die Störungen von Kreislauf, Metabolismus und Zeitfunktion so ausgeprägt sind, dass die Sterblichkeit erheblich ansteigt.

d)  Richtig. Das EWS basiert auf einer Punkteerhebung für Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, Blutdruck, subjektiven Schmerzen, Körpertemperatur und Atemfrequenz. Anhand dieser Daten wird ein Risikoscore für klinische Verschlechterung erhoben, der auch im Vergleich zu früheren Messungen beurteilt werden kann.

e)  Richtig. Studien zeigen, dass nach Sepsis-Diagnose bei einem Beginn der Antibiotikagabe innerhalb von 30 Minuten eine Überlebenschance von ca. 82 % und 60 Minuten nach Diagnosestellung eine Überlebenschance von ca. 77 % besteht. Anschließend sinkt die Überlebensrate um ca. 7–10 % je weiterer verzögerter Stunde. Die kalkulierte Antibiose ist nach vermutetem Fokus mit Erregerspektrum und Resistenzsituationen auszuwählen. Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft hat im Jahre 2018 hierzu letztmalig Empfehlungen veröffentlicht. Die Abnahme von Blutkulturen vor primärer Antibiotikagabe ist essentiell.

2. Welche Aussagen zu tiefen Beinvenenthrombosen (TVT) ist korrekt?

a)  Eine Homozygotie für das Faktor V Leiden (APC-Resistenz) steigert das Risiko für eine TVT nicht.

b)  Eine positive Anamnese für TVT steigert das Risiko um das 50-fache.

c)  Das Risiko für eine vorliegende TVT kann mittels des Wells-Scores berechnet werden.

d)  TVT der Unterschenkelvenen treten am häufigsten auf.

e)  Die Behandlung der TVT beinhaltet eine orale Antikoagulation für 6 Monate.



a)  Falsch. Das Faktor V Leiden ist die häufigste hereditäre Thrombophilie. Eine Homozygotie steigert das Risiko für eine TVT um das 80-fache. Eine Heterozygotie um das ca. 8-fache. Weitere Thrombophilien sind: Faktor VI- II-Erhöhung, Prothrombin-Mutation, Protein C oder S Mangel und der Antithrombin-Mangel.

b)  Falsch. Eine positive Anamnese steigert das Risiko für eine TVT um das ca. 30-fache. Weitere Risikofaktoren sind: Immobilisation, Adipositas, Alter >60 Jahre und Malignome.

c)  Richtig. Wells hat sowohl für die Wahrscheinlichkeit einer TVT als auch einer Lungenarterienembolie einen Score entwickelt. Je ein Punkt wird vergeben für: Aktive Krebserkrankung Frühere, dokumentierte TVT Lähmung oder kürzliche Immobilisation der Beine Bettruhe (>3 Tage) oder große chirurgische Operation (<12 Wochen) Schmerz/Verhärtung entlang der tiefen Venen Schwellung des gesamten Beines Umfang eines Unterschenkels >3 cm größer als Gegenseite Eindrückbares Ödem am symptomatischen Bein Sichtbare Kollateralvenen Bei insgesamt ≥2 Punkten ist die Wahrscheinlichkeit für eine TVT hoch, bei <2 Punkten besteht nur eine geringe Wahrscheinlichkeit. Zwei Punkte werden in der Berechnung abgezogen, wenn eine alternative Diagnose ge- nauso wahrscheinlich ist wie eine TVT.

d) Falsch. Am häufigsten treten mit ca. 50 % Oberschenkelvenenthrombosen zwischen dem Ligamentum inguinale und der Fossa poplitea auf. Becken- venen- und Poplitealvenenthrombosen bestehen in je 10–20 % der Fälle. Unterschenkelthrombosen unterhalb der Trifurkation in 20–30 % der Fälle. Je proximaler eine Thrombose auftritt, desto höher ist das Embolie- bzw. Rezidivrisiko.

e) Falsch. Die Empfehlung bei Vorliegen einer TVT ist die Gabe einer oralen Antikoagulation für mindestens fünf Tage mit NMH oder DOAK. Weiter- hin sollte neben der Mobilisation eine Kompressionstherapie der betroffenen Extremität für mindestens drei Monate erfolgen.

3. Welche Aussagen zur Lungenarterienembolie (LAE) treffen zu?

a)  Die Wahrscheinlichkeit einer LAE wird anhand des Wells-Score berechnet.

b)  70 % der TVT bleiben asymptomatisch.

c)  Als inzidentelle LAE werden zufällig bei anderweitig indiziertem CT Thorax entdeckte LAE beschrieben.

d)  Die Diagnose einer LAE erfolgt mit einem nativen CT des Thorax.

e)  Negative D-Dimere schließen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine TVT oder LAE aus.


a)  Richtig. Die vereinfachte Form des Wells-Score vergibt je einen Punkt für: Klinische Zeichen einer TVT Lungenembolie wahrscheinlich Frühere LAE/TVT Tachykardie (HF über 100/min) Operation/Immobilisation innerhalb des letzten Monats Hämoptysen Malignom Bei 0–1 Punkten gilt eine LAE als unwahrscheinlich, bei ≥2 Punkten als wahrscheinlich.

b)  Falsch. Ca. 50 % der TVT bleiben asymptomatisch.

c)  Richtig. Am Häufigsten werden inzidentelle LAE bei Patienten mit Malignomen und chronischen kardiopulmonalen Erkrankungen diagnostiziert. Eine eindeutige Evidenz für die Behandlung gibt es nicht. Es wird wie bei jeder LAE eine therapeutische Antikoagulation für drei Monate empfohlen. Bei onkologischen Patienten ist eine längere Antikoagulation zu erwägen.

d)  Falsch. Standard beim Verdacht einer LAE ist die Durchführung einer CT-A des Thorax.

e)  Richtig. Negative D-Dimere schließen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine TVT oder LAE aus. Im Rahmen einer postoperativen Beurteilung sind D-Dimere selten verwertbar, so dass eine Testung in diesen Fällen nicht relevant ist.

5. Welche Aussagen zu postoperativen Komplikationen nach kolorektalen Eingriffen sind zutreffend?

a)  Chemo- oder Radiotherapien stellen keinen Risikofaktor für Anastomoseninsuffizienzen dar.

b)  Die Anastomoseninsuffizienz ist die häufigste Ursache einer postoperativen Sepsis nach kolorektalen Eingriffen.

c)  Ein noch deutlich erhöhtes CrP am 3. postoperativen Tag ist postoperativ üblich.

d)  Die Behandlung von Anastomoseninsuffizienzen in der kolorektalen Chirurgie sollte chirurgisch erfolgen.

e)  Ein paralytischer postoperativer Ileus kommt nach kolorektalen Eingriffen selten vor.


a)  Falsch. Chemo-/Radiotherapien stellen einen Risikofaktor für Anastomoseninsuffizienzen dar. Daher wird nach der Therapie ein Abstandsintervall von 4–8 Wochen bis zur Operation variierend je nach Tumorentität und -lokalisation empfohlen. Weitere Risikofaktoren für postoperative Komplikationen sind Notfalleingriffe, infiltrierende Malignome, Immunsuppression und eine katabole Stoffwechsellage/Malnutrition.

b)  Richtig. Klinisch sind vor allem auf Drainagesekrete, abdominelle Schmerzen, Fieber und erhöhte laborchemische Entzündungswerte zu achten.

c)  Falsch. Eine CrP-Erhöhung von über 150 mg/l zwischen dem 3.–5. postoperativen Tag gilt Studien zufolge als sensitivster laborchemischer Marker einer Anastomoseninsuffizienz. Daher sollten Patienten mit erhöhten postoperativen Infektwerten klinisch besonders beobachtet und ggf. weitere diagnostische Maßnahmen eingeleitet werden.

d)  Richtig. Je nach intraoperativem Befund erfolgt eine Übernähung oder Neuanlage der Anastomose (meist unter Vorschaltung eines protektiven Stomas) und bei ausgeprägten Befunden (beispielsweise bei fäkaler 4-Quadrantenperitonitis) die Anlage eines endständigen Stomas. In sehr ausgewählten Einzelfällen kann eine Behandlung von kleinen Anastomoseninsuffizienzen mit einem guten Ablauf über eine Drainage konservativ behandelt werden. e) Falsch. Bis zu 50 % der Patienten leiden nach kolorektalen Eingriffen an einem paralytischen Subileus/Ileus. Wichtig ist die regelmäßige klinische Verlaufsbeurteilung, die Gabe von Prokinetika, Antiemetika und Laxanzien, die kurzfristige flüssige enterale Ernährung, Kaugummi kaufen und ggf. die Anlage einer Magensonde zur Entlastung.

6. Welche Aussagen zu einer Infektion mit Clostridium difficile treffen zu?

a)  Eine Infektion mit Clostridium difficile ist oft asymptomatisch.

b)  Klinisch kommt es zu wässrigen Diarrhöen.

c)  Die schwerste Form der Clostridien-Enteritis wird als psyeudomembranöse Colitis bezeichnet.

d)  Metronidazol in oraler Darreichungsform ist Therapie der ersten Wahl bei Clostridien-Colitis.

e)  Eine Isolierung der Patienten ist nicht notwendig.


a)  Richtig. Es besteht eine hohe, asymptomatische Durchseuchungsrate bei Kindern und hospitalisierten Patienten durch eine fäkal-oral Übertragung. Meist kommt es während der Einnahme von Antibiotika zu einer Schädigung der Darmflora, so dass eine Überwucherung von Clostridium difficile stattfinden kann.

b)  Richtig. Charakteristisch sind olfaktorisch-intensive Diarrhöen, Fieber, Bauchschmerzen und Leukozytose. Die Symptome treten meist 2–10 Tage nach Antibiotikagabe auf. Der Nachweis erfolgt im Stuhl (Nachweis von Clostridium difficile Toxin A und/oder B).

c)  Richtig. Diese kann bis zum paralytischen Ileus, Sepsis, Nierenversagen, Durchwanderungsperitonitis und toxischem Megakolon führen. Um einen ausgeprägten Verlauf zu vermeiden sollten auslösende Antibiotika, Lopera- mid, Protonenpumpeninhibitoren und NSAR abgesetzt werden.

d)  Richtig. Metronidazol 400 mg (oral) dreimal täglich für 10 Tage. Bei Rezidiven oder schweren Verläufen kann Vancomycin 125–250 mg (oral) vier- mal täglich für 10 Tage (bis vier Wochen) angewandt werden. Bei Versagen aller medikamentösen Therapien kann laut Leitlinien eine Stuhltransplantation erwogen werden.

e) Falsch. Bis 48 Stunden nach Abklingen der Diarrhöen sollte eine Isolierung (Kittel, Nase/Mundschutz, Handschuhe) im Einzelzimmer mit eigener Toilette erfolgen. Es kann ebenfalls eine Kohortenisolierung veranlasst werden. Die Durchführung einer Stuhlprobe zur Verlaufsbeurteilung ist nicht notwendig.

7. Welche Aussagen zur Heparin-induzierten Thrombopenie (HIT) sind zutreffend?

a)  Die HIT I tritt bei ca. 10 % der Patienten nach Heparingabe auf.

b)  Bei einer HIT I sollte die Heparingabe unverzüglich beendet werden.

c)  Die HIT II tritt typischerweise zwischen dem 5. und 14. Tag der Heparingabe auf.

d)  Bei der Gabe von NMH kommt es seltener zum Auftreten einer HIT II als bei UFH.

e)  Als Akuttherapie der HIT II gilt das Absetzen von Heparin und bei einem Thrombozytenwert <50 000/μl die Transfusion von Thrombozytenkonzentraten.



a)  Falsch. Die HIT I tritt bei ca. 20 % der Patienten innerhalb der ersten fünf Tage nach Heparingabe auf. Es kommt dabei normalerweise nur zu einem moderaten Abfall der Thrombozyten (>100.000/μL).

b)  Falsch. Die HIT I beruht auf einer direkten Interaktion des Heparins mit Thrombozyten und ist nicht mit einer Ausbildung von Antikörpern assoziiert. Dies tritt innerhalb der ersten fünf Tage auf. Unter Weiterführung der Heparingabe normalisiert sich der Thrombozytenwert im Verlauf.

c)  Richtig. Die HIT II beschreibt eine ungünstigere Form, bei der es zu einem ausgeprägten Thrombozytenabfall (<100.000/μL oder auf unter 50 % des Ausgangswertes) kommt und mit Antikörperbildung einhergeht. Dies tritt üblicherweise zwischen dem 5. und 14. Tag nach Heparingabe auf. Durch vorbestehende Antikörper kann bei Patienten, welche in der Vergangenheit Heparin erhalten haben, eine HIT II auch direkt nach erneuter Applikation auftreten.

d)  Richtig. NMH (bei 0,1–1 %) führen im Vergleich mit UFH (bei 1–5 %) seltener zu einer HIT II.

e)  Falsch. Bei dem Verdacht auf eine HIT II sollte Heparin abgesetzt und die Antikoagulation auf Lepiruid oder Argatroban umgestellt werden. Die Gabe von Thrombozytenkonzentraten gilt als kontraindiziert.

8. Welche Aussagen zur stationär erworbenen Harnwegsinfektion (HWI) trifft zu?

a)  Es handelt sich um die häufigste nosokomiale Infektion.

b)  Die häufigsten Erreger sind dabei Enterokokken.

c)  Ein nicht-septischer asymptomatischer Nitrit-positiver HWI muss nicht behandelt werden.

d)  Die Abnahme von Urinkulturen ist obsolet.

e)  Cefuroxim ist das Antibiotika 1. Wahl bei nosokomialem HWI.



a)  Falsch. Es handelt sich mit ca. 22 % um die zweithäufigste nosokomiale Infektion. In 90 % aller Fälle ist ein HWI mit der Anlage eines Blasenkathe- ters assoziiert. Die postoperative Wundinfektion stellt mit einem Anteil von ca. 25 % die häufigste Komplikation dar. In der S3-Leitlinie von 2017 wer- den unkomplizierte Harnwegsinfektionen als Infektion der Harnwege ohne relevante oder anatomische Anomalien, Nierenfunktionsstörung oder Be- gleiterkrankungen definiert, die eine Harnwegsinfektion bzw. Komplikation begünstigen. Somit fallen nosokomiale Harnwegsinfektionen in der Be- handlung unter die unkomplizierten Harnwegsinfektionen.

b)  Falsch. Der häufigste Erreger ist Escherichia coli. Weitere typische Erreger sind Staphylococcus saprophyticus, Klebsiella pneumoniae und Proteus mirabilis. Enterokokken und Pseudomonas aeruginosa sind selten.

c)  Richtig. Patienten mit asymptomatischer Bakteriurie müssen nicht behan- delt werden. Allerdings kann bei symptomatischen Patienten mit Nitrit-ne- gativem Befund, Leukozyturie und Bakterurie eine Enterokokken- oder Pseudomonaden-Infektion vorliegen und somit eine Resistenz für Cepha- losporine. In diesem Fall sollte eine Behandlung nach Urinkultur mit Resis- togramm erfolgen.

d)  Falsch. Vor Beginn einer antibiotischen Therapie sollten im stationären Set- ting Urinkulturen für eine ggf. spätere Eskalation/Deeskalation der Thera- pie abgenommen werden. Katheter sollten entfernt bzw. gewechselt werden.

e)  Falsch. Die orale Gabe von Cefuroxim wird auf Grund der Resistenzlage und des Risikos für eine Clostridien-Colitis nicht mehr empfohlen. Bei ei- nem unkomplizierten Harnwegsinfekt kommen unter anderem folgende Wirkstoffe in Frage: Fosfomycin-Granulat (einmalig), Pivmecillinam oder Nitroxolin.


9. Welche Aussagen zu postoperativen Wundinfektionen treffen zu?

a)  Wundinfektionen stellen die häufigste nosokomiale Infektion dar.

b)  Die Einteilung des Schweregrades einer postoperativen Wundinfektion erfolgt anhand der CDC-Kriterien für nosokomiale Infektionen des RKI

c)  Die Behandlung ist abhängig vom klinischen Schweregrad.

d)  Die nekrotisierende Fasziitis kann konservativ behandelt werden.

e)  Postoperatives Duschen bei primär verschlossenen Wunden sollte für fünf Tage vermieden werden.


a)  Richtig. Wundinfektionen haben einen Anteil von fast 25 % an nosokomia- len Infektionen. Die häufigsten Erreger sind Staphylokokkus aureus, Sta- phylokokkus epiderdimis und Pseudomonas aeruginosa. Im Bereich der Abdominalchirurgie kommen ebenfalls E. coli, Enterokokken und Bacte- roides fragilis in Frage.

b)  Richtig. Die Einteilung des Schweregrades einer postoperativen Wundin- fektion erfolgt anhand der CDC-Kriterien für nosokomiale Infektionen des Robert Koch Instituts. Es wird zwischen oberflächlichen (Cutis und Subcu- tis) und tiefen Infektionen (Faszien, Muskulatur) innerhalb der ersten 30 postoperativen Tage unterschieden.

c)  Richtig. In einigen Fällen kann eine partielle Eröffnung der Wunde und lokale Säuberung ausreichend sein. In anderen Fällen kann eine operative Wundrevision und/oder antibiotische Therapie von Nöten sein.

d)  Falsch. Bei der nekrotisierenden Fasziitis handelt es sich um eine ausge- prägte, rasch fortschreitende tiefe Weichteilinfektion und einen medizini- schen Notfall. Es sollte unverzüglich und als absoluter Notfall durch eine großflächige Exzision aller betroffener Gebiete (bis zur Amputation) behan- delt werden. Klinisch zeigt sich häufig ein fulminant-akuter Verlauf mit Sepsis und oftmals typischer lokaler Krepitation und Nekrosen. Erreger sind meistens beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A. Eine int- ravenöse antibiotische Therapie und intensivmedizinische Betreuung ist bei diesen Patienten fast immer notwendig. Die Mortalität beträgt bis zu 50 %.

e)  Falsch. Bei normaler Wundheilung ist Duschen und vorsichtiges Trocknen der Wunden ab dem zweiten postoperativen Tag empfohlen. Wunddraina- gen sollten so kurz wie nötig belassen und zeitnah postoperativ entfernt werden, da sie das Risiko für eine lokale Wundinfektion steigern.

10. Welche Aussagen zur nosokomialen Pneumonie treffen zu?

a)  Die Pneumonie stellt die dritthäufigste nosokomiale Infektion dar.

b)  Die Definition einer nosokomialen Pneumonie ist ein Beginn frühestens 72 Stunden nach der stationären Aufnahme.

c)  Für die Diagnosestellung müssen ein Hauptkriterium sowie zwei Nebenkriterien erfüllt sein.

d)  Eine kalkulierte antibiotische Therapie weist in bis zu 30 % ein Therapieversagen auf.

e)  Bei der Wahl des Antibiotikums werden zwischen Patienten mit und ohne Risikofaktoren für multiresistente Erreger unterschieden.




a)  Richtig. Nach Wundinfektionen und Harnwegsinfektionen stellt die Pneumonie mit ca. 21 % die dritthäufigste nosokomiale Infektion dar.

b)  Falsch. Per definitionem tritt eine nosokomiale Pneumonie frühestens 48 Stunden nach Hospitalisierung auf. Es wird zwischen ‚early onset‘ (unter 96 Stunden) und ‚late onset‘ (über 96 Stunden nach stationärer Aufnahme) unterschieden.

c)  Richtig. Als Hauptkriterium gilt ein neues bzw. progredientes Infiltrat im Röntgen-Thorax/CT Thorax. Als Nebenkriterien werden Leukozytose/Leukopenie, Fieber und purulenter Auswurf gewertet.

d)  Falsch. In bis zu 20 % tritt ein Therapieversagen der antibiotischen Therapie auf. Daher ist es wichtig, auf klinische Zeichen eines Therapieversagens zu achten.

e)  Richtig. Bei Patienten ohne Risikofaktoren wird eine Therapie je nach Erregerspektrum und Risikoprofil des Patienten empfohlen. 

Ohne Risikofaktoren für multiresistente Erreger

Erregerspektrum

Kalkulierte Therapie Aminopenicilline mit

Betalaktamaseinhibitoren (z. B. Ampicillin/Sulbactam) Cephalosporine Gruppe 3a (z. B. Ceftriaxon) Fluorchinolone Gruppe 3/4 (z. B. Levofloxacin, Moxifloxacin)

Gramneg. Stäbchen

(E. coli, Klebsiella spp., Enterobacteriaceae, Enterobacter spp., Haemophilus influenzae) Grampos. Kokken (Staph. aureus, Streptococcus pneumoniae)

Erregerspektrum

Kalkulierte Therapie

Pseudomonaswirksame Antibiotika: Acylaminopenicilline mit Beta-Laktamasinhibitor (z. B. Piperacillim/ Tazobactam) Carbapeneme (z. B. Imipenem oder Meropenem) Cephalosporine

(z. B. Ceftazidim oder Cefepim) bei Pseudomonasverdacht oder Risiko für gramnegative MRE: Fluorchinolone Gr. 2 (z. B. Ciprofloxacin) oder 3 (z. B. Levofloxacin) oder Aminoglyosid (z. B. Gentamicin oder Amikacin) bei MRSA-Verdacht ggf. Kombination mit Linezolid oder Vancomycin

zusätzlich: MRSA/ESBL/ MRGN-bildende Enterobacteriaceae, Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumanii Stenotrophomonas maltophilia

Mit Risikofaktoren für multiresistente Erreger oder septischem Schock

11. Welche Aussagen zu postoperativen Komplikationen der Lunge sind zutreffend?

a)  Eine häufige Komplikation bei Thoraxdrainagenanlage ist das Reexpansionsödem.

b)  Ein Hämatothorax muss operativ behandelt werden.

c)  Die Therapie des Pleuremphyems ist die chirurgische Sanierung.

d)  Ein postinterventioneller Pneumothorax sollte zwei bis vier Stunden nach der Intervention ausgeschlossen werden.

e)  Ein postoperativer Chylothorax wird zunächst diätisch therapiert.


a) Falsch. Das Reexpansionsödem ist mit einer Inzidenz von unter einem Pro- zent eine seltene, jedoch gefürchtete Komplikation mit einer Letalität von bis zu 20 %. Risikofaktoren sind ein länger bestehender Pneumothorax, Alter <45 Jahre, ein großer Pneumothorax und eine rasche Lungenentfal- tung. Die Behandlung eines schwerwiegenden Reexpansionsödems umfasst die intensivmedizinische Betreuung und invasive Beatmung.

b)  Falsch. Zunächst erfolgt bei einem Hämatothorax die Anlage einer Thorax-drainage. Besteht jedoch eine Blutung von >1,5 Liter aus einer neu angelegten Thoraxdrainage oder ein Blutverlust von mehr als 200 ml/h über einen Zeitraum von mehreren Stunden, so ist eine Thorakoskopie/Thorakotomie indiziert.

c)  Richtig. Als Empyem bezeichnet man die Ansammlung von Eiter im Pleuraspalt. Therapie ist die Anlage einer Thoraxdrainage sowie die systemische antibiotische Therapie z. B. mit Ampicillin/Sulbactam. in schweren Fällen kann eine Thorakoskopie und Ausräumung der Empyemhöhle mit Dekortikation der Pleura notwendig sein.

d)  Richtig. Dies kann durch eine p.a. Röntgenaufnahme des Thorax im Stehen oder durch eine Pleurasonographie erfolgen. Ein großer Anteil der postinterventionellen Pneumothoraces sind innerhalb von vier Stunden durch Symptome oder bildgebende Verfahren nachweisbar. Bei Patienten ohne Atemnot und kleinem postinterventionellem Pneumothorax wird die Verlaufsbeobachtung, bei großen oder symptomatischen Pneumothoraces die Anlage einer kleinlumigen Thorax-Drainage mit Sog empfohlen.

e)  Richtig. Der Chylothorax ist eine Komplikation nach thoraxchirurgischen Eingriffen nach Ösophagektomie, Pankreasresektionen sowie bei Tumorer- krankungen und kardiochirurgischen Eingriffen bei Kindern. Bei Verlet- zung des Ductus thoracicus oder kommunizierender Lymphbahnen sam- melt sich die austretende Flüssigkeit lokal und/oder im Pleuraraum an. Unbehandelt sterben etwa 50 % der Patienten an den Folgen der Kompli- kationen. Tritt ein postoperativer Chylothorax auf, so verfünffacht sich die 30- Tage Mortalität. Durch Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr wird versucht, den Lymph- strom durch den Ductus thoracicus zu reduzieren. Hierzu können diätische Maßnahmen mit mittelkettigen Triglyceriden erfolgen bzw. eine kurzfris- tige komplette parenterale Ernährung eingesetzt werden. Bei einem größe- ren symptomatischen Chylothorax erfolgt die kontinuierliche Drainage, um die Lungenfunktion zu optimieren. Zusätzlich ist ein medikamentöser Therapieversuch mit Somatostatin oder Octreotid zu erwägen, um den Lymphfluss zu reduzieren.

12. Welche Aussage zu akuten Blutungen bzw. Nachblutungen ist richtig?

a)  Bei einer relevanten gastrointestinalen Blutung sollte zunächst eine Notfallendoskopie erfolgen.

b)  Bei einer endoskopisch nicht beherrschbaren Blutung wird ein chirurgisches Vorgehen empfohlen.

c)  Nach kolorektalen Eingriffen kann es zu relevanten Blutungen aus dem Anastomosenbereich kommen.

d)  Bei vermuteter o. GIB sollte eine kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter erfolgen.

e)  Schwere Verläufe bei unteren gastrointestinalen Blutungen sind häufig.



a)  Richtig. Zunächst sollte bei einer relevanten gastrointestinalen Blutung eine Gastroskopie, dann eine Koloskopie erfolgen. Es ist vor allem an Ulkus-, Ösophagus-, Divertikel-, Polypen-, Anastomosen- oder Tumorblutun- gen zu denken.

b)  Richtig. Bei nicht endoskopisch beherrschbaren Blutungen kann ein chirurgisches Verfahren mit Übernähung, Exzision oder Resektion der Blutungsquelle nötig sein. Alternativ kommt in Einzelfällen auch die angiographische Embolisation in Frage.

c)  Richtig. Eine Anastomosenblutung ist selten. Tritt sie auf, so kann eine (Notfall-)Koloskopie oder Bluttransfusionen notwendig sein.

d)  Richtig. Bei vermuteter oberer gastrointestinaler Blutung sollte eine kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter sowie eine zeitnahe Endoskopie (12 Stunden) erfolgen. Bei hämodynamischer Instabilität muss eine Notfall-Endoskopie durchgeführt werden.

e)  Falsch. Schwere Verläufe unterer gastrointestinaler Blutungen sind selten und haben geringe Mortalitätsraten. Bei Patienten >65 Jahre und Patienten unter Antikoagulation kommt es häufiger zu komplikativen Verläufen. Bei einem hämorrhagischen Schock bei Hämatochezie oder peranalem Koage- labgang sollten die Aufnahme auf eine Intensivstation und eine Gastroskopie erfolgen. Nach Ausschluss einer oberen gastrointestinalen Blutung muss bei hämodynamisch instabilen Patienten auch ohne vorherige Darm- reinigung eine Notfall-Koloskopie erfolgen.

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Carmen S.

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